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Dokumentenidentifikation DE69816243T2 27.05.2004
EP-Veröffentlichungsnummer 0000920812
Titel VERFAHREN ZUR HERSTELLUNG VON HEFEEXTRAKT
Anmelder Sapporo Breweries, Ltd., Tokio/Tokyo, JP
Erfinder KADO, Hisao, Yaizu-shi, Shizuoka-ken 425-0013, JP;
SHIBATA, Takumi, Yaizu-shi, Shizuoka-ken 425-0013, JP;
KOBAYASHI, Fujio, Yaizu-shi, Shizuoka-ken 425-0013, JP;
KUBOTA, Masaki, Nitta-gun, Gunma-ken 370-0321, JP
Vertreter Vossius & Partner, 81675 München
DE-Aktenzeichen 69816243
Vertragsstaaten BE, CH, DE, DK, FR, GB, LI, NL
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 16.04.1998
EP-Aktenzeichen 989140462
WO-Anmeldetag 16.04.1998
PCT-Aktenzeichen PCT/JP98/01741
WO-Veröffentlichungsnummer 0098046089
WO-Veröffentlichungsdatum 22.10.1998
EP-Offenlegungsdatum 09.06.1999
EP date of grant 09.07.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.05.2004
IPC-Hauptklasse A23L 1/28
IPC-Nebenklasse A61K 7/48   A61K 7/00   A23L 1/30   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Hefeextrakts; insbesondere betrifft die vorliegende Erfindung eine Verfahren zur Herstellung eines Hefeextrakts umfassend integrierte Verfahren zur aktiven Beseitigung von für Hefeextrakte spezifischer gelber oder brauner Farbe und darüber hinaus gegebenenfalls zur Beseitigung eines kennzeichnenden Geruchs des Hefeextrakts. Ferner betrifft die vorliegende Erfindung ein kosmetisches Produkt, das mit dem Hefeextrakt vermischt wurde.

Hefeextrakt ist weit verbreitet als ein natürliche Stoffe enthaltendes Gewürz und weist Eigenschaften wie hohe Sicherheit und komplexen Geschmack wie einzigartiges/n Aroma und Körper auf, die künstlich erzeugten Gewürzen fehlen. In den letzten Jahren hat Hefeextrakt darüber hinaus Aufmerksamkeit als Ausgangsstoff für Kosmetika und gesunde Nahrung erregt. Dabei werden im Hefeextrakt enthaltene nützliche Aminosäuren und Nukleinsäuren wirksam eingesetzt.

Hefeextrakt besitzt jedoch eine einzigartige gelbe oder braune Farbe und einen kennzeichnenden Geruch und diese Faktoren schränken die Einsatzmöglichkeiten von Hefeextrakt oder der davon verwendbaren Menge stark ein.

Um diese Farbe oder diesen Geruch zu entfernen, sind verschiedene übliche Ansätze vorgeschlagen worden. Beispielsweise sind Vorschläge zur Entfernung des Geruchs mittels hydrophober Harze gemacht worden (Japanische Patentanmeldung mit der Nummer 131064/1992 usw.), ferner durch Enzymbehandlung, durch chemische Behandlung vermittels Säuren oder Laugen (offengelegtes Japanisches Patent mit der Nummer 11188/1976 usw.) oder durch Selektion der Hefe für die Herstellung des Hefeextrakts (offengelegtes Japanisches Patent mit der Nummer 66861/1974). Obwohl diese Verfahren sehr aufwendige Prozesse umfassen, sind die Vorteile leider gering, so dass diese Verfahren gegenwärtig nicht so häufig durchgeführt werden.

Der Grund für die Färbung des Hefeextrakts liegt darin begründet, dass bei der Herstellung des Hefeextrakts Saccharide (Zucker) und Aminosäuren während des Erhitzungsprozesses Aminocarbonylreaktionen erzeugen. Dabei wird ein dunkelbraun gefärbter Stoff erzeugt.

Das Erhitzungsverfahren wird während der Herstellung von Gewürzen und kosmetischen Produkten aus Heferohextrakt durchgeführt. Die im Rohstadium fast farblosen Hefeextrakte werden dann im Zuge des im Herstellungsverfahren auftretenden Zwischenstadiums gegebenenfalls gefärbt.

Gemäß der vorliegenden Erfindung wurde nunmehr gefunden, dass die Hefeextraktspezifische Färbung wesentlich gemindert werden kann, wenn eine auf üblichem Wege gewonnene Hefeextraktlösung zur zwischenzeitlichen Erzeugung von gefärbten Stoffen darin hitzebehandelt wird und die gefärbten Stoffe anschließend abgetrennt und entfernt werden. Auf diesem Wege wurde die vorliegende Erfindung vollendet.

Ein Gegenstand der Erfindung ist die Bereitstellung eines Verfahrens zur Herstellung eines Hefeextrakts mit verbesserter Farbgebung und besserem Geruch, die dem Hefeextrakt spezifisch innewohnen, wobei nützliche Stoffe wie Aminosäuren jedoch erhalten bleiben und weiterhin der aktive Einsatz des Hefeextrakts in Gebieten, in denen Hefeextrakt üblicherweise unter großen Schwierigkeiten eingesetzt wurde.

In einer ersten Ausführungsform stellt die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur Herstellung eines Hefeextrakts bereit, umfassend ein Erhitzungsverfahren einer auf übliche Weise gewonnenen Hefeextraktlösung sowie ein Adsorptionsverfahren, wobei die so erhaltene und im Erhitzungsverfahren gefärbte Extraktlösung mit einem lonenaustauscherharz in Kontakt gebracht wird, um die gefärbten Stoffe aus der Hefextraktlösung zu entfernen, wobei das Erhitzungsverfahren 20 Sekunden bis 30 Minuten bei 60 bis 150°C durchgeführt wird.

In einer zweiten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zur Herstellung eines Hefeextrakts bereitgestellt, umfassend ein Erhitzungsverfahren einer auf übliche Weise gewonnene Hefeextraktlösung, ein Filtrationsverfahren zum Entfernen der im Erhitzungsverfahren erzeugten Feststoffe und der polymeren Bestandteile aus der Extraktlösung und ein Adsorptionsverfahren, wobei die Hefeextraktlösung mit einem lonenaustauscherharz in Kontakt gebracht wird, um die gefärbten Stoffe aus der Extraktlösung nach dem Filtrationsverfahren zu entfernen, wobei das Erhitzungsverfahren 20 Sekunden bis 30 Minuten bei 60 bis 150°C durchgeführt wird.

In einer dritten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zur Herstellung eines Hefeextrakts bereitgestellt, umfassend ein Erhitzungsverfahren einer Hefeextraktlösung in Wasser oder heißem Wasser, ein Kontaktverfahren zum Inkontaktbringen der gefärbten Hefeextraktlösung mit einem wassermischbaren organischen Lösungsmittel, um die hochmolekularen Substanzen und Feststoffe aus der Extraktlösung auszufällen und zu entfernen und ein Adsorptionsverfahren, wobei die Extraktlösung nach dem Kontaktierungsverfahren mit einem lonenaustauscherharz in Kontakt gebracht wird, um die gefärbten Stoffe, aus der Extraktlösung zu entfernen, wobei das Erhitzungsverfahren 20 Sekunden bis 30 Minuten bei 60 bis 150°C durchgeführt wird.

In einer vierten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird darüber hinaus ein kosmetisches Erzeugnis bereitgestellt, das dadurch gekennzeichnet ist, dass es mit dem mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens hergestellten Hefeextrakt vermischt ist.

1 zeigt das Restfeuchteverhältnis beim Feuchtigkeitsverdunstungstest mit dem Hefeextrakt in Beispiel 6;

2 zeigt die Änderung der Leitfähigkeit im Verlauf der Zeit im Wasserladetest auf der Haut in Beispiel 6;

3 zeigt die inhibitorische Aktivität des Hefeextrakts auf Tyrosinase in Beispiel 7; und

4 zeigt die Stabilität des Hefeextakts in Beispiel 8.

Jede nach irgendeinem üblichen Verfahren gewonnene Hefeextraktlösung kann als Rohmaterial im erfindungsgemäßen Verfahren eingesetzt werden. Insbesondere können jene Hefeextraktlösungen in zufriedenstellender Weise erfindungsgemäß als Rohmaterialien verwendet werden, die mit solchen Verfahren hergestellt wurden, die Autolyseverfahren, enzymatische Abbauverfahren unter Verwendung von Enzymen wie Proteinase, Glucanase und Nuclease sowie chemische Behandlungen einschließlich Säure- oder Alkali-vermittelem Abbau einschließen.

Jede Hefe kann für die Herstellung der Extraktlösung eingesetzt werden, wobei es keine besonderen Einschränkungen gibt; jede Hefe für die allgemeine Verwendung in der Herstellung von Hefeextrakt, z. B. Brauereihefe, Bäckerhefe und Torulahefe kann mit zufriedenstellendem Erfolg eingesetzt werden.

Weiterhin kann nicht nur Hefe verwendet werden, die zur Herstellung eines Hefeextrakts frisch gezüchtet wurde, sondern auch Hefe, die bereits zum Brauen von Bier und japanischem Sake eingesetzt wurde. Da die Hefe nach dem Einsatz beim Bierbrauen einen vom Hopfen stammenden bitteren und strengen Geschmack aufweist, wird sie vorzugsweise durch Verfahren wie Spülen mit Wasser und andere Verfahren zur Entfernung des bitteren Geschmacks behandelt und kann dann anschließend in der Herstellung eines Hefeextrakts eingesetzt werden. Nicht nur frische Hefe, sondern auch Trockenhefe, hergestellt durch Walzentrocknung oder Sprühtrocknung kann als Rohmaterial verwendet werden.

Das erfindungsgemäße Verfahren unter Verwendung der Hefeextraktlösung wird nun genau beschrieben.

Das Erhitzungsverfahren dient zur Färbung der Hefeextraktlösung. Dabei wird die Hefeextraktlösung üblicherweise für eine kurze Zeitspanne bei einer hohen Temperatur behandelt. Genauer wird die Hefeextraktlösung bei 60 bis 150°C, vorzugsweise 100 bis 150°C 20 Sekunden bis 30 Minuten, vorzugsweise eine bis zehn Minuten hitzebehandelt. Farbstoffe werden so durch Aminocarbonylreaktionen usw. hergestellt und die Hefeextraktlösung kann sterilisiert werden.

Nach dem Erhitzungsverfahren können bei dem Erhitzungsverfahren erzeugte Feststoffe aus der gefärbten Hefeextraktlösung entfernt werden. Danach folgt der Adsorptionsprozess, bei dem die gefärbte Hefeextraktlösung mit einem lonenaustauscherharz in Kontakt gebracht wird, wodurch die gefärbten Stoffe aus der Hefeextraktlösung entfernt werden. Anders ausgedrückt sind die während der vorstehend genannten Reaktion erzeugten Feststoffe hauptsächlich unlösliche Proteine und ähnliche Stoffe und diese können durch Verfahren entfernt werden, bei denen die in der Extraktlösung verbliebenen Feststoffe und hochmolekularen Substanzen mit einem wassermischbaren organischen Lösungsmittel wie Alkoholen, z. B. Äthanol, Methanol etc. oder Aceton in Kontakt gebracht werden. Dadurch werden die Feststoffe und hochmolekularen Substanzen gefällt. Ferner können die Feststoffe durch Ultrafiltration oder Membranbehandlungen mittels loser reverser osmotischer Membran und ähnlichen Mitteln entfernt werden. Wenn ein derartiges vorbereitendes Verfahren eingesetzt wird, können Probleme wie ein Verklumpen beim Kontaktverfahren vermieden werden, bei dem ein lonenaustauscherharz eingesetzt wird, zur Verwendung im nächsten Verfahren. Dank des Verfahrens kann ferner ein lonenaustauscherharz verwendet werden, das eine weniger hohe lonenaustauschkapazität aufweist und daher keine Aminosäuren oder ähnliche Stoffe adsorbieren kann, die im wesentlichen im Hefeextrakt vorhanden sind. Ähnliche Vorteile dürfen bei Einsatz eines Konzentrationsverfahrens der Hefeextraktlösung und eines Fest-Flüssigtrennungsverfahrens vor dem Erhitzungsverfahren erwartet werden, wodurch vorbereitend Farbstoffe, niederlösliche Stoffe und Verunreinigungen aus der Hefeextrakt-Rohmateriallösung entfernt werden.

Das Adsorptionsverfahren, bei dem die gefärbte Hefeextraktlösung zur Entfernung der gefärbten Stoffe daraus mit dem lonenaustauscherharz in Kontakt gebracht wird, ist ein Verfahren zur Kontaktierung der Hefeextraktlösung mit einem Harz, das eine lonenaustauschergruppe aufweist, wodurch die vorhandenen gefärbten Stoffe (oder die verbleibenden gefärbten Stoffe, falls das vorbereitende Verfahren zur Entfernung davon durchgeführt wird) in der Hefeextraktlösung an das Harz adsorbieren und so entfernt werden.

Was das lonenaustauscherharz betrifft, das in dem Verfahren eingesetzt wird, sollten solche ausgewählt werden, die Aminosäuren als den nützlichen Bestandteil im Hefeextrakt nicht adsorbieren. Darüber hinaus wird stärker bevorzugt ein hydrophober Träger eingesetzt, um die Hefeextraktlösung geruchsfrei zu machen und die Bitterstoffe zu entfernen. Für den Einsatz wird das lonenaustauscherharz ferner vorzugsweise auf einen Träger aufgebracht. Als Träger wird vorzugsweise ein solcher eingesetzt, der außergewöhnliche, in der Hefeextraktlösung vorhandene Geruchskomponenten entfernen kann, z. B. synthetische Harze mit hydrophoben Gruppen und Aktivkohle.

Es werden Bedingungen für die Behandlung der Hefeextraktlösung mit dem lonenaustauscherharz bevorzugt, die die Hefeextraktlösung so lange wie möglich mit dem Harz in Kontakt belassen. Um den Hefeextrakt innerhalb eines zulässigen Bereichs als nahezu farblos zu gewinnen, wird die Durchflussrate vorzugsweise auf 2,0 oder kleiner auf einer räumlichen linearen Geschwindigkeitsbasis („SV") eingestellt, wobei das Durchflussvolumen vorzugsweise den 10-fachen Wert oder einen geringeren Wert des Harzvolumens beträgt.

Der so gewonnene farblosere und geruchsärmere Hefeextrakt kann bei der vorhandenen Konzentration oder nach Einstellung einer geeigneten Konzentration zu Produkten weiterverarbeitet werden. Abhängig vom Einsatzgebiet kann zur Vermeidung von Kontaminationen mit Mikroben während der Lagerung gegebenenfalls ein Konservierungsmittel zugesetzt werden.

Durch Trocknung des Hefeextrakts vermittels Sprühtrocknung oder Gefriertrocknung kann dessen Lagerungsfähigkeit weiter verbessert werden. Sofern der erhaltene Hefeextrakt beim Konzentrations- oder Trocknungsprozess einer hohen Temperatur ausgesetzt wird, kann er jedoch wieder verfärben. Daher sollten geeignete Temperaturbedingungen gewählt werden.

Verglichen mit einem unbehandelten Hefeextrakt, ist der erfindungsgemäß gewonnene Hefeextrakt augenscheinlich farblos oder schwach gelb gefärbt und nahezu geruchsfrei. Er weist einen Feststoffgehalt von 10% auf, obwohl die darin enthaltenen Aminosäuren kaum verlorengegangen sind. Wie vorstehend dargestellt, ist der erhaltene Hefeextrakt farblos und geruchsfrei. Bei Einsatz des Hefeextrakts als Gewürz kann der Extrakt daher in einfacher Weise mit anderen Materialien gemischt werden, um als Gewürz japanischen Stils zu dienen. Es war sehr schwierig, übliche Hefeextrakte wegen ihrer Farbe und wegen ihres Geruchs für ein derartiges Gewürz japanischen Stils einzusetzen. Darüber hinaus kann der erhaltene Hefeextrakt Cremes, Emulsionen und ähnlichem als kosmetisches Material zugesetzt werden und als Zusatz ferner Flüssigkeiten wie Hautlotionen aufhellen oder transparent machen.

Weiterhin kann der Hefeextrakt in Gesundheitsgetränken, Gesundheitsnahrung und als Badezusatz verwendet werden.

Wie vorstehend beschrieben, weist der erfindungsgemäß hergestellte Hefeextrakt neue Einsatzmöglichkeiten auf, die sich von denen konventioneller Hefeextrakte unterscheiden; es wird daher erwartet, dass der Verwendungsbereich von Hefeextrakt überhaupt erweitert werden kann.

Die Erfindung wird nachfolgend durch die Beispiele erläutert. Die Erfindung ist jedoch nicht auf diese Beispiele beschränkt.

Beispiel 1 (1) Erhitzungsverfahren

Nach der Verwendung zum Bierbrauen wurde Bierhefe zentrifugiert (10 Minuten bei 3.000 UpM), um den Bieranteil zu entfernen. Anschließend wurde Wasser zu der so erhaltenen Hefe zu einer Hefe-Endkonzentration von 40% gegeben und dies als Rohmaterial verwendet.

150L des Rohmaterials wurden 48 Stunden lang einer Autolyse bei 55°C unterworfen und nachfolgend zentrifugiert (10 Minuten bei 3.000 UpM), wodurch die vorhandenen Feststoffe entfernt wurde. Hierdurch wurde eine Flüssigfraktion von 95L erhalten. Vermittels eines Rotationsverdampfers wurde die so erhaltene Flüssigfraktion in einem kontinuierlichen Verfahren auf 20L konzentriert und anschließend 30 Sekunden bei 120°C erhitzt.

(2) Filtrationsverfahren

Die vorstehend in (1) gewonnene gefärbte Hefeextraktlösung wurde vorbereitend durch ein Sieb mit Maschenweite 100 passagiert, um darin enthaltene große Feststoffe zu entfernen. Anschließend wurden hochmolekulare Substanzen in der Hefeextraktlösung vermittels einer losen reversen osmotischen Membran bei einem Natriumchlorid-Blockierungsverhältnis von 10% entfernt, wobei Wasser zur Hefeextraktlösung gegeben wurde. Hierdurch wurde ein dunkelbrauner Hefeextrakt mit einem Feststoffgehalt von 10% bei einer Ausbeute von 50L erhalten.

(3) Adsorptionsverfahren

5L der vorstehend in (2) erhaltenen Hefeextraktlösung wurden einem Adsorptionsverfahren unterworfen, das das Passagieren der Extraktlösung über eine mit einem lonenaustauscherharz auf einem Aktivkohleträger bepackten Säule sowie die Elution des Hefeextraktes innerhalb von 2 Stunden umfasste. Während des Verfahrens wurde räumliche lineare Geschwindigkeit auf 1,0 eingestellt; das Harzvolumen wurde auf 2,5L und die Durchflussrate auf 2,0 eingestellt. Durch das weitere Passagieren von Wasser bei derselben Durchflussrate für eine Stunde wurde dann ein schwach gelber, geruchsfreier Hefeextrakt (mit einem Feststoffgehalt von 7%) mit einer Ausbeute von 7,5L erhalten.

Vor und nach dem Adsorptionsverfahren wurde der Hefeextrakt hinsichtlich Flüssigvolumen, Feststoffgehalt, Farbgebung, Gesamtaminosäuren und Geruch begutachtet. Die Farbe wird hier als Absorption bei 420 nm und der Gehalt an Gesamtaminosäuren wird in % im wasserfreien Hefeextrakt dargestellt. Die Ergebnisse sind in Tabelle 1 dargestellt. Nach dem Adsorptionsverfahren lag der Gehalt an Zuckern im Hefeextrakt bei 0,0%

Tabelle 1

Im Ergebnis wurde kein Unterschied im Feststoffgehalt und den Gesamtaminosäuren vor und nach dem Adsorptionsverfahren beobachtet. Jedoch wurde vor und nach dem Adsorptionsverfahren ein augenscheinlicher Unterschied in Farbe und Geruch beobachtet. Dies zeigt, das der erfindungsgemäße Hefeextrakt bessere Eigenschaften aufweist.

Beispiel 2

Mit der Ausnahme, dass die räumliche lineare Geschwindigkeit auf 2,0 und die Durchflussrate auf 4,0 bei dem Adsorptionsverfahren gemäß Beispiel 1(3) gesetzt wurde, wurden das gesamte Prozedere wie in Beispiel 1 durchgeführt. Hierdurch wurden etwa 25L schwach gelber und mit schwachem Geruch versehener Hefeextrakt (bei einem Feststoffgehalt von 7,1%) erhalten. Die Farbe und der Gehalt an Zuckern und Gesamtaminosäuren des so erhaltenen Hefeextrakts wurden bestimmt und die Ergebnisse sind in Tabelle 2 dargestellt.

Beispiel 3

Wie in Beispiel 1 dargestellt, wurde Bierhefe nach dem Bierbrauen zentrifugiert (10 Minuten bei 3000 UpM), um den Bieranteil zu entfernen. Zur so erhaltenen Hefe wurde Wasser zu einer Hefe-Endkonzentration von 40% zugegeben, die dann als Rohmaterial eingesetzt wurde.

100L des Rohmaterials wurden 48 Stunden lang einer Autolyse bei 55°C unterworfen und nachfolgend zentrifugiert (10 Minuten bei 3.000 UpM), wodurch die vorhandenen Feststoffe entfernt wurde. Hierdurch wurde eine Flüssigfraktion von 95L erhalten. Anschließend wurde der Flüssiganteil unter Verwendung eines Rotationsverdampfers auf 20L konzentriert. Zu der konzentrierten Lösung wurde stufenweise ein gleiches Volumen Äthanol zugegeben. Das erhaltene Gemisch wurde stehen gelassen, um die präzipitierten Stoffe zu entfernen und um den Überstand zu gewinnen. Äthanol wurde aus dem Überstand unter Verwendung eines Rotationsverdampfers entfernt und Wasser zu einem Feststoff-Endgehalt von 10% zugegeben.

5L der erhaltenen Hefeextraktlösung wurden einem Adsorptionsverfahren gemäß denselben Bedingungen, wie in Beispiel 1(3) beschrieben, unterworfen.

Im Ergebnis wurde so ein schwach gelber und geruchsfreier Hefeextrakt (bei einem Feststoffgehalt von 6,9%) bei einer Ausbeute von 7,5L gewonnen. Die weiteren und vorstehend nicht beschriebenen Versuchsbedingungen entsprachen denen in Beispiel 1. Tabelle 2 zeigt des Grad der Färbung sowie den Gehalt an Zuckern und Gesamtaminosäuren des erhaltenen Hefeextrakts.

Beispiel 4

Unter Einsatz einer einfachen Ultrafiltrationsmembran des Querstrom-Typs mit einem Ausschlußvolumen von 10.000 anstelle der losen reversen ormotischen Membran aus Beispiel 1 wurde eine Filtration unter Wasserzugabe durchgeführt, wodurch eine dunkelbraune Hefeextraktlösung mit einem Feststoffgehalt von 10% und einer Ausbeute von 45L erhalten wurde.

Mit 5L der Hefeextraktlösung wurde ein Adsorptionsverfahren unter den gleichen Bedingungen wie in Beispiel 1(3) durchgeführt. Im Ergebnis wurde ein schwach gelber und geruchsfreier Hefeextrakt (bei einem Feststoffgehalt von 7%) bei einer Ausbeute von 7,5L gewonnen. Alle weiteren und vorstehend nicht beschriebenen Versuchsbedingungen entsprachen denen in Beispiel 1. Der Färbungsgrad und der Gehalt an Zuckern und Gesamtaminosäuren des so erhaltenen Hefeextrakts wurden bestimmt und die Ergebnisse sind in Tabelle 2 dargestellt.

Tabelle 2
Beispiel 5

Die Fähigkeit des in Beispiel 1 hergestellten Hefeextrakts zur Zurückbehaltung von Feuchte wurde untersucht (die Evaporation der Feuchte wurde bestimmt und eine Wasserladetest auf einer Hautlage wurde durchgeführt).

(1) Bestimmung der Evaporation der Feuchte

5 mL des in Beispiel hergestellten Hefeextrakts wurde in ein Becherglas überführt, das anschließend 4 Tage bei 25°C unter Bedingungen von 80% relativer Feuchtigkeit gelagert wurde. Nachfolgend wurde der Hefeextrakt zur periodischen Bestimmung der Restfeuchte in einen Kieselgel-Trockenapparat (bei 25°C) überführt, um die Verdampfung der Feuchte zu berechnen. Als Kontrolle wurde der Versuch darüber hinaus mit einer 5%-igen Glyzerinlösung als benetzendem Wirkstoff durchgeführt.

Die Ergebnisse sind in 1 dargestellt. In der Figur stellt

den Fall des Hefeextrakts dar und
den Fall der wässrigen Glyzerinlösung.

Wie ersichtlich in 1 dargestellt, war das Restfeuchteverhältnis des erfindungsgemäß hergestellten Hefeextrakts am fünften Tage, nachdem der Extrakt in trockene Bedingungen überführt worden war und auch danach höher als das der Kontrolle. Dieses Ergebnis weist darauf hin, dass der Hefeextrakt die Feuchte genauso gut oder besser einbehielt als die Glyzerinlösung.

(2) Wasserladetest auf der Hornhautlage

Der vermittels des erfindungsgemäßen Verfahrens erhaltene Hefeextrakt wurde in eine 5%-ige Lösung überführt, die dann in 3 mL Portionen auf die Beuge des Unterarms von 5 Testpersonen aufgetragen wurde. Nachdem die Testposition getrocknet war, wurde dort ein Tropfen destillierten Wassers aufgetragen und der Wasserüberschuß wurde 10 Sekunden später entfernt. Sofort danach wurde die Leitfähigkeit (Feuchtegehalt) unter Verwendung eines Hochfrequenz-Leitfähigkeit Konduktometrie-Analysegeräts (Hersteller Shimadu) 2 Minuten lang alle 30 Sekunden gemessen. Als Kontrollen wurden eine wässrige 5%-ige Glyzerinlösung und eine wässrige 5%-ige 1,3-Butylenglykollösung denselben Testbedingungen unterworfen. 2 zeigt die Änderung der Leitfähigkeit mit der Zeit. In der Figur zeigt -♦- die Leitfähigkeit vor der Anwendung;

zeigt die Leitfähigkeit bei Verwendung des Hefeextrakts;
stellt die Leitfähigkeit bei Verwendung er wässrigen Glyzerinlösung; und -x- zeigt die Leitfähigkeit bei Verwendung der wässrigen 1,3-Butylenglykollösung.

Wie ersichtlich in 2 dargestellt, wurde die Eigenschaft des erfindungsgemäßen Hefeextrakts zur besseren Einbehaltung von Wasser bestätigt, wenn dieser mit dem Fall vor der Verwendung und mit der Kontrolle verglichen wurde. Die vorstehend beschriebenen Ergebnisse weisen darauf hin, dass der erfindungsgemäße Hefeextrakt eine genauso gute oder bessere Fähigkeit zur Einbehaltung von Feuchte aufweist wie polyhydrierter Polyalkohol, wenn in ein kosmetisches Erzeugnis gemischt.

Beispiel 6

Durch Messung der inhibitorischen Aktivität des Hefeextrakts von Beispiel 1 auf Tyrosinase wurde die Fähigkeit zur Verhinderung von Pigmentablagerungen getestet. Zunächst wurden die Reaktionssysteme 1 bis 3 hergestellt, die L-Tyrosin als Substrat enthielten, wie in Tabelle 3 dargestellt.

Das Reaktionsgemisch wurde zur Messung der Absorption bei einer Wellenlänge von 475 nm fortlaufend über 10 Minuten bei 25°C gehalten, um das Inhibitionsverhältnis des Enzyms zu berechnen.

Die Beziehung zwischen dem Inhibitionsverhältnis des Enzyms und der Menge des zugesetzten Hefeextrakts ist in 3 dargestellt. Darüber hinaus wurde ein käuflich erwerbbarer Plazentaextrakt anstelle des Hefeextrakts als Kontrolle eingesetzt und denselben Versuchsbedingungen unterworfen. In der Figur zeigt

den Versuch mit dem Hefeextrakt und
den Versuch mit dem Plazentaextrakt.

Wie aus 3 ersichtlich, inhibierte der Hefeextrakt die Tyrosinase beinahe ebenso gut wie der Plazentaextrakt.

Tabelle 3
Beispiel 7

20 mL des in Beispiel 1 hergestellten Hefeextrakts wurden in ein Gefäß überführt und dieses fest verschlossen und das ganze anschließend 3 Monate (im Dunkeln) bei 50°C gelagert. Die Farbveränderung des Hefeextrakts nach der Lagerung wurde durch Messung der Absorption bei einer Wellenlänge von 420 nm bewertet. Hierdurch wurde die Stabilität ermittelt. Die Veränderung in der Absorption während des Lagerungszeitraums ist in 4 dargestellt.

Wie aus 4 ersichtlich, wurde sogar nach drei Monaten fast keine Veränderung in der Absortion beobachtet und der erfindungsgemäße Hefeextrakt behielt seine stabile Qualität während der Langzeitlagerung bei.

Herstellungsbeispiel 1

Unter Verwendung des in Beispiel 1 hergestellten Hefeextrakts wurde eine Hautlotion der in Tabelle 4 dargestellten Formulierung auf übliche Weise hergestellt. Tabelle 4 Bestandteile zu vermischende Menge (%) Hefeextrakt 5,0 Konservierungsmittel 0,15 Alkohole 5,0 Parfüms 0,02 Andere Zusätze 4,83 Destilliertes Wasser 85 0 Gesamt 100.0

Beispiel 8

Sechzehn weibliche Teilnehmerinnen (Alter zwischen 20 und 39) verwendeten die in Herstellungsbeispiel 1 zubereitete Hautlotion, um danach einen Fragebogen zu ihren Eindrücke über die Verwendung zu beantworten. Als Kontrolle wurde des weiteren eine Hautlotion ohne Hefeextrakt wie in Herstellungsbeispiel 1 (die Menge an destilliertem Wasser in Tabelle 4: 90,0%) hergestellt und nachfolgend eingesetzt.

Die Fragebögen hatten vier Punkte zum Inhalt, nämlich Geruch, Feuchtigkeitsgefühl, kein klebriges Gefühl und allgemeine Beurteilung, so dass die Teilnehmerinnen eine der nachfolgenden Antworten wählen konnten: die Hautlotion von Herstellungsbeispiel 1 ist besser; die Kontroll-Hautlotion ist besser; und es gibt keinen Unterschied. Die Anzahl von Teilnehmerinnen, die für die jeweilige Antwort gestimmt hatte, wurde für die Auswertung gezählt. Die Ergebnisse sind in Tabelle 5 dargestellt.

Tabelle 5

Der Vergleich des kosmetischen Erzeugnisses von Herstellungsbeispiel 1, also des den erfindungsgemäßen Hefeextrakt verwendenden kosmetischen Erzeugnisses mit der Kontrolle ergab somit, dass das Erzeugnis und die Kontrolle bezüglich Geruch und Feuchtigkeitsgefühl fast gleichwertig waren, bezüglich weniger klebrigem Anfühlen nach Verwendung jedoch wurde die Hautlotion mit dem zugegebenen erfindungsgemäßen Hefeextrakt besser beurteilt. Darüber hinaus wurde die Hautlotion mit dem zugegebenen erfindungsgemäßen Hefeextrakt in der allgemeinen Beurteilung viel besser eingestuft.

Es wurde ein organoleptischer Test über die Veränderung der Wirkung des erfindungsgemäßen Hefeextrakts durchgeführt, abhängig von der Menge des in die Hautlotion gemischten Hefeextrakts. Im Ergebnis bemerkten 3 von 16 Teilnehmerinnen den Unterschied im Feuchtigkeitsgefühl zwischen der Hautlotion, in die der erfindungsgemäße Hefeextrakt zu 0,5% eingemischt wurde (bei einer Menge von darin eingemischtem destilliertem Wasser von 89,5%) und der Hautlotion, in die der erfindungsgemäße Hefeextrakt zu weniger als 0,5% eingemischt wurde, während 10 Teilnehmerinnen das Vorhandensein von Feuchtigkeitsgefühl und das Nicht-Vorhandensein von klebrigem Gefühl bemerkten, wenn die Menge an darin eingemischtem Hefeextrakt 1,0% betrug.

10 Teilnehmerinnen bemerkten das Vorhandensein eines klebrigen Gefühls bei der Hautlotion, wenn die Menge des darin eingemischten Hefeextrakts über 10% lag.

Gewerbliche Anwendung

Erfindungsgemäß können Farbe und kennzeichnender Geruch in einfacher Weise aus einer mit üblichen Verfahren gewonnenen Hefeextraktlösung entfernt werden, ohne dass der Gehalt an wertvollen Substanzen wie Aminosäuren usw. verloren geht. Da der so erhaltene Hefeextrakt für den Gebrauch mit anderen Materialien vermischt werden kann, kann er in verschiedenen Gebieten eingesetzt werden. Beispiele hierfür sind kosmetische Erzeugnisse und von Gewürzen zu unterscheidende Gesundheitsnahrung. Entsprechend wird erwartet, dass der verfügbare Rahmen für die Anwendung von Hefeextrakt erweitert wird.


Anspruch[de]
  1. Verfahren zur Herstellung eines Hefeextraktes, umfassend ein Erhitzungsverfahren einer Hefeextraktlösung, die in herkömmlicher Weise hergestellt wurde, und ein Adsorptionsverfahren, wobei die erhaltene Hefeextraktlösung, die im Erhitzungsverfahren gefärbt wurde, mit einem lonenaustauscherharz in Kontakt gebracht wird, um die gefärbten Stoffe in der gefärbten Hefeextraktlösung zu entfernen, wobei das Erhitzungsverfahren für 20 Sekunden bis 30 Minuten bei 60 bis 150°C durchgeführt wird.
  2. Verfahren zur Herstellung eines Hefeextraktes nach Anspruch 1, weiterhin umfassend ein Filtrationsverfahren zum Entfernen der Feststoffe, die im Erhitzungsverfahren produziert wurden, und hochmolekularer Substanzen in der Extraktlösung im Anschluss an das Erhitzungsverfahren und vor dem Adsorptionsverfahren.
  3. Verfahren zur Herstellung eines Hefeextraktes nach Anspruch 2, wobei das Filtrationsverfahren zum Entfernen der Feststoffe und hochmolekularer Substanzen Ultrafiltration ist.
  4. Verfahren zur Herstellung eines Hefeextraktes nach Anspruch 2, wobei das Filtrationsverfahren zum Entfernen der Feststoffe und hochmolekularer Substanzen eine Filtration mittels loser reverser osmotischer Membran ist.
  5. Verfahren zur Herstellung eines Hefeextraktes nach Anspruch 1, weiterhin umfassend ein Kontaktverfahren zum Inkontaktbringen der gefärbten Hefeextraktlösung mit einem wassermischbaren organischen Lösungsmittel, um die hochmolekularen Substanzen und Feststoffe in der Extraktlösung zu präzipitieren und zu entfernen, im Anschluss an das Erhitzungsverfahren und vor dem Adsorptionsverfahren.
  6. Verfahren zur Herstellung eines Hefeextraktes nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei das lonenaustauscherharz zur Verwendung im Adsorptionsverfahren ein Träger ist, der aus einem Material mit einer geruchsabsorbierenden Funktion gemacht ist, in das zuvor eine lonenaustauschergruppe eingeführt wurde.
  7. Verfahren zur Herstellung eines Hefeextraktes nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei ein Konzentrierungsverfahren der Hefeextraktlösung und ein separates Verfahren zur Feststoff-Flüssigkeits-Trennung der konzentrierten Hefeextraktlösung eingesetzt werden, um die Feststoffkonzentration der Hefeextraktlösung vor dem Erhitzungsverfahren auf 40% oder höher einzustellen.
  8. Kosmetisches Produkt, dadurch gekennzeichnet, dass es mit dem Hefeextrakt vermischt ist, welches durch das Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7 erhältlich ist.
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