Die Erfindung betrifft eine Radialkolbenpumpe mit mehreren in einem
Pumpengehäuse vorgesehenen Zylinderbohrungen für die Aufnahme von federbelasteten
Kolben, die sternförmig um einen Exzenter angeordnet sind. Auf dem Exzenter sind
zum reibungsfreien Antrieb der Kolben zwei Gleitringe vorgesehen, zwischen welchen
eine Ringfeder zur Dämpfung von Druckspitzen in radialer Richtung vorgesehen ist.
Die Druckräume der Kolben stehen über Auslassventile mit einem Verbraucher in Verbindung.
Radialkolbenpumpen an sich haben den durch ihr Arbeitsprinzip bedingten
Vorteil, dass der Förderstrom ab einer mittleren Drehzahl von zum Beispiel 1 600
U/min durch die Ansaugdrosselung begrenzt ist. Oberhalb dieser Drehzahl ist der
Kolbeninnenraum nicht mehr vollständig gefüllt. Dies bedeutet, dass der Förderbeginn
von der Füllung abhängig ist, nachdem der Kolben seine zugehörige Saugöffnung verschlossen
hat. Beim Förderbeginn trifft der Kolben daher mit drehzahlabhängiger Geschwindigkeit
auf die eingeschlossene Ölsäule auf und schiebt das Öl über ein als umlaufende Bandfeder
ausgeführtes Rückschlagventil, das alle Auslassbohrungen der Kolben verschließt,
in einen mit dem Verbraucher verbundenen Sammelkanal aus. Da der Kolben nicht mit
der Geschwindigkeit Null zu fördern beginnt, entsteht ein starker Druckstoß im Kolbeninnenraum.
Die durch einen solchen Druckstoß erzeugte Druckspitze übersteigt den Auslassdrück
im Sammelkanal um ein Mehrfaches. Die Druckstöße verstärken sich prinzipbedingt
mit steigender Drehzahl. Die Druckstöße sämtlicher Kolben regen einen Körperschall
an, der über die Gehäusewand als Luftschall abgestrahlt wird.
Eine in ein Getriebe eingebaute Radialkolbenpumpe dieser Bauart ist
bereits aus der DE 43 36 673 C2
bekannt.
Eine dort gezeigte Ausführungsform dieser Ringfeder hat die Form eines
regelmäßigen Polygonzuges und kann Druckstöße in radialer Richtung aufnehmen. Die
Flankenlängen der Ringfeder sind über dem gesamten Umfang gleich und damit auch
der Winkelabstand, unter dem die Flanken verteilt sind. An einer Flanke ist die
Ringfeder unterbrochen, da sie vorteilhafterweise aus Bandmaterial hergestellt wird
und ausserdem dadurch leichter zu montieren ist. Dies nennt man das Schloß der Feder.
Ringfedern dieser Bauart nehmen Druckstöße in radialer Richtung auf.
Die Kolben der Pumpe stützen sich auf dem Exzenter federnd ab, so dass sie bei Beginn
des Ausschiebens einfedern können. Auf diese Weise lassen sich die Druckspitzen
vermindern, die beim Auftreffen der Kolben auf die Ölsäule entstehen
Durch das Schloß wird aber die Federrate stark verringert, die Federrate
ist über den Umfang verteilt also ungleichmäßig. (Die Federrate beschreibt die Federkraftzunahme
je mm Federweg). Außerdem treten an den der unterbrochenen Flanke benachbarten Ecken
sehr hohe Spannungen auf. Diese beiden Eigenschaften führen zu einer reduzierten
Geräusch- und Spannungsstoßdämpfung durch die Ringfeder. Durch die ungleichmäßige
Spannungs- und Federratenverteilung ist das Bauteil nur unter Verlust der gewünschten
funktionalen Eigenschaften dauerfest dimensionierbar.
Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe besteht darin, eine Radialkolbenpumpe
zu entwickeln, bei welcher die Geräusch- und Druckstoßspitzen weiter verringert
werden.
Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe wird durch eine Radialkolbenpumpe
mit den Merkmalen des Hauptanspruchs gelöst.
Das Hauptmerkmal der neuartigen Pumpe besteht darin, dass das zwischen
den beiden Gleitringen eingebaute Dämpfungsglied aus einer Ringfeder in Form eines
unregelmäßigen Polygonzuges besteht, und dass die Flankenlänge der unterbrochenen
Flanke geringer ist als die der übrigen Flanken. Dadurch wird erreicht, dass die
Lebensdauer wie auch die Bauteilfunktion der Ringfeder wesentlich verbessert werden.
Die erfindungsgemäße Ringfeder berührt abwechselnd mit ihrer Innen-
oder Außenseite entsprechend den inneren oder am äußeren Gleitring. Genauer gesagt
kontaktiert die Ringfeder an ihren äußeren Ecken mit dem äußeren Gleitring und an
ihren Innenseiten der Flanken mit dem inneren Gleitring. Wesentlich für die erfindungsgemäße
Lösung ist, dass die Flankenlängen des Polygonzuges ungleichmäßig lang ausgeführt
sind, ins besondere die Länge der unterbrochenen Flanke geringer ist als die der
übrigen Flanken. Damit sind auch die Ecken des Polygonzuges mit einem ungleichmäßigen
Winkelabstand über den Umfang verteilt.
Diese Ringfeder ist vorteilhafterweise an einer Seite geöffnet ausgeführt,
damit sie einerseits aus Bandmaterial einfach zu fertigen und andererseits leicht
zu montieren ist.
Die Funktionseigenschaften der Ringfeder steht in direktem Zusammenhang
mit ihrer Breite und Blechstärke d. Vor allem durch die Blechstärke wird die Federrate
und die Lebensdauer der Ringfeder stark beeinflußt. Im Schloßbereich führt die Unterbrechung
einer Flanke, die als klassischer Biegebalken angesehen werden kann, zu äußerst
hohen Spannungen an den beiden benachbarten Ecken. Weiterhin ist die Federrate im
Schloßbereich kleiner als an den durchgehenden Flanken. Dies führt über den Umfang
der Feder zu einer ungleichmäßigen Dämpfung der Geräusch- und Druckspitzen. Durch
die ungleichmäßige Spannungs- und Federratenverteilung sind die bisher bekannten
unterbrochenen Ringfedern nur unter Verlust der gewünschten funktionalen Eigenschaften
dauerfest dimensionierbar.
Nachfolgend ist die Erfindung anhand der in der Zeichnung dargestellten
Ausführungsbeispiele näher erläutert.
Es zeigen:
1 einen Teil-Querschnitt durch eine Radialkolbenpumpe
mit einer Abfederung der Kolben durch eine geschlitzte Ringfeder;
2 eine Prinzipskizze der Ringfeder mit
Innen- und Außenring und
3 eine Prinzipskizze des Berechnungsmodells
der Ringfeder.
Die Pumpe nach 1 weist in Zylinderbohrungen
1 eines Pumpengehäuses 2 eine Anzahl von Kolben 3 auf.
Jeder Kolben 3 ist durch eine Feder 4 belastet, die sich an einem
die Zylinderbohrung 1 verschließenden Stopfen 5 abstützt.
Eine Bandfeder 6 umspannt ringartig alle Stopfen
5 und verschließt an Innenräume 7 anschließende Auslassbohrungen
8 gegen eine Sammelringnut 10. Die Bandfeder 6 ist mit
Stiften 9 auf dem Pumpengehäuse 2 in ihrer Lage gesichert. Eine
Antriebswelle 11 trägt einen Exzenter 12, auf welchem eine Gleitbuchse
13 angeordnet ist. Erfindungsgemäß ist zwischen einem auf die Gleitbuchse
13 aufgeschobenen inneren Gleitring 14 und einem konzentrischen
äußeren Gleitring 15 als Dämpfungselement eine Ringfeder 16 eingebaut.
Beim Rotieren des Exzenters 12 können die jeweils das Drucköl ausschiebenden
Kolben 3 auf dem zugehörigen Abschnitt des Gleitringes 15 geringfügig
einfedern, so dass sich die zu Beginn eines Druckhubes auftretenden Druckspitzen
absenken lassen. Die Bandfeder 6 wölbt sich von ihrer Sitzfläche über jeweils
dem Kolben 3 auf, der gerade einen Druckhub ausführt. Die Kolben
3 saugen das Drucköl an ihrer Oberkante über Saugöffnungen 17
an.
Die erfindungsgemäße Ringfeder 16 besteht aus einem mehreckigen
Polygonzug, der zwischen 2 Gleitringen 14,15 angeordnet ist. Der
Aussenring 15 berührt dabei die Aussenseiten 23 der Ecken
18, der Innenring 14 die Innenseiten 22 der Flanken
19, 20 der Ringfeder 16. Dadurch entsteht eine Situation
ähnlich der eines klassischen Biegebalkens, bei dem eine von aussen oder innen wirkende
radiale – auch umlaufende – Kraft F wirkt.
Bei der erfindungsgemäßen Ringfeder 16 wurde die Geometrie
so verändert, dass sowohl die Lebensdauer als auch die Bauteilfunktion entscheidend
verbessert werden konnte. Hierfür werden die Blechstärke 26, die Winkelabstand
&agr;, &bgr;, die Hebelarme 24, 25 sowie die Biegespannung &sgr;_1,
&sgr;_2 in eine mathematische Beziehung zueinander gesetzt. Durch ein Vorgeben von
Optimierungszielen kann dann ein bestmögliches oder ein beliebig anderes Verhältnis
von Federrate zu Lebensdauer bestimmt werden. Optimierungsziele können z. B. eine
'gleichmäßige Federrate über den Umfang' oder 'Biegespannung kleiner Grenzwert'
sein.
Durch die Optimierung wird die Biegespannung &sgr;_1 der das Schloß
21 benachbarten Ecken 18 drastisch reduziert. Dies kann durch
die Verkürzung des Hebelarmes 24 bei gleichzeitiger Verringerung des Winkelabstandes
&bgr; erreicht werden. Damit erhöht sich ausserdem die Lebensdauer der Ringfeder
16. Die Federrate wird dabei über den gesamten Umfang konstant gehalten,
wodurch eine deutliche Geräuschreduktion erreicht wird. Durch die drastische Spannungsreduktion
kann der Blechquerschnitt der Feder 16 zudem reduziert werden, wodurch der Federweg
der Ringfeder 16 deutlich gesteigert wird, was eine weitere deutliche Geräuschreduktion
mit sich bringt.
Die Flankenlänge 24 der unterbrochenen Flanke ist im Vergleich
zur Flankenlänge der durchgehenden Flanke 25 in einer vorteilhaften Ausgestaltung
der erfindungsgemäßen Ringfeder im Bereich von 10 % bis 90 %, besonders vorteilhaft
im Bereich von 40 % bis 80 % der Länge der durchgehenden Flanke 25.
1
- Zylinderbohrungen
2
- Pumpengehäuse
3
- Kolben
4
- Feder
5
- Stopfen
6
- Bandfeder
7
- Innenräume
8
- Auslassbohrungen
9
- Stifte
10
- Sammelringnut
11
- Antriebswelle
12
- Exzenter
13
- Gleitbuchse
14
- innerer Gleitring
15
- äußerer Gleitring
16
- Ringfeder
17
- Saugöffnungen
18
- Ecke
19
- unterbrochene Flanke
20
- durchgehende Flanke
21
- Schloß
22
- Innenseite
23
- Aussenseite
24
- Flankenlänge im Schloßbereich
25
- Flankenlänge ohne Schloß
26
- Blechstärke Ringfeder
&agr;
- Winkelabstand der Ecken einer geschlossenen Flanke
&bgr;
- Winkelabstand der Ecken der unterbrochenen Flanke
&sgr;_1
- Biegespannung an den Ecken der unterbrochenen Flanke
&sgr;_2
- Biegespannung an den Ecken der durchgehenden Flanken
F
- Druckkraft