Die Erfindung bezieht sich auf ein Elektrozaungerät mit einem Transformator
geringer Masse.
Elektrozaungeräte dienen dazu, Flächen, insbesondere Felder, gegen
das Eindringen oder das Verlassen z.B. eines Tieres zu schützen. Diese Zäune umfassen
im wesentlichen ein Leiterelement, wie z.B. einen Draht, ein Kabel oder ein Band,
welches das zu schützende Gebiet begrenzt, und einen Elektrifizierer, der auf das
Leiterelement Impulse hoher Spannung und kontrollierter Energie senden kann. Um
die Isolierung zwischen dem Leiterelement des Zauns und der Stromversorgungsquelle
des Elektrifizierers zu gewährleisten, umfaßt dieser einen Transformator, der auch
das Anheben der Spannung der Ausgangsimpulse auf den erforderlichen Wert gewährleistet.
Wenn die Energie des an das Leiterelements des Zauns angelegten Impulses
wesentlich erhöht werden soll, ist es daher notwendig, einen nicht gesättigten magnetischen
Kreis, das heißt einen magnetischen Kreis mit größerem Querschnitt und somit größeren
Abmessungen und größerer Masse und höheren Kosten zu verwenden.
Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, ein Elektrozaungerät
bereit zu stellen, das es gestattet Impulse großer Energie mit einem Transformator
geringer Masse auf ein den Zaun berührendes Tier zu übertragen.
Die erfindungsgemäße Lösung der Aufgabe ist im Anspruch 1 angegeben.
Durch die Erzeugung von Impulsfolgen in Form jeweils eines komplexen Impulses mit
einer Gesamtdauer von weniger als 20 ms wird erreicht, daß ein den Zaun berührendes
Tier diesen komplexen Impuls als einen einzigen Gesamtimpuls fühlt, dessen Energie
der Summe der Energien der Einzelimpluse entspricht. Dadurch kann eine hohe Impulsenergie
auf das Tier übertragen werden, ohne daß die Energie jedes Einzelimpulses erhöht
zu werde braucht.
Weitere vorteilhafte Merkmale zur Weiterbildung der Erfindung sind:
- – Die Primärseite des Transformators ist zwischen den gemeinsamen Punkt
der Speicherkondensatoren und den gemeinsamen Punkt der Thyristoren geschaltet;
- – Jeder der Speicherkondensatoren ist mit einer Diode in Reihe geschaltet,
wobei die Dioden einen gemeinsamen Punkt haben;
- – Der gemeinsame Punkt der Dioden ist die Kathode;
- – Der gemeinsame Punkt der Dioden ist die Anode;
- – Jeder Schaltungszweig, der einen Kondensator und eine Diode in Reihe
aufweist, ist zwischen dem gemeinsamen Punkt der Kondensatoren und dem gemeinsamen
Punkt der Dioden geschaltet;
- – Die Entladung der Kondensatoren wird durch eine programmgesteuerte elektronische
Schaltung sequentiell abgerufen.
Weitere Merkmale ergeben sich aus der nun folgenden Beschreibung anhand
der beigefügten Zeichnung, wobei:
1 ein vereinfachtes partielles elektrisches
Schaltbild eines Elektrifizierers nach dem Stand der Technik zeigt;
2 eine Kurve ist, die den zeitlichen
Verlauf der Klemmenspannung eines Kondensators zur Energiespeicherung während des
Abgebens eines Impulses zeigt;
3 eine Kurve ist, die den allgemeinen
Verlauf der zeitlichen Entwicklung der magnetischen Induktion (magnetischen Flußdichte)
in Abhängigkeit vom Magnetfeld in dem magnetischen Kreis des Transformators von
1 zeigt;
4 ein vereinfachtes partielles elektrisches
Schaltbild einer ersten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Elektrifizierers
zeigt; und
5 ein vereinfachtes partielles elektrisches
Schaltbild einer zweiten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Elektrifizierers
zeigt.
In 1 ist der bekannte Elektrifizierer
durch einen Kondensator 1 zur Speicherung elektrischer Energie, einen Transformator
4-5-6 zur Isolierung und Anhebung der Spannung sowie einen Thyristor
2 mit Gate-Anschluß 3 symbolisch dargestellt. Eine Diode
7 ist am Thyristor 2 in der herkömmlichen Weise umgekehrt geschaltet.
Zwischen den Klemmen 23, 24 der Sekundärseite 5 des Transformators
ist das nicht dargestellte Leiterelement des Zauns geschaltet.
Der Kondensator 1 wird unter einer Spannung Vc von mehreren
100 Volt durch eine an sich bekannte, nicht dargestellte Ladeschaltung geladen,
die an den Eingangsklemmen 21, 22 liegt. Mit einer Periode von
etwa einer Sekunde wird ein Steuerungssignal an den Gate-Anschluß 3 des
Thyristors 2 angelegt, der leitend wird. Der Kondensator 1 entlädt
sich dann in der Primärwicklung 4 des Transformators. Der magnetische Kreis
6 gewährleistet die Kopplung der Primärseite 4 mit der Sekundärseite
5. An den Klemmen der Sekundärseite 5 wird ein Hochspannungsimpuls
z.B. mit mehreren 1000 Volt abgegeben. Während der Entladung des Kondensators
1 nimmt die magnetische Induktion in dem magnetischen Kreis 6
zu, und danach wieder ab.
2 gibt den zeitlichen Verlauf der Spannung
an den Klemmen des Kondensators 1 im Verlaufe einer Entladung. Am Punkt
A wurde der Kondensator auf seine maximale Spannung geladen, und der Thyristor
2 wird leitend gemacht. Die Spannung an den Klemmen des Kondensators
1 nimmt ab, geht am Punkt B durch Null hindurch, woraufhin sie aufgrund
der Selbstinduktion durch die Primärseite des Transformators negativ wird. Vom Punkt
C aus nimmt die Spannung an den Klemmen des Kondensators 1 zu, bis sie
den Wert Null am Punkt A' erreicht.
Zwischen den Punkten C und A' ändert der die Primärseite
4 durchquerende Strom die Richtung und tritt durch die Diode
7 hindurch.
3 zeigt den zeitlichen Verlauf der Induktion
in Abhängigkeit von der magnetischen Feldstärke in dem magnetischen Kreis
6 im Verlaufe derselben Entladung. Die Gesetze des Magnetismus zeigen,
daß die zeitliche Änderung der magnetischen Induktion in dem magnetischen Kreis
6 proportional zu der an der Primärseite 4 des Transformators
angelegten Spannung ist, wobei bei der Proportionalitätskonstante hauptsächlich
der Querschnitt des magnetischen Kreises 6 auftritt.
Zwischen den Punkten A und B von 2 ist
die Spannung an den Klemmen des Kondensators 1 positiv, weshalb die magnetische
Induktion zunimmt und ihr Maximum Bmax am Punkt B von 3
erreicht. Zwischen den Punkten B, C und A' von 2 ist
die Spannung an den Klemmen des Kondensators 1 negativ, weshalb die magnetische
Induktion abnimmt.
Die genaue Form der Spannung an den Klemmen des Kondensators
1 in Abhängigkeit von der Zeit wie auch die Induktion in Abhängigkeit vom
Magnetfeld hängt selbstverständlich von den Werten der Elemente sowie von der Beschaffenheit
des den magnetischen Kreis 6 bildenden Materials ab. Wenn ein dauerhafter
Zustand erreicht ist, findet man bei jedem Impuls einen zum vorherigen identischen
Verlauf wieder, und der magnetische Kreis befindet sich am Ende des Impulses in
einem Zustand, der mit dem, den er zu Beginn hatte, identisch ist. In dem Diagramm
von 3 verschmelzen daher die Punkte A und A' und stellen
den Anfangszustand des magnetischen Kreises dar.
In 4 sind die Eingangsklemmen
21 und 22 mit der bekannten und nicht dargestellten Ladeschaltung
wie in 1 verbunden. Zwischen diesen Klemmen
21 und 22 ist eine Diode 12 geschaltet, die dieselbe
Aufgabe hat wie die Diode 7 von 1. Die Primärseite
4 des Transformators ist zwischen der Eingangsklemme 21 und einem
gemeinsamen Punkt 10 geschaltet. Mehrere Speicherkondensatoren
1, 1',... 1'' sind zwischen dem gemeinsamen Punkt
10 und der Eingangsklemme 22 parallel geschaltet, wobei jeder
dieser Kondensatoren mit einer jeweiligen Diode 8, 8',...
8'' in Reihe geschaltet ist, um zu verhindern, daß sie sich ineinander
entladen. Der gemeinsame Punkt bei der Kathode der Dioden 8,
8',... 8'' ist einerseits mit der Anode der Diode 12
und andererseits mit der Eingangsklemme 22 verbunden. Parallel zur Primärseite
4 und zu jedem der Kondensatoren zur Energiespeicherung 1,
1',... 1'' ist ein jeweiliger Thyristor 2,
2',... 2'' jeweils mit einem Gate-Anschluß 3,
3',... 3'' geschaltet.
Zwischen dem gemeinsamen Punkt 10 der Kondensatoren
1, 1',... 1'' und dem gemeinsamen Punkt 11 der
Anoden der Thyristoren 2, 2',... 2'' ist die Primärseite
4 des Transformators zur Isolierung und Spannungserhöhung geschaltet, die
über den magnetischen Kreis 6 mit der Sekundärseite 5 gekoppelt
ist, deren Ausgangsklemmen 23, 24 das Leiterelement des Zauns
speisen.
In 5 tragen dieselben Bestandteile wie
in 4 dieselben Bezugsziffern, und die Anordnung der
Dioden 8, 8',... 8'' ist bezüglich der Speicherkondensatoren
1, 1',... 1'' umgekehrt. Der gemeinsame Punkt der Dioden
8, 8',... 8'' ist mit der Eingangsklemme 21
und mit der Kathode der Diode 12 verbunden. Die Primärseite 4
des Transformators ist zwischen dem gemeinsamen Punkt 10 der Kondensatoren
und dem gemeinsamen Punkt 11 der Kathoden der Thyristoren 2,
2',... 2'' geschaltet.
In den beiden Ausführungsbeispielen von 4
und 5 ist jeder Zweig der Schaltung, der
einen Kondensator und eine Diode in Reihe enthält, zwischen dem gemeinsamen Punkt
der Kondensatoren und dem gemeinsamen Punkt der Dioden geschaltet.
Bei den beiden Ausführungsbeispielen von 4
und 5 ist die Funktionsweise des Elektrifizierers
dieselbe. Die Kondensatoren 1, 1',... 1'' werden auf
dieselbe Spannung Vc von mehreren 100 Volt durch ein bekanntes und nicht dargestelltes
Mittel geladen. Die Dioden 8, 8',... 8'' gewährleisten,
daß die Kondensatoren 1, 1',... 1'' auf dieselbe Spannung
geladen werden und daß jeder individuell ohne Änderung des Zustands der anderen
Kondensatoren entladen werden kann.
Ein Steuerungsimpuls wird an dem Gate-Anschluß 3 des Thyristors
2 angelegt, der wieder leitend wird. Der Kondensator 1 wird durch
die Primärseite 4 des Transformators entladen, und ein erster Impuls tritt
an den Klemmen der Sekundärseite 5 auf. Die Kondensatoren 1' und
1'' bleiben durch die vorhandenen Dioden 8' und 8'' geladen,
die verhindern, daß er sich in den Kondensator 1 entlädt. Wenn am Ende
dieses ersten Impulses der magnetische Kreis 6 in seinen Anfangszustand
am Punkt A' von 3 zurückgekehrt ist, wird ein Steuerungsimpuls
an dem Gate-Anschluß 3' des Thyristors 2' angelegt, der wieder
leitend wird. Der Kondensator 1' wird durch die Primärseite 4
des Transformators entladen, und ein zweiter Impuls tritt an den Klemmen der Sekundärseite
5 auf. Der Vorgang wiederholt sich, bis der letzte Thyristor
2" leitend gemacht wird und den letzten Kondensator 1'' entlädt.
Somit tritt an der Sekundärseite ein komplexer Impuls auf, der aus
einer Reihe mehrerer aufeinanderfolgender individueller Impulse besteht. Wenn alle
Kondensatoren 1, 1',... 1'', die unter derselben Spannung
geladen werden, gleich sind, liefert jeder individuelle Impuls an der Sekundärseite
6 des Transformators dieselbe Energie. Wenn die Kondensatoren nicht alle
dieselbe Kapazität haben, sind die an der Sekundärseite zugeführten Energien unterschiedlich.
In beiden Fällen ist die Energie des komplexen Impulses die Summe der Energien der
Einzelimpulse. Die Größenordnung der Dauer eines Einzelimpulses liegt zwischen einigen
100 &mgr;s und 1 bis 2 ms. Die pysiologischen Phänomene, welche die Ursachen der
Schmerzempfindung sind, die ein Tier beim Berühren des Zaundrahtes spürt, haben
Ansprechzeiten von mehreren 10 bis mehreren 100 ms. Solange die Gesamtdauer des
komplexen Impulses unter etwa 20 ms bleibt, ist daher die von dem Tier gespürte
Empfindung identisch zu derjenigen, die es spürt, wenn es einen einzigen Impuls
empfängt, dessen Energie gleich der Summe der Energien der Einzelimpulse wäre.
Mit einem Transformator, dessen magnetischer Kreis eine geringe Masse
hat und der eine Energie E unter guter Ausbeute übertragen kann, ermöglicht es daher
der erfindungsgemäße Elektrifizierer, der mit mehreren Kondensatoren zur Speicherung
einer individuellen Energie ausgestattet ist, die höchstens gleich E ist, und die
der Reihe nach entladen werden können, zu dem Leiterelement des Zauns den Gegenwert
eines Impulses zu übertragen, dessen Energie die Summe der durch die Kondensatoren
gespeicherten Einzelenergien ist (wobei die Zahl der Kondensatoren mindestens gleich
2 ist).
Wenn dieselbe Energie durch einen Elektrifizierer gemäß dem Stand
der Technik übertragen werden müßte, hätte der zu verwendende Transformator viel
größere Abmessungen und somit eine viel größere Masse und Kosten.
Als Beispiel ermöglichen es gemäß dem in 1
dargestellten Stand der Technik ein Speicherkondensator mit 25 &mgr;F und ein 1
kg wiegender Transformator, an die Sekundärseite unter einer Spannung von 6 bis
7 kV einen Impuls abzugeben, der einer Energie von etwa 4 J entspricht. Dieser Impuls
hat eine Dauer von etwa 0,4 ms.
Erfindungsgemäß werden zwei Kondensatoren mit jeweils 12 &mgr;F an
der Primärseite verwendet, und sie ermöglichen es, an die Sekundärseite jeweils
einen Impuls unter einer Spannung von 6 bis 7 kV abzugeben, was einer Energie von
etwa 2 J entspricht. Jeder Impuls hat eine Dauer von 0,2 ms.
Die beiden Impulse sind durch ein Intervall von etwa 5 ms getrennt,
was notwendig ist, damit der magnetische Kreis nach der Entladung des ersten Kondensators
in seinen anfänglichen Zustand zurückkehrt, und ausreicht, damit das Tier, das den
Zaun berührt, nur einen Gesamtimpuls von 4J wahrnimmt. In einem solchen Fall wiegt
der Transformator nur 0,3 kg, wodurch eine nennenswerte Einsparung an Gewicht, Platzbedarf
und Kosten im Vergleich zum Stand der Technik erzielt wird.
Um die Reihenfolge der aufeinanderfolgenden Entladungen der Kondensatoren
zu gewährleisten, ist es notwendig, die Periodizität der Steuerungssignale der Gate-Anschlüsse
der Thyristoren zu steuern. Diese Periodizität kann durch eine Steuerungsschaltung
gewährleistet werden, wobei es sich entweder um eine Analogschaltung oder um eine
programmgesteuerte elektronische Schaltung handeln kann.
Sobald der magnetische Kreis 6 nach einer Entladung eines
Speicherkondensators in seinen Anfangszustand zurückgekehrt ist, ist es erfindungsgemäß
möglich, die Entladung eines weiteren Speicherkondensators usw. durchzuführen. Bei
einem Elektrifizierer des Stands der Technik (1) muß
man jedoch darauf warten, daß der Kondensator erneut geladen wird, um eine neue
Entladung durchzuführen.