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Dokumentenidentifikation DE10249242A1 13.05.2004
Titel Rollenofen zum Brennen von Keramik- oder Porzellangegenständen sowie Verfahren zum Betreiben eines solchen
Anmelder EISENMANN Maschinenbau KG (Komplementär: Eisenmann-Stiftung), 71032 Böblingen, DE
Erfinder Schwerer, Peter, 71083 Herrenberg, DE
Vertreter U. Ostertag und Kollegen, 70597 Stuttgart
DE-Anmeldedatum 23.10.2002
DE-Aktenzeichen 10249242
Offenlegungstag 13.05.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 13.05.2004
IPC-Hauptklasse F27B 9/24
IPC-Nebenklasse F27B 9/20   F27B 9/26   C04B 33/32   
Zusammenfassung Ein Rollenofen zum Brennen von Keramik- oder Porzellangegenständen umfasst in an und für sich bekannter Weise ein Rollenfördersystem mit einer Vielzahl von antreibbaren Transportrollen (3), die sich senkrecht zur Bewegungsrichtung des Brenngutes erstrecken. Dieses wird von einer Vielzahl von Brennplatten (4), die auf den Transportrollen (3) aufliegen, durch den Rollenofen befördert. Die Brennplatten (4) sind dabei in aufeinanderfolgenden Reihen, die selbst ebenfalls senkrecht zur Bewegungsrichtung verlaufen, aneinander anstoßend angeordnet. Um einen seitlichen Versatz der Brennplatten (4) beim Durchlaufen des Rollenofens zu vermeiden und so die Spurgenauigkeit zu vergrößern, sind die Brennplatten (4) in den in Bewegungsrichtung aufeinander folgenden Reihen gegeneinander derart seitlich versetzt, dassihre in Bewegungsrichtung verlaufenden Ränder in benachbarten Reihen nicht miteinander fluchten.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Rollenofen zum Brennen von Keramik- oder Porzellangegenständen mit

  • a) einer Vielzahl von antreibbaren Transportrollen, die sich quer zur Bewegungsrichtung des Brenngutes erstrecken;
  • b) einer Vielzahl von das Brenngut tragenden Brennplatten, die auf den Transportrollen aufliegen und durch deren Drehung durch den Rollenofen befördert werden; wobei
  • c) die Brennplatten in aufeinanderfolgenden Reihen, die senkrecht zur Bewegungsrichtung verlaufen, aneinander anstoßend angeordnet sind, sowie ein Verfahren zum Betreiben eines solchen Rollenofens.

Bei vom Markt her bekannten Rollenöfen dieser Art fluchten sowohl die parallel zur Bewegungsrichtung als auch die senkrecht zur Bewegungsrichtung verlaufenden Ränder der Brennplatten in aufeinanderfolgenden Reihen. Obwohl durch das direkte Aneinanderstoßen der Brennplatten eine gewisse Stabilisierungswirkung erzielt wird, verlassen bei dieser Anordnung die Brennplatten aufgrund von Durchmessertoleranzen der Transportrollen sowie wegen Anbackungen oder Verschleiß der Transportrollen die Spur. Die Brennplatten werden zudem häufig krumm und "tanzen" auf den Transportrollen. Der Druck, unter dem die Brennplatten aneinander anliegen, kann zur besseren Stabilisierung des Verbundes auch nur beschränkt vergrößert werden, da die Brennplatten Toleranzen aufweisen und die Transportrollen sowie die Brennplatten einen unterschiedlichen Wärmeausdehnungskoeffizienten besitzen und der Verschleiß wachsen würde.

Bei bekannten Rollenöfen der eingangs genannten Art war es daher erforderlich, die lichte Breite des Ofenraumes wesentlich größer zu machen als die Summe der Breiten der Brennplatten, um ein Anlaufen der Brennplatten an die Wand des Ofenraumes zu verhindern.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen Rollenofen der eingangs genannten Art so auszugestalten, daß die Spurgenauigkeit der Brennplatten verbessert ist.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß

  • d) die Brennplatten in den in Bewegungsrichtung aufeinanderfolgenden Reihen gegeneinander seitlich derart versetzt sind, daß ihre in Bewegungsrichtung verlaufenden Ränder in benachbarten Reihen nicht miteinander fluchten.

Durch den erfindungsgemäß vorgesehenen seitlichen Versatz der Brennplatten in aufeinanderfolgenden Reihen wird ein stabiler Verbund erzielt, der in gewisser Weise einem Mauerwerk ähnelt, bei dem die einzelnen Mauersteine in übereinander liegenden Reihen ebenfalls einen seitlichen Versatz besitzen. Der Druck, unter dem die Brennplatten aneinander anliegen, kann auf diese Weise erheblich reduziert werden, ohne daß die Gefahr eines seitlichen Verlaufens der Brennplatten bestünde. Dies vermindert den Verschleiß. Die lichte Breite des Ofenraumes kann reduziert werden. Die Brennplatten können zudem am Auslauf des Rollenofens automatisch abgenommen werden, ohne daß es zuvor einer Ausrichtung bedarf.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist ferner, ein Verfahren zum Betreiben eines Rollenofens anzugeben, mit dem sich eine größere Spurgenauigkeit der Brennplatten erzielen läßt.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Brennplatten am Anfang des von den Transportrollen gebildeten Fördersystems so auf die Transportrollen aufgesetzt werden, daß sie in den in Bewegungsrichtung aufeinanderfolgenden Reihen gegeneinander seitlich versetzt sind und ihre in Bewegungsrichtung verlaufenden Ränder in benachbarten Reihen nicht miteinander fluchten.

Die Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens entsprechen sinngemäß den oben genannten Vorteilen des erfindungsgemäßen Rollenofens.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung näher erläutert; die einzige Figur zeigt schematisch die Draufsicht auf das Rollenfördersystem eines Rollenofens zum Brennen keramischer Gegenstände mit aufgelegten Brennplatten.

In der Zeichnung sind mit den Bezugszeichen 1 und 2 die im wesentlichen vertikal verlaufenden Seitenwände des Ofenraumes eines Rollenofens bezeichnet, der z. B. zum Brennen von Keramikgegenständen verwendet wird.

In den Seitenwänden 1, 2 sind die gegenüberliegenden Enden einer Vielzahl von Transportrollen 3 in nicht dargestellter Weise drehbar gelagert, die in bekannter Weise senkrecht zur Bewegungsrichtung des Brenngutes verlaufen. Die Transportrollen 3 sind an einem Ende außerhalb des Ofenraumes in geeigneter Weise angetrieben.

Auf die Transportrollen 3 sind mehrere aufeinanderfolgende Reihen von Brennplatten 4 aufgelegt, die jeweils Brenngut (nicht dargestellt) tragen. In der Zeichnung sind vier derartige Reihen von Brennplatten 4 dargestellt, die sich, parallel zueinander, ebenfalls senkrecht zur Bewegungsrichtung des Brenngutes erstrecken. Jede Brennplatte 4 ist in der Draufsicht rechteckig, wobei die Ecken etwas abgerundet sind.

Die Brennplatten 4 sind in in Bewegungsrichtung aufeinanderfolgenden Reihen seitlich gegeneinander versetzt, so daß also die parallel zur Bewegungsrichtung verlaufenden Ränder der Brennplatten 4 in benachbarten Reihen nicht miteinander fluchten.

Im Betrieb werden die Transportrollen 3 in Drehung versetzt, wodurch die auf ihnen aufliegenden Brennplatten 4 mit dem von ihnen getragenen Brenngut durch den Ofenraum des Rollenofens hindurch befördert werden. Aufgrund der seitlichen Versetzung der in aufeinanderfolgenden Reihen angeordneten Brennplatten 4 ergibt sich ein stabiler Verbund, ähnlich einem Mauerwerk mit versetzten Mauersteinen, bei dem die Gefahr einer seitlichen Auswanderung der Brennplatten 4 erheblich reduziert ist. Die Brennplatten 4 und das von ihnen getragene Brenngut kommen am Auslaufende des Rollenofens so spurgenau an, daß sie, ohne einer vorherigen Ausrichtung zu bedürfen, von einem automatisch arbeitenden Handhabungsgerät abgenommen werden können.


Anspruch[de]
  1. Rollenofen zum Brennen von Keramik- oder Porzellangegenständen mit

    a) einer Vielzahl von antreibbaren Transportrollen, die sich quer zur Bewegungsrichtung des Brenngutes erstrecken;

    b) einer Vielzahl von das Brenngut tragenden Brennplatten, die auf den Transportrollen aufliegen und durch deren Drehung durch den Rollenofen befördert werden; wobei

    c) die Brennplatten in aufeinanderfolgenden Reihen, die senkrecht zur Bewegungsrichtung verlaufen, aneinander anstoßend angeordnet sind; dadurch gekennzeichnet, daß

    d) die Brennplatten (4) in den in Bewegungsrichtung aufeinanderliegenden Reihen gegeneinander seitlich derart versetzt sind, daß ihre in Bewegungsrichtung verlaufenden Ränder in benachbarten Reihen nicht miteinander fluchten.
  2. Verfahren zum Betreiben eines Rollenofens zum Brennen von Keramik- oder Porzellangegenständen, bei dem das Brenngut auf einer Vielzahl von Brennplatten, die in senkrecht zur Bewegungsrichtung verlaufenden Reihen aneinander anstoßend auf einer Vielzahl von sich ebenfalls senkrecht zur Bewegungsrichtung erstreckenden antreibbaren Transportrollen angeordnet sind, durch den Rollenofen befördert wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Brennplatten (4) am Anfang des von den Transportrollen (3) gebildeten Fördersystems so auf die Transportrollen (3) aufgesetzt werden, daß sie in den in Bewegungsrichtung aufeinanderfolgenden Reihen gegeneinander seitlich versetzt sind und ihre in Bewegungsrichtung verlaufenden Ränder in benachbarten Reihen nicht miteinander fluchten.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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