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Dokumentenidentifikation DE69628955T2 27.05.2004
EP-Veröffentlichungsnummer 0001130188
Titel Verfahren für Ausbauarbeiten
Anmelder LAFARGE PLATRES, Avignon, FR
Erfinder Zuber, Francois, 84270 Vedene France, FR;
Leclercq, Claude, 84800 Pernes-Les-Fontaines, FR;
Bourne-Chastel, Pascal, 84210 SAINT DIDIER, FR
Vertreter Witte, Weller & Partner, 70178 Stuttgart
DE-Aktenzeichen 69628955
Vertragsstaaten BE, DE, ES, FR, GB, IT, NL
Sprache des Dokument FR
EP-Anmeldetag 28.06.1996
EP-Aktenzeichen 011131224
EP-Offenlegungsdatum 05.09.2001
EP date of grant 02.07.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.05.2004
IPC-Hauptklasse E04F 13/02
IPC-Nebenklasse C04B 41/60   B32B 13/08   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft die Konstruktion von Ausbauarbeiten. Spezieller interessiert sich die Erfindung für jedes konstruktionstechnische Verfahren, bei dem einerseits vorgefertigte flächige Elemente, insbesondere Platten, die einen Gipskörper und zumindest ein Blatt Verkleidungspapier aufweisen, deren zumindest eine äußere Schicht eine sichtbare Außenseite aufweist, die für die Dekoration bereit ist, und andererseits zumindest ein Komplementärputz zum Ausfugen bereitgestellt werden, der insbesondere für die Endbearbeitung einer Fuge verwendet wird. Anschließend werden die genannten flächigen Elemente untereinander, insbesondere mit einem Putz, zusammengefügt, und die Fugen werden mit dem Komplementärputz endbearbeitet, derart, dass eine äußere und sichtbare Gesamtoberfläche erhalten wird, die einschließlich im Bereich der Fugen relativ gleichmäßig bzw. eben ist. Ein derartiges Verfahren wird angewandt, wenn mit einem Verkleidungskarton bedeckte Gipsplatten mit einem Putz zum Ausfugen zusammengefügt werden, um innerhalb eines Gebäudes Räume, insbesondere Zwischenwände, zu bilden.

Gemäß dem Dokument EP-A-0 521 804 kann das Verkleidungspapier eine als Oberstrahl bezeichnete Oberschicht aufweisen, die hauptsächlich chemische weiße Cellulosefasern und eine mineralische Füllung von heller Farbe, die vorzugsweise weiß ist, und eine Pigmentschicht aufweist, die die Oberschicht bedeckt, die eine mineralische Füllung von heller Farbe, die vorzugsweise weiß ist, und ein Bindemittel aufweist. Dieses Dokument beschreibt darüber hinaus die Paarung der Farbe der Platte und der Fuge.

US-A-4 287 103 beschreibt ein konstruktionstechnisches Verfahren für Ausbauarbeiten, bei dem ein Füllputz und ein Endbearbeitungsputz verwendet werden, um den von den verdünnten Rändern der Platten gebildeten Hohlraum zu füllen. Die fertige Anordnung ist glatt, flächig und monolithisch. Es gibt keine Angabe über die Farbe der Platten oder der Fuge.

Keine der vorstehend genannten Dokumente geben die genaue Beschaffenheit des Komplementärputzes zum Ausfugen an.

Allgemein erfordert die äußere und sichtbare Gesamtoberfläche, die nach dem zuvor definierten Verfahren erhalten wird, eine Präparation, bevor sie eine Oberflächendekoration erhält, bei der es sich um eine oder mehrere Schichten eines Filmbelages von der Art einer Farbe oder eines Lackes oder um eine Papiertapetendicke handelt.

Diese Präparation besteht nach Fertigstellung der Ausbauarbeiten darin, die erhaltene Gesamtoberfläche, d.h. die Verkleidung der vorgefertigten flächigen Elemente zuzüglich der Fugen mit einer oder mehreren Schichten eines Anstriches oder einer Grundierschicht oder einem Grundieranstrich zu bedecken.

Der Präparationsvorgang stellt in einem vollständigen Konstruktionsablauf beispielsweise eines Gebäudes nicht vernachlässigbare zusätzliche Kosten dar. Darüber hinaus ist er in bestimmten Fällen in Anbetracht insbesondere der physikalischmechanischen Unterschiede, die zwischen den Fugen einerseits und den vorgefertigten flächigen Elemente andererseits bestehen, nicht ausreichend, um eine dekorierte Gesamtoberfläche von gleichmäßigem Aussehen zu erhalten.

Die vorliegende Erfindung hat zum Ziel, den zuvor genannten Nachteilen abzuhelfen. Genauer hat die Erfindung ein konstruktionstechnisches Verfahren zum Ziel, das mit dem aufrechterhaltenen herkömmlichen Ansatz bricht, um das zuvor hervorgehobene Problem zu lösen, d. h. das das Erfordernis einer Präparation der Gesamtoberfläche vor jeglicher Dekoration beseitigt. Gleichwohl hat die Erfindung ein Verfahren zum Ziel, das mit den professionellen Konstruktionspraktiken, insbesondere denjenigen für Ausbauarbeiten, kompatibel bleibt.

Die Erfindung stellt demgemäß das Verfahren gemäß dem Anspruch 1 bereit.

Die Feinheit der Korngröße der mineralischen Füllung des Komplementärputzes ermöglicht es, eine glatte Oberfläche entsprechend derjenigen der Verkleidung der Platte zu erhalten. Eine zu große Korngröße der Füllung ruft Mängel der Gesamtoberfläche hervor, wie eine Streuung von Lichtstrahlen auf der Oberfläche des Putzes, die von derjenigen auf der Oberfläche der Platte verschieden ist, was Unterschiede im Ton und Glanz des Farbtones mit sich bringt. Eine zu beträchtliche Korngröße bringt außerdem Unterschiede physikalischer Hinsicht mit sich, die mit Unterschieden der Rauheit zwischen der Platte und dem Putz zusammenhängen.

Die Kombination der Paarung der Farbe der Platte und der Fuge mit der Korngröße der mineralischen Füllung des Putzes ermöglicht es, sich von der vorherigen Präparation der Oberfläche zu befreien.

Ausgestaltungesvarianten ergeben sich aus den Ansprüchen 2 bis 12.

Die vorliegende Erfindung bringt die folgenden entscheidenden Vorteile mit sich, die eine Folge der Oberflächenhomogenität der erfindungsgemäß erhaltenen Gesamtoberfläche sind, nicht nur hinsichtlich Farbe oder Farbton, sondern auch hinsichtlich gewisser physikalischer bzw. physikalisch-chemischer Eigenschaften.

In einer bevorzugten Ausgestaltungsvariante der Erfindung wird ein Füllputz bereitgestellt, der dazu bestimmt ist, den Kern der Fugen zwischen den verschiedenen flächigen Elementen zu bilden, und der Komplementärputz ist ein Endbearbeitungsputz, der auf den Füllputz aufbringbar ist.

Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung wird die Zusammensetzung des Komplementärputzes für eine vorbestehende Struktur und/oder Zusammensetzung des Blattes Verkleidungspapiers angepasst.

Gemäß einer anderen Ausgestaltungsvariante der Erfindung und umgekehrt zu der vorstehenden wird die Zusammensetzung des Blattes Verkleidungspapiers für eine vorbestehende Zusammensetzung des Komplementärputzes angepasst.

Darüber hinaus ist das Verfahren bevorzugter dadurch gekennzeichnet, dass außer der Farbe oder des Farbtons zumindest eine der folgenden physikalischen Eigenschaften zwischen den flächigen Elementen und dem Komplementärputz homogen gemacht oder aneinander angeglichen wird, nämlich:

  • – der Oberflächeneffekt, darunter das Reflexionsvermögen;
  • – die Entfärbung oder Färbung unter der Wirkung natürlichen Lichtes.

Vorteilhafterweise sind die verschiedenen physikalischen Eigenschaften wie folgt definiert:

  • – der Reflexionsfaktor der Gesamtoberfläche, darunter derjenige der sichtbaren Außenseite der Fugen, liegt im Bereich von 70% bis 80%, und vorzugsweise von 72% bis 76% bei einer Wellenlänge von 457 nm;
  • – die Entfärbung oder Färbung der Gesamtoberfläche, darunter diejenige der sichtbaren Außenseite der Fugen, weist einen Farbabstand (delta E*) von höchstens gleich 3 nach Bestrahlung durch eine W-Strahlungsquelle mit einer Wellenlänge von zumindest gleich 290 nm während 72 Stunden, die 15 cm von der Oberfläche angeordnet ist, auf.

In der Praxis und im Rahmen von Routineversuchen weiß der sachkundige Fachmann die Struktur und/oder die Zusammensetzung eines Blattes Verkleidungspapiers und/oder die Zusammensetzung eines Putzes derart anzupassen, dass den zuvor definierten technischen Prinzipien Genüge getan ist, so dass die hiernach beschriebenen Beispiele in keiner Weise beschränkend sind.

Die vorliegende Erfindung wird nun mit Bezug auf Gipsplatten als Beispiel für vorgefertigte flächige Elemente beschrieben. Diese Platten sind typischerweise aus einem zwischen zwei Blättern Papier fabrikmäßig gegossenem Gipskörper zusammengesetzt, die zugleich seine Verkleidung und seine Armierung bilden.

Gewöhnlicherweise ist das eine der zur Herstellung der Gipsplatten verwendeten Blätter Papier von dunkler Farbe, die zwischen einer grauen Farbe und einer braunen Farbe variieren kann, da es aus Cellulosefasern zusammengesetzt ist, die keiner besonderen Reinigungsbehandlung unterzogen wurden. Klassischerweise wird dieses Graupapier genannte Papier ausgehend aus einem nicht gebleichten chemischen Brei und/oder einem mechanischen Brei und/oder einem thermomechanischen Brei und/oder einem halbchemischen Brei gewonnen. Unter mechanischem Brei wird gewöhnlicher Weise ein Brei verstanden, der vollständig durch mechanische Mittel aus diversen Rohstoffen, im wesentlichen Holz, gewonnen wird, die aus Wiederverwertungserzeugnissen, die aus Holz hervorgegangen sind, beigebracht werden können, wie alte Kartons, Kraftpapierschnitzel und/oder alte Zeitungen. Unter thermomechanischem Brei wird ein Brei verstanden, der durch eine thermische Behandlung gefolgt von einer mechanischen Behandlung des Rohstoffes gewonnen wird. Unter halbchemischem Brei wird ein Brei verstanden, der gewonnen wird, indem aus dem Rohstoff ein Teil seiner nichtcellulosen Bestandteile mittels einer chemischen Behandlung eliminiert wird, und der eine spätere mechanische Behandlung erfordert, um die Fasern zu dispergieren.

Das andere Blatt weist eine sichtbare Verkleidungsseite genannte Seite von allgemein hellerer Farbe als das graue Blatt auf. Um diese hellere Farbe zu erhalten, basiert die eine oder basieren die Schichten dieser Seite auf einem ggf. gebleichten chemischen Brei, der aus recycleten und/oder neuen Cellulosefasern zusammengesetzt ist, und/oder auf einem ggf. gebleichten mechanischen Brei. Unter chemischem Brei wird ein Brei verstanden, der dadurch gewonnen wird, dass aus dem Rohstoff durch eine chemische Behandlung, beispielsweise durch Kochen in Anwesenheit von geeigneten chemischen Substanzen wie Soda oder Bisulfiten, ein sehr großer Anteil seiner nichtcellulosen Bestandteile eliminiert wird. Wenn die chemische Behandlung durch ein Bleichen vervollständigt wird, wird ein sehr großer Teil farbiger Substanzen eliminiert, ebenso wie die Substanzen, die die Gefahr mitbringen, bei der Alterung zu degradieren und unerwünschte gelbe Farbtöne hervorzurufen, die mit der Anwesenheit von beispielsweise Lignin verbunden sind.

In einem bevorzugten Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens und gemäß dem Dokument EP-A-0 521 804, dessen Inhalt bedarfsweise in die vorliegende Erfindung einbezogen wird, weist das Verkleidungspapier eine als Oberstrahl bezeichnete Oberschicht auf, die hauptsächlich chemische weiße Cellulosefasern, eine mineralische Füllung von heller Farbe, die vorzugsweise weiß ist, sowie eine Pigmentschicht auf, die die Oberschicht bedeckt, die ebenfalls eine mineralische Füllung von heller Farbe, die vorzugsweise weiß ist, und ein Bindemittel aufweist. In Entsprechung weist erfindungsgemäß der Komplementärputz eine mineralische Füllung von heller Farbe auf, die vorzugsweise weiß ist, deren Korngröße im Bereich von 5 bis 35 &mgr;m liegt.

Die mineralische Füllung macht vorzugsweise 50% bis 85% des Gesamtgewichts des Komplementärputzes aus.

Darüber hinaus kann der Putz ein hydrophobes Mittel, beispielsweise von 0,2% bis 5% und vorzugsweise von 0,5% bis 3% des Gesamtgewichts des Putzes aufweisen, beispielsweise ein Silikonderivat. Dieses Mittel ermöglicht vor allem eine Verlangsamung der Kinetik des Trocknens des Putzes, was seine Nicht-Rissbildung begünstigt, aber auch seine bessere Beständigkeit gegen die Aggression von Wasserdampf während Ablösevorgängen einer Papiertapete, und dies ohne dem guten Anhaften eines Anstriches oder Papierleims auf der Gesamtoberfläche, darunter die sichtbare Oberfläche der Fugen, zu schaden. In der Tat ermöglicht es dieses hydrophobe Mittel, die Absorptionsfähigkeit der Oberflächen des Putzes und des Verkleidungspapieres der Platte zu nivellieren. Somit erfahren alle auf die erhaltene Gesamtoberfläche aufgebrachten Anstriche oder Papierleime wenig Unterschied in der Absorptionskinetik zwischen dem Putz und der Platte, was es ermöglicht, das Auftreten von Spektren oder Mängeln der Homogenität des Farbtons zu vermeiden.

Der Putz weist außerdem ein in wässriger Phase dispergierbares organisches Bindemittel in einem Anteil von 1 bis 20%, vorzugsweise von 2 bis 12% des Gesamtgewichts des Komplementärputzes auf, beispielsweise Polyvinylacetate und/oder Acrylsäureester. Die Wahl dieses Bindemittels ist bedeutsam, da es dem Putz eine ausreichende Elastizität verleihen soll, um gegen mechanische Spannungen beständig zu sein, und es soll zugleich ein Klebvermögen, um ein gutes Anhaften auf der Gesamtoberfläche zu erhalten, und eine gute Beständigkeit gegen W-Lichteinwirkungen aufweisen.

Außerdem wird in der Zusammensetzung des Putzes ein Hantierbarkeitsmittel, insbesondere ein dickendes Wasserrückhaltemittel vorgesehen, beispielsweise Methylhydroxyethylcellulose in einem Anteil von 1 bis 15%, vorzugsweise von 2 bis 12% des Gesamtgewichts des Komplementärputzes.

Schließlich kann in die Zusammensetzung des Putzes zumindest ein Glättmittel eingehen, insbesondere ein Ton, in einem Anteil von 0,1 bis 2%, vorzugsweise von 0,1 bis 0,6% des Gesamtgewichts des Komplementärputzes. Diese Tone sind vorzugsweise Silikatderivate, und noch bevorzugter Tone vom Typ Attapulgit.

Weitere Bestandteile wie Biozide, Dispergierungsmittel, Schaumverhütungsmittel und Pigmente können ebenfalls in die Zusammensetzung des Putzes auf gewöhnliche Weise inkorporiert werden.

Die Erfindung wird besser anhand des folgenden detaillierten Beispiels verstanden, das der Veranschaulichung dient und nicht beschränkend ist.

Es wird von Gipsplatten ausgegangen, die dem Beispiel 5 des Dokuments EP-A-0 521 804 ähnlich sind, die mit einem klassischen Füllputz, beispielsweise einem Fugenputz, der unter der hinterlegten Marke "PREGYLIS"® der Firma PLATRES LAFARGE vertrieben wird, zusammengefügt werden. Der Oberstrahl der Verkleidung der Platte wird aus 65% gebleichten chemischen Cellulosefasern und 35% Kalk erhalten und ist mit einer Pigmentschicht bedeckt, die als mineralische Füllung 85 Gew.-% CaSO4, 2H2O in Form von Nadeln mit einer Länge von 3 bis 5 &mgr;m und als Bindemittel 10,3 Gew.-% Butadien-Styrol-Copolymer aufweist. Die Füllfuge erhält anschließend eine dünne Schicht eines erfindungsgemäßen Komplementärputzes zur Verfugung mit der folgenden Zusammensetzung:

  • – 50 bis 85 Gew.-% Kalziumkarbonat, mit einer Korngröße von 5 bis 35 &mgr;m als mineralische Füllung;
  • – 2 bis 12 Gew.-% eines Bindemittels, das Polyvinylacetate und Acrylsäureester in wässriger Dispersion aufweist;
  • – 0,5 bis 3 Gew.-% eines Silikonderivats als hydrophobes Mittel;
  • – 0,1 bis 0,9% eines Cellulosederivats vom Typ Methylhydroxyethylcellulose;
  • – 0,1 bis 0,6% eines Glättmittels vom Typ Attapulgit;
  • – 1 bis 12% eines weiteren Silikatderivats als komplementäres Glättmittel;
  • – 0,1 bis 5% eines Ammoniumsalzes von Polycarboxylsäure als Dispergierungsmittel;
  • – 0,001 bis 0,015 Eisenoxid als Pigment;
  • – 0,1 bis 0,3% einer Zubereitung von N-Formolen und Isothiazolinonen als Biozid;
  • – 0,1 bis 0,3% eines klassischen Schaumverhütungsmittels;
  • – Wasser qsp 100.

Die angegebenen Gewichtsprozente beziehen sich, ohne gegenteilige Angabe, auf das Gesamtgewicht des Putzes.

Für Vergleichszwecke werden Standardplatten ausschließlich nach der französischen Norm NF P 72-302, die keinen wie oben definierten Oberstrahl und keine Pigmentschicht aufweisen, mit einem Fugenputz für Gipsplatten aus dem Sortiment der Putze "PREGYLIS"®, der von der Firma PLATRES LAFARGE vertrieben wird, zusammengefügt.

Die Eigenschaften der beiden so gebildeten Gesamtoberflächen werden durch Anwendung folgender Testverfahren verglichen:

  • (A) Weißgrad oder Reflexionsfaktor R, erhalten nach der Norm NFQ 03038 bei einer Wellenlänge von 457 nm. Dieser Grad repräsentiert das Verhältnis (in Prozenten) zwischen der reflektierten Strahlung des betrachteten Körpers und derjenigen eines perfekten Diffusors unter gleichen Bedingungen.
  • (B) Beständigkeit gegen W-Strahlung, erhalten durch Bestrahlen der Gesamtoberflächen in einem Behälter, der acht Quecksilberhochdrucklampen von jeweils 400 Watt aufweist, mit einer Wellenlänge nicht unterhalb von 290 nm. Die Oberflächen werden in einem Abstand von 15 cm von den Lampen und auf einer Temperatur von 60°C während 72 Stunden gehalten. Die Farbabstände delta E* werden in einem Spektralkolorimeter nach dem Standard DIN 6174 gemessen, unter einem Winkel von 8°, unter Beleuchtung D65 im Spiegelschein enthalten in dem System L*, a*, b*, in dem L* die Leuchtdichte ist, a* den Übergang von grün nach rot und b* den Übergang von blau nach gelb repräsentiert. Ein Punkt E* in diesem System, der eine Funktion von L*, a*, b* ist, definiert die Kolorimetrie eines Eichmaßes und der Abstand wird bezüglich eines Bezugspunktes gemessen. Allgemein wird ein Farbabstand von über 2 für das bloße Auge wahrnehmbar.

Die Ergebnisse des Versuchs (A) sind in der nachfolgenden Tabelle I und diejenigen des Versuchs (B) in der nachfolgenden Tabelle II angegeben.

Tabelle I

Dies zeigt, dass die Gesamtoberfläche gemäß der vorliegenden Erfindung eindeutig homogener ist als diejenige einer Anordnung nach der gewöhnlichen Technik.

Tabelle II

Diese Tabelle zeigt, dass der Farbabstand vor der Bestrahlung mit UV für eine erfindungsgemäße Gesamtoberfläche viel geringer ist als für eine Gesamtoberfläche, wie sie herkömmlicherweise erhalten wird.

Diese Tabelle zeigt außerdem, dass die Entwicklung des Farbabstandes nach der Bestrahlung mit W bei der erfindungsgemäßen Gesamtoberfläche viel weniger beträchtlich ist als herkömmlicherweise. In der Tat, der Farbabstand muss vor der Bestrahlung und nach der Bestrahlung soweit wie möglich reduziert sein, damit die Gesamtoberfläche dem bloßen Auge nicht den Eindruck vermittelt, fleckig zu sein, oder den Anschein von Bereichen unterschiedlicher Farbtöne und Glanz vermittelt.

Dies ist nicht bei einer mit herkömmlichen Gipsplatten und Erzeugnissen erhaltenen Gesamtoberfläche möglich, sondern der sehr geringe Abstand der Gesamtoberfläche gemäß der Erfindung ermöglicht es, diesen Nachteil zu vermeiden.


Anspruch[de]
  1. Konstruktionstechnisches Verfahren für Ausbauarbeiten, bei dem:

    – zum einen flächige vorgefertigte Elemente, insbesondere Platten, die einen Gipskörper und zumindest ein Blatt Verkleidungspapier aufweisen, deren zumindest eine äußere Schicht eine sichtbare Außenseite aufweist, die für die Dekoration bereit ist, und zum anderen zumindest ein Komplementärputz zum Ausfugen bereitgestellt werden, der insbesondere zur Endbearbeitung einer Fuge verwendet werden kann,

    – die flächigen Elemente untereinander, insbesondere mit einem Putz, zusammengefügt werden, und die Fugen mit dem Komplementärputz endbearbeitet werden, derart, dass eine äußere und sichtbare Gesamtoberfläche erhalten wird, die einschließlich im Bereich der Fugen relativ gleichmäßig bzw. eben ist;

    und bei dem zum einen die Struktur und/oder die Zusammensetzung des Verkleidungspapiers und zum anderen die Zusammensetzung des Komplementärputzes aneinander angepasst sind, um im trockenen Zustand des Komplementärputzes eine Gesamtoberfläche zu erhalten, die eine oder mehrere physikalische Eigenschaften aufweist, darunter Farbe oder Farbton, die in praktisch der vollständigen Gesamtoberfläche einschließlich im Bereich der sichtbaren Außenseite der Fugen etwa homogen sind, dadurch gekennzeichnet, dass der Komplementärputz zum Ausfugen in Bezug auf das Gesamtgewicht des Putzes aufweist:

    – 50 bis 85% einer mineralischen Füllung von heller, vorzugsweise weißer Farbe, deren Korngröße im Bereich von 5 bis 35 &mgr;m liegt;

    – ein organisches in wässriger Phase dispergierbares Bindemittel in einem Anteil von 1 bis 20%;

    – ein Hantierbarkeitsmittel;

    – gegebenenfalls ein Glättmittel;

    – gegebenenfalls weitere Bestandteile, die ausgewählt sind aus Bioziden, Schaumverhütungsmitteln und Pigmenten; und

    – Wasser qsp 100%.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Komplementärputz zum Ausfugen aufweist: – ein Hantierbarkeitsmittel, das ein Rückhaltemittel zum Zurückhalten von Wasser und ein Verdickungsmittel in einer Menge von 1% bis 15% ist.
  3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein Füllputz bereitgestellt wird, der dazu bestimmt ist, den Kern der Fugen zwischen den verschiedenen flächigen Elementen zu bilden, und der Komplementärputz ein Endbearbeitungsputz ist, der auf den Füllputz aufbringbar ist.
  4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass für eine bereits vorhandene Struktur und/oder Zusammensetzung des Blattes Verkleidungspapiers die Zusammensetzung des Komplementärputzes eingestellt wird.
  5. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass für eine bereits vorhandene Zusammensetzung eines Komplementärputzes die Zusammensetzung des Blattes Verkleidungspapiers eingestellt wird.
  6. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass außer der Farbe oder dem Farbton die folgenden physikalische Eigenschaft unter den vorgefertigten Flächenelementen und dem Komplementärputz homogen gemacht wird, nämlichs – ein Oberflächeneffekt, darunter das Reflexionsvermögen.
  7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Reflexionsfaktor der Gesamtoberfläche, darunter derjenige der sichtbaren Außenseite der Fugen, im Bereich von 70% bis 80% und vorzugsweise von 72% bis 76% bei einer Wellenlänge von 457 nm liegt.
  8. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Komplementärputz ein in wässriger Phase dispergierbares organisches Bindemittel in einem Anteil von 2 bis 12% des Komplementärputzes aufweist.
  9. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Komplementärputz als Rückhaltemittel zum Zurückhalten von Wasser und als Verdickungsmittel Methylhydroxyethyl-Zellulose aufweist.
  10. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Komplementärputz zumindest ein Glättmittel, insbesondere einen Ton, in einem Anteil von 0,1 bis 2% und vorzugsweise von 0,1 bis 0,6% des Gesamtgewichts des Komplementärputzes aufweist.
  11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Gesamtoberfläche ohne Präparation derselben wie mit einer Beschichtung mit zumindest einer zusätzlichen Grundierschicht, dekoriert werden kann.
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