Die Erfindung betrifft Schleifwerkzeuge, insbesondere glasartig gebundene
Schleifwerkzeuge, die mit einer Niedertemperaturbindung und gesintertem Sol-Gel-Aluminiumoxidschleifkorn
hergestellt sind.
Die Schleifwerkzeuge sind durch eine verbesserte Widerstandsfähigkeit
gegenüber Schädigung der Körner durch das Brennen der Bindung während der Herstellung
der Werkzeuge charakterisiert. Die Erfindung umfasst des Weiteren eine Zusammensetzung
für eine glasartige Bindung, die zum Brennen bei relative niedrigen Temperaturen
wie 600–875°C geeignet ist.
Schleifwerkzeuge, die beimpftes oder unbeimpftes, gesintertes Sol-Gel-Aluminiumoxid-Schleifkorn,
auch mikrokristallines alpha-Aluminiumoxid (MCA) genannt, enthalten, sind bekannt
dafür, dass sie ein verbessertes Leistungsverhalten beim Schleifen einer Vielzahl
von Materialien bereitstellen. Die Herstellung und die Eigenschaften dieser MCA-Körner
und das Leistungsverhalten dieser MCA-Körner in unterschiedlichen Anwendungen sind
z. B. in den US-Patenten mit den Nummern U.S.-A-4,623,364, 4,314,827, 4,744,802,
4,898,597 und 4,543,107 beschrieben, deren Inhalt durch Bezugnahme hier aufgenommen
wird.
Glasartig- oder glasgebundene, MCA-Korn enthaltene Schleifwerkzeuge
sind zum Schleifen von Präzisionsmetallteilen und anderen industriellen Komponenten
kommerziell einsetzbar, die ein gleichmäßiges und verbessertes Leistungsverhalten
beim Schleifen erfordern. Um diese Art Schleifwerkzeuge in gleichbleibender Qualität
herzustellen, müssen Reaktionen zwischen den Komponenten der Glasbindung und den
MCA-Körnern bei den typischerweise beim Brennen der Bindung herrschenden Temperaturen,
z. B. 1100–1400°C, vermieden werden. Durch das Kontrollieren dieser Reaktionsbedingungen
wird die Schädigung der entscheidenden, mikrokristallinen Struktur des Korns minimiert.
Um das Ausmaß der Reaktion zwischen MCA-Korn und glasartiger Bindung
zu verringern, beschreibt U.S.-A-4,543,107 eine Zusammensetzung für eine Bindung,
die dazu geeignet ist, bei so niedrigen Temperaturen wie etwa 900°C gebrannt
zu werden. In einer alternativen Herangehensweise beschreibt U.S.-A-4,898,597 eine
Zusammensetzung für eine Bindung, die zumindest 40% gefrittete Materialien, die
zum Brennen bei so niedrigen Temperaturen wie etwa 900°C geeignet sind, enthält.
In bestimmten Schleifanwendungen haben diese Niedertemperaturbindungen eine unzureichende
mechanische Festigkeit zur Erreichung kommerzieller Zielvorgaben gezeigt, wodurch
die Entwicklung stärkerer Bindungen ausgelöst wurde.
Glasartige Bindungen, die sich durch verbesserte mechanische Festigkeit
auszeichnen, wurden entweder zur Verwendung mit Aluminiumoxid- oder MCA- (das auch
als Sol-Gelalpha-Aluminiumoxid bezeichnet wird) Schleifkörnern bei der Herstellung
von Schleifrädern mit verbesserten formerhaltenden Eigenschaften beschrieben. Solche
Bindungen sind in der U.S.-A-5,203,886, U.S.-A-5,401,284 und U.S.-A-5,536,283 beschrieben,
die durch Bezugnahme hier aufgenommen werden. Diese glasartigen Bindungen können
bei relativ niedrigen Temperaturen (z. B. bei etwa 900–1100°C) gebrannt
werden, um eine Reaktion mit dem gesinterten, Hochleistungs-Sol-Gel-alpha-Aluminiumoxidkorn
zu vermeiden. Die Schleifscheiben, die mit diesen Bindungen und MCA-Körnern hergestellt
wurden, zeigten exzellentes Leistungsverhalten bei der Endbearbeitung von beweglichen
Präzisionsteilen, insbesondere eisenhaltigen Teilen.
Insbesondere beschreibt U.S.-A-5,203,886 zwei spezielle Bindungen
für glasartig gebundene Schleifkörper. Die Bindung A ist eine ungebrannte Bindung,
die nach dem Brennen eine Zusammensetzung aus 43,6 Gew-% SiO2, 18,6 Gew.-%
B2O3, 17,8 Gew.-% Al2O3, 1,5 Gew.-%
CaO, 9,4. Gew.-% Na2O, 2,9 Gew.-% K2O, 1,8 Gew.-% Li2O,
1,0 Gew.-% CoO und 0,7 Gew.-% Fe2O3, TiO und MgO aufweist.
Die Bindung B ist eine gefrittete Bindung, die nach dem Brennen eine Zusammensetzung
aus 56,6 Gew.-% SiO2, 26,1 Gew.-% B2O3, 7,5 Gew.-%
Al2O3,2,2 Gew.-%CaO, 5,3 Gew.-% Na2O, 0,1 Gew.-%
K2O, kein Li2O, 1,2 Gew.-% CoO und 1,0 Gew.-% Fe2O3,
TiO und MgO aufweist. Die Brenntemperatur für die Schleifprodukte gemäß US-A-5,203,886
beträgt im Allgemeinen mehr als etwa 600°C und weniger als etwa 1050°C,
vorzugsweise liegt sie im Bereich von etwa 800 bis etwa 1000°C. In den Beispielen
wird es betont, dass die Schleifscheiben bei 900°C gebrannt wurden.
EP-A-0 636 457 (entsprechend der oben genannten US-A-5,401,284) beschreibt
eine glasartige Bindung für eine Sol-Gel-Aluminiumoxid-Schleifmittel enthaltende
Schleifscheibe. Die glasartige Bindung umfasst nach dem Brennen mehr als 47 Gew.-%
SiO2, weniger als etwa 16 Gew.-% Al2O3, weniger
als etwa 2,5 Gew.-% K2O, mehr als etwa 2,0 Gew.-% Li2O und
weniger als etwa 18 Gew.-% B2O3. Die einzige in EP-A-0 636
457 erwähnte Brenntemperatur für die Schleifscheiben ist 1000°C.
Schließlich beschreiben US-A-5,536,283 und US-A-5,573,561 (die „continuation-in-parts"-Anmeldungen
der US-A-5,401,284 sind) glasartige Bindungen für Schleifscheiben, wobei die Bindungen
nach dem Brennen mehr als 47 Gew.-% SiO2, weniger als etwa 16 Gew.-%
Al2O3, von etwa 0,5 bis etwa 2,5 Gew.-% K2O, von
etwa 7 bis etwa 11 Gew.-% Na2O, von etwa 2,0 bis etwa 10,0 Gew.-% Li2O
und von etwa 9 bis etwa 16 Gew.-% B2O3. Die Temperaturen,
bei denen diese Bindungen gebrannt werden, betragen gemäß den Ausführungsbeispielen
in diesen Dokumenten 1000°C.
Es wurde nun entdeckt, dass durch die Auswahl geeigneter Materialkomponenten
geeignete Bindungen hergestellt und bei etwa 600–875°C , vorzugsweise
700–800°C, gebrannt werden können. Insbesondere durch
die Auswahl geeigneter Anteile an Boroxid, Alkalimetalloxiden und Erdalkalimetalloxiden
sowie durch die Einhaltung der korrekten Verhältnisse von Boroxid zu Alkalimetalloxiden,
Natriumoxid zu Lithiumoxid und Siliziumoxid zu der Kombinationen aus Alkalimetalloxiden
und Erdalkalimetalloxiden in diesen Bindungen und die anschließende Formulierung
einer Scheibe, die diese neue Bindung und MCA-Korn enthält, können Schleifwerkzeuge
mit verbessertem G-Faktor und verbessertem Leistungsverhalten beim Schleifen bei
verringerter Leistungsaufnahme und bei akzeptabler Oberflächengüte des Werkstückes
hergestellt werden. Diese Werkzeuge stellen eine Verbesserung gegenüber den bisher
aus dem Stand der Technik bekannten, bei niedrigen Temperaturen gebrannten, glasartig
gebundenen und MCA-Korn enthaltenden Werkzeugen dar.
Die Erfindung ist ein Schleifwerkzeug umfassend MCA-Korn und eine
neue, glasartige Bindung, wobei die glasartige Bindung nach dem Brennen weniger
als etwa 45 Mol-% SiO2, maximal etwa 15 Mol-% Al2O3,
von etwa 24 bis etwa 35 Mol-% B2O3, von etwa 15 bis etwa 30
Mol% Alkalimetalloxiden, die zumindest 5 Mol-%, bezogen auf die Bindung, Lithiumoxid
umfasst, und das Molverhältnis von B2O3 zu Alkalimetalloxiden
von 0,8 : 1 bis 1,7 : 1 beträgt. Die Bindung kann Erdalkalimetalloxide enthalten.
Eine bevorzugte Bindung umfasst nach dem Brennen maximal 40-Mol% SiO2
und das Molverhältnis von SiO2 zu den kombinierten Anteilen aus Alkalimetalloxiden
und Erdalkalimetalloxiden, falls letztere in der Bindung enthalten sind, beträgt
zumindest 1,15 : 1,0.
In dem erfindungsgemäßen Verfahren kann die neue Bindungen bei 600–875°C,
vorzugsweise 700–800°C, gebrannt werden, um ein Schleifwerkzeug zu bilden,
dass geeignete mechanische Eigenschaften zur Durchführung von Schleifarbeiten aufweist.
Die Schleifscheibe umfasst 3 bis 25 Vol.-% glasartige Bindung, 10 bis 56 Vol.-%
MCA-Schleifkorn und, optional, etwa 0,1 bis etwa 60 Vol.-% sekundäre Schleifkörner,
Füllstoffe und Zusätze. Des Weiteren umfasst die Erfindung ein Schleifwerkzeug mit
verbessertem Leistungsverhalten beim Schleifen, insbesondere beim Schleifen von
beweglichen, eisenhaltigen Präzisionsteilen.
Die glasartig gebundenen Schleifwerkzeuge der vorliegenden Erfindung
umfassen MCA-Schleifkorn. Die MCA- oder Sol-Gel-Aluminiumoxid-Körner werden entweder
durch ein Sol-Gel-Verfahren mit Beimpfung oder ohne Beimpfung hergestellt. Wie der
Begriff hier verwendet wird, beschreibt „Sol-Gel-Aluminiumoxid-Körner" Aluminiumoxid-Körner,
die durch ein Verfahren umfassend das Peptisieren eines Sols aus einem Aluminiumoxid-Monohydrat,
um so ein Gel zu bilden, das Trocknen und Brennen des Gels, um es zu sintern, und
dem anschließenden Zerkleinern, Sieben und Klassieren des gesinterten Gels, um polykristalline
Körner aus alpha-Aluminiumoxid-Mikrokristallen (z. B. zumindest etwa 95% Aluminiumoxid)
zu bilden, hergestellt werden.
Zusätzlich zu den alpha-Aluminiumoxid-Mikrokristallen kann das anfängliche
Sol des Weiteren bis zu 15 Gew.-% an Spinell, Mullit, Mangandioxin, Titandioxid,
Magnesiumoxid, Seltenerdmetalloxide, Zirkoniumdioxid-Pulver oder einen Zirkoniumdioxid-Vorläufer
(der in größeren Mengen, z. B. 40 Gew.-% oder mehr, zugegeben werden kann) oder
andere kompatible Additive oder deren Vorläufer enthalten. Diese Additive sind oftmals
enthalten, um solche Eigenschaften wie Bruchzähigkeit, Härte, Sprödigkeit, Bruchmechanik
oder Trockenverhalten zu modifizieren.
Über viele Modifikationen von alpha-Aluminiumoxid-Sol-Gel-Korn wurde
berichtet. Alle Körner innerhalb dieser Klasse sind hier zur Verwendung geeignet
und der Begriff „MCA-Korn" ist so definiert, dass der jedes Korn einschließt,
dass zumindest 60 Prozent alpha-Aluminiumoxid-Mikrokristallen mit einer zumindest
95-%igen theoretischen Dichte und einer Vickers-Härte (500 Gramm) von mindestens
18 GPa bei 500 Gramm. Die Mikrokristallen können bezüglich ihrer Größe typischerweise
im Bereich von etwa 0,2 bis zu etwa 1,0 &mgr;m für beimpfte Körner und von mehr
als etwa 1,0 bis etwa 5,0 &mgr;m für unbeimpfte Körner liegen.
Nachdem das Gel einmal gebildet wurde, kann es durch jede geeignete
Methode wie Pressen, Formen oder Extrusion geformt und dann vorsichtig getrocknet
werden, um einen Körper mit gewünschter Form ohne Sprünge herzustellen.
Das Gel kann in für das Brennen geeignete Größen geformt oder geschnitten
oder einfach nur in jede geeignete Form ausgebreitet und getrocknet werden, üblicherweise
bei einer Temperatur unterhalb der Schaumbildungstemperatur des Gels. Jedes mehrerer
Entwässerungsverfahren, einschließlich Lösemittelextraktion, kann dazu verwendet
werden, das freie Wasser des Gels zu entfernen, um einen Feststoff zu bilden.
Nachdem der Feststoff getrocknet wurde, kann er geschnitten oder maschinell
bearbeitet werden, um eine gewünschte Form zu bilden, oder durch jedes geeignete
Mittel, wie einer Hammer- oder Kugelmühle, zermahlen oder zerbrochen werden, um
Partikel oder Körner zu bilden. Jedes Verfahren zur Verkleinerung des Feststoffes
kann angewendet werden.
Nach dem Formen kann das getrocknete Gel dann calziniert werden, um
im Wesentlichen alle flüchtigen Bestandteile zu entfernen und die unterschiedlichen
Komponenten der Körner in keramische Materialien (Metalloxiden) umzuwandeln. Das
getrocknete Gel wird im Allgemeinen solange erhitzt, bis das freie Wasser und das
meiste des gebundenen Wassers entfernt ist. Das calzinierte Material wird dann durch
Erhitzen gesintert und innerhalb eines geeigneten Temperaturbereichs gehalten, bis
im Wesentlichen das gesamte Aluminiumoxid-Monohydrat in alpha-Aluminiumoxid-Mikrokristalle
umgewandelt ist.
Wie vorher bereits erwähnt wurde, kann das Sol-Gel-Aluminiumoxid entweder
beimpft oder unbeimpft sein. Bei beimpften Sol-Gel-Aluminiumoxiden werden absichtlich
Keimbildungsstellen eingearbeitet oder in situ in der Aluminiumoxid-Monohydrat-Dispersion
erzeugt. Die Gegenwart der Keimbildungsstellen in der Dispersion erniedrigt die
Temperatur, bei der alpha-Aluminiumoxid gebildet wird, und ergibt eine extrem feine,
kristalline Struktur.
Geeignete Keimbildner sind aus dem Stand der Technik wohlbekannt.
Im Allgemeinen haben sie eine Kristallstruktur und Gitterparameter, die der oder
denen des alpha-Aluminiumoxids so ähnlich wie möglich sind. Geeignete Keimbildner
schließen z. B. partikelförmiges alpha-Aluminiumoxid, alpha-Eisen(III)-oxid (Fe2O3),
Vorläufer von alpha-Aluminiumoxid oder alpha-Eisen(III)-oxid, die sich bei einer
Temperatur unterhalb der Temperatur, bei der sich Aluminiumoxid-Monohydrat in alpha-Aluminiumoxid
umwandeln würde, jeweils in alpha-Aluminiumoxid oder alpha-Eisen(III)-oxid umwandeln,
ein. Diese Arten von Keimbildner sind allerdings nur zur Verdeutlichung genannt,
und als nicht Einschränkung zu betrachten. Um wirksam zu sein, sollten die Keimbildner-Partikel
vorzugsweise eine Größe im Submikrometer-Bereich aufweisen.
Wenn ein beimpftes Sol-Gel-Aluminiumoxid verwendet wird, sollte die
Menge an Keimbildnermaterial vorzugsweise nicht 10 Gew.-% des hydratisierten Aluminiumoxids
überschreiten, und normalerweise bietet die Verwendung von Mengen von mehr als 5
Gew.-% keinen Vorteil. Wenn der Keimbildner entsprechend fein ist (mit einer Oberfläche
von etwa 60 m2/g oder mehr) können vorzugsweise Mengen von etwa 0,5 bis
10 Gew.-%, besonders bevorzugt von etwa 1 bis 5 Gew.-%, verwendet werden. Die Keimbildner
können auch in der Form eines Vorläufers, der sich bei einer Temperatur unterhalb
der Temperatur, bei der alpha-Aluminiumoxid gebildet wird, in die wirksame Form
des Keimbildner es umgewandelt, zugegeben werden.
In einigen Fällen kann auch unbeimpftes Sol-Gel-Aluminiumoxid-Schleifmittel
verwendet werden. Dieses Schleifmittel kann mittels der gleichen, oben beschriebenen
Verfahren hergestellt werden, bis auf die Zugabe der Keimbildner-Partikel; Seltenerdmetalloxide
oder deren Vorläufer können in ausreichendem Maße zu dem Sol oder dem Gel zugegeben
werden, um zumindest etwa 0,5 Gew.-% und vorzugsweise etwa 1 bis 30 Gew.-% Seltenerdmetalloxide
nach dem Brennen bereitzustellen.
Die erfindungsgemäßen Schleifwerkzeuge umfassen MCA-Schleifkorn, eine
glasartige Bindung, üblicherweise mit 35 bis 65 Vol.-% Porosität in dem Werkzeug,
und, optional, ein oder mehrere sekundäre Schleifkörner, Füllstoffe und/oder Additive.
Die Schleifwerkzeuge umfassen vorzugsweise 10 bis 56 Vol.-% MCA-Schleifkorn. Die
Menge an in dem Werkzeug verwendeten Schleifkorn und der prozentuale Anteil an sekundären
Schleifmittel können über einen weiten Bereich variieren. Die Zusammensetzungen
der erfindungsgemäßen Schleifwerkzeuge enthalten vorzugsweise einen Gesamtanteil
an Schleifkorn von etwa 34 bis etwa 56 Vol.-%, besonders vorzugsweise von etwa 40
bis etwa 54 Vol.-% und insbesondere bevorzugt von etwa 44 bis etwa 52 Vol.-% Korn.
Das MCA-Schleifmittel stellt vorzugsweise von etwa 5 bis etwa 100
Vol.-% des gesamten Schleifkorns des Werkzeuges bereit, besonders bevorzugt von
etwa 30 bis etwa 70 Vol.-% des gesamten Schleifmittels in dem Werkzeug.
Wenn sekundäre Schleifkörner verwendet werden, stellen solche Schleifkörner
vorzugsweise von etwa 0,1 bis etwa 95 Vol.-% des gesamten Schleifkorns des Werkzeugs
bereit, besonders bevorzugt von etwa 30 bis etwa 70 Vol.-%. Die sekundären Schleifkörner,
die verwendet werden können, schließen, ohne darauf eingeschränkt zu sein, Körner
aus Aluminiumoxid, Siliziumcarbid, kubischem Bornitrid, Diamant, Flint und Granat
sowie deren Kombinationen ein.
Die Zusammensetzungen der Schleifwerkzeuge enthalten optional Porosität.
Die Zusammensetzungen der erfindungsgemäßen Schleifwerkzeuge enthalten vorzugsweise
von etwa 0,1 bis etwa 68 Vol.-% Porosität, besonders bevorzugt enthalten sie von
etwa 28 bis etwa 56 Vol.-% und insbesondere bevorzugt enthalten sie von 30 bis etwa
53 Vol.-%. Die Porosität wird sowohl durch die natürliche Beabstandung, die durch
die natürliche Packungsdichte der Materialien bereitgestellt wird, als auch durch
herkömmliche porenbildende Medien, einschließlich, ohne darauf eingeschränkt zu
sein, hohle Glaskügelchen, gemahlene Walnußschalen, Kügelchen aus Plastikmaterial
oder organischen Verbindungen, geschäumte Glaspartikel und geschäumtes Aluminiumoxid
sowie deren Kombinationen gebildet.
Die erfindungsgemäßen Schleifwerkzeuge sind mit einer glasartigen
Bindung gebunden. Die verwendete glasartige Bindung trägt wesentlich zu dem verbesserten
Leistungsverhalten beim Schleifen der erfindungsgemäßen Schleifwerkzeuge bei. Die
Rohmaterialien für die Bindung schließen vorzugsweise Kentucky Ball Clay No. 6,
Kaolin, Aluminiumoxid, Lithiumcarbonat, Borax-Pentahydrat oder Borsäure und Soda-Asche,
Flint und Wollastonit ein. Fritten können zusammen mit den Rohmaterialien oder an
Stelle der Rohmaterialien verwendet werden.
Diese Bindungsmaterialien enthalten in Kombination vorzugsweise die
folgenden Oxide: SiO2, Al2O3, Na2O, Li2O
und B2O3. Zusätzlich liegen häufig auch Erdalkalimetalloxide
wie CaO, MgO und BaO vor.
Die Zusammensetzung der Schleifscheibe enthält vorzugsweise von etwa
3 bis etwa 25 Vol.-% Bindung, besonders bevorzugt von etwa 4 bis etwa 20 Vol.-%
und insbesondere bevorzugt von etwa 5 bis etwa 18,5 Vol.-% Bindung.
Die Bindung enthält nach dem Brennen weniger als etwa 40 Gew.-% SiO2,
vorzugsweise von etwa 31 bis etwa 38 Gew.-% SiO2 und insbesondere bevorzugt
von etwa 32 bis etwa 37 Gew.-% SiO2; weniger als etwa 17
Gew.-% Al2O3, besonders bevorzugt von etwa 13 bis etwa 16
Gew.-% Al2O3 und insbesondere bevorzugt von etwa 14 bis etwa
16 Gew.-% Al2O3; mehr als etwa 2,5 Gew.-% Li2O,
vorzugsweise von etwa 3,5 bis etwa 10,0 Gew.-% Li2O, besonders vorzugsweise
von etwa 3,5 bis etwa 5,0 Gew.-% Li2O und insbesondere bevorzugt von
etwa 3,5 bis etwa 4,7 Gew.-% Li2O; mehr als etwa 20 Gew.-% B2O3,
vorzugsweise von etwa 22 bis etwa 35 Gew.-% B2O3 und insbesondere
bevorzugt von etwa 24 bis etwa 33 Gew.-% B2O3. In den meisten
Bindungen der Erfindung enthalten die Alkalimetalloxide, auf Basis von Gew.-% der
Bindung, von etwa 10 bis etwa 16 Gew.-% Na2O und vorzugsweise von etwa
11 bis etwa 15 Gew.-% Na2O; sowie geringen Mengen, z. B. etwa 0,06 bis
0,15 Gew.-%, an K2O.
Cobaltoxid (CoO) und andere Farbquellen sind nicht notwendig für die
Erfindung, können aber enthalten sein, wo eine farbige Bindungen wünschenswert ist.
Andere Oxide, wie Fe2O3, TiO2 und P2O5,
und Erdalkalimetalloxiden, einschließlich CaO, MgO und BaO, existieren als Verunreinigungen
in den Rohmaterialien und können in der erfindungsgemäßen Bindung anwesend sein
oder ihr zugegeben werden, sie sind aber nicht wesentlich zur Herstellung der Bindung.
In einer Ausführungsform der Erfindung sind die Rohmaterialien so
ausgesucht, dass sie bis zu etwa 5 Gew.-% CaO, vorzugsweise von etwa 0,1 bis etwa
4,5 Gew.-% CaO und insbesondere bevorzugt etwa 0,15 Gew.-% CaO in der gebrannten
Bindung ergeben. Andere Erdalkalimetalloxide als CaO sind ebenfalls nützlich. Allerdings
dürfen Erdalkalimetalloxide in der erfindungsgemäßen Bindung nur verwendet werden,
wenn die glasartige Bindung nach dem Brennen ein Molverhältnis von SiO2
zu den kombinierten Anteilen von Erdalkalimetalloxiden und Alkalimetalloxiden von
zumindest 1,15 : 1,0 aufweist, wenn die Bindung maximal 40 Mol-% SiO2
umfasst. Größere Anteile dieser kombinierten Oxide im Verhältnis zu dem SiO2
bewirken, dass die erfindungsgemäße Bindung für viele Schleifarbeiten zu weich ist.
Bevorzugte Mengen an Erdalkalimetalloxiden werden nur für Schleifwerkzeuge ausgewählt,
die zur Verwendung in Schleifverfahren mit relativ hohen Werkzeug- oder Schleifrad-Verschleißraten
ausgelegt sind, die gewünscht sind, um einen geringen Energieverbrauch oder verbesserte
Oberflächengüte oder bessere Entfernung von Schleifkörper oder andere damit verbundene
Vorteile zu erhalten.
Vorzugsweise werden organischen Bindemittel als Formgebungs- oder
Verarbeitungshilfsmittel zu den pulverförmigen, gefritteten oder ungebrannten Bindungskomponenten
gegeben. Diese Bindemittel können Dextrine oder andere Arten Kleber, eine flüssige
Komponente, wie Wasser oder Ethylenglycol, Viskositäts- oder pH-Modifikatoren oder
Mischhilfsmittel umfassend. Die Verwendung von Bindemitteln verbessert die Gleichmäßigkeit
der Schleifscheibe und die strukturelle Qualität der vorgebrannten oder grüngepressten
Schleifscheibe oder der gebrannten Schleifscheibe. Da die Bindemittel während des
Brennvorgangs ausgebrannt werden, werden sie nicht Bestandteil der fertigen Bindung
oder des fertigen Schleifwerkzeugs.
Die Schleifscheiben können bei den hier aufgezeigten, relativ geringen
Temperaturen mittels dem Fachmann bekannten Verfahren gebrannt werden. Die Brennbedingungen
werden in erster Linie durch die tatsächlich verwendete Bindung und das Schleifmittel
festgelegt. Die Bindung wird bei 600 bis 875°C, vorzugsweise bei 700 bis 800°C,
gebrannt, um die mechanischen Eigenschaften, die zum Schleifen von Metall oder anderen
Werkstücken notwendig sind, zu ergeben.
Der glasartige gebundene Körper kann des Weiteren nach dem Brennen
auf herkömmliche Art und Weise mit einem Schleifhilfsmittel, wie Schwefel, oder
einem Vehikel, wie ein Epoxidharz, impregniert werden, um ein Schleifhilfsmittel
in die Poren der Schleifscheibe zu tragen. Die resultierenden Schleifwerkzeuge weisen
unerwarteter Weise im Vergleich mit Werkzeugen, die mit kommerziell erhältlichen
Bindungen hergestellt sind und die bei höheren Temperaturen gebrannt werden, ein
verbessertes Leistungsverhalten beim Schleifen auf.
Die nachfolgenden Beispiele sind zum Zwecke der Verdeutlichung der
Erfindung, nicht aber zum Zwecke der Einschränkungen, enthalten.
Beispiel 1
Probeschleifscheiben wurden hergestellt, um die Eigenschaften der
Schleifscheiben der experimentellen Bindungen zu testen und mit denen von Schleifscheiben,
die mit einer Bindungen der Norton Company, die kommerziell mit MCA-Schleifkörnern
verwendet wird, zu vergleichen. Die experimentellen Bindungen hatten die in Tabelle
3 gezeigten vorgebrannten Zusammensetzungen. Die pulverförmigen Glasfritten (A oder
B), erhalten von der Ferro Corporation, Cleveland, Ohio, die in den Bindungen verwendet
wurden, haben die Zusammensetzungen, wie sie in der Tabelle 1 und nachfolgend gezeigt
sind. Die chemischen Zusammensetzungen von Kentucky No. 6 Ball Clay, Natriumsilikat,
Lithiumcarbonat und Wollastonit, die in den Bindungen verwendet wurden, sind in
Tabelle 2 angegeben.
Die Bindung wurde durch trockenes Vermischen von 1000 g Mengen der
Rohmaterialien in einem Plastikcontainer mit 10 l-inch (2,54 cm) Kugeln auf einem
Farbenmischer für 15 Minuten (30 Minuten für Bindungen 3–6) hergestellt. Vorbrennversuche
an Pellets, die aus diesen Bindungen hergestellt wurden, bestätigten, dass die experimentellen
Bindungen bei einer Temperatur zwischen 600 und 800°C zu einer wirksamen Bindung
reiften.
Die prozentualen Molanteile der Zusammensetzungen der gebrannten,
experimentellen Bindungen und einer kommerziell mit MCA-Korn verwendeten Bindung
sind nachfolgend in Tabelle 4 gezeigt.
Die Bindungen wurden mit einem MCA-Schleifkorn, Norton Company Targa®
120 Grit beimpftes Sol-Gel-Aluminiumoxid Schleiflkorn (filamentförmige
Partikel mit einem Aspektverhältnis von etwa 4 : 1, hergestellt gemäß US-Patent
Nr. 5,009,676A von Rue et al.) zusammengegeben. Die Bindungsbestandteile wurden
vorgemischt. Das Korn, Dextrin und eine organische Bindemittelkomponente, enthaltend
eine Mischung bestehend aus 40 Gew.-% flüssigem Tierleim, 30 Gew.-% gepulverter
Äpfelsäure und 30 Gew.-% Wasser, und Ethylenglycol wurden in einem Hobart N-50 Kneter
(mit einer Kapazität von 2 kg Mixtur) bei geringer Geschwindigkeit gemischt. Die
Korn-Vormischung wurde dann dazugegeben und mit dem Korn gemischt.
Die Mischung wurde durch ein 18 mesh Sieb gesiebt, um jegliche Brocken
aufzubrechen. Die Mischung wurde dann in einem Formgebungsaufbau mit drei Hohlräumen
in Barren mit den Abmessungen 10,16 cm × 2,54 cm × 1,77 cm (4'' ×
1" × 1/2'') gepresst. Verluste beim Glühen wurden berechnet und das spezifische
Gewicht des Glases für jede Bindung wurden bei der Anpassung der prozentualen Gewichtsanteile
der für jede Probe verwendeten Bindungskomponenten berücksichtigt, um experimentelle
Schleifwerkzeuge zu erhalten, die nach dem Brennen ungefähr die gleiche Härte aufweisen,
d. h. etwa 9 Volumenprozent der Zusammensetzung der Glasbindung. Gewichtsanteile
der Komponenten der Mischungen der Testbarren vor dem Brennen und Preßkörperdichten
(nach dem Pressen, Vorbrennen) sind in Tabelle 5 gezeigt.
Die Barren wurden unter den folgenden Bedingungen gebrannt: In einem
periodischen Ofen bei 50°C pro Stunde ab Raumtemperatur bis 350°C, gehalten
für 4 Stunden, dann mit 50°C auf 725°C (Verfahren #1) oder auf 750°C
(Verfahren #2) oder auf 800°C (Verfahren #3), gehalten für 8 Stunden bei dieser
Höchsttemperatur und dann auf Raumtemperatur abgekühlt. Die Vergleichsprobebarren
wurden in dem periodischen Ofen mit einer kommerziellen Bindung der Norton Company
(Ungebrannte Komponenten, gebrannt bei 900°C für 8 Stunden) unter Verwendung
der oben aufgelisteten Misch- und Formgebungsverfahren hergestellt.
Die Barren wurden auf ihr Bruchmodul hin auf einer Instron Modell
1125 mechanischen Testmaschine mit einer 4-Punkt Biege-Aufspannvorrichtung mit einer
Unterstützungsspanne von 7,62 cm (3''), eine Belastungsspanne von 2,54 cm (1'')
und bei einer Belastungsrate von 0,127 cm (0,050'') pro Minute Kreuzkopfgeschwindigkeit.
Sandstrahl-Eindringtiefen-Daten wurden durch das Testen von Probebarren bei 103,5
kPa (15 p. s. i.) für 10 Sekunden in einer Sandstrahl-Klassifizierungsmaschine (#2
Kammer) der Norton Co. generiert. Das Elastizitätsmodul wurde unter Verwendung eines
Grindo-Sonic MK3S Tester ermittelt. Die Ergebnisse (Durchschnitt aus 6 Proben) sind
in Tabelle 6 gezeigt.
Die Testergebnisse zeigten, dass alle experimentellen Bindungen bei
Temperaturen nicht über 800°C reiften, um eine Bindung mit ausreichender Festigkeit
und ausreichenden mechanischen Eigenschaften zur Verwendung in zum Schleifen von
Metall-Werkstücken geeigneten mechanischen Schleifwerkzeugen zu erzeugen.
Für die Bindungen 1, 2, 5 und 6 wurde Verfahren #1 und ein anderes
Verfahren, für Bindungen 3 und 4 (gebrannt bei 800°C für 8 Stunden) Verfahren
#3 angewandt, um aus den experimentellen Bindungen 1–6 und der Kontrollbindung
Scheiben mit Endabmessungen von 5 × 0,5 × 0,88 Inch (12,7 × 1,27
× 2,24 cm) herzustellen. Die Kontrollscheiben wurden unter Verwendung einer
kommerziellen, für MCA-Schleifkörner verwendeten Bindung (eine Bindung aus ungebranntem
Material, die in dem US-Patent Nr. -A-4,543,107 beschrieben wird und für 8 Stunden
bei 900°C gebrannt wird) wie oben für die Probebarren beschrieben hergestellt.
Das gleiche MCA-Korn, das in den Probebarren verwendet wurde, wurde als 48% des
Volumens in allen Scheiben verwendet.
Schleiftest wurden unter der Anwendung der folgenden Testbedingungen
mit diesen Scheiben durchgeführt:
Schleiftest
Schleifmaschine: Heald CF#1 Schleifer Nasses Außendurchmesser Profilschleifen:
5% Trim E200 wasserlösliches Ölkühlmittel mit Leitungswasser Geschliffenes Werkstückmaterial:
52100 Stahl, Rc60
Größe des Werkstückteils: 4, 25 Inch (10,80 cm) Außendurchmesser
Geschwindigkeit des Stücks: 150 U/min; 167 sfpm (51 smpm)
Zustellrate in das Stück: 0,00016 Inch/Sekunde (0,0004 cm/s)
0,0032 Inch/Sekunde (0,00081 cm/s)
Abgerichtete Scheibenoberfläche: Drehscheibe CDP #6766, Abrichten bei einer Abrichtrate
von 0,004 Inch (0,01 cm) / Führung pro Umdrehung, 0,0005 Inch (0,0013 cm)
Durchmessertiefe der Abrichtung pro Schleifvorgang
Scheibengeschwindigkeit: 6,25 U/min, 8180 sfpm (2495 smpm)
Anzahl der Schleifvorgänge pro Test: 2
Metall-Abtragsrate : 0,6 Inch3/min.Inch MRR, 0,240 auf Stückdurchmesser,
(3,87 cm3/min cm MRR, 0,61 cm auf Stückdurchmesser)
1,2 Inch3/min Inch MMR, 0,240 Inch auf Durchmesser
(7,74 cm3/min cm MRR, 0,61 cm auf Stückdurchmesser)
Ausfunkzeit: 5,2 Sekunden nach jedem Schleifen.
Die Ergebnisse sind in Tabelle 7 gezeigt. Unter den experimentellen
Bindungen war das Leistungsverhalten beim Schleifen, d.h. G-Faktor, aufgenommene
Leistung, Schleifbarkeit und Oberflächengüte-Parameter bei einer konstanten Metallabtragsrate
(MRR), für die Bindungen 1, 2 und 5 den kommerziellen, gebundenen Kontrollscheiben
überlegen. Die experimentellen Bindungen 3, 4 und 6 zeigten im Ganzen gegenüber
der Kontrollbindung keine Vorteile bei dem Leistungsverhalten beim Schleifen.
Diese Ergebnisse zeigen, dass das Leistungsverhalten beim Schleifen,
das bei Verwendung von Schleifscheiben, welche die erfindungsgemäßen experimentellen
Bindungen mit Sol-Gel-Aluminiumoxid-Korn enthalten, erzielt wurde, im Vergleich
mit einer bei 900°C gebrannten kommerziellen Bindung verbessert war. Die Auswahl
einer Bindungsformulierung mit einem Molverhältnis von B2O3
zu Alkalimetalloxiden von etwa 1 : 1 bis 1,5 : 1 verbessert das Leistungsverhalten
und ist bevorzugt. Eine Erhöhung des Al2O3-Gehalts der Bindung
von 10 auf 19 Mol-% bewirkt keine Verbesserung beim Schleifen.
Der Austausch von 5 Mol-% SiO2 gegen 5 Mol-% CaO (Exp.
6 Probe) hatte eine gemischte Wirkung auf das Leistungsverhalten beim Schleifen.
Obwohl die Scheibe gemäß Exp. 6 zu weich war, um damit Außendurchmesserschleifen
von Stahl durchzuführen, wies sie geeignete mechanische Eigenschaften und ein geeignetes
Leistungsverhalten auf, um kommerziell zum Schleifen von weicheren Werkstücken oder
Werkstücken, die eine weniger aggressive Metallabtragsrate erfordern, verwendet
zu werden. Somit zeigt Exp. 6, dass ein Molverhältnis von Siliziumdioxid zu dem
kombinierten Anteilen aus Erdalkalimetalloxiden und Alkalimetalloxiden von mindestens
1,15 : 1,0 für typische Schleifbearbeitungsverfahren von harten Metallen bevorzugt
ist.
Beispiel 2
Verfahren #1 und #2 wurden zur Herstellung von Scheiben (5 ×
0,5 × 0,88 Inch) (12,7 × 1,27 × 2,24 cm) verwendet, welche die
gleichen Volumen-% Scheibenkomponenten wie in Beispiel 1 verwendeten, aber eine
andere Korn-Komponente verwenden. Die Scheiben enthielten 48 Volumen-% Schleifkorn,
enthaltend eine 1 : 1-Mischung aus filamentförmigen, beimpften Sol-Gel-Aluminiumoxid
: 38A weißes Alundum Korn (120 Grit Tagra®-Korn und 80 Grit 38A Korn,
hergestellt durch Norton Co.). Der prozentuale Anteil der Bindung (eingestellt auf
etwa 9 Vol.-%, wie in Beispiel 1) war für alle Scheiben gleich und ergab für alle
Scheiben den gleichen Härtegad. Die gleiche kommerzielle Formulierung, wie sie in
Beispiel 1 verwendet wurde, wurde als Kontrollprobe getestet. Die Scheiben wurden
unter Verwendung der oben für die Probebarren beschriebenen Testverfahren getestet.
Die Dichte nach dem Brennen, Sandstrahl-Eindringtiefe und das Elastizitätsmodul
wurden für diese Scheiben gemessen und die Ergebnisse sind in Tabelle 8 gezeigt.
Mit diesen Scheiben wurden unter Anwendung der Testbedingungen des
Beispiels 1 Schleiftests durchgeführt, außer dass die folgenden Parameter geändert
wurden:
Schleiftests:
Metallabtragsraten:
0,3 Inch3/min·Inch MRR, 0,240 Inch auf Stückdurchmesser
(1,94 cm3/min cm MRR, 0,61 cm auf Stückdurchmesser)
0,6 Inch3/min·Inch MRR 0,240 Inch auf Stückdurchmesser
(3,87 cm3 /min cm MRR, 0,61 cm auf Stückdurchmesser)
1,0 Inch3/min·Inch MRR 0,240 auf Stückdurchmesser,
(6,45 cm3 /min cm MRR, 0,61 cm auf Stückdurchmesser).
Die Ergebnisse sind in Tabelle 9 gezeigt. Das Leistungsverhalten beim
Schleifen, d. h. G-Faktor (Metallabtragsrate (MRR)/Scheibenabnutzungsrate (WWR),
aufgenommene Leistung, Schleifbarkeit (G-Faktor/Leistung × MRR) und Oberflächengüte,
das mit den experimentellen Bindungen bei konstanter MRR erzielt wurde, war den
die kommerzielle Bindung verwendenden Kontrollscheiben überlegen.
Beispiel 3
Weitere Scheiben wurden wie in Beispiel 2 beschrieben hergestellt,
außer dass ein anderes Sol-Gel-Aluminiumoxid-Korn (beimpftes alpha-Aluminiumoxid-MCA-Korn,
80 Grit, bezogen von der Norton Company) anstelle der in Beispiel 2 verwendeten
Kornmischung verwendet wurde. Die experimentelle Bindung 1 (hergestellt gemäß Verfahren
#1, 725°C) wurde in Schleiftests mit der in den Beispielen 1 und 2 getesten,
kommerziellen Kontrollbindung (Kontrolle 1) und einer zweiten Kontrollbindung (Kontrolle
2), die in den US-Patenten mit den Nummern US-A-5,401,284 und US-A-5,573,561 beschrieben
wird, verglichen, und verwendete kommerziell erhältliches Sol-Gel-Aluminiumoxid.
Die Scheiben wurden wie oben beschreiben getestet und wiesen die in Tabelle 10 gezeigten
Eigenschaften auf.
Die Testbedingungen beim Schleifen waren die gleichen, wie die in
Beispiel 2 verwendeten, außer dass die Metallabtragsrate an dem
Durchmesser des Werkstücks 0,180 Inch (0,46 cm) betrug.
Die Ergebnisse sind in Tabelle 11 gezeigt. Die experimentelle Bindung
war den kommerziellen Bindungen bezüglich G-Faktor, aufgenommene Leistung, Schleifbarkeit
((G-Faktor × MRR)/Leistung), Welligkeit und Oberflächengüte überlegen.
Beispiel 4
Weitere Scheiben wurden wie in Beispiel 1 beschrieben hergestellt,
außer einer Veränderung der experimentellen Bindungen 1 und 5, die vollständig aus
einer Fritte hergestellt wurden und in Schleiftests mit den kommerziellen Kontrollbindungen,
die in den Beispielen 1, 2 und 3 getestet wurden, und mit experimentellen Bindungen
1 und 5, die, wie in den Beispielen 1 und 2 beschrieben, aus ungebrannten Materialien
hergestellt wurden, verglichen wurden. Die Scheiben hatten die in Tabelle 12 gezeigten
Eigenschaften.
Die Schleiftestbingungen waren die gleichen, wie sie in Beispiel 2
verwendet wurden, außer dass ein Metallabtrag von 0,120 Inch (0,31 cm) am Stückdurchmesser
angestrebt war, und das tatsächlich abgetragene Metall ist in Tabelle 13 gezeigt.
Die Ergebnisse sind in Tabelle 13 gezeigt. Die experimentellen Bindungen
waren den kommerziellen Bindungen bezüglich G-Faktor, aufgenommene Leistung, Schleifbarkeit,
Welligkeit und Oberflächengüte überlegen oder zumindest gleichwertig.
Die die Fritte verwendenden Schleifräder waren bezüglich dem Gesamtleistungsverhalten
den kommerziellen Kontrollbindungen gleichwertig, zeigten in diesem Schleiftest
aber keine so gute Leistungen wie die Schleifräder, die die ungebrannten Bindungen
verwendeten.
Dies kann möglicherweise auf den Verlust flüchtiger Lithium- und Borbestandteile
aus der Zusammensetzung beim Herstellen der Fritten zurückzuführen sein (die Fritten
wurden bei Temperaturen von mindestens 1100°C hergestellt), so dass sich die
Chemie der gefritteten Bindung von der der ungebrannten Bindung unterschied. Ausgleich
für den Verlust relativ flüchtiger Bestandteile kann durch Anpassung des prozentualen
Gewichtsanteils der zur Herstellung der Glasfritte verwendeten ungebrannten Materialien
erreicht werden, um so die gewünschte chemische Endzusammensetzung der Bindung zu
erhalten.
Bindungen, die aus den ungebrannten Komponenten hergestellt wurden,
waren erneut bezüglich des Leistungsverhaltens beim Schleifen einer Kontrollbindung,
die bei einer höheren Temperatur gebrannt wurde, überlegen.
Beispiel 5
Schleifscheiben (29 mm × 20 mm × 9,525 mm) wurden wie
in Beispiel 1 beschrieben unter Verwendung jeweils der bei 735°C gebrannten
experimentellen Bindung 1 und der bei 1000 °C gebrannten, kommerziellen Kontrollbindung
2 hergestellt, außer dass ein unbeimpftes Sol-Gel-MCA-Schleifkorn (100 Grit), hergestellt
durch die 3M Corporation, Minneapolis, MN und verkauft unter dem 321 Handelsnamen,
anstelle des beimpften MCA-Schleifkorns hergestellt wurde.
Die verwendeten Schleifscheibenzusammensetzungen und die Eigenschaften
dieser Scheiben sind in den Tabellen 14 und 15 aufgelistet. Diese Scheiben wurden
mit einer kommerziell hergestellten Scheibe (29 mm × 20 mm × 10 mm),
die mit 100 Grit-Größe 321 Schleifkorn in einer glasartigen Bindung (Kontrolle 3)
hergestellt wurde, verglichen.
Zwei Sätze dieser Scheiben wurden in einer Innendurchmesser/Bohrungsschleifmaschine
unter Verwendung der unten aufgelisteten Testbedingungen getestet. Die Ergebnisse
aus dem ersten Test und aus dem Wiederholungstest sind in der Tabelle 16 gezeigt.
Schleiftest
Schleifmaschine: Bryant Schleifmaschine
Nasses Innendurchmesser-Schleifen: 3% Trim E210 wasserlösliches Ölkühlmittel mit
Leitungswasser
Material des geschliffenen Werkstücks: 52100 Stahl, Rc60
Werkstückteil-Breite: 9,525 mm
Werkstückteil-Durchmesser: 32 mm (erster Test), 35 mm (zweiter Test)
Geschwindigkeit des Teils: 1000 U/min
Gesamt-Zustellung in das Teil: 1,499 mm
Abgerichtete Scheibenoberfläche: Einzelne Diamantspitze, Abrichten bei Abrichtrate
von 20 mm/s Abrichtführung, 0,0127 mm Abricht-Comp (dress comp)
Scheibengeschwindigkeit: 29,200 U/min; 42,7 m/s
Anzahl der Schleifdurchgänge pro Test: 2
Zustellung pro Schleifdurchgang: 0,025 mm/s; 0,049 mm/s.
Diese Ergebnisse demonstrieren, dass die erfindungsgemäße Bindung
in Verbindung mit einem unbeimpfen MCA-Schleifkorn ein vergleichbares Gesamtleistungsverhalten
wie das der bei 1000°C gebrannten Kontrollbindung 2 und der Kontrollbindung
3 ergibt.
Des Weiteren waren die Scheiben, die die experimentelle Bindung enthielten,
schärfer als die Kontrollen. Dies geht aus den Daten hervor, die zeigen, dass die
die tangentiale Kraft, die benötigt wurde, um vergleichbare Abtragraten
zu erreichen, für die erfindungsgemäßen, experimentellen Bindungen in allen außer
einer Probe geringer waren als die der Kontrollbindungen. Die Ausnahme war die Kontrollbindung
2, die in einem Durchgang bei einer MRR von 0,049 mit der experimentellen Bindung
vergleichbar war. Ein anderes Maß der Scheibenschärfe, die spezifische Energie (Leistung/MRR),
die benötigt wurde, um vergleichbare Metallabtragraten zu erreichen, war im Durchschnitt
geringer für die erfindungsgemäßen, experimentellen Bindungen als für die Kontrollbindungen.
Für den Anwender eines Schleifverfahrens stellen die verringerte tangentiale Kraft
und die verringerte spezifische Energie einen geringeren Verschleiß der Schleifmaschine
und eine geringere Beschädigung des Werkstücks dar und können somit als im Sinne
einer verbesserten Schleifbarkeit als vorteilhaft angesehen werden.
Diese Ergebnisse demonstrieren, dass die erfindungsgemäßen Niedertemperaturbindungen
das Leistungsverhalten von unbeimpftem als auch beimpftem Sol-Gel-MCA-Schliefkorn
verbessert.
Es ist klar, dass sich dem Fachmann verschiedene andere Abwandlungen
erschließen und durch diesen umgesetzt werden können, ohne den Schutzbereich und
Gedanken der vorliegenden Erfindung zu verlassen. Somit ist es nicht beabsichtigt,
dass der Schutzumfang der Patentansprüche durch die oben dargelegte Beschreibung
eingeschränkt wird. Die Ansprüche sollen so verstanden werden, dass sie alle patentfähigen,
neuen Merkmale, die in der vorliegenden Erfindung enthalten sind, umfassen, einschließlich
aller Merkmale, die von dem Fachmann als äquivalent angesehen werden.
Anspruch[de]
Glasartige Bindung für die Herstellung eines Schleifwerkzeugs, wobei
die glasartige Bindung nach dem Brennen maximal etwa 45 Mol-% SiO2, maximal
etwa 15 Mol-% Al2O3, von 24 bis 35 Mol-% B2O3,
von 15 bis 30 Mol-% Alkalimetalloxide umfasst, wobei die Alkalimetalloxide bezogen
auf die Bindung zumindest 5 Mol-% Lithiumoxid umfassen, und ein Molverhältnis von
B2O3 zu Alkalimetalloxiden von 0,8 : 1 bis 1,7 : 1 aufweist.
Glasartige Bindung gemäß Anspruch 1, wobei die glasartige Bindung nach
dem Brennen maximal 40 Mol-% SiO2 umfasst.
Glasartige Bindung gemäß Anspruch 2, wobei die glasarige Bindung nach
dem Brennen Erdalkalimetalloxide umfasst und das Molverhältnis von SiO2
zu dem vereinten Gehalt von Alkalimetalloxiden und Erdalkalimetalloxiden zumindest
1,15 : 1,0 beträgt.
Glasartige Bindung gemäß Anspruch 2, wobei die Alkalimetalloxide ausgewählt
sind aus der Gruppe bestehend aus Natriumoxid und Lithiumoxid, und die glasartige
Bindung nach dem Brennen 7 bis 11 Mol-% Lithiumoxid umfasst.
Glasartige Bindung gemäß Anspruch 1, wobei die glasartige Bindung bei
600–875°C gebrannt wird.
Glasartige Bindung gemäß Anspruch 5, wobei die glasartige Bindung bei
700–800°C gebrannt wird.
Ein Schleifwerkzeug umfassend beimpftes oder unbeimpftes, gesintertes
Sol-Gel-Aluminiumoxid-(MCA)-Schleifkorn und eine glasartige Bindung gemäß Anspruch
1.
Schleifwerkzeug gemäß Anspruch 7, wobei die glasartige Bindung nach
dem Brennen maximal 40 Mol-% SiO2 umfasst.
Schleifwerkzeug gemäß Anspruch 8, wobei die glasartige Bindung nach
dem Brennen Erdalkalimetalloxide umfasst und das Molverhältnis von SiO, zu den vereinigten
Gehalten von Alkalimetalloxiden und Erdalkalimetalloxiden zumindest 1,15 : 1,0 beträgt.
Schleifwerkzeug gemäß Anspruch 7, wobei die Alkalimetalloxide ausgewählt
sind aus der Gruppen bestehend aus Natriumoxid und Lithiumoxid und die glasartige
Bindung nach dem Brennen 7 bis 1 1 Mol-% Lithiumoxid umfasst.
Schleifwerkzeug gemäß Anspruch 7, wobei die glasartige Bindung bei
600–875°C gebrannt wird.
Schleifwerkzeug gemäß Anspruch 11, wobei die glasartige Bindung bei
700–800°C gebrannt wird.
Schleifwerkzeug gemäß Anspruch 7, wobei das Werkzeug 3 bis 25 Volumen-%
glasartige Bindung und 10 bis 56 Volumen-% MCA-Schleifkorn umfasst.
Schleifwerkzeug gemäß Anspruch 13, wobei das Werkzeug weiterhin 0,1
bis 60 Volumen-% an zusätzlichen Bestandteilen, ausgesucht aus der Gruppe bestehend
aus sekundären Schleifkörnern, Füllstoffen und Zusätzen besteht.
Schleifwerkzeug gemäß Anspruch 14, wobei das Werkzeug eine Gesamtmenge
von 34 bis 56 Volumen-% Schleifkorn enthält.
Schleifwerkzeug gemäß Anspruch 7, wobei das MCA-Schleifkorn im Wesentlichen
aus alpha-Aluminiumoxid-Mikrokristallen besteht, die durch ein Sol-Gel-Verfahren
mit Beimpfung hergestellt wurden.
Schleifwerkzeug gemäß Anspruch 7, wobei das MCA-Schleifkorn in Wesentlichen
aus alpha-Aluminiumoxid-Mikrokristallen besteht, die durch ein Sol-Gel-Verfahren
ohne Beimpfung hergestellt wurden.
Schleifwerkzeug gemäß Anspruch 7, wobei die glasartige Bindung nach
dem Brennen weiterhin weniger als etwa 0,5 Mol-% zumindest eines Oxids, ausgesucht
aus der Gruppe bestehend aus TiO2, ZnO, ZrO2, CaO, MgO, CoO,
MnO2, BaO, Bi2O3, P2O5 und
Fe2O3 und deren Kombinationen, umfasst.
Verfahren zur Herstellung eines Schleifwerkzeugs, umfassend die Schritte:
a) Mischen von 70 bis 95 Gewicht-% Schleifkorn und 5 bis 30 Gewicht-% Bindungsmischung
gemäß Anspruch 1, um eine Mischung zu bilden;
b) Formen der Mischung zu einem grünen Komposit; und
c) Brennen des grünen Komposits bei einer Temperatur vom weniger als 875°C,
um das Schleifwerkzeug zu bilden.
Verfahren gemäß Anspruch 19, wobei das grüne Komposit bei einer Temperatur
von weniger als etwa 775°C gebrannt wird.
Verfahren gemäß Anspruch 19, wobei das Schleifwerkzeug eine Schleifscheibe
ist.
Verfahren gemäß Anspruch 19, wobei das Schleifwerkzeug ein Sol-Gel-Aluminiumoxid-Korn
umfasst.
Verfahren gemäß Anspruch l9, wobei das Schleifkorn ein Hochleistungsschleifmittel,
ausgesucht aus der Gruppe bestehend aus Diamant, kubischem Bornitrid und deren Mischungen,
umfasst.
Verfahren gemäß Anspruch 19, wobei der Brennschritt in einer oxidierenden
Atmosphäre durchgeführt wird.