Diese Erfindung bezieht sich auf ein biokompatibles Polymer, enthaltend
das Copolymerisationsprodukt einer Mischung aus hydrophoben und hydrophilen Acryl-
und/oder Allelmonomeren und Telo-Collagen, welches zuvor aus Glucoproteinen und
Proteoglykanen gereinigt wurde. Das Material ist für die Herstellung von weichen
intraokularen Linsen, von brechenden intraokularen Kontaktlinsen und von Standardkontaktlinsen,
die beispielsweise für die Korrektur von Aphakie, Myopie und Hypermetropie hilfreich
sind, geeignet.
Gewöhnliche Polymere, die auf reinen nicht-polyenischen Acrylat- oder
Allelmonomeren basieren, weisen an ihren Oberflächen keine wasser-löslichen ionischen
Schichten auf, die die Sorption von Proteinen abpuffern. Das Bereitstellen von wasser-löslichen
ionischen Schichten auf der Polymeroberfläche ist wünschenswert, da solche Schichten
die Biokompatibilität der Linsen gegenüber Zellmembranen des Trägers in hohem Maße
verbessern.
Zur Herstellung einer wasser-löslichen Schicht können polyenische,
wasser-lösliche, ionische Monomere verwendet werden. Jedoch wird dadurch die Widerstandsfähigkeit
solcher Copolymere gegenüber einem Aufquellen vermindert. Beispielsweise neigt das
System aus polyenischen Copolymeren auf der Basis von Acrylamid oder Acrylsäure
mit HEMA zu einem übermäßigen Aufquellen. Dies tritt ein, weil sich die in diesem
System vorhandenen reinen Homopolymere, Polyacrylamid oder Polyacrylsäure in Wasser
auflösen. Aus diesem Grund ist es von Vorteil, ein Polymer herzustellen, welches
in der Lage ist, solch eine notwendige wasser-lösliche Schicht zu bilden, welche
nicht die Widerstandsfähigkeit eines Polymers bezüglich einem Aufquellen beeinflusst.
Druckschriften, welche Pfropf-Copolymere von Collagen betreffen, umfassen
das US-Patent Nr. 4,388,428 (14. Juni 1983) und das US-Patent Nr. 4,452,925 (5.
Juni 1994). In diesen Patenten wird ein System aus wasser-löslichen Monomeren und
einem Telo-Collagen verwendet. Jedoch ist dieses System nicht hydrolytisch stabil
und nicht ausreichend optisch transparent. In dem US-Patent Nr. 4,452,925 wird nichts
über spezielle optische Bedingungen, die für die Herstellung eines transparenten
Polymers notwendig sind, ausgesagt. Das in diesem Patent offenbarte wasser-lösliche
Telo-Collagen weist nicht die Fähigkeit auf, in der organischen Monomerlösung ein
Gel zu bilden und somit fällt das Collagen aus oder es koaguliert.
Ein weiteres biokompatibles Polymermaterial wird in dem US-Patent
Nr. 5286829 offenbart. Das Polymermaterial ist das Produkt einer Pfropf-Copolymerisation
von wasserlöslichem Vinyl- und/oder einem Acrylatmonomer mit einem Sorptionskomplex
von Polysilicidsäure und Collagen, von welchem Pigmente, Glykoproteine und Proteoglycone
abgetrennt worden sind. Das Pfropf-Copolymerisationprodukt enthält bis zu 25 Gewichtsprozent
Polysilicidsäure, gemessen in SiO2-Einheiten und bis zu 12 Gewichtsprozent
Protein.
Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die Bereitstellung eines
biokompatiblen optisch transparenten Polymermaterials auf Telo-Collagen-Basis.
Eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die Bereitstellung
eines biokompatiblen Polymers, enthaltend das Copolymerisationsprodukt einer Mischung
aus hydrophoben und hydrophilen Monomeren vom Acryl- und/oder Alleltyp und Telo-Collagen.
Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die Bereitstellung eines
Verfahrens zur Herstellung eines biokompatiblen optisch transparenten Polymermaterials
auf Collagenbasis.
Eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die Bereitstellung
eines Verfahrens zur Herstellung eines biokompatiblen Polymers, enthaltend das Copolymerisationsprodukt
einer Mischung aus hydrophoben und hydrophilen Monomeren vom Acrylund/oder Alleltyp
und Telo-Collagent.
Die vorliegende Erfindung betrifft Verfahren zur Herstellung eines
biokompatiblen Polymermaterials auf Collagenbasis für die Verwendung bei der Herstellung
von deformierbaren Linsen.
Die vorliegende Erfindung betrifft auch eine deformierbare Linse,
die das vorliegende optisch transparente biokompatible Polymermaterial umfasst.
Die vorliegende Erfindung betrifft ferner Verfahren zur Herstellung
von deformierbaren Linsen.
Die vorliegende Erfindung richtet sich auch auf Verfahren zur Korrektur
von Aphakie (Fehlen der Augenlinse), Myopie oder Hypermetropie bei einem Patienten
durch chirurgisches Implantieren der vorliegenden deformierbaren Linse in das Auge
des Patienten.
Das erfindungsgemäße biokompatible Polymermaterial wird aus einem
Copolymerisationsprodukt einer Mischung aus hydrophoben und hydrophilen Acryl- und/oder
Allelmonomeren durch Pfropfpolymerisation mit Telo-Collagen hergestellt. Beispielsweise
werden ein oder mehrere hydrophobe Acryl- und/oder Allel-Monomere mit einem oder
mehreren hydrophilen Acryl- und/oder Allelmonomeren vermischt und die entstandene
Lösung wird anschließend mit Telo-Collagen, welches in einem oder mehreren hydrophilen
Acryl- und/oder Allelmonomeren aufgelöst ist, vermischt. Das entstandene Material
wird dann bestrahlt, um das vorliegende biokompatible optisch transparente Polymermaterial
herzustellen.
Das in der vorliegenden Erfindung verwendete Telo-Collagen ist im
wesentlichen Collagen Typ IV, welches von der Sklera oder Cornea des Schweineauges
erhalten wird. Das Collagen ist ein natürliches stabiles Polyen, welches hydrophobe,
hydroxylische und polarisierte Aminosäuren umfasst (Matsumura, T., Relationship
Between Amino-Acid Composition and Differentiation of Collagen, Lut. J. Biochem.
3(15): 265–274 (1972) und Traub W., und Piez K. A., The Chemistry and Structure
of Collagen, Advances in Protein Chem. 25: 243–352, (1971). Es ist nicht empfehlenswert,
in dem erfindungsgemäßen System ein modifiziertes Collagen zu verwenden, da sich
dieses Collagen mit der Zeit biologisch abbaut (US-Patent Nr. 4,978,352, 18. Dezember
1990).
Das entstandene biokompatible Polymermaterial ist ein elastisches
Biopolymer, basierend auf der Mischung der hydrophoben und hydrophilen Monomere
und Telo-Collagen. Das Copolymerisationsprodukt von hydrophoben und hydrophilen
Monomeren weist eine erhöhte hydrolytische Stabilität und einen höheren Refraktionsindex
im Vergleich zu einem Polymer auf, welches nur auf hydrophilen Monomeren basiert.
Die hohe Molekülmasse der Telo-Collagenmoleküle (320,000D), ihre Größe
(bis zu 1000A), die Desorientierung der Moleküle im Raum, der Refraktionsindex 1,47
(Hogan J. J. et al., Histology of Human Eyes, An Atlas and Textbook, Philadelphia,
London, Toronto, (1971)) und andere Eigenschaften des Collagens machen es unmöglich,
optisch transparente Hydrogelimplantate, welche einzig aus Collagen bestehen, herzustellen.
Der Refraktionsindex der Hydrogelbasissubstanz, nämlich der wässrige Wert 1,336,
weicht im wesentlichen von dem Refraktionsindex von Collagen 1,47 ab und führt zur
Trübung des Gels, wenn eine Suspension von Collagen in einem wässrigen Monomer hergestellt
wird.
Um ein optisch homogenes Gel in der Mischung aus organischen Monomeren
herzustellen, ist es notwendig, Telo-Collagen enthaltendes Telo-Peptid zu verwenden.
Telo-Peptid ist das Basiselement der Wechselwirkung zwischen Collagenmolekülen.
Dies führt zu einem stabilen Gel in der Mischung aus hydrophoben und hydrophilen
Monomeren und dieses Gel fällt weder aus noch koaguliert es. Zum Zwecke der Zunahme
der optischen Transparenz und der Homogenität in diesem System sollten der Refraktionsindex
von Polymer und Telo-Collagen annähernd gleich sein, sodass die Intensität der Lichtdiffusion
gemäß der Reley's-Gleichung nahezu Null ist (U. G. Frolof, Course of Colidle Chemistry,
Moskva Chemia, 1989):
I0 = Intensität des einfallenden Lichts;
I = Intensität des Streulichts als eine Einheit des Strahlungsvolumens;
Pr = Abstand zum Detektor;
w = Lichtstreuungswinkel
C = Konzentration der Teilchen pro Volumeneinheit
&lgr; = Länge der einfallenden Lichtwelle;
N1 = Refraktionsindex der Teilchen;
N0 = Refraktionsindex der Basissubstanz; und
V = Partikelvolumen.
Wenn N1 = N0 ist, dann ist I0 = 0.
Somit ist die Intensität der Lichtstreuung gleich Null.
Ein bevorzugtes hydrophiles Acrylmonomer für die Verwendung in der
vorliegenden Erfindung ist 2-Hydroxyethylmethacrylat (HEMA) und ein bevorzugtes
hydrophobes Monomer für die Verwendung in der vorliegenden Erfindung ist 4-Metharyloxy-2-hydroxybenzophenon.
Das Telo-Collagen wird vorzugsweise aus der Sklera oder Cornea des Schweineauges
hergestellt.
Detaillierte Beschreibung der bevorzugten Ausführungsformen.I. Definitionen:
Die unten angegebenen Definitionen dienen zur Bereitstellung eines
klaren und einheitlichen Verständnisses der Beschreibung und der Ansprüche einschließlich
des diesen Begriffen zukommenden Umfangs.
Telo-Collagen. Der Ausdruck "Telo-Collagen" für die Zwecke dieser
Erfindung ist bestimmt für ein natürliches stabiles Polyen, welches hydrophobe,
hydroxylische und polarisierte Aminosäuren enthält (Matsumura, T., Relationship
Between Amino-Acid Composition and Differentiation of Collagen, Lut. J. Biochem.
3(15): 265–274 (1972)).
Das vorliegende Telo-Collagen ist im wesentlichen Telo-Collagen Typ
IV, vorzugsweise hergestellt aus der Sklera oder der Cornea des Schweineauges und
weist eine Viskosität von größer oder gleich 1 Nsm–2 (1000 cPs)
auf. Das vorliegende Telo-Collagen enthält die Telo-Peptide und weist einen Refraktionsindex
von etwa 1,44 bis 1,48 auf.
Biokompatibles Polymermaterial. Der Begriff "biokompatibles Polymermaterial"
steht für ein Material, welches durch Vereinigen oder Vermischen
einer oder mehrerer hydrophober Monomere (Acryl- und/oder Allelmonomere) und einer
oder mehrerer hydrophiler Monomere (Acryl- und/oder Allelmonomere) und Pfropf-Copolymerisation
der entstandenen Mischung mit einer Mischung aus Telo-Collagen/hydrophilem Monomer/Säurelösung
hergestellt worden ist.
Monomer. Der Ausdruck "Monomer" bedeutet die molekulare Einheit, die
durch Wiederholung eine große Struktur oder ein Polymer bildet. Beispielsweise ist
Ethylen CH2=CH2 das Monomer von Polyethylen H(CH2)nH.
Allyl. Der Ausdruck "Allyl" bedeutet 2-Propenyl, das einwertige Radikal
CH2 = CHCH2–.
Organische Säure. Der Ausdruck "organische Säure" steht für eine Säure,
die aus Molekülen hergestellt worden ist, die organische Radikale enthalten. Solche
Säuren schließen beispielsweise Ameisensäure (N-COOH), Essigsäure (CH3COOH)
und Zitronensäure (C6H8O7) ein, die alle die ionisierbare
-COOH-Gruppe aufweisen.
Acryl. Der Ausdruck "Acryl" steht für ein synthetisches Kunststoffharz,
welches von Acrylsäuren abgeleitet wird.
Optisch Transparent. Der Ausdruck "optisch transparent" steht für
die Eigenschaft eines Polymermaterials, den Durchgang von Licht bei oder oberhalb
der visuellen Wahrnehmungsgrenze zu gestatten (d. h. die minimale Menge an Lichtintensität,
die ein visuelles Empfinden hervorruft). Vorzugsweise weist das vorliegende biokompatible
Polymermaterial einschließlich COLLAMER einen Refraktionsindex im Bereich von 1,44
bis 1,48, mehr bevorzugt 1,45 bis 1,47 und am meisten bevorzugt 1,45 bis 1,46 auf.
Die beste Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist das biokompatible Polymermaterial
COLLAMER.
Polymerisation. Der Ausdruck "Polymerisation" steht für ein Verfahren,
bei dem Monomere kombiniert werden, um Polymere zu bilden. Solche eine Polymerisation
kann die "Additionspolymerisation", wobei Monomere kombiniert werden und keine anderen
Produkte gebildet werden und die "Kondensationspolymerisation" umfassen, wobei auch
ein Nebenprodukt (d. h. Wasser) gebildet wird. Bekannte geeignete Polymerisationsverfahren
können von dem Fachmann, an den sich die vorliegende Erfindung richtet, leicht ausgewählt
werden und für die Herstellung des vorliegenden biokompatiblen Polymermaterials
verwendet werden.
Polyen. Der Ausdruck "Polyen" steht für eine chemische Verbindung
mit einer Reihe von konjugierten (alternierenden) Doppelbindungen, z. B. Carotenoide.
Refraktionsindex. Der Ausdruck "Refraktionsindex" steht für eine Messung
des Refraktionsgrades in lichtdurchlässigen/transparenten Substanzen, insbesondere
in Okularen Medien. Der "Refraktionsindex" wird als die relative Geschwindigkeit
von Licht in einem anderen Medium (wie das vorliegende Polymermaterial) im Vergleich
zur Geschwindigkeit von Licht in Luft gemessen. Beispielsweise ist im Fall von Luft
zu Kronglas der Refraktionsindex (n) 1,52, im Fall von Luft zu Wasser n = 1,33.
Zugfestigkeit. Der Ausdruck "Zugfestigkeit" steht für die maximale
Spannung oder Belastung, die ein Material in der Lage ist, auszuhalten und wird
in kPa angegeben. Das vorliegende biokompatible Polymermaterial, welches COLLAMER
umfasst, weist eine Zugfestigkeit im Bereich von 391–1778 kPa auf, vorzugsweise
591–1578 kPa, mehr bevorzugt 791–1378 kPa und am meisten bevorzugt im
Bereich von 991 kPa bis 1178 kPa. Das vorliegende Material "COLLAMER" weist eine
Zugfestigkeit von vorzugsweise 1085 ±493 kPa auf. Die Zugfestigkeit eines
Polymers kann leicht mittels dem Fachmann bekannten Methoden bestimmt werden.
Hypermetropie. Der Ausdruck "Hypermetropie" (H.) steht für Weitsichtigkeit/Langsichtigkeit,
d. h. lange oder weite Sicht, was einen optisches Zustand darstellt, bei dem nur
konvergente Strahlen auf die Netzhaut fokussierbar sind. Solche Zustände umfassen:
(1) absolute H.--diese kann nicht durch eine Akkomodationsanstrengung behoben werden;
(2) axiale H.--H., die auf eine Verkürzung des vorderen und des hinteren Durchmessers
des Augapfels zurückzuführen ist; (3) Krümmungs-H.--H, die auf die verminderte Refraktion
des vorderen Durchmessers des Augapfels zurückzuführen ist; (4) manifeste-H., die
durch Akkomodation kompensiert werden kann; (5) fakultative H.--manifeste H.; (6)
latente H.-der Unterschied zwischen totaler und manifester H.; und (7) totale H.--die
nach der vollständigen Paralyse der Akkommodation mittels einer Cycloplegie bestimmt
werden kann; (8) Index H.--H. die durch eine verminderte Refraktion der Linse auftritt.
Myopie. Der Ausdruck "Myopie" (M) bedeutet "Kurzsichtigkeit/Nahsichtigkeit/nahe
oder kurze Sicht", wobei dies ein optischer Zustand ist, bei dem Strahlen nur aus
einer endlichen Entfernung von dem Auge auf die Netzhaut fokussiert werden. Solche
Zustände umfassen: (1) axiale M--M., welche auf die Verlängerung des Augapfels zurückzuführen
ist; (2) Krümmungs-M., die auf Refraktionsfehler aufgrund einer übermäßigen Krümmung
der Cornea zurückzuführen ist; (3) degenerative.-pathologische M.;(4) Index-M.--M.,
die auf eine vergrößerte Refraktion der Linsen, wie bei der Nuklearsklerose, zurückzuführen
ist; (5) maligne-pathologische M.; (6) Nacht.-M. Auftreten bei einem normalen emmetropischen
Auge, da lange Lichtstrahlen vor der Netzhaut fokussieren; (7) pathologisch-degenerativ
oder maligne, progressiv, gekennzeichnet durch Fundusänderungen, hinteres Staphylom
und subnormale korrigierte Akuität; (8) angeborene M.,--M., die bei Kindern mit
einem geringen Geburtsgewicht oder in Zusammenhang mit einer retrolentalen Fibroplasie
beobachtet wird; (9) senile linsenförmige zweite Sicht; (10) einfache M.--M., die
auf den Ausfall der Korrelation der Refraktionskraft des vorderen Segments und der
Länge des Augapfels beruht; (11) Raum.- eine Art an M., die auftritt, wenn keine
Kontur auf der Netzhaut abgebildet wird; und (12) vorübergehende- M., die bei dem
akkomodativen Spasmus sekundär zur Iridozyklitis oder okularen Kontusion beobachtet
wird.
Hydrophiles Allelmonomer. Für die Zwecke der vorliegenden Erfindung
bedeutet der Ausdruck "Hydrophiles Allelmonomer" irgendein Monomer, welches eine
Allylgruppe enthält, wobei das Monomer in Wasser löslich ist.
Hydrophiles Acrylmonomer. Die Bezeichnung "Hydrophiles Acrylmonomer"
steht für irgendein Monomer, welches eine Acrylgruppe enthält, wobei das Monomer
in Wasser löslich ist. Beispielsweise ist HEMA ein hydrophiles Acrylmonomer, da
es in Wasser löslich ist, obwohl es sowohl hydrophile Gruppen wie auch hydrophobe
Gruppen enthält.
Hydrophobes Allelmonomer. Für die Zwecke der vorliegenden Erfindung
bedeutet der Ausdruck "Hydrophobes Allelmonomer" irgendein Monomer, welches eine
Allylgruppe enthält, wobei das Monomer nicht in Wasser löslich ist.
Hydrophobes Acrylmonomer. Für die Zwecke der vorliegenden Erfindung
bedeutet die Bezeichnung "Hydrophobes Acrylmonomer" irgendein Monomer, welches eine
Acrylgruppe enthält, wobei das Monomer nicht in Wasser löslich ist.
Deformierbare Linse. Der Ausdruck "deformierbare Linse" steht für
irgendeine Art an deformierbaren Linsen, beispielsweise für die Korrektur von Hypermetropie
oder Myopie, wobei die Linse das vorliegende Material umfasst. Solche Linsen schließen
diese ein, die in den US-Patentanmeldungen Seriennr. 08/318,991 und 08/225,060 offenbart
sind. Solche Linsen umfassen: intraokulare Linsen zum Implantieren in ein Patientenauge,
beispielsweise in die Vorderkammer, hinten oder im Sulcus.
Implantieren. Der Ausdruck "Implantat" ist für das chirurgische Verfahren
zum Einführen der vorliegenden Linse in ein Patientenauge, beispielsweise in die
Vorderkammer, hinten oder im Sulcus vorgesehen, über Methoden, die in den US- Patentanmeldungen
mit den Seriennr. 08/195,717, 08/318,991 und 08/220,999 beschrieben sind, unter
Verwendung von beispielsweise chirurgischen Vorrichtungen, die in den US-Patentanmeldungen
mit den Seriennr. 08/197,604, 08/196,855, 08/345,360 und 08/221,013 offenbart sind.
Die vorliegenden hydrophilen Monomere und hydrophoben Monomere müssen
so ausgewählt werden, dass die hydrophoben Monomere in den hydrophilen Monomeren
löslich sind. Das hydrophile Monomer kann als ein Lösemittel für das hydrophobe
Monomer dienen. Geeignete Monomere können leicht von dem Fachmann, an die sich die
vorliegende Erfindung wendet, ausgewählt werden.
Beispiele an geeigneten hydrophoben Monomeren umfassen:
II. Verfahren zur Herstellung des vorliegenden Polymermaterials
auf Collagenbasis
Das Nachfolgende ist eine Beschreibung eines bevorzugten Verfahrens
zur Herstellung des erfindungsgemäßen biokompatiblen Polymermaterials.
Stufe 1:
Das hydrophile Monomer wird mit einer Säure, insbesondere Ameisensäure
vermischt. Das Gewichtsverhältnis von hydrophilem Monomer zur Säure liegt vorzugsweise
im Bereich von etwa 5 : 1 bis etwa 50 : 1, vorzugsweise 14 : 1 bis 20 : 1 und am
meisten bevorzugt 14 : 1. Diese Lösung wird vorzugsweise durch einen 0,2 Mikrofilter
filtriert.
Stufe 2:
In einer unabhängigen Stufe wird eine saure Telo-Collagenlösung durch
Mischen von Telo-Collagen mit einer organischen Säure (vorzugsweise Ameisensäure)
hergestellt. Die Lösung weist vorzugsweise 2 Gew.-% Telo-Collagen in 1 M Ameisensäure
auf.
Stufe 3:
Die aus den Stufen 1 und 2 erhaltenen Lösungen werden anschließend
miteinander vermischt. Die entstandene Lösung wird vorzugsweise von etwa 10 Minuten
bis 60 Minuten gemischt, am meisten bevorzugt 20 Minuten bei einer Temperatur von
15–30°C. Das Verhältnis von Telo-Collagen zu hydrophilem Monomer beträgt
etwa 1 : 2 bis etwa 1 : 7, vorzugsweise 1 : 3 bis 1 : 6 und am meisten bevorzugt
1 : 4.
Stufe 4:
In einer unabhängigen Stufe werden das hydrophobe Monomer und das
hydrophile Monomer in einem Gewichtsverhältnis von etwa 10 : 1 bis 1 : 1, vorzugsweise
8 : 1 bis 3 : 1 und am meisten bevorzugt 5 : 1 miteinander vermischt. Die Monomere
werden unter Rühren für etwa 30 bis 90 Minuten, vorzugsweise 60 Minuten bei 70 bis
95°C, vorzugsweise 80– 95°C oder am meisten bevorzugt bei 80–92°C
vermischt. Die entstandene Lösung wird vorzugsweise durch ein 0,2 &mgr;m-Filter
filtriert.
Stufe 5:
Die Lösungen aus den Stufen 3 und 4 werden in einem Gewichtsverhältnis
im Bereich von etwa 1 : 1 bis 50 : 1, vorzugsweise von etwa 2 : 1 bis 5 : 1 und
am meisten bevorzugt von etwa 3 : 1 miteinander vermischt. Die Lösung wird vorzugsweise
20 Minuten ohne Erwärmen bei einer Temperatur von 25–40°C vermischt. Das
Mischen wird vorzugsweise mit einem Homogenisator durchgeführt.
Stufe 6:
Das aus Stufe 5 erhaltene Material wird dann vorzugsweise entgast
(d. h. unter Verwendung einer Zentrifugation oder anderen Einrichtungen, die dem
Fachmann, an den sich die vorliegende Erfindung richtet, wohl bekannt sind).
Stufe 7:
Das aus Stufe 6 erhaltene Material wird zur Bildung eines Endprodukts
bestrahlt, welches getrocknet und gelagert werden kann (d. h. es wird aufgrund seiner
hygroskopischen Eigenschaften in einem Exsikkator gelagert). Das aus Stufe 6 erhaltene
Material kann auch in einem Kühlschrank beispielsweise bei 5°C bis 10°C
vor der Bestrahlung gelagert werden.
Es wird ein erfindungsgemäßes Polymermaterial durch eine Wechselwirkung
zwischen einer Lösung des Telo-Collagen-Komplexes und der hydrophilen und hydrophoben
Monomere unter Bestrahlung von 1 Mrad/h mit einer Gesamtdosierung von 0,20 bis 0,80
Mrad, vorzugsweise 0,30 bis 0,60 Mrad und am meisten bevorzugt von 0,35 bis 0,50
Mrad (1 Mrad = 10 Kgray) erhalten.
Vorzugsweise wird für das Mischen der Lösungen von wenigstens der
Stufen 3 und 5 ein Turbo-Mischer wie ein Homogenisator verwendet und die Mischzeiten,
die oben angegeben sind, basieren auf der Verwendung eines Turbo-Mischers. Der Fachmann
kann leicht andere bekannte Mischer und Verfahren wie auch Zeitbereiche auswählen
und verwenden.
In einer bevorzugten Ausführungsform wird das vorliegende Polymermaterial
hergestellt, indem das hydrophobe Monomer in zwei Stufen vermischt wird, um die
Lösungsviskosität zu erhöhen, wobei in Stufe 1 der Telo-Collagen-Komplex und eine
Mischung aus Ameisensäure mit 2-Hydroxyethyl-methacrylat als ein Stabilisator der
ultrakolloidalen Lösung und in Stufe 2 eine hydrophobe Mischung aus wenigstens einem
Monomer in das hergestellte Gel eingeführt wird.
III. Standardisiertes Verfahren für das Mischen des vorliegenden
COLLAMERSA. Herstellen der Säurecollagenlösung
Es wird eine 1M Säurelösung, vorzugsweise 1M Ameisensäure hergestellt.
Die Menge der notwendigen Säurelösung, die für das Auflösen des aufgequollenen Gewebes
notwendig ist, wird unter Verwendung eines Verhältnisses von aufgequollenem Collagengewebe:
(Sklera- oder Cornea-)säurelösung von etwa 40 : 0,5 bis 55 : 2, vorzugsweise etwa
45 : 1 bis etwa 52 : 1,5, am meisten bevorzugt etwa 50 : 1 berechnet.
Das aufgequollene Gewebe wird dann in einen Homogenisator für etwa
10 bis 20 Minuten, vorzugsweise etwa 15 Minuten bei 2 bis 10 U/min, vorzugsweise
4–5 U/min bei Raumtemperatur dispergiert. Die hergestellte Lösung wird dann
durch einen Glastrichterfilter mit einer Porengröße von 100–150 &mgr;m filtriert,
das Filtrat wird dann durch einen weiteren Glastrichterfilter mit einer Porengröße
von 75–100 &mgr;m filtriert. Die hergestellte homogene Lösung wird dann in
einen Behälter gegeben.
B. Herstellung der hydrophoben und hydrophilen Lösung
1. Das hydrophile Monomer, vorzugsweise HEMA, wird mit dem hydrophoben Monomer,
vorzugsweise MHBPH in einem Gewichtsverhältnis von etwa 5 : 1 vermischt und unter
Rühren für eine Stunde bei 80°C bis 92°C erwärmt (z. B. unter Verwendung
einer Rührheizplatte). Die erwärmte Lösung wird dann durch ein 5,0-&mgr;m-Filter
filtriert.
2. HEMA wird mit einer organischen Säure (vorzugsweise Ameisensäure), vorzugsweise
in einem Gewichtsverhältnis von etwa 14 : 1 vermischt. Diese Mischung wird zu der
hergestellten Collagenlösung (A) in einem Gewichtsverhältnis von HEMA-Lösung : Collagenlösung
von etwa 1 : 3 gegeben und für etwa 20 Minuten bei Raumtemperatur vermischt. Der
Mischvorgang wird vorzugsweise unter Verwendung eines Homogenisators mit einer Drehzahl
von 6000 U/min durchgeführt.
3. Die HEMA-MHBPH-Lösung von B.(1) wird dann in kleinen Mengen mit der HEMA-Telo-Collagenlösung
von B.(2) vermischt. Das Mischen wird vorzugsweise in einem Homogenisator für 10
Minuten bei Raumtemperatur durchgeführt.
C. Herstellen des Collamers
Glasfläschchen werden anschließend mit etwa 7 mm Paraffinwachs beschichtet.
Die Lösung von B(3) wird dann in die Glasfläschchen gegeben und entgast (z. B. für
15 Minuten zentrifugiert, um Luft zu entfernen). Die Gläschen werden anschließend
bei 5 Kgray bestrahlt. (Zu beachten: vor der Bestrahlung können die Gläschen in
einen Kühlschrank, z. B. bei 5°C bis 10°C aufbewahrt werden.)
IV. Anleitung für die Auswahl der vorliegenden Monomere
Die folgende Gleichung kann verwendet werden, um die Auswahl der geeigneten
Konzentration des notwendigen Monomers zur Bildung des vorliegenden Polymermaterials
mit einem Refraktionsindex in dem vorliegenden gewünschten Bereich (1,44 bis 1,48,
vorzugsweise 1,45 bis 1,47 und am meisten bevorzugt 1,45 bis 1,46) zu erleichtern.
Das Monomer der Copolymerisation mit dem Telo-Collagenkomplex wird
so ausgewählt, dass
N = (Ks·Na) + (1 – Ks)
Np = Nc ± 0,02
Ks = Quellkoeffizient
Na = Refraktionsindex von Wasser (1,336).
Np = Refraktionsindex von Trockenpolymer
Nc = Refraktionsindex von Telo-Collagen (etwa 1,45 bis 1,46)
Ni = Refraktionsindex von i-Monomer
C; = Konzentration des i-Monomers
A = Koeffizient der Zunahme des Refraktionsindex aufgrund der Polymerisation
n = Anzahl der Monomere
i = Monomer-Nummer
Die hydrophoben und hydrophilen Monomere müssen so ausgewählt werden,
dass das hydrophile Monomer ein Lösemittel für das hydrophobe Monomer ist, d. h.
dass das hydrophobe Monomer in dem hydrophilen Monomer löslich ist.
Die Methode und das Verfahren zum Ausführen der vorliegenden Erfindung
wird von dem Fachmann, an den sich die vorliegende Erfindung richtet, durch Bezugnahme
auf die folgenden Beispiele besser verstanden, wobei es nicht beabsichtigt ist,
dass die Beispiele auf irgendeine Weise den Rahmen der vorliegenden Erfindung oder
der Ansprüche, auf die sich die Erfindung richtet, einschränken.
BeispieleBeispiel 1: Vermischen des COLLAMERSA. Herstellen der sauren Collagenlösung
In einem Abzug wurden 1 Liter destilliertes Wasser in ein 3-Liter-Becherglas
gegeben. 52 Gramm Ameisensäure wurden dann in das Becherglas gegeben und gerührt,
bis sich die Ameisensäure gelöst hat. Aufgequollenes Collagen, welches Gewebe (aus
Schweineaugen) enthält, wurde dann in den unten angegebenen Verhältnissen von aufgequollenem
Gewebe : Säurelösung zu der Säurelösung gegeben.
Die Mischung wurde dann in einem Kühlschrank bei einer Temperatur
von 5°C gelagert und danach in einem Homogenisator für 15 Minuten bei 4–5
U/min bei Raumtemperatur dispergiert.
Die hergestellte Lösung wurde dann durch einen Glastrichterfilter
mit einer Porengröße von 100–150 &mgr;m filtriert. Danach wurde das Filtrat
durch einen Glastrichterfilter mit einer Porengröße von 75–100 &mgr;m filtriert.
Die fertige homogene Lösung wurde dann in einen 250 ml-Behälter gegeben.
B. Herstellen von MHBPH- und HEMA-Lösung
1. 527,4 g HEMA wurden mit 106,2 g MHBPH vermischt und für eine Stunde bei 80°C
unter Verwendung einer Rührheizplatte erwärmt. Die erwärmte Lösung wurde durch ein
Acro 50–5.0-&mgr;m-Filter filtriert.
2. 1415,6 g HEMA wurden anschließend mit 99,4 g Ameisensäure in einem abgeschlossenen
Glasbehälter mit einem Teflondeckel vermischt. 100 g Anteile der HEMA/Säurelösung
wurden zu 333 g der Telo-Collagenlösung gegeben und für 20 Minuten bei Raumtemperatur
gemischt. Das Mischen wurde in einem Homogenisator mit einer Geschwindigkeit von
6000 U/min durchgeführt.
3. Die HEMA/ MHBPH-Lösung wurde dann in kleinen Portionen zu der HEMA/ Telo-Collagen-Lösung
gegeben. Das Mischen wurde in einem Homogenisator für 10 Minuten bei Raumtemperatur
durchgeführt.
C. Herstellung von COLLAMER
Glasfläschchen wurden anschließend mit etwa 7 mm Paraffinwachs beschichtet.
Die entstandene Lösung von Schritt B(3) wurde dann in die Glasfläschchen gegeben
und für 15 Minuten zentrifugiert, um Luft zu entfernen. Die Gläschen wurden anschließend
bei 5 Kgray bestrahlt, um das vorliegende Material zu polymerisieren und querzuvernetzen.
Beispiel 2: Herstellung eines biokompatiblen optisch transparenten
Polymermaterials
In diesem Beispiel wurde die Sklera von einem Schweineauge verwendet.
300 g 2-Hydroxyethylmethacrylat wurden mit 16 g Ameisensäure vermischt.
50 g Telo-Collagen wurden filtriert, von der Sklera durch alkalische
Hydrolyse mit 200 g NaOH und 200 g Na2SO4 in 2,5 Liter Wasser
gereinigt und durch einen 100-&mgr;m-Filter filtriert. Das Telo-Collagen wurde mit
2-Hydroxyethylmethacrylat und mit der Ameisensäurelösung, die 2-Hydroxyethylmethacrylat
enthält, vermischt. Anschließend wurden 20 g 4-Methacryloxy-2-hydroxybenzophenon
(MHBPH), aufgelöst in HEMA, zugeben. Die Mischung wurde dann mit Gammastrahlung
im Bereich von 3,5–5,0 Kgray bestrahlt, um alle Bestandteile zu polymerisieren
und querzuvernetzen.
Es wurden in diesem System hydrophobe Monomere verwendet, um die Absorption
von Wasser und das Aufquellen des polymerisierten Materials bei der Einführung in
das wässrige Medium des Auges zu vermindern. Zusätzlich wurde das hydrophobe Monomer
so ausgewählt, das der Refraktionsindex des entstandenen Polymers
annähernd dem Refraktionsindex von Telo-Collagen entspricht.
Beispiel 3:
Es kann das gleiche Verfahren wie in Beispiel 2 verwendet werden,
mit der Ausnahme, dass die folgenden Monomere eingesetzt werden können:
1) Ethyl-3-benzoilacrylat (hydrophobes Acrylmonomer), plus
Beispiel 8:a. Zugfestigkeitsprüfung des COLLAMER-Materials
Der Zweck dieser Prüfung war die Bestimmung der Zugeigenschaften des
vorliegenden COLLAMER-Materials. Dies umfasst die Zugfestigkeit, das Elastizitätsmodul
und die Prozent-Dehnung bei Bruch. Die erfassten Daten wurden verwendet, um Standards
für die Qualitätsprüfung aufzustellen. Die Festigkeitsprüfung ähnelt der Silikonfestigkeitsprüfung.
Die Probengeometrie ist anders, aber die Spannungsgrundlagen bleiben unverändert.
B. Materialien
COLLAMER-Proben
Instron-Zugfestigkeitsprüfgerät (Modell 1122)
Pinzette
Protokoll
C. Verfahren1. Probenvorbereitung
a. Die trockenen Materialproben wurden zu Ringen geschnitten. Die Dimensionen
sind: Außenseitendurchmesser = 10 ± 0,1 mm, Innenseitendurchmesser = 8 ±
0,1 mm, Dicke = 1,0 ± 0,1 mm. Das Material wurde analog
zu den Verfahren zur Herstellung von Linsen hergestellt. Die Linsen wurden gemäß
MSOP #113 AG hydratisiert.
2. Prüfverfahren
a. Der Instronprüfer wurde gemäß ESOP 202, RMX-3 Slab Pull Test, Rev. B für
die Zugproben eingerichtet. Die Halterungen wurden in die Spannbacken eingesetzt
und so aneinander angeordnet, dass sich oberes und unteres Teil bei Bewegung des
Zugstangenkopfes nach oben oder nach unten berühren. Wenn sich die Halterungen berührten,
betrug der Abstand zwischen den beiden Stiften etwa 8 mm. Dies war die Ausgangsposition
des Spannbackenabstands, so dass die Instron-Lagekoordinaten auf Null gesetzt wurden.
b. Die Belastungsanzeige wurde auf 2 kg Vollausschlag, die Stangenkopfgeschwindigkeit
auf 500 mm/min und das Schreibgerät auf 500 mm/min eingestellt. Die Geschwindigkeit
des Schreibpapiers korrespondierte mit dem Spannbackenabstand und schrieb diesen
auf. Die Aufzeichnungsknöpfe mit den Markierungen "Schreiben" und "Zeit" wurden
betätigt.
c. Die feuchte Prüfprobe wurde aus dem Glasfläschchen herausgeholt und so angeordnet,
dass sie annähernd zwischen den beiden Stiften gestreckt war. Wenn die Probe an
der richtigen Stelle angeordnet war, wurde sofort der "Aufwärts"-Knopf auf der Stangenkopfschalttafel
betätigt. Die Probe wurde dann bis zum Bruch belastet.
d. Wenn es zum Bruch der Probe kam, wurde der "Stop"-Knopf auf der Stangenkopfschalttafel
betätigt. Die Aufzeichnungsknöpfe mit den Markierungen "Stift" und "Zeit" wurden
dann betätigt, so dass sie sich in der Aufwärtsposition befanden. Der Rücklauf auf
der Stangenkopfkontrollschalttafel wurde dann betätigt, um den Stangenkopf in die
Ausgangsposition zurückzufahren.
e. Am Bruchpunkt wurde dann auf dem Papier die Bruchlast (in kg) und der Spannbackenabstand
vermerkt.
f. Die Stufen 2a bis 2e wurden wiederholt, bis alle Proben geprüft waren.
C. Daten
Berechnung für die maximale Zugfestigkeif
(1)&sgr; = F/A
wobei:
&sgr; = maximale Zugfestigkeit, Pascal, (Pa).
F = aufzubringende Kraft, um die Prüfprobe zu brechen, Newton, (N)
A = Querschnittsfläche der hydratisierten Probe, Quadratmeter, (m2),
&dgr; = Quellfaktor, 1,17
w = Breite, mm
t = Dicke, mm
gegeben:
F = 0,29 kg × 9,81 m/s2 = 2,84 NA = 2[&dgr;(w) × &dgr;(t)] = 2[(1,17 × 1,0) ×
(1,17 × 1,0)] = 2,74 mm2
Umrechnen von mm2 in m2: 2,74 mm2 = 2,74 ×
10–6 m2A = 2,74 × 10–6 m2
zu finden:
maximale Zugfestigkeit, &sgr;
Lösung:
&sgr; = F/A = 2,84 N/2,74 × 10–6 m2
= 1038,3 kPa
zum Umrechnen von kPa in psi multipliziert man mit 145,04 × 103
1038,3 kPa × 145,04 × 10–3 = 150,6 psi
&sgr; = 1038,3 kPa oder &sgr; = 150,6 psi
Berechnung für die Prozenf-Dehnung
(2) &dgr; = 200[L/MC(TS)]
wobei:
&dgr; = Dehnung (spezifiziert), Prozent
L = Zunahme bei dem Spannbackenabstand bei spezifizierter Dehnung, (mm), und
MC(TS) = mittlerer Kreisumfang der Prüfprobe, mm, Kreisumfang = &pgr;d gegeben:
L = 41,5 mm
MC(TS) = (&pgr;d1 + &pgr;d2)/2
= (&pgr; × 10 mm + &pgr; × 8 mm)/2 = 28,27 mm
zu finden:
Dehnung, &dgr;
Lösung:
&dgr; = 200[L/MC(TS)] = 200[41,5 mm/28,27 mm] = 293,6%
&dgr; = 293,6%
Berechnung für das Elastizitätsmodul
(3) E = Pl/Ae
wobei:
E = Elastizitätsmodul, Pascal, (Pa)
P = Kraft, Newton, (N)
I = Probenlänge, Meter, (m)
A = Querschnittsfläche, Quadratmeter, (m2)
E = Bruttolängendeformation, Meter, (m).
gegeben:
P = 0,29 kg × 9,81 m/s2 = 2,84 NI = 0,008 mA = A = 2[&dgr;(w) × s(t)] = 2[(1,17 × 1,0) ×
(1,17 × 1,0)] = 2,74 mm2
Umrechnen von mm2 in m2: 2,74 mm2 = 2,74 ×
10–6 m2A = 2,74 × 10–6 m2
e = 0,415 m
zu finden:
Elastizitätsmodul, E
Lösung:
E = Pl/Ae = (2,84 N × 0,008 m)/(0,0415 m × 2,74 ×
10–6 m2) = 200,2 kPa
zum Umrechnen von kPa in psi multipliziert man mit 145,04 × 10–3
199,8 kPa × 145,04 × 10–3 = 29,0 psi
E = 199,8 kPa oder 29,0 psi
E. Diskussion
Das Instron-Prüfgerät wurde eingerichtet und gemäß ESOP #202 geeicht.
Die Prüfspannhalterungen wurden so aneinander angeordnet, dass die Mittellinien
ausgerichtet waren und annähernd 8 mm zwischen den Stiften verblieb. Dies wurde
als Nullstellung bezeichnet und die Halterungen wurden jeweils nach der Prüfung
an diese Position zurückgesetzt. Die Stangenkopfgeschwindigkeit und das Aufzeichnungsgerät
wurden auf 500 mm/min gesetzt.
Das Aufzeichnungsgerät wurde vor jeder Prüfung auf Nullbelastung und
-ausschlag gesetzt. Der Schreiber notierte die Belastung in kg-Gewicht und den Spannbackenabstand.
Die Belastung diente zum Bestimmen der maximalen Zugfestigkeit (siehe Formel 1,
Prüfdatenabschnitt), d. h. die Belastung, bei der die Probe bricht. Die Probe wurde
nicht unter Verwendung einer Standardmessgerätslänge zur Prüfung der Dehnung eingesetzt,
es wurde aber eine Formel in dem ASTM D412-Standard verwendet, um die Dehnung zu
berechnen (siehe Formel 2, Prüfdatenabschnitt).
Das Verhalten der Proben zeigte, dass das Material elastisch ist und
dass die Spannung linear bis zum Bruch zunimmt. Der lineare Anstieg kann auf zwei
Dinge zurückgeführt werden: (1) es ist möglich, dass die Proben Bruchstellen an
der Innenseite aufweisen. Bruchstellen könnten durch die Oberflächenbearbeitung hervorgerufen
werden, weil diese nicht die Oberflächengüte einer gedrehten Außenseite aufweisen,
dies ermöglicht nicht, dass das Material während der plastischen Verformung der
Prüfung einschnürt. Der Großteil der Spannung ist an der Innenseite konzentriert,
was die Bruchstellen mehr belastet, als wenn sie sich auf der Außenseite befinden
würden; (2) das Material kann nicht eingeschnürt werden (plastische Verformung),
wie es bei anderen plastischen Materialien wie beim Kaptonfilm der Fall ist. Das
Material verhält sich wie RMX-3, wobei die Querschnittsfläche abnimmt, wenn die
Dehnung zunimmt, was durch das Hooksche Gesetz wiedergegeben wird.
Das vorliegende Material zeigt die guten Widerstandseigenschaften
von COLLAMER gegenüber einer Rissausbreitung, was bei irgendwelchen Bruchstellen
auftreten würde. Die Querschnittsfläche des gebrochenen Teils war flach, was einen
Hinweis auf einen elastischen Bruch gab.
E. Schlussfolgerung
Die kombinierten Daten der vorliegenden COLLAMER-Proben ergaben eine
Durchschnittszugfestigkeit von 1084,6 Kilopascal (kPa) und eine Durchschnittsdehnung
von 324,9 Prozent (%). Die Toleranz für die Durchschnittszugfestigkeit wurde als
± 3 mal die Standardabweichung berechnet, was zu einer oberen Toleranz von
1578 kPA (229 psi) und einer untere Toleranz von 591 kPa (86 psi) führt. Die Toleranz
für die Dehnung wird auf die gleiche Weise berechnet. Die obere Toleranz ist 395
% Dehnung und die untere Toleranz wird als 255% Dehnung berechnet. Siehe Anhang
3 für die Berechnungen. Der Zugfestigkeitsstandard beträgt 1085 ± 493 kPa
(157 ± 71 psi) und die Dehnung beträgt 325 % ± 70. Der Elastizitätsmodulstandard
beträgt 189 ± 25 kPa (27 ± 11 psi).
F. Literatur
ASTM D412 Properties of Rubber in Tension ESOP 202-RMX-3 Slab Pull
Test, Rev. B.
Mark's Standard Handbook for Mechanical Engineers, Neunte Auflage
Anspruch[de]
Biokompatibles optisch transparentes Polymermaterial, enthaltend das
Copolymerationsprodukt der folgenden Verbindungen:
ein oder mehrere hydrophile Acryl- oder Allelmonomere und ein oder mehrer hydrophobe
Acryl- oder Allelmonomere und Telo-Collagen enthaltende Telo-Peptide, wobei das
eine oder die mehreren hydrophilen Acryl- oder Allelmonomere und das eine oder die
mehreren hydrophoben Acryl- oder Allelmonomere mit den Telo-Collagen pfropfpolymerisiert
sind, um ein biokompatibles optisch transparentes Polymermaterial auf Collagenbasis
zu bilden.
Polymermaterial nach Anspruch 1, bei dem das Telo-Collagen eine Viskosität
von größer als oder gleich 1 Nsm–2 (1000 cPs) hat.
Polymermaterial nach Anspruch 1 oder 2, bei dem das eine oder die mehreren
hydrophilen Acryl- oder Allelmonomere ausgewählt sind aus HEMA (acrylisch), Hydroxypropylmethacrylat
(acrylisch), 2-Hydroxyethylmethacrylat (acrylisch), Allylalkohol (allelisch). Poly(ethylenglycol)-n-monomethacrylat
(acrylisch), 4-Hydroxybutylmethacrylat (acrylisch), Allylglucolcarbonat (allelisch),
bei dem das eine oder die mehreren hydrophoben Acryl- oder Allelmonomere ausgewählt
sind aus 4-Methacryloxy-2-hydroxybenzophenon (MHBPH) (acrylisch), Allylbenzol (allelisch),
Allylbutyrat (allelisch), 4-Allylanisol (allelisch), 3-Allyl-4-hydroxyacetophenon
(allelisch), 2-(2'-Nydroxy-3'-allyl-5'methylphenon-2H-benzotrialzol (allelisch),
N-Propylmethacrylat (acrylisch), Ethylmethacrylat (acrylisch), Methylmethacrylat
(acrylisch), Ethyl-3-benzoilacrylat (acrylisch) und n-Heptylmethacrylat (acrylisch)
und bei dem das eine oder die mehreren hydrophoben Monomere in dem einen oder den
mehreren hydrophilen Monomeren löslich sind.
Polymermaterial nach Anspruch 3, bei dem das hydrophile Monomer HEMA
und das hydrophobe Monomer MHBPH ist.
Polymermaterial nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bei dem das biokompatible
optisch transparente Polymermaterial einen Refraktionsindex im Bereich von 1,44
bis 1,48 (beispielsweise 1,45 bis 1,47) hat.
Polymermaterial nach einen der Ansprüche 1 bis 5, hergestellt mit dem
Verfahren, bei dem man
eine Säure-Telo-Collagen-Lösung in einem oder mehreren hydrophilen Monomeren löst,
um eine Collagen/hydrophile Lösung herzustellen, ein oder mehrere hydrophobe Monomere
in einem oder mehreren hydrophilen Monomeren löst, um eine hydrophobe/hydrophile
Lösung herzustellen, die Collagen/hydrophile und die hydrophobe/hydrophile Lösung
zur Bildung einer dadurch entstehenden Lösung mischt und
die entstehende Lösung pfropfpolymerisiert, um das vorliegende biokompatible optisch
transparente Polymermaterial auf Collagenbasis zu erzeugen.
Polymermaterial nach einem der Ansprüche 1 bis 6, welches eine Zugfestigkeit
von 519 bis 1578 kPa hat.
Verfahren zur Herstellung eines biokompatiblen optisch transparenten
Polymermaterials mit den Schritten, dass man
eine Säure-Telo-Collagen-Lösung in einem oder mehreren hydrophilen Monomeren löst,
um eine Collagen/hydrophile Lösung herzustellen, ein oder mehrere hydrophobe Monomere
in einem oder mehreren hydrophilen Monomeren löst, um eine hydrophobe/hydrophile
Lösung herzustellen, die Collagen/hydrophile und die hydrophobe/hydrophile Lösung
mischt, um eine dadurch entstehende Lösung zu erhalten und
die entstehende Lösung pfropfpolymerisiert, um das vorliegende biokompatible optisch
transparente Polymermaterial auf Collagenbasis zu erhalten.
Verfahren nach Anspruch 8, bei dem das Pfropfpolymerisieren das Bestrahlen
der entstehenden Lösung umfasst.
Deformierbare Linse, umfassend das biokompatible optisch transparente
Polymermaterial auf Collagenbasis nach einem der Ansprüche 1 bis 7.
Deformierbare Linse nach Anspruch 10, wobei die deformierbare Linse
eine Kontaktlinse, eine weiche intraokulare Linse oder eine brechende intraokulare
Linse ist.