Die vorliegende Erfindung betrifft die Herstellung von beschichteten
Schleifmitteln, und insbesondere die Herstellung von beschichteten Schleifmitteln
mit einer Netzwerkunterlage. Für die Zwecke dieser Erfindung wird ein Netzwerk von
anderen Stoffen durch die Fläche freien Raums (das ist der Raum der nicht durch
das Garn belegt ist) pro Einheitsfläche unterschieden. In einem Netzwerkprodukt
umfasst der freie Raum mindestens etwa 20% der Oberfläche des Stoffes. Diese Netzwerk-hinterlegten
Produkte werden in Form von Scheiben. Blättern oder Bändern für Grobreinigungsvorgänge
wie etwa das Bodenschleifen und das Reinigen von Grills verwendet. Die Produkte
basieren auf einer offenen gewebten oder gestrickten Struktur, mit einer Leno-Webung
und Raschel- oder Marquisette-Maschenware, die am häufigsten verwendet werden. Diese
haben ein Erscheinungsbild eher von Sieben als von Stoffen und es ist wichtig, dass
sie ihre siebartige Erscheinung beibehalten und damit ihre Porosität, sogar wenn
sie zu dem fertigen Schleifprodukt umgeformt werden. Das Netzwerk der unbehandelten
Unterlage ist daher sehr offen, mit Lücken die mindestens etwa 20%, und insbesondere
mindestens 30% der Oberfläche der unbehandelten Unterlage darstellen. Typischerweise
gibt es von etwa 4,72 bis etwa 9,84 Garne pro cm (etwa 12 bis 25 Garne pro Inch)
sowohl in Kettrichtung als auch in Kreuzrichtung bei Verwendung von Garnen mit einem
Denier von etwa 70 bis etwa 600. Natürlich ist bei Verwendung dickerer Garne die
Zahl der Garne pro cm/Inch am unteren Ende des Bereichs um den offenen Charakter
des Netzwerks zu erhalten. Typische Strukturen haben die folgenden Eigenschaften:
Typischerweise wird das Rohwaren-Netzwerkmaterial (greige mesh material)
mit einem Finish vorbehandelt, wie etwa einem auf einem Acrylpolymer basierenden,
um es steifer zu machen und es gegen das Phenolharz zu schützen, das üblicherweise
als Grundierungsbeschichtung (maker coat) verwendet wird, welches den Stoff spröde
macht. Nach Auftragung des Finishes und Trocknung erhält das Netzwerk eine Grundierungsbeschichtung
gefolgt von der Auftragung des Schleifkorns, üblicherweise mittels elektrostatischer
Abscheidung. Die Grundierungsbeschichtung wird anschließend mindestens teilweise
ausgehärtet, und eine Oberflächenbeschichtung (size coat) wird aufgetragen. Diese
wird ebenfalls ausgehärtet. Die sequenzielle Trocknung oder Aushärtung von Finish,
Grundierung und Oberflächenbehandlungen zieht sich typischerweise über viele Stunden
hin und dies bedeutet, dass sehr große Volumen von „Waren in Verarbeitung"
vorgehalten werden müssen. Dies trifft insbesondere zu wenn die Grundierungs- und
Oberflächenbeschichtungen auf Phenolharzen basiert sind, wie das am häufigsten der
Fall ist.
Das Dokument WO 93/04318 A offenbart eine reguläre Tuchunterlage mit
einer Porosität welche diejenige ist, die in einem herkömmlichen Papier oder Stoff
existiert. Die Porosität wird typischerweise unter Verwendung einer Vorbeschichtung
versiegelt. Derartige Produkte haben keine oder geringe Lückenflächen auf der Oberfläche.
In diesem Dokument muss der Grundierungsbeschichtungs-Precursor nicht die Gitterlücken
der porösen Unterlagen durchdringen.
Es wurde nun gefunden, dass es möglich ist diese Vorgänge beträchtlich
zu komprimieren und sogar die Netzwerkvorbehandlung oder „finishing"-Operation
insgesamt zu eliminieren. Dies erlaubt einen viel rationalisierteren Betrieb, ohne
an der Qualität des erhaltenen Produkts zu sparen. Die vorliegende Erfindung stellt
daher einen Weg zur Verfügung um hochqualitative Netzwerk-hinterlegte Produkte mittels
eines effizienten, verkürzten Verfahrens herzustellen.
BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
Die vorliegende Erfindung stellt ein Verfahren zur Herstellung eines
Netzwerk-hinterlegten Schleifmaterials zur Verfügung, umfassend:
a) direktes Beschichten eines unbearbeiteten (unfinished) Rohwaren-(greige)-netzwerkgewebes,
in dem mindestens 20% der Oberfläche aus Öffnungen besteht, mit einer Grundierungsbeschichtung
umfassend einen strahlungshärtenden Klebstoff;
b) Aufbringen einer Beschichtung aus Schleifkörnern auf die Grundierungsbeschichtung;
c) Strahlungshärten der Grundierungsbeschichtung mindestens bis zu dem Punkt,
an dem der strahlungshärtende Klebstoff fest wird; und
d) Aufbringen einer thermisch härtbaren Oberflächenbeschichtung; und
e) Vervollständigen der Härtung von sowohl der Grundierungsbeschichtung, als
auch der Oberflächenbeschichtung.
Es wurde gefunden, dass der strahlungshärtende Klebstoff, der in der
Grundierungsbeschichtung verwendet wird, in adäquater Weise auch das Netzwerk verstärkt,
was es ermöglicht auf die Stoff-finishing-Operation zu verzichten und ein „unbearbeitetes"
Netzwerk zu verwenden. Da die Grundierungsbeschichtung direkt auf das Netzwerk aufgetragen
wird und die Beschichtungs- und Aushärtungsschritte direkt folgen, erreicht das
Netzwerk die notwendige Steifheit zur einfachen Handhabung bevor es durch Trocknungssysteme
manipuliert werden muss. Schließlich gibt es keine Schutzfunktion für ein Tuch-finish
zu erfüllen, da ein Phenolharz nicht direkt auf das Netzwerk aufgetragen wird.
Das strahlungshärtende Bindemittel kann jedes von denen sein, die
im Stand der Technik zur Verwendung bei beschichteten Schleifmitteln beschrieben
wurden. Diese umfassen Acrylpolymere, Epoxyacrylat, acrylierte Polyurethane, Polyesterurethane,
ungesättigte Polyester und Epoxy-Novolacke. Die am meisten bevorzugten Polymere
haben eine zweifache Funktionalität umfassend mindestens eine erste Funktionalität
oder Gruppe, die strahlungshärtend ist, und mindestens eine zweite Funktionalität
oder Gruppe, die mittels eines anderen Mechanismus härtbar ist. Da die Oberflächenbeschichtung
ein Bindemittel umfasst das thermisch härtbar ist, ist es stark bevorzugt, dass
die zweite Funktionalität auf gleiche Weise ausgehärtet wird, d. h. durch Anwendung
von Wärme. Daher wird die Vervollständigung der Aushärtung der Grundierungsbeschichtung
und der Aushärtung der Oberflächenbeschichtung vorzugsweise gleichzeitig erreicht.
Die zweite Funktionalität ist auch vorzugsweise eine Gruppe (z. B. eine Epoxygruppe)
die mit aktiv-Wasserstoff-enthaltenden Gruppen umsetzbar ist, und die direkt mit
derartigen Gruppen des Bindemittelbestandteils der Oberflächenbeschichtung binden
kann während diese aushärtet, wodurch eine exzellente Produktintegrität sichergestellt
wird. Die bevorzugte Bindemittelkomponente wird als „bifunktional" beschrieben.
Damit ist gemeint, dass das Bindemittel zwei verschiedene Arten von funktionellen
Gruppen enthält, die mittels verschiedener Mechanismen aushärten. Es ist jedoch
beabsichtigt, dass jedes Molekül des Bindemittels sogar mehr als eine, beispielsweise
von 1 bis 3 oder sogar mehr von jeder Art von funktionellen Gruppe aufweisen kann.
Die bevorzugten Bindemittel haben jedoch eine von beiden Arten funktioneller Gruppen.
Gemäß einem weiteren Aspekt dieser Erfindung folgt nach der teilweisen Aushärtung
des bifunktionellen Bindemittels eine Abscheidung einer phenolischen Oberflächenbeschichtung,
die dann zur gleichen Zeit wie die Aushärtung des bifunktionellen Bindemittels vervollständigt
wird, thermisch ausgehärtet wird.
Ein weiterer Aspekt der Erfindung ist die Verwendung einer Grundierungsbeschichtung
die eine bifunktionelle Verbindung umfasst, die mindestens eine strahlungshärtbare
Funktion und mindestens eine thermisch härtbare Funktion aufweist, wobei die Verbindung
im nicht ausgehärteten Zustand eine Flüssigkeit ist. Da die Grundierung selbst eine
Flüssigkeit ist, muss kein Lösungsmittel entfernt werden bevor der Härtungsprozess
begonnen wird, wodurch das Härtungsverfahren stark beschleunigt wird. Derartige
Formulierungen werden damit gekennzeichnet, dass sie 100% Feststoffe aufweisen,
wodurch angedeutet wird, dass bei der Aushärtung kein Gewichtsverlust eintritt.
Die Bindemittelschicht umfassend die bifunktionelle Komponente kann
auch als eine Oberflächenbeschichtung aufgetragen werden, d. h. über die Oberfläche
einer Schicht von Schleifteilchen, die auf der Unterlage mittels einer Grundierungsbeschichtung
haften, welche auch eine bifunktionelle Bindemittelkomponente umfasst.
Die bevorzugte bifunktionelle Verbindung umfasst mindestens eine und
hat oft mehr als drei oder mehr strahlungshärtende Funktionen, womit Gruppen gemeint
sind die mit ähnlichen Gruppen reagieren, wenn sie durch Strahlung wie etwa UV-Licht
oder einen Elektronenstrahl aktiviert werden. Die Reaktion kann mittels freier radikalischer
oder kationischer Initiierung gestartet werden, und tatsächlich sind verschiedene
Arten von Startern oder Promotoren in jedem Fall verwendbar. Typische strahlungshärtende
Funktionen umfassen ungesättigte Gruppen wie etwa Vinyl, Acrylate, Methacrylate,
Ethacrylate, cycloaliphatische Epoxide und dergleichen. Die bevorzugten UV-härtbaren
Funktionen sind Acrylatgruppen. Wo die bifunktionelle Verbindung eine einzelne UV-härtende
Gruppe umfasst, kann es erwünscht sein eine kleine Menge einer weiteren Verbindung
einzubauen, welche Gruppen enthält die mit der UV-härtenden Gruppe reagieren, wie
etwa Diacrylate, Triacrylate und N-Vinylpyrrolidon. Geeignete reaktive Verdünnungsmittel
umfassen Trimethylolpropantriacrylat (TMPTA); Triethylenglycol (TRPGDA); Hexandioldiacrylat
(HDODA); Tetraethylenglycoldiacrylat (TTEGDA); N-Vinylpyrrolidon (NVP); N-Vinylformamid
(NVF); und Mischungen davon. Derartige Additive sind sehr effektiv bei der Einstellung
der Anfangsviskosität und der Bestimmung der Flexibilität der ausgehärteten Formulierung.
Sie können in Mengen von bis zu 50 Gew.-% zugesetzt werden. Dies erlaubt eine Kontrolle
über die Formulierungsviskosität, den Härtungsgrad und die physikalischen Eigenschaften
der teilweise ausgehärteten bifunktionellen Verbindung. Außerdem ist es bevorzugt,
dass derartige zugesetzte reaktive Verbindungen flüssig sind oder
in der Mischung löslich sind um so kein Lösungsmittel zusetzen zu müssen, das dann
vor der Aushärtung entfernt werden muss.
Die Aushärtung mittels Strahlungsbehandlung ist üblicherweise ausreichend
um eine adäquate Haftung der Schleifkörner während der nachfolgenden Verarbeitung
und vor dem Aushärten der thermisch aushärtbaren Funktionen sicher zu stellen. Die
UV-Strahlung ist das bevorzugte Aushärtungsmittel für die strahlungsaushärtende
Funktionalität.
Die thermisch härtende Funktion kann beispielsweise durch Epoxygruppen,
Aminogruppen, Urethane oder ungesättigte Polyester bereitgestellt werden. Die bevorzugte
thermisch aushärtende Funktion ist jedoch die Epoxidgruppe, da dies zu einer Vielzahl
von terminalen Hydroxylgruppen auf dem ausgehärteten Bindemittel führt, was sicherstellt,
dass eine darauf abgeschiedene Oberflächenbeschichtung die Harz umfasst mit den
aktiv-Wasserstoff-enthaltenden Gruppen reagiert, die nach dem Vernetzen der Epoxidgruppen
zurückbleiben, wie etwa Phenole, Harnstoff/Formaldehydharze und Epoxyharze die darauf
festhaften werden. Dies verringert das Risiko der Delaminierung während der Anwendung.
Die Aushärtung der thermisch härtbaren Funktionen wird vorzugsweise
durch Zusatz von bekannten Katalysatoren wie etwa Peroxide oder 2-Methylimidazol
beschleunigt oder gefördert.
Die Hauptkette des bifunktionellen Bindemittels ist nicht kritisch
jenseits dessen, dass sie einen stabilen, im Wesentlichen unreaktiven Träger für
die funktionellen Gruppen zur Verfügung stellt, der nicht mit den Aushärtungsreaktionen
interferiert. Eine geeignete Hauptkette basiert auf einem Bisphenolderivat wie etwa
Bisphenol A oder Bisphenol E. Andere mögliche Hauptketten können von Novolacen,
Urethanen, Epoxy-Novolacen und Polyestern bereitgestellt werden.
Diese Hauptkettenverbindungen können nach bekannten Techniken umgesetzt
werden um terminale Epoxidgruppen auszubilden, die tatsächlich thermisch aushärtbar
sind. Derartige epoxidierte Hauptkettenmaterialien sind gut bekannt. Um die bifunktionellen
Bindemittelkomponenten der Erfindung zu erhalten, wird dieses epoxidierte Derivat
anschließend mit einer Verbindung umgesetzt, die eine Funktion enthält welche mit
der Epoxidfunktion umsetzbar ist und auch eine strahlungshärtende Funktion enthält.
Die Menge der zugesetzten Verbindung ist geringer als die benötigte stöchiometrische
Menge zur Umsetzung mit allen in dem Molekül vorliegenden Epoxidfunktionen. Eine
typische Verbindung kann eine Acryl- und Methacrylgruppe enthalten, sowie eine aktiv-Wasserstoff-enthaltende
Gruppe, und geeignete Beispiele umfassen Acryl- und Methacrylsäuren. Die aktiv Wasserstoff-enthaltende
Gruppe reagiert mit der Epoxidgruppe, und ersetzt diese (thermisch härtbare) Funktionalität
mit einer (strahlungshärtbaden) (Meth)acrylat-Funktionalität.
Die relativen Mengen der epoxidierten Hauptkette und der strahlungshärtenden
Verbindung sind deshalb wichtig, weil sie die relativen Aushärtungsanteile steuern,
die in den strahlungs- und thermischen Aushärtungsphasen der vollständigen Aushärtung
der bifunktionellen Bindemittelverbindung auftreten können. Üblicherweise beträgt
das Verhältnis der thermisch aushärtbaren Gruppen zu den strahlungsaushärtbaren
Gruppen in dem bifunktionellen Bindemittel 1 : 2 bis 2 : 1, und besonders bevorzugt
etwa 1 : 1.
Es ist oft erwünscht einen Reaktionspromotor in die Grundierungsbeschichtung
einzubauen, der bei den Temperaturen aktivierbar ist, bei welchen die Oberflächenbeschichtung
ausgehärtet wird. Beispiele derartiger Reaktionspromotoren umfassen z. B. 2-Methylimidazol(2MI),
t-Butylhydroperoxid und dergleichen.
Das Schleifkorn kann mittels elektrostatischer Techniken aufgetragen
werden oder über eine einfache Schwerkraftzuführung, oder sogar eine Kombination
dieser beiden. Die bevorzugte Beschichtungstechnik verwendet jedoch elektrostatische
Projektion um das Korn auf der Unterlage abzuscheiden.
Die Oberflächenbeschichtung wird aufgetragen nachdem die Grundierungsbeschichtung
bis zu einem Punkt ausgehärtet wurde, an dem das darauf haftende Korn ausreichend
festgehalten wird um zu ermöglichen, dass die Oberflächenbeschichtung aufgetragen
werden kann ohne dass es zu einer wesentlichen Verrückung oder Umorientierung der
Schleifkörnchen kommen kann.
Die Oberflächenbeschichtung umfasst vorzugsweise ein Phenolharz und
ist am häufigsten ein Resol. Andere Harze können jedoch verwendet werden, einschließlich
von Urethanen, Harnstoff/Formaldehyden, Novolacen und Epoxidharzen. Im Allgemeinen
ist bevorzugt, dass die Oberflächenbeschichtung mit der Grundierungsbeschichtung
kompatibel ist und, wenn ein zweifach-funktionalisiertes Bindemittel mit einer thermisch
härtbaren Funktionalität, die mit aktiv-Wasserstoff-enthaltenden Gruppen umsetzbar
ist, wie etwa eine Epoxidgruppe in der Grundierungsbeschichtung verwendet wird,
sind Oberflächenbeschichtungen bevorzugt in welchen die Bindemittelkomponente aktiven
Wasserstoff umfasst. Dies liegt daran, dass diese sich mit der Grundierungsbeschichtung
verbinden und eine integriertere Struktur erzeugen. Oben spezifizierte Oberflächenbeschichtungsoptionen
erfüllen dieses Erfordernis.
Die Oberflächenbeschichtung kann zusätzlich andere übliche Additive
wie etwa Füllstoffe und Schleifhilfsmittel enthalten. Füllstoffe werden vorzugsweise
behandelt, beispielsweise mit einem Silan, um ihnen eine höhere Kompatibilität mit
dem Bindemittel zu verleihen.
BESCHREIBUNG VON BEVORZUGTEN AUSFÜHRUNGSFORMEN
DER ERFINDUNG
Die Erfindung wird nun in Bezug auf besondere Ausführungsformen beschrieben,
die als Beispiele des Verfahrens der Erfindung angegeben werden, und nicht dazu
gedacht sind irgendeine notwendige Beschränkung des Schutzumfangs der Erfindung
anzugeben.
BEISPIEL 1
Ein Polyester-Raschelstrick-Netzwerkstoff mit einem Gewicht von 75
g pro m2, gestrickt aus einem 70 Denier-Garn mit einer Struktur mit 13
× 16 Maschen pro Inch2 wird mit einer Grundierungsbeschichtung
aus 30 g pro m2 Ebecryl 3605 behandelt. Dieses Produkt, mit 100% Feststoffanteil
(d. h. es enthält kein Lösungsmittel), ist bei UCB Chemicals unter der oben genannten
Handelsbezeichnung erhältlich, und umfasst das Reaktionsprodukt eines Moleküls von
diepoxidiertem Bisphenol A mit einem Molekül Acrylsäure. Seine funktionellen Gruppen
sind eine Acrylatgruppe am einen Ende der Kette und eine Epoxidgruppe am anderen
Ende.
Das behandelte Netzwerk wird in einen elektrostatischen Beschichter
eingeführt, in dem 188 g pro m2 Siliziumkarbid mit 180-er Körnung aufgetragen
werden. Die Körnung wird von der Grundierung gehalten sobald der beschichtete Netzwerkstoff
unter einer UV-Lichtquelle (Fusion Co. 600 Watt/Inch H-Röhre) mit einer Geschwindigkeit
von 50 Fuß pro Minute vorbeiläuft. Dies bewirkt, dass die Grundierungsbeschichtung
härter wird, und die Haftung mit den Schleifteilchen verstärkt wird.
Aus der UV-Behandlungszone wird das beschichtete Netzwerkstoffprodukt
direkt in den Spalt eines Walzenpaares geführt, bei dem mit 193 g pro m2
eine phenolische Oberflächenbeschichtung aufgetragen wird.
Der oberflächenbeschichtete Netzwerkstoff wird anschließend getrocknet
und in einem herkömmlichen Ofen ausgehärtet um das fertige Produkt zu erzeugen.
Das Netzwerk-hinterlegte beschichtete Schleifmittel, welches auf diese
Weise hergestellt wurde zeigte mindestens das gleiche Verhalten wie Produkte, die
unter Verwendung der gleichen Unterlage und des gleichen Schleifmittels hergestellt
wurden, jedoch unter Verwendung phenolischer Grundierung und einer arylischen Stoffvorbehandlung.
Anspruch[de]
Verfahren zur Herstellung eines Netzwerk-hinterlegten Schleifmaterials,
umfassend:
a) direktes Beschichten eines unbearbeiteten Rohwaren-(greige)-Netzwerkgewebes,
in dem mindestens 20% der Oberfläche aus Öffnungen besteht, mit einer Grundierungsbeschichtung
(maker coat), umfassend einen strahlungshärtenden Klebstoff,
b) Aufbringen einer Beschichtung aus Schleifkörnern auf die Grundierungsbeschichtung,
c) Strahlungshärten der Grundierungsbeschichtung mindestens bis zu dem Punkt, an
welchem der strahlungshärtende Klebstoff fest wird, und
d) Aufbringen einer thermisch härtbaren Oberflächenbeschichtung (size coat) und
e) Vervollständigung der Härtung von sowohl der Grundierungsbeschichtung, als auch
der Oberflächenbeschichtung.
Verfahren gemäß Anspruch 1, in welchem der strahlungshärtbare Klebstoff
mindestens eine strahlungshärtbare Gruppe und mindestens eine Gruppe, die thermisch
härtbar ist und die mit aktiven Wasserstoff enthaltenden Gruppen reagiert, aufweist.
Verfahren gemäß Anspruch 2, in welchem die thermisch härtbare Gruppe
eine Epoxidgruppe ist.
Verfahren gemäß Anspruch 1, in welchem die strahlungshärtbare Gruppe
eine (Meth)acrylatgruppe ist.
Verfahren gemäß Anspruch 1, in welchem die Härtung der strahlungshärtbaren
Gruppe mit Hilfe von UV-Strahlung durchgeführt wird.
Verfahren gemäß Anspruch 1, in welchem die Oberflächenbeschichtung
ein phenolisches Harz umfasst.
Verfahren gemäß Anspruch 1, in welchem das Netzwerk aus Raschel- oder
Marquisette-Maschenware ausgewählt ist.
Verfahren gemäß Anspruch 1, in welchem das Netzwerk aus Leno-Geweben
ausgewählt ist.
Verfahren gemäß Anspruch 1, in welchem das Netzwerk aus einem Polymer,
welches aus der Gruppe bestehend aus Nylon und Polyester ausgewählt
ist, hergestellt ist.