Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum mechanischen
Zerfasern von Holz mit einem Kneten von Holz und einem Trennen von Fasern von dem
Holz mittels der Konturen von einem in Umfangsrichtung regelmäßigen Wellenmuster
der Zerfaserungsoberfläche.
Die Erfindung bezieht sich außerdem auf ein Gerät zum mechanischen
Zerfasern von Holz, wobei das Gerät eine Zerfaserungsoberfläche in Kontakt mit dem
zu behandelnden Holz aufweist, um das Holz zu kneten und um die Fasern von dem Holz
zu trennen, wodurch die Zerfaserungsoberfläche in der Bewegungsrichtung der Oberfläche
mit einem Wellenmuster versehen ist, bei dem die Oberteile bei regelmäßigen Abständen
angeordnet sind, wobei diese Abschnitte Energie zu dem Holzrohmaterial befördern.
Es gibt einige bekannte Verfahren zum mechanischen Zerfasern von Holz.
Von diesen Verfahren werden das Schleifverfahren und das Mahlverfahren bei der industriellen
Herstellung angewendet. Diese beiden Verfahren sind auf das Kneten von Holzrohmaterial
durch Druckimpulse und auf die mechanische Trennung von Feinstoffen voneinander
gegründet, jedoch steht das Schleifverfahren zu der vorliegenden Erfindung in engerer
Beziehung. Die Idee des Knetens ist es, das Holzrohmaterial so vorzubereiten, dass
das anschließende mechanische Trennen der Fasern einen Halbstoff, der für die Papierherstellung
geeignet ist, und nicht nur Holzfasern erzeugt, die voneinander getrennt sind. Das
Kneten des Holzrohmaterials besteht aus zwei obligatorischen Teilen: eine Druckschwankung
zum Aufbrechen des Holzmatrixaufbaus und ein Verformen zum Erweichen des Holzes
durch die Erzeugung von Wärmeenergie. Bei dem Schleifverfahren werden die vorstehend
erwähnten Betriebsabfolgen ausgeführt, indem Holzblöcke in Querrichtung gegen einen
sich drehenden zylindrischen Schleifstein gepresst werden, wobei die Längsrichtung
der Holzblöcke parallel zu der axialen Richtung des Schleifsteins gehalten wird,
wie dies in der veröffentlichten schwedischen Beschreibung 309 529 (die der Druckschrift
DE-A-14 11 886 entspricht) offenbart ist, die den nächstliegenden Stand der Technik
bildet. Die Druckschrift SE 309 529 offenbart eine Lösung, bei der an der Oberfläche
des Zerfaserungselementes Zerfaserungssektoren bei gleichmäßigen Abständen mit dazwischen
befindlichen Vorsprüngen vorhanden sind. An der Oberfläche der Zerfaserungssektoren
sind Wellenmuster mit gleichmäßigen Abständen dazwischen mit gerundeten, höchst
geeigneterweise halb rundlich80 en, Oberseiten vorhanden.
Die Oberfläche des Schleifsteins weist außerordentlich verschleißfeste
Partikel auf, die aneinander mittels eines weicheren Bindemittels gebunden sind,
wodurch sie einen zufälligen Partikelaufbau ausbilden, wie dies in der veröffentlichten
finnischen Beschreibung 68 268 und in dem US Patent 2 769 286 offenbart ist. Der
Unterschied im Hinblick auf die Höhe in der Umfangsrichtung der Oberfläche, der
aufgrund des zufälligen Ortes der Partikel sich ergibt, erzeugt Druckimpulse gegenüber
dem Holzrohmaterial und trennt die Fasern von der Oberfläche des Holzrohmaterials
mittels der Oberflächenreibung. Der wichtigste Nachteil von diesen beiden mechanischen
Zerfaserungsverfahren ist der hohe Energieverbrauch aufgrund der hohen Wärmeerzeugung.
Der Verbrauch ist 10 bis 100 mal größer als der theoretische Energieverbrauch bei
der Zerfaserung, die vielfach offenbart ist.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, für eine Papierherstellung
geeigneten Halbstoff aus Rohholz durch einen außerordentlich steuerbaren Prozess
mit einem relativ geringen Energieverbrauch herzustellen.
Die Erfindung ist auf die Verwendung einer Zerfaserungsoberfläche,
die in der Umfangsrichtung regelmäßig ist, anstatt einer zufällig verteilten Schleifoberfläche
gegründet. Diese Oberfläche erzeugt regelmäßige Druckimpulse, deren Zykluslänge
von der angewendeten Umfangsgeschwindigkeit abhängig ist. Die regelmäßige Zerfaserungsoberfläche
ist mit einer in kleinerem Maßstab aufgerauten Struktur versehen, die bewirkt, dass
die Fasern mechanisch voneinander getrennt werden. Eine derartige Kombination aus
Umfangsgeschwindigkeit, regelmäßiger Form und Rauigkeit der Zerfaserungsoberfläche
wird gewählt, dass die Hälfte der sich ergebenden Zykluslänge der durchschnittlichen
Entspannungszeit des Holzrohmaterials unter Zerfaserungsbedingungen entspricht und
dass die durch die aufgeraute Oberflächenstruktur erzeugte Produktion der erwünschten
Produktion entspricht. Die Entspannungszeit des Holzes bezieht sich hierbei auf
die Zeitspanne, die erforderlich ist, damit das Holzrohmaterial frei sich entspannt,
innerhalb der Grenzen der Amplitude der Basiskontur der Oberfläche von einer maximalen
Spannung zu einer minimalen Spannung in dem vorgespannten Zustand und Bedingungen,
bei denen die Zerfaserung stattfindet. Die Entspannungszeit kann experimentell bei
den Zerfaserungsbedingungen gemessen werden. Eine regelmäßige Zerfaserungsoberfläche
zum Erzielen des vorstehend beschriebenen Effektes ist neu im Vergleich zu dem Stand
der Technik, der beispielsweise in der veröffentlichten schwedischen Beschreibung
309 529 offenbart ist. Die erwünschte Zerfaserungsoberfläche kann in unterschiedlicher
Weise hergestellt werden, beispielsweise indem zuerst bearbeitet und dann beschichtet
wird.
Um den vorstehend beschriebenen Effekt vorzusehen, ist die vorliegende
Erfindung hauptsächlich durch die in den Ansprüchen 1 und 2 offenbarten Merkmale
gekennzeichnet.
Die vorliegende Erfindung hat wesentliche Vorteile.
Das Verfahren und das Gerät der vorliegenden Erfindung
verbrauchen Energie effizienter als die Verfahren, die gegenwärtig in der Industrie
angewendet werden. Die Amplitude der Druckschwankung, die durch das herkömmliche
Schleifverfahren bewirkt wird, ist bei den Oberflächenlagen des Holzrohmaterials
am besten, jedoch ist die Erzeugung von Wärmeenergie in einer sehr dünnen Oberflächenlage
hoch. Dies ist der Fall, weil eine zufällig ausgebildete Schleifoberfläche Arbeitszyklen
bewirkt, deren Längen eine sehr gleichmäßige Verteilung ausbilden. Andererseits
fällt die Entspannungszeit des viskoelastischen und nicht homogenen Holzrohmaterials
bei den vorherrschenden Bedingungen in einem relativ engen Bereich. Dies sind die
Gründe, weshalb es außerordentlich wahrscheinlich ist, dass der folgende Arbeitszyklus
bei einer falschen Phase beginnt, was eine bedeutsame Verformung und Erzeugung von
Wärmeenergie in einer sehr dünnen Oberflächenlage bewirkt. Ein relativ geringer
Teil der mechanischen Energie wird in potentielle Energie umgewandelt und ein großer
Teil von ihr wird direkt in Wärmeenergie umgewandelt. Die potentielle Energie gibt
die Innenspannung des Rohmaterials wieder, die die Matrixstruktur aufbricht und
beim Entspannen in Wärmeenergie umgewandelt wird. Die Hälfte des Arbeitszyklus,
der durch das Verfahren und das Gerät der vorliegenden Erfindung bewirkt wird, entspricht
vorzugsweise ungefähr der durchschnittlichen Entspannungszeit des Holzrohmaterials.
Es ist somit wahrscheinlich, dass der folgende Betrag an Arbeit zum Beibehalten
der Druckschwankung geschieht, wenn die erforderliche Änderung im Hinblick auf das
Moment gering ist, und ein großer Teil der Energie kann zunächst in potentielle
Energie umgewandelt werden, die als Spannung in der Holzmatrix gespeichert wird.
Das Verfahren der vorliegenden Erfindung nutzt somit so viel Energie wie möglich
für das Aufbrechen der Struktur des Rohmaterials, bevor diese in Wärmeenergie umgewandelt
wird, was eine effiziente Energieanwendung für ein mechanisches Zerfasern von Holz
ermöglicht. Außerdem ermöglicht das erfindungsgemäße Verfahren, bei dem eine Eigenschaft
der Zerfaserungsoberfläche hauptsächlich bewirkt, dass das Holzrohmaterial geknetet
wird, und die andere Eigenschaft hauptsächlich bewirkt, dass die Fasern getrennt
werden, dass diese Teile des Prozesses separat gesteuert werden und diese beiden
Arten an Arbeit in einer ausreichenden Höhe aber nicht mehr als erforderlich getätigt
werden.
Nachstehend ist die vorliegende Erfindung detaillierter unter Bezugnahme
auf die beigefügten Zeichnungen beschrieben.
1 zeigt eine Schnittdarstellung der Zerfaserungsoberfläche
in der Umfangsrichtung und das Kneten der Oberfläche des Holzrohmaterials bei der
Zerfaserung.
2 zeigt einen Strukturteil der Zerfaserungsoberfläche.
Eine regelmäßige Zerfaserungsoberfläche 1 ist als ein Querschnitt
in einer Querrichtung in Bezug auf die Achse des Zerfaserungszylinders gezeigt.
Holzrohmaterial 2 wird gegen die Zerfaserungsoberfläche 1 in einer
derartigen Weise gepresst, dass die Faserrichtung des Holzes parallel zu der axialen
Richtung des Zerfaserungszylinders ist. Die Zerfaserungsoberfläche bewegt sich bei
einer Umfangsgeschwindigkeit 3 in Bezug auf das Holzrohmaterial
2. Jede Welle der Zerfaserungsoberfläche besteht aus einem ansteigenden
Abschnitt 4 und einem abfallenden Abschnitt 5. Die Zerfaserungsoberfläche
1 hat eine glatte Grundstruktur, ist jedoch mit einer aufgerauten Struktur
(die nicht in 1 gezeigt ist) mit einer Größe versehen,
die der Breite der Holzfasern entspricht. Die Wellen bei dem Wellenmuster sind in
einer derartigen Weise geformt, dass bei dem ansteigenden Abschnitt, das heißt von
dem Boden zu dem Oberteil der Welle die Neigung der Tangente zunächst zu dem maximalen
Wert ansteigt, woraufhin sie abnimmt. Ein Modellbeispiel eines derartigen Wellenmusters
ist die Sinuswelle. Ein derartiges Wellenmuster, das im Hinblick auf den Energieverbrauch
vorteilhaft ist, unterscheidet sich beispielsweise von der regelmäßigen Struktur
der Zerfaserungsoberfläche, die in der vorstehend erwähnten schwedischen veröffentlichten
Beschreibung 309 529 offenbart ist, wobei es gemäß dieser Veröffentlichung das Ziel
ist, lediglich die zufällig geformten verschleißfesten Partikel zu ersetzen, und
wobei ebene Flächen zwischen den halbzylindrischen oder halbkugelartigen Partikeln
vorhanden sind.
Ein Strukturteil 6 der Zerfaserungsoberfläche kann beispielsweise
durch ein Laserschneiden der Grundform der Zerfaserungsoberfläche aus einer Stahlplatte
hergestellt werden. Die Zerfaserungsoberfläche eines gesamten Zylinders wird erhalten,
indem eine Vielzahl an Strukturteilen 6 benachbart zum Ausbilden einer
Packung montiert wird und beispielsweise eine aufgeraute Struktur aus hartem Metall
an der Oberfläche gesintert wird. Alternativ kann die Zerfaserungsoberfläche aus
Segmenten gestaltet werden, deren bogenförmige Außenkante bearbeitet ist und die
aufeinanderfolgend und benachbart rund um den die Mitte des Schleifsteins ausbildenden
Zylinder montiert werden.
Die Höhe (Amplitude) der Wellen und der Abstand zwischen ihnen ist
in einer derartigen Weise bestimmt, dass es stets möglich ist, eine derartige Oberflächengeschwindigkeit
zu wählen, dass eine korrekte Zykluslänge für das zu zerfasernde Holz erhalten wird.
Die Amplitude kann in der Größenordnung von 0,5 mm sein und der Abstand zwischen
den Wellen kann in der Größenordnung von 3 mm sein, jedoch sind dies lediglich beispielartige
Werte.
Die Erfindung funktioniert wie folgt. Wenn die Zerfaserungsoberfläche
1 sich bei einer Umfangsgeschwindigkeit 3 in Bezug auf das Holzrohmaterial
2 bewegt, wird das Holzrohmaterial 2 einer regelmäßigen Behandlung
unterworfen, deren Zykluslänge durch die Kontur der Zerfaserungsoberfläche
1 und der Umfangsgeschwindigkeit 3 bestimmt wird. Die ansteigenden
Abschnitte 4 der Zerfaserungsoberfläche komprimieren das Holzrohmaterial,
wohingegen die abfallenden Abschnitte 5 ein Expandieren des Holzrohmaterials
2 ermöglichen. Wenn eine derartige Kombination aus der Umfangsgeschwindigkeit
3 und der regelmäßigen Form der Zerfaserungsoberfläche 1 gewählt
wird, dass die Hälfte der sich ergebenden Zykluslänge der durchschnittlichen Entspannungszeit
des Holzrohmaterials entspricht, ist es wahrscheinlich, dass der folgende ansteigende
Abschnitt 4 an der Oberfläche des Holzrohmaterials 2 dann aufschlägt,
wenn die für das Beibehalten der Schwingung erforderliche Momentänderung gering
ist, wie dies in 1 gezeigt ist. In diesem Fall wird
soviel wie möglich von der verbrauchten Energie zunächst in potentielle Energie
umgewandelt, die als die Spannung der Holzmatrix gespeichert ist, was eine effiziente
Energieanwendung zum Aufbrechen der Holzmatrixstruktur ermöglicht. Wenn die Spannungen
aufgebaut werden und entspannt werden, wird ein Teil der Energie in Wärme aufgrund
der Innenreibung des Holzrohmaterials umgewandelt. In der Praxis kann diese Zykluslänge
in gewissem Maße schwanken, wobei daher die Länge des gesamten Arbeitszyklus ein-
bis dreimal die Entspannungszeit des Holzes unter den vorherrschenden Schleifbedingungen
betragen kann. Dies ist hauptsächlich auf den Umstand gegründet, dass eine lange
Zeitspanne erforderlich ist, bis das Holz annähernd vollständig wiederhergestellt
ist, und es ist nicht möglich, ein ausreichendes Schwingungs- und Aufwärmphänomen
mit einer derartigen Verzögerung mit sich zu bringen. Da der Entspannungsprozess
zunächst schnell ist und danach langsamer wird, ist es nicht ratsam, den letzten
Teil der Entspannung zu nutzen. In der Praxis wird somit der schnellste Teil der
Entspannung genutzt; wobei in diesem Teil das Holz schnell zu seinem Ausgangszustand
zurückkehrt, und wenn die Wiederherstellung in wesentlichem Maße sich zu verlangsamen
beginnt, beginnt eine neue Kompression. Eine an der Grundzerfaserungsoberfläche
1 vorgesehene aufgeraute Struktur trennt die Fasern, die bereits von der
Oberfläche der Holzmatrix geknetet worden sind, und somit wird sich neues Holzrohmaterial
konstant an der Oberfläche der Holzmatrix darbieten und dadurch dem Kneten ausgesetzt.
Da das Kneten und das Trennen ziemlich unabhängig voneinander sind, kann das Verhalten
der zerfaserung gesteuert werden, indem die Grundkontur und Rauigkeit der Zerfaserungsoberfläche
1 variiert wird.
Ein Wellenmuster einer Zerfaserungsoberfläche und ein Verfahren zum
Herstellen derselben sind vorstehend beschrieben. Das Wellenmuster und das Herstellverfahren
können natürlich abgewandelt werden; jedoch muss die sich ergebende Zykluslänge
ein- bis dreimal so groß wie die durchschnittliche Entspannungszeit des Holzrohmaterials
sein, das heißt die Hälfte von ihr entspricht ungefähr der durchschnittlichen Entspannungszeit.
Der abfallende Abschnitt des Wellenmusters insbesondere muss sich ändern, um einen
ausreichenden Schutzraum für die gelösten Fasern zu erreichen. Die gestrichelten
Linien in 1 zeigen einen Fall, bei dem die Wellen aufgrund
einer an dem abfallenden Abschnitt vorgesehene Vertiefung asymmetrisch sind. Sofern
dies erwünscht ist, kann die Grundkontur der Zerfaserungsoberfläche, die das Kneten
ausführt, und die an der glatten Oberfläche vorgesehene aufgeraute Struktur außerdem
als separate Zonen aufeinanderfolgend in der Umfangsrichtung angeordnet sein. Das
Wellenmuster von einem ganzen Zylinder kann außerdem bei verschiedenen Winkeln in
Bezug auf die Umfangsgeschwindigkeit vorgesehen sein. Ein alternatives Herstellverfahren
gegenüber dem Laserschneiden kann beispielsweise ein ausreichend genaues mechanisches
Bearbeiten sein, das beispielsweise zum Herstellen von Schleifsegmenten mit einer
größeren Oberfläche als dünne Platten verwendet werden kann.