Hintergrund der Erfindung
Die Rückgewinnung von Blei aus verbrauchten Batterien ist sowohl als
Quelle für Rohstoffe als auch wegen Problemen bei der Sonderabfallentsorgung von
wesentlicher wirtschaftlicher Bedeutung. Seit vielen Jahren wurde mit Batterierecyclinganlagen
versucht, die im Zusammenhang mit Schwefel und Chloriden in Schrottbatterien auftretenden
Probleme durch eine umfangreiche Aufbereitung verbrauchter Batterien zu lösen, bei
der die Batterien zerstoßen, die Säuren abgelassen und die verbleibenden Materialien
in kleine Stücke zermahlen wurden. Das Zerstoßen und Zermahlen setzte die meiste
Paste aus den Bleigittern frei und zertrümmerte die Kunststoffbestandteile der Batterie.
Die Paste wurde in einer Reihe hydrometallurgischer Verfahrensschritte
vom metallischen Blei und Kunststoff der Batterie abgetrennt. Dabei wurde ein Großteil
des chloridhaltigen Kunststoffs zusammen mit anderen nicht-wiederverwertbaren Kunststoff-,
Glas- und anorganischen Bestandteilen der Batterie von der Paste und den metallischen
Stoffen entfernt. Das Material enthält aber noch einen wesentlichen Bleianteil in
Form von fein verteiltem Blei oder aktiver Masse. Trotz intensiven Aufwands beim
Entfernen des Bleis bleibt immer noch so viel davon im Material übrig, dass dieses
nicht in unkontrollierten Deponien entsorgt werden kann.
Die Standardmethode zur Rückgewinnung von Blei aus verbrauchten Batterien
umfasst das Schmelzen der bleihaltigen Batterieteile in einem Strahlungs-, Dreh-,
Hoch- oder Elektroofen unter Einsatz standardmäßiger pyrometallurgischer Verfahren.
Diese pyrometallurgischen Verfahren weisen jedoch mehrere Nachteile auf.
Der Hauptnachteil pyrometallurgischer Verfahren besteht darin, dass
sie bei hohen Temperaturen betrieben werden und beträchtliche Mengen Schwefeldioxidgas
und Flugstaub erzeugen. Der Flugstaub enthält wesentliche Mengen flüchtiger Metalle
wie Blei, Arsen, Antimon, Cadmium u. ä. Die Abgase enthalten wegen der Verbrennung
chloridhaltiger Materialien – z. B. Polyvinylchlorid-Separatoren – außerdem
Chlor oder Chloride.
Die SO2-Emissionen von industriellen Schmelzanlagen sind
in Folge der Begrenzungen durch den Clean Air Act (Luftreinhaltegesetz der USA)
auf sehr niedrige Anteile zu senken. Verbrauchte Bleisäurebatterien enthalten wesentliche
Mengen Schwefel in Form von H2SO4 aus dem Elektrolyten sowie
sogar noch mehr PbSO4 in der aktiven Masse als Folge der Batterieentladung.
Großtechnische Batterierecyclinganlagen verarbeiten pro Tag Hunderte Tonnen Schrottbatterien.
Der Schwefelgehalt einer verbrauchten Batterie entspricht etwa 3,9% des Batteriegewichts,
so dass bei einer Anlage täglich viele Tonnen Schwefel eingebracht werden könnten.
Zur SO2-Regulierung binden Drehöfen den meisten Schwefel
in Schrottbatterien als natriumhaltigen FeS-Na2S-Stein ab, während Hoch-
und Elektroöfen den Schwefel als (normalen) sulfldhaltigen Stein abbinden. Strahlungsöfen
können den Schwefel mit Eisen- oder Natriumverbindungen in der Schlacke abbinden;
allerdings kann die Weiterverarbeitung der Schlacke des Strahlungsofens bzw. die
Entsorgung des Steins oder der Schlacke ein Problem darstellen, wenn Schwermetalle
aus den löslichen Bestandteilen der Schlacke ausgewaschen werden.
Zur Reduzierung der SO2-Emissionen wurde die abgetrennte
Paste mit Lösungen von Alkali-Verbindungen wie NaOH und Na2CO3
behandelt, damit sie gemäß folgenden Reaktionen mit PbSO4 reagieren konnten:
PbSO4 + 2 NaOH → Pb(OH)2 + Na2SO4
PbSO4 + Na2CO3 → PbCO3 + Na2SO4
Das daraus resultierende „entschwefelte" Material wird als
Schlamm oder Filterkuchen zurückgewonnen. Trotz großen Aufwands beim Waschen des
Schlamms und bei der Entschwefelung mit zusätzlichen Alkali-Reagenzien verbleiben
häufig beträchtliche Schwefelmengen als nicht in Reaktion getretenes PbSO4
oder Na2SO4 in der entschwefelten Paste zurück. Bei der nicht
entschwefelten Paste beträgt der Schwefelgehalt ca. 6%, bei der entschwefelten dagegen
in der Regel ca. 1% oder weniger.
Die Paste enthält außer Schwefel oft noch einige kleine PVC-Partikel,
die bei der Entfernung des Kunststoffs nicht frei gesetzt werden. Der SO2-Anteil
im Gasstrom ist noch immer ziemlich hoch, wenn die entschwefelte Paste und die metallischen
Stoffe im Ofen geschmolzen werden, so dass der Schwefel mit zusätzlichen Flussmitteln
als normaler oder natriumhaltiger Stein abgebunden werden muss. Bei der Entschwefelung
wird nur die Menge dieser Abfallstoffe reduziert.
Bei Batterierecyclinganlagen mit Strahlungsöfen sind Alkali- oder
Kalk-Wäscher eingebaut, um die SO2-Emissionen trotz der Entschwefelung
des Beschickungsmaterials weiter zu senken und die gesetzlichen Grenzwerte hinsichtlich
niedriger SO-2 Anteile einzuhalten. Kalk-Wäscher erzeugen beträchtliche
Mengen Gips und CaSO3, Alkali-Wäscher dagegen Lösungen mit Sulfat-Sulfit-Gemischen.
Die Wäscher treiben außer SO2 auch alle eventuell vorhandenen Chloride
aus. Der von den Kalk-Wäschern abfließende Schlamm und der von der Calcium-Neutralisation
der Batteriesäure stammende Schlamm werden im Allgemeinen zu Deponien transportiert.
Bei den Verfahren, wo der Anteil der aktiven Masse (Paste) der Batterie
von den metallischen Stoffen abgetrennt und mit einer Ammonium-, Natrium- oder Kaliumhydroxid-,
-carbonat- oder -bicarbonat-Lösung entschwefelt wird, werden Lösungen aus Bleicarbonat
oder Bleihydroxid und relativ reinem Na2SO4, (NH4)2SO4,
K2SO4 usw. erzeugt. Diese Lösungen werden häufig zur Kristallisation
gebracht, um die Sulfatsalze zurückzugewinnen.
Werden Alkali-Wäscher zur Schwefel-Rückgewinnung verwendet, erhält
man eine Abflusslösung, die Sulfat, Bisulfit, Thiosulfat, Sulfat und andere Schwefelverbindungen
sowie Chloride und Schwermetalle enthält. Wegen der Chlorid- und Schwermetallanteile
konnten die Lösungen von den Wäschern nach der Oxidation zu Sulfaten nicht zu verkäuflichen
Sulfatprodukten weiterverarbeitet werden. Diese Alkali-Sulfat-Lösungen wurden von
Schwermetallen gereinigt und – sofern der Gesamtgehalt an gelösten leststoffen
dies zulässt – als Abwasser in Schmutzwasserkanäle abgeleitet.
In den Fällen, in denen ein hoher Gehalt an gelösten Feststoffen das
Ableiten in die Abwasserkanalisation unmöglich macht, wurden Kalk-Wäscher verwendet,
um den Schwefel aus den Abgasen des Ofens zu entfernen. Der Schwefel wird in diesen
Wäschern als CaSO3, CaSO4 oder als gemischte Schwefelverbindung
abgefangen. Bei der Oxidation zu Gips ist das Material in der Wäscher-Lösung nur
wenig löslich. Das Verfaulen des inneren Teils der Wäscher ist ein größeres Problem,
da die Wäscher-Produkte unlöslich sind. Außerdem ist der von Batterierecycling-Wäschern
gebildete Gips Feststoffabfall und kann in Abhängigkeit vom Schwermetallgehalt des
Materials als Sonderabfall gelten. Die Entsorgung kann obendrein eingeschränkt werden,
da der Gips als Schlamm anfällt.
Ein weiteres Problem ist das Chlorid, das lösliches CaCl2
bilden und sich in den Wäscher-Lösungen anreichern kann. Diese Chloridlösungen sind
sehr löslich und bereiten wegen des hohen Gehalts an gelösten Feststoffen Probleme
für die Abwasserkanalisation. Die geringen Magnesiummengen im Kalk sind ebenfalls
problematisch. Magnesium reagiert mit SO2 oder Cl unter Bildung löslicher
Magnesiumsalze, die die Probleme mit gelösten Feststoffen in Abwässern von Kalk-Wäschern
noch verschlimmern.
Der Abfluss von Alkali-Wäschern kann wegen der aus dem Abgasstrom
ausgetriebenen Schwermetalle und Chloride normalerweise nicht zur Herstellung von
Sulfatprodukten verwendet werden. Die Lösungen werden von Schwermetallen gereinigt
und müssen trotz ihres hohen Salzgehalts in die Abwasserkanalisation entsorgt werden.
Da viele Gemeinden den Gesamtgehalt an gelösten Feststoffen im Abfluss von Anlagen
begrenzt haben, werden die Möglichkeiten der Anlage zur Entsorgung dieser Wäscher-Lösungen
eingeschränkt.
Das Verfahren der vorliegenden Erfindung stellt im Gegensatz zu den
dem Stand der Technik entsprechenden Verfahren sicher, dass über 99% des Schwefels
in der Batterie zurückgewonnen wird und dass die Schwermetall-, SO2-
und Chlorid-Anteile in den Abgasen auf vernachlässigbare Werte verringert werden.
Zusammenfassung der Erfindung
Bei der Ausführung der vorliegenden Erfindung werden Batterien zertrümmert,
um die Säure zu entfernen und den Kunststoff von den bleihaltigen Materialien abzutrennen.
Die bleihaltigen Materialien werden in einer oxidierenden Atmosphäre geschmolzen,
um vorhandenen Schwefel zu SO2 zu verdampfen. Das SO2 wird
aus dem Abgasstrom durch Austreiben mit einem löslichen alkalischen Material wiedergewonnen,
um eine lösliche Sulfitlösung zu gewinnen, die wiederum zu Sulfat oxidiert wird,
das nach dem Entfernen von Schwermetallen aus dem Beschickungsmaterial zur Kristallisation
gebracht wird. Der Ableitstrom aus dem Kristallisator kann anschließend einer weiteren
Verdampfungskristallisation unterzogen werden, um die Chloride als Sulfat-Chlorid-Gemisch
zurückzugewinnen.
Beschreibung der Zeichnung
1 zeigt ein Flussdiagramm der bevorzugten
Ausführung der vorliegenden Erfindung.
Detaillierte Beschreibung der Erfindung
Die Erfindung besteht aus einem Verfahren zur Rückgewinnung von Blei
aus Bleisäure-Schrottbatterien oder anderen bleihaltigen Materialien ohne nennenswerte
Luftverunreinigung durch SO2, Chloride oder Flugstaub. Die Erfindung
eliminiert auch schwefelhaltige feste Abfallstoffe wie Gips, Stein oder Sodaschlacke.
Außerdem eliminiert die Erfindung die Entsorgung von Abwasser, das hohe Konzentrationen
gelöster Feststoffe enthält, und gewinnt im Wesentlichen den ganzen Schwefel als
hochwertiges Produkt zurück.
Beim Verfahren der Erfindung werden verbrauchte Bleisäurebatterien
zertrümmert. Die Säure aus den Batterien wird abgetrennt und kann dem unten beschriebenen
Schwermetall-Entfernungsschritt zugeführt werden. Kunststoff wird aus der zertrümmerten
Batterie entfernt.
Die bleihaltigen Materialien werden dann zu einem Strahlungsofen gefördert,
in dem sie in einer oxidierenden Atmosphäre geschmolzen werden. Der Schwefel, der
in der dem Ofen zugeführten Beschickung vorhanden ist, wird zu SO2 verdampft.
Das Blei wird aus dem Strahlungsofen zurückgewonnen.
Der das flüchtige SO2 enthaltende Abgasstrom des Ofens
wird zu einem Wäscher geleitet. Die Gase werden vor dem Erreichen des Wäschers in
einem Staubsammler gefiltert. Der gesammelte Staub kann optional für eine Weiterverarbeitung
zum Ofen zurückgeführt werden. Lösliche alkalische Materialien werden in den Wäscher
gefördert, um das SO2 in ein lösliches Sulfit umzuwandeln. Geeignete
alkalische Materialien sind z. B. NaOH, Na2CO3, KOH, Ammoniumcarbonat,
-bicarbonat bzw. – hydrid oder alte sonstigen Materialien, die eine lösliche
Sulfitlösung erzeugen.
Die das ausgetriebene Material enthaltende Wäscher-Lauge wird oxidiert,
vorzugsweise durch kräftiges Rühren der Lauge bei gleichzeitigem Einblasen von Luft.
Bei diesem Verfahren werden alle Sulfitverbindungen zu Sulfaten oxidiert.
Die Sulfatlösung wird nach der Oxidation durch Einstellung des pH-Werts
und Mitfällung mit Eisen, Sulfiden und anderen Materialien von Schwermetallen gereinigt.
Bei diesem Verfahren wird der pH-Wert der Sulfatlösung vorzugsweise durch Zusatz
der abgetrennten, gefilterten Säure gesenkt, die bei der Verfahrensstufe der Batteriezertrümmerung
zurückgewonnen wurde. Der pH-Wert der Sulfatlösung wird in mehreren Stufen mit alkalischen
und anderen Materialien angehoben, um Schwermetalle auszufällen und eine reine Sulfatlösung
zu gewinnen, die auch Chloride enthält. Der Schwermetallschlamm kann zur Rückgewinnung
der Metalle zum Ofen zurückgeführt werden.
Die gefilterte Sulfatlösung wird in einen Kristallisator gefördert,
wo das Wasser verdampft wird und (abhängig vom alkalischen Material, das für das
Löslichmachen des SO2 verwendet wurde) reine, wasserfreie Kristalle von
Na2SO4, K2SO4 usw. gebildet werden.
Das kondensierte Wasser im Kristallisator kann zum Waschen der Kristalle verwendet
werden, damit ein Produkt mit niedrigem Chloridgehalt gewonnen werden kann. Der
Großteil des kondensierten Wassers kann als Zusatzwasser für den Wäscher zurückgeführt
werden.
Die löslicheren Chloride sammeln sich in der umlaufenden Kristallisatorlösung
an. Dem Kristallisator kann ein Ableitstrom entnommen werden, um eine übermäßige
Anreicherung von Chloriden zu verhindern und diese aus dem Kristallisator zu eliminieren.
Diese mit Sulfat gesättigte und fast siedende Flüssigkeit kann zu einer zusätzlichen
Kristallisationsstufe gefördert werden, um ein Sulfat-Chlorid-Gemisch zu bilden.
Die Ableitflüssigkeit kann einem Kühlkristallisator, in dem die Flüssigkeitstemperatur
von etwa 100°C auf 1–5°C reduziert wird, zugeführt werden, um einen
größeren Teil der Lösung als reines Sulfat zurückzugewinnen. Die Temperatursenkung
verringert die Löslichkeit des Sulfats. Im Kühlkristallisator entsteht durch die
niedrigtemperaturige Kristallisation des Sulfats ein hydratiertes Salz an Stelle
des wasserfreien Sulfats, das beim hochtemperaturigen Kristallisationsverfahren
gebildet wird. Die hydratierten Sulfatsalze werden von der Lösung abgetrennt und
in der heißen Kristallisatorlösung wieder aufgelöst.
Die Chloride werden durch das Verfahren konzentriert und zurückgewonnen,
wobei über einen Verdampfer wie z. B. einen Sprühtrockner ein trockenes Sulfat-Chlorid-Mischsalz
gebildet wird. Das Volumen der zum Sprühtrockner geförderten Flüssigkeit wird durch
das Hydratisierungswasser reduziert, das im Kühlkristallisator vom Kristallisator-Ableitstrom
entfernt wurde.
Beispiel
Einhundert (100) Tonnen Bleisäurebatterien enthalten etwa 54 t Blei
und Bleilegierungen, 2,5 t Schwefel in der Paste oder in der aktiven Masse sowie
1,4 t Schwefel als H2SO4 im Elektrolyten der Batterie.
Beim vorliegenden Verfahren beläuft sich die Schwefelmenge, die beim
Prozess in den SO2-Emissionen vom Wäscher verloren geht, auf 0,012 t
bzw. 0,3% des insgesamt eingebrachten Schwefels. Die aus dem Verfahren resultierende
Schlacke fängt 0,105 t bzw. 2,7% des eingebrachten Schwefels ab. Die zwei Kristallisatoren
gewinnen 3,78 t bzw. 97% des eingebrachten Schwefels als Produkte aus dem Wäscher
und der neutralisierten Säure zurück. Die Menge des Sulfat-Chlorid-Gemischs hängt
davon ab, wie viel Chlorid dem System zugeführt wurde, und beträgt in diesem Beispiel
schätzungsweise 0,2 t.
Folglich werden bei dem Verfahren 99,7% des in der Batterie enthaltenen
Schwefels zurückgewonnen und abgefangen – also praktisch der gesamte Schwefel
der Batterie.
1 zeigt den Verfahrensablauf als Blockdiagramm
mit mehreren Schritten. Das Verfahren beginnt damit, dass die verbrauchten Batterien
zertrümmert(1) werden und die Säure(2) für die spätere Verwendung
zurückgewonnen wird. Die zertrümmerten Batterien werden Schwimm-Sink-Aufbereitungssystemen(3)
zugeführt, wo das wiederverwertbare Polypropylen-Gehäusematerial(4) abgetrennt
wird und die bleihaltigen Materialien(5) einschließlich anderer Polymermaterialien
für den Ofen aufbereitet werden.
Im Ofen(6) werden die bleihaltigen Materialien zu metallischem
Blei(7) reduziert. Die Abgase(8) aus dem Ofen enthalten beträchtliche
Mengen SO2, Flugstaub und Chloride. Das SO2 wird nach folgender
Reaktion gebildet:
PbSO4 + C → Pb + SO2 + CO2
.
Die Gase werden gekühlt, und der Staub wird in einer Gewebefilterbaugruppe(9)
entfernt. Der Staub wird zum Ofen zurückgefördert. Die den Staubfilter verlassenden
Gase treten in einen Wäsche(10) ein, wo SO2, Chloride und
jedweder aus dem Gewebefilter mitgerissene Staub durch Kontakt mit einer alkalischen
Lösung auf NaOH- oder Na2CO3-Basis aus dem Gasstrom entfernt
werden. Die gereinigten Gase verlassen die Anlage dann über einen Schornstein(11).
Die Wäscher-Lösung(2) wird in einer Reihe von Oxidationsbehältern(3)
– wo unter hohem Druck Luft in die Wäscher-Lösung eingeblasen wird –
zu Na2SO4 oxidiert. Die Luft oxidiert Na2SO3
und andere schwefelhaltige Verbindungen zu Na2SO4. Nach der vollständigen
Oxidation wird die Na2SO4-Lösung(4) zu einem Schwermetall-Abscheidungssystem(5)
gefördert. Der pH-Wert der Lösung wird in diesem System mit der von der Batteriezertrümmerung
zurückgewonnenen H2SO4 gesenkt. Dann wird Fe2(SO4)3
als Mitfällungsmittel zugegeben und der ph-Wert in mehreren Stufen angehoben, um
die Schwermetalle auszufällen.
Die behandelte Lösung wird gefiltert(8) und der Schwermetallschlamm(17)
zum Ofen zurückgeführt. Die reine Na2SO4-Lösung(8)
wird in einen Kristallisaton(19) gefördert, wo das Wasser verdampft und
als hochreines Kondensat(20) kondensiert wird, während das Na2SO4
in Form von Kristallen mit hohem Reinheitsgrad(21) zurückgewonnen wird.
Das Kondensat kann abgelassen, als Waschwasser oder als Zusatzwasser für den Wäscher
verwendet werden.
Die umlaufende Kristallisatorlösung enthält Chloride, die sich ständig
bis zu beträchtlichen Konzentrationen anreichern, wenn sie nicht aus dem System
entfernt werden. Ein Ableitstrom(22) wird aus dem Kristallisator abgezogen
und einem Kühlkristallisator(23) zugeführt, wo durch Temperatursenkung
das Na2SO4 in der Lösung als Na2SO4·10H2O(24)
ausfällt, welches zum Kristallisator zurückgeführt wird.
Die aus dem Kühlkristallisator abgeleitete Flüssigkeit wird in einen
dritten Kristallisator – z. B. ein Sprühtrockner(25) – gefördert,
wo das Salzgemisch(26) gewonnen wird. Das Salzgemisch enthält NaCl, Na2SO4,
CaCl2, MgCl und andere im Wäscher lösliche Salze, die beim Schwermetall-Reinigungsverfahren
nicht entfernt wurden.