| Dokumentenidentifikation |
DE10251329A1 13.05.2004 |
| Titel |
Vorrichtung zum Ausgleich elektrostatischer Ladungen von Personen und Gegenständen |
| Anmelder |
Feilcke, Friedrich, 91056 Erlangen, DE |
| Erfinder |
Feilcke, Friedrich, 91056 Erlangen, DE |
| DE-Anmeldedatum |
05.11.2002 |
| DE-Aktenzeichen |
10251329 |
| Offenlegungstag |
13.05.2004 |
| Veröffentlichungstag im Patentblatt |
13.05.2004 |
| IPC-Hauptklasse |
H05F 3/02
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| Zusammenfassung |
Statische elektrische Entladungen des menschlichen Körpers beim Berühren von metallischen Gegenständen, die besonders bei trockener Luft auftreten, werden häufig als unangenehm oder schmerzhaft empfunden. Bisher vorgeschlagene Abhilfemaßnahmen sind umständlich oder teuer und daher nicht verbreitet. Die neue Vorrichtung soll eine praktikable, sehr kostengünstige und dauerhafte ortsfeste Abhilfe ermöglichen. Sie soll vor Anfassen des metallischen Gegenstands kurz berührt werden (4) und die elektrische Ausgleichsladung Q = C*Uco schmerzlos ableiten. Die Vorrichtung (3, 2) stellt einen elektrischen Widerstand dar, dessen Oberfläche so gestaltet ist, daß sie elektrisch nicht überschlägt. Dieser wird leitend (2) mit dem Untergrund (1) verbunden. Ist eine leitende Verbindung nicht praktikabel, weil der Untergrund lackiert ist, ist seine Kontaktfläche zum Untergrund so groß ausgeführt, daß die isolierende Schicht eine ausreichend hohe elektrische Kapazität bildet, die die Ladung aufnimmt, so daß die Körperkapazität C sich auf ca. Uco < 2,5 kV entlädt. Die Vorrichtung eignet sich aufgrund ihrer einfachen Anbringung (Klebung) und sehr niedrigen Kosten für Büros, Wohnungen und PKWs.
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| Beschreibung[de] |
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Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung entsprechend dem Oberbegriff
des Anspruchs 1.
Elektrostatische Entladungen des menschlichen Körpers an anderen,
meist ohmsch oder kapazitiv geerdeten Gegenständen treten besonders bei geringer
Luftfeuchte auf und werden von den Betroffenen häufig als unangenehm oder sogar
schmerzhaft empfunden. Beispiele sind Funkenschlag vom Finger zu Türklinken nach
dem Laufen über Kunstfaserbodenbeläge in gewerblichen Räumen, nach dem Ausziehen
und Ablegen von Kleidungsstücken aus Kunstfasern, oder zwischen Passagier und PKW
nach dem Aussteigen. Die Spannungen liegen dabei typischerweise im Bereich bis zu
etwa 10 kV und die Energien bis zu 10 mJ, teilweise aber auch erheblich höher. Oberhalb
von etwa 2500 V bis 3000 V werden die Entladungen als unangenehm empfunden. In bestimmten
Umfeldern, z.B. in der Elektronik, beim Umgang mit Explosivstoffen oder brennbaren
Gasen und Dämpfen können elektrostatische Entladungen sogar gefährlich für Material
oder Mensch sein. Um die Ursache oder die Auswirkungen dieser Entladungen zu beseitigen,
sind verschiedene Methoden entwickelt worden. Beispiele sind in der Industrie elektrisch
ableitende Fußbodenbeläge, antistatische Flüssigkeiten, ESD-Kleidung und -Schuhe
und Luftionisatoren. Im privaten Bereich, im Büro und bei Kraftfahrzeugen werden
dagegen nur wenige technische Lösungen angeboten, z.B. Gummiableitstreifen für PKWs
oder auch der Sasha Ring (USA). Die meisten Ratschläge beziehen sich aber auf Verhaltensänderungen
(z.B. Kleidungsauswahl, Luftfeuchteregelung). Die häufigste Empfehlung: einen Metallgegenstand,
z.B. einen Schlüssel, fest in die Hand zu nehmen und den Überschlag kontrolliert
zwischen dem Metallgegenstand und dem geerdeten Gegenstand stattfinden lassen. Danach
kann man den Gegenstand auch direkt ohne weitere Entladung berühren.
Eine Zusammenfassung der Problematik ist dargestellt in dem Artikel
„Humans and Sparks, The Cause, Stopping the Pain, and Electric People" (1997)
von William J. Beaty (http://www.amasci.com/emotor/zapped.html, 28.10.2002). Der
erwähnte Sasha Ring wurde vom ESD-Journal getestet (http://www.esdjournal.com/articles/sasha/ring2.htm
28.10.2002) und für wirkungsvoll befunden. Weitere technische Lösungen sind das
„Anti Shoc" (www.esdiournal.com/articles/antishoc/antishoc.htm 3.11.2002)
und das „Anti-Static One Touch Pad" (www.anti-staticmat.com/AntiStaticOneTouchPad.htm
3.11.2002).
Aufgabe der Erfindung ist es eine von jedermann anzuwendende einfache,
billige und dauerhafte Lösung zu schaffen, die die unangenehmen elektrostatischen
Entladungen besonders im privaten Bereich und in Büros, Geschäften oder anderen
Gebäuden mit Publikumsverkehr sowie im Zusammenhang mit Kraftfahrzeugen auf ein
nicht mehr spürbaren Niveau reduzieren kann.
Die Aufgabe wird durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs
1 gelöst.
Der zeitliche Verlauf der elektrischen Entladung bzw ihre Auswirkung
können durch die Erfindung so beeinflußt werden, daß sie vom Menschen nicht mehr
wahrgenommen werden. Dies geschieht entweder dadurch, daß die Höhe des Entladestroms
stark reduziert wird oder dadurch, daß die funkenförmige Entladung nicht direkt
von der Körperoberfläche aus erfolgt, sondern über eine externe Funkenstrecke, wobei
beide Methoden auch kombiniert werden können. Derselbe Effekt wird ohne die Vorrichtung
erreicht, wenn in der unmittelbaren Nähe zunächst z.B. eine steinerne Wand berührt
wird. Diese ist jedoch nicht immer verfügbar, die Methode ist nicht allgemein bekannt,
und die optische Erinnerung fehlt.
Vorteile
Die Vorrichtung kann fest angebracht werden. Dadurch besteht dort
künftig für jeden die Möglichkeit, durch kurzes Berühren der Vorrichtung einen schmerzlosen
Ladungsgleich herbeizuführen und erst danach den (geerdeten) Gegenstand zu berühren.
Ausführungsbeispiele sind weiter unten ab Zeile 84 beschrieben.
Durch die geringen Herstellungskosten und die einfache Anbringung
ist es möglich, die Vorrichtungen überall einzusetzen, wo in der Vergangenheit unangenehme
Entladungen beobachtet wurden. Sie können billig in Massenproduktion hergestellt
werden und kommerziell auch an Endverbraucher verkauft werden, da zum wirksamen
Einsatz keine Fachkenntnisse vorausgesetzt werden müssen.
Ist die Vorrichtung angebracht, ist es nicht mehr erforderlich, einen
Metallgegenstand oder den genannten Sasha Ring griffbereit mit sich zu führen oder
daran zu denken, ihn einzusetzen. Vielmehr kann es zur Gewohnheit werden, die Vorrichtung
immer vorher kurz zu berühren, da sie sich im Blickfeld befindet.
Sie ist dann künftig auch für jeden anderen nutzbar, der den geerdeten
Gegenstand berühren will oder muß.
Als Variante kann durch Anpassung der Form der Anbringungsfläche an
die gekrümmte Kontur des geerdeten Gegenstands die Anbringung erleichtert werden
und die Nutzungswahrscheinlichkeit erhöht werden (z.B. durch direkte Anbringung
an Türknöpfen, wie sie in USA üblich sind).
Nützlich sind auch Formvarianten, die eine Berührung der Vorrichtung
dadurch nahelegen, daß sie den geerdeten Gegenstand teilweise umgeben.
Diese können als separates Produkt nachgerüstet werden, oder der Einbau kann auch
gleich bei der Herstellung geschehen.
Bei Kraftfahrzeugen kann die Vorrichtung, in der unmittelbaren Nähe
des Tankstutzens angebracht, die Wahrscheinlichkeit von Bränden, ausgelöst durch
Funkenschlag, verringern, wenn der Tankende die Vorrichtung vorher immer kurz berührt
(siehe hierzu den Bericht des Petroleum Equipment Institute „Summary of Fires
at Refuelling Sites That Appear To Be Static Related" (www.pei.orq/static/fixe reports.htm
28.10.2002)). In der Nähe des Türschlosses an der Außenseite des Kfz angebracht,
kann sie unangenehme oder schmerzhafte Entladungen beim Berühren des Fahrzeugs verhindern.
Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt
und werden im Folgenden näher beschrieben.
Bild 1 zeigt einen senkrechten Schnitt durch die Vorrichtung gemäß
Anspruch 1, 2 und 3. Außerdem ist der menschliche Körper und die Umgebung als elektrisches
Ersatzschaltbild dargestellt. Der Körper 3 der Vorrichtung besteht aus
ableitfähigem Material, z.B. einem mit geeigneten Füllstoffen versehenen Kunststoff.
Er ist mit einem leitfähigen Klebstoff 2 auf dem Untergrund 1
befestigt. Untergrund 1 ist entweder der (geerdete) Gegenstand, dessen
direkte Berührung zu einem unangenehmen elektrischen Überschlag führen könnte, oder
eine Fläche in dessen unmittelbarer Nähe. Dabei ist darauf zu achten, daß der Untergrund
1 elektrisch mit dem (geerdeten) Gegenstand verbunden ist. Übliche Lackschichten
sind dabei kein Hindernis. Statt einer ohmschen Verbindung genügt auch eine kapazitive
Anbindung mit genügend großer Kapazität (>> 100 pF).
Wird die Vorrichtung mit dem Finger 4 berührt, entlädt sich
die Kapazität C des menschlichen Körpers, begrenzt durch die Schleifeninduktivität
L (i.A. < 1 Mikrohenry), den Widerstand des Körpers RK, den Widerstand
der Umgebung RU (z.B. des Fußbodens, des Türrahmens und des Übergangswiderstandes
zur Türklinke) und den Widerstand RV der Vorrichtung. Ist RV
sehr klein oder gleich null, kommt es bei einer Ladespannung von UC0
größer gleich etwa 2,5 kV zu einem merkbaren, bei UC0 größer 3 kV auch
schmerzhaften Ladungsausgleich in Form eines Funkenüberschlages kurz vor der Berührung.
Ist der Widerstand der Vorrichtung RV ausreichend groß, und findet kein
Überschlag entlang der Oberfläche der Vorrichtung statt, wird der Ladestrom so stark
gedämpft, daß die Entladung bei den praktisch vorkommenden Ladespannungen UC0
bis etwa 25 kV nicht mehr wahrgenommen wird. Bei einem Prototypen wurde u.a. ein
Widerstand von 2 Megaohm erfolgreich eingesetzt, es sind aber auch höhere und niedrigere
Werte sowie nichtlineare Charakteristika möglich.
Bild 2 zeigt eine Variante der Vorrichtung von Bild 1, wobei hier
der Widerstand RV durch ein diskretes elektrisches Bauelement
5 dargestellt wird, das zwischen zwei leitfähigen Flächen 6.1
und 6.2 angebracht ist. Für mechanische Stabilität und die erforderliche
Kriechstreckenlänge an der Oberfläche sorgt eine isolierende Masse 7.
Bild 3 zeigt eine Variante der Vorrichtung von Bild 1, wobei hier
der Widerstand RV durch eine leitfähige Schicht 8 dargestellt
wird, die auf einem Isolierstoffkörper 7 angebracht ist.
Bild 4 zeigt eine Variante der Vorrichtung, bei der ein anderer Effekt
als der bei Bildern 1 bis 3 beschriebene dennoch für eine schmerz-
und schreckfreie Entladung sorgt. Wenn nämlich der Funkenschlag nicht von der menschlichen
Haut Oberfläche ausgeht, sondern von einem mit der Haut durch die Berührung elektrisch
leitend verbundenen Gegenstand, z.B. der oberen Elektrode 6.1, dann werden
Entladungen bis zu einer gewissen Höhe nicht als unangenehm empfunden, obwohl kein
dämpfender Effekt auf den Strom vorhanden ist. Der Funkenschlag erfolgt hier zwischen
den Elektroden 9.1 und 9.2., wobei jeweils 9.1 elektrisch
leitend mit 6.1 und 9.2 mit 6.2 verbunden ist.
Bild 5 zeigt eine Formvariante der Vorrichtung aus den Bildern 1 bis
4, bei der die Kontur der Verbindungsfläche an diejenige einer Türklinke angepaßt
ist, was die Anbringung und Benutzung bei modernen Türdrückergarnituren mit kleinen
Rosetten erleichtert.
Bild 6 zeigt eine weitere Formvariante, angepaßt an die in USA üblichen
Dreh-Türknöpfe, geeignet zum nachträglichen Anbringen.
Bild 7 zeigt eine weitere Formvariante, ebenfalls für die in USA üblichen
Türknöpfe, die bereits bei der Herstellung angebracht werden kann.
Bild 8 zeigtmögliche Symbole, die den Benutzer daran erinnern sollen,
zuerst die Vorrichtung und dann erst den (geerdeten) Gegenstand zu berühren.
Nicht gezeigt ist eine Variante der Ausführung nach Bild 4, bei der
die Funkenstrecke als Glimmentladungsvorrichtung, ggf. mit einem Reihenwiderstand,
ausgeführt ist und die Isoliermasse transparent, so daß die Entladung beobachtet
werden kann.
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| Anspruch[de] |
- Vorrichtung zum sanften, schmerz- und schreckfreien Entladung statischer
elektrischer Ladung von Personen oder Gegenständen, dadurch gekennzeichnet,
– dass die Vorrichtung auf oder in der unmittelbaren Nähe des Gegenstands
anzubringen ist, dessen direkte Berührung sonst zu einer mit Schmerz oder Schreck
verbundenen elektrischen Entladung führen könnte, und die vorher zum kontrollierten
Ladungsausgleich berührt werden soll,
– dass sie bei Berührung durch den menschlichen Körper einen Ableitwiderstand
gegen den Untergrund, auf dem sie befestigt ist, von mindestens 100 Kiloohm, höchstens
jedoch einigen hundert Megaohm darstellt und diesen Widerstandswert auch bei niedriger
Luftfeuchte nicht überschreitet, oder die eine integrierte Funkenstreckenanordnung
enthält,
– dass ihre Oberfläche durch Formgebung, Schlagweite oder Materialauswahl
so ausgebildet ist, daß bei den fraglichen Spannungen keine niederohmige Entladung
über die Oberfläche entsteht.
- Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sie mit einem
Klebstoff erhöhter Leitfähigkeit auf dem Untergrund befestigt werden kann oder mit
einer anderen elektrisch leitfähigen oder ableitfähigen Verbindung.
- Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die
erforderlichen elektrischen Eigenschaften entweder durch Einbau eines diskreten
elektrischen Widerstandes oder durch die Wahl eines oder die Kombination mehrerer
Materialien mit entsprechender spezifischer elektrischer Leitfähigkeit erreicht
wird.
- Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass dass
die schmerz- und schreckfreie Entladung durch eine Funkenstreckenanordnung mit einer
Ansprechspannung von ca 2000 V +– 50% erreicht wird.
- Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass die Form der Kontaktfläche an die Kontur des Gegenstandes angepaßt ist, auf
dem die Vorrichtung angebracht werden soll.
- Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass ein konstruktives Element des Gegenstandes mit den elektrischen Merkmalen des
Anspruchs 1 ausgestattet ist.
- Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass die Funkenstreckenanordnung als Glimmentladungsanordnung ausgeführt wird und
die Umhüllung transparent ausgeführt wird.
- Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass die Oberfläche mit Zeichen gekennzeichnet ist, die den Effekt symbolisieren
und so zur Berührung auffordern oder daran erinnern.
- Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass Werbeaufdrucke für Wirtschaftsunternehmen oder Organisationen angebracht werden.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen
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