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Dokumentenidentifikation DE10252604A1 27.05.2004
Titel Liefergerät
Anmelder IROPA AG, Baar, CH
Erfinder Halvarson, Björn, Ulricehamn, SE;
Magnusson, Patrik, Boras, SE;
Svanström, Anders, Ulricehamn, SE
Vertreter Grünecker, Kinkeldey, Stockmair & Schwanhäusser, 80538 München
DE-Anmeldedatum 12.11.2002
DE-Aktenzeichen 10252604
Offenlegungstag 27.05.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.05.2004
IPC-Hauptklasse D03D 47/34
IPC-Nebenklasse B65H 51/20   
Zusammenfassung Bei einem Liefergerät (F) mit Fadenbemessungsfunktion für eine Webmaschine ist ein stationärer kleindurchmessriger Speicherkörper (K) vorgesehen, dem ein erstes stiftförmiges Stoppelement (S1) zugeordnet ist, das relativ zur Achse (X) des Speicherkörpers im Wesentlichen radial und auch axial bewegbar ist, um eine Fadenbemessungsfunktion auszuführen und den jeweiligen Abzug eines Fadenabschnittes zu beenden. Mit dem ersten Stoppelement (S1) arbeitet ein zweites stiftförmiges Stoppelement (S2) zusammen, das ausschließlich im Wesentlichen radial zur Achse (X) zwischen einer Eingriffsstellung und einer Passivstellung hin- und herbewegt wird, um den jeweiligen Fadenabzug einzuleiten, und für den Fadenabzug vom ersten Stoppelement (S1) bemessene Fadenwirkungen zu übernehmen. Beide Stoppelemente (S1, S2) sind benachbart zueinander angeordnet mit einer Versetzung in Axialrichtung und/oder in Umfangsrichtung des Speicherkörpers.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Liefergerät gemäß Oberbegriff des Anspruchs 1.

Bei dem aus W002/33156 A bekannten Liefergerät dieser Art ist die zweite Fadensteuervorrichtung eine in Abzugsrichtung der Fadenlängsabschnitte stromab des Speicherkörpers im Fadenweg angeordnete, gesteuerte Fadenklemme. Ein wichtiger Vorteil des bekannten Liefergeräts resultiert aus dem kleindurchmessrigen Speicherkörper, der aufgrund eines extrem reduzierten Balloneffekts beim Fadenabzug außerordentlich kurze Eintragszeiten und außerordentlich hohe Eintragsfrequenzen ermöglicht, wie sie, vorzugsweise, in modernen Luftdüsen-Webmaschinen unabdingbar sind, um die Leistungsfähigkeit der Webmaschine optimal nutzen zu können. Das erste Stoppelement beendet in seiner Stopplage den Abzug. Die Fadenklemme leitet bei bereits wieder in die Fadenbemessungslage verstelltem ersten Stoppelement den nächsten Fadenabzug ein. Da das Einleiten und das Beenden des Abzugs nicht nur an verschiedenen Stellen des Fadenwegs, sondern auch auf mechanisch unterschiedliche Weisen gesteuert werden, kann bei sensiblem Fadenmaterial der zwischen dem Speicherkörper und der Fadenklemme fliegende Fadenabschnitt schwierig zu kontrollieren sein.

Bei dem aus EP 0 098 254 A bekannten Liefergerät sind dem Speicherkörper zwei stiftförmige Stoppelemente zugeordnet, die alternierend axial und radial bewegt werden, um den jeweiligen Abzug einzuleiten bzw. zu beenden und die Fadenlängsabschnitte zu bemessen. In einer von zwei unterschiedlichen Arbeitsphasen transferiert bei angehaltenem Faden ein Stoppelement einen bemessenen Längsabschnitt repräsentierende Windungen an das andere Stoppelement. Bei einer Ausführungsform arbeiten beide Stoppelemente außerhalb des Speicherkörpers. Die Windungstransfers bedeuten zwangsweise Ungleichförmigkeiten im Ablauf der Fadenkontrolle, da in den anderen Arbeitsphasen keine Transfers stattfinden.

Bei dem aus US 4 132 370 bekannten Liefergerät sind auf einer innen im Speicherkörper drehbaren Scheibe vier stiftförmige Stoppelemente angeordnet, die mit einer kontinuierlichen Drehbewegung der Scheibe zwangsweise axial und radial verstellt werden. Eine präzise Kontrolle beim Einleiten und Beenden des Abzugs ist wegen gleitender Übergänge schwierig, wie auch die korrekte Abstimmung auf die Webtakte. Dies gilt auch für das Liefergerät gemäß US 4 498 639 mit zahnförmigen Stoppelementen.

Bei dem aus DE 30 32 971 A bekannten Liefergerät wird zusätzlich stromab des Speicherkörpers eine gesteuerte Fadenklemme benötigt, die jeden Abzug einleitet.

Auch bei dem aus EP 0 250 359 A bekannten Liefergerät ist aus diesem Grund zusätzlich zu einer Vielzahl zahnförmiger Stoppelemente eine gesteuerte Fadenklemme vorgesehen, um den jeweiligen Abzug einzuleiten.

Die Liefergeräte gemäß US 4 132 370, US 4 498 63, DE 30 32 971 A, EP 0 250 359 A erfordern wegen des Mechanismus zur Bewegungssteuerung der Stoppelemente im Inneren des Speicherkörpers einen großen Speicherkörper mit im Regelfall mindestens etwa 120 mm Durchmesser, der jedoch bei hoher Fadengeschwindigkeit einen ausgeprägten Balloneffekt im abgezogenen Faden erzeugt. Ein starker Balloneffekt lässt keine Flugzeiten bzw. Eintragsfrequenzen zu, die der Leistungsfähigkeit moderner Luftdüsenwebmaschinen gerecht werden.

Die mechanischen Antriebssteuerungen der Stoppelemente bei den bekannten Liefergeräten sind technisch aufwendig und störungsanfällig. Die Antriebskonzepte wären für einen kleindurchmessrigen Speicherkörper nicht zweckmäßig, weil bei dem kleindurchmessrigen Speicherkörper mit hoher Wickelgeschwindigkeit gearbeitet werden muss, im Speicherkörper zu wenig Einbauraum für mechanische Antriebe vorliegt, und unzweckmäßig hohe Antriebsleistungen wegen der Leistungsverluste in den mechanischen Getrieben erforderlich wären. Die Nockensteuerungen des Liefergeräts gemäß EP 0 098 254 für hohe Wickelgeschwindigkeiten, wie sie bei kleindurchmessrigen Speicherkörpern gebraucht werden, aufgrund großer bewegter Massen und unvermeidbaren mechanischen Spiels unzweckmäßig.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Liefergerät der eingangs genannten Art mit einem kurze Flugzeiten und hohe Eintragfrequenzen ermöglichenden, kleindurchmessrigen Speicherkörper anzugeben, das eine gleichförmige und deshalb störungsarme intermittierende Fadenkontrolle ermöglicht, wobei der bauliche Aufwand in den Bewegungssteuerungen der Stoppelemente gering sein soll.

Die gestellte Aufgabe wird mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.

Da das zweite, stiftförmige Stoppelement ausschließlich im Wesentlichen radial zur Achse des Speicherkörpers zu bewegt werden braucht, um einen Abzug einzuleiten, kann für das zweite Stoppelement eine baulich einfache und schnelle Bewegungssteuerung verwendet werden. Die Bewegungssteuerung des ersten Stoppelementes lässt sich ebenfalls einfach gestalten, da das erste Stoppelement keinen Abzug einleitet, sondern nur den Fadenlängsabschnitt zu bemessen und den Abzug zu beenden hat. Da das zweite Stoppelement jeden Abzug an derselben Axialposition der Speicheroberfläche einleitet, und das erste Stoppelement den Abzug nahe dem zweiten Stoppelement beendet, ergibt sich eine gleichförmige intermittierende Fadenkontrolle. Eine Fadenklemme stromab des Speicherkörpers kann weggelassen werden, die unerwünschte Einflüsse auf die Fadenkontrolle haben könnte. Sofern Windungen beim Transferieren an das zweite Stoppelement überhaupt eine axiale Bewegung in Abzugsrichtung ausführen, bleibt wegen des kleindurchmessrigen Speicherkörpers eine etwaige Nachlaufbewegung des freien Fadenendes in der Eintragvorrichtung der Webmaschine vernachlässigbar klein.

Die beiden Stoppelemente sind relativ zueinander so angeordnet, dass das erste Stoppelement Windungen an das zweite Stoppelement ohne deutliche Nachlaufbewegung im sich vom Liefergerät zur Webmaschine erstreckenden Faden transferiert. Dies ist der Fall, falls die Position des zweiten Stoppelements der Stopplage des ersten Stoppelements benachbart ist, so dass die in Abzugsrichtung vorderste Windung vom zweiten Stoppelement direkt übernommen wird, wenn das erste Stoppelement aus seiner Stopplage in die Freigabestellung bewegt wird und zur Fadenbemessungslage zurückkehrt. Vorzugsweise befindet sich das zweite Stoppelement an einer Position, die in Axialrichtung des Speicherkörpers zwischen der Stopplage des ersten Stoppelementes und dem Frontende des Speicherkörpers liegt, und/oder in Wickelrichtung, d.h. in Umfangsrichtung des Speicherkörpers, hinter bzw. neben der Stopplage des ersten Stoppelements. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass das zweite Stoppelement so nahe bei der Stopplage des ersten Stoppelementes positioniert wird, wie es die baulichen Möglichkeiten zulassen.

Zweckmäßig grenzt das erste Stoppelement in der Stopplage sogar im Wesentlichen unmittelbar an das in die Eingriffsstellung bewegte zweite Stoppelement an. Gegebenenfalls entsteht sogar eine direkte Anlage, so dass das zweite Stoppelement einen Anschlag für das erste Stoppelement bildet und die Stopplage des ersten Stoppelements definiert. Das erste Stoppelement kann an seiner in Abzugsrichtung weisenden Seite konkav ausgehöhlt sein, um sich in der Stopplage dann möglichst eng an das zweite Stoppelement anschmiegen zu können.

Die Funktionen der ersten und zweiten Stoppelement sind bei jedem Abzug gleich. Das zweite Stoppelement hält nach Beenden eines Abzugs den Faden an, während das erste Stoppelement seine Fadenbemessungsfunktion ausführt und sich in Richtung zur Stopplage bewegt. Zum Einleiten eines Abzugs wird das zweite Stoppelement aus seiner Eingriffsstellung in die Passivstellung nur im Wesentlichen radial bewegt, nachdem beispielsweise ein Triggsignal von der Webmaschine abgegeben wurde. Durch das weitere Aufwickeln von Windungen und/oder durch eine Zwangsbewegung und/oder durch die wachsende Zugkraft gegen Ende des Abzugs gelangt das erste Stoppelement in die Stopplage, in der es den Abzug beendet, während das zweite Stoppelement in seiner Passivstellung verharrt. Am Ende des Abzugs oder etwas nacheilend wird das zweite Stoppelement wieder in seine Eingriffstellung gebracht und das erste Stoppelement aus der Stopplage in die Freigabestellung und auch gleich wieder in Richtung zur Fadenbemessungslage verstellt, um die nächste Fadenbemessungsfunktion auszuführen. Dieser Ablauf folgt harmonisch.

Um die Fadenwindungen so wenig wie möglich zu beeinflussen, und eine einfache Antriebssteuerung für das erste Stoppelement verwenden zu können, wird das erste Stoppelement in seiner Eingriffsstellung aus der Fadenbemessungslage bis in die Stopplage durch die Fadenwindungen selbst bewegt. Diese Bewegung erfolgt wegen der hohen Wickelgeschwindigkeit auf dem kleindurchmessrigen Speicherkörper sehr zügig.

Alternativ kann jedoch ein Antrieb in der Bewegungssteuerung diese Bewegung des ersten Stoppelements von der Fadenbemessungslage in die Stopplage steuern, beispielsweise um den Zeitpunkt des Endes des Abzugs präzise zu definieren.

Der Speicherkörpers sollte nur einen Durchmesser zwischen etwa 25 und etwa 60 mm, vorzugsweise zwischen etwa 30 und 45 mm, haben, wobei der Durchmesser, vorzugsweise, variabel sein sollte, um eine Anpassung an die Webbreite vornehmen zu können.

Um die beiden Stoppelemente relativ zum Speicherkörper optimal anordnen zu können, sollten nur die Enden der beiden Stoppelemente in der Stopplage des ersten Stoppelements und der Eingriffsstellung des zweiten Stoppelementes so nahe wie möglich beieinander liegen und sich die Stoppelemente im Abstand von den Enden voneinander entfernen. Dies kann durch Verschränken, winkeliges Anstellen, Abknöpfen oder ähnliche Maßnahmen erreicht werden, ohne die Fadensteuertunktion beider Stoppelemente zu beeinträchtigen.

Ausführungsformen des Erfindungsgegenstandes werden anhand der Zeichnung erläutert. Es zeigen:

1 eine schematische Perspektivansicht eines Teils eines Liefergeräts,

2 bis 6 verschiedene Arbeitsphasen des Liefergeräts in schematischem Längsschnittansichten,

7 eine Schemadraufsicht,

8 eine Seitenansicht, und

9 einen Querschnitt einer Bewegungssteuerung mit einem ersten Stoppelement.

Ein Liefergerät F (1) mit Fadenbemessungsfunktion für eine Webmaschine (nicht gezeigt), weist einen stationären Träger 1 auf, an welchem ein Speicherkörper K angeordnet ist. Der Speicherkörper K gleicht beispielsweise einem Stabkäfig mit sich axial erstreckenden Stäben 3, deren Außenoberflächen eine annähernd zylindrische, sich vorzugsweise in 1 nach rechts verjüngende Speicheroberfläche 4 definieren. Die Stäbe 3 sind mit Fußteilen 5 so am Träger 1 angebracht, dass sie sich in einem bestimmten Bereich radial verstellen lassen (Radialverstellvorrichtungen 6), um den Außendurchmesser d des Speicherkörpers K zur Anpassung an die Webbreite variieren zu können. Der Außendurchmesser d des Speicherkörpers K beträgt nur etwa zwischen 25 und 60 mm, vorzugsweise etwa 30 bis 45 mm. Die Länge der Speicheroberfläche 4 in Richtung der Achse X des Speicherkörpers ist größer als das Maß des Außendurchmessers d.

Um den Außenumfang des Trägers 1 rotiert (Wickelrichtung 2) ein Wickelorgan W, beispielsweise ein eine Auslassöse tragendes Wickelrohr, das mit einer nicht dargestellten, hohlen Antriebswelle verbunden ist.

Dem Wickelkörper K ist ein erstes und ein zweites, jeweils stiftförmiges Stoppelement S1, S2 zugeordnet. Jedes Stoppelement S1, S2 ist in einer in 1 nicht gezeigten stationären Bewegungssteuerung angeordnet, wobei die beiden Bewegungssteuerungen gegebenenfalls in einem Gehäuse zusammengefasst sind. Die Stoppelemente S1, S2 werden zyklisch und wie durch die Kurven A, B angedeutet bewegt, und zwar z.B. in Abhängigkeit von der Rotationsbewegung des Wickelelementes W und/oder den Arbeitstakten der Webmaschine. Die Stoppelemente S1, S2 werden in Ebenen bewegt, die im Wesentlichen radial zur Achse X orientiert sind.

Ein in 1 nicht gezeigter Faden (2 mit Y angedeutet) erstreckt sich aus dem Wickelelement W zur Speicheroberfläche 4 und wird auf dieser in nebeneinanderliegenden Windungen aufgewickelt, die sich in Richtung der Achse X parallel zueinander vorwärts bewegen und einen Fadenvorrat bilden, der auf dem Wickelkörper K zwischengespeichert wird. Aus diesem Fadenvorrat zieht die nicht gezeigte Webmaschine, z.B. eine Luftdüsenwebmaschine mit einer Hauptdüse, für jeden Eintrag einen Längsabschnitt des Fadens ab, wobei die Stoppelemente S1, S2 in Zusammenarbeit den jeweils zum Abzug bestimmten Längsabschnitt bemessen, das zweite Stoppelement S2 den Abzug einleitet, und das erste Stoppelement S1 den Abzug beendet. Das Einleiten des Abzugs wird beispielsweise ausgelöst durch ein von der Webmaschine übertragenes Triggsignal.

Der Bewegungsablauf des ersten Stoppelementes S1 wird zunächst anhand der Kurve B erläutert. Das Stoppelement S1 wird durch seine Bewegungssteuerung zunächst im Wesentlichen radial zur Achse X zwischen einer Eingriffsstellung in den Fadenweg und in die Speicheroberfläche 4 und einer Freigabestellung außerhalb des Fadenwegs und außerhalb der Speicheroberfläche 4 bewegt, wobei die Eingriffsstellung entlang des Kurventeils 12 gehalten wird, während die Freigabestellung entlang des Kurventeils 9 gehalten wird. Zusätzlich wird das erste Stoppelement S1 auch in axialer Richtung bewegt, und zwar durch einen Antrieb der Antriebssteuerung entlang und in der Pfeilrichtung des Kurventeils 9, hingegen in der Pfeilrichtung und entlang des Kurventeils 12 durch die Windungen selbst. Bei einer nicht gezeigten Ausführungsform kann die Bewegungssteuerung des ersten Stoppelementes S1 auch einen Antrieb enthalten, der die Bewegung des ersten Stoppelements S1 entlang des Kurventeils 12 zwangssteuert. Zweckmäßig bewegt sich die Spitze des ersten Stoppelements S1 in der Eingriffsstellung in einer axialen Nut oder einem axialen Schlitz eines Stabes 3. Auch das zweite Stoppelement S2 greift dort ein. Dies soll ein Durchschlüpfen von Windungen vermeiden.

In der Eingriffsstellung des Stoppelements S1 wird diese in Pfeilrichtung zwischen einer Fadenbemessungslage 11 und einer Stopplage 7 bewegt, und zwar entweder durch die Windungen selbst oder durch einen nicht gezeigten Antrieb. In der Freigabestellung wird das Stoppelement S1 entlang des Kurventeils 9 von einem Ort 8 entsprechend der Stopplage 7 zu einem Ort 10 entsprechend der Fadenbemessungslage 11 bewegt, und zwar mittels eines Antriebs der Bewegungssteuerung. Aus der Stopplage 7 wird das Stoppelement S1 in Pfeilrichtung zum Ort 8 gezogen. Vom Ort 10 wird das Stoppelement S1 in Pfeilrichtung in die Fadenbemessungslage 11 geschoben.

Der Bewegungsablauf (Kurve A) des zweiten Stoppelements S2 ist unterschiedlich, weil das zweite Stoppelement S1 im Wesentlichen nur radial zur Achse X hin- und herbewegt wird, und zwar zwischen einer Eingriffsstellung 7', in der es in den Fadenweg und die Speicheroberfläche 4 eingreift und einer Passivstellung 8', in der es aus der Speicheroberfläche 4 und vom Fadenweg zurückgezogen ist.

Bei der in 1 gezeigten Ausführungsform befinden sich die ersten zweiten Stoppelemente S1, S2 im Wesentlichen in Richtung der Achse X hintereinander. Das zweite Stoppelement S2 könnte jedoch auch in Umfangsrichtung der Speicheroberfläche 4 gegenüber dem ersten Stoppelement S1 versetzt sein.

Die Bewegungen der beiden Stoppelemente S1, S2 sind so aufeinander abgestimmt, dass das erste Stoppelement jeweils dann aus einer Stopplage 7 über den Ort 8 und entlang des Kurventeils 9 und den Ort 10 in die Fadenbemessungslage 11 bewegt wird, während das zweite Stoppelement S2 seine Eingriffsstellung T einnimmt. Das zweite Stoppelement S2 wird nur dann in seine Passivstellung 8' bewegt, wenn das erste Stoppelement S1 in seiner Eingriffsstellung entlang des Kurventeils 12 ist. Die Fadenbemessungslage 11 des ersten Stoppelements S1 ist so definiert, dass das erste Stoppelement S1 genau zwischen der letzten, für einen Abzug bestimmten Windung und der ersten, vom Wickelelement W gerade gebildeten Windung für den nächsten Abzug in den Fadenweg eingreift.

Der Arbeitsablauf des Liefergeräts F von 1 wird anhand der 2 bis 6 erläutert. In der Arbeitsphase von 2 befindet sich das zweite Stoppelement S2 in seiner Eingriffsstellung T, so dass der Faden Y, der sich über das Frontende des Speicherkörpers K hinwegerstreckt, gehalten wird. Stromauf des zweiten Stoppelements S2 liegen bereits Fadenwindungen vor. Das erste Stoppelement S2 ist in seiner Eingriffsstellung entlang des Kurventeils 12 und bewegt sich mit den fortlaufend aufgewickelten Windungen in Richtung zum zweiten Stoppelement S2. Der für einen Abzug bemessene Fadenabschnitt ist durch die zwischen den ersten und zweiten Stoppelementen S1, S2 vorliegenden Windungen definiert. Stromauf des ersten Stoppelements S1 liegen ebenfalls bereits Windungen auf der Speicheroberfläche 4 vor.

In der Arbeitsphase gemäß 2 wird von der Webmaschine ein Triggsignal abgegeben, weil ein Abzug einzuleiten ist. Das zweite Stoppelement S2 wird aus der Eingriffsstellung T von 2 in die Passivstellung 8' von 3 aus dem Fadenweg gezogen. Damit wird der Abzug eingeleitet und bewegt sich der Faden (Pfeil 14) in die Webmaschine. Die stromab des ersten Stoppelements S1 bereitgehaltenen Windungen werden abgespult. Dabei bewegt sich das erste Stoppelement S1 weiter entlang seines Kurventeils 12 und in axialer Richtung zum zweiten Stoppelement S2. Stromauf des ersten Stoppelements S1 werden weitere Windungen aufgewickelt.

Nachdem beim Abzug alle Windungen stromab des ersten Stoppelements S1 abgewickelt worden sind, erreicht das erste Stoppelement S1 seine Stopplage 7, beispielsweise an einem stationären Anschlag 13 (4). Der Anschlag 13 kann im Speicherkörper oder außerhalb des Speicherkörpers oder auch in der Bewegungssteuerung des ersten Stoppelements S1 vorgesehen sein. Alternativ könnte der Anschlag 13 direkt von dem zweiten Stoppelement S2 gebildet werden. In der Arbeitsphase in 4 liegen stromauf des ersten Stoppelementes S1 noch weniger Windungen vor, als sie für einen Abzug benötigt werden. Sobald das ersten Stoppelement S1 seine Stopplage 7, beispielsweise am Anschlag 13 erreicht hat, ist der Abzug beendet.

Mit dem Ende des Abzugs oder nacheilend zu diesem wird das zweite Stoppelement S2 aus seiner Passivstellung 8' wieder in seine Eingriffsstellung 7' (5) verstellt. Das erste Stoppelement S1 wird aus seiner Stopplage 7 radial nach außen zum Ort 8 aus dem Fadenweg bewegt und gleich weiter entlang des Kurventeils 9 in Richtung zur Fadenbemessungslage. Dabei werden die stromauf des ersten Stoppelementes S1 vorliegenden Windungen an das zweite Stoppelement S2 transferiert. Das erste Stoppelement S1 wird über den Ort 10 wieder in die Fadenbemessungslage 11 verstellt (6), und zwar genau hinter der letzten für den nächsten Abzug benötigten Windung und vor der ersten, aus dem Wickelelement W austretenden Windung für den weiteren Abzug. Mit dem Aufwickeln weiterer Windungen bewegt sich das erste Stoppelement S1 entlang des Kurventeils 12, bis wieder die Arbeitsphase gemäß 2 erreicht ist.

7 verdeutlicht in einem gestrichelten Bereich 25 der Speicheroberfläche 4 die möglichen Positionen des zweiten Stoppelementes S2, angedeutet durch Kreuze, in Relation zur Position des ersten Stoppelements S1 in der Stopplage 7. Dieser Bereich liegt innerhalb eines durch den Faden Y definierten Feldes. Ein Fadenabschnitt 26, der sich von der vordersten Windungen zum ersten Stoppelement S1 erstreckt, an diesem umgelenkt wird und weiter in axialer Richtung verläuft, definiert dieses in der Wickelrichtung 2 hinter dem ersten Stoppelement S1 liegende Feld. Die Position des zweiten Stoppelementes S2 sollte so nahe wie möglich an der Position des ersten Stoppelements S1 in der Stopplage 7 liegen, so dass die Fadenwindungen zuverlässig transferiert werden können. Dabei sind Positionen des zweiten Stoppelements S2 möglich, in denen dieses in axialer Richtung zwischen dem ersten Stoppelement S1 und dem Frontende des Speicherkörpers liegt, oder in Wickelrichtung 2 gegenüber diesem in Umfangsrichtung nach hinten versetzt ist.

7 verdeutlicht gestrichelt den Bewegungsweg des ersten Stoppelements S1 zwischen dem Ort 10 und der Fadenbemessungslage 11 und der Stopplage 7.

8 verdeutlicht schematisch eine Ausführungsform, bei der das zweite Stoppelement S2 in Abzugsrichtung direkt hinter dem ersten Stoppelement S1 positioniert ist, wenn das erste Stoppelement S1 seine Stopplage 7 erreicht hat. Zweckmäßig sind nur die Enden der Stoppelemente S1, S2 möglichst nahe beieinander, während sich ihr relativer Abstand voneinander mit zunehmendem Abstand von den Enden vergrößert. Beispielsweise ist dann das erste Stoppelement S1 schräg angestellt, während das zweite Stoppelement S2 mit einem Fadensteuerteil 22' abgekröpft ausgebildet ist. Die Stoppelemente S1, S2 könnten auch gegeneinander verschränkt sein, d.h., in einer Ansicht in Richtung der Achse X abweichend von einer rein radialen Orientierung auf die Achse X schräggestellt sein.

9 verdeutlicht schematisch eine stationäre Fadensteuereinrichtung 15 für das erste Stoppelement S1. Die Fadensteuereinrichtung 15 besitzt ein Gehäuse 16, in dem eine Magnetwicklung 17 und ein Eisenkern 18 enthalten sind. Ferner ist ein axial beweglicher Magnetanker 19 vorgesehen, wobei zwischen dem Eisenkern 18 und dem Magnetanker 19 eine Feder 20 angeordnet ist, die den Magnetanker 19 vom Eisenkern 18 wegdrückt. Das Stoppelement S1 besteht aus einem ersten stiftförmigen Teil 21, der mit dem Magnetanker 19 verbunden ist, und einem ebenfalls stiftförmigen Fadensteuerteil 22, der über ein federndes Gelenk 23 mit dem ersten Teil 21 verbunden ist. Das federnde Gelenk 23 besteht beispielsweise aus einem Elastomer oder aus Gummi, z.B. auf Polyurethan, und erzeugt eine Vorspannung, die den Fadensteuerteil 22 zu einem beispielsweise angedeuteten Anschlag 24 hin beaufschlagt, der die gezeigte Fadenbemessungslage 11 für das erste Stoppelement S1 definiert. Beim Anschlag 24 könnte ein schwacher Permanentmagnet den Fadensteuerteil 22 vorübergehend halten. Im Gehäuse 16 ist ferner in der entgegengesetzten Bewegungsrichtung der Anschlag 13 vorgesehen, der einstellbar sein kann, um die Stopplage 7 des ersten Stoppelements S1 zu definieren. In 9 ist das Stoppelement S1 in seiner Eingriffsstellung durch die Wirkung der Feder 20 gehalten, und zwar in der Stopplage. Wird die Magnetspule 17 erregt, dann wird der Magnetanker 19 vom Eisenkern 18 gezogen und die Feder 20 zusammengedrückt, so dass das Stoppelement S1 in seine nicht gezeigte Freigabestellung gezogen wird.

Anstelle eines nur in einer Richtung gegen Federkraft wirkenden Magneten könnte auch bidirektional betätigbarer Magnet oder eine Anordnung aus zwei gegensinnig arbeitenden Magneten zum Bewegen des ersten Stoppelementes S1 zwischen seinen Eingriffs- und Freigabestellungen benutzt werden. Im Fall einer zwangsgesteuerten Bewegung des Stoppelements S1 auch zwischen der Fadenbemessungslage 11 und der Stopplage 7 könnte ein ähnlicher, axial arbeitender Antrieb (nicht gezeigt) vorgesehen sein, der die axiale Bewegung des Fadensteuerteils 22 steuert, und gegebenenfalls auch die Rückstellbewegung in die Fadenbemessungslage ausführt. Dann könnte ein einfaches Gelenk anstelle des federnden Gelenks 23 vorgesehen sein.

Die Bewegungssteuerung des zweiten Stoppelements S1 kann ähnlich der Bewegungssteuerung 15 in 9 sein, mit dem Unterschied, dass keine Bewegung des zweiten Stoppelements S2 in axialer Richtung des Speicherkörpers K erforderlich ist. Beispielsweise könnte der Magnetanker 10 direkt mit dem stiftförmigen zweiten Stoppelement S2 verbunden sein, um dieses im Wesentlichen radial bezüglich des Achse X hin- und herzubewegen. Die Antriebssteuerungen beider Stoppelemente S1, S2 könnten in einem gemeinsamen Gehäuse zusammengefasst sein.

Der Anschlag 13 könnte auch eine Dämpfung enthalten, um die Spannungsspitze im abgezogenen Faden zu mildern, wenn das erste Stoppelement S1 seine Stopplage 7 erreicht.

Die Bewegungen des ersten Stoppelements S1 werden zweckmäßig in Abhängigkeit von der Wickelbewegung des Wickelelements W gesteuert, während die Bewegungen des zweiten Stoppelements S2 beispielsweise abhängig von den Webtakten gesteuert werden.


Anspruch[de]
  1. Liefergerät (F) mit Fadenbemessungsfunktion für eine Webmaschine, mit einem drehantreibbaren Wickelorgan (W), einem stationären, kleindurchmessrigen Speicherkörper (K) mit einer Speicheroberfläche (4) zum Zwischenspeichern eines aus Richtung der Achse (X) des Speicherkörpers auf der Speicheroberfläche (4) geförderten Windungen bestehenden Fadenvorrats, aus dem intermittierend abgemessene Fadenabschnitte über das Frontende des Speicherkörpers (4) abziehbar sind, einem in einer stationär außerhalb des Speicherkörpers angeordneten Bewegungssteuerung (15) vorgesehenen ersten stiftförmigen Stoppelement (S1), das relativ zur Speicheroberfläche (4) und zur Achse im Wesentlichen radial bewegbar ist zwischen einer den Faden freigebenden Vorbereitungs-Abzugsstellung (8) außerhalb der Speicheroberfläche und einer in den Fadenweg und die Speicheroberfläche eingreifenden Eingriffsstellung, und zusätzlich in der Eingriffsstellung im Wesentlichen axial zwischen einer Fadenbemessungslage (11) und einer den Fadenabzug beendenden Stopplage (7) verstellbar ist, und mit wenigstens einer zweiten, außerhalb des Speicherkörpers angeordneten, eine Bewegungssteuerung aufweisenden Fadensteuervorrichtung, mit der der Fadenabschnitt zum Abzug webtaktabhängig freigebbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Fadensteuervorrichtung ein ausschließlich zumindest annähernd radial zur Achse (X) zwischen einer von der Speicheroberfläche (4) zurückgezogenen Passivstellung (8') und einer in die Speicheroberfläche eingreifenden Eingriffstellung (T) hin- und herbewegbares zweites Stoppelement (S2) aufweist, dessen Position in der Eingriffsstellung der Stopplage (7) des ersten Stoppelements (S1) derart zugeordnet ist, dass bei Bewegen des ersten Stoppelements (S1) aus der Stopplage (7) in die Abzugsvorbereitungsstellung (8) stromauf des ersten Stoppelements (S1) vorhandene Windungen an das zweite Stoppelement (S2) transferierbar sind und das erste Stoppelement (S1) in die Fadenbemessungslage (11) verstellbar ist.
  2. Liefergerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Position des zweiten Stoppelements der Stopplage (7) des ersten Stoppelements benachbart ist, vorzugsweise im Wesentlichen in Axialrichtung zwischen der Stopplage (7) des ersten Stoppelements und dem Frontende des Speicherkörpers und/oder in Wickelrichtung (2) hinter dem in der Stopplage (7) angelangten ersten Stoppelement (S1) liegt.
  3. Liefergerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Stoppelement (S1) in der Stopplage (7) im Wesentlichen unmittelbar angrenzt an das in die Eingriffsstellung (7') bewegte zweite Stoppelement (S2), ggfs. sogar an diesem anliegt.
  4. Liefergerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Bewegungssteuerung der ersten und zweiten Stoppelemente (S1, S2) derart ausgebildet und aufeinander abgestimmt sind, dass jeder Abzug durch Bewegen des zweiten Stoppelements aus der Eingriffsstellung (7') in die Passivstellung (8') einleitbar und vom ersten Stoppelement (S1) in der Stopplage (7) beendbar ist, und dass das erste Stoppelement (S1) nach dem Windungstransfer in die Fadenbemessungslage (11) verstellbar ist, ehe das zweite Stoppelement aus der Eingriffsstellung (7') bewegbar ist.
  5. Liefergerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Stoppelement (S1) in seiner Eingriffsstellung durch die Windungen aus der Fadenbemessungslage (11) in die Stopplage (7) bewegbar ist.
  6. Liefergerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Stoppelement (S1) in der Eingriffsstellung aus der Fadenbemessungslage (11) durch einen in der Bewegungssteuerung (15) vorgesehenen Antrieb zwangsweise in die Stopplage (7) bewegbar ist.
  7. Liefergerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Speicherkörper (K) einen Durchmesser (d) zwischen etwa 25 und etwa 60 mm, vorzugsweise zwischen etwa 30 und etwa 45 mm, aufweist, der, vorzugsweise, variabel ist.
  8. Liefergerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die ersten und zweiten Stoppelemente (S1, S2) in der Stopplage (7) des ersten Stoppelements (S1) und der Eingriffsstellung (7') des zweiten Stoppelements (S2) mit ihren in die Speicheroberfläche (4) eingreifenden Enden näher zueinander positioniert sind als im Abstand von den Enden, vorzugsweise durch eine verschränkte, abgekröpfte oder winkelige Relativanordnung der Stoppelemente.
Es folgen 4 Blatt Zeichnungen






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