| Dokumentenidentifikation |
DE19904680B4 06.05.2004 |
| Titel |
Verfahren zur Gewinnung von Salz aus Altsalz |
| Anmelder |
Holding Nehlsen GmbH & Co. KG, 28759 Bremen, DE |
| Erfinder |
Böning, Ernst, 26954 Nordenham, DE; Wittmaier, Martin, Dr., 28357 Bremen, DE |
| Vertreter |
Eisenführ, Speiser & Partner, 28195 Bremen |
| DE-Anmeldedatum |
04.02.1999 |
| DE-Aktenzeichen |
19904680 |
| Offenlegungstag |
17.08.2000 |
| Veröffentlichungstag der Patenterteilung |
06.05.2004 |
| Veröffentlichungstag im Patentblatt |
06.05.2004 |
| IPC-Hauptklasse |
C01D 3/14
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| Beschreibung[de] |
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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Gewinnung von Salz aus Altsalz
bzw. verunreinigtem bzw. benutztem Salz. In verschiedenen Industrien, insbesondere
in der Nahrungsmittel-/Fischindustrie werden große Mengen von Salz ge- und verbraucht.
Da sich Salz als Konservierungsmittel in der Fischverarbeitung durchgesetzt hat,
fallen dort auch sehr große Mengen verunreinigten Salzes an, welches nachfolgend
auch als Altsalz bezeichnet wird. Altsalz zeichnet sich dadurch aus, daß es mit
verschiedenen organischen und anorganischen Stoffen versetzt ist, die einer weiteren
Nutzung des Altsalzes entgegenstehen. Bisher wird Altsalz im wesentlichen in Deponien
entsorgt, was jedoch durch neuere Vorschriften (TA-Abfall) mehr und mehr problematisch
wird. Auch die Verklappung von Altsalz in den Meeren wurde mittlerweile gesetzlich
unter Verbot gestellt.
In der DE-43 18 875 wurde darüber hinaus
ein Verfahren zur Reinigung und zum Recyclen von Altsalzen aus Konservierungsprozessen
vorgeschlagen, wobei ein wesentliches Merkmal des dort beschriebenen Verfahrens
die Entfernung der organischen Bestandteile durch Erhitzen, ph-Einstellung und leichtes
Sieden mit einer nachgeschalteten Kristallisation sind, in der grobkörniges Salz
zur Wiederverwertung erzeugt wird. Die anschließende Trocknung des Salzes erfolgt
in einem indirekt beheiztem Trockner. Der wesentliche Gedanke bei diesem Aufbereitungsverfahren
besteht darin, daß das Altsalz unter Wärmezufuhr im Wasser vollständig aufgelöst
und anschließend zwecks ph-Einstellung mit Natronlauge versetzt wird, wodurch die
organischen Bestandteile (Fette, Eiweiße, Proteine) als Flocken ausfallen, die dann
in Filtern aufgefangen werden. Die Salz-/Wasserlösung wird dann zwecks weiterer
Flockung und Neutralisation mit Salzsäure versetzt, mit weiteren Filtern noch einmal
gereinigt und in der letzten thermischen Reinigungsstufe zugeführt, in der durch
Erhitzen der Reste der organischen Bestandteile aufgeflockt werden und sich an der
Oberfläche sammeln, von der sie abgeschöpft werden können. Das in DE
42 18 875 beschriebene Verfahren ist sehr aufwendig und überaus kostenintensiv,
was einer Umsetzung in der Praxis entgegensteht.
Ferner ist aus WO 90/08199 ein Verfahren und Vorrichtung zur Aufbereitung
von verunreinigten Mineralsalzen und Salzgemischen bekannt. Hierbei wird vorgeschlagen,
das verunreinigte Salz unter gleichzeitigem Rühren des Salzes auf eine Temperatur
von 350° aufzuheizen und das Salz unter Aufrechterhaltung der Rieselfähigkeit
von flüssigen und organischen Festbestandteilen zu reinigen. Es hat sich aber herausgestellt,
daß dieser Ansatz nicht zum gewünschten Erfolg führt und daß sich dasmit diesem
Verfahren gewonnene Salz sich nicht für die Weiterverarbeitung eignet.
In EP 0 373 268 ist die Oxydierung
organischer Stoffe in Wasser beschrieben. Hierbei wird ein Verfahren zum Oxydieren
von Bestandteilen organischer Verbindungen in einer wäßrigen Lösung beschrieben,
wobei bei dem Verfahren die wäßrige Lösung gleichzeitig Ozon, Wasserstoffperoxyd
und Ultraviolettbestrahlung in Mengen ausgesetzt wird, die ausreichen, den Betrag
an Bestandteilen organischer Verbindungen in der Lösung wesentlich zu verringern
und daß hierbei das Wasserstoffperoxyd der wäßrigen Lösung in Abständen während
der Oxydationsbehandlung zugegeben wird.
Aus DE 196 14 645 C1
ist ein Verfahren zur Gewinnung von nutzbarem Salz aus Altsalz bekannt.
JP 59-152217 A (Abstract)
oftenbart ein zweistuckiges Verfahren zur Reinigung von Alkalihologeniden.
Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zur Gewinnung
von Salz aus Altsalz bereitzustellen, bei der die vorbeschriebenen Nachteile vermieden
werden, wobei auf eine große Menge von Altsalz in einer industriellen Anlage zu
einem nutzbaren Salz aufbereitet werden können.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß mit einem Verfahren mit den Merkmalen
nach Anspruch 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den Unteransprüchen
beschrieben.
Die Erfindung schlägt unter anderem vor, zur Gewinnung von nutzbarem
Salz aus Altsalz das Altsalz in einen Reaktionsbehälter zu fördern, es dort mit
einem Oxydationsmittel, nämlich Wasserstoffperoxyd oder Ozon, in Kontakt zu bringen,
damit die dem Altsalz anhaftenden Verunreinigungen wirksam hiervon gelöst werden
können. Zur Verbesserung der Reaktionseffektivität kommt eine Erwärmung des Altsalzes
in einem Temperaturbereich von 20°C bis 200°C in Frage.
Als einfache Ausführung des Reaktionsbehälters bietet sich ein Rohr
an, welches zur Mischung des Altsalzes gedreht wird. Ist dieses Rohr leicht geneigt,
kann am Rohreingang ständig Altsalz zugeführt werden, während durch die Drehung
das Altsalz im Inneren zum Rohrausgang weiterbefördert wird und dort in ein Lager
und zur weiteren Reinigung entnommen werden kann. Als Verweilzeit des Altsalzes
im Reaktionsbehälter konnte je nach Verunreinigungsgrad/Oxydationsmittelart eine
Zeit von wenigstens 15 bis 60 Minuten bis 1 bis 2 Tagen als ausreichend ermittelt
werden.
Für den Transport und die Vermischung des Salzes im Inneren des Reaktionsbehälters
ist auch eine Mischschnecke geeignet, mittels der einfach und sehr kontrolliert
der Salztransport und die Salzvermischung gewährleistet werden kann.
Das Oxydationsmittel kann entweder flüssig (Wasserstoffperoxyd) oder
auch gasförmig (Ozon) in den Reaktionsbehälter eingetragen werden.
Nach Verlassen des Reaktionsbehälters bietet sich zur Ausreaktion an, das Salz nach
Verlassen des Reaktionsbehälters einem Zwischenlager zuzuführen und unter Umständen
– wenn notwendig – einem Trocknungsprozeß zuzuführen. Für die Trocknung
kommen Trocknungsaggregate, wie z.B. Scheibentrockner, in Frage.
1 zeigt ein Verfahrensfließbild zur erfindungsgemäßen
Aufbereitung von Altsalz. Nach der Annahme und der Lagerung des Altsalzes wird dies
einer optischen Sichtung, welche auch maschinell durchgeführt werden kann, zugeführt.
Hiernach wird ein Mischaggregat (Schnecke, Rührbehälter, Drehrohr) mit dem Altsalz
befüllt und im Bereich der Einfüllvorrichtung oder im Mischaggregat selbst wird
ein Oxydationsmittel in flüssiger (z.B. 30% Wasserstoffperoxydlösung, H2O2)
oder in gasförmiger Form (z.B. Ozon, O3) zudosiert. Die Menge des Oxydationsmittels
richtet sich nach der Art und Menge der Verunreinigungen im Salz. Es konnte bei
der erfindungsgemäßen Aufreinigung erreicht werden, daß z. B. mit etwa 5 bis 100g
H2O2 etwa 1 kg Altsalz gereinigt werden konnten (oder etwa
0,3 H2O2 für etwa 5 bis 25g Altsalz).
Im Mischaggregat oder im nachfolgenden Reaktionsbehälter kann zur
Unterstützung des Oxydationsprozesses eine Erwärmung des Salzes erfolgen. Die dabei
gewählte Temperaturerhöhung hängt von der Höhe und Art der Verunreinigung sowie
von der Art und Konzentration des Oxydationsmittels ab und kann in weiten Bereichen
variiert werden.
Von dem Mischaggregat wird das mit Oxydationsmittel behandelte bzw.
vermischte Salz in ein Lager überführt, in dem das Oxydationsmittel ausreagieren
kann.
In Abhängigkeit der nachfolgenden Verwertung/Nutzung kann das gewonnene
Salz in einem Trocknungsaggregat, z.B. Scheibentrockner getrocknet werden.
Es konnte gefunden werden, daß sich das aus Altsalz gewonnene Salz
sehr gut als Streusalz eignet.
Durch die Erfindung werden Fette, Eiweiße, etc. durch das Oxidationsmittel
im wesentlichen zu CO2 (Kohlendioxid) und Wasser (H2O) aufoxidiert.
Das CO2 gast aus. Ammonium und Schwefelwasserstoff werden in Nitrat bzw.
Sulfat überführt, das als natürlicher Rückstand im Altsalz noch vorhanden ist. Wie
das erfindungsgemäße Verfahren kann das verunreinigte Altsalz fast rückstandsfrei
gereinigt werden, so daß das gereinigte Produkt einen 99%igen Salzanteil aufweist.
Als Reaktionsbehälter kommen grundsätzlich fest installierte Behälter
oder auch Container oder Rohre in Frage. Aus fest installierten Behältern würde
das Altsalz über Austragssysteme (z. B. Förderschnecken) ausgetragen werden können.
Dies kann kontinuierlich oder diskontinuierlich geschehen. Alternativ können auch
Container benutzt werden, wie sie in der Abfallwirtschaft üblich eingesetzt werden,
z. B. 36 m3-Container auf Abgleitkipperbasis. Die Container müssen dann
gedichtet, isoliert und gegen Korision geschützt werden.
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| Anspruch[de] |
- Verfahren zur Reinigung von Altsalz bzw. zur Gewinnung von nutzbarem
Salz unter Verwendung eines Reaktionsbehälters, in dem das Altsalz vermischt wird,
wobei in den Reaktionsbehälter ein Oxidationsmittel, nämlich Wasserstoffperoxid
und/oder Ozon, eingebracht wird und das Altsalz vor dem Einbringen in den Reaktionsbehälter
und/oder in diesem auf eine Temperatur im Bereich von etwa 20°C bis 200°C,
bevorzugt 20°C bis 80°C, erwärmt wird, und wobei das Altsalz im Reaktionsbehälter
zumindest im wesentlichen in fester Form vorliegt.
- Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Reaktionsbehälter
ein Rohr ist und dass zur Mischung des Altsalzes eine Mischeinrichtung im oder außerhalb
des Reaktionsbehälters vorgesehen ist.
- Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass kontinuierlich Altsalz durch den Reaktionsbehälter transportiert wird, wobei
vorzugsweise die Mischeinrichtung auch gleichzeitig das Altsalz durch den Reaktionsbehälter
transportiert.
- Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass etwa 0,1 g – 1 g Oxidationsmittel für die Reinigung von etwa 5 g –
25 g Altsalz eingesetzt werden.
- Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass zur Vermischung des Altsalzes eine Mischeinrichtung inner- oder außerhalb des
Reaktionsbehälters vorgesehen ist.
- Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass die Mischeinrichtung eine Mischschnecke ist.
- Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass das Oxidationsmittel in fein vernebelter Form und/oder als Gas und/oder in
flüssiger Form in den Reaktionsbehälter eingebracht wird.
- Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass das im Reaktionsbehälter behandelte Salz nach der Behandlung im Mischbehälter
in ein Lager überführt wird, in welchem ein Ausreaktionsprozess
erfolgt und dass gegebenenfalls zur Unterstützung dieses Ausreaktionsprozesses die
Temperatur im Lager/Lagerbehälter durch Isolation und/oder durch Beheizung auf einem
erhöhten Niveau gehalten wird.
- Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass das behandelte Salz in einem Trocknungsaggregat, z. B. einem Scheibentrockner
getrocknet wird.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen
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