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Dokumentenidentifikation DE69909182T2 06.05.2004
EP-Veröffentlichungsnummer 0000959127
Titel Vorrichtung für Weinherstellung
Anmelder CMB S.n.c. di Cassi Angelo & C., Pianello, IT
Erfinder Valter, Corrada, 29010 Pianello PC, IT
Vertreter Patentanwälte Magenbauer & Kollegen, 73730 Esslingen
DE-Aktenzeichen 69909182
Vertragsstaaten AT, CH, DE, ES, FR, GR, IT, LI, PT
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 07.04.1999
EP-Aktenzeichen 991068586
EP-Offenlegungsdatum 24.11.1999
EP date of grant 02.07.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 06.05.2004
IPC-Hauptklasse C12G 1/02

Beschreibung[de]

Diese Erfindung bezieht sich auf eine Weinerzeugungsvorrichtung, die den Druck von während der Gärung erzeugtem Kohlendioxid ausnutzt, um den Most umzurühren und ihn zur Befeuchtung des Trebers zu veranlassen.

Im einzelnen enthält die erfindungsgemäße Vorrichtung:

  • – einen im Innern horizontal in zwei Kammern geteilten Behälter
  • – eine erste Rohrleitung, die die Unterseite der unteren Kammer mit der Oberseite der oberen Kammer verbindet
  • – eine zweite, mit ventilartigen Öffnungs- und Schließsystemen ausgestattete Rohrleitung, die die oberen Teile der beiden Kammern miteinander verbindet
  • – ein Druckentlastungsventil in der oberen Kammer, und
  • – Systeme, die so ausgestaltet sind, dass die beiden Kammern in einer solchen Weise miteinander kommunizieren, dass Flüssigkeit von der oberen zu der unteren Kammer fließen kann aber nicht umgekehrt.

Wie bereits erläutert nutzt diese Anordnung den Druck, der bei der Gärung des Mosts erzeugt wird, um einen Teil des Mosts von der unteren Kammer zu der oberen Kammer zu transferieren und den Treber zu befeuchten, der sich an der Oberfläche des Mosts ansammelt.

Eine Stufe des Weinerzeugungsprozesses bezieht sich auf die Gärung des Mosts in speziellen Behältern, in die der Most zusammen mit dem Treber eingefüllt wird.

Der Treber tendiert zum Aufsteigen zur Oberfläche, um eine "Deckel" genannte Schicht zu bilden, die periodisch mit dem Most befeuchtet werden muss, um sicherzustellen, dass die Farbstoffe in den Traubenhäuten aufgelöst werden und um dem Risiko des Sauerwerdens des Trebers bei Kontakt mit der Luft vorzubeugen.

Verschiedene Arten von Vorrichtungen, die für diesen Zweck genutzt werden, sind bekannt, wobei diese alle oben offen sind und die meisten von ihnen mit mechanischen Einrichtungen zum Umrühren und Feuchthalten des Trebers ausgestattet sind.

Die US 3,507,208 offenbart eine Wein-Gärungsvorrichtung, die eine untere und eine obere, durch Ventilmittel voneinander getrennte Kammer enthält, wobei die obere Kammer offen ist. Eine Leitung erstreckt sich von unterhalb des Weinpegels in der unteren Kammer zur oberen Kammer und der Druck steigt an, wenn der Wein gärt, und drückt den Wein in die obere Kammer.

Wenn der Wein ein vorbestimmtes Niveau erreicht, wird ein Auslassventil geöffnet, um den Druck in der unteren Kammer abzulassen, so dass das Gewicht des Weines in der oberen Kammer die Ventilmittel öffnet und der Wein in die untere Kammer zurückkehrt.

Die FR 823.187 zeigt eine Weinerzeugungsvorrichtung, in der der Druck des Gases, das während der Gärung erzeugt wird, genutzt wird, um Wein in eine obere Kammer zu drücken. Wenn der Wein in der oberen Kammer ein vorbestimmtes Niveau erreicht, wird der Druck abgelassen und der Wein kann in die untere Kammer zurückfallen.

Die FR 1.472.600 offenbart einen Fermenter, in dem Gasdruck den Wein von einer unteren Kammer in eine obere Kammer drückt.

Wenn das Niveau des Weines in der oberen Kammer ein vorbestimmtes Niveau erreicht, entlässt ein Stellglied den Druck und öffnet einen Durchgang zur unteren Kammer, um dem Wein ein Zurückkehren in die untere Kammer zu ermöglichen.

Die DE 27 37 809 zeigt ein Gärgefäß, in dem der Most von einer unteren Kammer nach oben unter dem Druck von Gärgasen gedrückt wird, durch eine Gärgasabführ-Rohrleitung, in eine obere Kammer, die ein offenes Loch 67 in der oberen Wand hat.

Wenn das Niveau in der unteren Kammer bis zur Höhe einer Öffnung abnimmt, entweichen die Gärgase durch eine Gargasentlastungsrohrleitung in eine obere Kammer. Bedingt durch den Druckabfall in der unteren Kammer öffnet ein Ventil und Treber fließt von der oberen Kammer in die untere Kammer und löst dabei Pigmente aus dem Treberdeckel heraus.

Das französische Patent 2.732.977 zeigt eine Weinerzeugungsvorrichtung, die enthält:

  • – einen unteren Gärbehälter 1;
  • – einen oberen Behälter 2, der mit dem unteren mittels einer mit einem Ventil 11 versehenen Rohrleitung 4 verbunden ist, wobei der untere Behälter mit einem oberen Schwimmventil 13 versehen ist;
  • – einen den unteren Teil des Gärbehälters mit der Leitung 4 und daher mit dem unteren Teil des oberen Behälters verbindenden Kanal 3;
  • – eine Rohrleitung 6 mit einem Ventil 12, die den oberen Teil des Gärbehälters 1 mit dem Ventil 13 des oberen Behälters verbindet;
  • – eine mit einem Ventil 15 versehene Rohrleitung 7, die die Rohrleitung 6 mit der Außenseite verbindet.

Die am meisten verbreiteten Fermenter bekannter Bauart sind schematisch in den angefügten 1 bis 6 dargestellt.

Zum Beispiel besteht eine Bauart bekannter Fermenter (siehe 1) aus einem an der Oberseite offenen Behälter 1, der mit einer Pumpe 2 versehen ist, die Most vom Boden des Behälters pumpt und diesen durch eine Rohrleitung 3 zum oberen Teil des Behälters befördert, von dem er entlang eines Dreharms 4 (angetrieben durch einen Motor 5) fließt, der den Most über der Lage des als 6 bezeichneten Trebers verteilt.

Ein anderer Fermenter bekannter Bauart, dargestellt in 2, enthält einen Behälter mit einer zentralen perforierten Rohrleitung 7; eine Pumpe 8 saugt den Most von der Rohrleitung 7 und befördert ihn zu einem Satz oberer Auslässe 9, durch die er über die Schicht des Trebers versprüht wird.

Eine andere Vorrichtung bekannter Bauart (3) enthält einen Tank 10 mit einem zentralen Rohr 11 und einer Anzahl von Kolben 12 an der Oberseite; diese Kolben bewegen dieselbe Anzahl von Rudern 13, die aus einem Paar gelenkig an der Kolbenstange hängenden Haarschaufeln bestehen, die sich Öffnen, wenn sie zum auf den Treber Drücken und ihn nach unten Stoßen abgesenkt werden.

Der Effekt des ausgeübten Druckes ist, dass ein Teil des Trebers in der zentralen Rohrleitung 11 nach oben steigt, oben entweicht und sich auf dem Treber verteilt, so dass dieser befeuchtet wird.

Andere Bauarten bekannter Vorrichtungen, dargestellt in 4 und 5, bestehen im wesentlichen aus zylindrischen, rotierenden, waagerecht orientierten Behältern.

In manchen Fällen (4) ist der Behälter mit einem Propeller 14 am Umfang ausgerüstet, der, wenn er gedreht wird, den Treber rührt und zu einem Ende des Behälters drückt, wo er abgeführt wird. In dem anderen Fall (5) hat der Behälter eine mit einer Anzahl von Rudern 16 versehene Welle 15, die die Inhalte rühren, wobei der Treber im Most eingetaucht gehalten wird.

Letztlich ist ein gewölbter Bottich (siehe 6) bekannt; diese Vorrichtung besteht aus einem Behälter der horizontal in zwei Teile 17 und 18 geteilt ist, die miteinander durch eine Öffnung 19 in der Teilungsstruktur miteinander verbunden sind.

Der gewölbte Bottich wird durch eine Rohrleitung 20 mit einer Öffnung im unteren Teil und einem Gitter 21 vervollständigt, das innerhalb des Behälters an der Rohrleitung fixiert ist, nachdem die gepressten Trauben in den Behälter eingebracht worden sind.

Der Deckel des Trebers 22, der sich am Gitter 21 ansammelt, verhindert das Entweichen des Kohlendioxids, das während der Gärung entsteht, und der daraus resultierende Druckanstieg lässt den Most in der Leitung 20 zum oberen Behälter 17 aufsteigen, von wo er zum unteren Behälter 18 durch eine Spalte 19 zum Befeuchten des Trebers zurückkehrt.

Alle diese Systeme haben jedoch einige Nachteile oder Einschränkungen.

Zuallererst verlangen offene Bottiche spezielle Sorgfalt um sicherzustellen, dass keine Fremdkörper in den Bottich hineinkommen können.

Zusätzlich benötigen die meisten bekannten Systeme mechanische Systeme zum Umrühren des Mosts.

Auf diesem Gebiet befindet sich die Erfindung; sie bietet eine Weinerzeugungsvorrichtung vollständig geschlossener Bauart, bei der der Most durch Ausnutzung des Drucks bewegt wird, der sich in dem Behälter als ein Ergebnis des Gärprozesses entwickelt.

Diese und andere typische Merkmale werden durch die nachfolgende detaillierte Beschreibung klarer, die als Beispiel nicht aber als Einschränkung unter Bezug auf die beigefügten Zeichnungen bereitgestellt wird, bei denen:

die 1 bis 6 schematisch einige Fermenter bekannter Bauarten zeigen;

7 in einer Querschnittsdarstellung schematisch eine Weinerzeugungsvorrichtung gemäß der Erfindung veranschaulicht.

Unter Bezugnahme auf 7 besteht die Weinerzeugungsvorrichtung gemäß der Erfindung im wesentlichen aus einem Behälter 30, vorzugsweise aber nicht notwendigerweise ein im wesentlichen zylindrischer Behälter mit einer vertikalen Achse, der horizontal durch eine Wand 31 in zwei Kammern 32 und 33 unterteilt ist.

Die Wand 31 enthält eine Öffnung, die den beiden Kammern eine Verbindung ermöglicht, wobei diese Öffnung durch eine Ventileinrichtung 34 verschlossen ist, die unten detaillierter beschrieben wird.

Eine Rohrleitung 35, die immer offen ist, führt vom Boden des unteren Behälters 32 zur Oberseite des oberen Behälters 30.

Die beiden Behälter sind somit immer miteinander durch die Rohrleitung 35 verbunden.

Eine weitere, mit einem Ventil 37 bekannter Bauart ausgerüstete Rohrleitung 36 verbindet die oberen Pfannen der Behälter 32 und 33.

Ein Ventil 38, das ein Ablassen des Druckes in der Kammer ermöglicht, ist an der Oberseite des Behälters 33 angebracht.

Ein Füllstandssensor bekannter Bauart ist innerhalb der Kammer 33 in einer vorbestimmten Entfernung von der Bodenwand 31 angeordnet, um das Niveau der Flüssigkeit in Kammer zu ermitteln; wenn diese Flüssigkeit die Höhe des Sensors erreicht, wird ein Signal erzeugt, das die Ventile 37 und 38 steuert.

Ein Ventilelement 34 an der Wand 31, das in dem Detaillausschnitt in 7 genauer erkennbar ist, kann einfach aus einem druckzurückhaltenden Glied 40, das in die Kammer 32 hinein öffnet und deshalb normalerweise geschlossen bleibt, wenn ein bestimmter Druck in der Kammer 32 vorhanden ist.

Die oben beschriebene Vorrichtung funktioniert folgendermaßen:

Der Most und der Treber werden in die Kammer 32 eingebracht; nach einer Weile steigt der Treber zur Oberfläche, wo er eine schwimmende Schicht bildet, die in der Figur mit dem Buchstaben S bezeichnet ist.

Während der Gärung bleibt das Ventil 38 geschlossen, ist das Ventil 37 offen und sind die Kammern 32 und 33 durch die Rohrleitungen 35 und 36 miteinander verbunden.

Als ein Ergebnis der Gärung und der Erzeugung von Kohlendioxid steigt der Druck in den Kammern an, bleibt aber ausgeglichen und zeigt dieselben Werte in der oberen und der unteren Kammer.

Wenn der Treber befeuchtet werden muss, wird das Ventil 37 geschlossen und das Ventil 38 geöffnet.

Der Druck in der oberen Kammer 33 wird nach außen abgelassen und der höhere Druck in der Kammer 32 schließt das druckzurückhaltende Glied 40 und übt einen Druck auf die Flüssigkeit aus, der den Most in der Rohrleitung 35 ansteigen und in die obere Kammer 33 fließen lässt.

Hier sammelt sich der Most am Boden und wenn er das Niveau des Sensors 39 erreicht, erzeugt dieser Sensor ein Signal, das das Ventil 38 schließt und das Ventil 37 öffnet.

Die Oberseite der Kammer 32 ist dann mit der oberen Kammer 33 durch die Rohrleitung 36 verbunden bis gleicher Druck in beiden Kammern wieder hergestellt ist.

Unter diesen Umständen ist das druckzurückhaltende Glied 40 zum einen dem Druck in den Kammern ausgesetzt und zum andern demselben Druck mit dem Zusatz des hydrostatischen Druckes der Flüssigkeit in der oberen Kammer.

Dies veranlasst das druckzurückhaltende Glied 40 zum Öffnen, wodurch die Flüssigkeit in die untere Kammer fließt und sich auf dem Treber verteilt, der dadurch befeuchtet wird.

Das Öffnen des Ventils 38 und das Schließen des Ventils 37 kann automatisch durch einen Timer gesteuert werden oder durch bekannte Vorrichtungen, die z. B. erkennen, wenn ein vorbestimmter Druckwert in der Vorrichtung erreicht ist.


Anspruch[de]
  1. Weinerzeugungsvorrichtung, gekennzeichnet durch die Tatsache, dass sie enthält:

    – einen im Innern horizontal in zwei Kammern (32, 33) geteilten Behälter, wobei der Behälter geschlossen ist;

    – eine erste Rohrleitung (35), die den oberen Teil der oberen Kammer (33) mit dem unteren Teil der unteren Kammer (32) verbindet, wobei die Leitung (35) immer offen ist;

    – eine zweite, mit ventilartigen Öffnungs- und Schließsystemen (37) ausgestattete Rohrleitung (36), die die oberen Teile der beiden Kammern (32, 33) verbindet;

    – zum Ablassen des in der oberen Kammer (33) vorhandenen Druckes vorgesehene Ventilsysteme (38);

    – zum Öffnen einer Passage in der Trennwand (31) zwischen den beiden Kammern (32, 33) vorgesehene Ventilsysteme (34), um dem Most in der oberen Kammer zu ermöglichen, in die Kammer darunter hinab zu fließen, aber nicht umgekehrt.
  2. Vorrichtung nach Anspruch 1, bei der die Systeme (34) durch ein Druck zurückhaltendes Glied gebildet werden, das in die untere Kammer hinein öffnet, wobei das Glied durch den hydrostatischen Druck der Flüssigkeit in der oberen Kammer aktiviert wird, wenn der Druck in den beiden Kammern gleich ist.
  3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch die Tatsache, dass die obere Kammer mit einem Sensor (39) ausgestattet ist, der zum Erkennen des Most-Pegels in der oberen Kammer und zum Erzeugen eines Signals ausgestaltet ist, das das in der Verbindungsleitung (36) zwischen den beiden Kammern (32, 33) vorhandene Ventilsystem (37), ferner in der oberen Kammer vorhandene ventilartige Druckentlastungssysteme (38) steuert.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






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