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Dokumentenidentifikation DE202004002743U1 03.06.2004
Titel Jalousiesteuerung
Anmelder Otto Heuss GmbH, 35423 Lich, DE
Vertreter Patent- und Rechtsanwälte Böck Tappe Kollegen, 35390 Gießen
DE-Aktenzeichen 202004002743
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 03.06.2004
Registration date 29.04.2004
Application date from patent application 19.02.2004
IPC-Hauptklasse G10B 3/16

Beschreibung[de]

Um die Klangentfaltung, insbesondere die Lautstärke einer Orgel verstellen zu können, wird bekannterweise ein Teilwerk der Pfeifenorgel in Form eines sogenannten Schwellwerks gebaut. Dabei ist eine Anzahl von Pfeifenregistern in einem schalldicht abgeschlossenen Kasten oder Behälter angeordnet, an dessen Vorderseite mehrere schwenkbare oder in anderer Weise zu öffnende Schwelljalousien gelagert sind. Die Schwelljalousien können während des Orgelspiels geöffnet oder geschlossen werden, wobei im geöffneten Zustand der Klang des Schwellwerks voll austreten kann, während im geschlossenen Zustand die Klangentfaltung nach außen sehr gering ist, die Orgel somit leise gespielt werden kann.

Zur Steuerung der Schwelljalousien dient bekannterweise eine Schub-Zugstange, mittels derer das Öffnen bzw. das Schließen der Schwelljalousien hervorgerufen wird. Bei bekannten Schwelljalousien für Pfeifenorgeln wird die Schub-Zugstange pneumatisch betätigt. Dazu dienen mehrere Windbälge, beispielsweise sechs oder zehn Windbälge, welche zusammengebaut und mittels einer elektropneumatischen Steuerung einzeln ein- bzw. ausgeschalten werden können. Aus der Addition der Bewegungen der einzelnen Windbälge ergibt sich eine Bewegung der Schub-Zugstange und somit ein Öffnen bzw. Schließen der Schwelljalousien.

Bei den bekannten Jalousiensteuerungen erweist es sich als nachteilig, dass diese keine fein dosierte, stufenlose Einstellung der Schub- und Zugstange ermöglichen und zudem einen erheblichen mechanischen Aufwand erfordern. Ein weiterer Nachteil ergibt sich aus den relativ starken Luftausblasgeräuschen, welche insbesondere bei leisem Orgelspiel das Klangempfinden erheblich beeinträchtigen können. Zudem ist es erforderlich, geeignete Maßnahmen zur Luftzuführung zu den Windbälgen zu treffen.

Aus der DE 3911730 A1 ist eine Jalousiesteuerung für eine Orgel bekannt. Um eine feindosierte, gleichmäßige Betätigung der Schwelljalousien zu ermöglichen und um die Jalousiesteuerung den verschiedenen Einsatzbedingungen anpassen zu können, ist vorgesehen, dass die Schub-Zugstange mit einer elektrischen Antriebseinrichtung auskuppelbar betriebsverbunden ist. Dazu ist beispielsweise ein Elektromotor, welcher mit einem Zahnrad verbunden ist, vorgesehen, wobei das Zahnrad mit einer mit der Schub-Zugstange verbundenen Zahnstange kämmt. Der Elektromotor und das Zahnrad sind mittels eines Hubmagneten von der Zahnstange auskuppelbar.

Nachteilig an den aus dem Stand der Technik bekannten Jalousiesteuerungen ist jedoch das es sich zumeist um relativ Betriebslaute bzw. Wartungsintensive Systeme handelt.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Jalousiesteuerung der eingangs genannten Art zu schaffen, welche eine stufenlose, fein dosierbare Betätigung der Schwelljalousien ermöglicht, welche einfach und betriebssicher aufgebaut ist und den verschiedensten baulichen bedienungsmäßigen Anforderungen entspricht.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, dass die Schub-Zugstange mit einem, einer Antriebseinrichtung zugehörigen, Antriebsschlitten verbunden ist, wobei der Antriebsschlitten auf einem in Längsachse der Schub-Zugstange verstellbar gelagerten Linearantrieb angeordnet ist. Dadurch zeichnet sich die erfindungsgemäße Jalousiesteuerung durch eine Reihe erheblicher Vorteile aus.

Da die Schub-Zugstange bzw. der Antriebsschlitten auf einem Linearantrieb angeordnet ist, kann die Jalousiesteuerung als besonders geräuscharm angesehen werden. Außerdem können mittels des Linearantriebs auch sehr hohe auftretende Kräfte problemlos übertragen werden. Ein weiterer Vorteil des Linearantriebs liegt in der hohen Steifigkeit bzw. in der hohen Dynamik des Linearantriebs. Darüber Hinaus kann die Jalousiesteuerung als nahezu wartungsfrei angesehen werden weil sich insbesondere der Linearantrieb durch eine sehr hohe Lebensdauer auszeichnet.

Ein weiterer Vorteil der Erfindung liegt darin, dass es sich bei dem Linearantrieb um einen stufenlos angetriebenen Linearantrieb handeln kann. Damit kann eine sehr dynamische und stufenlose Verstellung der Schwelljalousien erreicht werden. Die Schwelljalousien können somit ohne Zeitverzögerung zuverlässig geöffnet oder geschlossen werden. Um den Antrieb des Antriebsschlittens nahezu spielfrei zu gestalten kann der Antriebsschlitten über einen Zahnriemen angetrieben werden. Durch den Einsatz eines Zahnriemens ist eine genauere Weg- und Positionskontrolle des Arbeitsschlittens bei gleichzeitigen hohen Geschwindigkeiten und geringer Wartung zu erreichen.

Um die Bewegung der Jalousiesteuerung realisieren zu können, kann an der Antriebseinrichtung ein Elektromotor vorgesehen sein, mit dem ein, mit dem Elektromotor über eine Antriebswelle antriebsverbundenes, Riemenrad antreibbar ist. Der Antrieb mittels Elektromotor hat den Vorteil, dass die Schub-Zugstange in nahezu beliebiger Weise spielfrei verschoben werden kann, so dass sich ein stufenloser Öffnungs- bzw. Schließzustand der einzelnen Schwelljalousien ergibt.

Der Elektromotor kann dabei über die Antriebswelle direkt mit dem Riemenrad antriebsverbunden sein.

Es ist aber auch denkbar, dass an der Antriebseinrichtung ein zwischen Elektromotor und Riemenrad angeordnetes Getriebe vorgesehen sein kann. Welche Ausführungsform beim Einsatz der Jalousiesteuerung Verwendung findet spielt erfindungsgemäß jedoch keine Rolle.

Bei dem Elektromotor selber kann es sich um einen Getriebemotor, einen Servomotor oder einen Drehstrommotor handeln. Natürlich sind auch hier andere Ausführungsformen der Erfindung denkbar. Welcher Motorentyp zum Einsatz kommt hängt in erster Linie von Art und Größe der Jalousiesteuerung bzw. von der genauen Auslegung des Linearantriebs ab.

Um die Jalousiesteuerung so platzsparend wie möglich zu gestalten kann es von Vorteil sein den Elektromotor in unmittelbarer Nähe der Antriebseinrichtung anzuordnen. Somit können große Achslängen der Antriebswellen bzw. Motorwellen vermieden werden.

Die Antriebseinrichtung der Jalousiesteuerung kann im Wesentlichen aus einer Antriebseinheit und dem mit der Antriebseinheit verbundenen Antriebsschlitten bestehen.

Die Antriebseinheit wiederum kann zumindest aus einem antreibbaren Riemenrad, einem Umlenkrad sowie einem das Riemenrad bzw. das Umlenkrad zumindest bereichsweise umlaufenden Zahnriemen gebildet sein.

Ein großer Vorteil der Jalousiesteuerung liegt darin, dass die Antriebseinrichtung in einem im Wesentlichen geschlossenen Gehäuse angeordnet sein kann, wobei das Gehäuse zumindest eine Ausnehmung aufweist, durch welche die Schub-Zugstange ein- und ausgefahren werden kann. Dies hat den Vorteil, dass die Jalousiesteuerung bzw. die Antriebseinrichtung vor äußeren Einflüssen, wie zum Beispiel Staub und Schmutz, geschützt ist. Dadurch kann die erfindungsgemäße Jalousiesteuerung nahezu wartungsfrei betrieben werden. Ein weiterer Vorteil eines die Antriebseinrichtung umgebenden Gehäuses liegt darin, dass die ohnehin verminderte Geräuschentwicklung der Jalousiesteuerung nochmals reduziert werden kann.

Die Jalousiesteuerung kann weiterhin als eine separat montierbare Baugruppe betrachtet werden, die sich insbesondere durch eine hohe Flexibilität bzw. eine sehr lange Lebensdauer ausweist. Die Jalousiesteuerung kann also bei Bedarf nachträglich an neueren oder älteren Orgelmodellen nachgerüstet werden.

Nachfolgend wird die Erfindung anhand lediglich einer bevorzugten Ausführungsform darstellender Zeichnungen näher erläutert.

Es zeigt:

1 eine erfindungsgemäße Jalousiesteuerung in einer seitlichen Schnittansicht;

2 die Jalousiesteuerung gemäß 1 in einer Schnittansicht von oben.

1 zeigt eine erfindungsgemäße Jalousiesteuerung 01 in einer Schnittdarstellung. Das Gehäuse 02 umschließt die Antriebseinrichtung 03 fasst vollständig. Es ist lediglich eine Ausnehmung 04 zu erkennen, durch die die Schub-Zugstange 05 der Jalousiesteuerung 01 aus- bzw. eingefahren werden kann. Die Schub-Zugstange 05 ist mit Klemmmitteln 06 und 07 am Arbeitsschlitten 08 befestigt. Die Füße 09 bzw. 10 der Antriebseinrichtung 03 können mit dem Gehäuse 02 zum Beispiel mittels Schrauben verbunden werden. Am Arbeitsschlitten 08 ist der Zahnriemen 11 befestigt. Der Zahnriemen 11 umläuft sowohl ein Antriebsrad 12 als auch ein Umlenkrad 13. Wird das Riemenrad 12 bewegt, so wird der Antriebsschlitten 08 über die Linearführung nach vorne bzw. hinten bewegt. Dabei tritt die Schub-Zugstange 05 je nach Arbeitsstellung des Arbeitsschlittens 08 mehr oder weniger aus dem Gehäuse 02 hervor.

2 zeigt die Jalousiesteuerung 01 in einer Schnittansicht von oben. Neben der Antriebseinrichtung 03 ist ein Motor 14 in dem Gehäuse 02 vorgesehen. Der Motor 14 ist mit dem Riemenrad 12 antriebsverbunden. Es empfiehlt sich das Gehäuse so zu gestalten, dass es mit einem schwenkbaren Deckel oder Ähnlichem ausgestattet ist, um wenn nötig Einstellarbeiten an der Antriebseinrichtung 03 bzw. am Motor 14 vornehmen zu können.


Anspruch[de]
  1. Jalousiesteuerung (01) zur Verstellung von Schwelljalousien an einer Orgel, wobei an der Jalousiesteuerung (01) eine Schub-Zugstange (05) vorgesehen ist, mit der die Schwelljalousien der Orgel geöffnet oder geschlossen werden können, dadurch gekennzeichnet, dass die Schub-Zugstange (05) mit einem, einer Antriebseinrichtung (03) zugehörigen, Antriebsschlitten (08) verbunden ist, wobei der Antriebsschlitten (08) auf einem in Längsachse der Schub-Zugstange (05) verstellbar gelagerten Linearantrieb angeordnet ist.
  2. Jalousiesteuerung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem Linearantrieb um einen stufenlos angetriebenen Linearantrieb handelt.
  3. Jalousiesteuerung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Antrieb des Antriebsschlitten (08) über einen Zahnriemen (11) erfolgt.
  4. Jalousiesteuerung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Antrieb des Antriebsschlitten (08) über einen Zahnriemen (11) erfolgt.
  5. Jalousiesteuerung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass an der Antriebseinrichtung (03) ein Elektromotor vorgesehen ist, mit dem ein, mit dem Elektromotor über eine Antriebswelle antriebsverbundenes, Riemenrad (12) antreibbar ist.
  6. Jalousiesteuerung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Elektromotor über die Antriebswelle direkt mit dem Riemenrad (12) antriebsverbunden ist.
  7. Jalousiesteuerung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass an der Antriebseinrichtung (03) ein zwischen Elektromotor und Riemenrad (12) angeordnetes Getriebe vorgesehen ist.
  8. Jalousiesteuerung nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem Elektromotor um einen Getriebemotor, einen Servomotor oder einen Drehstrommotor handelt.
  9. Jalousiesteuerung nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Elektromotor in unmittelbarer Nähe der Antriebseinrichtung (03) angeordnet ist.
  10. Jalousiesteuerung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebseinrichtung (03) im Wesentlichen aus einer Antriebseinheit und dem mit der Antriebseinheit verbundenen Antriebsschlitten (08) besteht.
  11. Jalousiesteuerung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebseinheit aus zumindest einem antreibbaren Riemenrad (12), einem Umlenkrad (13) sowie einem das Riemenrad (12) bzw. das Umlenkrad (14) zumindest bereichsweise umlaufenden Zahnriemen (11) gebildet wird.
  12. Jalousiesteuerung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebseinrichtung (03) in einem im Wesentlichen geschlossenen Gehäuse (02) angeordnet ist, wobei das Gehäuse (02) zumindest eine Ausnehmung (04) aufweist, durch welche die Schub-Zugstange (05) ein und ausgefahren werden kann.
  13. Jalousiesteuerung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Jalousiesteuerung (01) eine separat montierbare Baugruppe darstellt.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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