Beschreibung
Die vorliegende Erfindung betrifft eine gasisolierte Schaltanlage
für Hoch- und Mittelspannungsanwendungen, die verbesserte Funktionen und Eigenschaften
aufweist. Der Ausdruck "Hoch- und Mittelspannungsanwendungen" bezieht sich auf Anwendungen
mit Betriebsspannungen gleich oder über 1000 Volt.
Genauer gesagt ermöglicht es die Anlage gemäß der Erfindung dank ihrer
innovativen Struktur, die Ausführung der notwendigen elektrischen Vorgänge gemäß
einer Lösung zu optimieren, die gleichzeitig einfach, effektiv und kompakt ist.
Vom Stand der Technik ist bekannt, daß bei gasisolierten Schalter-
und Trenneinheiten elektrische Schaltvorgänge sowohl zum Unterbrechen als auch zum
Trennen durch die translatorische Bewegung eines oder mehrerer beweglicher Kontakte
realisiert werden, die mit entsprechenden festen Kontakten koppeln bzw. sich von
diesen trennen können. Ein erheblicher Nachteil dieser bekannten Arten von Anlagen
liegt darin, daß die verschiedenen Schaltvorgänge, zum Beispiel zum Trennen auf
der Eingangsleitung oder auf der Ausgangsleitung, durch spezielle Komponenten ausgeführt
werden, die von der Struktur her separat und voneinander verschieden sind. Daher
ist die Anzahl der Komponenten, die zum Ausführen der verschiedenen Schaltvorgänge
verwendet werden, groß und führt zu einem erhöhten Platzbedarf und größerem Gesamtvolumen
der Anlage, was wiederum eine Kostensteigerung mit sich bringt.
Zudem werden die Kontakte unter Verwendung von Betätigungsvorrichtungen
bewegt, die im allgemeinen Betätiger der mechanischen oder der hydraulischen An
umfassen, welche komplizierte kinematische Systeme erfordern, um Bewegung auf den
beweglichen Kontakt zu übertragen. Genauer gesagt erfordert der Trennvorgang die
koordinierte Bewegung eines oder mehrerer beweglicher Kontakte, so daß das Öffnen/Schließen
der Trennkontakte in der vorgesehenen Reihenfolge abläuft. Dies erfordert normalerweise
komplizierte Koppelmechanismen und/oder komplizierte Betätigungs- und Steuersysteme,
insbesondere wenn der Trennvorgang auf Systemen mit mehreren Stromschienen erfolgt.
Angesichts der mechanischen Komplexität der Bewegungselemente und der großen Zahl
der eingesetzten Komponenten, sind Wartungsarbeiten notwendig, um ein Nennverhalten
beizubehalten und die Wiederholbarkeit des Betriebsverhaltens zu gewährleisten.
Diese strukturelle Komplexität wirkt sich noch nachteiliger aus, wenn
die verschiedenen Schalter- und Trenneinheiten verwendet werden, um Schaltstationen
zu realisieren. Ein Beispiel dafür ist in 1 gezeigt,
die schematisch eine Minimalkonfiguration einer elektrischen Schaltstation der Art
mit einer Verteilerschiene darstellt. Wie diese Figur zeigt, ist jede Phase der
Hauptnetzleitung 101 am Eingang mit einer entsprechenden Verteilerschiene
100 verbunden. Zumindest ein Trennschalter 102 und ein Stromwandler
103 werden entlang dem Verbindungsleiter verwendet, der eine Phase der
Leitung 101 mit der entsprechenden Schiene 100 verbindet. Die
Schienen 100 wiederum sind elektrisch mit einem Leistungstransformator
104 verbunden, der die Spannung in geeigneter Weise so variiert, daß man
einen adäquaten Spannungspegel am Eingang zu einem Satz von Mittelspannungsvorrichtungen
erhält, die allgemein mit dem Bezugszeichen 105 bezeichnet sind. Vor dem
Leistungstransformator 104 sind ferner Überspannungsableiter
106 vorgesehen, die den Transformator vor möglichen Schäden schützen. Ein
zweiter Trennschalter 102, ein zweiter Stromwandler 103 und ein
Leistungsschalter 109 werden entlang der Verbindung zwischen jeder Schiene
100 und dem Leistungstransformator 104 eingesetzt. Am Ausgang
aus der Schaltstation ist jede Schiene 100 mit der entsprechenden Phase
der Leitung 101 verbunden, und zwar gemäß einer Architektur ähnlich der
Eingangsarchitektur, d. h. unter Verwendung eines weiteren Trennschalters
102 und eines zusätzlichen Stromwandlers 103.
Bei den meisten üblichen Anwendungen wird die Minimalkonfiguration
der elektrischen Schaltstation zweckmäßigerweise ergänzt, indem zusätzliche Primärkomponenten
eingesetzt werden. Genauer gesagt werden für jede Phase der Hauptnetzleitung
101 zwei Spannungstransformatoren, zwei Trennschalter und zwei Leistungsschalter
verwendet, die jeweils am Eingangsanschluß und am Ausgang zwischen der Leitungsphase
und der Stromschiene der Schaltstation angeordnet werden. Die Schaltstation ist
ferner mit einer Reihe von Sekundärkomponenten ausgestattet, die aus Schutz- und
Steuersystemen bestehen, um die korrekte elektrische Funktion des Systems zu gewährleisten
und gefährliche Schäden zu verhindern.
Bedingt durch die selbst für eine Minimalkonfiguration große Zahl
der notwendigen Komponenten, sind bekannte Arten von Schaltstationen in der praktischen
Anwendung nicht zufriedenstellend, und zwar hauptsächlich wegen ihrer hohen Kosten,
ihres Platzbedarfs und der Notwendigkeit häufiger Wartungen. Derartige Schaltstationen
weisen ferner keine modulare Struktur auf, die sie zweckmäßigerweise flexibel in
ihren Anwendungen und in Abhängigkeit unterschiedlicher Anwendungserfordernisse
leicht implementierbar macht.
Das Dokument GB-A-2143089 offenbart eine Schaltanlage
mit einem Gehäuse, das einen Leistungsspeiseschalter, der einen Trennschalter und
einen Vakuumschalter, mit einem Anschluß verbunden, umfaßt, sowie zwei Lastschalter
enthält, die ebenfalls jeweils mit dem Leistungsspeiseschalter und mit einem entsprechenden
Anschluß verbunden sind.
Das Ziel der vorliegenden Erfindung besteht darin, eine gasisolierte
Schaltanlage für Hochund Mittelspannungsanwendungen anzugeben, die in der Lage ist,
die Funktionen zu integrieren, die beim Stand der Technik von mehreren strukturmäßig
voneinander verschiedenen Komponenten ausgeführt werden.
Im Rahmen dieses Ziels besteht eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung
darin, eine gasisolierte Schaltanlage für Hoch- und Mittelspannungsanwendungen anzugeben,
die eine größere Flexibilität und Einfachheit bei der Ausführung der erforderlichen
elektrischen Schaltvorgänge ermöglicht.
Eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine gasisolierte
Schaltanlage für Hoch- und Mittelspannungsanwendungen anzugeben, die eine kompakte
Struktur und kleine Abmessungen hat, so daß sie den Platzbedarf erheblich reduziert.
Eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine gasisolierte
Schaltanlage für Hoch- und Mittelspannungsanwendungen anzugeben, die eine geringere
mechanische Komplexität aufweist.
Eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine gasisolierte
Schaltanlage für Hoch- und Mittelspannungsanwendungen anzugeben, mit der verschiedene
Anwendungskonfigurationen leicht realisierbar sind, insbesondere für die Implementierung
von Schaltstationen mit einem Einfach- und/oder Doppel-Leiterschienensystem.
Eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine gasisolierte
Schaltanlage für Hoch- und Mittelspannungsanwendungen anzugeben, die hochzuverlässig
ist und relativ einfach und zu wettbewerbsfähigen Kosten hergestellt werden kann.
Dieses Ziel sowie diese und andere Aufgaben, die im folgenden deutlicher
werden, löst eine gasisolierte Schaltanlage für Hoch- und Mittelspannungsanwendungen,
die dadurch gekennzeichnet ist, daß sie ein Gehäuse enthält, das eine Trenneinheit,
die elektrisch mit einem ersten elektrischen Anschluß verbunden und in dem Gehäuse
in einer im wesentlichen zentralen Position angeordnet ist, und eine erste Unterbrechungseinheit
und zweite Unterbrechungseinheit enthält, die mit der Trenneinheit sowie mit einem
zweiten elektrischen Anschluß bzw. einem dritten elektrischen Anschluß elektrisch
verbunden sind, wobei die erste Unterbrechungseinheit und die zweite Unterbrechungseinheit
bezüglich der Trenneinheit auf entgegengesetzten Seiten angeordnet sind.
Die Anlage nach der Erfindung kann phasengetrennt oder phasenvereinigt,
für ein Einfachschienensystem oder ein Mehrfachschienensystem, mit einpoliger oder
mit dreipoliger Betätigung sein.
Die Anlage nach der Erfindung hat somit eine kompakte Struktur, die
in einem einzigen Körper beide den Stromkreis unterbrechende Elemente und die Trennelemente
enthält, gemäß einer Lösung, die in jedem Fall das schnelle und effektive Ausführen
der erforderlichen elektrischen Schaltvorgänge ermöglicht.
Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der Beschreibung einiger
bevorzugter, jedoch nicht ausschließlicher Ausführungsbeispiele einer Schaltanlage
nach der Erfindung, die als nicht einschränkende Beispiele in den zugehörigen Zeichnungen
dargestellt sind, in denen zeigen:
1 eine schematische Ansicht einer bekannten
Schaltstation zum Übertragen und Verteilen elektrischer Leistung;
2 eine Ansicht der Schaltanlage nach
der Erfindung;
3a bis 3f
schematische Ansichten einiger möglicher elektrischer Schaltvorgänge, die mit der
Anlage der 2 ausführbar sind;
4 und 5
Ansichten einer möglichen Ausführungsform einer elektrischen Schaltstation mit einem
dreiphasigen Einfachschienensystem, das die Anlage der 2
verwendet.
Gemäß 2 umfaßt die erfindungsgemäße Schaltanlage,
die allgemein mit dem Bezugszeichen 200 bezeichnet ist, ein Gehäuse
1, das ein isolierendes Gas enthält und in seinem Inneren eine erste Unterbrechungseinheit
4, eine zweite Unterbrechungseinheit 14 und eine Trenneinheit
5 aufnimmt. Die Trenneinheit 5 ist mit einem ersten elektrischen
Anschluß 2 und mit den beiden Unterbrechungseinheiten 4 und
14 elektrisch verbunden, und zwar in der im folgenden beschriebenen Art
und Weise. Die Unterbrechungseinheiten 4 und 14 sind ihrerseits
mit einem zweiten elektrischen Anschluß 11 bzw. einem dritten elektrischen
Anschluß 13 elektrisch verbunden. Bei dem in 2
dargestellten Ausführungsbeispiel sind die elektrischen Anschlüsse 2,
11 und 13 (die in der Figur teilweise zu sehen sind) in entsprechenden
Buchsen, bezeichnet mit 40, 41 bzw. 42, aufgenommen,
die mit dem Gehäuse 1 verbunden sind.
Vorteilhafterweise ist die Trenneinheit 5 in dem Gehäuse
1 in einer im wesentlichen zentralen Position angeordnet, während die beiden
Unterbrechungseinheiten 4 und 14 bezüglich der Trenneinheit
5 auf entgegengesetzten Seiten angeordnet sind.
Im Detail umfassen die Unterbrechungseinheiten 4 und
14 eine Unterbrechungskammer 3, in der ein fester Kontakt
6 und ein beweglicher Kontakt 7 aufgenommen sind, wobei der bewegliche
Kontakt von Betätigungsmitteln wirkungsmäßig gesteuert wird. Die beweglichen Kontakte
7 der Unterbrechungseinheiten 4 und 14 sind mit dem Anschluß
11 bzw. dem Anschluß 13 elektrisch verbunden. Die Betätigungsmittel
umfassen eine Betätigungsstange 8, die mit dem beweglichen Kontakt
7 verbunden und durch eine geeignete Betätigungs- und Steuervorrichtung
10 betätigt ist. Die Betätigungs- und Steuervorrichtung kann aus einem
mechanischen oder hydraulisch-pneumatischen oder elektrischen Betätiger bestehen.
Vorzugsweise ermöglicht die Verwendung eines Elektromotors mit Positionssteuerung,
insbesondere eines Servomotors, Vorteile hinsichtlich Geschwindigkeit
und Präzision beim Ausführen der Schaltvorgänge zum Öffnen/Schließen der Kontakte.
Die Trenneinheit 5 umfaßt einen ersten festen Kontakt
21, der mit dem elektrischen Anschluß 2 verbunden ist, einen zweiten
festen Kontakt 22, der mit dem festen Kontakt 7 der Unterbrechungseinheit
4 verbunden ist, einen dritten festen Kontakt 23, der mit dem
festen Kontakt 7 der Unterbrechungseinheit 14 verbunden ist, sowie
zumindest einen beweglichen Kontakt 24, der mit zumindest einem der beweglichen
Kontakte 21, 22 und 23 gekoppelt werden kann. Vorteilhafterweise
umfaßt die Trenneinheit 5 bei dem in 2 gezeigten
Ausführungsbeispiel einen einzigen beweglichen Kontakt 24, der mit den
drei festen Kontakten 21, 22 und 23 gekoppelt werden
kann. Dieser bewegliche Kontakt 24, der beispielsweise aus einem Messerkontakt
mit einem sektorartigen Profil besteht, ist an einer rotierenden Welle
12 befestigt, und zwar im wesentlichen rechtwinklig zu der Achse der Welle
12. Auf diese Weise dreht sich der bewegliche Kontakt 24 starr
mit der Welle 12, und die beweglichen Kontakte 21, 22
und 23 liegen auf seiner Drehebene. Wenn die vorliegende Beschreibung auf
die Relativposition des festen Kontakts und des beweglichen Kontakts verweist, bezieht
sich dies der Einfachheit der Beschreibung halber selbstverständlich immer auf die
Relativposition des Endes des festen Kontakts und des Endes des beweglichen Kontakts,
der damit gekoppelt werden kann.
Alternativ können die festen Kontakte 21, 22 und
23 gemäß den jeweiligen Anwendungserfordernissen in mehreren zueinander
versetzen Ebenen angeordnet sein. In diesem Fall werden mehrere bewegliche Kontakte
eingesetzt, die an der rotierenden Welle 12 befestigt sind. Dann drehen
sich die beweglichen Kontakte in unterschiedlichen Ebenen und sind in einem geeigneten
Winkel zueinander angeordnet, um die elektrischen Verbindungen zwischen den Kontaktpaaren
in den vorgesehenen Reihenfolgen zu ermöglichen. Als Alternative kann ein System
mit einem oder mehreren beweglichen Kontakten, die eine translatorische Bewegung
ausführen, oder auch andere Lösungen eingesetzt werden, solange sie mit dem Anwendungszweck
kompatibel sind.
Vorteilhafterweise ist die rotierende Welle 12 von geeigneten
Betätigungsmitteln angetrieben, die vorzugsweise aus einem nicht dargestellten Elektromotor
bestehen, der wirkungsmäßig mit der Welle 12 verbunden ist. Insbesondere
hat sich ergeben, daß die Verwendung eines Servomotors beträchtliche Vorteile hinsichtlich
Präzision und Geschwindigkeit des Betriebs hat. Alternativ können mechanische oder
hydraulische Betätigungsmittel verwendet werden. Auch manuelle Betätigungsmittel
können als Alternative oder Ergänzung zu den oben beschriebenen Betätigungsmitteln
vorgesehen sein, insbesondere zum Ausführen von manuellen Operationen im Notfall.
Wie in 2 dargestellt, umfaßt die Trenneinheit
5 ferner eines vierten festen Kontakt 25, der geerdet ist. Im
Fall der 2 ist der feste Kontakt 25 mit dem
geerdeten Gehäuse 1 verbunden und liegt in einer Ebene, die von der Ebene
der festen Kontakte 21, 22 und 23 verschieden ist. Entsprechend
verwendet die Anlage nach der Erfindung einen zweiten beweglichen Kontakt
26, der mit dem festen Kontakt 25 gekoppelt werden kann. Dieser
bewegliche Kontakt 26, der beispielsweise wie ein L-förmiger Messerkontakt
mit im wesentlichen identischen Seiten konfiguriert ist, ist an der Welle
12 befestigt und dreht sich starr mit dieser in der Drehebene, in der der
feste Kontakt 25 liegt.
Mit dieser Anordnung können verschiedene elektrische Schaltvorgänge
auf sehr einfache und flexible Art und Weise ausgeführt werden. Wie in den
3a–3f dargestellt, sind zum Beispiel folgende
Konfigurationen möglich:
- – der Kontakt 24 ist gleichzeitig mit den Kontakten
21, 22 und 23 gekoppelt, und die Kontakte 26
und 25 sind nicht gekoppelt (3a);
- – der Kontakt 24 ist mit den Kontakten 21 und
23 gekoppelt, und die Kontakte 22, 25 und 26
sind nicht gekoppelt (3b);
- – der Kontakt 24 ist mit dem Kontakt 23 gekoppelt, die
Kontakte 25 und 26 sind miteinander gekoppelt, und die Kontakte
21 und 22 sind nicht gekoppelt (3c);
- – der Kontakt 24 ist mit den Kontakten 22 und
23 gekoppelt, und die Kontakte 21, 25 und 26
sind nicht gekoppelt (3d);
- – der Kontakt 24 ist mit dem Kontakt 22 gekoppelt, die
Kontakte 25 und 26 sind miteinander gekoppelt, und die Kontakte
21 und 23 sind nicht gekoppelt (3e);
- – der Kontakt 24 ist mit den Kontakten 21 und
22 gekoppelt, und die Kontakte 23, 25 und 26
sind nicht gekoppelt (3f).
Zusätzlich zu diesen möglichen Konfigurationen ist es selbstverständlich
möglich, andere Schaltvorgänge gemäß den verschiedenen Anwendungserfordernissen
zu realisieren.
Die in 2 dargestellte Lösung besonders
vorteilhaft, da die Längsachsen der beiden Unterbrechungskammern 4 und
14 im wesentlichen miteinander fluchten und rechtwinklig zur Drehachse
der Schaltwelle 12 liegen. Auf diese Weise erfolgen die Manöver der Trenneinheit
durch Drehen der Welle 12 und durch Drehen der beweglichen Kontakte um
die Achse der Welle, während das Öffnen/Schließen der Unterbrechungseinheiten
4 und 14 durch eine einfache translatorische Bewegung der beweglichen
Kontakte entlang der Längsachse der jeweiligen Unterbrechungskammer erfolgt. Auf
diese Weise wird eine optimale Verteilung des innerhalb des Gehäuses 1
eingenommenen Platzes erreicht, und zwar mit einer Lösung, die extreme Flexibilität
hinsichtlich der ausführbaren elektrischen Schaltvorgänge und der Verbindungen erlaubt,
die zwischen der Anlage 200 und extern dazu angeordneten
Elementen realisierbar sind, wie beispielsweise zu bedienenden Lasten, Stromversorgungsleitungen
usw., wie im folgenden ausführlich beschrieben wird.
Außerdem kann die Trenneinheit 5 so angeordnet sein, daß
die Achse der Drehwelle 12 in einer im wesentlichen horizontalen Ebene
liegt, wie in 2 dargestellt, oder alternativ dazu so,
daß die Achse der Drehwelle 12 in einer im wesentlichen vertikalen Ebene
liegt, d. h. in einer Richtung, die senkrecht zu der Achsenstellung der
2 und zu den Längsachsen der Unterbrechungseinheiten
ist. In diesem Fall kann der die Welle 12 antreibende Motor am unteren
Teil des Gehäuses 1 plaziert sein, während die Unterbrechungskontakte entsprechend
in dem Gehäuse selbst angeordnet sind.
Dank ihrer kompakten Struktur und flexiblen Funktionsweise ist die
so konzipierte Anlage besonders zur Verwendung in einer Schaltstation zum Übertragen
und Verteilen elektrischer Leistung geeignet, und zwar sowohl bei einem dreiphasigen
System mit einer Leiterschiene als auch bei einem dreiphasigen System mit zwei Leiterschienen,
gemäß verschiedenen Anwendungskonfigurationen. Folglich betrifft die vorliegende
Erfindung auch eine Schaltstation zum Übertragen und Verteilen elektrischer Leistung,
die mit einer dreiphasigen Stromversorgungsleitung verbunden und dadurch gekennzeichnet
ist, daß sie zumindest eine Schaltanlage nach der Erfindung enthält.
Insbesondere ist es beispielsweise möglich, die Anschlüsse
11 (oder 13) und 13 (oder 11) am Eingang bzw.
am Ausgang mit einer Phase einer Hauptstromversorgungsleitung zu verbinden und den
Anschluß 2 mit einer Last, beispielsweise einem Leistungstransformator
zu verbinden. Oder man kann den Anschluß 11 (oder 13) am Eingang
mit der Phase der Stromversorgung, den Anschluß 13 (oder 11) mit
einer Last und den Anschluß 2 am Ausgang mit der Phase verbinden. Eine
weitere mögliche Alternative besteht darin, den Anschluß 2 am Eingang mit
der Phase der Stromversorgung und die Anschlüsse 11 und 13 mit
zwei entsprechenden Lasten, beispielsweise zwei Leistungstransformatoren zu verbinden.
Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel einer Schaltstation mit einem
dreiphasigen Einzelschienensystem, das mehrere Schaltanlagen 200 gemäß
der Erfindung verwendet, ist in den 4 und
5 dargestellt. Wie in diesen Figuren gezeigt,
verwendet jede Phase 30 einer dreiphasigen Stromversorgungsleitung, an
die die Schaltstation angeschlossen ist, zwei Schaltanlagen 200. Genauer
gesagt ist eine erste Schaltanlage 200 mit einem Anschluß 11 am
Eingang mit der Phase 30 der Stromversorgung verbunden, mit einem Anschluß
13 am Ausgang mit einem Leistungstransformator 31 verbunden und mit einem
Anschluß 2 mittels einer luftisolierten Leiterschiene 50 mit dem
entsprechenden Anschluß 2 der zweiten Anlage 200 verbunden. Die
zweite Anlage 200 ist ihrerseits mit ihren Anschlüssen 11 und
13 (oder umgekehrt 13 und 11) jeweils am Ausgang mit
der Phase 30 der der Stromversorgung bzw. mit einem Leistungstransformator
31 verbunden. Auf diese Weise sind zwei Sätze mit drei Anlagen
200 nebeneinander angeordnet, und zwar mit einer kompakteren Konfiguration
als bekannte Schaltstationen. Diese Konfiguration wird noch kompakter dadurch, daß
für jeden der beiden Sätze von drei Anlagen 200 die Buchse 40,
die zu der zentralen Anlage 200 gehört, in einer im wesentlichen vertikalen
Ebene angeordnet ist und die anderen beiden Buchsen 40, die zu den seitlich
angeordneten Anlagen 200 gehören, in zueinander entgegengesetzte Richtungen
bezüglich der zentralen Buchse ausgerichtet sind.
Ein weiterer beträchtlicher Vorteil besteht darin, daß die in der
Schaltstation verwendeten Anlagen von der An mit einpoliger Betätigung sein können,
bei der Betätigungsmittel an jeder einzelnen Phase vorgesehen sind, um den Trennvorgang
auszuführen. Alternativ können sie von der An mit dreipoliger Betätigung sein, bei
der die Energie zum Ausführen des Trennvorgangs an den drei Phasen der Anlage durch
ein einziges Betätigungsmittel geliefert wird, das mechanisch mit den Trenneinheiten
jeder einzelnen Phase gekoppelt ist. Ein Beispiel dafür ist schematisch in den
4 und 5 dargestellt,
bei denen jeder der beiden Sätze aus drei Anlagen 200 einen einzigen Elektromotor
60 verwendet, vorzugsweise einen Servomotor. In diesem Fall ist der Motor
60 wie in 5 dargestellt an einer der seitlich
angeordneten Anlagen 200 plaziert und mit den drei entsprechenden Trenneinheiten
mittels einer einzigen Durchgangswelle 61 verbunden, auf denen die verschiedenen
beweglichen Kontakte in geeigneter Weise angeordnet sind. Als Alternative kann der
Motor 60 auch an der zentralen Anlage 200 angeordnet sein.
Außerdem kann ein ähnliches Betätigungssystem mit einer einzigen dreipoligen
Betätigung auch zum Schalten der Unterbrechungseinheiten verwendet werden. In diesem
Fall reicht es nämlich aus, zwei Motoren 10 zu verwenden, die an einer
Anlage 200 angeordnet sind und von denen jede mit den Betätigungsstangen
der beweglichen Kontakte dreier nebeneinander angeordneter Unterbrechungseinheiten
mechanisch verbunden ist.
Die in den 4 und 5
dargestellte Schaltstation kann ferner implementiert werden, indem beispielsweise
ein zusätzlicher Satz aus drei Anlagen 200 verwendet wird, die nebeneinander
angeordnet und sequentiell mit den ersten beiden Sätzen der Dreiersätze, wie oben
beschrieben, verbunden sind. Die Verbindung zwischen den Dreiersätzen kann ferner
realisiert werden, indem statt der Schienen 30 Verbindungsvorrichtungen
der bekannten An verwendet werden, die, falls notwendig, mit Unterbrechungseinheiten
versehen sind.
Gemäß einem anderen Ausführungsbeispiel kann die Verbindung zwischen
Paaren von Anlagen 200 realisiert werden, indem die Aufnahmebuchsen
40 und die Leiterschienen 30 durch metallverkleidete Kanäle
ersetzt werden, so daß eine noch kompaktere metallverkleidete Struktur erzeugt wird,
die eine verringerte vertikale Ausdehnung hat und folglich weniger auffällig ist.
So ist es auch möglich, die luftisolierten Schienen zu eliminieren, was hinsichtlich
der Wartung einen Vorteil mit sich bringt. In diesem Fall können die Anschlüsse
11 und 13, wie bei den vorstehend beschriebenen Konfigurationen,
in den jeweiligen Buchsen 41 und 42 aufgenommen sein und auch
mit den Phasen der Stromversorgung direkt durch Kabel statt durch luftisolierte
Mittel verbunden sein.
Soll eine Schaltstation mit einem dreiphasigen System mit zwei Leiterschienen
realisiert werden, so kann die Schaltanlage 200 sehr einfach modifiziert
werden. In diesem Fall reicht es nämlich aus, einen vierten Verbindungsanschluß
zu verwenden und die Trenneinheit mit einem zusätzlichen festen Kontakt, der mit
dem vierten Anschluß verbunden ist, und optional mit einem weiteren beweglichen
Kontakt auszustatten, der mit dem festen Kontakt gekoppelt werden kann. Der vierte
Anschluß kann in einer Buchse aufgenommen sein, die in der Nähe der Buchse
40 angeordnet und mit einer Schiene 30 mit der entsprechenden
Buchse der zweiten Anlage 200 verbunden ist, wie vorstehend beschrieben.
In diesem Fall können zum Realisieren der Verbindungen zwischen den Paaren der Anlagen
200 metallverkleidete Kanäle anstelle der Aufnahmebuchsen und der Leiterschienen
verwendet werden. Die in die Anlagen 200 eingehenden und daraus ausgehenden
elektrischen Verbindungen können ferner durch luftisolierte Mittel, unter Verwendung
der Buchsen, oder durch Kabelverbindungen realisiert werden.
Die so konzipierte Schaltanlage kann Modifikationen und Änderungen
im Rahmen der anliegenden Ansprüche erfahren.