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Dokumentenidentifikation DE10343205A1 06.05.2004
Titel Flächige Bedruckstoffe verarbeitende Maschine mit einer pneumatischen Bogenbremse
Anmelder Heidelberger Druckmaschinen AG, 69115 Heidelberg, DE
Erfinder Tessmann, Uwe, Dr., 69181 Leimen, DE
DE-Anmeldedatum 18.09.2003
DE-Aktenzeichen 10343205
Offenlegungstag 06.05.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 06.05.2004
IPC-Hauptklasse B65H 29/68
IPC-Nebenklasse B65H 3/00   B65H 29/04   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine flächige Bedruckstoffe (2.2) verarbeitende Maschine mit einem die verarbeitenden Bedruckstoffe (2.2) in einer Förderrichtung transportierenden und diese an eine pneumatische Bremse (4) übergebenden Förderer (3.5).
Die Bremse (4) umfasst Blasluftquellen (4.1, 4.2), die eine jeweilige Seite der Bedruckstoffe (2.2) mit Blasluftrakeln (4.3, 4.4) beaufschlagen, die zur Förderrichtung eingesetzte Richtungskomponenten aufweisen.
Damit wird eine berührungslose Abbremsung der Bedruckstoffe mit starker Bremswirkung erzielt.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine flächige Bedruckstoffe verarbeitende Maschine, insbesondere eine Bogen verarbeitende Rotationsdruckmaschine, mit einem Förderer, der die Bedruckstoffe mit einer Verarbeitungsgeschwindigkeit in einer Förderrichtung entlang einer Förderstrecke transportiert und nach Durchlaufen der Förderstrecke freigibt, mit einer auf die Förderstrecke folgenden, an den Bedruckstoffen angreifenden pneumatischen Bremse und mit einer die Bremse betriebsmäßig mit Blasluft versorgenden Überdruckerzeugeranordnung.

Eine derartige Maschine ist aus DE 195 27 441 A1 bekannt. Die darin offenbarte pneumatische Bremse erzeugt zwischen den vom Förderer freigegebenen Bedruckstoffen und einer unter diesen angeordneten, mit Blasdüsen versehenen Leitfläche eine der Förderrichtung entgegengerichtete Filmströmung und nutzt die hierin auftretenden Schubspannungen aus, um über die sich an den Bedruckstoffen einstellende Grenzschicht besagter Filmströmung eine Bremskraft auf die Bedruckstoffe auszuüben. Mit diesem Wirkprinzip gelingt zwar eine berührungsfreie Abbremsung der Bedruckstoffe, der Größe der erzielbaren Bremskraft sind jedoch insofern bestimmte Grenzen gesetzt als mit Blick auf einen ruhigen Lauf der Bedruckstoffe – zum Verhindern von Beschädigungen der auf diese aufgebrachten Druckbilder – die erzielbaren Schubspannungen wohl auf den Fall einer laminaren Strömung zwischen der Leitfläche und den Bedruckstoffen beschränkt bleiben sollten und die Angriffsfläche der Schubspannungen wohl auch in einem vertretbaren Rahmen bleiben muss, und zwar im Hinblick auf eine davon unmittelbar betroffene Gesamtlänge der Maschine.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die eingangs genannte Maschine mit einer berührungsfrei wirksamen, an den Bedruckstoffen angreifenden Bremse auszustatten, mit welcher eine große Bremskraft erzielbar ist.

Zur Lösung dieser Aufgabe ist eine erste und eine zweite Blasluftquelle zum Ausstoß je einer auf eine erste Seite der Bedruckstoffe und auf eine zweite Seite derselben ausgerichteten Blasluftrakel vorgesehen, sowie eine derartige Ausrichtung der Blasluftrakeln, dass deren Strömungen zur Förderichtung entgegengesetzte Richtungskomponenten aufweisen.

Mit einer solchermaßen ausgebildeten Bremse wird die Bremswirkung durch Reibkräfte hervorgerufen, die zwischen den Blasluftrakeln und den Bedruckstoffen wirksam und durch Änderungen des auf die Bedruckstoffe wirkenden Impulses veränderbar sind. Treffen die Blasluftrakeln, wie bei einer bevorzugten Ausgestaltung vorgesehen, in einander gegenüberliegenden bevorzugt deckungsgleichen Bereichen auf die Bedruckstoffe auf, und ist in jedem dieser Bereiche der gleiche Impuls wirksam, so ist dieser ohne Beeinträchtigung eines ruhigen Laufes der Bedruckstoffe grundsätzlich derart wählbar, dass alle Bedruckstoffe eines Spektrums von Flächengewichten von allen üblichen Verarbeitungsgeschwindigkeiten auf eine adäquate Endgeschwindigkeit verzögerbar sind.

Mit der erfindungsgemäßen Bremse wird die Bremswirkung gegenüber der obengenannten bekannten Bremse also nicht nur aufgrund der Wirksamkeit an beiden Seiten der Bedruckstoffe verdoppelt sondern sie kann noch darüber hinaus gesteigert werden.

Überdies ist diese Bremse in den bei herkömmlichen Maschinen der eingangs genannten Art ohnehin vorhandenen Bauraum einsetzbar. Eine vergrößerte Bremswirkung muss somit nicht mit einer vergrößerten Baulänge einer solchen Maschine erkauft werden.

Die Merkmale des Erfindungsgegenstandes und von dessen Ausgestaltungen sind den beigefügten Zeichnungen und den darauf Bezug nehmenden nachfolgenden näheren Erläuterungen entnehmbar.

In den Zeichnungen zeigt:

1 eine flächige Bedruckstoffe verarbeitende Maschine mit einer zwei Blasluftquellen zum Ausstoß von Blasluftrakeln umfassenden pneumatischen Bremse am Beispiel einer Bogen verarbeitenden Rotationsdruckmaschine in schematischer Darstellung,

2 ein Ausführungsbeispiel einer Blasluftquelle in Form eines mit Blasdüsen versehenen Blasrohres mit veränderbarer Ausrichtung der Blasdüsen in einer den Querschnitt des Blasrohres wiedergebenden Schnittdarstellung,

3 eine der 2 entsprechende Schnittdarstellung eines Ausführungsbeispieles einer höhenverstellbar angeordneten Blasluftquelle und deren Zuordnung zu einem abzubremsenden Bedruckstoff,

4 eine der 2 entsprechende Schnittdarstellung eines Ausführungsbeispiels einer schwenkbar angeordneten Blasluftquelle und deren Zuordnung zu einem abzubremsenden Bedruckstoff,

5 eine der 2 entsprechende Schnittdarstellung einer Blasluftquelle mit einer gegenüber 2 erweiterten Ausrichtbarkeit der Düsen,

6 eine erste Variante einer Überdruckerzeugeranordnung und einer daran angeschlossenen, die Blasluftquellen umfassenden Anlage,

7 eine zweite Variante einer Überdruckerzeugeranordnung und einer daran angeschlossenen, die Blasluftquellen umfassenden Anlage,

8 ein qualitatives Kennlinienschaubild des Zusammenwirkens der Überdruckerzeugeranordnung und der Anlage einer der Varianten der 6 und 7.

Als flächige Bedruckstoffe verarbeitende ist den nachfolgenden Erläuterungen beispielhaft eine Bogen verarbeitende Rotationsdruckmaschine zugrundegelegt. Diese umfasst gemäß der schematischen Darstellung in 1 einen Maschinenabschnitt 1 mit beispielhaft zwei Verarbeitungsstationen in Form von Druckwerken 1.1 und 1.2, so dass damit zwei Farben gedruckt werden können. Für jede weitere Farbe ist ein weiteres Druckwerk vorzusehen. Für weitere Prozessschritte, wie beispielsweise Lackieren, Zwischentrocknen, Perforieren usw. ist jeweils eine weitere Verarbeitungsstation vorzusehen. Im beispielhaft dargestellten Falle arbeiten die Druckwerke 1.1 und 1.2 nach dem Nassoffsetverfahren und umfassen demzufolge jeweils ein Farbwerk 1.3 und ein Feuchtwerk 1.4, einen damit in Verbindung stehenden Plattenzylinder 1.5, einen an diesem betriebsmäßig abrollenden Gummituchzylinder 1.6 sowie einen einen jeweiligen Bogen 2.2 führenden Druckzylinder 1.7.

Zur Beschickung der Druckwerke 1.1 und 1.2 mit den Bogen 2.2 ist ein Anleger 2 vorgesehen, der mittels einer Vereinzelungsvorrichtung 2.1 einen jeweils obersten Bogen 2.2 von einem Stapel 2.3 abgreift und an eine Transport- und Ausrichtvorrichtung 2.4 übergibt, welche einen jeweils in Verarbeitungsrichtung vorauseilenden der zu einer Schuppenformation vereinzelten Bogen nach dessen insbesondere mittels eines Saugbändertisches erfolgtem Transport in Richtung auf Vorderkantenanschläge an diesen und an wenigstens einem Seitenanschlag ausrichtet.

Ein der ersten Verarbeitungsstation, hier dem Druckwerk 1.1, zugeordneter schwingender Vorgreifer 1.8 übernimmt den jeweils ausgerichteten Bogen 2.2 und übergibt diesen an eine Anlegetrommel 1.9, welche ihn ihrerseits an den Druckzylinder 1.7 des Druckwerkes 1.1 übergibt. Nach Durchlaufen des Druckspaltes dieses Druckwerkes 1.1 übergibt dessen Druckzylinder 1.7 den Bogen 2.2 an eine zwischen die Druckzylinder 1.7 der beiden Druckwerke 1.1 und 1.2 geschaltete Transfervorrichtung in Form einer Bogenführungstrommel 1.10. Im Falle einer für Schön- und Widerdruck ausgebildeten Maschine ist stattdessen eine zwischen Schöndruckbetrieb und Schön- und Widerdruckbetrieb umschaltbare Wendeeinrichtung vorgesehen. Der Druckzylinder 1.7 des Druckwerkes 1.2 übernimmt den Bogen 2.2 von der Bogenführungstrommel 1.10, führt ihn durch den weiteren Druckspalt und übergibt ihn sodann an einen in einem Ausleger 3 angeordneten Förderer 3.5 welcher die Bogen mit der Verarbeitungsgeschwindigkeit in einer Förderrichtung entlang einer Förderstrecke transportiert und nach Durchlaufen der Förderstrecke zur Ablage auf einem Druckgutstapel 3.2 freigibt. Hierzu ist der Förderer 3.5 mit Greiferbrücken 3.6 ausgestattet, an denen Greifer angeordnet sind, die unter Federkraft normal geschlossen sind und unter Drehung einer die Greifer tragenden Greiferwelle mittels einer daran angeordneten Kurvenfolgeranordnung und einer diese entsprechend auslenkenden Greiferöffnungskurve beim Passieren derselben vorübergehend geöffnet werden – nicht dargestellt -.

Im Fortdruck werden am Stapel 2.3 im Anleger 2 das Produktionsniveau, d. h. die Höhenlage des jeweils obersten Bogens 2.2, und im Ausleger 3 die Fallhöhe der seitens des Förderers 3.5 freigegebenen Bogen 2.2 durch entsprechendes Nachführen jeweiliger den Stapel 2.3 bzw. den Druckgutstapel 3.2 tragender Plattformen 2.5 bzw. 3.3 mittels jeweiliger Hubwerke beibehalten, von welchen lediglich die Plattformen 2.5 und 3.3 tragende Hubketten 2.6 und 3.4 angedeutet sind.

Im Moment des Öffnens der die Bogen 2.2 transportierenden Greifer, d. h. nach Durchlaufen der Förderstrecke besitzen die Bogen 2.2 die Verarbeitungsgeschwindigkeit. Zur Verzögerung der Bogen 2.2 auf eine zur Bildung des Druckgutstapels 3.2 geeignete Ablagegeschwindigkeit ist eine pneumatische Bremse 4 vorgesehen, die mittels einer Überdruckerzeugeranordnung 5 bzw. 5' (siehe 6 und 7) mit Blasluft versorgt wird.

Wie aus 1 erkennbar, umfasst die Bremse 4 eine erste Blasluftquelle 4.1 und eine zweite Blasluftquelle 4.2. Diese sind zum Ausstoß je einer auf eine erste Seite der Bedruckstoffe – beim vorliegenden Beispiel der Bogen 8 – und auf eine zweite Seite derselben ausgerichteten Blasluftrakel 4.3 und 4.4 ausgebildet und stellen beim vorliegenden Ausführungsbeispiel stirnseitig verschlossene, jeweils mit einem nicht dargestellten Blasluftanschluss versehene Blasrohre dar, die entlang einer Mantellinie derselben aneinandergereihte Blasdüsen 4.5 (siehe 2) aufweisen, welche mit dem jeweiligen Innenraum der Blasrohre kommunizieren. Die genannten Blasluftanschlüsse dienen der Versorgung der Blasluftquellen 4.1 und 4.2 mit Blasluft seitens einer Überdruckerzeugeranordnung 5 bzw. 5' (siehe 6 und 7).

Wie weiterhin in 1 erkennbar, sind die Blasluftrakeln 4.3 und 4.4 derart ausgerichtet, dass deren Strömungen zur Förderrichtung der Bogen 2.2 entgegengesetzte Richtungskomponenten aufweisen.

Wie in 1 angedeutet, treffen die Blasluftrakeln 4.3 und 4.4 in bevorzugter Ausgestaltung in einander gegenüberliegenden Bereichen der Bogen 2.2 auf diese auf.

Die mit den Blasluftrakeln 4.3 und 4.4 erzielte Bremswirkung ist durch verschiedenen Maßnahmen veränderbar. Eine dieser Maßnahmen besteht darin, die Ausrichtung der Blasluftrakeln zu verändern.

Die 2 zeigt am Beispiel der Blasluftrakel 4.4 ein Ausführungsbeispiel für eine ausrichtbare Anordnung derselben. Hierbei ist das bereits genannte, zur Ausbildung der Blasluftquelle 4.2 vorgesehene Blasrohr beispielsweise an dessen Enden aufgenommen und in unterschiedlichen Drehlagen bezüglich der Längsachse des Blasrohres fixierbar. Beim dargestellten Beispiel dient ein ortsfester, radial geschlitzter, das Blasrohr umschließender Klemmring 4.6 der Aufnahme und der Fixierung des Blasrohres in unterschiedlichen Drehlagen desselben.

Eine weitere Möglichkeit zur Veränderung der Bremswirkung besteht darin, die zwar symmetrisch bezüglich der von den Bogen 2.2 durchlaufenen Förderstrecke angeordneten Blasluftquellen 4.1 und 4.2 unter unterschiedlichen jedoch untereinander gleichen Abständen zu dieser Förderstrecke zu positionieren. Auf weitere Möglichkeiten zur Beeinflussung der Bremswirkung wird später noch eingegangen.

In bevorzugter Ausgestaltung werden die Blasluftquellen 4.1 und 4.2 unter möglichst kleinem Abstand von der genannten Förderstrecke platziert. Um hierbei Kollisionen mit den Greiferbrücken 3.6 zu vermeiden, ist bei einer vorteilhaften Ausbildung wenigstens diejenige der Blasluftquellen 4.1 und 4.2, die in die von den Greiferbrücken 3.6 durchfahrene Bahn eingreift, derart periodisch höhenverstellbar, dass sie beim Passieren einer jeweiligen Greiferbrücke 3.6 dieser ausweicht und anschließend wieder ihre vorgesehene Arbeitshöhe einnimmt.

In 3 ist ein Ausführungsbeispiel für eine periodisch höhenverstellbare Anordnung einer Blasluftquelle am Beispiel der Blasluftquelle 4.1 wiedergegeben. Diese ist wiederum mittels eines wie bereits dargelegt mit Blasdüsen 4.5 versehenen Blasrohres gebildet, welches einen nicht dargestellten Blasluftanschluss aufweist und stirnseitig verschlossen ist. Das Blasrohr ist insbesondere wie in Verbindung mit 2 erläutert in unterschiedlichen Drehlagen fixierbar aufgenommen, abweichend von 2 jedoch mittels einer Halterung 4.6, die verschieblich auf einem vertikalen Führungsprofil 4.7 angeordnet ist. Die Halterung 4.6 ist über eine hieran frei drehbar gelagerte Kurvenfolgerrolle 4.8 an einer Steuerkurvenscheibe 4.9 abgestützt und mittels einer einerseits an der Halterung 4.6 und andererseits ortsfest abgestützten Feder 4.10 gegen die Steuerkurvenscheibe 4.9 angestellt. Die betriebsmäßig rotierende, hier lediglich qualitativ wiedergegebene Steuerkurvenscheibe 4.9 hält mittels einer daran vorgesehenen, über einen Winkel &agr; erstreckten Rastbahn 4.11 die Blasluftrakel 4.1 in ihrer Arbeitshöhe und hebt sie mittels eines Nockens 4.12 periodisch über die genannte Arbeitshöhe hinaus vorübergehend derart an, dass eine jeweilige der Greiferbrücken 3.6 kollisionsfrei passieren kann. Die Drehzahl der Steuerkurvenscheibe 4.9 und die Phasenlage des Nockens 4 .12 sind hierzu an den Takt der aufeinanderfolgenden Bogen 2.2 angepasst.

Bei einer anderen vorteilhaften Ausgestaltung ist zur Vermeidung der angesprochenen Kollisionen eine schwenkbare Anordnung wenigstens derjenigen der Blasluftquellen 4.1 und 4.2 vorgesehen, die in die von den Greiferbrücken 3.6 durchfahrene Bahn eingreift. Hierbei ist analog zur Ausgestaltung gemäß 3 dafür gesorgt, dass die entsprechende der Blasluftquellen 4.1 und 4.2 periodisch von der von den Greiferbrücken 3.6 durchfahrenen Bahn weggeschwenkt wird, sodass die Greiferbrücken kollisionsfrei passieren können. Dabei erfolgt die Schwenkbewegung um eine Schwenkachse, die zu den in Förderrichtung orientierten Rändern 2.2' der Bogen 2.2 senkrecht steht.

In 4 ist ein dementsprechendes Ausführungsbeispiel für die Anordnung einer periodisch schwenkbaren Blasluftquelle am Beispiel der Blasluftquelle 4.1 wiedergegeben. Diese ist wie in Verbindung mit 3 erläutert ausgestaltet und wird von einer Schwenkhebelanordnung 4.13 getragen. Diese ist um eine Schwenkachse 4.14 schwenkbar, die zu dem in Förderrichtung gemäß dem Richtungspfeil in 4 orientierten Rändern 2.2' der Bogen 2.2 senkrecht steht. Die Schwenkhebelanordnung 4.13 trägt eine frei drehbare Kurvenfolgerrolle 4.8 und ist an einen ortsfest angelenkten teleskopierenden Lenker 4.15 angelenkt, der unter der Wirkung einer eingebauten Druckfeder 4.16 die Kurvenfolgerrolle 4.8 an eine hier lediglich qualitativ wiedergegebene, betriebsmäßig rotierende Steuerkurvenscheibe 4.17 anstellt. Diese weist analog zur Ausgestaltung gemäß 3 eine über einen Winkel &bgr; erstreckte Rastbahn 4.18 auf, welche die Blasluftquelle 4.1 in ihrer normalen Arbeitslage hält, und einen Nocken 4.19, welcher die Blasluftquelle 4.1 periodisch aus ihrer normalen Arbeitslage derart vorübergehend wegschwenkt, dass eine jeweilige der Greiferbrücken 3.6 kollisionsfrei passieren kann.

Bei einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung weisen die Blasluftquellen 4.1 und 4.2 zum Ausstoß der Blasluftrakeln 4.3 und 4.4 Düsen mit einstellbarer Winkellage bezüglich der in Förderrichtung orientierten Ränder 2.2' der Bogen 2.2 auf. Hiermit ist es möglich neben der Bremswirkung auch eine Richtwirkung auf die von den Greifern der Greiferbrücken 3.6 freigegebenen Bogen 2.2 auszuüben.

In 5 ist ein entsprechendes Ausführungsbeispiel wiedergegeben, welchem wiederum beispielhaft die Blasluftquelle 4.1 zugrundegelegt ist, wobei diese im vorliegenden Falle wiederum mittels eines stirnseitig verschlossenen und mit einem nicht dargestellten Blasluftanschluss versehenen Blasrohres 40.2 gebildet ist, dessen Innenraum mit Düsen 4.21 kommuniziert, die entlang des Blasrohres 4.20 angeordnet sind.

Bei der gemäß 5 beispielhaften Ausgestaltung der wie erwähnt in ihrer Winkellage einstellbaren Düsen 4.21 ist jeweils in einer den Rohrmantel des Blasrohres 4.20 durchdringenden Bohrung ein Stutzen 4.22 befestigt. In den Stutzen 4.22 ist ein mit einem Düsenkopf 4.23 kommunizierender und mit diesem verbundener Düsenhals 4.24 verdrehbar eingepasst, welcher an einer dem Blasrohr 4.20 abgewandten Stirnseite des Stutzens 4.22 an diesem abgestützt ist. Am Stutzen 4.22 ist ein Außengewinde vorgesehen, in welches eine an einer Schulter des Düsenhalses 4.24 abgestützte Überwurfmutter 4.25 eingreift. Diese wird zur Einstellung der Winkellage der Düse 4.21, genauer gesagt des Düsenkopfes 4.23 bezüglich der seitlichen Ränder 2.2' der Bogen 2.2 gelöst, sodass der Düsenhals 4.24 und mit diesem der Düsenkopf 4.23 gegenüber dem Stutzen 4.22 verdrehbar ist. In der gewünschten Winkelstellung des Düsenkopfes 4.23 wird die Überwurfmutter 4.25 sodann wieder angezogen.

Wie bereits erwähnt, ist die Bremswirkung durch verschiedene Maßnahmen beeinflussbar. Diese können jeweils für sich oder in Kombinationen vorgesehen werden und zielen insbesondere auch auf eine Einstellung unterschiedlicher Betriebspunkte einer Gesamtanlage ab, welche die Überdruckerzeugeranordnung und eine die Blasluftquellen aufweisende Anlage umfasst.

In den 6 und 7 sind entsprechende Beispiele wiedergegeben. Das Beispiel gemäß 6 sieht eine Anlage 40 mit zwei Blasluftanschlüssen 40.1 und 40.2 für je einen Unterdruckerzeuger 5.1 und 5.2 einer Überdruckerzeugeranordnung 5 vor, wobei die Überdruckerzeuger 5.1 und 5.2 voneinander abweichende Nennleistungen aufweisen. In diesem Falle lässt sich die Gesamtanlage beispielsweise in der Weise modifizieren, dass sie wahlweise mit einem der beiden Überdruckerzeuger 5.1 und 5.2 betrieben wird. Liefert beispielsweise der Überdruckerzeuger 5.1 gemäß dessen von einem bestimmten maximal erreichbaren Druck ausgehender Kennlinie einen für die erforderliche Bremswirkung nicht ausreichenden Volumenstrom, so wird zur Speisung der Anlage 40 anstelle des Überdruckerzeugers 5.1 der hier als leistungsstärker angenommene Überdruckerzeuger 5.2 benutzt, dessen Maschinenkennlinie sodann von einem höheren maximal erreichbaren Druck ausgeht.

Werden die Überdruckerzeuger 5.1 und 5.2 beispielsweise mittels Gebläsen gebildet, die – wie in 6 angedeutet – mit Motoren 5.1' und 5.2' veränderbarer Drehzahl angetrieben werden, so lässt sich insgesamt eine Schar von Maschinenkennlinien erreichen, so dass die unterschiedlichsten Bettriebspunkte der Gesamtanlage einstellbar sind. Das wahlweise Verbinden der Anlage 40 mit einem der Überdruckerzeuger 5.1 und 5.2 erfolgt im dargestellten Beispiel mittels den Blasluftanschlüssen 40.1 und 40.2 vorgeschalteter Magnetventile 5.1'' und 5.2''.

Wahlweise alternativ oder zusätzlich zur Auswahl einer Maschinenkennlinie aus der genannten Schar derselben ist – wie in 6 angedeutet – die Kennlinie der Anlage 40 veränderbar. Hierzu ist den hier nur schematisch angedeuteten Blasluftanschlüssen der Blasluftquellen 4.1 und 4.2 beispielsweise eine einstellbare Drossel 40.3 vorgeschaltet.

Das Beispiel gemäß 7 sieht eine die Blasluftquellen 4.1 und 4.2 umfassende Anlage 400 mit lediglich einem Blasluftanschluss 400.1 für eine Überdruckerzeugeranordnung 5' vor, die beispielhaft einen Kompressor und einen diesen antreibenden Motor 5.3 umfasst, dessen Drehzahl steuerbar ist, so dass wiederum die Maschinenkennlinie des Überdruckerzeugers 5' veränderbar ist. Die Anlage 400 versorgt die Blasluftquellen 4.1 und 4.2 mit Blasluft aus einem Kessel 400.2 der vom Überdruckerzeuger 5' gespeist wird. Die Kennlinie der Anlage 400 ist wiederum mittels einer einstellbaren Drossel 400.3 veränderbar, die analog zu dem Beispiel gemäß 6 installiert ist.

In 8 sind einige Ergebnisse der insoweit erläuterten Maßnahmen zur Modifikation der Gesamtanlage durch Auswahl einer Maschinenkennlinie der Überdruckerzeugeranordnung 5 bzw. 5' und durch Veränderung der Kennlinie der Anlage 40 bzw. 400 qualitativ verdeutlicht. Hierin sind in Form der Veränderung des von einem der Überdruckerzeugeranordnungen 5 bzw. 5' bereitgestellten Druckes bei verändertem Volumenstrom dargestellte Maschinenkennlinien M1 und M2 und in Form der Veränderung des Druckverlustes der Anlage 40 bzw. 400 bei verändertem Volumenstrom dargestellte Kennlinien A1 und A2 der Anlage 40 bzw. 400 qualitativ wiedergegeben.

Dabei möge die Maschinenkennlinie M1 das Betriebsverhalten des Überdruckerzeugers 5.1 und die Maschinenkennlinie M2 jenes des Überdruckerzeugers 5.2 qualitativ darstellen, während die Kennlinie A1 den Verlauf des Druckverlustes in Abhängigkeit des Volumenstromes in der Anlage 40 bzw. 400 bei einem ersten Anlagenwiderstand und die Kennlinie A2 den entsprechenden Verlauf für einen durch eine entsprechende Modifizierung der Anlage 40 bzw. 400 veränderten, gegenüber dem ersten erhöhten zweiten Anlagenwiderstand qualitativ wiedergibt.

Mit den beispielhaft dargelegten Modifizierungen der Gesamtanlage lässt sich diese also insbesondere auf in 8 ersichtliche Betriebspunkt P1, P2, P3 und P4 einstellen.

Wie den 6 und 7 weiterhin entnehmbar, sind bei beiden Ausführungsbeispielen Schaltmittel vorgesehen, mittels welcher die Blasluftzufuhr zu der Bremse 4 unterbrechbar ist. Im vorliegenden Falle werden die Schaltmittel von Magnetventilen 40.4 bzw. 400.4 dargestellt. Bei einer bevorzugten Ausgestaltung werden diese Magnetventile 40.4 bzw. 400.4 derart angesteuert, dass die Blasluftzufuhr zur Bremse 4 nur dann erfolgt, wenn sich die Blasluftquellen in ihrer normalen Arbeitslage befinden, so dass ein Ausweichen einer der Blasluftquellen 4.1 und 4.2 vor den passierenden Greiferbrücken 3.6 keinen Einfluss auf die Bewegung der Bogen 2.2 ausübt.

Bei einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung ist eine an das Format der verarbeiteten Bedruckstoffe anpassbare Erstreckung der Blasluftrakeln quer zur Förderrichtung vorgesehen.

In 5 ist ein besonders einfaches Ausführungsbeispiel dessen angedeutet. Hiernach sind zumindest im vom jeweiligen Ende der zur Bildung der Blasluftquellen 4.1 und 4.2 vorgesehenen Blasrohre 4.20 ausgehenden Abschnitten der Blasrohre 4.20 – zeichnerisch nicht dargestellt – die Düsenköpfe 4.23 der Düsen 4.21 verschließbar ausgebildet. Im vorliegenden Beispiel sind die Düsenköpfe 4.23 hierzu mit einem Außengewinde versehen und Schraubkappen 4.26 mit entsprechend korrespondierendem Innengewinde vorgesehen. Die Schraubkappen 4.26 können, wenn sie nicht zum Verschließen der Düsenköpfe 4.23 benötigt werden, in vorteilhafter Weise auf Blindstutzen 4.27 aufgeschraubt werden, die in den Schraubkappen 4.26 entsprechender Anzahl am Blasrohr 4.20 befestigt sind.

Eine besonders vorteilhafte Weiterbildung besteht schließlich darin, dass den Blasluftquellen 4.1 und 4.2 ein die Blasluft aufheizender Erhitzer 4.28 vorgeschaltet ist. Damit ist die insoweit erläuterte pneumatische Bremse auch zu einer Nachtrocknung der Bedruckstoffe einsetzbar, die vor Erreichen der Bremse 4 bereits eine Trocknerstrecke im Ausleger 3 durchlaufen haben.

1 Maschinenabschnitt 1.1 Druckwerk 1.2 Druckwerk 1.3 Farbwerk 1.4 Feuchtwerk 1.5 Plattenzylinder 1.6 Gummituchzylinder 1.7 Druckzylinder 1.8 schwingender Vorgreifer 1.9 Anlegetrommel 1.10 Bogenführungstrommel 2 Anleger 2.1 Vereinzelungsvorrichtung 2.2 Bogen 2.2' in Förderrichtung orientierter Rand des Bogens 2.2 2.3 Stapel 2.4 Transport- und Ausrichtvorrichtung 2.5 Plattform 2.6 Hubkette 3 Ausleger 3.2 Druckgutstapel 3.3 Plattform 3.4 Hubkette 3.5 Förderer 3.6 Greiferbrücke 4 Bremse 4.1 Blasluftquelle 4.2 Blasluftquelle 4.3 Blasluftrakel 4.4 Blasluftrakel 4.5 Blasdüse 4.6 Halterung 4.7 Führungsprofil 4.8 Kurvenfolgerrolle 4.9 Steuerkurvenscheibe 4.10 Feder 4.11 Rastbahn 4.12 Nocken 4.13 Schwenkhebelanordnung 4.14 Schwenkachse 4.15 Lenker 4.16 Druckfeder 4.17 Steuerkurvenscheibe 4.18 Rastbahn 4.19 Nocken 4.20 Blasrohr 4.21 Düse 4.22 Stützen 4.23 Düsenkopf 4.24 Düsenhals 4.25 Überwurfmutter 4.26 Schraubkappe 4.27 Blindstützen 4.28 Erhitzer 5, 5' Überdruckerzeugeranordnung 5.1; 5.2 Überdruckerzeuger 5.1'; 5.2' Motor 5.1''; 5.2'' Magnetventil 5.3 Motor 40 Anlage 40.1; 40.2 Blasluftanschluss 40.3 Drossel 40.4 Magnetventil 400 Anlage 400.1 Blasluftanschluss 400.2 Kessel 400.3 Drossel 400.4 Magnetventil A1 Kennlinie der Anlage 40 bzw. 400 bei einem ersten Anlagenwiderstand A2 Kennlinie der Anlage 40 bzw. 400 bei einem gegenüber dem ersten erhöhten Anlagenwiderstand M1 Maschinenkennlinie des Überdruckerzeugers 5.1 M2 Maschinenkennlinie des Überdruckerzeugers 5.2

Anspruch[de]
  1. Flächige Bedruckstoffe verarbeitende Maschine, insbesondere eine Bogen verarbeitende Rotationsdruckmaschine, mit

    einem Förderer, der die Bedruckstoffe mit einer Verarbeitungsgeschwindigkeit in einer Förderrichtung entlang einer Förderstrecke transportiert und nach Durchlaufen der Förderstrecke freigibt,

    einer auf die Förderstrecke folgenden, an den Bedruckstoffen angreifenden pneumatischen Bremse und

    mit einer die Bremse betriebsmäßig mit Blasluft versorgenden Überdruckerzeugeranordnung

    gekennzeichnet durch

    eine erste und eine zweite Blasluftquelle (4.1, 4.2) zum Ausstoß je einer auf eine erste Seite der Bedruckstoffe und auf eine zweite Seite derselben ausgerichteten Blasluftrakel (4.3, 4.4) und

    eine derartige Ausrichtung der Blasluftrakeln (4.3, 4.4), dass deren Strömungen zur Förderichtung entgegengesetzte Richtungskomponenten aufweisen.
  2. Maschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Blasluftrakeln (4.3, 4.4) in einander gegenüberliegenden Bereichen der Bedruckstoffe auf diese auftreffen.
  3. Maschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausrichtung der Blasluftrakeln (4.3, 4.4) veränderbar ist.
  4. Maschine nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine höhenverstellbare Anordnung wenigstens einer der Blasluftquellen (4.1, 4.2)
  5. Maschine nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine schwenkbare Anordnung wenigstens einer der Blasluftquellen (4.1, 4.2), wobei eine Schwenkachse vorgesehen ist, die zu den in Förderrichtung orientierten RSändern (2.2') der Bedruckstoffe senkrecht steht.
  6. Maschine nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine mittels der Überdruckerzeugeranordnung (5; 5") und einer die Blasluftquellen (4.1, 4.2) umfassenden Anlage (40; 400) gebildete Gesamtanlage, die im Sinne einer Einstellung unterschiedlicher Betriebspunkte modifizierbar ist.
  7. Maschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Blasluftquellen (4.1, 4.2) zum Ausstoß der Blasluftrakeln (4.3, 4.4) Düsen (4.21) mit einstellbarer Winkellage bezüglich der in Förderrichtung orientierten Ränder (2.2') der Bedruckstoffe aufweisen.
  8. Maschine nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch Schaltmittel (40.4; 400.4), mittels welcher die Blasluftzufuhr zu der Bremse (4) unterbrechbar ist.
  9. Maschine nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine an das Format der verarbeiteten Bedruckstoffe anpassbare Erstreckung der Blasluftrakeln (4.3, 4.4) quer zur Förderrichtung
  10. Maschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass den Blasluftquellen (4.1, 4.2) ein die Blasluft aufheizender Erhitzer (4.28) vorgeschaltet ist.
Es folgen 8 Blatt Zeichnungen






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