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Dokumentenidentifikation DE10248468A1 06.05.2004
Titel Kegelladenorgel
Anmelder Michalek, Helmut, 83071 Stephanskirchen, DE
Erfinder Michalek, Helmut, 83071 Stephanskirchen, DE
Vertreter Andrae Flach Haug, 83022 Rosenheim
DE-Anmeldedatum 17.10.2002
DE-Aktenzeichen 10248468
Offenlegungstag 06.05.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 06.05.2004
IPC-Hauptklasse G10B 1/02
IPC-Nebenklasse G10B 3/06   
Zusammenfassung Bei einer Kegelladenorgel ist ein Betätigungsmechanismus zum Betätigen von Kegelventilen (5) vorgesehen, welcher Hubschienen (13) umfasst, die unter Beibehaltung ihrer Ausrichtung vertikal zu ihrer Längsrichtung und damit in Bewegungsrichtung der Kegelventile (5) zum Öffnen und Schließen der Kegelventile (5) verschiebbar sind. Hierbei ist eine Mehrzahl von Kegelventilen (5) des gleichen Tones verschiedener Register über eine gemeinsame Hubschiene (13) betätigbar.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Kegelladenorgel mit einer Traktur zum Betätigen von in Windladen sitzenden Kegelventilen gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1 bzw. 13.

Kegelladenorgeln sind weit verbreitet. Charakteristisch für diesen Orgeltyp ist, dass für jede Orgelpfeife ein eigenes, kegelförmiges Ventil vorhanden ist, welches in den entsprechenden Registerkanzellen des zugeordneten Windladens vorgesehen ist und nach dem Öffnen den Wind von der Registerkanzelle zur Orgelpfeife freigibt.

In den 11a und 11b ist eine bekannte Windlade mit Kegelventilen, d. h. eine sogenannte Kegellade, mit mechanischer Traktur dargestellt. Über eine Abstrakte 1, welche mit einer nicht dargestellten Spieltaste verbunden ist, kann der Wellenarm 2 derart bewegt werden, dass eine Welle 4 um ihre Längsachse gedreht wird. An der Welle 4 sind mehrere Wellenarme 3 befestigt, die zusammen mit der Welle 4 geschwenkt werden. Die Wellenarme 3 stossen auf Stecher 6 der Kegelventile 5, so dass diese von der in 11b gezeigten geschlossenen Stellung in die in 11a gezeigte Öffnungsstellung hochgedrückt werden. In der Öffnungsstellung werden Windführungen 8, die zu den Orgelpfeifen 11 führen, geöffnet, so dass Wind von den Registerkanzellen 7 zu den Orgelpfeifen 11 strömen kann. Dabei werden die sich im Windladen befindlichen Stecherdurchführungen mittels Konterventilen 12 abgedichtet. Die Kegelventile 5 werden mittels Führungsstifte 9 geführt. Wird die Spieltaste losgelassen, wird das Kegelventil 5 selbständig aufgrund des Winddrucks in den Registerkanzellen 7 in die Schliessstellung zurückgedrückt.

Wird bei dieser bekannten Kegellage eine Taste angeschlagen, wird diese Bewegung in eine Drehbewegung der ganzen Welle 4 verwandelt, die ihrerseits alle Kegelventile 5 des gleichen Tones verschiedener Register anhebt. Es dreht sich immer die ganze, in der Regel ca. 1 m lange Welle mit den daran befestigten Wellenarmen 3, auch wenn nur ein Register gezogen ist. Aufgrund dessen ist diese Tonsteuerung relativ umständlich und schwerfällig.

Neben derartigen mechanisch gesteuerten Kegelladen sind auch häufig pneumatische und elektropneumatische Orgeln im Einsatz. Pneumatische Orgeln weisen jedoch häufig eine unpräzise Funktion aufgrund der pneumatischen Traktur auf, die durch den Verlust an Winddruck in den langen, engen Bleiröhren und durch die dazwischengeschalteten Relais eine Verzögerung mit sich bringt. Bei den elektropneumatischen Orgeln hat man versucht, die Präzision pneumatischer Orgeln durch Elektrifizierung der Traktur zu verbessern. Auch bei derartigen Trakturen sind jedoch Verzögerungen vorhanden, so dass sie nicht dieselbe präzise Spielweise wie neue, mechanische Schleifladenorgeln erlauben. Sind daher pneumatische oder elektropneumatische Orgeln nicht mehr funktionsfähig, werden diese häufig abgerissen und durch neue, mechanische Schleifladenorgeln ersetzt, obwohl Windladen und Pfeifenwerk noch völlig intakt sind. Dies ist jedoch mit hohem finanziellen Aufwand verbunden, den sich viele Pfarreien nicht oder kaum leisten können.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Kegelladenorgel mit einer Kegelladensteuerung zu schaffen, die eine möglichst direkte, präzise Spielweise ermöglicht und darüber hinaus relativ einfach und kostengünstig herzustellen ist.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruches 1 gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung sind in den weiteren Ansprüchen beschrieben.

Bei der erfindungsgemäßen Kegelladenorgel umfasst der Betätigungsmechanismus Hubschienen, die unter Beibehaltung ihrer Ausrichtung vertikal zu ihrer Längsrichtung und damit in Bewegungsrichtung der Kegelventile zum Öffnen und Schließen der Kegelventile verschiebbar sind, wobei eine Mehrzahl von Kegelventilen des gleichen Tones verschiedener Register über eine gemeinsame Hubschiene betätigbar ist.

Die erfindungsgemäßen Hubschienen sind somit parallel zu den Windladen angeordnet und werden derart von den Hubelementen bewegt, dass sie sich auf die zugeordnete Windlade zu- bzw. von dieser wegbewegen und dabei gleichzeitig die zugeordneten Kegelventile betätigen. Im Gegensatz zur bekannten Welle ist somit keine Rotationsbewegung der Welle und entsprechende Schwenkbewegung der daran befestigten Wellenarme für die Bewegung der Kegelventile ausschlaggebend, sondern eine transatorische Bewegung der gesamten Hubschiene in Richtung des Windladens. Die neuartige Traktur ist dabei präziser als pneumatische oder elektropneumatische Trakturen. Es gibt keine Verzögerungen, da die Hubelemente direkt an der Hubschiene angreifen und somit kein Leerlauf vorhanden ist. Wie bei einer mechanischen Schleiflade wirkt der Impuls des Spielers direkt auf das Kegelventil. Der Spieler steht in direkter Verbindung mit dem Kegelventil, ohne dass das Öffnen der Kegelventile durch das Zwischenglied der Pneumatik oder Elektropneumatik beeinflusst werden würde. Durch den Druck, den der Wind auf das Kegelventil ausübt und den der Spieler beim Anschlag der Taste durch Fingerkraft überwinden muss, ist, da mehrere Ventile durch eine Hubschiene beaufschlagt werden, der Widerstand gegen die Finger, d. h. der Druckpunkt, sogar in erwünschter Weise sogar etwas größer als bei der mechanischen Schleifladentraktur.

Weiterhin ist es aufgrund der neuen Kegelladentraktur nicht mehr nötig, eine pneumatische oder elektropneumatische Kegelladenorgel abzureissen und durch eine neue, mechanische Schleifladenorgel zu ersetzen, obwohl Windladen und Pfeifenwerk noch völlig intakt sind. Derartige Orgeln können nunmehr nachgerüstet werden und bieten dann den selben Spielkomfort wie eine mechanische Schleifladenorgel. Dies ist ein erheblicher finanzieller Vorteil.

Die neue Kegelladentraktur ist vor allem für das Pedalwerk von Vorteil, da es dort, wo in der Regel nur wenige Pedalregister (1 – 4 Register) vorhanden sind, es besonders kostenaufwendig ist, eine Schleiflade zu konstruieren, obwohl im Pedal eine Kegellade den gleichen Zweck erfüllt, ja sogar für diese tiefen Töne klanglich von Nutzen ist. Während mechanische Schleifladen heizungs- und feuchtigkeitsempfindlich sind, sind Kegelladen aufgrund ihrer Bauweise gegen diese Einflüsse sehr immun.

Ein besonderer Vorteil des erfindungsgemäßen Betätigungsmechanismus liegt darin, dass die Kegelventile an den Hubschienen befestigt werden können. Auf diese Weise ist es möglich, die Kegellade nicht nur so anzuordnen, dass die Kegelventile und die Hubschienen unterhalb des Windladens angeordnet sind, sondern auch oberhalb des Windladens, da durch die Befestigung der Kegelventile an den Hubschienen keine Gefahr besteht, dass die Kegelventile aufgrund ihrer Schwerkraft nach unten fallen und die zugeordneten Windführungen zu den Orgelpfeifen unbeabsichtigt öffnen.

Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung bestehen die Hubschienen aus leichten Metallschienen, insbesondere Aluminiumschienen, mit U-förmigem Querschnitt. Hierdurch wird die in Bewegung zu versetzende Masse der Traktur verringert, was sich ebenfalls vorteilhaft auf eine leichtgängige, präzise Spielweise auswirkt.

Zweckmässigerweise sind die Hubschienen an den Windladen verschiebbar gehaltert und geführt, was beispielsweise durch Führungsstifte erfolgen kann, die in den Endbereichen der Hubschienen angeordnet sind. Durch diese Führungsstifte wird die Hubschiene im Lot gehalten.

Vorteilhafterweise greifen an den Endbereichen der Hubschienen Federn an, die einerseits mit den Hubschienen und andererseits mit den Windladen gekoppelt sind. Derartige Federn dienen zur Stabilisierung der Hubschiene.

Vorteilhafterweise bestehen die Hubelemente, die die Hubschienen bewegen, aus mechanischen Hebelelementen, welche jeweils um eine quer zur Hubschiene verlaufende Schwenkachse schwenkbar sind und an den zugeordneten Hubschienen auf der den Kegelventilen gegenüberliegenden Seite anliegen. Vorteilhafterweise bestehen dabei diese Hubelemente aus Exzenterscheiben, die um eine mittige Schwenkachse schwenkbar sind. Alternativ hierzu ist es jedoch auch möglich, andere Hubelemente, beispielsweise elektromagnetische Hubelemente, zur Bewegung der Hubschienen zu verwenden.

Vorteilhafterweise weisen die Hebelelemente end- oder randseitig angeordnete Wälzkörper oder Gleitmittel, beispielsweise in Form von reibungsvermindernden Beschichtungen, zur Herabsetzung der Reibung zwischen Hebelelement und Hubschiene auf.

Für sehr kurze Hubschienen kann es vorteilhaft sein, wenn für eine Hubschiene zwei Hebelelemente vorgesehen sind, von denen nur eines mit dem Trakturabzug verbunden und dieses eine Hubelement mit dem anderen Hubelement derart zwangsgekoppelt ist, dass die Bewegung des einen Hubelements eine entsprechende Bewegung des anderen Hubelements bewirkt. Beispielsweise kann an einem Hubelement ein Mitnehmerzapfen vorgesehen sein, der mit einer Kulissenführung des anderen Hubelements zusammenwirkt. Eine derartige Anordnung benötigt nur einen sehr geringen Platzbedarf.

Weiterhin wird die eingangs genannte Aufgabe durch eine Kegelladenorgel gemäß Anspruch 13 gelöst. Bei einer derartigen Kegelladenorgel umfasst der Betätigungsmechanismus eine Vielzahl von unabhängig voneinander bewegbaren Hubelementen, mit denen Kegelventile des gleichen Tones verschiedener Register direkt und unabhängig voneinander betätigbar sind. Es handelt sich hierbei somit um eine individuelle, voneinander unabhängige Ansteuerung der Kegelventile, so dass insbesondere dann, wenn nur wenige Register gezogen sind, beim Anschlagen eines Tones nur sehr geringe Massen bewegt werden müssen. Außerdem ist auch hier eine sehr direkte, verzögerungsfreie Spielweise gewährleistet.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnungen beispielhaft näher erläutert. Es zeigen:

1: eine schematische Darstellung einer Kegellade mit erfindungsgemäßer mechanischer Traktur,

2: eine Darstellung ähnlich 1 in Seitenansicht,

3: eine perspektivische Darstellung der Kegellade von 2,

4a, 4b: eine Draufsicht bzw. Seitenansicht auf zwei Hubelemente mit Schenkelhalterung und Halteschiene,

5: ein Hubelement in Einzeldarstellung,

6: eine alternative Ausführungsform zweier miteinander gekoppelter Hubelemente,

7: eine schematische Darstellung eines Hubelements zur direkten Betätigung eines Kegelventils,

8: eine weitere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Betätigungsmechanismus; wobei das vordere Hubelement betätigt wird,

9: den Betätigungsmechanismus von 8, wobei das hintere Hubelement betätigt wird,

10: den Betätigungsmechanismus von 9 aus einer anderen Perspektive, und

11a, 11b: eine Seitenansicht bzw. Vorderansicht einer Kegellade gemäß dem Stand der Technik.

In den 1 bis 3 ist eine Kegellade 10 mit einer Mehrzahl von Kegelventilen 5 angedeutet. Die Kegelventile 5 ragen in die einzelnen, nicht näher dargestellten Registerkanzellen der Windlade 10 hinein und stehen nach unten über die Windlade 10 vor.

Unterhalb der Windlade 10 und parallel zu dieser ist eine Hubschiene 13 angeordnet. Wie ersichtlich, sind in der Praxis normalerweise mehrere Hubschienen 13 nebeneinander angeordnet. Die Hubschienen 13 bestehen beispielsweise aus etwa 1 cm breiten Aluminiumschienen mit U-förmigem Querschnitt, wobei die offene Seite nach oben zeigt. Die unteren Enden der Kegelventile ragen zwischen die beiden Schenkel der U-förmigen Hubschiene 13 hinein und sind dort beispielweise mittels Querstifte befestigt.

Jede Hubschiene 13 ist in ihren Endbereichen an Führungsstiften 14 verschiebbar gelagert. Die Führungsstifte 14 sind an ihrem oberen Ende am Windladen 10 befestigt und erstrecken sich von dort senkrecht nach unten. Die Hubschienen 13 haben entsprechende Durchgangsbohrungen, durch welche die Führungsstifte 14 hindurchragen. Am unteren Ende der Führungsstifte 14 sind Auflageelemente 15 befestigt, welche die Hubschiene 13 untergreifen und einen Endanschlag bilden. Die Auflageelemente 15 können mittels Federn 16 elastisch abgestützt sein.

Weiterhin sind zwischen der Windlade 10 und der Hubschiene 13 zwei Federn 17 vorgesehen, die ebenfalls in den Endbereichen der Hubschiene 13 und damit in der Nähe der Führungsstifte 14 vorgesehen sind. Die Federn 17 sind als Schenkelfedern ausgebildet und üben eine geringe Vorspannkraft auf die Hubschiene 13 aus, die damit etwas vom Windladen 10 weggedrückt wird. Die Federn 17 dienen der Stabilisierung der Hubschiene 13 und unterstützen die Schliesskraft der Kegelventile 5.

Die Hubschienen 13 sind somit derart am Windladen 10 verschiebbar geführt, dass sie in Richtung der Doppelpfeile 18, d. h. in Öffnungs- bzw. Schliessrichtung der Kegelventile 5, verschiebbar sind, wobei sie parallel zum Windladen 10 ausgerichtet bleiben.

Die Verschiebung einer jeden Hubschiene 13 erfolgt mittels zweier Hubelemente 19, die auf der unteren Seite der Hubschiene 13, d. h. auf der den Kegelventilen 5 abgewandten Seite der Hubschiene 13, angeordnet sind. Weiterhin weisen die Hubelemente 19 einen derartigen Abstand voneinander auf, dass die Hubschiene 13, welche auf den Hubelementen 19 aufliegt, von diesen kippfrei und parallel zur Windlade 10 hochgehoben werden kann. Beide Hubelemente 19 einer bestimmten Hubschiene 13 sind identisch ausgebildet.

Die Hubelemente 19 sind als Exzenterscheiben ausgebildet, welche um eine mittige Schwenkachse 20 schwenkbar sind. Die Schwenkachse 20 erstreckt sich quer zur Längsrichtung der Hubschiene 13. Das Schwenken der Hubelemente 19 erfolgt mittels Abstraktenabschnitte 21a, 21b in der Form von Zugstangen, die am unteren Ende der Hubelemente 19 angelenkt sind. Der Abstraktenabschnitt 21b ist über ein L-förmiges Winkelelement 22 mit einem Abstraktenabschnitt 21c verbunden, der wiederum mit einer Spieltaste oder einem Spielpedal 23 gekoppelt ist. Wird die Spieltaste 23 nach unten gedrückt, schwenkt das Winkelelement 22 im Uhrzeigersinn und zieht dadurch die Abstraktenabschnitte 21a, 21b nach rechts, wodurch sich die Hubelemente 19 im Gegenuhrzeigersinn drehen. Zur Winkelfeineinstellung können weiterhin in den Abstraktenabschnitten 21a, 21b Längeneinstellelemente 24 zur Längenveränderung der Abstraktenabschnitte 21a, 21b vorgesehen sein.

Die in der Figur. 1 dargestellten Hubelemente 19 sind in 5 vergrössert dargestellt. Das Hubelement 19 weist einen kreisscheibenförmigen Grundkörper 25 mit einem sich nach unten erstreckenden Vorsprung 26 auf. Im Vorsprung 26 sind die Abstraktenabschnitte 21a, 21b festgelegt. Um die Schwenkachse 20 ist ein Verbindungssegment 27 schwenkbar gelagert, das in der Seitenansicht eine im wesentlichen rechtwinklige Form aufweist und mit einem Eckenbereich 27a über den Aussenumfang des Grundkörpers 25 vorragt. Im Eckenbereich 27a ist ein Wälzkörper 28 in der Form eines kleinen Rädchens drehbar gelagert, dessen Aussenumfang über denjenigen des Verbindungssegments 27 vorragt. Der Wälzkörper 28 liegt an der Unterseite der Hubschiene 13 an. In einem randnahen Bereich des Grundkörpers 25 ist ein umlaufender Kreis von Gewindebohrungen 29 vorgesehen, während im Verbindungssegment 27 eine Mehrzahl von Durchgangsbohrungen 30 eingebracht sind, welche mit den Gewindebohrungen 29 zur Überdeckung gebracht werden können. Befindet sich das Verbindungssegment 27 in der gewünschten Winkelstellung relativ zum Grundkörper 25, werden Schrauben 31 durch die Durchgangsbohrungen 30 hindurch in die Gewindebohrungen 29 eingeschraubt, wodurch die Winkelstellung des Verbindungssegments 27 relativ zum Grundkörper 25 arretiert wird. Auf diese Weise kann das Verbindungssegment 27 in unterschiedlichen Winkelstellungen relativ zum Grundkörper 25 festgelegt werden. In jedem Fall kommen jedoch hierbei nur solche Winkelstellungen in Betracht, bei denen während des Anhebens der Hubschiene 13 lediglich der Wälzkörpers 28, nicht jedoch der Grundkörper 25 mit der Hubschiene 13 in Kontakt ist.

Der Wälzkörper 28 dient zur Verminderung der Reibung zwischen Hubelement 19 und Hubschiene 13. Alternativ ist es jedoch ohne weiteres möglich, anstelle eines Wälzkörpers 28 eine reibungsvermindernde Beschichtung an der Kontaktstelle des Hubelements 19, das üblicherweise aus Metall besteht, vorzusehen. Weiterhin ist es auch ohne weiteres möglich, anstelle der in 5 dargestellten zweiteiligen Ausgestaltung ein einteiliges Hubelement 19 vorzusehen, an dem der Kontaktabschnitt einstöckig angeformt ist.

Das in 1 rechts dargestellte Hubelement 19 steht sowohl mit dem Abstraktenabschnitt 21a als auch mit dem Abstraktenabschnitt 21b in Verbindung, so dass eine Zwangskoppelung der Schwenkbewegung zwischen den beiden Hubelementen 19 gewährleistet ist.

Wie erkennbar, wird die Hubschiene 13 durch den Wälzkörper 28 angehoben, wenn die Hubelemente 19 im Gegenuhrzeigersinn gedreht werden.

Die 6 ist eine alternative Ausführungsform zweier zusammenwirkender Hubelemente 19' dargestellt, die für sehr kurze Hubschienen 13 verwendet werden können. Wie ersichtlich, überlappen sich die beiden Hubelemente 19', so dass ein Mitnehmerzapfen 32, der an einem Hubelement 19' befestigt ist, in eine Kulissenführung 33 des anderen Hubelements 19' eingreifen kann. Mitnehmerzapfen 32 und Kulissenführung 33 sind derart zwischen den beiden Schwenkachsen 20 angeordnet, dass bei der Schwenkbewegung des einen Hubelements 19' automatisch das andere Hubelement 19' mitgeschwenkt wird. Im dargestellten Ausführungsbeispiel wird lediglich das rechte Hubelement 19' mittels des Abstraktenabschnitts 21a direkt bewegt, während das linke Hubelement 19' über die Kulissenführung 33 automatisch mitgewegt wird. Die Anordnung ist derart getroffen, dass sich die Kontaktabschnitte der Hubelemente 19', an denen die Hubschiene 13 aufliegt, um das gleich Mass nach oben oder unten bewegen, wenn die Hubelemente 19' geschwenkt werden.

Wie aus den 3, 4a, 4b ersichtlich, sind die Hubelemente 19 über Schenkelhalterungen 34, Verbindungstücke 35, Halteschienen 36 und Befestigungsstreben 37 am Windladen 10 gehaltert. Die Schenkelhalterungen 34 weisen dabei über einen rückseitigen Führungsabschnitt 38 vorstehende, zinkenartige Schenkel 39 auf, welche sich beidseits eines jeden Hubelements 19 bis über die Achse 40 der Hubelemente 19 hinaus erstrecken. Die Anzahl der Schenkel 39 hängt von der Anzahl der Hubelemente 19 ab. Wird von einer Schenkelhalterung 34 nur ein einziges Hubelement 19 gehalten, sind zwei beidseits des Hubelements 19 angeordnete Schenkel 39 vorgesehen. Bei zwei Hubelementen 19, wie in 4a dargestellt, sind drei Schenkel 39 vorgesehen. Allgemein ausgedrückt, ist die Anzahl der Schenkel 39 um eins höher als die Anzahl der Hubelemente 19. Die Achse 40 der Hubelemente 19 liegt frei in Lagerkerben 41, die an der Oberseite der Schenkel 39 in deren Endbereichen vorgesehen sind. Dadurch, dass die Hubschiene 13 auf das Hubelement 19 drückt, liegt die Achse 40 fest in den Lagern 41, so dass im Normalfall keine zusätzlichen Abhebsicherungen erforderlich sind. Selbstverständlich kann eine derartige Abhebsicherung vorgesehen werden, falls diese erforderlich sein sollte.

Der Führungsabschnitt 38 der Schenkelhalterung 34 ist, wie aus 4a ersichtlich, schwalbenschwanzähnlich ausgebildet und in einer entsprechend gestalteten vertikalen Führungsnut 42 des Verbindungsstücks 35 in vertikaler Richtung verschiebbar gelagert. Die Höhenposition der Schenkelhalterung 34 relativ zum Verbindungsstück 35 wird durch eine als Spindel wirkende, vertikale Niveauregulierschraube 43 eingestellt, welche oben, wie aus 4b ersichtlich, in einem quer verlaufenden Hohlprofil 44 und unten im Verbindungsstück 35 drehbar gelagert ist und sich durch eine vertikale Gewindebohrung 47 der Schenkelhalterung 34 erstreckt.

Das Verbindungsstück 35 weist ferner eine horizontale Durchgangsöffnung 45 auf, durch die sich die im Querschnitt rechtwinklige Halteschiene 36 hindurch erstreckt. Das Verbindungsstück 35 wird über eine Klemmschraube 46 an der Halteschiene 36 gehalten.

Die beiden Befestigungsstreben 37 erstrecken sich, wie aus 3 ersichtlich, von beiden Seiten des Windladens 10 aus parallel nach unten und nehmen in ihrem unteren Endbereich die beiden Enden der Halteschiene 36 auf. Die einem Windladen 10 zugeordneten Hubschienen 13 und das Verbindungsstück 35 befinden sich somit zwischen einem Befestigungsstrebenpaar.

Aus 3 ist weiterhin erkennbar, dass für jedes Paar von Hubelementen 19, welches einer bestimmten Hubschiene 13 zugeordnet ist, eigene Abstraktenabschnitte 21a, 21b zum Schwenken der Hubelemente verwenden werden.

Während anhand der 1 bis 6 ein Ausführungsbeispiel einer Kegellade gezeigt ist, bei der die Kegelventile 5 und insbesondere auch Hubschienen 13 und Hubelemente 19, 19' unterhalb der Windladen 10 angeordnet sind, ist es auch ohne weiteres möglich, den erfindungsgemäßen Betätigungsmechanismus oberhalb der Windladen 10 vorzusehen, falls sich auch die Kegelventile 5 von den Windladen 10 nach oben erstrecken. In diesem Fall sind die Kegelventile 5 zweckmäßigerweise mit den Hubschienen 13, beispielsweise mittels Querstifte, zwangsgekoppelt, so dass ein unbeabsichtigtes Absenken der Kegelstifte 5 vermieden wird.

Aus 7 ist ein alternativer Betätigungsmechanismus für Kegelventile 5 ersichtlich, bei dem die Kegelventile 5 ohne Zwischenschaltung einer Hubschiene 13 direkt durch das Hubelement 19 betätigt werden. Der gesamte Betätigungsmechanismus umfasst somit eine Vielzahl von unabhängig voneinander bewegbaren Hubelementen 19, mit denen Kegelventile 5 des gleichen Tones verschiedener Register direkt und unabhängig voneinander betätigbar sind. Bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel besteht das Hubelement 19 wiederum aus einer Exzenterscheibe, die in gleicher oder ähnlicher Weise, wie in den 1 bis 6 dargestellt, aufgebaut sein kann. Bei der technischen Lösung gemäß 7 liegt jedoch das freie Ende des Kegelventils 5 direkt am Hubelement 19 an. Das Kegelventil 5 kann damit in gleicher Weise wie die Hubschiene 13 in vertikaler Richtung bewegt werden. Das Hubelement 19 ist auf einem horizontalen Schenkel einer an der Unterseite des Windladens 10 befestigten Halterung 48 schwenkbar gelagert. Zweckmäßigerweise besteht die Halterung aus zwei parallelen, voneinander etwas beabstandeten Haltearmen, zwischen denen das Hubelement 19 angeordnet ist. Die quer verlaufende Schwenkachse 40 des Hubelements 19 liegt dabei wiederum in Lagerkerben 41 der Halterung 48.

Wird die Abstrakte 1 nach rechts gezogen, dreht sich das Hubelement 19 im Gegenuhrzeigersinn, wodurch der exzentrische Eckenbereich 27a des Hubelements 19 das Kegelventil 5 nach oben drückt und dieses öffnet.

Aus den 8 bis 10 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel eines Betätigungsmechanismus ersichtlich, bei dem die grundlegende Forderung verwirklicht werden kann, dass ein und dasselbe Kegelventil 5 sowohl vom Manual als auch vom Pedal her zu öffnen ist. Bei dieser Ausführungsform sind zwei Hubelemente 19, 19.1 parallel nebeneinander angeordnet, wobei das Hubelement 19 über eine Traktur 21 mit dem Manual und das Hubelement 19.1 über eine Traktur 21.1 mit dem Pedal in Verbindung steht.

Anhand der 9 und 10 wird zunächst die Betätigung des Kegelventils 5 über das Manual beschrieben. Hierbei wird der Impuls des Fingers über die Traktur 21 auf das Hubelement 19 übertragen, das in der vorstehend beschriebenen Weise die Hubschiene 13 anhebt. Diese Bewegung wirkt über eine Filzdämpfung 49' auf eine waagerechte Auflagefläche eines Gleitelementes 49, das vorzugsweise aus Messing besteht. An einem Vertikalarm 50 des Gleitelementes 49 befinden sich beidseits vorstehende Querriegel 51, die von unten her gegen einen Gleitblock 52 drücken, der auf das untere Ende der Achse des Kegelventils 5 aufgeschraubt ist. Durch diese Bewegung wird das Kegelventil 5 nach oben gedrückt und geöffnet.

Unabhängig vom Hubventil 19 und Gleitelement 49 kann das Kegelventil 5 auch über das dem Pedal zugeordnete Hubelement 19.1 und ein Gleitelement 49.1 betätigt werden. Das Gleitelement 49.1 ist ganz ähnlich zum Gleitelement 49 ausgebildet und wird vom Hubelement 19.1 über ein Zwischenstück 53 beaufschlagt. Wird das Hubelement 19.1 über das Pedal und die Traktur 21 betätigt, wie aus 8 ersichtlich, hebt das Hubelement 19.1 das mit dem Gleitelement 49.1 fest verschraubte Zwischenstück 53 und damit den Vertikalarm 50.1 mit den Querriegeln 51.1 an. Die Querriegel 51.1 drücken von unten wieder gegen den Gleitblock 52, wodurch das Kegelventil 5 geöffnet wird.

Da die Vertikalarme 50, 50.1 verschiebbar im Gleitblock 52 angeordnet sind, können sich die Gleitelemente 49, 49.1 unabhängig voneinander bewegen. Wird daher das Gleitelement 49 angehoben, bleibt das Gleitelement 49.1 in der Ausgangsstellung, und umgekehrt.


Anspruch[de]
  1. Kegelladenorgel mit einer Traktur zum Betätigen von in Windladen (10) sitzenden Kegelventilen (5), die mittels eines Betätigungsmechanismus in eine vom Ventilsitz abgehobene Öffnungsstellung bringbar sind, in der Wind von einer zugeordneten Registerkanzelle zu einer Orgelpfeife (11) strömt, dadurch gekennzeichnet, dass der Betätigungsmechanismus Hubschienen (13) umfasst, die unter Beibehaltung ihrer Ausrichtung vertikal zu ihrer Längsrichtung und damit in Bewegungsrichtung der Kegelventile (5) zum Öffnen und Schliessen der Kegelventile verschiebbar sind, wobei eine Mehrzahl von Kegelventilen (5) des gleichen Tones verschiedener Register über eine gemeinsame Hubschiene (13) betätigbar ist.
  2. Kegelladenorgel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass jede Hubschiene (13) durch mindestens ein Hubelement (19, 19') bewegt wird, das mit einem Trakturabzug gekoppelt ist.
  3. Kegelladenorgel laut Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Hubschienen (13) aus leichten Metallschienen, insbesondere Aluminiumschienen, mit U-förmigem Querschnitt bestehen.
  4. Kegelladenorgel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Hubschienen (13) an den Windladen (10) verschiebbar gehaltert und geführt sind.
  5. Kegelladenorgel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an den Endbereichen der Hubschienen (13) Federn (17) angreifen, die einerseits mit den Hubschienen (13) und andererseits mit den Windladen (10) gekoppelt sind.
  6. Kegelladenorgel nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Hubelemente (19, 19') aus mechanischen Hebelelementen bestehen, welche jeweils um eine quer zur Hubschiene (13) verlaufende Schwenkachse (20) schwenkbar sind und an den zugeordneten Hubschienen (13) auf der den Kegelventilen (5) gegenüberliegenden Seite anliegen.
  7. Kegelladenorgel nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Hubelemente (19, 19') aus Exzenterscheiben bestehen, die um eine mittige Schwenkachse (20) schwenkbar sind.
  8. Kegelladenorgel nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Hebelelemente end- oder randseitig angeordnete Wälzkörper (28) oder Gleitmittel zur Herabsetzung der Reibung zwischen Hebelelement und Hubschiene (13) aufweisen.
  9. Kegelladenorgel nach einem der Ansprüche 2 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass für eine Hubschiene (13) zwei Hubelemente (19') vorgesehen sind, von denen nur eines mit dem Trakturabzug verbunden und dieses eine Hubelement (19') mit dem anderen Hubelement (19') derart zwangsgekoppelt ist, dass die Bewegung des einen Hubelements (19') eine entsprechende Bewegung des anderen Hubelements (19') bewirkt.
  10. Kegelladenorgel nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass an einem Hubelement (19') ein Mitnehmerzapfen (32) vorgesehen ist, der mit einer Kulissenführung (33) des anderen Hubelements (19') zusammenwirkt.
  11. Kegelladenorgel nach einem der Ansprüche 2 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die einer Hubschiene (13) zugeordneten Hubelemente (19, 19') durch eine vorzugsweise längenverstellbare Betätigungsstange verbunden sind, die Teil einer Abstrakte ist.
  12. Kegelladenorgel nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Betätigungsstange über einen Winkelhebel (22) mit dem anschliessenden Abstraktenabschnitt (21c) verbunden ist.
  13. Kegelladenorgel mit einer Traktur zum Betätigung von in Windladen (10) sitzenden Kegelventilen (5), die mittels eines mechanischen Betätigungsmechnismus in eine vom Ventilsitz abgehobene Öffnungsstellung bringbar sind, in der Wind von einer zugeordneten Registerkanzelle zu einer Orgelpfeife (11) strömt, dadurch gekennzeichnet, dass der Betätigungsmechanismus eine Vielzahl von unabhängig voneinander bewegbaren Hubelementen (19) umfasst, mit denen Kegelventile (5) des gleichen Tones verschiedener Register unabhängig voneinander betätigbar sind.
  14. Kegelladenorgel nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Hubelemente (19) aus Exzenterscheiben bestehen, die um eine mittige Schwenkachse (20) schwenkbar sind.
  15. Kegelladenorgel nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Exzenterscheiben randseitig angeordnete Wälzkörper (28) oder Gleitmittel zur Herabsetzung der Reibung zwischen Exzentscheibe und Kegelventil (5) aufweisen.
  16. Kegelladenorgel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Hubelemente (19, 19') an Schenkelhalterungen (34) gelagert sind, welche jeweils mindestens zwei, sich beidseits des Hubelements (19, 19') erstreckende Schenkel zur Lagerung der Hubelement-Achsen (40) aufweisen.
  17. Kegelladenorgel nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Schenkelhalterungen (34) an quer zur Windladenlängsrichtung verlaufenden Halteschienen (36) höhenverstellbar befestigt sind, wobei die Halteschienen (36) über Aufhängeelemente (37) an den Windladen (10) befestigt sind.
  18. Kegelladenorgel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an der Achse des Kegelventils (5) ein Gleitblock (52) befestigt ist, in dem zwei Gleitelemente (49, 49.1) senkrecht beweglich gelagert sind, wobei der Gleitblock (52) mittels an den Gleitelementen (49, 49.1) befestigten Querriegeln (51, 51.1) bewegbar ist.
  19. Kegelladenorgel nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass das Gleitelement (49) eine waagerechte Auflagefläche aufweist, die mittels einer Filzdämpfung (49') auf der Hubschiene (13) des Manuals aufliegt, und dass das dem Pedal zugeordnete Gleitelement (49.1) über ein am Gleitelement (49.1) befestigtes Zwischenstück (53) vom Hubelement (19.1) des Pedals betätigt wird.
Es folgen 7 Blatt Zeichnungen






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