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Dokumentenidentifikation DE10257874B3 09.06.2004
Titel Aeorodynamisches Profil mit Spaltklappe
Anmelder Skywalk GmbH & Co. KG, 83224 Grassau, DE
Erfinder Harich, Armin, 63303 Dreieich, DE;
Kistler, Manfred, 82285 Hattenhofen, DE
Vertreter Tiedtke, Bühling, Kinne & Partner GbR, 80336 München
DE-Anmeldedatum 11.12.2002
DE-Aktenzeichen 10257874
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 09.06.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 09.06.2004
IPC-Hauptklasse F15D 1/10
IPC-Nebenklasse B64C 3/28   B64C 3/30   
Zusammenfassung Offenbart wird ein flexibles aerodynamisches Profil, das im Wesentlichen aus flexiblem Material gefertigt ist und seine Form durch einen Überdruck in zumindest Teilbereichen des Inneren des Profils erhält, wobei im hinteren Bereich des Profils ein bevorzugt in Strömungsrichtung quer verlaufender Spalt vorgesehen ist, der die Profilunterseite mit der Profiloberseite verbindet und grundsätzlich eine Luftströmung von der Profilunterseite zur Profiloberseite ermöglicht.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Gleitschirm bzw. einen Kite, der zumindest im Wesentlichen aus einem flexiblen Material gefertigt ist und seine Form durch Überdruck zumindest in Teilbereichen des Profils erhält.

Für Gleitschirme und Kites werden flexible aerodynamische Profile eingesetzt. Es handelt es sich dabei um Tragflächenprofile, die ihre Gestalt üblicherweise durch Stauluftbelüftung erhalten. Zu diesem Zweck ist das Profil mit zumindest einer Einströmöffnung versehen, über die Luft in das herkömmlicher Weise aus Tuchbahnen genähte Profil einströmt und die Profilform ausbildet. Es sind auch Profile bekannt, die teilweise oder ganz durch aufblasbare Elemente ausgebildet werden, so dass im Extremfall Einströmöffnungen sogar entfallen können und das Gesamtprofil durch mittels einer Pumpe eingeblasene Druckluft ausgebildet wird.

Derartige Gleitschirme oder Kites sollen eine Zugkraft aufbauen, die die Fortbewegung des Benutzers auf dem Wasser/auf dem Lande oder in der Luft ermöglicht. An ein derartiges Profil werden grundsätzlich folgende Forderungen gestellt. Das Profil soll einen geringen Widerstand aufweisen; es soll in der Lage sein, einen hohen Auftrieb zu erzeugen; und darüber hinaus soll sein Verhalten im Grenzbereich der möglichen Anströmung, insbesondere beim Strömungsabriss, gutmütig sein. Die letztgenannte Forderung spielt insbesondere bei Gleitschirmen eine große Rolle, jedoch auch bei Kites, da das Handling des Kites wesentlich durch das Verhalten des Profils bei Änderung der Anströmung, insbesondere bei Anstellwinkelveränderungen, bestimmt wird.

Bislang wird in erster Linie versucht, durch geeignete Profilwahl und Beleinung des Profils diese Anforderungen zu erfüllen. Ein flexibles nicht steifes Profil erlaubt, auch wenn dieses durch steife Elemente versteift sein mag, grundsätzlich auf einfache Weise die Profilwölbung zu verändern. Durch geeignete Leineneinstellung bzw. Leinenverkürzung kann ein flexibles Profil einfach verformt werden, um so insbesondere die Anforderungen "widerstandsarmer Schnellflug" und "hoher Auftrieb bei Langsamflug" zu erfüllen. Die bekannten Systeme stoßen jedoch hierbei an ihre Grenzen, da sehr widerstandsarme Profile auch bei herkömmlicher realisierbarer Wölbung nicht genügend Auftrieb liefern oder bei extremen Anströmungssituationen ein kaum beherrschbares Handling aufweisen. Dickere Profile, die in der Regel einen hohen Auftrieb liefern können und ein gutmütiges Handling aufweisen, verursachen dagegen zu hohe Steuerkräfte, so dass sich die Profile durch den Benutzer nur schwer verformen, also auch wölben lassen. Aufgrund der beschränkten Deformierbarkeit des Profils ist somit auch dessen Einsatzbereich relativ eingeschränkt.

Das Dokument DE 40 22 549 A1 beschreibt einen Tragflügel, der aus drei einzelnen aerodynamischen Profilen zusammengesetzt ist. Der Tragflügel besteht aus einem oberen Hauptprofil und zwei hintereinander unter diesem Hauptprofil angeordneten Hilfsprofilen.

Das Dokument US 6 082 667 zeigt ein Profil, das feste und flexible Bestandteile aufweist und über Stauluftöffnungen verfügt. Das Profil kann mit einer Klappe versehen sein, die als Landeklappe oder Querruder wirksam ist und mittels eines Holmes betätigt wird. Gemäß 1 des Dokuments ist zwischen diesem Holm und dem Restprofil ein Spalt vorgesehen, der die Profilunter- mit der Profiloberseite verbindet. Die Funktion des genannten Spalts wird an keiner Stelle des Dokuments beschrieben oder erläutert. Es wird daher angenommen, dass der Spalt vorgesehen ist, um die Klappe vom Hauptprofil zu separieren und Reibung oder dgl. zu vermeiden.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Gleitschirm/Kite zu schaffen, der bei geringem Widerstand dennoch in der Lage ist, ausreichend Auftrieb zu produzieren und darüber hinaus auch bei extremen Anströmungssituationen ein gutmütiges Handling aufweist.

Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 und des Anspruchs 2 gelöst.

Der Erfindung liegt die Idee zugrunde, einen Gleitschirm/Kite zu schaffen, der in seinem hinteren Bereich mit einem Spalt versehen ist, der zumindest unter bestimmten Umständen einen Druckausgleich zwischen Profilunter- und Profiloberseite zulässt. Mittels dieses Spalts wird insbesondere bei großen Anstellwinkeln der Auftrieb des Profils deutlich erhöht. Weiterhin wird der Strömungsabriss verzögert, so dass höhere Anstellwinkel möglich sind. Um auch bei höheren Strömungsgeschwindigkeiten ein Anliegen der Strömung am Profil zu gewährleisten, kann der Spalt zumindest teilweise verschließbar gestaltet sein, oder über die Breite des Profils unterbrochen mit variierendem Querschnitt angepasst an die Profilform.

Außerdem erfolgt erfahrungsgemäß der Strömungsabriss sanfter, was das Handling des Profils verbessert. Durch diese Entwicklung wird es somit möglich, widerstandsarme schnelle Profile zu verwenden, die dennoch bei höheren Anstellwinkeln genügend Auftrieb liefern. Andererseits wird auch die Verwendung relativ dicker Profile möglich, die bisher nur eingeschränkt verwendet werden konnten, da die Steuerkräfte zum Verwölben dieser Profile sehr hoch sind und somit das Handling negativ beeinträchtigen. Dies ist für große Tandemgleitschirme von Bedeutung. Durch den Spalt im hinteren Bereich des Profils wird das Profil in diesem Bereich ähnlich einer Sollknickstelle geschwächt und kann wesentlich leichter verformt bzw. gewölbt werden. Die hierzu erforderlichen Steuerkräfte, die üblicherweise durch Steuerleinen aufgebracht werden, die im hintersten Bereich des Profils angelenkt sind, vermindern sich deutlich.

Der Spalt kann über die gesamte Profilbreite, also Spannweite, ausgebildet sein oder nur über einen Teilbereich. Ist der Spalt bspw. nur in den äußeren Bereichen des Profils ausgebildet, so ergibt sich zwar natürlich in diesen äußeren Bereichen die gewünschte Auftriebserhöhung, was jedoch gerade bei stark gepfeilten Profilen wünschenswert sein kann. Im Gegenzug wird die Stabilität des mittleren Profilbereichs gegen unbeabsichtigtes Einklappen bzw. Knicken nicht vermindert. Die Steuerung eines derartigen Profils wird stark erleichtert, da die Außenbereiche des Profils, an denen Steuerleinen üblicherweise angelenkt werden oder hauptsächlich angelenkt werden, durch den Spalt geschwächt sind, so dass diese Bereiche leicht zu deformieren bzw. zu verwölben sind.

Bei Konstruktion eines derartigen Profils, das den genannten Spalt aufweist, ist zu beachten, dass, werden keine Einrichtungen zum Verschließen des Spalts vorgesehen, dies zwar bei höherem Anstellwinkel einen erhöhten Auftrieb bewirkt, jedoch im Schnellflug bzw. bei niedrigen Anstellwinkeln nachteilig und widerstandserhöhend sein kann. Auch aus diesem Grund kann es wünschenswert sein, den Spalt nicht über die gesamte Breite des Profils, also die gesamte Spannweite, auszubilden. Der Spalt kann daher – wie angemerkt – nur in den Außenbereichen des Profils ausgebildet sein oder er kann immer wieder unterbrochen werden, so dass der Spalt in diverse kleinere Spaltabschnitte aufgeteilt wird. Die Verteilung von geschlossenen Bereichen und mit Spaltabschnitten versehenen Bereichen kann gleichmäßig oder ungleichmäßig erfolgen. Ebenso kann die Dimensionierung der Spaltöffnungen an der Profilunterseite und der Profiloberseite variiert werden.

Mit der Figurenbeschreibung wird ein Ausführungsbeispiel beschrieben, bei dem das Profil aus einer Vielzahl von Längszellen aufgebaut ist, von denen jeweils eine ohne Spaltöffnung und die benachbarte Zelle mit Spaltöffnung ausgebildet ist. Eine derartige Konstruktion lässt sich beliebig variieren und es kann bspw. die Anzahl der Zellen mit Spaltöffnung zu den Profilenden zunehmen, wohingegen im mittleren Bereich des Profils überhaupt keine oder kaum Spaltöffnungen vorgesehen werden. Ebenso kann der Spaltquerschnitt bzw. die Fläche der Spaltöffnungen variiert werden.

Ist eine Einrichtung vorgesehen, mittels der der genannte Spalt zumindest in bestimmten Bereichen zumindest teilweise verschließbar ist, kann der Spalt bspw. beim Schnellflug bzw. bei geringen Anstellwinkeln verschlossen werden.

Hierzu kann es ausreichen, die Spaltöffnung an der Profilunterseite oder Profiloberseite zu verschließen. Es können jedoch auch beide Öffnungen verschlossen werden. Grundsätzlich ist eine Abdeckung oder Verschließung der Spaltöffnung auf der Profiloberseite zu bevorzugen, da diese sich stärker auf die Aerodynamik des Profils auswirkt.

Es kann aber auch ausreichend sein, nur bestimmte Bereiche des Spalts unter bestimmten Bedingungen zu verschließen. So kann es zweckmäßig sein, eine derartige Verschlusseinrichtung nur für den mittleren Bereich des Profils vorzusehen, und in den Außenbereichen die Spalte grundsätzlich offen zu lassen. Hierbei ist zu bedenken, dass bei den meisten üblichen Konstruktionen die mögliche Anstellwinkeländerung im mittleren Profilbereich stärker ausfällt als im Außenbereich des Profils. Auch ein teilweises Verschließen des Spaltes kann bereits ausreichend sein und die Aerodynamik deutlich verbessern.

Zum Verschließen der Spaltöffnungen können Klappen vorgesehen sein, die aus einem flexiblen Material wie Stoffbahnen oder auch weniger flexiblen, evtl. sogar steifen Materialien bestehen können. Die Klappen können aktiv betätigt werden oder so vorgesehen sein, dass sie ohne aktive Betätigung im Schnellflug bzw. bei kleinen Anstellwinkeln die Spaltöffnungen, insbesondere die obere Spaltöffnung, verschließen, jedoch bei größeren Anstellwinkeln und Wölbung des Profils diese freigeben. Eine derartige Konstruktion wird unter Bezugnahme auf ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel detaillierter beschrieben.

Zumindest bei durch Einlassöffnungen belüfteten Profilen steigt der Druck im Profilinneren mit der Fluggeschwindigkeit bzw. der Geschwindigkeit, mit der das Profil durch die Umgebungsluft bewegt wird. Dieser Druckanstieg kann zur Aktivierung der genannten Klappen verwendet werden oder es können Bauteile des Profils so ausgebildet sein, dass sie sich ab einem bestimmten Innendruck im Profil derart aus- bzw. aufwölben, dass der Spalt oder zumindest Teile des Spalts zumindest teilweise verschlossen werden. Diese Druckerhöhung im Profilinneren kann auch durch elastische Elemente genutzt werden, die durch den erhöhten Innendruck gedehnt werden und auf diese Weise eine Verschließung von Spaltöffnungen bewirken.

Die Konstruktion des flexiblen aerodynamischen Profils kann jedoch auch so erfolgen, dass durch die Zugkraft elastischer Elemente oder durch separat betätigte Elemente der Spalt bei geringen Anstellwinkeln verschlossen wird und bei hohen Anstellwinkeln freigegeben wird. Hierzu muss die Konstruktion so gestaltet sein, dass bei Verwendung von elastischen Elementen die Zugkraft auf die Elemente bei Erhöhung des Anstellwinkels ansteigt, so dass der Spalt geöffnet wird. Hierzu wird im Detail mit Bezug auf ein konkretes Ausführungsbeispiel eingegangen werden.

Das Gesamtprofil kann als ein durch den Spalt in zwei Teile unterteiltes Profil angesehen werden. Dabei kann der in Strömungsrichtung hinter dem Spalt befindliche Teil des Profils integral mit dem vorderen Teil ausgebildet sein, der hintere Teil kann aber auch als separates Element ausgebildet sein, das von dem vorderen, dem Hauptelement, weitgehend unabhängig ausgebildet ist. Selbstverständlich müssen die beiden Elemente in geeigneter Weise verbunden sein. Auch hierzu wird unter Bezugnahme auf ein konkretes Ausführungsbeispiel folgend noch detaillierter eingegangen werden.

Das hintere Element kann vom vorderen Element unabhängige Einlassöffnungen aufweisen, über die Luft in das hintere Element unabhängig vom Hauptelement einströmt.

Grundsätzlich ist es auch denkbar, das hintere Element komplett aufzublasen und in diesem Zustand zu verschließen. Auch eine Kombination dieser Maßnahmen ist möglich, also eine Belüftung des hinteren Elements vom Hauptelement, wobei jedoch zusätzlich eigene Einlassöffnungen am hinteren Element vorgesehen sind.

Weiterhin kann das Haupt- sowie das hintere Element unabhängig von der Belüftungssituation mit aufblasbaren Verstärkungselementen versehen sein. Auch eine Konstruktion des Gesamtprofils ohne Einlassöffnungen ist möglich, wobei dann Versteifungselemente, die in Form von aufblasbaren Elementen vorgesehen sein können, unverzichtbar sind.

Ist der hintere Teil des Profils als separates Element ausgebildet, ist eine entsprechende Verbindung mit dem vorderen Hauptelement unverzichtbar. Diese Verbindung kann über feste oder elastische Elemente erreicht werden. Aber auch bei einer integralen Bauweise, bei der der hintere Teil des Profils integral mit dem vorderen Hauptteil ausgebildet ist, können zusätzlich derartige Verbindungselemente vorgesehen sein. Wird das Profil durch Staudruck ausgebildet, kann die durch Einlassöffnungen eingeströmte Luft über Schläuche oder Kammern in den hinteren hinter dem Spalt angeordneten Teil des Profils geleitet werden. Dies kann unabhängig davon geschehen, ob der hintere Teil mit zusätzlichen eigenen Einlassöffnungen versehen ist oder nicht. Die Belüftung des hinteren Teils kann durch geeignete Schläuche oder schlauchartige Kammern über den Spalt hinweg erfolgen oder, wird eine Konstruktion mit unterbrochenem Spalt gewählt, über die unterbrochenen Bereiche, die dann die mit Spalt versehenen Bereiche quer belüften. Eine derartige Konstruktion wird als bevorzugtes Ausführungsbeispiel noch näher erläutert.

Der in Strömungsrichtung hinter dem Spalt angeordnete Teil des Profils muss nicht zwingend profiliert sein und kann auch im Wesentlichen lediglich einlagig ausgebildet werden, was die Konstruktion deutlich vereinfacht. Dabei kann auch eine Konstruktion gewählt werden, bei der im mittleren Bereich des Profils der hinter dem Spalt befindliche Teil des Profils der Profilform im Wesentlichen folgt, also eine gewisse Profildicke aufweist, wohingegen die äußeren Bereiche, in denen auch das Gesamtprofil schlanker gestaltet ist, unprofiliert, evtl. sogar lediglich aus einer Stofflage ausgebildet sind.

Selbstverständlich muss der Ein- und Auslaufbereich des Spalts, durch den die Ausgleichströmung von der Profilunterseite zur Profiloberseite strömt, aerodynamisch gestaltet werden. Für den Einlaufbereich an der Profilunterseite ist eine im Wesentlichen trichterförmige Gestalt zu bevorzugen. Bei einer derartigen Gestaltung wird die Ausgleichströmung durch die Verengung des Spaltquerschnitts beschleunigt und tritt somit beschleunigt an der Profiloberseite aus, was allgemein wünschenswert ist. Weiterhin kann die Trichterform und die damit verbundene Druckerhöhung im Spaltinneren genutzt werden, um ein Aufweiten des Spalts bei höheren Strömungsgeschwindigkeiten, z.B. gegen die Kraft elastischer Bänder, zu ermöglichen. Der Spaltauslass ist selbstverständlich ebenfalls unter aerodynamischen Gesichtspunkten zu gestalten, wobei die Auslassrichtung nicht quer zur Strömung an der Profiloberseite erfolgen sollte, sondern bereits in Richtung der Oberströmung abgelenkt, bevorzugt im spitzen Winkel zur Oberströmung, erfolgen sollte.

Wird ein verschließbarer Spalt realisiert, so können Spaltöffnungen im Bedarfsfall verschlossen werden oder durch eine Konstruktion realisiert werden, bei der z.B. mittels elastischer Elemente im Bedarfsfall der hintere Teil des Profils an den vorderen Hauptteil herangezogen wird und somit der Spalt verschlossen wird. Bei einer derartigen Konstruktion ist darauf zu achten, dass sowohl bei offenem als auch bei geschlossenem Spalt die gewünschte Aerodynamik des Gesamtprofils möglicht ungestört erhalten bleibt. Hierzu ist es vorteilhaft, wenn das Ende des Hauptelements des aerodynamischen Profils eine Kontur aufweist, die mit der Anströmkante des hinteren Teils des Profils korrespondiert, so dass beide Teile des Profils, wenn beide Elemente aneinander anliegen, ein harmonisches Gesamtprofil ergeben. Hierauf wird ebenfalls noch anhand eines konkreten Ausführungsbeispiels näher eingegangen.

Die Erfindung wird näher anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele erläutert. Es zeigen:

1 ein erstes Ausführungsbeispiel im Querschnitt.

2 und 3 dieses Ausführungsbeispiel perspektivisch in verschiedenen Anströmsituationen.

4 einen Teil des Profils des ersten Ausführungsbeispiels in dreidimensionaler Darstellung.

5 und 6 ein zweites Ausführungsbeispiel schematisch im Querschnitt.

7 und 8 ein drittes Ausführungsbeispiel schematisch im Querschnitt.

In 1 ist das Gesamtprofil im Querschnitt zu sehen. Das Profil ist über Tragleinen 6 und Steuerleinen 7 mit dem Benutzer verbunden. Die Tragleinen 6 dienen in erster Linie dazu, die am Profil entstehende Kraft auf den Benutzer zu übertragen, wohingegen die Steuerleinen 7 zur Steuerung dienen, was folgend noch erläutert werden wird.

Das hier dargestellte Ausführungsbeispiel ist ausschließlich aus flexiblem Material aufgebaut und verfügt im Bereich der unteren Profilnase über eine Einlassöffnung 2, mittels der Luft in das Profil einströmt, um die Profilform auszubilden. Das Profil weist eine Profiloberseite 3 und eine Profilunterseite 11 auf. Das Gesamtprofil ist in Längskammern unterteilt, die in den folgenden Zeichnungen zu sehen sind. Über eine Öffnung 12 ist ein Druckaustausch zwischen den einzelnen Kammern möglich. Wie sehr gut aus dem Querschnitt zu ersehen ist, besteht das Profil im Wesentlichen aus einem Profilhauptelement 1 und einem hinteren Profilelement 5, die durch einen Spalt 9 im hinteren Bereich des Gesamtprofils getrennt sind. Auch das hintere Profilelement 5 weist querverlaufende Öffnungen 13 zum Druckausgleich zwischen den einzelnen Kammern auf.

In 2 ist das Profil in der Schnellflugstellung für geringe Anstellwinkel dargestellt. In dieser Darstellung sind die Profilrippen 14 zu sehen, die das Gesamtprofil in Längskammern unterteilt. Diese Profilrippen 14 geben dem Profil die gewünschte Form und dienen bei diesem Ausführungsbeispiel auch einer Verbindung des hinteren Profilelements 5 mit dem Profilhauptelement 1. In 3 ist das Profil stärker verwölbt dargestellt, wie es für höhere Anstellwinkel verwendet wird. Eine derartige Profilgestalt weist einen höheren Widerstand, jedoch auch einen wesentlich erhöhten Auftrieb auf.

Die Profilwölbung wird über die Steuerleinen 7 eingestellt. Durch Herabziehen der Steuerleinen 7 wird das Profil, wie in 3 gezeigt, stärker verwölbt. Wenngleich bei dieser Ausführungsform der Spalt 9 bei den verschiedenen Betriebszuständen des Profils im Wesentlichen mit dem gleichen Querschnitt erhalten bleibt, wird in der in 3 gezeigten Stellung wesentlich mehr Luft durch den Spalt von der Profilunterseite zur Profiloberseite strömen und somit der Spalteffekt wesentlich stärker sein. Durch das in 3 herabgezogene hintere Profilelement ist der Staudruck am profilunterseitigen Einlass des Spalts 9 wesentlich höher als in der in 2 dargestellten Stellung, in der die Unterströmung gewissermaßen ungehindert über den Spalt 9 streift. Aufgrund des erhöhten Staudrucks in der in 3 dargestellten Stellung wird eine stärkere Ausgleichströmung zwischen Profilunterseite 11 und Profiloberseite 3 erzielt, wodurch der Gesamtauftrieb des Profils deutlich erhöht wird.

Sehr gut ersichtlich ist die Konstruktion nach Ausführungsbeispiel 1 aus 4. In 4 sind acht Längskammern des Gesamtprofils dargestellt. Von diesen acht Längskammern ist jede zweite Kammer, also vier Kammern, mit Spaltöffnungen auf der Profilunterseite 11 und der Profiloberseite 3 versehen. Dadurch, dass sich die ohne Spaltöffnung versehenen Kammern 8 mit mit Spaltöffnungen versehenen Kammern 15 abwechseln, können die Profilrippen 14 in der üblichen Weise vollständig und durchgehend bis zum Achterliek 16 des Profils gestaltet sein. Lediglich die Ober- und Untersegelbahn der mit Spaltöffnungen versehenen Kammern 15 muss so gestaltet werden, dass sich auf der Profilunterseite 11 und der Profiloberseite 3 die gewünschten Spaltöffnungen ergeben.

Im folgenden wird ein zweites Ausführungsbeispiel beschrieben, bei dem der erläuterte Spalt 9 bei Schnellflug durch elastische Elemente 10 verschlossen wird.

Die zweite Ausführungsform kann als Weiterbildung der ersten Ausführungsform angesehen werden. Es kann also exakt die Konstruktion des Gesamtprofils Verwendung finden, die unter Bezugnahme auf Ausführungsbeispiel 1 erläutert wurde, wobei lediglich durch elastische Elemente 10 gewährleistet wird, dass bei geringen Anstellwinkeln das hintere Profilelement 5 an das vordere Profilhauptelement 1 herangezogen wird und der Spalt 9 somit vollständig verschlossen wird.

Die mit Bezugnahme auf die 5 und 6 erläuterten elastischen Elemente 10 können jedoch auch dazu benutzt werden, ein Gesamtprofil aus zwei unabhängigen Teilprofilen, nämlich dem Profilhauptelement 1 und dem hinteren Profilelement 5, auszubilden, die lediglich durch die genannten elastischen Elemente 10 verbunden sind. Wird das Profil durch Stauluft ausgebildet, so muss bei unabhängiger Gestaltung das Profilhauptelement 1 mit Einlassöffnungen 2 versehen werden und in ähnlicher Weise das hintere Profilelement 5, wobei eine Belüftung des hinteren Profilelements 5 auch über schlauchartige Elemente erfolgen kann, die bspw. an den elastischen Elementen 10 vorgesehen sind.

Unabhängig von der Konstruktion des hinteren Profilelements 5 als unabhängiges Element oder als Bestandteil des Gesamtprofils sind die elastischen Elemente 10 so ausgebildet, dass diese, solange keine besonderen Kräfte am hinteren Profilelement 5 angreifen, an das Profilhauptelement 1 heranziehen, so dass der Spalt 9 vollständig geschlossen ist. Wird auf das hintere Profilelement 5 durch Zug an der Steuerleine eine die Profilachterkante 16 nach unten ziehende Zugkraft aufgebracht, so wird das hintere Profilelement 5 zunächst gegenüber dem Profilhauptelement 1 nach unten gekippt, ohne dass hierdurch bereits der Spalt 9 freigegeben wird. Die in der gekippten Stellung am hinteren Profilelement 5 angreifenden Luftkräfte durch die Strömung auf der Profilunterseite 11 erzeugen dann jedoch eine Zugkraft, die ausreicht, die elastischen Elemente 10 in die Länge zu ziehen und den Spalt 9 in der in 6 gezeigten Weise freizugeben. Auf diese Weise wird erreicht, dass im Schnellflug bzw, bei geringen Anstellwinkeln – wie in 5 gezeigt – der Spalt 9 vollständig verschlossen ist, wohingegen bei höheren Anstellwinkeln, sobald das Profil durch Zug an den Steuerleinen 7 gewölbt wird, der Spalt 9 zur Auftriebserhöhung freigegeben wird.

Die rückwärtige Kontur des Profilhauptelements 1 und die Anströmkante des hinteren Profilelements 5 sind dabei so gestaltet, dass in der in 5 gezeigten Stellung, in der das hintere Profilelement 5 an das vordere Profilhauptelement 1 herangezogen wird, die Konturen gut ineinander passen, so dass in dieser Konfiguration ein weitestgehend homogenes Gesamtprofil erzielt wird.

Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß den 5 und 6 wurden elastische Elemente zum Verschließen des Spalts 9 eingesetzt. Bei dem folgend beschriebenen Ausführungsbeispiel gemäß den 7 und 8 wird der Spalt im Schnellflug bzw. bei geringen Anstellwinkeln auf einfache Weise durch eine Abdeckung der Spaltöffnung auf der Profiloberseite 3 verschlossen. Hierzu ist in der gezeigten Weise auf der Profiloberseite 3 eine Abdeckung 11 vorgesehen, die aus einer flexiblen Stoffbahn bestehen kann, wobei grundsätzlich eine gewisse Versteifung durch geeignete Gewebe- oder Versteifungselemente sinnvoll ist. Die Geometrie des Spalts sowie der Profilnase des hinteren Profilelements 5 ist so gewählt, dass beim Kippen des hinteren Profilelements 5 nach unten durch Herabziehen der Steuerleinen 7 der Spalt 9 zwischen Abdeckung 11 und dem hinteren Profilelement 5 freigegeben wird, wohingegen dieser in der in 7 dargestellten Stellung verschlossen wird. Abgesehen vom gewünschten Verschließen des Spalts 9 in der Schnellflugstellung bzw. bei geringem Anstellwinkel bewirkt die Abdeckung 11 eine Umlenkung der Spaltströmung bei offenem Spalt 9, wie in 8 dargestellt, in Strömungsrichtung der an der Profiloberseite 3 entlang streichenden Strömung. Die Abdeckung 11 erfüllt somit eine Doppelfunktion und trägt so zur Verbesserung der Aerodynamik bei.


Anspruch[de]
  1. Gleitschirm/Kite, der zumindest im Wesentlichen aus einem flexiblen Material gefertigt ist und seine Form durch einen Überdruck in zumindest Teilbereichen des Inneren des Profils erhält, wobei im hinteren Bereich des Profils ein Spalt (9) vorgesehen ist, der die Profilunterseite (11) mit der Profiloberseite (3) verbindet und grundsätzlich eine Luftströmung von der Profilunterseite (11) zur Profiloberseite (3) ermöglicht, wobei der Spalt (9) von der Spaltöffnung an der Profilunterseite (11) zur Profiloberseite (3) zumindest über einen bestimmten Bereich trichterförmig gestaltet ist und der Spalt (9) über die Breite des Profils mindestens einmal unterbrochen ist, um die Teile des Profils vor und hinter dem Spalt miteinander zu verbinden.
  2. Gleitschirm/Kite, der zumindest im Wesentlichen aus einem flexiblen Material gefertigt ist und seine Form durch einen Überdruck in zumindest Teilbereichen des Inneren des Profils erhält, wobei, im hinteren Bereich des Profils ein Spalt (9) vorgesehen ist, der die Profilunterseite (11) mit der Profiloberseite (3) verbindet und grundsätzlich eine Luftströmung von der Profilunterseite (11) zur Profiloberseite (3) ermöglicht, wobei der Spalt (9) zumindest in bestimmten Bereichen zumindest teilweise verschließbar ist.
  3. Gleitschirm/Kite nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Spalt (9) im Wesentlichen quer zur Strömungsrichtung ausgebildet ist.
  4. Gleitschirm/Kite nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Spalt (9) nur in den äußeren Bereichen des Profils ausgebildet ist.
  5. Gleitschirm/Kite nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Spalt (9) unterbrochen ist und die Unterbrechung eine Breite aufweist, die etwa der Breite des anschließenden offenen Spalts (9) entspricht.
  6. Gleitschirm/Kite nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Profil aus einer Vielzahl von Längskammern aufgebaut ist und Längskammern ohne Spaltöffnungen und Längskammern mit Spaltöffnungen vorgesehen sind.
  7. Gleitschirm/Kite nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Spalt (9) zumindest teilweise über Klappen verschließbar ist.
  8. Gleitschirm/Kite nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass mittels Klappen die obere und/oder untere Spaltöffnung verschließbar ist.
  9. Gleitschirm/Kite nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest Teile des Spalts (9) durch Aufwölbung von Bauteilen des Profils verschließbar sind.
  10. Gleitschirm/Kite nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Spalt (9) zumindest teilweise mittels elastischer Elemente (10) verschließbar ist.
  11. Gleitschirm/Kite nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Spalt (9) zumindest teilweise mittels betätigbarer Elemente verschließbar ist.
  12. Gleitschirm/Kite nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der in Strömungsrichtung hinter dem Spalt (9) befindliche Teil des Profils als separates Element (5) weitgehend unabhängig vom Hauptelement (1) des Profils ausgebildet ist.
  13. Gleitschirm/Kite nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass das separate Element (5) durch vom Hauptelement (1) unabhängige Druckzufuhr ausgebildet wird.
  14. Gleitschirm/Kite nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass das separate Element (5) über eigene Einlassöffnungen verfügt.
  15. Gleitschirm/Kite nach einem der Ansprüche 12 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass das separate Element (5) über feste oder elastische Elemente (10) mit dem Hauptelement (1) verbunden ist.
  16. Gleitschirm/Kite nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass der in Strömungsrichtung hinter dem Spalt (9) befindliche Teil des Profils von dem vor dem Spalt (9) befindlichen Hauptelement (1) des Profils befüllt wird.
  17. Gleitschirm/Kite nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Befüllung durch Öffnungen (13) erfolgt, die im Wesentlichen quer zur Strömungsrichtung angeordnet sind.
  18. Gleitschirm/Kite nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass der in Strömungsrichtung hinter dem Spalt (9) befindliche Teil des Profils mit versteifenden Elementen versehen ist.
  19. Gleitschirm/Kite nach einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass der in Strömungsrichtung hinter dem Spalt (9) befindliche Teil des Profils im Wesentlichen unprofiliert, insbesondere einlagig ausgebildet ist.
  20. Gleitschirm/Kite nach einem der Ansprüche 1 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass die obere und/oder untere Spaltöffnung zumindest teilweise durch eine Verkleidung (11) abgedeckt ist.
  21. Gleitschirm/Kite nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, dass die Verkleidung (11) im Wesentlichen aus aufgenähten oder aufgeklebten Stoffbahnen besteht.
  22. Gleitschirm/Kite nach einem der Ansprüche 1 bis 21, dadurch gekennzeichnet, dass der in Strömungsrichtung vor dem Spalt (9) angeordnete Teil des Profils zum Spalt (9) hin zumindest über einen Bereich hohlkehlig ausgebildet ist und zur Aufnahme des in Strömungsrichtung hinter dem Spalt (9) angeordneten Teils geeignet ist.
Es folgen 5 Blatt Zeichnungen






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