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Dokumentenidentifikation DE10348030A1 27.05.2004
Titel Antrieb für eine Offsetdruckmaschine
Anmelder Heidelberger Druckmaschinen AG, 69115 Heidelberg, DE
Erfinder Baumgarten, Sven, 69151 Neckargemünd, DE;
Becker, Willi, 69245 Bammental, DE;
Berti, Christopher, 69234 Dielheim, DE;
Mader, Sven, 69234 Dielheim, DE;
Merkel, Gerd, 69234 Dielheim, DE;
Schmidt, Arnd, 68535 Edingen-Neckarhausen, DE
DE-Anmeldedatum 15.10.2003
DE-Aktenzeichen 10348030
Offenlegungstag 27.05.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.05.2004
IPC-Hauptklasse B41F 13/008
IPC-Nebenklasse B41F 13/016   B41F 33/10   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft einen Antrieb für eine Offsetdruckmaschine. Aufgabe der Erfindung ist es, einen Antrieb zu entwickeln, der eine Verbesserung der Gleichförmigkeit der Rotation eines Druckformzylinders beim Bebildern ermöglicht. Die Erfindung besteht darin, dass bei einem Antrieb für eine Offsetdruckmaschine, bestehend aus einem ersten Antriebsmotor zum Antreiben eines Druckzylinders, eines Übertragungszylinders und eines Formzylinders im Druckbetrieb beim Drucken auf einen Bedruckstoff in einem gemeinsamen Antriebsstrang, weiterhin bestehend aus mindestens einem weiteren Antriebsmotor zum Antreiben des Formzylinders im Bebilderungsbetrieb beim Erzeugen von druckfarbeannehmenden Punkten auf einer auf dem Formzylinder befestigten Druckform, wobei eine Kupplung zur Unterbrechung der antriebsmäßigen Verbindung des Formzylinders mit dem Antriebsstrang vorgesehen ist, und bestehend aus Getriebeelementen zur Kopplung der Antriebsmotoren mit angetriebenen Elementen der Offsetdruckmaschine, im Bebilderungsbetrieb dem Formzylinder (3) mindestens ein Zusatzmoment einspeisendes Element (2, 4, 19, 22) zugeordnet ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Antrieb für eine Offsetdruckmaschine nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

In DE 197 23 147 A1 ist eine Einrichtung zum Antrieb einer Druckmaschine mit einer integrierten Bebilderungseinrichtung beschrieben, bei der zum Erreichen einer hohen Bebilderungsgeschwindigkeit jedem Druckformzylinder ein Eigenantrieb zugeordnet ist. Jeweils mit einer Phasenlagekupplung werden die Druckformzylinder aus dem Antriebsräderzug ausgegliedert und mittels der Eigenantriebe im Bebilderungsbetrieb mit über der maximalen Druckgeschwindigkeit liegender Bebilderungsgeschwindigkeit angetrieben. Die Phasenkupplungen koppeln bzw. entkoppeln jeweils ein drehbeweglich auf einer Achse des Druckformzylinders angeordnetes Zahnrad mit bzw. von der Achse des Druckformzylinders. Als Eigenantrieb ist ein Elektromotor vorgesehen, der jeweils über eine Metallbalkkupplung direkt an die Achse eines Druckformzylinders angeflanscht ist. Im Druckbetrieb kann der Elektromotor als elektrische Bremse betrieben werden, um die Zahnflankenanlage im Getriebe zu erhalten. Diese Lösung ist nicht oder nur mit Nachteilen bei herkömmlichen Druckmaschinen anwendbar, bei denen zur Umfangs-, Seiten- und Schrägregisterverstellung bereits Registerstellelemente an den Druckformzylindern vorhanden sind, so dass der Bauraum für eine zusätzliche Kupplung nicht vorhanden ist. Beim Bebildern wird eine gleichförmige Rotationsgeschwindigkeit der Druckformzylinder angestrebt. Druckformzylinder weisen in der Regel starke Unwuchten auf, die nur unzulänglich ausgeregelt werden können, wenn ein Eigenantrieb jeweils direkt an dem Druckformzylinder angekoppelt ist.

In DE 42 23 583 A1 ist eine Druckmaschine beschrieben, bei der die Druckformzylinder zum Zwecke des Druckplattenwechsels unabhängig voneinander mit einem separaten Antrieb in jede beliebige Position drehbar sind. Um dies zu ermöglichen, sind zwischen einem durchgehenden Zahnräderzug und dem jeweiligen Druckformzylinder Kupplungen vorgesehen. Nach dem Druckplattenwechsel werden die Druckformzylinder in eine für den Druckbetrieb erforderliche Stellung verbracht. Die separaten Antriebe lassen die Druckformzylinder mit einer Geschwindigkeit rotieren, die weit unter der maximalen Druckgeschwindigkeit liegt. Dabei kommt es nicht darauf an, gleichförmige Rotationsgeschwindigkeiten aufrecht zu erhalten. Die Druckmaschine enthält keine Vorrichtung zum Bebildern von Druckformen, so dass das Antriebssystem nicht auf die speziellen Belange beim Bebildern ausgelegt ist.

Bei dem in DE 195 15 077 A1 offenbarten Verfahren zum Beeinflussen des Farbannahmeverhaltens wird eine Druckmaschine verwendet, bei der an einer Kupplungsstelle auf der Achse einer Farbauftragswalze der von den Druckwerkszylindern ausgehende Antrieb eines Farbwerkes unterbrochen wird, so dass das Farbwerk während eines Bebilderungsprozeßes aufgrund von Überhitzung nicht trocken läuft. Im Bebilderungsbetrieb werden die Druckformzylinder über den selben Zahnräderzug angetrieben wie im Druckbetrieb.

Der Antrieb für eine Bogendruckmaschine nach DE 196 40 649 A1 enthält in den einzelnen Druckwerken Schaltkupplungen, die ermöglichen, dass mit zugeordneten Antrieben die Druckformzylinder frei gegenüber den mit diesen zusammenwirkenden Zylindern drehbar sind. Als Schaltkupplungen kommen Reib- bzw. formschlüssige Kupplungen zum Einsatz, welche im gekuppelten Zustand eine genügend drehfeste Verbindung zwischen dem den Platten- bzw. Formzylinder und dem Zylinderkörper bewirken. Die Schaltkupplungen sind als Indexkupplungen ausgeführt, die das Kuppeln der Teile lediglich bei einer Relativstellung zueinander ermöglichen. Die freie Drehbarkeit der Druckformzylinder kann beim Druckplattenwechsel, bei Voreinfärben und Vorfeuchten von Farbwerkswalzen, beim Reinigen der Druckwerkszylinder und beim Bebildern und Löschen von Druckformen verwendet werden. Bei einer Variante sind Walzen des Farb- und Feuchtwerkes zusammen mit dem Druckformzylinder antreibbar. Als Antriebe für die Druckformzylinder können direkt oder über ein Untersetzungsgetriebe angekoppelte lagegeregelte Motoren verwendet werden, die im Druckbetrieb frei mitdrehen oder zwecks Erzielung einer gleichbleibenden Zahnflankenanlage zum Ausüben eines Bremsmomentes bestromt werden. In dem Getriebezug zur Ankopplung der Antriebe für die Druckformzylinder können zusätzliche Schaltkupplungen vorgesehen werden, so dass die Antriebe beim Drucken gänzlich stillgesetzt werden können. Die direkten Einzelantriebe von Druckformzylindern oder auch der Antrieb über Untersetzungsgetriebe ermöglichen nicht die erforderliche Drehzahlkonstanz beim Bebildern, weil die Steuerung der Motoren nicht dynamisch genug ausgeführt werden kann, um die Umwuchten des Druckformzylinders auszugleichen. Weiterhin bestehen beim Vorsehen von Schaltkupplungen auf der Achse der Druckformzylinder Probleme hinsichtlich des Bauraums, weil auf dieser Achse in der Regel bereits Registereinstellvorrichtungen vorhanden sind.

Aufgabe der Erfindung ist es, einen Antrieb für eine Offsetdruckmaschine zu entwickeln, der eine Verbesserung der Gleichförmigkeit der Rotation eines Druckformzylinders beim Bebildern ermöglicht.

Die Aufgabe wird mit einem Antrieb gelöst, der die Merkmale nach Anspruch 1 aufweist. Vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.

Die Verbesserung der Gleichförmigkeit der Rotation eines Druckformzylinders gelingt dadurch, dass im Bebilderungsbetrieb dem Druckformzylinder mindestens ein Zusatzmoment einspeisendes Element zugeordnet ist. Mittels des ein Zusatzmoment einspeisenden Elements werden schädliche Eigenfrequenzen der beim Bebildern angetriebenen Elemente kompensiert. Weiterhin ergibt sich ein Lagerspielausgleich am Druckformzylinder, so dass eine höhere Bebilderungsqualität möglich wird.

Gemäß einer Variante der Erfindung ist vorgesehen, dass das Zusatzmoment einspeisende Element direkt an der Achse des Druckformzylinders angreift. In einer Ausführungsform kann das Zusatzmoment mittels eines Bremselementes erzeugt werden, insbesondere mittels einer mechanischen Reibungsbremse oder einer elektromagnetischen Bremse, wie ein Elektromotor oder eine Wirbelstrombremse. Die Einspeisung eines Zusatzmomentes kann ebenso mit einem Elektromotor geschehen, der aktiv angesteuert sowohl bremsend als auch beschleunigend auf einen Druckformzylinder wirken kann.

Gemäß einer weiteren Variante der Erfindung ist als Zusatzmoment einspeisendes Element eine umlaufende Zusatzmasse vorgesehen. Als im Bebilderungsbetrieb mit umlaufende Zusatzmasse können Farbwalzen verwendet werden. Bei dieser Ausführungsform ist es von Vorteil, wenn in den Farbwerken der Druckwerke einer Druckmaschine im Bebilderungsbetrieb die Verreiberwalzen stillsetzbar sind. Damit können von den Verreiberwalzen ausgehenden Schwingungen vermieden werden. Weiterhin kann als Zusatzmasse bei einer Offsetdruckmaschine jeweils der Übertragungszylinder dienen, der im Bebilderungsbetrieb antriebsmäßig mit dem Formzylinder gekoppelt ist. Weiterhin kann als Zusatzmasse eine zusätzliche Ausgleichsmasse vorgesehen werden, die auf der Achse eines Druckformzylinders befestigt, Unwuchten verringert oder beseitigt.

Gemäß einer weiteren Variante der Endung kann als Zusatzmoment einspeisendes Element eine Schwingungstilgeranordnung vorgesehen werden, die mit der Drehung eines Druckformzylinders gekoppelt drehzahlabhängig Schwingungen minimiert.

Eine weitere Variante für ein Zusatzmoment einspeisendes Element ergibt sich aus einen Ausgleichsgetriebe, welches das Zusatzmoment drehwinkelabhängig in einem Druckformzylinder einspeist. Im einfachen Fall kann ein Ausgleichskurve mit einer angefederten Kurvenrolle vorgesehen sein.

Die ein Zusatzmoment einspeisenden Elemente können je Druckformzylinder einfach oder mehrfach vorgesehen werden. Beim Vorsehen von mehreren ein Zusatzmoment einspeisenden Elementen können gemäß einer weiteren Variante die Elemente mittels Kupplungen vorzugsweise drehzahlabhängig zu- oder abgeschaltet werden.

Die Erfindung soll anhand von Ausführungsbeispielen noch näher erläutert werden, es zeigen:

1: ein Schema eines Druckwerkes mit Farbwerkswalzen und Übertragungszylinder als Zusatzmasse.

In 1 ist ein Schema eines Druckwerkes einer Offsetdruckmaschine mit einem Druckzylinder 1, einem Übertragungszylinder 2, einem Druckformzylinder 3 und einer Farbauftragswalze 4 eines Farbwerkes dargestellt. Die Zylinder 1-3 und die Farbauftragswalze 4 sind in Seitenwänden 5, 6 drehbar gelagert. Am Druckformzylinder greifen nicht dargestellte Stellelemente zum Einstellen von Umfangs-Seiten- und Diagonalregister an.

Zum Antrieb der Offsetdruckmaschine im Druckbetrieb ist ein Hauptantriebsmotor 7 vorgesehen, dessen Wellen 8 mit einem Zahnrad 9 verbunden ist. Das Zahnrad 9 steht mit einem Zahnrad 10 zum Antrieb des Druckzylinders 1 in Eingriff. Das Zahnrad 10 ist mit einem Zahnrad 11 für den Antrieb des Übertragungszylinders 2 im Eingriff. Auf der Achse 12 des Übertragungszylinders 2 befindet sich eine Kupplungshälfte einer axial wirkenden Kupplung K1. Die zweite Kupplungshälfte der Kupplung K1 liegt koaxial zur ersten Kupplungshälfte. Auf der Achse 13 der zweiten Kupplungshälfte sitzt ein weiteres Zahnrad 14, welches mit einem Zahnrad 15 zum Antrieb des Druckformzylinders 3 im Eingriff steht. Die Kupplung K1 ist als Zahnkupplung ausgebildet, wobei eine der Kupplungshälften verschieblich und drehfest auf der Achse 12 bzw. 13 sitzt. Die Kupplungshälften besitzen eine unregelmäßige Zahnung, so dass die Kupplungshälften nur in einer definierten Drehstellung zueinander kuppelbar sind. Auf der Achse 16 des Druckformzylinders 3 mit dem Zahnrad 15 ist ein weiteres Zahnrad 17 angeordnet, welches mit einer Kupplung K2 an die Achse 16 an- und abschaltbar ist. Die Kupplung K2 kann wie die Kupplung K1 als Phasenlagekupplung ausgebildet sein. Das Zahnrad 17 steht mit einem Zahnrad 18 zum Antrieb der Farbauftragswalzen 4 im Eingriff. Das Zahnrad 18 steht mit weiteren nicht dargestellten Zahnrädern zum Antrieb weiterer Farbwerkwalzen in Verbindung.

Beim Drucken sind die Kupplungen K1 und K2 geschlossen, so dass das über das Zahnrad 9 vom Hauptantriebsmotor 7 eingespeiste Moment über die Zahnräder 11, 14, 15, 17, 18 auf die Zylinder 1-3 und die Farbauftragswalzen 4 übertragen wird.

Auf der Achse 16 des Druckformzylinders 3 ist eine Bremsscheibe 19 angeordnet, der ein radial in Richtung 20 gegen eine Feder 21 an- und abstellbarer Bremsbacken 22 zugeordnet ist. Beim Drucken ist der Bremsbacken 22 von der Bremsscheibe 19 abgehoben.

Das Zahnrad 15 steht weiterhin mit einem Zahnrad 23 im Eingriff, welches auf einer Welle 24 eines Hilfsmotors 25 sitzt. Das Zahnrad 23, die Welle 24 und der Rotor des Hilfsmotors 25 drehen im Druckbetrieb mit. Es wäre auch möglich, das Zahnrad 23 und/oder den Hilfsmotor 25 mit einer zusätzlichen Kupplung aus dem Antriebsräderzug mit dem Hauptantriebsmotor 7 zu entkoppeln.

Zum Bebildern ist dem Formzylinder 3 eine Bebilderungskopf 26 zugeordnet. Der Bebilderungskopf 26 ist mit einem Spindeltrieb 27 in seitliche Richtung 28 parallel zur Achse 16 des Druckformzylinders 3 positionierbar. Hierzu ist der Spindeltrieb 27 mit einem Schrittmotor 29 gekoppelt. Der Bebilderungskopf 26 enthält eine Strahlungsquelle, wie z. B. eine Laserdiodenzeile 30, welche beim Bebildern bildgemäß Laserstrahlen 31 aussendet, um auf einem Druckformrohling 32 auf der Mantelfläche des Druckformzylinders 3 Druckfarbe annehmende Bildpunkte zu erzeugen.

Die Rotation des Druckformzylinders 3 und des Spindeltriebes 27 wird von Drehgebern 33, 34 erfasst, die jeweils mit der Achse 16 des Druckformzylinders 3 und des Spindeltriebes 27 gekoppelt sind. Die Drehgeber 33, 34, die Motoren 7, 25, 29 und der Bebilderungskopf 26 stehen mit einer nicht dargestellten Steuereinrichtung in Verbindung, in der die Signale der Drehgeber 33, 34 zu Stellsignalen für die Motoren 7, 25, 29 verarbeitet werden und die beim Bebildern des Druckformrohlings 32 die Ansteuersignale für die Laserdiodenzeile 30 liefert.

Im Bebilderungsbetrieb wird die Kupplung K1 geöffnet, so dass keine antriebsmäßige Verbindung zwischen dem Übertragungszylinder 2 und dem Druckformzylinder 3 mehr besteht. Übertragungszylinder 2 und Druckformzylinder 3 sind voneinander abgestellt, d. h., die Mantelflächen haben keinen Kontakt zueinander. Der Hauptantriebsmotor 7 kann außer Betrieb gesetzt werden. Im Bebilderungsbetrieb ist die Bremsbacke 22 an die Bremsscheibe 19 angestellt. Die Bremsbacke 22 drückt mit der Kraft der Feder 21 gegen die Bremsscheibe 19 und bedingt ein an der Achse 16 des Formzylinders 3 angreifendes Drehmoment, welches beim Bebildern vom Motor 25 und dem Getriebe aus den Zahnrädern 23, 15 überwunden werden muss. Beim Bebildern wird der Motor 25 so angesteuert, dass der Druckformzylinder 3 mit gleichförmiger Geschwindigkeit rotiert. Durch den Eingriff am Zahnrad 15 rotiert das Zahnrad 14 und die auf der Achse sitzenden zweite Kupplungshälfte der Kupplung K1 mit. Das durch die Bremsbacke 22 eingespeiste Zusatzmoment bewirkt eine Verringerung der Drehzahlschwankung des Druckformzylinders 3 beim Bebildern und gewährleistet eine dauernde Zahnflankenanlage der Zahnräder 23, 15 im Antriebsstrang mit dem Motor 25.

Als zusätzliche Last können beim Bebildern Walzen 4 des Farbwerkes hinzugeschaltet werden, indem die Kupplung K2 betätigt wird, so dass eine antriebsmäßige Verbindung zwischen der Achse 16 des Druckformzylinders 3 und den Zahnrädern 17, 18 besteht. Beim Bebildern sind die Farbauftragswalzen vom Druckformzylinder 3 abgestellt. Wenn im Farbwerk hin- und hergehende Reiberwalzen vorhanden sind, dann können diese von den übrigen Walzen 4 des Farbwerkes mit einer zusätzlichen Kupplung getrennt und stillgesetzt werden. Bei verschiedenen Druckformrohlingen 32 können beim Bebildern verschiedene Rotationsgeschwindigkeiten erforderlich werden. In diesem Fall ist es möglich, die Zusatzmomente entsprechend den erforderlichen Drehzahlen anzupassen, wozu wahlweise die Bremsbacke 22 oder die Walzen 4 des Farbwerkes solo oder zusammen wirken oder das Zusatzmoment verändert wird, indem die Reibkraft der Bremsbacke 22 an der Bremsscheibe 19 der aktuellen Drehzahl angepasst wird.

Die Erfindung ist nicht auf diese Ausführungsform beschränkt. Bei Offsetdruckmaschinen mit mehreren Druckwerken kann der oben beschriebene Antrieb bei allen Druckwerken realisiert werden, wobei ein Hauptantriebsmotor 7 mit einem Zahnräderzug zusammenwirkt der über mehrere Druckwerke reicht. Der Antrieb eines Druckformzylinders 3 beim Bebildern kann mit einem Elektromotor 25 erfolgen, der direkt an der Achse 16 des Druckformzylinders 3 angreift.

Weiterhin ist es möglich im Bebilderungsbetrieb, eine mechanische Zusatzbremse an der Achse 24 des Motors 25 angreifen zu lassen. In diesem Fall fällt das Bremsmoment an der Achse 24 gering aus, wenn das Getriebe 22, 15 zum jeweiligen Druckformzylinder 3 entsprechend übersetzt ist.

Das Abkuppeln des Druckformzylinders 3 beim Bebildern von dem Antriebsräderzug mit dem Hauptantriebsmotor 7 kann auf verschiedene Weise geschehen: Beispielsweise kann bei Vermeidung der Kupplung K1 das Zahnrad 14 beim Abstellen des Übertragungszylinders 2 vom Druckformzylinder 3 soweit in radialer Richtung verstellt werden, dass es außer Eingriff mit dem Zahnrad 15 kommt.

Ein Druckformzylinder 3 kann weiterhin durch axiales Verschieben des drehfest auf der Achse 16 des Druckformzylinders 3 angeordneten Zahnrades 15 aus der Verzahnung mit Zahnrad 14 aus dem Antriebsstrang mit dem Hauptantriebsmotor 7 getrennt werden. Das Zahnrad 15 wäre dann mit einer Passfeder oder Keilwellenverbindung auf der Achse 16 angeordnet.

Weiterhin kann beim Bebildern der Übertragungszylinder 2 als Zusatzmoment einspeisendes Element wirken, wobei eine Phasenkupplung mit einem Doppelrad auf der Achse des Übertragungszylinders 2 oder des Druckzylinders 1 vorgesehen werden kann.

Bei Offsetdruckmaschinen mit einer Vielzahl von Druckwerken ist es möglich, mittels einer Phasenlagekupplung auf der Achse des Übertragungszylinders 2 bzw. Druckzylinders 3 beim Drucken nicht benötigte Komponenten außer Betrieb zu setzen. Z. B. können nicht benötigte Komponenten, wie Druckformzylinder und Farbwerke, einer Sechsfarbenmaschine bei einem Vierfarbendruckauftrag abgestellt werden.

Wenn zwischen dem Übertragungszylinder 2 und dem Druckzylinder 1 keine direkte Verbindung über zwei Zahnräder 14, 15 besteht, sondern zwei oder mehrere Zwischenräder angeordnet sind, dann kann mit einer Phasenlagekupplung auf einer Achse der Zwischenräder der Druckformzylinder 3 vom Antriebsräderzug mit dem Hauptantriebsmotor 7 abgekuppelt werden. Bei dieser Variante wäre es möglich, die Walzen 4 des Farbwerkes von einem Zwischenrad ausgehend anzutreiben.

1 Druckzylinder 2 Übertragungszylinder 3 Druckformzylinder 4 Farbauftragswalze 5,6 Seitenwand 7 Hauptantriebsmotor 8 Welle 9,10,11 Zahnrad 12, 13 Achse 14,15 Zahnrad 19 Bremsscheibe 20 Richtung 21 Feder 22 Bremsbacke 23 Zahnrad 24 Welle 25 Motor 26 Bebilderungskopf 27 Spindeltrieb 28 Richtung 29 Schrittmotor 30 Laserdiodenzeile 31 Laserstrahl 32 Druckformrohling 33,34 Drehgeber

Anspruch[de]
  1. Antrieb für eine Offsetdruckmaschine,

    bestehend aus einem ersten Antriebsmotor zum Antreiben eines Druckzylinders, eines Übertragungszylinders und eines Formzylinders im Druckbetrieb beim Drucken auf einen Bedruckstoff in einem gemeinsamen Antriebsstrang,

    weiterhin bestehend aus mindestens einem weiteren Antriebsmotor zum Antreiben des Formzylinders im Bebilderungsbetrieb beim Erzeugen von druckfarbeannehmenden Punkten auf einer auf dem Formzylinder befestigten Druckform, wobei eine Kupplung zur Unterbrechung der antriebsmäßigen Verbindung des Formzylinders mit dem Antriebsstrang vorgesehen ist,

    und bestehend aus Getriebeelementen zur Kopplung der Antriebsmotoren mit angetriebenen Elementen der Offsetdruckmaschine,

    dadurch gekennzeichnet,

    daß im Bebilderungsbetrieb dem Formzylinder (3) mindestens ein Zusatzmoment einspeisendes Element (2, 4, 19, 22) zugeordnet ist.
  2. Antrieb nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Element (19, 22) an der Achse (16) des Formzylinders (3) angreift.
  3. Antrieb nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 2 , dadurch gekennzeichnet, daß als Zusatzmoment einspeisendes Element ein Bremselement (19, 22) vorgesehen ist.
  4. Antrieb nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß als Bremselement eine mechanische Reibungsbremse (19, 22), insbesondere ein vorgespanntes Lager eines Getriebeelementes, vorgesehen ist.
  5. Antrieb nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß als Bremselement eine elektromagnetische Bremse, insbesondere ein bremsender Elektromotor oder eine Wirbelstrombremse, vorgesehen ist.
  6. Antrieb nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 2 , dadurch gekennzeichnet, daß als Zusatzmoment einspeisendes Element ein Elektromotor vorgesehen ist.
  7. Antrieb nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 2 , dadurch gekennzeichnet, daß als Zusatzmoment einspeisendes Element eine umlaufende Zusatzmasse (2, 4) vorgesehen ist.
  8. Antrieb nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß als Zusatzmasse die Walzen (4) eines Farbwerkes oder Teile davon vorgesehen sind.
  9. Antrieb nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß bei einem Farbwerk mit Farbübertragungswalzen (4) und Verreiberwalzen, im Bebilderungsbetrieb die Verreiberwalzen stillsetzbar sind.
  10. Antrieb nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß als Zusatzmasse der Übertragungszylinder (2) vorgesehen ist, welcher im Bebilderungsbetrieb antriebsmäßig mit dem Formzylinder (3) gekoppelt ist.
  11. Antrieb nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß als Zusatzmasse eine zusätzliche Ausgleichsmasse vorgesehen ist.
  12. Antrieb nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 2 , dadurch gekennzeichnet, daß als Zusatzmoment einspeisendes Element ein Ausgleichsgetriebe, insbesondere eine Ausgleichskurve mit einer Kurvenrolle, vorgesehen ist.
  13. Antrieb nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 2 , dadurch gekennzeichnet, daß als Zusatzmoment einspeisendes Element eine Schwingungstilgeranordnung vorgesehen ist, die mit der Drehung des Formzylinders (3) gekoppelt ist.
  14. Antrieb nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 2 , dadurch gekennzeichnet, daß ein Zusatzmoment einspeisendes Element (4) über eine Kupplung (K2) dem Formzylinder (3) zugeordnet ist.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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