Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Schälen
und Entkeimen von Getreide und dergleichen, insbesondere von Maiskörnern.
Eine Vorrichtung zum Schälen und Entkeimen von Maiskörnern ist aus
der WO 89/00454 bekannt. Diese weist einen Stator auf, in dessen Gehäuse ein Rotor
horizontal drehbar gelagert ist, der im Bereich des Behandlungsraumes wenigstens
teilweise mit Noppen besetzt ist. Die den Behandlungsraum begrenzende Innenseite
des Statorgehäuses weist mit einer Sieblochung versehene Durchfallelemente auf und
enthält wenigstens zwei lösbare Gehäusewandteile. Zumindest die lösbaren Gehäusewandteile
weisen je mindestens ein Noppensegment auf, das radial verstellbar zur Drehachse
des Rotors ist.
Die Maiskörner werden zunächst mit Wasser und/oder Dampf vorbereitet,
dann geschält und entkeimt und der schalenfreie Abstoss wird gesichtet und weiter
verarbeitet. Der Durchfall wird separat gesichtet.
Bekannt ist weiterhin eine Entkeimungsmaschine mit vertikal angeordnetem
Rotor, dessen Abstoss in eine Poliermaschine geführt wird und ggf. wird noch ein
Sichter zwischen beiden Maschinen angeordnet. Die Maiskörner werden hierbei entkeimt,
anschliessend poliert, aspiriert und nochmals genetzt. Dem folgt ein Abstehen über
10 min. vor der Vermahlung.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Schälen
und Entkeimen von Maiskörnern zu entwickeln, das eine weitere Vereinfachung des
Prozesses bei höherer Ausbeute und Produktqualität ermöglicht. Die Aufgabe ist mit
den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Gereinigter und genetzter Mais wird geschält
und entkeimt und die entkeimten Maiskörner können direkt der Verarbeitung/Vermahlung
zugeführt werden.
Bei Bedarf wird lediglich noch eine Sichtung, zum Beispiel in einem
Aspirationskanal der Verarbeitung vorgeschaltet.
Die Prozessführung wird damit wesentlich vereinfacht, die Anlage-
und Wartungskosten sinken und die Bedienung wird vereinfacht. Überraschend konnten
Ausbeute und Produktqualität sowie die Leistung, insbesondere bei Trockenentkeimung
massiv erhöht werden. Auch der maschinelle Aufwand in der Vermahlung zu Grits kann
spürbar reduziert werden.
Eine weitere Aufgabe der Erfindung besteht in der Schaffung einer
Vorrichtung zum Schälen und Entkeimen von Maiskörnern. Diese Aufgabe ist mit den
Merkmalen des Anspruchs 5 gelöst. Die Vorrichtung weist eine Bearbeitungszone mit
anpassbaren Prallleisten und einen Rotor mit Vorsprüngen über die Länge der Bearbeitungszone
und Luftschlitze auf. Die Distanz zwischen Siebkorb und Rotor ist veränderbar.
Die Erfindung wird nachfolgend in einem Ausführungsbeispiel an Hand
einer Zeichnung näher beschrieben. In der Zeichnung zeigen die
1: die Vorrichtung im Schnitt
2: einen Querschnitt der Bearbeitungszone
3: ein Verfahrensdiagramm.
Der Stator 1 der Vorrichtung (Maisentkeimungsmaschine
32) weist ein Gehäuse 2 auf, das einen darin gelagerten Rotor
3 umgibt und auf einem Rahmengestell montiert ist und nach unten durch
eine anschliessende Auslauftrimelle 4 offen ist. Durch diese Auslauftrimelle
4 wird der Durchfall aus Keimen, Schälmehl und Schalenteilen abgeführt.
Von einem Produkteinlauf 5 gelangen die Maiskörner über eine
Speiseschnecke 10 in die Bearbeitungszone 6. Während des Schälens/Entkeimens
werden die Maiskörner gegen eine einstellbare Staueinrichtung 7 geführt,
um einen spezifischen Bearbeitungsdruck in der Bearbeitungszone 6 zu bilden.
Die entkeimten Maiskörner verlassen die Bearbeitungszone 6 durch eine einstellbare
Auslauföffnung 8 und über einen Auslauf 9 die Entkeimungsmaschine.
Die Bearbeitungszone 6 wird statorseitig von vier Prallleisten
11 und zwei Siebkorbhälften 12 gebildet, wobei je zwei Prallleisten
11 oben und zwei unten am Stator 1 angeordnet sind und dazwischen
die Siebkorbhälften 12 so angeordnet sind, dass sie den Rotor
3 mit den Prallleisten 11 in axialer Richtung vollständig umhüllen.
Der Rotor 3 ist aus einer Gusswalze 13 mit einer Hohlwelle
14 gebildet. Die Walze 13 beinhaltet mindestens zwei Vorsprünge
15 und zugeordnete Schlitze 16, die auf dem Umfang der Walze
13 gleichmässig voneinander beabstandet angeordnet sind und die sich über
die ganze Länge der Bearbeitungszone 6 erstrecken.
Die Hohlwelle 14 weist eine Vielzahl von Öffnungen
17 für den Austritt von Luft auf. Die Luft gelangt weiter durch die Schlitze
16 in der Walze 13 in die Bearbeitungszone 6 und unterstützt
den Siebdurchtritt von Produkt. Die Luft wird mittels eines Ventilators
20 in die Hohlwelle 14 gepresst.
Bei Feuchtentkeimung wird gereinigter und genetzter Mais über einen
Dosieren 30 und einen Magneten 31 der Maisentkeimungsmaschine
32 zugeführt und dort geschält und entkeimt. Die Oberflächenbefeuchtung
(Schalenbefeuchtung) der Körner beim Netzen im Netzaggregat 21 erfolgt
nur kurzzeitig. Der Durchfall besteht aus Schale und Schälmehl, der Abstoss aus
entkeimten Maiskörnern gelangt in einen Aspirationskanal 33, wo noch enthaltene,
gelöste Schalenteile im Luftstrom separiert werden. Die aspirierten Maiskörner gelangen
in die Mühle und die ersten zwei Mahlpassagen (B1, B2) 34 werden ohne Zwischensichtung
(entsprechend der Lehre der EP-B-335925)
durchlaufen. Erst nach der zweiten Vermahlungsstufen werden die Grits gesichtet
und weiteren Mahlpassagen zugeführt.
Bei Trockenentkeimung wird auf die Oberflächenbefeuchtung im Netzaggregat
21 verzichtet und es wird nur entkeimt. Dies ergibt eine
wesentlich höhere Ausbeute, analog zur herkömmlichen Nassentkeimung.
Bei der Feuchtentkeimung ist es möglich, die Leistung deutlich zu
erhöhen. Die Produktqualität bleibt konstant.
Auf Grund des kleineren Maschinenparks können die Anlagekosten massiv
gesenkt werden, auch die Wartungskosten und der Bedienaufwand sinken.
Die Erfindung ist nicht auf dieses Ausführungsbeispiel begrenzt.
1
- Stator
2
- Gehäuse
3
- Rotor
4
- Auslauftrimelle
5
- Produkteinlauf
6
- Bearbeitungszone
7
- Staueinrichtung
8
- Auslauföffnung
9
- Auslauf
10
- Speiseschnecke
11
- Prallleiste
12
- Siebkorbhälfte
13
- Walze
14
- Hohlwelle
15
- Vorsprung
16
- Schlitz
17
- Öffnung
20
- Ventilator
21
- Netzaggregat
30
- Dosierer
31
- Magnet
32
- Maisentkeimungsmaschine
33
- Aspirationskanal
34
- Mahlpassage