Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Dauermagneten,
insbesondere von stabförmigen Dauermagneten.
Derartige Dauermagnete werden für Motoren und Generatoren benötigt.
Sie weisen typischerweise einen Durchmesser zwischen 10 und 50 mm und eine Länge
zwischen 20 und 200 mm auf. Die magnetische Vorzugsrichtung dieser Dauermagnete
kann in axiale oder diametrale Richtung verlaufen. Die herkömmliche Fertigung dieser
Magnete mit vorzugsweise diametraler Vorzugsrichtung erfordert bislang einen hohen
Aufwand.
Aus der EB-A-0 124 655 sind Grundzüge eines Herstellungsverfahrens
für Dauermagnete auf der Basis von Seltenen Erden, Eisen und Bor bekannt. In dem
bekannten Verfahren wird zunächst eine erschmolzene Legierung auf der Basis von
Seltenen Erden, Eisen und Bor pulverisiert und dann im Magnetfeld zu Grünlingen
gepreßt, die danach gesintert werden.
Preßtechnisch können besonders gut tablettenförmige Preßteile
mit einem Verhältnis von Durchmesser zu Länge nahe 1 gepreßt werden. Nach
dem Sintern werden die aus diesen Grünlingen entstandenen Dauermagnete zunächst
geschliffen. Die Dauermagnete werden anschließend so zusammengeklebt, daß
ihre magnetische Vorzugsrichtung in die gleiche Richtung weist. Zu diesem Zweck
ist es erforderlich, die Dauermagnete beim Kleben mit großer Genauigkeit auszurichten.
Das erforderliche Flachschleifen, das Ausrichten und das Kleben der Dauermagnete
führen zu hohen Arbeitskosten. Insbesondere das Ausrichten der Dauermagnete erfordert
viel Arbeitszeit oder aufwendige Vorrichtungen.
Eine andere Möglichkeit ist, stabförmige Dauermagnete in einem Stück
zu pressen. Das Pressen eines langen, stabförmigen Dauermagenten in Richtung seiner
Achse führt jedoch zu ungleichmäßiger Preßdichte und daraus resultierend
großen Maßabweichungen. Außerdem werden spezielle Pressen mit
großem Hub benötigt, die wegen der großen Wege nur geringe Taktgeschwindigkeiten
realisieren können. Alternativ wäre es möglich, den stabförmigen Magneten senkrecht
zu seiner Achse ("liegend") zu pressen. Da es jedoch in diesem Fall nicht möglich
ist, einen kreisförmigen Querschnitt durch Pressen herzustellen, muß eine
geeignete Rohform, beispielsweise eine abgerundete Quaderform gepreßt werden.
Die Seitenflächen der Rohform müssen nachgeschliffen werden, um einen kreisförmigen
Querschnitt zu erzielen, was sehr aufwendig ist. Außerdem ist es bei großen
Längen sehr schwierig, ein über die gesamte Länge des Grünlings homogenes Querfeld
zu erzeugen und damit ein magnetisch homogenes Teil herzustellen.
Ein Verfahren zur Herstellung von Dauermagneten durch das Zusamenfügen
von Pressteilen ist aus US 3 892 598 oder aus US 4 818 305 bekannt.
Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe
zugrunde, ein Verfahren zu schaffen, mit dem insbesondere stabförmige Dauermagnete
auf einfache und kostengünstige Weise herstellbar sind.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren mit den
in Anspruch 1 angegebenen Merkmalen gelöst.
Bei dem Verfahren gemäß der Erfindung werden bereits die Preßteile
und nicht die fertigen Sinterteile aufeinandergesetzt und durch Sintern fest untereinander
verbunden. Dadurch entstehen stabförmige Dauermagnete mit guter magnetischer Homogenität.
Das Verfahren erfordert vorteilhafterweise weder ein aufwendiges Schleifen von fertigen
Dauermagneten noch ein mühsames Positionieren von Einzelteilen. Das erfindungsgemäße
Verfahren ist daher im Vergleich zu herkömmlichen Herstellungsverfahren wesentlich
einfacher und kostengünstiger.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen des Verfahrens sind Gegenstand
der abhängigen Ansprüche.
Nachfolgend wird die Erfindung näher anhand der beigefügten Zeichnung
erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- eine perspektivische Ansicht eines mit dem Verfahren gemäß der Erfindung
hergestellten stabförmigen Dauermagneten;
- Figur 2
- eine Draufsicht auf ein Preßteil, das zu einem stabförmigen Dauermagneten
zusammengebaut werden kann;
- Figur 3
- einen Querschnitt durch ein weiteres Preßteil; und
- Figur 4
- einen Querschnitt durch ein weiteres abgewandeltes Preßteil.
Figur 1 zeigt einen stabförmigen Dauermagneten 1, der aus mehreren
Preßteilen 2 zusammengefügt ist. Derartige Dauermagnete 1 werden für Motoren
und Generatoren benötigt und weisen typischerweise einen Durchmesser zwischen 10
und 50 mm und eine Länge zwischen 20 und 200 mm auf. Die Dauermagnete 1 weisen entweder
eine axiale magnetische Vorzugsrichtung 3 oder eine diametrale magnetische Vorzugsrichtung
4 auf.
Wie insbesondere in Figur 1 sowie Figur 2 erkennbar ist, weisen die
Preßteile 2 auf einer Oberseite 5 Erhöhungen 6 auf. Falls die Preßteile
2 eine diametrale magnetische Vorzugsrichtung 4 aufweisen, sind die Erhöhungen 6
vorzugsweise so ausgebildet, daß die diametrale magnetische Vorzugsrichtung
4 der Preßteile 2 in die gleiche Richtung weist, wenn die Preßteile
2 aufeinandergesetzt werden.
Die Figuren 3 und 4 zeigen Querschnitte durch mögliche Ausführungsformen
der Preßteile 2. Deutlich erkennbar ist, daß neben der Erhöhung 6 auf
der Oberseite 5 auf einer Unterseite 7 eine zur Erhöhung 6 komplementäre Vertiefung
8 ausgebildet ist, so daß die Preßteile 2 fugenlos zusammengesetzt werden
können. Die Erhöhung 6 und die Vertiefung 8 sind vorzugsweise konisch ausgebildet,
um ein problemloses Fügen der Preßteile 2 zu ermöglichen. Die Abmessungen
der Vertiefungen 8 und Erhöhungen 6 sind so gewählt, daß sich ein Fügespalt
von üblicherweise 0,05 mm ergibt.
Zur Herstellung der Dauermagnete 1 wird im allgemeinen zunächst eine
Selten-Erd-haltige Legierung erschmolzen und anschließend pulverisiert. Aus
dem Pulver werden Preßteile gepreßt. Zur Einstellung einer magnetischen
Vorzugsrichtung erfolgt der Preßvorgang in Anwesenheit eines äußeren
Magnetfelds. Anschließend werden die Preßteile 2 zusammengefügt und
bei Temperaturen oberhalb von 800°C gesintert. Im Falle der Dauermagnete auf Basis
von Nd-Fe-B bildet sich entlang der Oberseiten 5 und Unterseiten 7 eine flüssige
Phase aus, die im erstarrten Zustand die Preßteile 2 verbindet. Im jeden Falle
kommt es während der Sinterung der Dauermagnete durch Diffusion zu einer Verbindung
der Einzelteile untereinander, sofern ein guter Kontakt der Preßlinge bestand.
Um eine gute Festigkeit der Verbindung zu erhalten, hat sich als günstig erwiesen,
die Preßteile 2 nach dem Pressen in einem Magnetfeld nicht vollständig zu
entmagnetisieren. Die magnetische Haftkraft hält dann die Preßteile 2 beim
Hantieren und im Sinterofen bis zur Curietemperatur zusammen. Preßteile 2
mit diametraler magnetischer Vorzugsrichtung werden bevorzugt mit wechselseitiger
Polung aufeinandergestapelt.
Eine besonders gute Fügung läßt sich mit Unterstützung der Schwerkraft
erzielen, wenn der gestapelte stabförmige Dauermagnet 1 stehend gesintert wird.
Um eine sehr gute Korrosionsbeständigkeit des Dauermagneten 1, insbesondere
an der Fügefläche, zu erreichen, kann der Dauermagnet 1 nach dem Sintern mit bekannten
flüssigen Kunststoffen, wie z. B. Methacrylat vakuum- oder druckimprägniert werden.
Der Kunststoff füllt evtl. vorhandene Poren und Spalten und härtet aus, nachdem
der Dauermagnet 1 mit dem Kunststoff getränkt worden ist.
Das hier beschriebene Verfahren weist eine Reihe von Vorteilen auf.
Im Vergleich zu stabförmigen Dauermagneten, die durch Verkleben von
fertig gesinterten Einzelteilen hergestellt worden sind, weist der Dauermagnet 1
eine wesentlich höhere Festigkeit auf, da die Preßteile 2 nach dem Sintern
einen einheitlich festen Körper bilden.
Außerdem ist das Verfahren kostengünstig, da die Preßteile
2 durch die entsprechend ausgebildeten Erhöhungen 6 und Vertiefungen 8 positioniert
werden und das für eine gute Klebeverbindung erforderliche Flachschleifen der Oberseite
5 und der Unterseite 7 entfällt. Es ist im Gegenteil sogar für eine feste Sinterverbindung
von Vorteil, wenn die Oberseite 5 und die Unterseite 7 aufgerauht sind.
Da die Preßteile 2 einzeln gepreßt werden, genügt für
das Pressen der Preßteile 2 ein Werkzeug mit Abmessungen in der Größenordnung
der Abmessungen der Preßteile 2. Bei kleinen Werkzeugen kann jedoch das Magnetfeld
mit geringem Aufwand homogen gehalten werden. Im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren,
in denen die stabförmigen Dauermagnete als Ganzes gepreßt werden, sind daher
die Dauermagnete 1 in magnetischer Hinsicht wesentlich homogener. Außerdem
können mit dem hier beschriebenen Verfahren Dauermagnete 1 mit nahezu beliebigem
Verhältnis von Durchmesser zu Länge hergestellt werden.
Für eine feste Verbindung der Einzelmagnete auf Basis von Seltenen
Erden, Eisen und Bor hat es sich als besonders vorteilhaft erwiesen, die Menge an
flüssiger Sinterphase, d. h. den Gehalt an Seltenen Erden in der Legierung, etwas
höher als normal einzustellen, etwa 1 bis 5 Gew.-% mehr Seltene Erden.
Die Erfindung wird nun anhand der folgenden Beispiele näher erläutert:
1. Beispiel:
Vergleichsbeispiel: Nd-Fe-B-Pulver wird im Magnetfeld zu Ronden mit
einem Durchmesser von 22 mm und einer Höhe von 10 mm unter Anwendung eines Drucks
von 250 MPa gepreßt. Jeweils vier Ronden werden zu einem Grünling aufeinandergestapelt
und stehend bei 1 Stunde bei 1100°C im Vakuum gesintert. Nach dem Sintern waren
jedoch 60% der fertigen Sinterkörper nicht verbunden. Die restlichen Sinterkörper
ließen sich durch einen Schlag leicht trennen.
2. Beispiel:
Wie Beispiel 1, wobei jedoch das Preßwerkzeug einen Unterstempel
mit einer Erhöhung und einen Oberstempel mit einer Vertiefung aufwies. Es ergaben
sich die in Figur 3 dargestellten Preßteile 2. Die Preßteile 2 wurden
nicht entmagnetisiert und stehend gesintert. Alle Sinterteile waren nach dem Sintern
fest verbunden und ließen sich nach Schlag oder Fall aus 1 Meter Höhe nicht
trennen.
Beispiel 3:
Wie Beispiel 2, die Preßteile wurden jedoch liegend gesintert.
Nach dem Sintern waren 90% der Teile fest verbunden und ließen sich nach Schlag
oder Fall aus 1 Meter Höhe nicht trennen.
Beispiel 4:
Wie Beispiel 1, jedoch mit einer größeren Erhöhung 6 und Vertiefung
8, wie in Figur 4 dargestellt. Beim Pressen traten teilweise Preßrisse auf.
Alle fehlerfreien Preßteile waren jedoch nach dem Sintern fest verbunden und
ließen sich nach Schlag oder Fall aus 1 Meter Höhe nicht trennen.
Beispiel 5:
Wie Beispiel 1, die Zusammensetzung der Legierung wurde jedoch gemäß
Tabelle 1 variiert.
SE-Gehalt [Gew.%]
Anteil gefügter Teile nach Sintern [%]
28,7
16
31,2
100
33,4
100
Dieses Beispiel zeigt, daß ein Überschuß an Seltenen Erden
über den stöchiometrisch Seltenen-Erden-Gehalt der hartmagnetischen Phase mit der
Zusammensetzung Nd2Fe14B von Vorteil für die Festigkeit der
Verbindung ist.
Abschließend sei angemerkt, daß die hier gemachten Ausführungen
für Dauermagnete aus einer Legierung auf der Basis von Seltenen Erden, Eisen und
Bor auch für Dauermagnete aus einer Legierung mit der Zusammensetzung SE2
(Fe, Co) 14 βgilt, wobei SE wenigstens eine Selten Erde einschließlich
Yttrium ist.
Ferner ist die vorliegenden Beschreibung des Verfahrens beispielhaft;
insbesondere soll das Fügen der Preßteile 2 nicht auf stabförmige Magnete
beschränkt sein.