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Dokumentenidentifikation DE69913283T2 27.05.2004
EP-Veröffentlichungsnummer 0000991461
Titel REGENERATIVES VERFAHREN ZUR ENTSAÜERUNG VON EINEM CO2 SOWIE FLÜSSIGE KOHLENWASSERSTOFFE ENTHALTENDEN GAS, MITTELS EINER ABSORBIERENDEN FLÜSSIGKEIT AUF BASIS VON AKTIVIERTEM METHYLDIETHANOLAMIN
Anmelder Elf Exploration Production, Courbevoie, FR
Erfinder PEYTAVY, Jean-Louis, F-64320 Lescar, FR;
CAPDEVILLE, Serge, F-64230 Poey de Lescar, FR;
LACAMOIRE, Herve, F-64230 Arbus, FR
Vertreter Flaccus, R., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat., Pat.-Anw., 50389 Wesseling
DE-Aktenzeichen 69913283
Vertragsstaaten AT, BE, CH, CY, DE, DK, ES, FI, FR, GR, IE, IT, LI, LU, NL, PT, SE
Sprache des Dokument FR
EP-Anmeldetag 20.04.1999
EP-Aktenzeichen 999146178
WO-Anmeldetag 20.04.1999
PCT-Aktenzeichen PCT/FR99/00922
WO-Veröffentlichungsnummer 0099054024
WO-Veröffentlichungsdatum 28.10.1999
EP-Offenlegungsdatum 12.04.2000
EP date of grant 03.12.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.05.2004
IPC-Hauptklasse B01D 53/14

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein regeneratives verfahren zur Entsäuerung eines CO2 sowie flüssige Kohlenwasserstoffe enthaltenden Gases mittels einer Absorptionsflüssigkeit auf Basis von aktiviertem Methyldiethanolamin.

Die WO-A-8911327 beschreibt ein regeneratives Verfahren zur Entsäuerung eines CO2 und möglicherweise weitere saure gasförmige Verbindungen wie H2S enthaltenden Gases mittels einer Absorptionsflüssigkeit auf Basis von aktiviertem Methyldiethanolamin (MDEA), d. h. einer Absorptionsflüssigkeit, die aus einer wässrigen Lösung von MDEA und einem Aktivator für die Absorption des CO2 durch das MDEA besteht. Dieses Entsäuerungsverfahren, d. h. das Entfernen des CO2 und der möglichen anderen in dem Gas enthaltenen sauren gasförmigen Verbindungen, umfasst einen Absorptionsschritt, bei dem das zu entsäuernde Gas in einer Absorptionszone mit der Absorptionsflüssigkeit in Kontakt gebracht wird, um ein behandeltes Gas mit reduziertem CO2-Gehalt und eine mit CO2 beladene Absorptionsflüssigkeit herzustellen, sowie einen Regenerationsschritt, bei dem die mit CO2 beladene Absorptionsflüssigkeit einer Regenerationsbehandlung unterzogen wird, insbesondere durch Entspannung, um das CO2 freizusetzen und einerseits mindestens eine CO2-reiche saure Gasfraktion und andererseits mindestens eine regenerierte Absorptionsflüssigkeit, d. h. mit reduziertem CO2-Gehalt, herzustellen, die in die Absorptionszone zurückgeführt wird.

Der dem MDEA beigefügte Aktivator in der Absorptionsflüssigkeit kann aus folgenden Gruppen ausgewählt sein:

  • i) den Polyalkylenpolyaminen, insbesondere Diethylentriamin, Triethylentetramin, Tetraethylenpentamin und Dipropylentriamin,
  • ii) den Alkylendiaminen und Cycloalkylendiaminen, insbesondere Hexamethylendiamin, Aminoethylethanolamin, Dimethylaminopropylamin und Diamino-1,2-cyclohexan,
  • iii) den Aminoalkylderivaten von Heterocyclen wie Piperazin, Piperidin, Furan, Tetrahydrofuran, Thiophen und Tetrahydrothiophen, insbesondere Aminoethylpiperazin, Aminopropylpiperazin, Aminoethylpiperidin, Aminopropylpiperidin und Furfurylamin,
  • iv) den Alkoxyalkylaminen, insbesondere Methoxypropylamin und Ethoxypropylamin, und
  • v) den Alkylmonoalkanolaminen, insbesondere Ethylmonoethanolamin und Butylmonoethanolamin.

Wie sich aus den Beispielen der WO-A-8911327 entnehmen lässt, haben die vorgenannten Aktivatoren, werden diese zur Entfernung des CO2-Gehalts eines Gases wie Methan mittels einer Absorptionsflüssigkeit auf Basis von aktiviertem MDEA eingesetzt, praktisch gleiche Wirksamkeit in Bezug auf die Beschleunigung der CO2-Absorption durch das MDEA.

Die CO2 enthaltenden Gase und insbesondere die natürlichen CO2 enthaltenden Gase, die industriell einer Entsäuerungsbehandlung mittels einer Absorptionsflüssigkeit auf Basis von aktiviertem MDEA unterzogen werden, können flüssige Kohlenwasserstoffe in einer mehr oder weniger hohen Gesamtkonzentration enthalten. In der Praxis geht man davon aus, dass ein zu behandelndes CO2 enthaltendes Gas praktisch keine Kohlenwasserstoffe enthält, wenn der Gesamtgehalt dieser Produkte unter einem Schwellenwert von 14 Litern flüssigen Kohlenwasserstoffen pro Million Normalkubikmeter Gas liegt.

Die Anmelderin hat festgestellt, dass das Vorliegen von flüssigen Kohlenwasserstoffen in einer Gesamtmenge über dem oben genannten Schwellenwert in einem zu entsäuernden CO2 enthaltenden Gas die Wirkung der vorgenannten Aktivatoren auf die Absorption des CO2 durch das MDEA stark beeinträchtigt, und sie hat herausgefunden, dass, wenn das CO2 enthaltende zu entsäuernde Gas flüssige Kohlenwasserstoffe enthält, die Aktivatoren, die aus niederen Aminoalkylethanolaminen wie Aminoethylethanolamin bestehen, zu einer um etwa 15% bis 20% höheren CO2-Absorption durch das MDEA führen als unter vergleichbaren Bedingungen in Gegenwart der anderen in der Entgegenhaltung WO-A-8911327 beschriebenen Aktivatoren.

Gegenstand der Erfindung ist somit ein regeneratives verfahren zur Entsäuerung eines CO2 sowie flüssige Kohlenwasserstoffe enthaltenden Gases der Art, die einen Absorptionsschritt umfasst, bei dem das zu behandelnde Gas in einer Absorptionszone in Kontakt gebracht wird mit einer Absorptionsflüssigkeit auf Basis von Methyldiethanolamin (MDEA) und einem Beschleuniger für die CO2-Absorption durch das genannte Amin, um ein behandeltes Gas mit reduziertem CO2-Gehalt und eine mit CO2 beladene Absorptionsflüssigkeit herzustellen, sowie einen Regenerationsschritt, bei dem die beladene Absorptionsflüssigkeit einer Regenerationsbehandlung unterzogen wird, um das darin gebundene CO2 freizusetzen und einerseits mindestens eine CO2-reiche saure Gasfraktion und andererseits mindestens eine regenerierte Absorptionsflüssigkeit herzustellen, die in die Absorptionszone zurückgeführt wird, wobei das Verfahren dadurch gekennzeichnet ist, dass der Gesamtgehalt an flüssigen Kohlenwasserstoffen im zu entsäuernden CO2 enthaltenden Gas mehr als 14 Liter flüssige Kohlenwasserstoffe pro Million Normalkubikmeter Gas beträgt und dass der dem Methyldiethanolamin beigefügte Aktivator in der Absorptionsflüssigkeit, die mit dem CO2 und flüssige Kohlenwasserstoffe enthaltenden Gas in Kontakt gebracht wird, aus mindestens einer Verbindung der Formel H2N-CnH2n-NH-CH2-CH2OH besteht, wobei n für eine ganze Zahl zwischen 1 und 4 steht.

Insbesondere ist der dem MDEA beigefügte Aktivator aus der Gruppe der Verbindungen der Formel H2N-(CH2)p-NH-CH2-CH2OH ausgewählt, in der p eine ganze Zahl gleich 2,3 oder 4 ist, wobei der Aktivator insbesondere aus der Verbindung Aminoethylethanolamin der Formel H2N-CH2-CH2-NH-CH2-CH2OH besteht.

Die Absorptionsflüssigkeit liegt vorteilhaft in Form einer wässrigen Lösung aus MDEA und dem Aktivator vor. Gegebenenfalls kann die wässrige Lösung außerdem eine geringe Menge eines oder mehrerer wasserlöslicher organischer CO2-Lösungsmittel enthalten, insbesondere Sulfolan, Methanol oder N-Methylpyrrolidon.

Die MDEA-Konzentration in der Absorptionsflüssigkeit kann zwischen 1 N und 6 N liegen, vorzugsweise zwischen 2,5 N und 5 N.

Die Menge des Aktivators, die dem MDEA in der Absorptionsflüssigkeit beigefügt wird, kann recht stark schwanken. Diese Menge ist vorzugsweise so gewählt, dass das Verhältnis der Molzahl des Aktivators zur Gesamtmolzahl des Aktivators und des MDEA zwischen 0,01 und 0,5 liegt, vorzugsweise zwischen 0,05 und 0,25.

Gemäß der Erfindung enthält das zu behandelnde Gas CO2 sowie flüssige Kohlenwasserstoffe und kann außerdem eine oder mehrere saure gasförmige Verbindungen außer CO2 enthalten, wie zum Beispiel H2S. Ein solches Gas ist insbesondere ein natürliches Gas und sein Gesamtgehalt an CO2 und anderen möglichen sauren gasförmigen Verbindungen wie H2S kann zwischen einigen Zehnteln Vol.-% und einigen Zehn Vol.-% liegen.

Der Gesamtgehalt des zu behandelnden Gases an flüssigen Kohlenwasserstoffen liegt bei über 14 Litern flüssigen Kohlenwasserstoffen pro Million Normalkubikmeter (Nm3) Gas, wobei der Gehalt etwa bei bis zu 10 m3 oder mehr pro Million Nm3 Gas liegen kann. Das in „Normalkubikmetern" angegebene Gasvolumen stellt das Gasvolumen dar, das unter Normalbedingungen von Temperatur und Druck errechnet wurde, d. h. 0°C und 1 Atmosphäre.

Gemäß der Erfindung versteht man unter flüssigen Kohlenwasserstoffen alle im Gas vorliegenden Kohlenwasserstoffe, die unter den Bedingungen, die herrschen, wenn die Absorptionsflüssigkeit und das zu behandelnde Gas in Kontakt gebracht werden, flüssig sind. Die flüssigen Kohlenwasserstoffe können insbesondere paraffinische Kohlenwasserstoffe, aromatische Kohlenwasserstoffe oder auch naphthenische Kohlenwasserstoffe sein, wie solche, die gewöhnlich in aus Lagerstätten gewonnenen natürlichen Gasen vorliegen.

Wie weiter oben beschrieben umfasst die Anwendung des Verfahren gemäß der Erfindung einen Absorptionsschritt, bei dem das zu behandelnde Gas und die Absorptionsflüssigkeit in einer Absorptionszone in Kontakt gebracht werden, vorzugsweise im Gegenstrom, um ein behandeltes Gas mit reduziertem Gehalt an CO2 und anderen möglichen sauren gasförmige Verbindungen herzustellen, wobei der Gehalt im Allgemeinen den vorgegebenen Spezifikationen für behandeltes Gas entspricht, und eine Absorptionsflüssigkeit, die mit CO2 und anderen möglichen sauren gasförmigen Verbindungen beladen ist, sowie einen Regenerationsschritt, bei dem die beladene Absorptionsflüssigkeit einer Regenerationsbehandlung unterzogen wird, um das CO2 und die anderen möglichen sauren gasförmigen Verbindungen freizusetzen, die von der Absorptionsflüssigkeit zurückgehalten werden, und einerseits mindestens eine saure CO2-reiche Gasfraktion und andererseits mindestens eine regenerierte Absorptionsflüssigkeit herzustellen, die in die Absorptionszone zurückgeführt wird.

Die Absorptionszone, in der das zu entsäuernde Gas mit der Absorptionsflüssigkeit in Kontakt gebracht wird, weist vorzugsweise einen Füllkörper mit oder ohne Struktur auf, wodurch eine große Kontaktfläche zwischen der Absorptionsflüssigkeit und dem Gas bereitgestellt wird. Die Absorptionszone kann jedoch auch mit anderen Kontaktelementen Gas/Flüssigkeit, insbesondere Böden für den Gas/Flüssigkeits-Kontakt ausgestattet sein.

Die Regeneration der mit CO2 und anderen möglichen sauren gasförmigen Verbindungen wie H2S beladenen Absorptionsflüssigkeit wird vorzugsweise durch Entspannung in einer oder mehreren Stufen mindestens eines Teils der beladenen Absorptionsflüssigkeit erreicht, wodurch deutliche Einsparungen bei der für diese Regeneration aufzuwendenden Energie ermöglicht werden.

Gemäß einer Anwendungsform der Regeneration wird die gesamte beladene Absorptionsflüssigkeit in einer oder mehreren Stufen entspannt, um den überwiegenden Teil des in der beladenen Absorptionsflüssigkeit vorliegenden CO2 freizusetzen, und anschließend die entspannte Absorptionsflüssigkeit einer ergänzenden Regeneration durch Dampfstrippen durch direktes oder indirektes Erhitzen der Absorptionsflüssigkeit unterworfen, wobei die aus der ergänzenden Regeneration gewonnene Absorptionsflüssigkeit in die Absorptionszone zurückgeführt wird und insbesondere in den oberen Teil dieser Zone. In einer Variante dieser Ausführungsform wird nur ein Teil der entspannten Absorptionsflüssigkeit einer ergänzenden Regeneration durch Strippung unterworfen, wobei die aus der ergänzenden Regeneration gewonnene Absorptionsflüssigkeit wie zuvor beschrieben in den oberen Teil der Absorptionszone zurückgeführt wird, während der Teil der entspannten Absorptionsflüssigkeit, der keiner ergänzenden Regeneration unterworfen wurde, in die Absorptionszone zurückgeführt wird, an einer Stelle der Zone, die unterhalb der Stelle liegt, an der die durch Strippung regenerierte Absorptionsflüssigkeit zurückgeführt wird.

Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Regeneration wird ein Teil der beladenen Absorptionsflüssigkeit entspannt, um den überwiegenden Teil des enthaltenen CO2 freizusetzen, während die Restfraktion der beladenen Absorptionsflüssigkeit direkt einer Regeneration durch Dampfstrippen unterworfen wird durch direktes oder indirektes Erhitzen der Restfraktion, wobei die durch Strippung regenerierte Fraktion dar Absorptionsflüssigkeit in den oberen Teil der Absorptionszone zurückgeführt wird, während die entspannte Fraktion der Absorptionsflüssigkeit in die Absorptionszone unterhalb des Rückführungspunktes der durch Strippung regenerierten Absorptionsflüssigkeit zurückgeführt wird.

Die beladene aus der Absorptionszone gewonnene Absorptionsflüssigkeit kann vorher einer Entspannung unterzogen werden, um nicht-saure Gase wie die von der Absorptionsflüssigkeit zurückgehaltenen Kohlenwasserstoffe freizusetzen, bevor die eigentliche Regeneration durchgeführt wird.

Die Absorptions- und Regenerationsstufe des Verfahrens gemäß der Erfindung, die im Vorangegangenen schematisiert wurden, können in jeder Vorrichtung angewandt werden, die eine Entsäuerung eines Gases mittels einer regenerierbaren Absorptionsflüssigkeit ermöglicht, und insbesondere in solchen Vorrichtungen, die eine zumindest partielle Regeneration durch Entspannung der beladenen Absorptionsflüssigkeit und eventuell eine Vervollständigung der Regeneration durch eine Regeneration durch Strippung ermöglichen. Hier sind insbesondere die Vorrichtungen geeignet, die den in US-A-3 622 267 und US-A-4 336 233 schematisch dargestellten entsprechen.

Die Absorptionszone, in der das zu entsäuernde Gas mit der Absorptionsflüssigkeit in Kontakt gebracht wird, kann insbesondere aus einer Kolonne bestehen, die einen Füllkörper mit oder ohne Struktur aufweist, obwohl auch andere Kolonnenarten, wie zum Beispiel Bodenkolonnen verwendet werden können.

Die Ausführungsbedingungen für die Durchführung der vorgenannten Absorptions- und Regenerationsstufe, insbesondere Temperatur, Druck, Gasmenge und Absorptionsflüssigkeitsmenge befinden sich innerhalb der empfohlenen Bereiche für Gasentsäuerungsverfahren mittels Absorptionsflüssigkeiten auf Basis von MDEA.

So kann der Absorptionsschritt, bei dem das zu behandelnde Gas, das CO2, flüssige Kohlenwasserstoffe und möglicherweise eine oder mehrere saure gasförmige Verbindungen außer CO2 enthält, durch die Absorptionsflüssigkeit gewaschen wird, bei Temperaturen zwischen 10°C und 100°C durchgeführt werden, insbesondere zwischen 30°C und 60°C und bei einem absoluten Druck zwischen 1,5 und 120 bar. Vorteilhaft wird der Druck in der Absorptionszone im oben genannten Bereich so gewählt, dass der Partialdruck des CO2 in dem in der Zone zirkulierenden Gas einen Wert gleich oder über 3 bar absolut aufweist.

Die Regeneration durch Entspannung wird ebenfalls bei der Temperatur der beladenen zu entspannenden Absorptionsflüssigkeit durchgeführt, wobei der erreichte Druck nach jeder Entspannung geringer ist als der Druck der beladenen Absorptionsflüssigkeit, die aus der Absorptionszone abgezogen wird und von einer Entspannung zur nächsten abnimmt, wenn mehrere aufeinander folgende Entspannungen durchgeführt werden. Die Regeneration durch Strippung wird auf übliche Art und Weise durchgeführt, indem die Absorptionsflüssigkeit einer erneuten Erhitzung in einer Strippungszone unterzogen wird, die am Kopf bei einer Temperatur zwischen etwa 80°C und 150°C und bei einem Druck von weniger als 5 bar absolut und meistens zwischen 1,3 und 2,5 bar absolut gehalten wird. Wenn auf die Regeneration durch Entspannung in einer oder mehreren Stufen eine ergänzende Regeneration durch Strippung folgt, wird der Druck der entspannten Absorptionsflüssigkeit, die zur Regeneration durch Strippung geleitet wird, so gewählt, dass er nahe dem Druck im Kopf der Strippungszone liegt.

Die Erfindung wird durch das folgende nicht beschränkende Beispiel veranschaulicht.

BEISPIEL

Es wurden Versuche zum Vergleich (Versuche I bis VI) und gemäß der Erfindung (versuch VII) durchgeführt zur Absorption des CO2-Gehalts in einem Gas, das außerdem flüssige Kohlenwasserstoffe enthielt, mittels Absorptionsflüssigkeiten, die aus wässrigen Lösungen von MDEA und einem Vergleichsaktivator (Versuch I bis VI) oder aus MDEA und einem Aktivator gemäß der Erfindung (Versuch VII) bestanden.

In den Versuchen wurden folgenden Aktivatoren verwendet: Vergleichsaktivatoren: Versuch I: Diethylentriamin (DETA) Versuch II: Hexamethylendiamin (HMDA) Versuch III: Diamino-1,2-cyclohexan (DACH) Versuch IV: Butylmonoethanolamin (BEA) Versuch V: Aminoethylpiperidin (AEPD) Versuch VI: Aminoethylpiperazin (AEPZ)
Aktivator gemäß der Erfindung: Versuch VII: Aminoethylethanolamin (AEEA)

In jedem Versuch wurde das zu behandelnde Gas mittels einer gewählten Absorptionsflüssigkeit gewaschen, wobei in einer Kolonne gearbeitet wurde, die am Kopfteil einen Auslass für die Gase, im oberen Teil einen Einlass für die Flüssigkeiten, im unteren Teil einen Einlass für die Gase und am Boden einen Auslass für die Flüssigkeiten aufwies, wobei der Innenraum der Kolonne zwischen den Einlässen für die Flüssigkeiten und Gase einen Durchmesser von 0,2 m hatte und auf einer Höhe von 3,5 m einen strukturierten Füllkörper des Typs Füllkörper Mellapak® aufwies, der von der Firma SULZER vertrieben wird.

Durch den Gaseinlass der Kolonne wurde in einer Menge von 330 Nm3/h ein Gas zugeführt, das 20 Vol.-% CO2 und 80 Vol.-% Methan enthielt, wobei man dem Gas beim Eintritt in die Kolonne flüssige Kohlenwasserstoffe in einer Menge von 0,33 Liter/h injizierte, die aus einem Kohlenwasserstoffe-Schnitt von C9 bis C13 mit einer Dichte von 0,8 bestanden.

Durch den Einlass für die Flüssigkeiten der Kolonne wurde die gewählte Absorptionsflüssigkeit mit 2,3 m3/h zugeführt, wobei die Absorptionsflüssigkeit aus einer wässrigen Lösung bestand, die 3,4 mol/l MDEA und 0,6 mol/l Aktivator, sowie 60 g/l CO2 enthielt. Am Kopf der Kolonne wurde ein behandeltes CO2-armes Gas und am Boden der Kolonne eine mit CO2 beladene Absorptionsflüssigkeit abgezogen.

Der absolute Druck und die Temperatur im Kopf der Kolonne lagen in den unterschiedlichen Versuchen jeweils bei 40 bar und 50°C.

Das gereinigte Gas aus der Kolonne wurde gasphasenchromatographisch analysiert, um seinen CO2-Gehalt zu bestimmen.

Die Ergebnisse der unterschiedlichen Versuche sind in der folgenden Tabelle zusammengefasst.

TABELLE

Die Prüfung der oben in der Tabelle aufgeführten Ergebnisse zeigt, dass in Gegenwart von flüssigen Kohlenwasserstoffen im zu entsäuernden Gas die Absorptionsflüssigkeit auf Basis von MDEA und dem gemäß der Erfindung verwendeten Aktivator AEEA (Aminoethylethanolamin) (Versuch VII) unter vergleichbaren Ausführungsbedingungen eine größere Menge CO2 absorbiert (Steigerung von 15% bis 20%) als alle Vergleichsabsorptionsflüssigkeiten (Versuch 2 bis VI) auf Basis von MDEA und dem verwendeten Vergleichsaktivator.


Anspruch[de]
  1. Regeneratives Verfahren zur Entsäuerung eines CO2 sowie flüssige Kohlenwasserstoffe enthaltenden Gases der Art, die einen Absorptionsschritt umfasst, bei dem das zu behandelnde Gas in einer Absorptionszone mit einer Absorptionsflüssigkeit auf Basis von Methyldiethanolamin (MDEA) und einem Beschleuniger für die CO2-Absorption durch das genannte Amin in Kontakt gebracht wird, um ein behandeltes Gas mit reduziertem CO2-Gehalt und eine mit CO2 beladene Absorptionsflüssigkeit herzustellen, sowie einen Regenerationsschritt, bei dem die beladene Absorptionsflüssigkeit einer Regenerationsbehandlung unterzogen wird, um das darin gebundene CO2 freizusetzen und um einerseits mindestens eine CO2-reiche saure Gasfraktion und andererseits mindestens eine regenerierte Absorptionsflüssigkeit, die in die Absorptionszone zurückgeführt wird, herzustellen, wobei das Verfahren dadurch gekennzeichnet ist, dass der Gesamtgehalt an flüssigen Kohlenwasserstoffen im zu entsäuernden CO2 enthaltenden Gas mehr als 14 Liter flüssige Kohlenwasserstoffe pro Million Normalkubikmeter Gas beträgt und dass der dem Methyldiethanolamin beigefügte Aktivator in der Absorptionsflüssigkeit, die mit dem CO2 und flüssige Kohlenwasserstoffe enthaltenden Gas in Kontakt gebracht wird, aus mindestens einer Verbindung der Formel H2N-CnH2n-NH-CH2-CH2OH besteht, wobei n eine ganze Zahl zwischen 1 und 4 bedeutet.
  2. verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der dem MDEA beigefügte Aktivator aus den Verbindungen der Formel H2N-(CH2)p-NH-CH2-CH2OH gewählt ist, wobei p eine ganze Zahl gleich 2,3 oder 4 ist.
  3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Aktivator aus der Verbindung Aminoethylethanolamin besteht.
  4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Absorptionsflüssigkeit in Form einer wässrigen Lösung von MDEA und des Aktivators vorliegt.
  5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die wässrige Lösung des MDEA und des Aktivators außerdem eine geringe Menge eines oder mehrerer wasserlöslicher organischer CO2-Lösungsmittel, insbesondere Sulfolan, Methanol oder N-Methylpyrrolidon enthält.
  6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die MDEA-Konzentration in der Absorptionsflüssigkeit zwischen 1 N und 6 N liegt, vorzugsweise zwischen 2, 5 N und 5 N.
  7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Menge des Aktivators, der dem MDEA in der Absorptionsflüssigkeit beigefügt wird, so gewählt ist, dass das Verhältnis der Molzahl des Aktivators zur Gesamtmolzahl von Aktivator und MDEA zwischen 0,01 und 0,5 liegt, vorzugsweise zwischen 0,05 und 0,25.
  8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das zu behandelnde Gas neben dem CO2 und den flüssigen Kohlenwasserstoffen noch eine oder mehrere saure gasförmige Verbindungen außer CO2 enthält, wie zum Beispiel H2S.
  9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Gesamtgehalt an flüssigen Kohlenwasserstoffen des zu behandelnden Gases zwischen mehr als 14 Litern und 10 Kubikmetern flüssige Kohlenwasserstoffe pro Million Normalkubikmeter Gas liegt.
  10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das zu behandelnde Gas in der Absorptionszone mit der Absorptionsflüssigkeit bei Temperaturen zwischen 10°C und 100°C, insbesondere zwischen 30°C und 60°C und bei einem absolutem Druck zwischen 1,5 bar und 120 bar in Kontakt gebracht wird.
  11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Druck in der Absorptionszone so gewählt ist, dass der Partialdruck des CO2 in dem in der genannten Zone zirkulierenden Gas gleich oder größer als 3 bar absolut ist.
  12. verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Absorptionszone, in der das zu entsäuernde Gas mit der Absorptionsflüssigkeit in Kontakt gebracht wird, einen Füllkörper mit oder ohne Struktur aufweist.
  13. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Regeneration der mit CO2 und den anderen möglichen sauren gasförmigen Verbindungen wie H2S beladenen Absorptionsflüssigkeit durch Entspannung in einer oder mehreren Stufen mindestens eines Teils der beladenen Absorptionsflüssigkeit durchgeführt wird.
  14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Regeneration der beladenen Absorptionsflüssigkeit durchgeführt wird, indem man die gesamte beladene Absorptionsflüssigkeit einer Entspannung in einer oder mehreren Stufen unterzieht, um den überwiegenden Teil des in der beladenen Absorptionsflüssigkeit vorliegenden CO2 freizusetzen, und indem man die entspannte Absorptionsflüssigkeit einer ergänzenden Regeneration durch Dampfstrippen durch direktes oder indirektes Erhitzen der Absorptionsflüssigkeit unterzieht, wobei die aus der ergänzenden Regeneration gewonnene Absorptionsflüssigkeit in die Absorptionszone zurückgeführt wird.
  15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass nur ein Teil der entspannten Absorptionsflüssigkeit der ergänzenden Regeneration durch Strippung unterzogen wird, wobei die aus der ergänzenden Regeneration gewonnene Absorptionsflüssigkeit in den oberen Teil der Absorptionszone zurückgeführt wird, während der Teil der entspannten Absorptionsflüssigkeit, der nicht der ergänzenden Regeneration unterzogen wurde, in die Absorptionszone unter die durch Strippung regenerierte Absorptionsflüssigkeit zurückgeführt wird.
  16. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Regeneration der beladenen Absorptionsflüssigkeit durchgeführt wird, indem man eine Fraktion der beladenen Absorptionsflüssigkeit einer Entspannung in einer oder mehreren Stufen unterzieht, um den überwiegenden Teil des enthaltenen CO2 freizusetzen, während der restliche Teil der beladenen Absorptionsflüssigkeit direkt einer Regeneration durch Dampfstrippen durch direktes oder indirektes Erhitzen der genannten restlichen Fraktion unterzogen wird, wobei die durch Strippung regenerierte Fraktion der Absorptionsflüssigkeit in den oberen Teil der Absorptionszone zurückgeführt wird, während die entspannte Fraktion der Absorptionsflüssigkeit in die Absorptionszone unter die durch Strippung regenerierte Absorptionsflüssigkeit zurückgeführt wird.
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