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Die Erfindung betrifft einen schalenförmigen Magneten für Elektromotoren
mit zwei Stirnflächen, zwei Seitenflächen und zwei zwischen den Stirnflächen entlang
der Seitenflächen gekrümmten Deckflächen.
Derartige schalenförmige Magnete sind beispielsweise aus der
DE 198 49 224 A1, der WO 93/22778
und der JP 6-231 941 (A) bekannt.
Bei elektrischen Motoren entstehen aus dem Zusammenspiel von Anker
(Nutung) und Erregersystem (Polausbildung) meist unerwünschte Oberwellen, die als
Nutrastmomente (Reluktanzmomente) und durch das Erregerfeld hervorgerufene Oberwellen
in der induzierten Spannung in Erscheinung treten. Die Problematik von Reluktanzmomenten
ist beispielsweise in der Deutschen Offenlegungsschrift DE
196 33 209 A1 beschrieben.
Als ein wirkungsvolles Mittel zur Unterdrückung dieser Oberwellen
wird allgemein eine Schrägung des Stators und/oder Rotors um eine Nutteilung oder
eines bestimmten Betrages dieser vorgenommen. Dieser in Umfangsrichtung verlaufende
Schrägungswinkel wird im weiteren mit &agr; bezeichnet. Bei permanentmagnetisch
erregten rotierenden elektrischen Maschinen wird eine automatisierte Bewicklung
des genuteten Ankers (wicklungstragender Teil) beispielsweise mittels Einziehtechnik
oder mittels Wickelarm durch geschrägte Nuten jedoch erschwert bis unmöglich. Deshalb
muss hier die Schrägung im Erregerteil, also im Permanentmagneten, erfolgen.
Der auf die Länge umgerechnete axiale Schrägungswinkel &bgr; ergibt
sich aus der radialen Schrägung &agr;, dem Rotorradius R, der bei konzentrischen
Schalen gleich Ra bzw, bei nicht konzentrischen Radien gleich Ri
+ hM ist, ergibt sich zu:
&bgr; = arctan (2R/lM*sin(&agr;/2) (1)
Gesinterte Permanentmagnete erfordern aufgrund der toleranzbehafteten
Schrumpfung im Fertigungsprozess eine mechanische Nacharbeitung durch Schleifen.
Das Schleifen von Schalen erfolgt hochproduktiv im Durchlaufverfahren ohne separaten
Halte- und Spannmechanismus, nur geführt durch die Seitenkanten und entsprechende
Andruck- und Transporteinrichtungen.
Schalen sind Teile mit mindestenseiner, meistens aber zwei gekrümmten
Oberflächen 7, 8, welche senkrecht zu den Endflächen des Magneten
in axialer Richtung verlaufen. Eine Schale mit einer gekrümmten Oberfläche
7 ist beispielsweise in 1 der Zeichnung dargestellt.
Eine Ausführungsform mit zwei gekrümmten Oberflächen 8 zeigt
2. Die gekrümmten Oberflächen 7,
8 verlaufen dabei senkrecht zu den im weiteren als Stirnflächen
1 bezeichneten Endflächen des Magneten in axialer Richtung. Bei geraden
Schalen – wie in 2 gezeigt – laufen die
Seitenflächen 2 parallel zur axialen Schleifrichtung. Bei geschrägten Schalen
– wie in 3 gezeigt – können Seitenflächen
3 nicht mehr als Führungskante fungieren, da diese in einem Winkel &bgr;
(axiale Schrägung) von einigen wenigen Grad bis hin zu einigen 10 Grad je nach Schrägungswinkel
&agr; und Magnetlänge lM zur axialen Schleifrichtung verlaufen. Ein Schleifen
dieser geschrägten Schalen (3) ist dann nur noch in
für jede Magnetgeometrie separat anzufertigenden Spannvorrichtungen und für Innen-
und Außenradius (Ri und Ra) getrennten Durchläufen möglich.
Ein Schleifen der Magnetbreite bM und der Magnetlänge lM würde
weitere zusätzliche Arbeitsgänge und Vorrichtungen erfordern.
Aus der DE 198 49 224 A1
ist ein schalenförmiger Magnet mit trapezförmiger Grundfläche bekannt, der in axialer
Richtung geschrägt ist. Der Magnet liegt auf zwei Punkten auf, so dass eine stabile
Auflage und axiale Führung nicht erreicht werden kann.
Der zeitliche und aparative Aufwand mit manueller Bestückung beim
Schleifen erhöht die Kosten für geschrägte Schalen gegenüber dem Durchlaufschleifen
des kompletten Querschnittsprofils (Fußform, Breite, Innenradius und Außenradius
einschließlich der Magnetdicke hM) eines ungeschrägten Magneten deutlich.
Darüber hinaus treten auch beim Pulverpressen Schwierigkeiten und
Probleme mit diesen in sich verwundenen Schalen auf wie beispielsweise beim Entformen
(Abschieben der Magnete aus dem Presshohl), dem Transport und dem Stapeln in den
Sinterkästen, da die Schalenmagnete nur an zwei Punkten aufliegen. Diese Punkte
sind in 3 mit den Bezugszeichen A und B bezeichnet.
Für das Schleifen sind also die als längsparallele Führungsflächen
dienenden Seitenflächen 2 und Füße 4 mit einer Fußbreite f unerlässlich.
Für das Pressen müssen die Seitenflächen 2 bzw. 3 zumindest auch
zu einem bestimmten Anteil zur Magnethöhe parallel verlaufen. Aus dem Stand der
Technik wie beispielsweise der eingangs genannten Deutschen Offenlegungsschrift
DE 196 33 209 A1 sind Lösungswege
zur Verminderung der Rastmomente unter Umgehung einer geschränkten Schale bekannt,
die auf geraden ungeschrägten Schalen basieren, um die oben beschriebenen Fertigungsprobleme
zu vermeiden. Diese Lösungen können jedoch die Rastmomente nicht so vollkommen unterdrücken
wie eine Schrägung. Bestimmte Sägezahnordnungen bei axialer Magnetlängenstaffelung
oder ungleichmäßige Polteilungen reduzieren zwar die Nutrastmomente, die Anordnungen
reagieren aber sehr empfindlich auf geometrische Toleranzen und bei einer ungleichmäßigen
Erregerpolteilung besteht die Gefahr von Kreisströmen bei parallel geschalteten
Wicklungen.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, einen schalenförmigen Magnet zur
Verwendung in Elektromotoren anzugeben, der zum einen eine weitgehende Unterdrückung
von Reluktanzmomenten bei Elektromotoren bietet und zum anderen einen geringen Herstellungsaufwand
erfordert.
Die Aufgabe wird gelöst durch einen schalenförmigen Magneten gemäß
Patentanspruch 1. Ausgestaltungen und Weiterbildungen des Erfindungsgedankens sind
Gegenstand von Unteransprüchen.
Bisher war es üblich, die erforderliche radiale Schrägung (z.B. um
eine Nutteilung) in einen axialen Schrägungswinkel der Magnetseitenkanten über die
gesamte Magnetlänge gleichmäßig zu projizieren. Es entsteht eine Schale, also ein
Körper mit gekrümmten Deck- und Grundflächen, der in der Draufsicht die Form eines
Parallelogramms hat und in sich gewunden ist. In der Stirnseitenansicht in axialer
Richtung zeigt sich ein Kreisringabschnitt mit parallelen, diametral gerichteten
Seitenkanten, wobei die beiden Stirnseiten um den Schrägungswinkel verdreht sind.
Allein mit den beiden Äußeren am weitesten voneinander entfernt liegenden Ecken
kann eine stabile Auflage und axiale Führung nicht erreicht werden.
Erfindungsgemäß ist nun vorgesehen, die Schrägung bereits beispielsweise
auf die halbe Länge zu projizieren und dann zur zweiten Stirnseite hin wieder zurücklaufen
zu lassen. Dadurch entsteht in der Draufsicht ein in tangentialer Richtung v-förmiger
Magnet, der drei stabile Auflagepunkte auf gleichem Höhenniveau besitzt. Diese Schale
kann einfacher gepresst und vor allem lose im Durchlauf geschliffen werden. Es entsteht
dadurch ein erheblicher Kostenvorteil gegenüber den bisherigen Fertigungsverfahren
und Fertigungsabläufen.
Weiterhin wird vorzugsweise die volle Schrägung bereits in etwa der
Mitte der axialen Länge erreicht. Als Mitte ist dabei ein Bereich zu verstehen,
der sich um den tatsächlichen Mittelpunkt in beide Richtungen um etwa 10% erstreckt.
Bevorzugt liegen die Stirnflächen dabei in axialer Richtung deckungsgleich.
Durch diese gewählte Art einer v-förmigen Schrägung werden auch axiale Kräfte, die
die Lager belasten, vermieden. Besonders bei größeren Maschinen führt dies mit konventioneller
Schrägung zu Problemen. Durch die symmetrisch in beiden Umfangsrichtungen verlaufenden
Schrägungsflanken kompensieren sich die Axialkräfte vollständig. Durch diese Art
einer v-förmigen Schrägung werden axiale Kräfte, die die Lager belasten, vermieden.
Besonders bei größeren Maschinen führt dies bei konventioneller Schrägung zu Problemen.
Durch die symmetrisch in beide Umfangsrichtungen verlaufenden Schrägungsflanken
kompensieren sich die Axialkräfte vollständig.
Als Magnetmaterial werden vor allem Selten-Erden-Verbindungen oder
Hartferrite oder AlNiCo-Materialien verwendet. Des weiteren wird der Magnet bevorzugt
im Sinterverfahren hergestellt.
Bei einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass mehrere
Teilmagnete axial gestaffelt sind, wobei bei einer Anzahl n von Teilmagneten der
Schrägungswinkel der Teilmagneten nur den n-ten Teil der Gesamtschrägung beträgt
und die Teilmagnete um diesen Teil tangential versetzt hintereinander angeordnet
sind.
Schließlich ist bei einer Weiterbildung der Erfindung vorgesehen,
dass eine geradzahlige Anzahl von Teilmagneten axial gestaffelt ist, wobei die Schrägung
eines Teilmagneten nur die Hälfte der Gesamtschrägung beträgt und die Teilmagnete
wechselseitig aneinander gereiht sind.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand der in den Figuren dargestellten
Ausführungsbeispiele näher erläutert, wobei gleiche Elemente mit gleichen Bezugszeichen
versehen sind. Es zeigt:
1 eine Ausbildung eines bekannten schalenförmigen
Magneten zur Anwendung bei Elektromotoren mit einseitiger Krümmung,
2 einen bekannten schalenförmigen Magneten
mit zweiseitiger Krümmung,
3 einen schalenförmigen Magneten mit
geschrägten Kanten,
4 eine erste Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
schalenförmigen Magneten,
5 eine zweite Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Magneten,
6 eine dritte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Magneten mit n-facher axialer Staffelung und
7 eine vierte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Magneten mit zweifacher Staffelung.
Ein wesentliches Problem beim Schleifen geschrägter schalenförmiger
Magnete ist das Fehlen einer stabilen seitlichen Führung und stabilen Auflage im
Durchlaufprozess. Eine Dreipunktauflage bei einem erfindungsgemäßen Magneten M gibt
in einer parallelen Führungsleiste ausreichend Halt. Dieser wird umso besser, wenn
die beiden auf einer Seite liegenden Punkte C und D in den 4
und 5 möglichst weit voneinander entfernt
angeordnet sind und der auf der anderen Seite liegende Punkt E sich ungefähr in
der Mitte dieser beiden Punkte befindet. Eine vollflächige Führung ist weder notwendig
noch erforderlich. Das gleiche gilt für eine Planauflage durch Füße F, G und H wie
in den 4 und 5
gezeigt.
Entsprechend den 4 und 5
ist erfindungsgemäß der Magnet M nun so gestaltet, dass die erforderliche Schrägung
&bgr; nicht kontinuierlich zwischen den Stirnseiten 1 verläuft, sondern
der Magnet M v-förmige, abgewinkelte und zueinander abschnittsweise parallel verlaufende
Seitenflächen 4 aufweist. Der Magnet M erreicht dabei
seine volle Magnetschrägung bereits nach ungefähr der halben Länge und läuft dann
wieder zurück auf seinen ursprünglichen Zustand. Ein gewisser geradflankiger Übergangsbereich
5 oder bogenförmiger Übergangsbereich 6 mit einem Radius Re
an den Anlegestellen C, D und E ist zulässig und kann bei den Berechnungen des Schrägungswinkels
mit berücksichtigt werden. Dies ist aber nicht zwingend erforderlich.
Aus Gleichung (1) ergibt sich nun unter Berücksichtigung der halben
Länge:
&bgr; = arctan(4R/lM*sin(&agr;/2n)) (2)
Bei n-facher axialer Staffelung mehrerer Magnete pro Maschinenlänge
kann sowohl die gesamte erforderliche Schrägung in einem Magneten erfolgen oder
auch nur der n-te Teil dieser Schrägung wie in 6 dargestellt.
Durch ein tangentiales versetztes axiales Aneinanderreihen mehrerer Magnete M1,
M2 und M3 wie in 6a wird der
volle Gesamtschrägungswinkel &bgr; gebildet. 6b zeigt
im Vergleich dazu eine Anordnung der Magnete M1, M2 und M3
ohne Unterteilung.
Bei nur zweifacher (oder auch mehrfach geradzahliger) Staffelung genügt
die Schrägung der Magneten (M4, M5) um den halben Gesamtschrägungswinkel
und die Magnete M4, M5 werden dann wie in 7
gezeigt wechselseitig aneinander gesetzt. Dabei gehen die Stirnflächen ohne Versatz
zu einander in einander über. Aus Gleichung (2) ergibt sich nun bei n-Unterteilungen
der Länge:
&bgr; = arctan (4R/lM.sin (&agr;/2n)) (3)
Als Magnetmaterialien werden bei den Ausführungsbeispielen Selten-Erden-Verbindungen
oder Hartferrite oder AlNiCo-Materialien in Verbindung mit Sinterverfahren verwendet.
Zusammenfassend ist also festzustellen, dass eine Schrägung notwendig
ist, um Oberwellen durch die Nutung weitgehend zu unterdrücken. Dies geschieht im
allgemeinen durch Schrägung der Nuten oder des Polsystems (bei permanentmagnetischer
Erregung durch Schrägung der seitlichen Magnetkanten). Bei Gleichstrommotoren, bürstenlosen
Gleichstrommotoren und Synchronmotoren für Drehstromantriebstechniken mit Permanenterregung
können die Anker bzw. Statoren mit geschrägten Nuten jedoch nicht mehr automatisch
bewickelt werden. Es muss also der Magnet geschrägt werden. Geschrägte Magnete können
jedoch nicht mehr im Durchlauf durch loses Aneinanderreihen geschliffen werden,
da die seitliche axiale Führung und auch die Auflage durch die geschrägte und verwundene
Form der Schale nicht mehr gegeben ist. Ein Schleifen ist aber aufgrund des Sinterverzugs
unbedingt erforderlich. Diese geschrägten Schalen konnten bisher nur in festen Einspannungen,
d.h. in extra dafür für jede zu bearbeitende Fläche und für jede Magnetabmessung
anzufertigende Haltevorrichtung in separaten Arbeitsgängen geschliffen werden.
Durch die erfindungsgemäße Magnetform wird nun zum einen die Schrägungswirkung
voll erreicht und damit ein Auftreten von Reluktanzomenten wirkungsvoll verhindert.
Zum anderen werden stabile Auf- und Anlegepunkte geschaffen, die ein Schleifen im
Durchlauf ohne zusätzliche Haltevorrichtungen ermöglichen.
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| Anspruch[de] |
- Schalenförmiger Magnet für Elektromotoren mit zwei Stirnflächen (1),
zwei Seitenflächen (2, 3) und zwei zwischen den Stirnflächen (1)
entlang der Seitenflächen (2, 3) gekrümmten Deckflächen (7,
8), dadurch gekennzeichnet, dass die Seitenflächen (2,
3) in tangentialer Richtung v-förmig geschrägt sind.
- Schalenförmiger Magnet nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass
Seitenflächen (2, 3) derart geschrägt sind, dass die volle Schrägung
in der Mitte der axialen Länge erreicht wird.
- Schalenförmiger Magnet nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
dass die Stirnflächen (1) in axialer Richtung deckungsgleich liegen.
- Schalenförmiger Magnet nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, dass als Magnetmaterial Selten-Erden-Verbindungen oder Hartferrite
oder AlNiCo-Materialien vorgesehen sind.
- Schalenförmiger Magnet nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, dass der Magnet (M) im Sinterverfahren hergestellt ist.
- Schalenförmiger Magnet nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, dass mehrere Teilmagnete (M1, M2, M3)
axial gestaffelt sind, wobei von einer Anzahl n von Teilmagneten (M1,
M2, M3) der Schrägungswinkel der Teilmagneten (M1,
M2, M3) nur den n-ten Teil der Gesamtschrägung (&bgr;) beträgt
und die Teilmagnete (M1, M2, M3) um diesen Teil
tangential versetzt hintereinander angeordnet sind.
- Schalenförmiger Magnet nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, dass eine geradzahlige Anzahl von Teilmagneten (M4, M5)
axial gestaffelt ist, wobei die Schrägung eines Teilmagneten (M4, M5)
nur die Hälfte der Gesamtschrägung (&bgr;) beträgt und die Teilmagnete (M4,
M5) wechselseitig aneinander gereiht sind.
Es folgen 6 Blatt Zeichnungen
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