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Dokumentenidentifikation DE10253640A1 27.05.2004
Titel Verfahren und Anordnung zur Reduzierung der Speisewassertemperatur in einem Speisewasserbehälter eines Dampferzeugers
Anmelder Vattenfall Europe Generation AG & Co. KG, 10115 Berlin, DE
Erfinder Knoop, Dietmar, 04523 Elstertrebnitz, DE;
Schmidt, Raimund, 04523 Pegau, DE
DE-Anmeldedatum 14.11.2002
DE-Aktenzeichen 10253640
Offenlegungstag 27.05.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.05.2004
IPC-Hauptklasse F22D 11/00
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Anordnung zur Reduzierung der Speisewassertemperatur in einem Speisewasserbehälter eines Dampferzeugers.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Temperatur des Speisewassers eines Dampferzeugers, insbesondere beim Umlasten einer oder mehrerer Turbo-Kesselspeisepumpen auf eine oder mehrere Elektro-Kesselspeisepumpen, in einem Wärmekraftwerk ohne Leistungseinsenkung zu reduzieren.
Die Aufgabe wird dadurch gelöst, dass schrittweise ein oder mehrere heizdampfkondensatseitige Zuläufe anstelle zum Speisewasserbehälter direkt zu einer oder mehreren Baugruppen und Systemen eines Dampferzeugers geführt werden, wobei Hochdruckvorwärmerheizdampfkondensat aus Hochdruckvorwärmern auf Hochdruckentspanner und/oder Zerstäuberdampf von Heizölbrennern auf Dampferzeuger-Restentleerungsbehälter und/oder zusätzlich anfallendes Dampfluftvorwärmerkondensat auf Dampferzeuger-Entspanner geführt und/oder Dampf aus einer Warmhalteleitung von Dampfbläsern auf einen oder mehrere Dampferzeuger-Entspanner abgeführt und/oder Dampf aus einer oder mehreren Anzapfungen einer oder mehrerer Dampfturbinen über Regelklappen gedrosselt und/oder die Versorgung mit Hilfsdampf und kalter Zwischenüberhitzung von Automatik auf manuellen Betrieb umgeschalten und/oder eine Kaltkondensatbeimischung auf eine oder mehrere Elektro-Kesselspeisepumpen aus dem Hauptkondensatkreislauf zugeführt und/oder ein oder mehrere Niederdruckvorwärmer außer Betrieb genommen ...

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Anordnung zur Reduzierung der Speisewassertemperatur in einem Speisewasserbehälter eines Dampferzeugers.

Bei Kraftwerksprozessen in Wärmekraftwerken ist allgemein bekannt, daß das für die Dampferzeugung vorgesehene Wasser aufbereitet wird. Dazu wird ein Wasser-Dampf-Kreislauf eines Wärmekraftwerkes mit einer Vorwärmstrecke für Kondensat, mit einem Dampferzeuger und mit einer Dampfturbine mit Kondensator und nachgeschalteter Kondensataufbereitung mit vorgeschalteten Kondensatpumpen betrieben. Dabei wird das aufbereitete Kondensat in der Vorwärmstrecke mittels Anzapfdampf aus der Turbine und/oder aus einer Zwischenüberhitzung beaufschlagt und hierdurch erwärmt, bevor es dem Dampferzeuger zugeführt wird.

Aus der DE 43 02 486 A1 sind Wärmekraftwerke mit Vorwärmstrecke bekannt. Die Vorwärmstrecke weist wenigstens einen Niederdruckvorwärmer, einen Speisewasserbehälter mit Entgaser sowie einen Hochdruckvorwärmer auf. Dazu wird das aus dem Turbinenkondensator stammende Kondensat zunächst in einer Kondensataufbereitung, z. B. Kondensatreinigungsanlage, aufbereitet und mittels Kondensatpumpen durch die Niederdruckvorwärmer zum Speisewasserbehälter gefördert. Dort erfolgt die Entgasung des Kondensats, z. B. über Sprühentgasung, um Sauerstoff und Inertgase aus dem Kondensat zu entfernen. Im Zusammenwirken mit dieser Entgasung sowie aufgrund der mittels Anzapfung aus der Dampfturbine zugeführten Wärme, mit welcher das Kondensat beaufschlagt wird, herrscht im Speisewasserbehälter ein Siedezustand. Der Speisewasserbehälter dient als Vorratsbehälter für Speisewasser, welches mittels Speisewasserpumpen durch die Hochdruckvorwärmer dem Dampferzeuger zugeführt wird.

Es ist bekannt, dass in einem Wärmekraftwerk für die Absenkung der Speisewassertemperatur in einem Speisewasserbehälter eines Dampferzeugers beim Umlasten von einer oder mehrerer Turbo-Kesselspeisepumpen auf eine oder mehrere Elektro- Kesselspeisepumpen die Temperatur des Speisewassers von ca. 185 °C auf ca. 165 °C gesenkt werden muss, um Ausdampfungen durch veränderte Temperatur- und Druckverhältnisse in den Kesselspeisepumpen zu verhindern. Dazu wird die Leistung des Dampferzeugers reduziert.

Nachteilig dabei ist, dass die Leistung des Wärmekraftwerkes abgesenkt gefahren wird. Nachteiligerweise dauert der Vorgang der Leistungseinsenkung mindestens 2 Stunden.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Temperatur des Speisewassers eines Dampferzeugers, insbesondere beim Umlasten einer oder mehrerer Turbo-Kesselspeisepumpen auf eine oder mehrere Elektro- Kesselspeisepumpen in einem Wärmekraftwerk ohne Leistungseinsenkung zu reduzieren.

Die Aufgabe wird dadurch gelöst, dass schrittweise ein oder mehrere heizdampfkondensatseitige Zuläufe anstelle zum Speisewasserbehälter direkt zu einer oder mehreren Baugruppen und Systemen eines Dampferzeugers geführt werden, wobei Hochdruckvorwärmerheizdampfkondensat aus Hochdruckvorwärmern auf Hochdruckentspanner und/oder Zerstäuberdampf von Heizölbrennern auf Dampferzeuger-Restentleerungsbehälter und/oder zusätzlich anfallendes Dampfluftvorwärmerkondensat auf Dampferzeuger-Entspanner geführt und/ oder Dampf aus einer Warmhalteleitung von Dampfbläsern auf einen oder mehrere Dampferzeuger-Entspanner abgeführt und/oder Dampf aus einer oder mehreren Anzapfungen einer oder mehrerer Dampfturbinen über Regelklappen gedrosselt und/oder die Versorgung mit Hilfsdampf und kalter Zwischenüberhitzung von Automatik auf manuellen Betrieb umgeschalten und/oder eine Kaltkondensatbeimischung auf eine oder mehrere Elektro-Kesselspeisepumpen aus dem Hauptkondensatkreislauf zugeführt und/oder ein oder mehrere Niederdruckvorwärmer außer Betrieb genommen werden.

Der oder die Niederdruckvorwärmer werden mit Schließen einer Kondensateintrittsklappe außer Betrieb genommen.

Der Dampf aus einer oder mehreren Anzapfungen einer oder mehrerer Dampfturbinen wird über die Regelklappen bis zur maximal möglichen Veränderung des Axialschubes eines Turbosatzes gedrosselt.

Zur Realisierung sind ein oder mehrere heizdampfkondensatseitige Zuläufe, insbesondere des Hochdruckvorwärmerheizdampfkondensates aus Hochdruckvorwärmern auf Hochdruckentspanner und/oder des Zerstäuberdampfes von Heizölbrennern auf Dampferzeuger-Restentleerungsbehälter und/oder von zusätzlich anfallendem Dampfluftvorwärmerkondensat auf Dampferzeuger-Entspanner und/oder mit Dampf aus einer Warmhalteleitung von Dampfbläsern auf einen oder mehrere Dampferzeuger-Entspanner und/oder mit Dampf aus einer oder mehreren Anzapfungen einer oder mehreren Dampfturbinen über Regelklappen fest eingebunden und/oder die Versorgungsleitung mit Hilfsdampf und kalter Zwischenüberhitzung von Automatik auf manuellen Betrieb ausgeführt und/oder eine Kaltkondensatbeimischung vom Hauptkondensatkreislauf auf eine oder mehrere Elektro-Kesselspeisepumpen geführt und/oder an einem oder mehreren Niederdruckvorwärmern Kondensateintrittsklappen angeordnet.

An einem Ausführungsbeispiel soll die Erfindung näher erläutert werden. Die Zeichnung zeigt dabei in

1 eine schematische Darstellung von heizdampfkondensatseitigen Zuläufen zur Reduzierung der Speisewassertemperatur in einem Speisewasserbehälter eines Dampferzeugers.

In einem Wärmekraftwerk sind für die Absenkung der Speisewassertemperatur beim Umlasten einer oder mehrerer Turbo-Kesselspeisepumpen 5 auf eine oder mehrere Elektro-Kesselspeisepumpen 4 schrittweise ein oder mehrere heizdampfkondensatseitigen Zuläufe nicht zum Speisewasserbehälter 6, sondern direkt zu einer oder mehreren Baugruppen und Systemen eines Dampferzeugers 7 geführt.

Ein oder mehrere heizdampfkondensatseitige Zuläufe, insbesondere des Hochdruckvorwärmerheizdampfkondensates 2 sind schrittweise aus Hochdruckvorwärmern 1 auf Hochdruckentspanner 3 und/oder des Zerstäuberdampfes 19 von Heizölbrennern 18 auf Dampferzeuger-Restentleerungsbehälter 17 und/oder von zusätzlich anfallendem Dampfluftvorwärmerkondensat 13 auf Dampferzeuger-Entspanner 14 und/oder mit Dampf aus einer Warmhalteleitung 16 von Dampfbläsern 15 auf einen oder mehrere Dampferzeuger-Entspanner 14 und/oder mit Dampf aus einer oder mehreren Anzapfungen 21 einer oder mehreren Dampfturbinen 8 über Regelklappen 20 fest eingebunden und/oder die Versorgungsleitung mit Hilfsdampf 22 und kalter Zwischenüberhitzung 9 von Automatik auf manuellen Betrieb ausgeführt und/oder von einer Kaltkondensatbeimischung 12 vom Hauptkondensatkreislauf auf eine oder mehrere Elektro-Kessel-speisepumpen 4 geführt und/oder an einem oder mehreren Niederdruckvorwärmern 10 Kondensateintrittsklappen 11 angeordnet.

Die Wirkungsweise ist folgende:

Beim Umlasten einer oder mehrerer Turbo-Kesselspeisepumpe 5 auf eine oder mehrere Elektro-Kesselspeisepumpe 4 wird die Speisewassertemperatur gesenkt, um die Elektro-Kesselspeisepumpe 4 in unteren Lastbereichen vor Ausdampfungen zu schützen. Es wird die Speisewassertemperatur von ca. 185 °C auf ca. 165 °C gesenkt. Dazu werden schrittweise ein oder mehrere heizdampfkondensatseitige Zuläufe anstelle wie bisher zum Speisewasserbehälter 6 direkt zu einer oder mehreren Baugruppen und Systemen eines Dampferzeugers 7 geführt. Dabei wird das Hochdruckvorwärmerheizdampfkondensat 2 von Hochdruckvorwärmern 1 auf Hochdruckentspanner 3 und/oder Zerstäuberdampf 19 von Heizölbrennern 18 auf Dampferzeuger-Restentleerungsbehälter 17 und/ oder zusätzlich anfallendes Dampfluftvorwärmerkondensat 13 auf Dampferzeuger-Entspanner 14 geführt und/oder Dampf aus einer Warmhalteleitung 16 vom Dampfbläser 15 auf einen oder mehreren Dampferzeuger-Entspanner 14 abgeführt und/oder Dampf aus einer oder mehren Anzapfungen 21 einer oder mehrerer Dampfturbinen 8 über Regelklappen 20 gedrosselt und/oder die Versorgung mit Hilfsdampf 22 und kalter Zwischenüberhitzung 9 von Automatik auf manuellen Betrieb umgeschaltet und/oder eine Kaltkondensatbeimischung 12 einer Elektro-Kesselspeisepumpe 4 genutzt und ein Niederdruckvorwärmer 10 durch Schließen einer Kondensateintrittsklappe 11 außer Betrieb genommen wird. Die Regelklappe 20 der Anzapfung 21 wird bis zu einer maximal möglichen Veränderung des Axialschubes eines Turbosatzes gedrosselt.

Durch die Erfindung werden folgende Vorteile erreicht:

  • – Die Blockleistung wird nicht verringert, um von einer Turbo-Kesselspeisepumpe auf eine Elektro-Kesselspeisepumpe umzuschalten, d. h. es erfolgt keine Leistungseinsenkung des Blockes.
  • – Die Speisewassertemperatur wird von ca. 185 °C auf ca. 165 °C gesenkt.

1 Hochdruckvorwärmer 2 Hochdruckvorwärmerheizdampfkondensat 3 Hochdruckentspanner 4 Elektro-Kesselspeisepumpe 5 Turbo-Kesselspeisepumpe 6 Speisewasserbehälter 7 Dampferzeuger 8 Dampfturbine 9 Zwischenüberhitzung 10 Niederdruckvorwärmer 11 Kondensateintrittsklappe 12 Kaltkondensatbeimischung 13 Dampfluftvorwärmerkondensat 14 Dampferzeuger-Entspanner 15 Dampfbläser 16 Warmhalteleitung 17 Dampferzeuger-Restentleerungsbehälter 18 Heizölbrenner 19 Zerstäuberdampf 20 Regelklappe 21 Anzapfung 22 Hilfsdampf

Anspruch[de]
  1. Verfahren zur Reduzierung der Speisewassertemperatur in einem Speisewasserbehälter eines Dampferzeugers, insbesondere beim Umlasten einer oder mehrerer Turbo-Kesselspeisepumpen auf eine oder mehrere Elektro-Kesselspeisepumpen bei Kraftwerksprozessen eines Wärmekraftwerkes, gekennzeichnet dadurch, dass schrittweise ein oder mehrere heizdampfkondensatseitige Zuläufe anstelle zum Speisewasserbehälter direkt zu einer oder mehreren Baugruppen und Systemen eines Dampferzeugers geführt werden, wobei Hochdruckvorwärmerheizdampfkondensat aus Hochdruckvorwärmern auf Hochdruckentspanner und/oder Zerstäuberdampf von Heizölbrennern auf Dampferzeuger-Restentleerungsbehälter und/oder zusätzlich anfallendes Dampfluftvorwärmerkondensat auf Dampferzeuger-Entspanner geführt und/oder Dampf aus einer Warmhalteleitung von Dampfbläsern auf einen oder mehrere Dampferzeuger-Entspanner abgeführt und/oder Dampf aus einer oder mehreren Anzapfungen einer oder mehrerer Dampfturbinen über Regelklappen gedrosselt und/oder die Versorgung mit Hilfsdampf und kalter Zwischenüberhitzung von Automatik auf manuellen Betrieb umgeschalten und/oder eine Kaltkondensatbeimischung auf eine oder mehrere Elektro-Kesselspeisepumpen aus dem Hauptkondensatkreislauf zugeführt und/oder ein oder mehrere Niederdruckvorwärmer außer Betrieb genommen werden.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, dass der oder die Niederdruckvorwärmer mit Schließen einer Kondensateintrittsklappe außer Betrieb genommen werden.
  3. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, dass der Dampf aus einer oder mehreren Anzapfungen einer oder mehrerer Dampfturbinen über die Regelklappen bis zur maximal möglichen Veränderung des Axialschubes eines Turbosatzes gedrosselt wird.
  4. Anordnung zur Reduzierung der Speisewassertemperatur in einem Speisewasserbehälter (6) eines Dampferzeugers (7), insbesondere beim Umlasten einer oder mehrerer Turbo-Kesselspeisepumpen (5) auf eine oder mehrere Elektro-Kesselspeisepumpen (4) bei Kraftwerksprozessen eines Wärmekraftwerkes, gekennzeichnet dadurch, dass ein oder mehrere heizdampfkondensatseitige Zuläufe, insbesondere des Hochdruckvorwärmerheizdampfkondensates (2) aus Hochdruckvorwärmern (1) auf Hochdruckentspanner (3) und/oder des Zerstäuberdampfes (19) von Heizölbrennern (18) auf Dampferzeuger-Restentleerungsbehälter (17) und/oder von zusätzlich anfallendem Dampfluftvorwärmerkondensat (13) auf Dampferzeuger-Entspanner (14) und/oder mit Dampf aus einer Warmhalteleitung (16) von Dampfbläsern (15) auf einen oder mehrere Dampferzeuger-Entspanner (14) und/oder mit Dampf aus einer oder mehreren Anzapfungen (21) einer oder mehreren Dampfturbinen (8) über Regelklappen (20) fest eingebunden sind und/oder die Versorgungsleitung mit Hilfsdampf (22) und kalter Zwischenüberhitzung (9) von Automatik auf manuellen Betrieb ausgeführt ist und/oder eine Kaltkondensatbeimischung (12) vom Hauptkondensatkreislauf auf eine oder mehrere Elektro-Kesselspeisepumpen (4) geführt und/oder an einem oder mehreren Niederdnuckvorwärmern (10) Kondensateintrittsklappen (11) angeordnet sind.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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