Die vorliegende Erfindung betrifft Granatwerfer und insbesondere deren
Ladevorgang.
Zum Laden von Granatwerfern mit Ladung über die Mündung ist es bekannt,
über fest mit dem Rohr des Granatwerfers verbundene Überführungsmittel zu verfügen,
die dann, wenn eine Munition an einer dazu bestimmten Stelle eingesetzt wird, diese
zum oberen Teil des Rohrs überführen, um sie dann nach Positionieren in Verlängerung
des Rohrs in die Rohrmündung einzuführen.
In der US-A-5 050 479 ist ein Lademittel für einen Granatwerfer mit
Ladung über die Mündung beschrieben.
Bei dieser Vorgehensweise wird das Laden sowohl hinsichtlich Einfachheit
als auch hinsichtlich Schnelligkeit der Vorgänge gegenüber dem gewöhnlichen manuellen
Laden verbessert. Sie ist dennoch aufwendig und verlangsamt die Schussfolge.
In der FR-A-2 647 888 ist ferner eine vollautomatische Schießeinheit
mit Granatwerfer beschrieben.
Die vorliegende Erfindung zielt darauf ab, den mit dem Einsetzen der
Munition einhergehenden Nachteil zu vermeiden bzw. zumindest zu vermindern.
Dies wird dadurch erreicht, dass der Granatwerfer neben den vorangehend
erwähnten Überführungsmitteln mit einem Munitionsmagazin versehen ist, das direkt
am Granatwerfer montiert ist und Munitionen einzeln zu den Überführungsmitteln bringen
kann.
Erfindungsgemäß wird dazu ein System vorgeschlagen, wie insbesondere
im Anspruch 1 der vorliegenden Druckschrift beschrieben ist.
Die vorliegende Erfindung wird aus der nachfolgenden Beschreibung
und den diesbezüglichen Figuren besser verständlich, aus der sich weitere Merkmale
ergeben. Es zeigt:
1 einen vorbekannten Granatwerfer,
2 ein Schema, das die aufeinanderfolgenden
Schritte beim Ladeprozess mit einem Granatwerfer zeigt, wie er in 1
dargestellt ist,
3 eine schematische Teilansicht zum
Granatwerfer aus 1,
4 und 6
erfindungsgemäße Granatwerfer,
5, 8,
9 schematische Teilansichten zum Granatwerfer
aus 4,
7 eine schematische Teilansicht zum
Granatwerfer aus 6, und
10 und 11
schematische Teilansichten zu den Granatwerfern aus 4
und 6.
1 zeigt einen vorbekannten Granatwerfer
mit Drehsockel S, neigbarem Rohr T und verschiedenen Zubehörteilen, darunter Munitionsüberfiihrurigsmittel
mit einer Rinne G', die auf Schienen R1, R2 verstellbar ist, und eine Vorrichtung
D, die eine Doppelscherenanlenkung und Klemmen enthält und an zwei Gleitführungen
montiert ist, von denen nur die eine H2 in der Figur erkennbar ist. In
1 ist die Rinne G' in der oberen Stellung dargestellt.
2 ist eine schematische Ansicht, die
den Granatwerfer aus 1 ohne dessen Blechverkleidung
zeigt. Bei dieser Figur ist eine Munition M vier Mal gezeigt, nämlich
- – ein erstes Mal in einer Stellung Ma, welche die Munition zu dem Zeitpunkt
einnimmt, wo sie in der Rinne G' abgelegt ist, wobei letztere in Schnittansicht
gezeigt ist,
- – ein zweites Mal in einer Stellung Mb, in welcher die Rinne durch eine
parallel zum Rohr des Granatwerfers verlaufende Verschiebebewegung in die obere
Stellung gelangt ist und die Vorrichtung D mit Doppelschere und Klemmen in die untere
Stellung gelangt ist, und in welcher die Munition zwischen den Klemmen der Vorrichtung
eingespannt ist,
- – ein drittes Mal in einer Stellung Mc, in welcher die Vorrichtung D sich
in der oberen Stellung befindet, jedoch die Doppelschere nicht betätigt wurde,
- – ein viertes Mal in einer Stellung Md, in welcher die Doppelschere betätigt
und die Munition verlagert wurde, um sie in Verlängerung des Rohrs T in geringem
Abstand von der Mündung des Granatwerfers zu bringen.
Der Ladeprozesses erfolgt, indem die Munition nacheinander die Stellungen
Ma, Mb, Mc, Md durchläuft, wonach die Vorrichtung D an ihrer Gleitführung zurückgesetzt
wird, ohne dass dabei die Stellung der Doppelschere verändert wird. Damit dringt
die Munition in die Mündung des Granatwerfers ein und wenn sie ausreichend weit
eingedrückt ist, öffnen sich die Klemmen und die Munition gleitet von selbst zum
Boden des Rohrs T.
Anzumerken ist, dass solange die Munition M in der Rinne G' aufliegt,
sie seitlich von den Rändern der Rinne G' gehalten und daran gehindert wird, nach
hinten über einen Anschlag Gb zu gleiten, an dem sich ein vorspringend geriefter
Kranz Mo abstützt, der für die verwendete Munition geeignet ist. Diese verschiedenen
Teile sind in der schematischen Schnittansicht aus 3
erkennbar. In dieser Ansicht ist auch ein Kraftzylinder P dargestellt, welcher die
Rinne G' bei der Verschiebebewegung mitnimmt, die parallel zum weiter oben erläuterten
Geschütz erfolgt.
Es ist anzumerken, dass die beschriebene Munition eine geriefte Munition
für ein gerieftes Rohr ist und aufgrund dessen präzise positioniert werden muss.
Aus diesem Grund enthält die Rinne G an der für den Vorsprung Mo vorgesehenen Stelle
einen Metallfinger, der zwischen zwei Riefen des Vorsprungs zu liegen kommt, wenn
eine Munition in die Rinne eingelegt wird.
4 zeigt einen erfindungsgemäßen Granatwerfer.
Es handelt sich um einen Granatwerfer vom Typ, wie er in
1 gezeigt ist, jedoch in seinem unteren Teil mit einem
Magazin für sechs Munitionen ausgestattet ist, wobei das Magazin aus einer Trommel
B besteht. Diese Trommel unterscheidet sich durch ihre Form, Funktionsweise und
Funktion von einer Revolvertrommel. Hinsichtlich ihrer Form unterscheidet sie sich
dadurch, dass sie seitlich nicht vollständig die Munitionen umgibt, sondern an ihrem
Umfang hervortreten lässt. Diese Trommel weist dazu sechs offene Aufnahmen auf,
wie aus der schematischen Schnittansicht aus 5 hervorgeht.
Hinsichtlich ihrer Funktionsweise unterscheidet sie sich dadurch, dass sie sich
zwar um eine Achse Be dreht, diese Achse jedoch von einem Achsmotor Bm angetrieben
wird, mit dem sie über einen Kettentrieb Bt gekoppelt ist, wobei der Motor und die
Kette in 5 gezeigt sind. Hinsichtlich ihrer Funktion
unterscheidet sie sich dadurch, dass sie dazu bestimmt ist, ihre Munitionen einzeln
an einer Stelle des Granatwerfers abzulegen, die der Stellung Ma in 2
entspricht, wonach die so abgelegte Munition sich aus der Stellung Ma und damit
von der Trommel mit einer aufwärts gerichteten Bewegung entfernt, gefolgt von einer
Einführung in die Mündung des Granatwerfers, wie anhand von 2
beschrieben ist. Die Trommel umgibt damit nicht die Munition, wenn diese gezündet
wird.
Zu beachten ist bei 4, dass die in die
Trommel eingebrachten Munitionen nur über etwa ein Drittel ihrer Länge über mehr
als 180° umgeben und damit seitlich gehalten werden, und zwar aufgrund der Vorsprünge
wie etwa Ba, Bb, die durch eine Querrille Br getrennt sind, deren Aufgabe später
erläutert wird. Ferner ist anzumerken, dass der Schnitt aus 5
im Bereich dieser Vorsprünge liegt.
6 zeigt einen weiteren erfindungsgemäßen
Granatwerfer. Es handelt sich auch hier um einen Granatwerfer vom Typ wie in
1 gezeigt ist, der jedoch in seinem oberen Teil mit
einem Magazin für zehn Munitionen ausgestattet ist, wobei dieses Magazin aus einer
Ladevorrichtung C besteht. Diese Ladevorrichtung ist schematisch in Querschnittsansicht
in 7 gezeigt. Sie unterscheidet sich durch Rinnen Cg1...Cg10
von einer Gewehr- bzw. Pistolenladevorrichtung, welche die Munition in der gleichen
Art und Weise umhüllen, wie die Aufnahmen der Trommel aus 4
und 5. Sie unterscheidet sich auch durch
einen Antrieb der Rinnen ausgehend von einem Achsmotor Cm, der über einen ersten
Kettentrieb Ct1 eine Achse Ca in Drehung versetzt. Die mechanische Achse Ca ist
fest mit einem ersten Rad Cr1 verbunden, dessen Achse parallel zu der eines zweiten
Rads Cr2 verläuft, und ein zweiter Kettentrieb Ct2, der zwischen den beiden Räder
gespannt ist, treibt die Rinnen Cg1...Cg10 an.
8 und 9
sind schematische Schnittansichten, die zeigen, wie im Granatwerfer aus
4 die Überführung einer Munition M von der Trommel
B zur Rinne G erfolgt. Hinsichtlich ihrer Stellung im Granatwerfer und hinsichtlich
ihrer Funktion zum Überführen einer Munition parallel zum Rohr des Granatwerfers
entspricht diese Rinne G genau der Rinne G' des Granatwerfers aus 1.
Während jedoch die Rinne G' einstückig ausgeführt ist, ist die Rinne G gelenkig
ausgeführt. Sie besitzt einen Teil Gf der fest mit Schienen R1, R2 verbunden ist,
welche den Schienen R1, R2 aus 1 entsprechen, und einen
Teil Gm, der mit dem Teil Gf gekoppelt ist, um eine bistabile Anlenkung zu bilden,
die damit zwei stabile Gleichgewichtsstellungen einnehmen kann. Der Teil Gf entspricht
einer Rinne, bei welcher der eine Seitenrand weggelassen ist, um das Eintreffen
der Munition in die Rinne zu gestatten, wie aus 8 hervorgeht.
Der Teil Gm ist dazu vorgesehen, einen nicht vorhandenen Seitenrand zu kompensieren,
indem er die Funktion eines Riegels hat, der in Verbindung mit der restlichen Rille
seitliche Verlagerungen der Munition verhindert. Die bistabile Anlenkung enthält
in gewöhnlicher Weise eine Feder Gr, die zwischen zwei Punkten gespannt ist, von
denen der eine am linken Ende der Feder fest mit dem festen Teil Gf und der andere
fest mit dem beweglichen Teil verbunden ist. Eine parallel zu den Schienen R1, R2
verlaufende Schwenkachse ergänzt diese bistabile Anlenkung. Sie ermöglicht es dem
Teil Gm, um ein Teil Gf herum zu schwenken und befindet sich an der Fläche, die
beim Übergang der Anlenkung von der einen stabilen Stellung in die andere von der
Feder Gr überstrichen wird.
Die beiden bistabilen Stellungen der Anlenkung sind in 8
bzw. in 9 dargestellt, nämlich die Wartestellung für
das Eintreffen der Munition M in 8 und die Verriegelungsstellung
nach Verschwenken aufgrund des Eintreffens der Munition M am Teil Gm der Rinne in
9.
Im Vergleich zu 3 zeigt 10
Abwandlungen bezüglich der Mittel zum Überführen von Munitionen, um sie auf einen
Betrieb mit Trommel bzw. Ladevorrichtung abzustimmen.
In 10 ist die Munition M in einer Stellung
gezeigt, die eine Zwischenstellung zwischen den Stellungen Ma und Mb aus
2 darstellt und dem Zeitpunkt entspricht, an dem die
Doppelscherenvorrichtung D die Munition an der Rinne ergreift. Die Munition M wird
noch seitlich in der Rinne G gehalten, wobei der Riegel Gf sich in der Stellung
gemäß 9 befindet. Es ist nun anzumerken, dass bei ihrer
Verschiebebewegung nach oben zum Erreichen ihrer in 10
gezeigten Stellung die Einheit aus Rinne und Munition über eine Klinke L gelangt,
die am Rohr befestigt ist. Diese Klinke enthält einen Teil Lm, der um eine horizontale
Achse verschwenkbar ist, die senkrecht zur Verschieberichtung der Munition verläuft,
einen Anschlag Lb, der sich knapp vor dem Schwenkteil befindet, und eine Feder Lr,
die mit einem Ende am Rohr und mit dem anderen Ende am Schwenkteil verhakt ist.
Die drei Teile Lm, Lb, Lr der Klinke L sind vorgesehen, damit das Teil Lm, an das
der untere Bereich des Riegels Gm bei der Verschiebung der Munition M nach oben
anschlägt, zurückweicht und anschließend wieder zum Anschlag Lb
gelangt. Wenn jedoch die Rinne G nach hinten tritt, um eine weitere Munition zu
holen, kann das Teil Lm nicht zurückweichen, da es durch den Anschlag Lb gesichert
ist. An der Stelle, wo der Riegel Gm bei der Abwärtsbewegung auf diesen Anschlag
trifft, weist das Teil Lm einen geneigten Bereich auf, der den Riegel dazu zwingt,
wieder nach oben zu treten und in die Wartestellung zu gelangen, wie mit ausgezogener
Linie in 11 veranschaulicht ist.
Obgleich sich der Riegel Gm in Wartestellung befindet, kann er sich
bei der Abwärtsbewegung in die Trommel einfügen, bis er im Bereich der anhand von
4 beschriebenen Rille Br liegt. Er nützt
dazu den von der Munition in der Trommel freigegebenen Raum, die zuvor zum oberen
Bereich des Granatwerfers verschoben wurde.
Sobald der in Wartestellung befindliche Riegel in den Bereich der
Rille Br gelangt, wie anhand von 4 beschrieben wurde,
kann sich die Trommel drehen, um eine neue Munition auf die Rinne G zu bringen.
Die weiteren Vorgänge sind in 11, dann in
8 und schließlich in 9
veranschaulicht. Diesbezüglich ist anzumerken, dass beim beschriebenen Beispiel
die Drehung der Trommel von unten gesehen in Gegenuhrzeigerrichtung erfolgt.
Bezüglich 8, 9
und 11 ist zu erwähnen, dass diejenige Situation
dargestellt ist, welche ein Betrachter der Trommel und der Rinne sähe, wenn der
Teil der Trommel unter der Rille Br abgenommen wäre und der Riegel Gm sich im Bereich
der Rille befände. Ferner ist anzumerken, dass in 11
die Klinke L und der Teil des Riegels Gm, der auf die Klinke schlägt, in der Stellung
gestrichelt dargestellt sind, in welcher er auf die Klinke aufschlägt, d. h. in
Verriegelungsstellung.
Was das Laden der Trommel betrifft, erfolgt es mit der Doppelscherenvorrichtung
D in einer Stellung benachbart zur der Munition Mb in 2
entsprechenden Stellung, jedoch selbstverständlich ohne Munition in der Vorrichtung
und mit an das Rohr angelegter Vorrichtung. Diese Stellung der Vorrichtung D hat
den Vorteil, dass zur Trommel freier Zugang gelassen wird. Die Trommel kann damit
von oben geladen werden, indem sämtliche Aufnahmen befüllt werden, mit Ausnahme
von derjenigen, in der sich der Riegel befindet, wobei sich letzterer in Wartestellung
befindet, wie in 11 gezeigt ist. Um das Laden zu vollenden,
genügt es, die Trommel um eine sechstel Umdrehung zu drehen. Der Riegel kommt dabei
mit der einen Munition in Kontakt, wie in 9 gezeigt
ist, und bietet die Möglichkeit, eine sechste Munition in die Aufnahme einzuführen,
die er vor Drehen der Trommel eingenommen hat.
Was die Ladevorrichtung C aus 6 und
7 betrifft, erfolgt deren Laden ebenso wie
bei der Trommel, nämlich von oben mit in Verlängerung des Rohrs des Granatwerfers
befindlicher Doppelscherenvorrichtung D.
Die vorliegende Erfindung ist nicht auf die beschriebenen Beispiele
beschränkt, sondern findet insbesondere dann Anwendung, wenn das Munitionsmagazin
geringfügig vom Körper des Granatwerfers beabstandet werden kann, um den Riegel
freizugeben und damit das vollständige Laden ohne Drehung des Magazins zum Einführen
der letzten Munition zu gestatten. Das Magazin kann auch vollständig abnehmbar sein.
Das Magazin kann auch anderes aufgebaut sein und/oder eine andere
Form haben als die vorangehend beschriebenen Magazine.
Die Erfindung findet beim Laden sowohl von glatten Granatwerfern als
auch von gerieften Granatwerfern Anwendung.