Um die Klangentfaltung, insbesondere die Lautstärke einer Orgel verstellen
zu können, wird bekannterweise ein Teilwerk der Pfeifenorgel in Form eines sogenannten
Schwellwerks gebaut. Dabei ist eine Anzahl von Pfeifenregistern in einem schalldicht
abgeschlossenen Kasten oder Behälter angeordnet, an dessen Vorderseite mehrere schwenkbare
oder in anderer Weise zu öffnende Schwelljalousien gelagert sind. Die Schwelljalousien
können während des Orgelspiels geöffnet oder geschlossen werden, wobei im geöffneten
Zustand der Klang des Schwellwerks voll austreten kann, während im geschlossenen
Zustand die Klangentfaltung nach außen sehr gering ist, die Orgel somit leise gespielt
werden kann.
Zur Steuerung der Schwelljalousien dient bekannterweise eine Schub-Zugstange,
mittels derer das Öffnen bzw. das Schließen der Schwelljalousien hervorgerufen wird.
Bei bekannten Schwelljalousien für Pfeifenorgeln wird die Schub-Zugstange pneumatisch
betätigt. Dazu dienen mehrere Windbälge, beispielsweise sechs oder zehn Windbälge,
welche zusammengebaut und mittels einer elektropneumatischen Steuerung einzeln ein-
bzw. ausgeschalten werden können. Aus der Addition der Bewegungen der einzelnen
Windbälge ergibt sich eine Bewegung der Schub-Zugstange und somit ein Öffnen bzw.
Schließen der Schwelljalousien.
Bei den bekannten Jalousiensteuerungen erweist es sich als nachteilig,
dass diese keine fein dosierte, stufenlose Einstellung der Schub- und Zugstange
ermöglichen und zudem einen erheblichen mechanischen Aufwand erfordern. Ein weiterer
Nachteil ergibt sich aus den relativ starken Luftausblasgeräuschen, welche insbesondere
bei leisem Orgelspiel das Klangempfinden erheblich beeinträchtigen können. Zudem
ist es erforderlich, geeignete Maßnahmen zur Luftzuführung zu den Windbälgen zu
treffen.
Aus der DE 3911730 A1
ist eine Jalousiesteuerung für eine Orgel bekannt. Um eine feindosierte, gleichmäßige
Betätigung der Schwelljalousien zu ermöglichen und um die Jalousiesteuerung den
verschiedenen Einsatzbedingungen anpassen zu können, ist vorgesehen, dass die Schub-Zugstange
mit einer elektrischen Antriebseinrichtung auskuppelbar betriebsverbunden ist. Dazu
ist beispielsweise ein Elektromotor, welcher mit einem Zahnrad verbunden ist, vorgesehen,
wobei das Zahnrad mit einer mit der Schub-Zugstange verbundenen Zahnstange kämmt.
Der Elektromotor und das Zahnrad sind mittels eines Hubmagneten von der Zahnstange
auskuppelbar.
Nachteilig an den aus dem Stand der Technik bekannten Jalousiesteuerungen
ist jedoch das es sich zumeist um relativ Betriebslaute bzw. Wartungsintensive Systeme
handelt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Jalousiesteuerung der
eingangs genannten Art zu schaffen, welche eine stufenlose, fein dosierbare Betätigung
der Schwelljalousien ermöglicht, welche einfach und betriebssicher aufgebaut ist
und den verschiedensten baulichen bedienungsmäßigen Anforderungen entspricht.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, dass die Schub-Zugstange
mit einem, einer Antriebseinrichtung zugehörigen, Antriebsschlitten verbunden ist,
wobei der Antriebsschlitten auf einem in Längsachse der Schub-Zugstange verstellbar
gelagerten Linearantrieb angeordnet ist. Dadurch zeichnet sich die erfindungsgemäße
Jalousiesteuerung durch eine Reihe erheblicher Vorteile aus.
Da die Schub-Zugstange bzw. der Antriebsschlitten auf einem Linearantrieb
angeordnet ist, kann die Jalousiesteuerung als besonders geräuscharm angesehen werden.
Außerdem können mittels des Linearantriebs auch sehr hohe auftretende Kräfte problemlos
übertragen werden. Ein weiterer Vorteil des Linearantriebs liegt in der hohen Steifigkeit
bzw. in der hohen Dynamik des Linearantriebs. Darüber Hinaus kann die Jalousiesteuerung
als nahezu wartungsfrei angesehen werden weil sich insbesondere der Linearantrieb
durch eine sehr hohe Lebensdauer auszeichnet.
Ein weiterer Vorteil der Erfindung liegt darin, dass es sich bei dem
Linearantrieb um einen stufenlos angetriebenen Linearantrieb handeln kann. Damit
kann eine sehr dynamische und stufenlose Verstellung der Schwelljalousien erreicht
werden. Die Schwelljalousien können somit ohne Zeitverzögerung zuverlässig geöffnet
oder geschlossen werden. Um den Antrieb des Antriebsschlittens nahezu spielfrei
zu gestalten kann der Antriebsschlitten über einen Zahnriemen angetrieben werden.
Durch den Einsatz eines Zahnriemens ist eine genauere Weg- und Positionskontrolle
des Arbeitsschlittens bei gleichzeitigen hohen Geschwindigkeiten und geringer Wartung
zu erreichen.
Um die Bewegung der Jalousiesteuerung realisieren zu können, kann
an der Antriebseinrichtung ein Elektromotor vorgesehen sein, mit dem ein, mit dem
Elektromotor über eine Antriebswelle antriebsverbundenes, Riemenrad antreibbar ist.
Der Antrieb mittels Elektromotor hat den Vorteil, dass die Schub-Zugstange in nahezu
beliebiger Weise spielfrei verschoben werden kann, so dass sich ein stufenloser
Öffnungs- bzw. Schließzustand der einzelnen Schwelljalousien ergibt.
Der Elektromotor kann dabei über die Antriebswelle direkt mit dem
Riemenrad antriebsverbunden sein.
Es ist aber auch denkbar, dass an der Antriebseinrichtung ein zwischen
Elektromotor und Riemenrad angeordnetes Getriebe vorgesehen sein kann. Welche Ausführungsform
beim Einsatz der Jalousiesteuerung Verwendung findet spielt erfindungsgemäß jedoch
keine Rolle.
Bei dem Elektromotor selber kann es sich um einen Getriebemotor, einen
Servomotor oder einen Drehstrommotor handeln. Natürlich sind auch
hier andere Ausführungsformen der Erfindung denkbar. Welcher Motorentyp zum Einsatz
kommt hängt in erster Linie von Art und Größe der Jalousiesteuerung bzw. von der
genauen Auslegung des Linearantriebs ab.
Um die Jalousiesteuerung so platzsparend wie möglich zu gestalten
kann es von Vorteil sein den Elektromotor in unmittelbarer Nähe der Antriebseinrichtung
anzuordnen. Somit können große Achslängen der Antriebswellen bzw. Motorwellen vermieden
werden.
Die Antriebseinrichtung der Jalousiesteuerung kann im Wesentlichen
aus einer Antriebseinheit und dem mit der Antriebseinheit verbundenen Antriebsschlitten
bestehen.
Die Antriebseinheit wiederum kann zumindest aus einem antreibbaren
Riemenrad, einem Umlenkrad sowie einem das Riemenrad bzw. das Umlenkrad zumindest
bereichsweise umlaufenden Zahnriemen gebildet sein.
Ein großer Vorteil der Jalousiesteuerung liegt darin, dass die Antriebseinrichtung
in einem im Wesentlichen geschlossenen Gehäuse angeordnet sein kann, wobei das Gehäuse
zumindest eine Ausnehmung aufweist, durch welche die Schub-Zugstange ein- und ausgefahren
werden kann. Dies hat den Vorteil, dass die Jalousiesteuerung bzw. die Antriebseinrichtung
vor äußeren Einflüssen, wie zum Beispiel Staub und Schmutz, geschützt ist. Dadurch
kann die erfindungsgemäße Jalousiesteuerung nahezu wartungsfrei betrieben werden.
Ein weiterer Vorteil eines die Antriebseinrichtung umgebenden Gehäuses liegt darin,
dass die ohnehin verminderte Geräuschentwicklung der Jalousiesteuerung nochmals
reduziert werden kann.
Die Jalousiesteuerung kann weiterhin als eine separat montierbare
Baugruppe betrachtet werden, die sich insbesondere durch eine hohe Flexibilität
bzw. eine sehr lange Lebensdauer ausweist. Die Jalousiesteuerung kann also bei Bedarf
nachträglich an neueren oder älteren Orgelmodellen nachgerüstet werden.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand lediglich einer bevorzugten
Ausführungsform darstellender Zeichnungen näher erläutert.
Es zeigt:
1 eine erfindungsgemäße Jalousiesteuerung
in einer seitlichen Schnittansicht;
2 die Jalousiesteuerung gemäß
1 in einer Schnittansicht von oben.
1 zeigt eine erfindungsgemäße Jalousiesteuerung
01 in einer Schnittdarstellung. Das Gehäuse 02 umschließt die
Antriebseinrichtung 03 fasst vollständig. Es ist lediglich eine Ausnehmung
04 zu erkennen, durch die die Schub-Zugstange 05 der Jalousiesteuerung
01 aus- bzw. eingefahren werden kann. Die Schub-Zugstange 05 ist
mit Klemmmitteln 06 und 07 am Arbeitsschlitten 08 befestigt.
Die Füße 09 bzw. 10 der Antriebseinrichtung 03 können
mit dem Gehäuse 02 zum Beispiel mittels Schrauben verbunden werden. Am
Arbeitsschlitten 08 ist der Zahnriemen 11 befestigt. Der Zahnriemen
11 umläuft sowohl ein Antriebsrad 12 als auch ein Umlenkrad
13. Wird das Riemenrad 12 bewegt, so wird der Antriebsschlitten
08 über die Linearführung nach vorne bzw. hinten bewegt. Dabei tritt die
Schub-Zugstange 05 je nach Arbeitsstellung des Arbeitsschlittens
08 mehr oder weniger aus dem Gehäuse 02 hervor.
2 zeigt die Jalousiesteuerung
01 in einer Schnittansicht von oben. Neben der Antriebseinrichtung
03 ist ein Motor 14 in dem Gehäuse 02 vorgesehen. Der
Motor 14 ist mit dem Riemenrad 12 antriebsverbunden. Es empfiehlt
sich das Gehäuse so zu gestalten, dass es mit einem schwenkbaren Deckel oder Ähnlichem
ausgestattet ist, um wenn nötig Einstellarbeiten an der Antriebseinrichtung
03 bzw. am Motor 14 vornehmen zu können.