Bureaux, John G., Orleans, Ontario, CA; Cowan, George, Brunstown, Ontario, CA; Cundasamy, Edward N., Orleans, Ontario, CA; Purdon, Garfield J., S.E. Medicine Hat, Alberta, CA
Erfinder
Bureaux, John G., Orleans, Ontario K4A 3J6, CA; Cowan, George, Burnstown, Ontario K0J 1G0, CA; Cundasamy, Edward N., Orleans, Ontario K4A 3S7, CA; Purdon, Garfield J., S.E. Medicine Hat, alberta T1B 3K6, CA
Vertreter
Wenzel & Kalkoff, 58452 Witten
DE-Aktenzeichen
60003159
Vertragsstaaten
AT, BE, CH, CY, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE
Die Erfindung betrifft schaumbildende Kompositionen mit blastunterdrückenden/eindämmenden
Eigenschaften
HINTERGRUND DER ERFINDUNG
Behelfsmäßige Sprengvorrichtungen (IEDs = Improvised Explosive Devices)
stellen eine zunehmend gefährliche Bedrohung unserer Gesellschaft dar, insbesondere
wenn sie ein toxisches chemischbiologisches Mittel [CB-Kampfmittel] enthalten. Es
ist von ausschlaggebender Bedeutung, sowohl die Blastwirkung (Druckwellen, Hitzeentwicklung
und Schrapnell) als auch die beim Einsatz derartiger Mittel freigesetzten, das CB-Mittel
enthaltenden Aerosole einzudämmen. Außerdem stellen die CB-Mittel ein Dekontaminationsproblem
dar, wenn sie auf die Oberfläche von Geräten und Fahrzeugen gelangen oder auf dem
Boden verschüttet werden.
In den letzten zehn Jahren sind zahlreiche Patente und Schriften über
die Anwendung von Schaum zur Unterdrückung der Blastwirkung erschienen. So beschreibt
z.B. Clark in den US-Patenten 4,451,947 und 4,5898,341 ein verbessertes Blastunterdrückungsverfahren
mit Brandbekämpfungsschäumen, die in einem rohrförmigen Sperrkörper eingeschlossen
sind. Typischerweise haben die Schäume ein Expansionsverhältnis von 50 : 1 bis zu
1000 : 1, aber es fehlen Angaben zu ihrer Komposition. Bei der vorliegenden Erfindung
geht es hauptsächlich um die Methodik, den Schaum an einer günstigen Stelle einzudämmen.
In dem der Firma Broken Hill Ltd. zugeschriebenen US-Patent 4,964,329
wird eine Komposition beschrieben, die eine Mischung aus einer verschäumbaren Flüssigkeit
und einem Zusatzmittel aus Feststoffteilchen darstellt, das als Dispersion im Schaum
mitgeführt wird. Es wird geltend gemacht, die Dispersion habe eine schalldämpfende
und Schockwellen dispergierende Wirkung.
Das US-Patent 4,442,018 von P. Rand beschreibt eine Schaumkomposition,
die sich als blastunterdrückend erweist. Derartige Kompositionen enthalten eine
Kombination aus wasserlöslichem Polyacrylsäure-Polymer, einem Schaumstabilisator
aus Docedylalkohol, einem Tensid und einem Lösungsmittel.
Das sehr interessante US-Patent 5,434,192 beschreibt eine Komposition
aus Tensiden und Stabilisatoren, die aus einer Mischung eines modifizierten natürlichen
und synthetischen Polymers und Lösungsmitteln besteht und in der Lage ist, Schaum
zu erzeugen, der bei Temperaturen zwischen ca. 22° C und 40° C zwölf Stunden
bis mehrere Tage lang beständig bleibt. Ein solcher Schaum wird dazu verwendet,
die Emission von flüchtigen Gasen und Dämpfen zu unterdrücken.
Es steht eine Anzahl von Containment-Optionen zur Verfügung. Ursprünglich
unternahmen wir Blasttests mit dem Schaumprodukt AFFF, das wir in Nylonglockenzelten
eindämmten, die über der bedrohten Stelle aufgestellt wurden. Die Ergebnisse waren
sehr ungleichmäßig. Der Schaum löste sich sehr schnell auf, denn er war entweder
zu wässrig oder zu leicht und luftig. Zu den in dieser Phase gewonnenen Erfahrungen
gehörte die Erkenntnis, dass die physikalische Form des Schaumes sehr stark von
der Durchsatzleistung, den Tensidanteilen und der Düseneinstellung abhängt.
Diese Arbeiten führten zur Entwicklung des Containment-Systems, das
in dem von selben Erfinder am 12. Dezember 1997 angemeldeten US-Patent 60/069,533
beschrieben wird. Zu jenem System gehört eine zeltartige Umfassung, die über einer
behelfsmäßige Sprengvorrichtung aufgestellt und mit einem luftaspirierten wässrigen
Schaummaterial gefüllt wird, das wir Dispersionsunterdrückungs-Schaum [DSF = Dispersal
Suppressant Foam] nennen. Danach wird die IED detoniert, und das dabei entstehende
Schrapnell innerhalb der Umfassung eingedämmt (contained). Das damals von uns verwendete
Schaummaterial war ein Produkt, das unter dem Warenzeichen SILVEX gehandelt wird.
Seine Formulierung wird in US-Patent 4,770.794 beschrieben, das am 13. September
1988 erteilt wurde.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
Gemäß einem Aspekt der Erfindung wird eine schaumbildende Komposition
mit blastunterdrückenden Eigenschaften vorgesehen, bestehend aus (a) einem Tensid
(40–80 Gew.-%), (b) einem Schaumstabilisator (0–7 Gew.-%), (c) einem
Polyalkylenglykol (10-30 Gew.-%) und (d) Wasser (Rest bis zu 100 %).
In einer erfindungsgemäßen Ausführungsform weist das Polyalkylenglykol
die chemische Formel R1-(OCH(CH3)CH2)n-OR2
auf, wobei R1 und R2 unabhängig aus H, einem Alkyl oder einer
Estergruppe und n > 1 besteht. Die Alkylgruppe kann aus einer Methyl-, Ethyl-, Propyloder
Butylgruppe oder einer Mischung derselben bestehen. In einem Ausführungsbeispiel
ist R1 oder R2 Wasserstoff. In einem anderen Ausführungsbeispiel
sind sowohl R1 als auch R2 Wasserstoff.
Alternativ ist das Polypropylenglykol ein partiell ätherisiertes Polypropylenglykol-Derivat
derselben Formel R1-(OCH(CH3)CH2)n-OR2,
wobei jedoch entweder R1 oder R2 unabhängig H oder eine Alkylgruppe
und n > 1 darstellen kann. Auch hier kann die R1 oder
R2 darstellende Alkylgruppe aus einer Methyl-, Ethyl-, Propyl- oder Butylgruppe
oder einer Mischung derselben bestehen.
In einer Ausführungsform besteht das Tensid aus einer Komposition
der Formel [R(OCH2CH2)nX]aMba,
wobei R eine Alkylgruppe mit zwischen acht und achtzehn Kohlenstoffatomen darstellt,
n eine ganze Zahl zwischen 0 und 10 darstellt, X aus der Gruppe SO32–,
SO42–, CO32– und PO43–
gewählt ist, M ein Alkalimetall, ein alkalines Erdmetall, ein Ammonium- oder Aminderivat
darstellt, a die Valenz von M und b die Valenz von [R(OCH2CH2)nX]
darstellt; oder aus einer Komposition nach der Formel [R-CH=CH(CH2)m-X]aMb,
wobei R eine Alkylgruppe mit acht bis achtzehn Kohlenstoffatomen darstellt, m eine
ganze Zahl zwischen 0 und 3 darstellt, X aus der Gruppe SO32–,
SO42–, CO32– und PO43–gewählt
ist, M ein Alkalimetall, ein alkalines Erdmetall, Ammonium- oder Aminderivat darstellt,
a die Valenz von M und b die Valenz von [R-CH=CH(CH2)m-X]
darstellt; oder aus einer Komposition derselben.
NÄHERE ERLÄUTERUNG ANHAND DER ZEICHNUNGEN
1 ist eine grafische Darstellung der
Verschäumungseigenschaften in Abhängigkeit von der Tensidkonzentration;
2 ist eine grafische Darstellung der
Schaumstabilität ausgewählter Tenside und Tensidmischungen;
3 ist eine grafische Darstellung der
Schaumstabilität in Abhängigkeit von den Laurylalkoholanteilen in der Lösung;
4 ist eine grafische Darstellung der
Schaumexpansion in Abhängigkeit der Haftmittelanteile in der Lösung;
5 ist eine grafische Darstellung der
Schaumstabilität in Abhängigkeit der Haftmittelanteile in der Lösung;
6 ist eine Darstellung der Konzentrationswerte
von Methylsalicylat (Gelbkreuzsimulat) in den Versuchskammern nach zwei Referenzschüssen
(ohne Umfassung) und drei Testvorrichtungsschüssen (Umfassung mit Schaum + Zelt
über der Vorrichtung und anschließender DSF-Einspritzung). Mehr als 90 % des Kampfmittels
wurden erfasst und eingedämmt;
7 ist eine Darstellung des im Laufe von
30 Minuten in der Versuchskammer gemessenen Konzentrationsanstiegs.
Zu beachten: Es handelt sich um dieselben Schüsse wie in 6,
aber die Referenzschüsse sind des größeren Maßstabs wegen nicht dargestellt;
8 ist ein Vergleich zwischen unmitigierten
Referenzschüssen und Testschüssen. Das Simulat bildete ein feines Aerosol, das sich
wie ein biologisches Kampfmittel verhielt. Etwa 95 % des Simulats wurden erfasst;
9 zeigt die mit einem auf 1,5 m Abstand
angebrachten Druckmessgeber gemessenen Überdruckwerte. Die Referenzschüsse waren
zwischen 6 und 7 PSI [ca. 0,4–0,5 kPa]. Die Testschusswerte waren nahezu unbedeutend.
Die Umfassung zerriss nicht, und der gesamte Inhalt blieb im Zelt;
10 zeigt die Konzentrationen eines Simulats
in der Versuchskammer nach einem unmitigierten Referenzschuss und einem eingedämmten
Schuss. Ebenfalls gezeigt wird die Letalstufe von Sarin nach einer Einwirkungszeit
von 1 min. Ein hoher Anteil an Simulat wurde erfasst;
11 zeigt die Überdruckwerte bei angegebenen
Abständen von der Vorrichtung für einen unmitigierten und einen eingedämmten Schuss.
Die Ergebnisse zeigten ein Überdruck-Containment von ca. 90 %;
12 zeigt die mit DAAMS-Tuben-Probenehmern
in einem nach 13 im Freien durchgeführten Test ermittelten
Luftkonzentrationen des Simulats. Hiermit wurde eine außerhalb eines Gebäudes ausgelöste
Vorrichtung simuliert. Die mit dem Testschusses ermittelten Daten weisen auf ein
Containment von mehr als 95 % hin;
13 zeigt die Aufstellung der DAAMS-Tuben-Probenehmer
auf dem Schießplatz;
14 zeigt die bei zwei Tests (einem unmitigierten
und einem eingedämmten Test) ermittelten Überdruckwerte. Die mit dem eingedämmten
Schuss ermittelten Werte waren kaum messbar (< 1 PSI = ca. 0,07 kPa);
15 zeigt einen unmitigierten Referenzschuss
und drei eingedämmte Testschüsse mit verschiedenen Explosivstoffmengen (wie aufgeführt).
Aufstellung der Probenehmer wie in 13. Das erzielte
Containment war mehr als 95 %;
16 zeigt die im Abstand von 1,5 m von
der Testvorrichtung gemessenen Überdruckwerte bei einem unmitigierten und drei eingedämmten
Schüssen, jeweils mit verschiedenen Explosivstoffladungen (wie aufgeführt). Die
Überdruckwerte wurden um mehr als 95 % verringert.
AUSFÜHRLICHE BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
Die erfindungsgemäße Blastunterdrückungs-Komposition enthält:
A. Schaumbildner/Tenside
B. Schaumstabilisatoren
C. Haftmittel/Lösemittel.
A. SCHAUMBILDNER/TENSIDE
Zu den erforderlichen Eigenschaften gehören:
1) sie müssen qualitativ hochwertige Schäume in einem weiten pH-Bereich erzeugen;
2) sie müssen mit anderen Tensiden und Tensidmischungen kompatibel sein;
3) sie müssen mit hartem Süßwasser sowie mit Salzwasser verträglich sein;
4) sie müssen eine gute emulgierende Wirkung haben.
Beispiele:
1) Alkylsulfate;
2) Alkyläthersulfate;
3) Alkylpolyglykoside;
4) &agr;-Olefinsulfonate;
5) Alkylsulfosuccinate.
B. STABILISATOREN
Es ist bekannt, dass langkettige Fettalkohole dem Schaum generell
eine hohe Stabilität verleihen.
C. HAFTMITTEL/LÖSEMITTEL
Haftmittel solubilisieren die Tenside, verbinden sie mit den Stabilisatoren
und wirken schaumfördernd und stabilisierend. In bekannten Schäumen sind die Haftmittel
Glykoläther. In der vorliegenden Erfindung werden sie wie nachstehend erläutert
durch Verschnittmittel ersetzt.
A. SCHAUMBILDNER
Die für jedes Tensid prozentuale Lösungsmenge für die optimale Verschäumbarkeit
wurde ermittelt, indem das erzeugte Schaumvolumen als Funktion der prozentualen
Konzentration aufgetragen wurde. Die fünf vorstehend genannten Tensidarten wurden
untersucht, und die Ergebnisse in 1 dargestellt.
Diese Ergebnisse führten zur Feststellung, dass die verschiedenen
Tensidklassen bei einem sehr engen Konzentrationsbereich ein sehr ähnliches Verschäumbarkeitsverhalten
zeigen.
Die Alkyläthersulfatgruppe, insbesondere die C12-C14-Alkyläthersulfate
und die kürzerkettigen C8-C-10-Analoge bewährten sich gut in Süßwasser wie auch
in Salzwasser.
Die bevorzugten Alkyläthersulfate gehören zu zwei Gruppen:
1.) RnH2n+1(OCH2CH2On)mSO4
–M+, wobei R = C8–C18, aber
hauptsächlich C12 und C14; n = 0–10; m = 2–3,
aber im Durchschnitt 2,3; und M = Na+ oder NH4+;
und
2.) zur selben Gruppe wie 1.) gehörig, wobei aber R nur = C8-C10
ist.
Es war auch interessant, festzustellen, dass die 50/50-Mischung aus
C8-C10-Alkyläthersulfaten und C12-C14-Alkyläthersulfaten in Salzwasser nicht an
Verschäumbarkeit verlor. Es wäre denkbar, dass die Mizellen der kürzerkettigen Tenside
die längerkettigen Analoge solubilisieren. Es wurde ferner festgestellt, dass sich
bei Verwendung von zwei verschiedenen Bestandteilen die Salzwasserverträglichkeit
verbesserte. Auch diese Erscheinung dürfte auf die Solubilität der gemischten Mizellen
zurückführbar sein.
Es war interessant, festzustellen, dass das aus gemischten Tensiden
bestehende System eine gute zeitliche Stabilität der verdünnten Lösung zeigt (2).
Wie in 2 dargestellt wird, ist bekannt, dass die Verschäumbarkeit
eines einzigen Tensidsystems typischerweise mit der Zeit nachlässt. Das liegt daran,
dass sich mit der Zeit ein Äquilibrium einstellt. Es scheint, dass sich dieses Äquilibrium
bei Verwendung von zwei Tensidsystemen beschleunigt einstellt.
B. STABILISATOREN
Langkettige, oft wasserunlösliche polare Verbindungen mit geradkettigen
Kohlenwasserstoffgruppen von etwa derselben Länge wie die hydrophobische Tensidgruppe,
d.h. langkettige Fettalkohole.
Der allgemein als „Laurylalkohol" bekannte Fettalkohol (C12-C14-Linearalkohol
70:30) ergab den besten Stabilisator für die untersuchte Tensidgruppe. Es wurde
festgestellt, dass die maximale Schaumstabilität mit einer ca.15±2 Tensidgewichts-
% entsprechenden Laurylalkohol-Konzentration (auf aktiver Basis) erzielt werden
konnte. Die Verwendung von höheren Laurylalkoholmengen hatte eine erhebliche Verringerung
der Schaumexpansion zur Folge (3).
C. DIE WIRKUNG VON HAFTMITTELN/LÖSEMITTELN
Allgemein läßt sich feststellen, dass bei jeder Tensidkonzentration
mit der Haftmittelmenge nicht nur die Verschäumbarkeit steigt, sondern dass –
wie in 4 und 5
gezeigt wird – auch die Schaumstabilität zunimmt.
DIE WAHL DER INGREDIENZENA. SCHAUMBILDNER
Nach der vorläufigen Untersuchung wurde entschieden, die Ingredienzen
weiter einzuengen und auf folgende spezifische Tenside zu beschränken:
1) Alkyläthersulfate C8-C10: Cedepal®FA-406 und C12-C 14: Cedepal®TD-407
von Stepan Co.
2) &agr;-Olefinsulfonate: Bio-Terge® AS-90 und Stepantan®
AS-12, ebenfalls von Stepan Co.
3) Dialkylnatriumsulfosuccinat: Aerosol®-OT.
B. STABILISATOREN
1) Dodecanol: Lorol® 70:30, eine Mischung aus C12-C14-Aliphatenalkoholen
im Verhältnis von 70/30.
C. LÖSEMITTEL
1) Glukoläther.
Um die Leistungsfähigkeit der Formulierung zu erhöhen, wurde entschieden,
das Lösemittel in der Formulierung durch ein Verschnittmittel zu ersetzen. In diesem
Sinne bedeutet der Begriff Verschnittmittel Chemikalien auf organischer Basis, die
CB-Kampfmittel solubilisieren können, z.B. aus alkydbeschichteten (lackierten) Oberflächen.
Das Verschnittmittel wurde einigen Formulierungen beigefügt, und die
so entstehenden Verschäumungseigenschaften wurden beurteilt. Allgemein läßt sich
feststellen, dass das Verschnittmittel die Verschäumungseigenschaften (Schaumexpansion
und Dränage) nicht erheblich unterdrückte. Es wurde daher entschieden, das Verschnittmittel
als Lösemittel einzusetzen statt einen Ersatz für die Glykoläther zu suchen und
den Prüfungsvorgang wiederholen zu müssen.
Wie in Tabelle 1 angegeben, wurden fünf Formulierungen angefertigt.
Tabelle 1
Anteilige Komposition der Bestandteile in neu zu prüfenden Schaumformulierungen.
Diese zu prüfenden Formulierungen erfüllen alle oben genannten Anforderungen.
Das Verschnittmittel ist ein Polyalkylenglykol wie z.B. Polypropylenglykol-Monomethyläther
(PPG 425).
1) Sie alle zeigen gute Verschäumungseigenschaften in einem weiten pH-Bereich
(von 6 bis 9) in Süßwasser und in Salzwasser. Zitronensäure wird dazu verwendet,
den pH-Wert zu verändern.
2) Die verdünnte Lösung und das Konzentrat sind eine Zeit lang stabil.
Bio-Terge AS-90, ein Natriumsalz von C14-C16-&agr;-Olefinsulfonat,
kann Stepantan AS-12 ersetzen, das ebenfalls ein C14-C-16-&agr;-Olefinsulfonat derselben
Konzentration darstellt. Zweitens könnte FA-406, ein Ammoniumalkyl-(C8-C10)-Äthersulfat,
bei einer etwas stärkeren Konzentration (z.B. 30,0 Vol.-%) TD-407 ersetzen, das
ein Natriumalkyl(C12-C14)-Äthersulfat darstellt. Weiterhin könnte Steol CS-460,
ein Natriumsalz eines linearen Fettalkoholäthersulfats, TD-407 ebenfalls bei 30
Gew.-% ersetzen.
Es wurden daher die drei in Tabelle 2 aufgeführten Formulierungen
zur weiteren Untersuchung ausgewählt.
Tabelle 2
Man sollte erwarten, dass verwandte PPGs mit etwas anderen Molekulargewichten
ebenso wirksam wären.
Die bevorzugte Formulierung (GCE-3) wird in Tabelle 3 angegeben.
Tabelle 3
INGREDIENZENVol.-%Alkyläthersulfat (Steol CS-460)30,0&agr;-Olefinsulfonat (Bio-Terge AS-90)15,5Laurylalkohol (Mischung von C 12-C 14, 70/30)5,0Polypropylenglykol-Monomethyläther (PPG 425)20,0Zitronensäure bis zu pH 7,5Wasser q.s. bis zu 100%
LANGZEITSTABILITÄTA. KONZENTRAT
Das optimierte Konzentrat mit GCE-3 wurde in einem Ofen bei 65°
C 30 Tage lang gealtert und danach untersucht. Es bestanden keine Anzeichen von
Schichtung oder Phasentrennung. Das Material wurde auf 1 % verdünnt, und die Verschäumungseigenschaften
blieben unverändert.
B. VERDÜNNTE LÖSUNG
Eine 1-%ige Lösung des optimierten Konzentrats mit GCE-3 wurde 24
Stunden lang gealtert, und die Verschäumungsmerkmale wurden untersucht. Die Verschäumungseigenschaften
verringerten sich ca. vier Stunden lang gar nicht; danach ließen sie etwas ab (um
weniger als 5 %), und über Nacht stabilisierten sie sich.
Zur Kennzeichnung der Schaummerkmale (Expansions- und Dränagewerte)
wurde eine modifizierte Formulierung benutzt: GCE-2 auf 1 % in Leitungswasser verdünnt.
KORROSION
Es ist bekannt, dass sich Tensidmischungen, insbesondere in verdünnter
Form, auf gewisse Metalle und Legierungen korrodierend auswirken.
Eine detaillierte Korrosionsuntersuchung kann sehr zeitraubend sein.
Aus diesem Grund wurde das vom USDA Forest Service herausgegebene Protokoll als
Richtlinie benutzt. Es wird hier auf das im USDA-Protokoll beschriebene Verfahren
zur Beurteilung der Korrosion Bezug genommen. Es werden Metall- bzw. Legierungsprobestreifen
in ein Schaumkonzentrat oder seine verdünnte Lösung getaucht und darin bei 65°
C mindestens 30 Tage lang gehalten. Danach wird die Flüssigkeit auf Verfärbung und/oder
Gelbildung untersucht. Die Streifen werden gewaschen und gereinigt und auf Lochfraß
und/oder Oberflächenschaden und/oder Gewichtsverlust untersucht.
Folgende Metalle bzw. Legierungen wurden untersucht:
1. Weichstahl AISI 4130;
2. Gelbguss;
3. Aluminium 2024-T3;
4. Magnesium AZ-31-B.
ERGEBNISSE:
Beide Konzentrate und die verdünnten Lösungen führten zu leichter
bis übermäßiger Korrosion in allen Metallstreifen.
Durch Beigabe folgender Ingredienzen zu dem GCE-3-Konzentrat wurde
die Korrosivität der beiden Konzentrate und der verdünnten Lösungen in Weichstahl,
Gelbguss und Aluminium völlig eliminiert, während Magnesium weiterhin angegriffen
wurde.
1) Zum Schutz von Kupfer, Messing, Bronze und in geringerem Maße von Stahl,
Gusseisen, Cadmium und Zink wurde Natriumtolyltriazol in einer Konzentration von
0,05 Gew.-% beigefügt.
2) Zum Schutz von Weichstahl und Gusseisen wurde Dimolybdat in einer Konzentration
von 0,2 Gew.-% zusammen mit Natriumpentahydratsilikat in einer Konzentration von
0,05 Gew.-% beigefügt.
Es wird daher empfohlen, diese drei Ingredienzen der endgültigen Konzentration
beizufügen.
Die empfohlene Formulierung besteht aus den in Tabelle 4 aufgeführten
Ingredienzen.
Tabelle 4
INGREDIENZENGew.-%Alkyäthersulfat Na4+– (z.B. Steol
CS-460)30,0&agr;-Olefinsulfonat Na-Salz (z.B. Bio-Terge AS-90)15,5Docecanol, (Laurylalkohol) (z.B. Lorol C70/30 %)15,5Polypropylenglylcol-Monomethyläther (PPG 425)20,0Natriumtolyltriazol0,05Ammoniumdimolybdat0,20Natriumpentahydratsilikat0,05Zitronensäure bis zu pH 7,5Wasser q.s. bis zu 100%
UNTERSUCHUNGSAUFBAU
In den Jahren 1994-96 wurden zwei Testserien (1 und 2) durchgeführt,
um die Mitigationsfähigkeit dieses Schaumsystems zum Containment von CB-Kampfmitteln
zu ermitteln. Die erste Testserie (Serie 1, unten) im Jahre 1994 wurde mit nichtsplitterbildenden
Explosionsstoff dispergierenden Modellen durchgeführt, die entworfen wurden, um
CB-Simulate zu projizieren. Bei der zweiten Serie (Serie 2, unten) im Jahre 1996
wurde die Leistungsfähigkeit des Systems untersucht, wenn es von nichtexplosiven
Dispersionsmodellen sowie Hochenergievorrichtungen herausgefordert wurde. Die Dispersionsmodelle
für explosive Hochenergievorrichtungen lieferten Hinweise für die obere Grenze für
Vorrichtungen, die sich eindämmen ließen.
Im Laufe des Entwicklungsstadiums begannen wir, das in Testserie 1
(unten) verwendete Nylon zu verstärken, indem wir über der verschäumten Umfassung
eine Lage von ballistischem Material anbrachten. Es wurden zwei ballistische Stoffe
getestet: DYNEEMA und KEVLAR. Jedes Gewebe wurde allein sowie in Kombination miteinander
getestet. Wir wählten Dyneema als das in unserer Containmentstruktur zu verwendende
Gewebe, da es überragende Eigenschaften dazu aufwies, Bombensplitter von hoher Geschwindigkeit
aufzufangen. Diese Kuppelzeltausführung hat sich zu einer Basiseinheit entwickelt,
die aus 3 Lagen DYNEEMA sowie einer äußeren und einer inneren Lage von reißfestem
Nylon hergestellt ist. Es gibt zwei Größen von Containmentstrukturen, eine von ca.
2,75 m Durchmesser, die andere von ca. 2 m Durchmesser, die in Testserie 2, unten,
verwendet wurde. Dieses Dekontaminationssystem ist Gegenstand des ebenfalls von
uns angemeldeten US-Patents mit Seriennummer 60/069,533 (Anmeldedatum: 12. Dezember
1997).
Testserie 1
Diese Testserie wurde im Herbst 1994 im F&E-Institut Edgewood Research,
Development and Engineering Center auf dem US-Militärstandort „Aberdeen Proving
Grounds" in Edgewood (Maryland) durchgeführt.
C-Kampfstoffmodell (siehe 6
und 7)
Hierbei handelte es sich um eine einfache Vorrichtung bestehend aus
einer Einliter-Laborflasche aus Polyäthylen hoher Dichte und einem zentralen Zerleger
mit ca. 125 g C-4-Explosivstoff, der durch eine elektrische Sprengkapsel ausgelöst
wird. Die Flasche war mit ca. 950 ml Methylsalicylat, einem Simulat für den C-Kampfstoff
Gelbkreuzgas, gefüllt.
B-Kampfstoffmodell (siehe 8
und 9)
Für dieses Modell wurde dieselbe Ausführung verwendet, aber das Methylsalicylat
wurde durch Calciumhydroxid, ein B-Kampfstoffsimulat, ersetzt.
Beschreibung der Testanlage
Diese Testserie wurde in einer zylindrischen ca. 6 m hohen Blasttestkammer
von ca. 9,75 m Durchmesser durchgeführt.
Schaum-Containmentvorrichtungen zur Unterdrückung
der Dispersion
Es handelt sich um ein kuppelförmiges Zweimann-Nylonzelt von 2 m Durchmesser,
das mit einem die Dispersion unterdrückenden Schaum DSF (Dispersal Suppressant Foam)
gefüllt ist. DSF ist ein SILVEX-Schaumkonzentrat, das auf 1,7 Gew.-% in Wasser verdünnt
wird. Es versteht sich für den Durchschnittsfachmann, dass diese Ergebnisse erfindungsgemäß
auf andere Schaumformulierungen übertragbar sind, d.h. auf die oben beschriebenen
Formulierungen, auf Grundlage der Beurteilung verschiedener physikalischer Merkmale
des mit diesen Formulierungen erzeugten Schaums im Vergleich mit SILVEX-Schäumen
und eines Blasttests mit einer dieser Formulierungen (GCE-3) gegen eine tatsächliche,
waffenfähiges Material enthaltende behelfsmäßige Sprengvorrichtung, wobei wir ähnliche
Blastmitigationseigenschaften beobachteten. Tests zur Bestätigung der Ergebnisse
sind im Gange. Diagnostische Instrumente / Verfahren
Chemische Konzentration Miniatur-Infrarot-Gasanalysator (MIRAN)TMBiologische Konzentration Erfassung der Massenkonzentration atmosphärischer Aerosole1Blast-Überdrücke ENDEVCOTM – Piezoresistiver Druckmessgeber und
AndersonBlastmesser
Dieser Wert wird ermittelt, indem das Simulat auf einer Filterauflage
in einer Gillian-Personalprobenehmer-Pumpe gesammelt wird. Dann wird aus den bekannten
Fließraten und Kammervolumen die Massenkonzentration der atmosphärischen Aerosole
extrapoliert.
Testserie II – 1996
Diese Testserie wurde im Herbst 1996 im F&E-Institut Edgewood Research,
Development and Engineering Center auf dem US-Stützpunkt „Aberdeen Proving
Grounds" in Edgewood (Maryland) durchgeführt.
Vorrichtungsmodell
In Serie I beruhte das Modell auf einem Verfahren mit einer einfachen
nichtsplitterbildenden Explosionsstoff dispergierenden Vorrichtung. In dieser Testserie
haben wir die Auswirkungen von splitterbildenden Hochenergie-Vorrichtungen zur Dispersion
von Kampfstoffen untersucht, aber auch Dispersionssysteme von niedrigerer Energie,
d.h. zur Bildung von Hochdruckaerosolen, gewählt.
Das gewählte Kampfstoffsimulat war Methylsalicylat (MS). Wir haben
keine Tests mit Bio-Simulaten durchgeführt, da wir der Meinung waren, der C-Kampfstoff
stelle als Herausforderung für unsere Mitigationssysteme den schlimmsten Fall dar
und ein Bio-Schuss sei lediglich eine unnötige Duplikation.
Wir benutzten die folgenden Vorrichtungen:
Vorrichtung 1100 g C-4 zentraler Zerleger in Einliter-Plastiklaborflasche
mit ca. 950 ml MSVorrichtung 2120 g Dispersionsladung am Boden einer Einliter-Laborflasche
mit 1 Liter MSVorrichtung 3MX – Stahlwerkzeugkasten mit Batterien, Timer, Schaltvorrichtung,
500 ml MS-Simulat; X bedeutet Gramm C-4, d.h. 115, 230, 345 gVorrichtung 4Handelsüblicher Gartensprüher mit 1 Liter MS
Beschreibung der Versuchsanlage
Diese Testserie wurde in einer Testkammer von 169 m3 (ca.
6 × 9,2 × 3 m) auf einem Schießstand des US-Militärstandorts Aberdeen
Proving Grounds durchgeführt.
Schaum-Containmentvorrichtungen zur Unterdrückung
der Dispersion
Es handelt sich um eine mit ca. 570 Kubikfuß [ca. 16,1 m3)
DSF-Schaum gefüllte kuppelförmige Umfassung aus fünf Lagen Textilverbundstoff Die
Außen- und Innenlage besteht jeweils aus reißfestem Nylon und die drei inneren Lagen
bestehen aus DYNEEMA, einem ballistischen Gewebe. Der DSF-Gehalt ist derselbe wie
in Testserie 1.
Diagnostische Instrumente/Verfahren
Chemische Konzentration –Miniatur-Infrarot-GasanalysatorKammer(MIRAN)TMChemische Konzentration –Aerosolsimulate an der Luft desBereich (drei Proben pro SchussStandorts gesammelt;wie unten angegeben)Überwachungssystem (DAAMS)Tuben thermisch desorbiert in HP5890 GC/FID
Blast-Überdrücke ENDEVCO – Piezoresistiver Druckmessgeber und Anderson-Blastmesser
Vom 25. bis 27. Mai 1999 wurde bei DRES eine Versuchsreihe durchgeführt,
um die Bereitschaft und Leistungsfähigkeit der in Tabelle 4 beschriebenen „endgültigen"
Fassung der DSF-Formulierung, einschließlich einem CB-Dekontaminationsmittel, zu
verifizieren.
DSF-Versuchssimulat
Eine mit DEM (Diäthylmalonat) gefüllte 250-ml-Nalgeneflasche wurde
auf den Boden eines Stahl-Containmentblechs gesetzt, das sich in einer mit Polyäthylen-Dampfsperrmaterial
abgedichteten Holzrahmenumfassung befand. Die Flasche war mit einer 18 cm langen
Sprengschnur (150 Korn) und einem elektronischen Detonator (Nr. 12) versehen. Die
Maße der Umfassung waren ca. 4 × 4 × 3 m. Auf einer Bank innerhalb der
Umfassung waren ein MIRAN-Analysator und zwei C-Kampfstoffmonitoren (CAMs = Chemical
Agent Monitors) sowie andere Bauelemente des C-Kampfstoffdetektionssystems CADS
(Chemical Agent Detection System). Rings um die Umfassung und außerhalb derselben
waren im Abstand von ca. 5 m vier CADS-Stationen und vier MIRAN-Analysatoren angebracht.
Die MIRANs waren wie folgt eingestellt:
Wellenlänge8,65 Mikrometer (DEM)Weglänge20,25 mSchlitzbreite1 mmBereich der Absorptionsskala0,1 A
Die CAMs der CADS-Station waren auf G-Modus eingestellt, da DEM in
diesem Modus reagiert.
Zwei Beamte der Kanadischen Bundespolizei [RCMP] stellten das kleinere
der beiden verfügbaren „Blast Guard"-Ballistikzelte, die in dem ebenfalls
von uns angemeldeten US-Patents mit Seriennummer 09/308,836 beschrieben werden,
über der Flasche auf und füllten das Zelt mit fertiggemischtem, CB-Kampfmittel dekontaminierendem,
blastunterdrückendem Schaum, der mit dem Irvin Aerospace-Pumpsystem geliefert wurde.
Die Betriebsparameter des Schaumeintrags sind ein Expansionsverhältnis von 20-25
und eine Durchflussrate von ca. 227 Liter [60 US-Gallonen] in der Minute an der
luftaspirierten Düse. Die Düse ist Gegenstand unseres ebenfalls beantragten US-Patents
mit Seriennummer 60/069,533. Nachdem das Zelt gefüllt war und das Personal die Anlage
verlassen hatte, wurde die Flasche mit einem ZEB-Zünder durch Fernbedienung detoniert.
Das Zelt dämmte alles Material ein und erlitt keinen Blastschaden. Diese im Zelt
stattfindende Detonation erzeugte sehr wenig Geräusch.
Nach Kontrolle der Anlage und des Zeltes zur Vergewisserung, dass
das Explosivmittel richtig funktioniert hatte, wurde die Luft unter der Zeltkuppel
und im Containmentraum mit tragbaren CAMs und mit dem Hapsit-GC/MS-Analysator untersucht.
Diese Luftproben wurden 10 Minuten nach der Detonation der mit DEM gefüllten Flasche
entnommen. Die Temperatur unter der Zeltkuppel wurde mit einer tragbaren Infrarot„Temperaturpistole"
gemessen. Weitere Messungen mit CAMs wurden 30 Minuten nach der Detonation durchgeführt.
Das Zelt wurde geöffnet; und der Inhalt konnte auf das Containmentblech
auslaufen. Weitere CAM-Luftmessungen wurden nahe an der Flüssigkeit durchgeführt,
um festzustellen, ob Reste von DEM vorhanden waren.
DSF-Test – Kampfmittel
Dieselbe Versuchsanlage, die für den DEM-Simulattest benutzt wurde
(siehe oben), kam auch für den Test auf Gelbkreuzgas zum Einsatz, jedoch mit folgenden
Änderungen:
- die mit Gelbkreuzgas gefüllte 250-mg-Nalgeneflasche wurde an einem Ringstand
befestigt, der ca. 30 cm über dem Boden des Containmentbleches statt auf dessen
Boden angebracht war;
- das größere der beiden „Blast Guard"-Ballistikzelte wurde über der
Flasche aufgestellt;
- die CAMs wurden auf H-Modus eingestellt;
- die analytische Wellenlänge jedes MIRAN-Analysators wurde auf 13,25 Mikrometer
eingestellt. Dies stellte sich nachträglich als untauglich für die Überwachung von
Gelbkreuzdämpfen heraus (siehe Ergebnisse und Diskussion);
- alle an dieser Erprobung Beteiligten trugen die persönliche Schutzausrüstung
(IPE = Individual Protective Equipment) der kanadischen Streitkräfte (NBC Protective
Ensemble) mit C4-Respirator und ABC-Handschuhen und -Überschuhen.
Zwei RCMP-Beamte füllten das Zelt mit fertiggemischtem CBdekontaminierendem,
blastunterdrückendem Schaum, der aus dem Pumpensystem von Irvin Aerospace geliefert
wurde. Nachdem das Personal die Anlage verlassen hatte, wurde
die Flasche mit einem ZEB-Zünder durch Fernbedienung detoniert. Das Zelt dämmte
alles Material ein und erlitt keinen Blastschaden. Diese im Zelt stattfindende Detonation
erzeugte sehr wenig Geräusch.
Nach Kontrolle der Anlage und des Zeltes zur Vergewisserung, dass
das Explosivmittel richtig funktioniert hatte, wurde die Luft unter der Zeltkuppel
und im Containmentraum mit tragbaren CAMs und mit dem Hapsit-GC/MS-Analysator 10
Minuten nach dem Funktionieren der Dispersionsvorrichtung untersucht. Die Temperatur
unter der Zeltkuppel wurde mit der tragbaren Infrarot-„Temperaturpistole"
gemessen. Eine zweite Messung mit CAMs wurde 30 Minuten nach der Detonation durchgeführt.
Der Zeltinhalt wurde eine Stunde lang stehen gelassen, bevor das Zelt geöffnet wurde
und der Inhalt auf das Containmentblech auslaufen konnte. Die Luft über der Restflüssigkeit
wurde erneut mit CAMS gemessen.
ERGEBNISSE:DSF-Testsimulat
Es waren weniger als 5 Minuten erforderlich, um das für diesen Test
benutzte kleinere Zelt mit dem Pumpsystem von Irvin Aerospace vollständig zu füllen.
Das schaumgefüllte Zelt konnte die Flaschenfragmente und das dispergierte DEM völlig
eindämmen, wobei es zu keinen sichtbare Anzeichen von Schaden oder Lecks kam. Die
Hochgeschwindigkeits-Videoaufnahmen zeigten, dass sich das Zelt zum Zeitpunkt der
Auslösung der Dispersionsvorrichtung sehr wenig bewegte.
DSF-Testkampfmittel
Es waren ca. 5 Minuten erforderlich, um das für diesen Test benutzte
größere Zelt mit dem Pumpsystem von Irvin Aerospace vollständig zu füllen. Das Personal
hatte keine Schwierigkeiten, das Zelt über der auf dem Ringstand befestigten Dispersionsvorrichtung
aufzustellen. Das schaumgefüllte Zelt konnte die Flaschenfragmente und das dispergierte
Gelbkreuzgas völlig eindämmen, wobei es keine sichtbaren Anzeichen von Schaden oder
Lecks gab. Die Hochgeschwindigkeits-Videoaufnahmen zeigten, dass sich das Zelt zum
Zeitpunkt der Auslösung der Dispersionsvorrichtung sehr wenig bewegte.
Es versteht sich, dass die Gegenwart des CB-Kampfmittel unterdrückenden
Dekontaminationsmittels in der Formulierung die Blastunterdrückungsleistung nicht
beeinträchtigt.
Wir haben nun festgestellt, dass die Formulierung ein weiches Gel
bildet, das sich beim Rühren oder Pumpen bei ca. 0° C verflüssigt. Keine Ingredienz
ist allein dafür verantwortlich. Wir haben die Formulierung entsprechend modifiziert.
Zunächst modifizierten wir die Formulierung, indem wir die Tensidmengen halbierten
und die Verschnittmittelmenge erhöhten. Obwohl bei Verwendung von PPG-Mengen zwischen
20 und 40 Gew.-% kein wesentlicher Unterschied festgestellt werden konnte, fixierten
wir sie bei 25,0 Gew.-%.
Dann verglichen wir die Verwendung von aliphatischem Alkohol C12 als
Stabilisator mit dem gegenwärtig verwendeten aliphatischen Alkohol C12-C14, wobei
wir bei verschiedenen Alkoholkonzentrationen die Verschnittmittelmenge auf 25,0
Gew.-% erhöhten. Wir kamen zu dem Schluss, dass die Gelbildung auf den aliphatischen
Alkohol zurückzuführen ist und eine Funktion seiner Konzentration darstellt. Sowohl
der ursprüngliche C12-C 14-Alkohol als auch der C 12-Alkohol ergab gute Leistungen
bei einer Konzentration von 0–1 Gew.-%. Diese geringfügige Änderung der Formulierung
führte zu einem wesentlichen Abstieg der Gelatinierungstemperatur und zur Veränderung
der Gelbeschaffenheit, bei der das Produkt bei Temperaturen um 0° C verwendet
werden kann.
Die auf denselben Betriebsparametern des Schaumeintrags (d.h. einem
Expansionsverhältnis von 20-25 und einer Durchflussrate von ca. 227 Liter [60 US-Gallonen]
in der Minute an der Düse) beruhenden Verschäumungseigenschaften werden von dieser
Modifikation nicht geändert. Die gealterte verdünnte Lösung zeigt keine Veränderung
der Schaumeigenschaften. Das Konzentrat bewährt sich gut in Süßwasser wie auch in
Salzwasser.
Es steht zu erwarten, dass sich der aliphatische Alkohol C 10 ebenfalls
gut bewähren wird.
Die in Tabelle 5 gezeigte Komposition hat einen geringen Vorteil gegenüber
derselben Formulierung mit 0 Gew.-% Alkohol, was die Gelbildung anbelangt. Tabelle 5
INGREDIENZENGEW.-%Bioterge AS 907,75 %Steol SC 46015,00 %PPG 42525,00 %Aliphatischer Alkohol C12 : 97 %1,0 %(+ Korrosionshemmende Mittel, wie oben beschrieben)0,3 %Wasserin genügender Menge bis zu 100 %
Anspruch[de]
Eine schaumbildende Komposition bestehend aus
(a) einem Tensid 40-80 Gew.-%(b) einem Schaumstabilisator0-7 Gew.-%(c) einem Polyalkylenglykol 10-30 Gew.-%(d) WasserRest bis zu 100 %
Eine Komposition gemäß Anspruch 1, bestehend aus
(a) einem Tensid 41,5–76 Gew.-%(b) einem Schaumstabilisator3-7 Gew.-%(c) einem Polyalkylenglykol 10-30 Gew.-%(d) WasserRest bis zu 100 %
Eine Komosition gemäß Anspruch 1, bestehend aus
(a) einem Tensid 18,5–28,5 Gew.-%(b) einem Schaumstabilisator3-5 Gew.-%(c) einem Polyalkylenglykol 10-30 Gew.-%(d) WasserRest bis zu 100 %
Eine Komposition gemäß Anspruch 1 bestehend aus
(a) einem Tensid 22,75 Gew.-%(b) einem Schaumstabilisator0-1 Gew.-%(c) einem Polyalkylenglykol 20-40 Gew.-%(d) WasserRest bis zu 100 %
Eine Komposition gemäß Anspruch 5, bestehend aus 25 Gew.-% eines Polyalkylenglykols.
Eine Komposition gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das
Tensid entweder aus einer Komposition nach der Formel [R(OCH2CH2OnX]aMb
besteht, wobei R eine Alkylgruppe mit acht bis achtzehn Kohlenstoffatomen darstellt,
n eine ganze Zahl zwischen 1 und 10 darstellt, X aus der Gruppe SO32–,
SO42–, CO32– und PO43-gewählt
ist; M ein Alkalimetall, ein alkalines Erdmetall, Ammonium- oder Amin-Derivat darstellt,
a die Valenz von M darstellt, und b die Valenz von [R(OCH2CH2)nX]
darstellt, oder aus einer Komposition nach der Formel [R-CH=CH(CH2)m-X]aMb
besteht, wobei R eine Alkylgruppe mit acht bis achtzehn Kohlenstoffatomen darstellt,
m eine ganze Zahl zwischen 0 und 3 darstellt, X aus der Gruppe SO32–,
SO42–, CO32– und PO43–gewählt
ist, M ein Alkalimetall, ein alkalines Erdmetall, Ammonium- oder Aminderivat darstellt,
a die Valenz von M darstellt, und b die Valenz von [R-CH=CH(CH2)m-X]darstellt,
oder aus einer Komposition nach einer Mischung derselben besteht.
Eine Komposition gemäß Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das
Polyalkylenglykol die Formel R1-(OCH(CH3)CH2)n-OR2
aufweist, wobei R1 und R2 unabhängig aus H, einem Alkyl oder
einer Estergruppe und n > 1 besteht, wobei die Alkylgruppe eine Methyl-, Ethyl-,
Propyl- oder Butylgruppe oder eine Mischung derselben sein kann oder ein partiell
ätherisiertes Derivat derselben Formel R1(OCH(CH3)CH2)n-OR2
darstellt, wobei entweder R1 oder R2 unabhängig H oder eine
Alkylgruppe und n > 1 und die R1 und R2 darstellende Alkylgruppe
eine Methyl-, Ethyl-, Propyl- oder Butylgruppe oder eine Mischung derselben darstellen
kann.
Eine Komposition gemäß Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das
Polyalkylenglykol einen Polypropylenglykol-Monomethyläther darstellt.
Eine Komposition gemäß Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das
der Polypropylenglykol-Monomethyläther ein Molekulargewicht von 425 aufweist.
Eine Komposition gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das
Tensid aus der Gruppe gewählt wird, die aus Alkyläthersulfaten, Alpha-Olefinsulfonaten
und Alkylsulfosuccinaten besteht.
Eine Komposition gemäß Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das
Tensid ein Alkyläthersulfat darstellt.
Eine Komposition gemäß Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das
Alkyläthersulfat die Formel [R(OCH2CH2)nX]aMb
aufweist, wobei R eine Alkylgruppe mit zwischen acht und achtzehn Kohlenstoffatomen
darstellt, n eine ganze Zahl zwischen 0 und 10 darstellt, X aus der Gruppe ausgewählt
ist, welche aus SO32–, SO42–,
CO32– und PO43–gewählt ist,
wobei M ein Alkalimetall, ein alkalines Erdmetall, ein Ammonium- oder Aminderivat
darstellt, a die Valenz von M und b die Valenz von [R(OCH2CH2)nX]
oder Mischungen derselben darstellt.
Eine Komposition gemäß Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das
Alkyläthersulfat die Formel [R-CH=CH(CH2)m-X]aMb
aufweist, wobei R eine Alkylgruppe mit zwischen acht und achtzehn Kohlenstoffatomen
darstellt, m eine ganze Zahl zwischen 0 und 3 darstellt, X aus der Gruppe ausgewählt
ist, welche aus SO32–, SO42–,
CO32– und PO43–gewählt ist,
wobei M ein Alkalimetall, ein alkalines Erdmetall, ein Ammonium- oder Aminderivat
darstellt, a die Valenz von M und b die Valenz von [R-CH=CH(CH2)m-X]
oder Mischungen derselben darstellt.
Eine Komposition gemäß Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das
Polyalkylenglykol ein partiell ätherisiertes Polypropylenglykol darstellt.
Eine Komposition gemäß Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass das
partiell ätherisierte Polypropylenglykol die Formel [R1(OCH2CH2CH2)n-OR2
aufweist, wobei R1 oder R2 unabhängig H oder eine Alkylgruppe
und n > 1 darstellt.
Eine Komposition gemäß Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der
Schaumstabilisator einen langkettigen [höheren] Fettalkohol darstellt.
Eine Komposition gemäß Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass der
langkettige Fettalkohol C 12-Alkohol (97 %) darstellt.
Eine Komposition gemäß Anspruch 1, die zusätzlich einen Korrosionsinhibitor
aufweist.
Eine Komposition gemäß Anspruch 1, bestehend aus
(a) einem Alkyläthersulfat25,75 Gew.-%(b) einem aliphatischen Alkohol C12 (97 %)1 Gew.-%(c) einem Polyalkylenglykol-Monomethyläther25,0 Gew.-%(d) einem Korrosionsinhibitor0,3 Gew.-%(e) WasserRest bis zu 100 %
Anwendung eines mit einer schaumbildenden Komposition gemäß Anspruch
1 hergestellten Schaumes zur Unterdrückung und zum Containment der Blastwirkung
von Sprengkörpern.