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Dokumentenidentifikation DE10253752A1 03.06.2004
Titel Verfahren zur Herstellung von Ethern
Anmelder BASF AG, 67063 Ludwigshafen, DE
Erfinder Modi, Andrea, Dr.rer.nat., 68163 Mannheim, DE;
Fischer, Rolf-Hartmuth, Dr., 69121 Heidelberg, DE;
Krug, Thomas, 67550 Worms, DE;
Sirch, Tilman, 67105 Schifferstadt, DE
DE-Anmeldedatum 19.11.2002
DE-Aktenzeichen 10253752
Offenlegungstag 03.06.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 03.06.2004
IPC-Hauptklasse C07C 59/285
Zusammenfassung Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von Ethern der Formel I
<formula>
worin R1 und R2 gleich oder verschieden sein können und für Wasserstoff, substituierte oder unsubstituierte lineare oder verzweigte Alkylketten mit 1 bis 20 Kohlenstoffatomen, substituierte oder unsubstituierte cycloaliphatische Reste mit einer Ringgröße von 5 bis 8 Kohlenstoffatomen, wobei die Ringe durch ein Heteroatom unterbrochen sein können, stehen oder R1 und/oder R2 unsubstituierte oder substituierte aromatische Reste sind oder gemeinsam eine Kette aus 5 bis 7 Methylengruppen bilden, und R3 lineare oder verzweigte Alkylketten mit 1 bis 20 Kohlenstoffatomen darstellt,
durch Hydrierung von Acetalen der Formel II
<formula>
in der R1, R2 und R3 die oben genannte Bedeutung haben, in Gegenwart von Wasserstoff an Kupferoxid, Aluminiumoxid und gegebenenfalls zusätzlich Manganoxid enthaltenden Katalysatoren.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Ethern durch Hydrierung von Acetalen in Gegenwart von Kupferoxid, Aluminiumoxid und gegebenenfalls Manganoxid enthaltenden Katalysatoren.

Die katalytische Hydrierung von Acetalen in Gegenwart von Edelmetall-Katalysatoren lässt sich für die Synthese von Ethern nutzen.

So ist als US 4 847 425 bekannt, substituierte Benzaldehyddialkylacetale in Gegenwart von Edelmetallen der achten Gruppe des Periodensystems der Elemente mit Wasserstoff zu entsprechenden, substituierten Cyclohexylgruppen enthaltenden Dialkylethern zu hydrieren. Nach Beispiel 1 lässt sich 4-(1-Methoxy-1-methylethyl)-benzaldehyddimethylacetal bei 130°C/200 bar in Gegenwart von Rutheniumhydroxid und THF als Lösungsmittel mit 94 %iger Ausbeute zu 4-Isopropylcyclohexylmethylmethylether hydrieren.

Es ist weiterhin bekannt, Acetale in Gegenwart von überwiegend Kupfer enthaltenden Katalysatoren zu Ethern zu hydrieren.

EP-A 810 194 offenbart die Herstellung von 3-Oxyalkylpropan-1-olen durch katalytische Hydrierung von 1,3-Dioxanen, welche cyclische Acetale sind, an bevorzugt Kupfer enthaltenden Trägerkatalysatoren.

Aus DE-A 24 34 057, Beispiel 3, ist bekannt, das Formal des Ethylenglykolmonomethylethers durch Hydrogenolyse mit Wasserstoff in Gegenwart eines aus Kupfer auf Aluminiumoxid/Siliziumdioxid bestehenden Katalysators bei 180°C/110 bar zu Ethylenglykoldimethylether zu spalten. Die Selektivität beträgt 95 %, der Umatz aber nur 43 %.

Aus US 5,008,408 ist weiterhin bekannt, Acetale des Tetrahydrofurans mit Wasserstoff hydrogenolytisch in Gegenwart von Kupfer enthaltenden Katalysatoren zu Gemischen aus 1,4-Butandiol, Tetrahydrofuran und geringen Mengen 4,4-Dihydroxydibutylether umzusetzen. Als Katalysatoren werden Kupferkatalysatoren verwendet, die zusätzlich Elemente der achten Nebengruppe enthalten können und auf festen sauren Trägern aufgebracht sind. So werden nach Beispiel 1 c bei der Hydrierung von 120 g eines Gemisches von Acetalen des Tetrahydrofurans bei 175°C/200 bar in Gegenwart eines 55,6 % Kupfer auf Aluminiumoxid enthaltenden Katalysators 66,5 g THF, 46,5 g 1,4-Butandiol, aber nur 2,5 g 4,4-Dihydroxydibutylether erhalten.

Es ist weiterhin z.B. aus DE 32 28 500 bekannt, dass bei Synthesen wie z.B. bei der Hydroformylierung und Carbonylierung von Olefinen mit Kohlenmonoxid und Wasserstoff zu Aldehyden als Nebenprodukte auftretende Acetale oftmals die Aufarbeitung der Syntheseausträge erschweren.

Es bestand daher die Aufgabe, kostengünstige, aktive Katalysatoren mit hoher Standzeit bereitzustellen, die es ermöglichen, Acetale unterschiedlichster Struktur in hohen Ausbeuten und Selektivitäten zu Ethern zu hydrieren. Weiterhin soll das Verfahren keine chromhaltigen Katalysatoren benötigen. Gewünscht wird ein Verfahren, das sich nicht nur auf eine Vielfalt von Acetalen anwenden lässt, sondern auch geeignet ist, in Reaktionsgemischen als schwer abtrennbares Nebenprodukt enthaltene Acetale in nicht mehr störende oder gegebenenfalls leicht abtrennbare Ether umzuwandeln.

Diese Aufgabe wird gelöst in einem Verfahren zur Herstellung von Ethern der Formel I

worin R1 und R2 gleich oder verschieden sein können und für Wasserstoff, substituierte oder unsubstituierte lineare oder verzweigte Alkylketten mit 1 bis 20 Kohlenstoffatomen, substituierte oder unsubstituierte cycloaliphatische Reste mit einer Ringgröße von 5 bis 8 Kohlenstoffatomen, wobei die Ringe durch ein Heteroatom unterbrochen sein können, stehen oder R1 und/oder R2 unsubstituierte oder substituierte aromatische Reste sind oder gemeinsam eine Kette aus 5 bis 7 Methylengruppen bilden, und R3 lineare oder verzweigte Alkylketten mit 1 bis 20 Kohlenstoffatomen darstellt,

durch Hydrierung von Acetalen der Formel II
in der R1, R2 und R3 die oben genannte Bedeutung haben durch Hydrierung in Gegenwart von Wasserstoff an Kupferoxid, Aluminiumoxid und gegebenenfalls zusätzlich Manganoxid enthaltenden Katalysatoren

Die Reste R1 und R2 können die vorstehenden Bedeutung haben und jeweils substituiert oder unsubstituiert sein. Als Substituenten kommen neben C1- bis C4-Alkoxy, C2- bis C4-Acyl-, C2- bis C4-Acyloxy-, Carboxy- und Formyl-Reste in Betracht. Die Acetale der allgemeinen Formel (II) können daher hydrierbare Substituenten enthalten, die bei der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens ebenfalls hydriert werden. So werden Carbonsäure-, Carbonsäureester-, Aldehyd- und Ketogruppen zu entsprechenden Alkoholen und Alkene zu Alkanen hydriert.

Beispiele für Acetale der Formel II sind substituierte und unsubstituierte Dialkyl-, Dicycloalkylacetale des Benzaldehyds, Mono- und Diacetale des Cyclohexanons, 1,2-, 1,3- und 1,4-Cyclohexandions, der C2- bis C20-Alkanale, der 3-Formylpropionsäurealkylester, der 5-Formylvaleriansäureester, der Laevulinsäureester, des Cyclopentanons, des Nicotinaldehyds, des 3-Pentenals, des Furfurals, des Acroleins. Befindet sich die Acetalgruppe direkt an einem Aromaten (z.B. Benzaldehyddimethylacetal), so kann der entstehende Ether (z.B. Benzylmethylether) ganz oder teilweise zum Methylaromaten (z.B. Toluol) weiterhydriert werden.

Die Hydrierung kann mit oder ohne Zusatz von Lösungsmitteln durchgeführt werden. Als Lösungsmittel sind z.B. Kohlenwasserstoffe wie Cyclohexan, Ether wie Tetrahydrofuran, Dioxan, Methyltert. Butylether, Alkohole wie Methanol, Ethanol, Butanole geeignet. Besonders bevorzugt ist es, den Alkohol zu verwenden, der bei der Hydrierung des Acetals freigesetzt wird.

Falls Lösungsmittel verwandt wird, setzt man die Ausgangsverbindung der Formel II als 0,01 bis 50 gew.-%ige Lösung, insbesondere als 5 bis 20 gew.-%ige, ein.

Das Acetal (II) kann aber auch Teil eines Reaktionsgemisches sein. Insbesondere in Fällen, wo das Acetal (II) eine vom gewünschten Produkt in dem Reaktionsgemisch schlecht abtrennbare Nebenkomponente ist, kann dieses Reaktionsgemisch in das erfindungsgemäße Verfahren als zu hydrierender, acetalhaltiger Ausgangsstoff eingesetzt werden.

Als Ausgangsstoff für das erfindungsgemäße Verfahren können daher reine Acetale der allgemeinen Formel (II) oder Gemische verschiedener Acetale (Acetalgemisch) oder acetalhaltige Gemische, die andere Verbindungen, wie z.B. Aldehyde, Ketone, Carbonsäureester, Ether, Alkohole und/oder Carbonsäuren, neben Acetalen enthalten, eingesetzt werden.

Bevorzugt kann man acetalhaltige Gemische einsetzen wie sie z.B. bei der Hydroformylierung oder Carbonylierung von Butadien in Gegenwart von Cobalt- oder Rhodium-Katalysatoren anfallen (siehe DE-A 32 28 500). Die dabei gebildeten 5-Formylvaleriansäure- oder Adipinsäureester enthalten das nebenprodukt 6,6-Dimethoxycapronsäureester. Bei der Hydrierung dieser Ester zu 1,6-Hexandiol wird 6,6-Dimethoxycapronsäureester in das destillativ leicht abtrennbare 6-Methoxyhexanol umgewandelt.

Das Molverhältnis von Wasserstoff zum Acetal, Acetalgemisch oder acetalhaltigen Gemisch beträgt 0,1:1 bis 100:1, bevorzugt 1:1 bis 50:1.

Als Katalysatoren werden solche verwendet, die in ihrer unreduzierten Form Kupferoxid und Aluminiumoxid enthalten und chromfrei sind.

Die unreduzierten Kupferoxid/Aluminiumoxid-Katalysatoren enthalten 10 bis 80 Gew.-% Kupferoxid und 90 bis 20 Gew.-% Aluminiumoxid, bevorzugt 20 bis 70 Gew.-% Kupferoxid und 80 bis 30 Gew.-% Aluminiumoxid, besonders bevorzugt 30 bis 60 Gew.-% Kupferoxid und 70 bis 40 Gew.-% Aluminiumoxid.

Optionsweise können die erfindungsgemäß verwendeten Katalysatoren, ein oder mehrere weitere Metalle oder eine Verbindung davon, vorzugsweise ein Oxid, aus den Gruppen 1 bis 14 (IA bis VIIIA und IB bis IVB der alten IUPAC-Nomenclatur) des Periodensystems der Elemente enthalten. Wird ein solch weiteres Oxid verwendet, wird vorzugsweise TiO2, ZrO2, SoO2, ZnO und/oder MgO eingesetzt. Die dabei eingesetzten Mengen betragen 0,1 bis 40 Gew.-%, insbesondere 1 bis 20 Gew.-%, bezogen auf den unreduzierten Katalysator.

Die eingesetzten Katalysatoren können zudem ein Hilfsmittel in einer Menge von 0 bis 10 Gew.-% enthalten. Unter Hilfsmittel versteht man organische und anorganische Stoffe, die zu einer verbesserten Verarbeitung während der Katalysatorherstellung und/ oder zu einer Erhöhung der mechanischen Festigkeit der Katalysatorformkörper beitragen. Derartige Hilfsmittel sind dem Fachmann bekannt; Beispiele umfassen Graphit, Stearinsäure, Kieselgel und Kupferpulver.

Weiterhin sind chromfreie Katalysatoren geeignet, die in unreduzierter Form Kupferoxid, Aluminiumoxid und Manganoxide enthalten. Sie sind in EP 552 463 B1, auf die hier ausdrücklich Bezug genommen wird, beschrieben und besitzen folgende Merkmale:

  • a) ihre oxidische Form entspricht im wesentlichen der Zusammensetzung CuaAlbZrcMndOx wobei die folgenden Beziehungen gelten:

    a > 0; b > 0; c ≥ 0; d > 0; a > b/2; b > a/4; a > c; a > d;

    und x die zur Wahrung der Elektroneutralität pro Formeleinheit erforderliche Anzahl von Sauerstoffionen bezeichnet;
  • b) die Metallmasse, welche durch 2-minütiges Rühren von 10 g des oxidischen Katalysators in 100 ml 10 gew.-%iger Essigsäure bei 20°C gelöst wird beträgt maximal 400 mg.
  • c) die BET-Oberfläche liegt zwischen 10 und 150 m2/g.

    Nach einer weiteren Ausführungsform enthält der erfindungsgemäße Katalysator einen geringeren Anteil an Aluminiumoxid. Der Katalysator nach dieser Ausführungsform ist durch folgende Merkmale gekennzeichnet:

    a) seine oxidische Form entspricht im wesentlichen der Zusammensetzung CuaAlbZrcMndOx wobei die folgenden Beziehungen gelten:

    a > 0; b = a/40 bis a/4; c ≥ 0; d > 0; a > c; a = 0,5d bis 0,95d

    und x die zur Wahrung der Elektroneutralität pro Formeleinheit erforderliche Anzahl von Sauerstoffionen bezeichnet;

    b) die Metallmasse, welche durch 2-minütiges Rühren von 10 g des oxidischen Katalysators in 100 ml 10 gew.-%iger Essigsäure bei 200°C gelöst wird, beträgt maximal 400 mg:

    c) die BET-Oberfläche liegt zwischen 5 und 150 m2/g.
  • d) die oxidische Form ist durch thermische Behandlung einer Zwischenstufe im Temperaturbereich von 450 bis 900°C, vorzugsweise im Temperaturbereich von 500 bis 800°C erhältlich.

Die Katalysatoren lassen sich nach dem Fachmann bekannten Methoden herstellen.

Bevorzugt sind Herstellverfahren für die Katalysatoren, bei denen das Kupferoxid fein verteilt und innig vermischt mit den anderen Bestandteilen anfällt, besonders bevorzugt sind Fällungsreaktionen. Dabei werden in einem Lösungsmittel gelöste Vorläuferverbindungen in Gegenwart weiterer löslicher oder im Lösungsmittel suspendierter Metallverbindungen mit einem Fällungsmittel ausgefällt, abfiltriert, gewaschen, getrocknet und gegebenenfalls calciniert. Das so erhaltene Katalysatormaterial kann nach bekannten Methoden zu den Formkörpern verarbeitet werden, beispielsweise durch Extrudieren, Tablettieren oder durch Agglomerationsverfahren, gegebenenfalls unter Zusatz von Hilfsmitteln. Alternativ können erfindungsgemäße Katalysatoren beispielsweise auch durch Aufbringen der Aktivkomponente auf einen Träger hergestellt werden, beispielsweise durch Tränken oder Aufdampfen. Weiterhin können erfindungsgemäße Katalysatoren durch Verformen einer heterogenen Mischung aus Aktivkomponente oder Vorläuferverbindung hiervon mit einer Trägerkomponente oder Vorläuferverbindung hiervon erhalten werden. Die Katalysatoren werden in reduzierter, aktivierter Form verwendet. Die Aktivierung des Katalysators erfolgt mit reduzierenden Gasen, vorzugsweise mit Wasserstoff, besonders bevorzugt im Gemisch mit Inertgasen wie Stickstoff oder Argon, entweder vor oder nach dem Einbau in den Reaktor, in dem das erfindungsgemäße Verfahren durchgeführt wird. Wurde der Katalysator in oxidischer Form in den Reaktor eingebaut, so kann die Aktivierung sowohl vor dem Anfahren der Anlage mit der erfindungsgemäßen Hydrierung als auch während des Anfahrens, also in situ, durchgeführt werden. Die separate Aktivierung vor dem Anfahren der Anlage erfolgt im allgemeinen mit reduzierenden Gasen, vorzugsweise Wasserstoff oder Wasserstoff/Inertgas-Gemischen bei erhöhten Temperaturen, vorzugsweise zwischen 100 und 300°C. Bei der sogenannten insitu-Aktivierung erfolgt die Aktivierung beim Hochfahren der Anlage durch Kontakt mit Wasserstoff bei erhöhter Temperatur.

Die Katalysatoren werden als Formkörper verwendet. Beispiele umfassen Stränge, Rippstränge, andere Extrudatformen, Tabletten, Ringe, Kugeln und Splitt.

Falls die Aktivität und/oder Selektivität des Katalysators dennoch im Laufe ihrer Betriebszeit sinken sollte, kann der erfindungsgemäß verwendete Katalysator durch dem Fachmann bekannte Maßnahmen regeneriert werden. Hierzu zählt vorzugsweise eine reduktive Behandlung des Katalysators im Wasserstoffstrom bei erhöhter Temperatur. Gegebenenfalls kann der reduktiven Behandlung eine oxidative vorausgehen: Hierbei wird die Katalysatorschüttung mit einem molekularen Sauerstoff enthaltenden Gasgemisch, beispielsweise Luft, bei erhöhter Temperatur durchströmt. Weiterhin besteht die Möglichkeit, den Katalysator mit einem geeigneten Lösungsmittel, beispielsweise Ethanol, THF oder GBL, zu waschen und anschließend in einem Gasstrom zu trocknen.

Gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren zur Herstellung von Ethern wird bei Temperaturen von 50 bis 300°C, insbesondere 150 bis 240°C und Drucken von 0,1 bis 30 MPa, insbesondere von 15 bis 250 MPa hydriert. Die Hydrierung wird in der Gas- oder Flüssigphase durchgeführt. Man arbeitet diskontinuierlich, bevorzugt aber kontinuierlich, in der Sumpf- oder Rieselfahrweise, wobei der Katalysator fest angeordnet ist. Es ist auch möglich, suspendierte Katalysatoren einzusetzen.

Dabei haben sich Katalysatorbelastungen von 0,01 bis 1, bevorzugt 0,05 bis 0,5 kg Acetal II/Liter Katalysator und Stunde bewährt.

Als Reaktoren verwendet man z.B. Rohrreaktoren und Rohrbündelreaktoren.

In der bevorzugten kontinuierlichen Fahrweise wird nach der Hydrierung nicht umgesetzter Wasserstoff im allgemeinen abgetrennt und in den Hydrierreaktor zurückgeführt (Kreisgasfahrweise).

Die Aufarbeitung der Hydrierprodukte wird in an sich bekannter Weise durchgeführt. Sie erfolgt, gegebenenfalls beispielsweise nach destillativer Abtrennung des Lösungsmittels durch Destillation und/oder Kristallisation.

Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht es, durch Acetalisierung von Aldehyden oder Ketonen und anschließende Hydrierung Ether mit zwei gleichen, oder auch zwei unterschiedlichen organischen Resten herzustellen. Weiterhin gelingt es mit Hilfe des Verfahrens störende Acetale in nicht mehr störende oder leicht abtrennbare Ether umzuwandeln. Verwendbar hierfür sind gegenüber Edelmetallen Kostengünstige Kupferkatalysatoren.

Beispiele Beispiel 1 Hydrierung von 2,2-Dimethoxypropan

Als Katalysator wird ein in nichtreduzierter Form 55 % CuO, 35 % Al2O3 und 10 m% Mn2O3 enthaltender Katalysator verwendet. Vor dem Einfüllen in den Reaktor wurde der Katalysator bei 200°C/300 bar mit Wasserstoff aktiviert.

Ein 300 ml Rührautoklav wurde mit 20 g des Katalysators in reduzierter Form, die in einem Drahtkorb angeordnet waren, und 150 g einer 5 gew.-%igen Lösung von 2,2-Dimethoxypropan in Methanol beschickt. Es wurde zunächst ein H2-Druck von 50 bar aufgepresst. Die Reaktionsmischung wurde auf 210°C erwärmt und dann wurde bis zu einem H2-Druck von 240 bar nachgepresst. Über 12 Stunden lang wurde gerührt. Nach 12 Stunden wurde der Autoklav abgekühlt, entspannt und die Reaktionsmischung gaschromatographisch analysiert. Die Ausbeute an 2-Methoxypropan betrug 98 % (bezogen auf eingesetztes 2,2-Dimethoxypropan). Die Ausgangsverbindung war im GC-Chromatogramm nicht mehr erkennbar.

Beispiel 2 Hydrierung von 1,1,4,4-Tetramethoxycyclohexan

Beispiel 1 wurde wiederholt, wobei anstelle von 2,2-Dimethoxypropan eine 5 gew.-%ige Lösung von 1,1,4,4-Tetramethoxycyclohexan in Methanol eingesetzt wurde. Die Ausbeute an 1,4-Dimethoxycyclohexan betrug 97 % (bezogen auf eingesetztes 1,1,4,4-Tetramethoxycyclohexan).

Beispiel 3 Hydrierung von 6,6-Dimethoxycapronsäuremethylester

Beispiel 1 wurde wiederholt, wobei anstelle von 2,2-Dimethoxypropan eine 5 gew.-%ige Lösung von 6,6-Dimethoxycapronsäuremethylester in Methanol eingesetzt wurde. Die Ausbeute an 6-Methoxyhexanol betrug 94 % (bezogen auf eingesetzten 6,6-Dimethoxycapronsäuremethylester).

Beispiel 4 Hydrierung von Benzaldehyddimethylacetal zu Benzylmethylether und Toluol

Beispiel 1 wurde wiederholt, wobei anstelle von 2,2-Dimethoxypropan eine 5 gew.-%ige Lösung von Benzaldehyddimethylacetal in Methanol eingesetzt wurde. Der Hydrieraustrag bestand laut GC-Analyse (ohne Methanol) zu 72 % aus Toluol, zu 25 % aus Benzylmethylether, zu je 1 % aus Methylcyclohexan und Cyclohexylmethylen-Methylether und zu 0,2 % aus Ausgangsprodukt.

Beispiel 5

Beispiel 3 wurde wiederholt, wobei anstelle einer 5 gew.-%igen eine 30 gew.-%ige Lösung von 6,6-Dimethoxycapronsäuremethylester eingesetzt wurde. Die Ausbeute an 6-Methoxyhexanol betrug 89 %. Der Versuch zeigt, dass die Umsetzung auch im synthetischen Maßstab praktikabel ist.

Beispiel 6

Beispiel 3 wurde wiederholt, wobei anstelle des Cu/Al2O3/Mn2O3-Katalysators ein nach WO 02/48128, Beispiel 1a, hergestellter Cu/ Al2O3-katalysator (vor der Aktivierung 50 Gew.-% CuO, 50 Gew.-% Al2O3) verwendet wurde. Die Ausbeute an 6-Methoxyhexanol betrug 85 % (bezogen auf eingesetzten 6,6-Dimethoxycapronsäuremethylester).


Anspruch[de]
  1. Verfahren zur Herstellung von Ethern der Formel I
    worin R1 und R2 gleich oder verschieden sein können und für Wasserstoff, substituierte oder unsubstituierte lineare oder verzweigte Alkylketten mit 1 bis 20 Kohlenstoffatomen, substituierte oder unsubstituierte cycloaliphatische Reste mit einer Ringgröße von 5 bis 8 Kohlenstoffatomen, wobei die Ringe durch ein Heteroatom unterbrochen sein können, stehen oder R1 und/oder R2 unsubstituierte oder substituierte aromatische Reste sind oder gemeinsam eine Kette aus 5 bis 7 Methylengruppen bilden, und R3 lineare oder verzweigte Alkylketten mit 1 bis 20 Kohlenstoffatomen darstellt,

    durch Hydrierung von Acetalen der Formel II
    in der R1, R2 und R3 die oben genannte Bedeutung haben, in Gegenwart von Wasserstoff an Kupferoxid, Aluminiumoxid und gegebenenfalls zusätzlich Manganoxid enthaltenden Katalysatoren
  2. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die verwendeten Katalysatoren chromfrei sind.
  3. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass man Katalysatorbelastungen von 0,01 bis 1 kg Acetal/l Katalysator · Stunde einhält.
  4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass man die Hydrierung bei 50 bis 300°C durchführt.
  5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß man die Hydrierung bei 0,1 bis 30 MPa durchführt.
  6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass man als zu hydrierende acetalhaltige Ausgangsstoffe Aldehyde, Ketone, Carbonsäureester, Ether, Alkohole, Carbonsäuren einsetzt.
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