Diese Erfindung bezieht sich auf eine Weinerzeugungsvorrichtung, die
den Druck von während der Gärung erzeugtem Kohlendioxid ausnutzt, um den Most umzurühren
und ihn zur Befeuchtung des Trebers zu veranlassen.
Im einzelnen enthält die erfindungsgemäße Vorrichtung:
- – einen im Innern horizontal in zwei Kammern geteilten Behälter
- – eine erste Rohrleitung, die die Unterseite der unteren Kammer mit der
Oberseite der oberen Kammer verbindet
- – eine zweite, mit ventilartigen Öffnungs- und Schließsystemen ausgestattete
Rohrleitung, die die oberen Teile der beiden Kammern miteinander verbindet
- – ein Druckentlastungsventil in der oberen Kammer, und
- – Systeme, die so ausgestaltet sind, dass die beiden Kammern in einer
solchen Weise miteinander kommunizieren, dass Flüssigkeit von der oberen zu der
unteren Kammer fließen kann aber nicht umgekehrt.
Wie bereits erläutert nutzt diese Anordnung den Druck, der bei der
Gärung des Mosts erzeugt wird, um einen Teil des Mosts von der unteren Kammer zu
der oberen Kammer zu transferieren und den Treber zu befeuchten, der sich an der
Oberfläche des Mosts ansammelt.
Eine Stufe des Weinerzeugungsprozesses bezieht sich auf die Gärung
des Mosts in speziellen Behältern, in die der Most zusammen mit dem Treber eingefüllt
wird.
Der Treber tendiert zum Aufsteigen zur Oberfläche, um eine "Deckel"
genannte Schicht zu bilden, die periodisch mit dem Most befeuchtet werden muss,
um sicherzustellen, dass die Farbstoffe in den Traubenhäuten aufgelöst werden und
um dem Risiko des Sauerwerdens des Trebers bei Kontakt mit der Luft vorzubeugen.
Verschiedene Arten von Vorrichtungen, die für diesen Zweck genutzt
werden, sind bekannt, wobei diese alle oben offen sind und die meisten von ihnen
mit mechanischen Einrichtungen zum Umrühren und Feuchthalten des Trebers ausgestattet
sind.
Die US 3,507,208 offenbart
eine Wein-Gärungsvorrichtung, die eine untere und eine obere, durch Ventilmittel
voneinander getrennte Kammer enthält, wobei die obere Kammer offen ist. Eine Leitung
erstreckt sich von unterhalb des Weinpegels in der unteren Kammer zur oberen Kammer
und der Druck steigt an, wenn der Wein gärt, und drückt den Wein in die obere Kammer.
Wenn der Wein ein vorbestimmtes Niveau erreicht, wird ein Auslassventil
geöffnet, um den Druck in der unteren Kammer abzulassen, so dass das Gewicht des
Weines in der oberen Kammer die Ventilmittel öffnet und der Wein in die untere Kammer
zurückkehrt.
Die FR 823.187 zeigt eine Weinerzeugungsvorrichtung, in der der Druck
des Gases, das während der Gärung erzeugt wird, genutzt wird, um Wein in eine obere
Kammer zu drücken. Wenn der Wein in der oberen Kammer ein vorbestimmtes Niveau erreicht,
wird der Druck abgelassen und der Wein kann in die untere Kammer zurückfallen.
Die FR 1.472.600 offenbart einen Fermenter, in dem Gasdruck den Wein
von einer unteren Kammer in eine obere Kammer drückt.
Wenn das Niveau des Weines in der oberen Kammer ein vorbestimmtes
Niveau erreicht, entlässt ein Stellglied den Druck und öffnet einen Durchgang zur
unteren Kammer, um dem Wein ein Zurückkehren in die untere Kammer zu ermöglichen.
Die DE 27 37 809 zeigt ein
Gärgefäß, in dem der Most von einer unteren Kammer nach oben unter dem Druck von
Gärgasen gedrückt wird, durch eine Gärgasabführ-Rohrleitung, in eine obere Kammer,
die ein offenes Loch 67 in der oberen Wand hat.
Wenn das Niveau in der unteren Kammer bis zur Höhe einer Öffnung abnimmt,
entweichen die Gärgase durch eine Gargasentlastungsrohrleitung in eine obere Kammer.
Bedingt durch den Druckabfall in der unteren Kammer öffnet ein Ventil und Treber
fließt von der oberen Kammer in die untere Kammer und löst dabei Pigmente aus dem
Treberdeckel heraus.
Das französische Patent 2.732.977 zeigt eine Weinerzeugungsvorrichtung,
die enthält:
- – einen unteren Gärbehälter 1;
- – einen oberen Behälter 2, der mit dem unteren mittels einer
mit einem Ventil 11 versehenen Rohrleitung 4 verbunden ist, wobei der untere
Behälter mit einem oberen Schwimmventil 13 versehen ist;
- – einen den unteren Teil des Gärbehälters mit der Leitung 4 und
daher mit dem unteren Teil des oberen Behälters verbindenden Kanal 3;
- – eine Rohrleitung 6 mit einem Ventil 12, die den oberen
Teil des Gärbehälters 1 mit dem Ventil 13 des oberen Behälters
verbindet;
- – eine mit einem Ventil 15 versehene Rohrleitung 7,
die die Rohrleitung 6 mit der Außenseite verbindet.
Die am meisten verbreiteten Fermenter bekannter Bauart sind schematisch
in den angefügten 1 bis 6
dargestellt.
Zum Beispiel besteht eine Bauart bekannter Fermenter (siehe
1) aus einem an der Oberseite offenen Behälter
1, der mit einer Pumpe 2 versehen ist, die Most vom Boden des
Behälters pumpt und diesen durch eine Rohrleitung 3 zum oberen Teil des
Behälters befördert, von dem er entlang eines Dreharms 4 (angetrieben durch
einen Motor 5) fließt, der den Most über der Lage des als 6 bezeichneten
Trebers verteilt.
Ein anderer Fermenter bekannter Bauart, dargestellt in 2,
enthält einen Behälter mit einer zentralen perforierten Rohrleitung 7;
eine Pumpe 8 saugt den Most von der Rohrleitung 7 und befördert
ihn zu einem Satz oberer Auslässe 9, durch die er über die Schicht des
Trebers versprüht wird.
Eine andere Vorrichtung bekannter Bauart (3)
enthält einen Tank 10 mit einem zentralen Rohr 11 und einer Anzahl
von Kolben 12 an der Oberseite; diese Kolben bewegen dieselbe Anzahl von
Rudern 13, die aus einem Paar gelenkig an der Kolbenstange hängenden Haarschaufeln
bestehen, die sich Öffnen, wenn sie zum auf den Treber Drücken und ihn nach unten
Stoßen abgesenkt werden.
Der Effekt des ausgeübten Druckes ist, dass ein Teil des Trebers in
der zentralen Rohrleitung 11 nach oben steigt, oben entweicht und sich
auf dem Treber verteilt, so dass dieser befeuchtet wird.
Andere Bauarten bekannter Vorrichtungen, dargestellt in
4 und 5, bestehen
im wesentlichen aus zylindrischen, rotierenden, waagerecht orientierten Behältern.
In manchen Fällen (4) ist der Behälter
mit einem Propeller 14 am Umfang ausgerüstet, der, wenn er gedreht wird,
den Treber rührt und zu einem Ende des Behälters drückt, wo er abgeführt wird. In
dem anderen Fall (5) hat der Behälter eine mit einer
Anzahl von Rudern 16 versehene Welle 15, die die Inhalte rühren,
wobei der Treber im Most eingetaucht gehalten wird.
Letztlich ist ein gewölbter Bottich (siehe 6)
bekannt; diese Vorrichtung besteht aus einem Behälter der horizontal in zwei Teile
17 und 18 geteilt ist, die miteinander durch eine Öffnung
19 in der Teilungsstruktur miteinander verbunden sind.
Der gewölbte Bottich wird durch eine Rohrleitung 20 mit einer
Öffnung im unteren Teil und einem Gitter 21 vervollständigt, das innerhalb
des Behälters an der Rohrleitung fixiert ist, nachdem die gepressten Trauben in
den Behälter eingebracht worden sind.
Der Deckel des Trebers 22, der sich am Gitter 21
ansammelt, verhindert das Entweichen des Kohlendioxids, das während der Gärung entsteht,
und der daraus resultierende Druckanstieg lässt den Most in der Leitung
20 zum oberen Behälter 17 aufsteigen, von wo er zum unteren Behälter
18 durch eine Spalte 19 zum Befeuchten des Trebers zurückkehrt.
Alle diese Systeme haben jedoch einige Nachteile oder Einschränkungen.
Zuallererst verlangen offene Bottiche spezielle Sorgfalt um sicherzustellen,
dass keine Fremdkörper in den Bottich hineinkommen können.
Zusätzlich benötigen die meisten bekannten Systeme mechanische Systeme
zum Umrühren des Mosts.
Auf diesem Gebiet befindet sich die Erfindung; sie bietet eine Weinerzeugungsvorrichtung
vollständig geschlossener Bauart, bei der der Most durch Ausnutzung des Drucks bewegt
wird, der sich in dem Behälter als ein Ergebnis des Gärprozesses entwickelt.
Diese und andere typische Merkmale werden durch die nachfolgende detaillierte
Beschreibung klarer, die als Beispiel nicht aber als Einschränkung unter Bezug auf
die beigefügten Zeichnungen bereitgestellt wird, bei denen:
die 1 bis 6
schematisch einige Fermenter bekannter Bauarten zeigen;
7 in einer Querschnittsdarstellung schematisch
eine Weinerzeugungsvorrichtung gemäß der Erfindung veranschaulicht.
Unter Bezugnahme auf 7 besteht die Weinerzeugungsvorrichtung
gemäß der Erfindung im wesentlichen aus einem Behälter 30, vorzugsweise
aber nicht notwendigerweise ein im wesentlichen zylindrischer Behälter mit einer
vertikalen Achse, der horizontal durch eine Wand 31 in zwei Kammern
32 und 33 unterteilt ist.
Die Wand 31 enthält eine Öffnung, die den beiden Kammern
eine Verbindung ermöglicht, wobei diese Öffnung durch eine Ventileinrichtung
34 verschlossen ist, die unten detaillierter beschrieben wird.
Eine Rohrleitung 35, die immer offen ist, führt vom Boden
des unteren Behälters 32 zur Oberseite des oberen Behälters 30.
Die beiden Behälter sind somit immer miteinander durch die Rohrleitung
35 verbunden.
Eine weitere, mit einem Ventil 37 bekannter Bauart ausgerüstete
Rohrleitung 36 verbindet die oberen Pfannen der Behälter 32 und
33.
Ein Ventil 38, das ein Ablassen des Druckes in der Kammer
ermöglicht, ist an der Oberseite des Behälters 33 angebracht.
Ein Füllstandssensor bekannter Bauart ist innerhalb der Kammer
33 in einer vorbestimmten Entfernung von der Bodenwand 31 angeordnet,
um das Niveau der Flüssigkeit in Kammer zu ermitteln; wenn diese Flüssigkeit die
Höhe des Sensors erreicht, wird ein Signal erzeugt, das die Ventile 37
und 38 steuert.
Ein Ventilelement 34 an der Wand 31, das in dem
Detaillausschnitt in 7 genauer erkennbar ist, kann
einfach aus einem druckzurückhaltenden Glied 40, das in die Kammer
32 hinein öffnet und deshalb normalerweise geschlossen bleibt, wenn ein
bestimmter Druck in der Kammer 32 vorhanden ist.
Die oben beschriebene Vorrichtung funktioniert folgendermaßen:
Der Most und der Treber werden in die Kammer 32 eingebracht;
nach einer Weile steigt der Treber zur Oberfläche, wo er eine schwimmende Schicht
bildet, die in der Figur mit dem Buchstaben S bezeichnet ist.
Während der Gärung bleibt das Ventil 38 geschlossen, ist
das Ventil 37 offen und sind die Kammern 32 und 33 durch
die Rohrleitungen 35 und 36 miteinander verbunden.
Als ein Ergebnis der Gärung und der Erzeugung von Kohlendioxid steigt
der Druck in den Kammern an, bleibt aber ausgeglichen und zeigt
dieselben Werte in der oberen und der unteren Kammer.
Wenn der Treber befeuchtet werden muss, wird das Ventil
37 geschlossen und das Ventil 38 geöffnet.
Der Druck in der oberen Kammer 33 wird nach außen abgelassen
und der höhere Druck in der Kammer 32 schließt das druckzurückhaltende
Glied 40 und übt einen Druck auf die Flüssigkeit aus, der den Most in der
Rohrleitung 35 ansteigen und in die obere Kammer 33 fließen lässt.
Hier sammelt sich der Most am Boden und wenn er das Niveau des Sensors
39 erreicht, erzeugt dieser Sensor ein Signal, das das Ventil
38 schließt und das Ventil 37 öffnet.
Die Oberseite der Kammer 32 ist dann mit der oberen Kammer
33 durch die Rohrleitung 36 verbunden bis gleicher Druck in beiden
Kammern wieder hergestellt ist.
Unter diesen Umständen ist das druckzurückhaltende Glied
40 zum einen dem Druck in den Kammern ausgesetzt und zum andern demselben
Druck mit dem Zusatz des hydrostatischen Druckes der Flüssigkeit in der oberen Kammer.
Dies veranlasst das druckzurückhaltende Glied 40 zum Öffnen,
wodurch die Flüssigkeit in die untere Kammer fließt und sich auf dem Treber verteilt,
der dadurch befeuchtet wird.
Das Öffnen des Ventils 38 und das Schließen des Ventils
37 kann automatisch durch einen Timer gesteuert werden oder durch bekannte
Vorrichtungen, die z. B. erkennen, wenn ein vorbestimmter Druckwert in der Vorrichtung
erreicht ist.