Zum Schleifen eingesetzte Werkzeuge enthalten oft Schleifkörner, die
in einem oder an ein Polymer gebunden sind. Üblicherweise liegen solche Werkzeuge
in Form von gebundenen Verbundstoffen oder flexiblen Substraten, die mit Schleifzusammensetzungen
beschichtet sind, vor. In beiden Fällen jedoch wird die Abnutzung der Schleifwerkzeuge
durch mehrere Faktoren bestimmt, einschließlich beispielsweise des abgeschliffen
werdenden Materials, der auf die Schleifoberfläche ausgeübten Kraft, die Abnutzungsgeschwindigkeit
der Schleifkörner und der chemischen und physikalischen Eigenschaften des zur Bindung
der Schleifkörner eingesetzten Polymers.
Das Schleifvermögen in einem gebundenen Verbundstoff wird beeinflußt
durch die Geschwindigkeit, mit der das Bindepolymer sich abnutzt, zersetzt, verflüssigt
oder auf andere Weise verloren geht. Wenn beispielsweise die Polymerbindung zu schnell
verloren geht, werden Schleifkörner weggeschleudert, bevor sie ausreichend abgenützt
sind, um ihre Fähigkeit wirkungsvoll zu schleifen erschöpft zu haben. Wenn umgekehrt
die Polymerbindung nicht schnell genug abgenützt wird, werden Schleifkörner auf
der Oberfläche des Schleifwerkzeugs über ihre Nutzlebensdauer hinaus zurückgehalten,
wodurch verhindert wird, daß neue, darunterliegende Körner auftauchen. Beide Effekte
können im allgemeinen das Schleifvermögen begrenzen.
Mehrere Ansätze wurden unternommen, um die Nutzlebensdauer von Schleifwerkzeugen
und deren Effizienz zu verbessern. Ein solcher Ansatz war, ein „Schleifhilfsmittel"
einzusetzen. Es existieren viele Arten von Schleifhilfsmitteln, und es wird angenommen,
daß diese durch verschiedene Mechanismen wirken. Gemäß eines vorgeschlagenen Mechanismuses
wird die Schleiftemperatur durch die Verwendung eines während des Schleifens schmelzenden
oder sich verflüssigenden Schleifhilfsmittels durch Reduzierung der Reibung herabgesetzt,
wodurch die Schleifoberfläche geschmiert wird. Nach einem zweiten Mechanismus reagiert
das Schleifhilfsmittel mit dem Werkstück aus Metall, indem sie frisch abgeschliffene
Metallsplitter oder Späne korrodiert, wodurch eine Reaktion der Splitter mit dem
Schleifmittel oder ein Wiederanschweißen der Splitter an das Basismetall verhindert
wird. Gemäß eines dritten vorgeschlagenen Mechanismuses reagiert das Schleifhilfsmittel
mit der abgeschliffenen Metalloberfläche, um ein Schmiermittel zu bilden. Ein vierter
vorgeschlagener Mechanismus umfaßt die Reaktion des Schleifhilfsmittels mit der
Oberfläche des Werkstücks, um Spannungskorrosionsrisse zu fördern, wodurch die Entfernung
der Unterlage erleichtert wird.
Ein Schleifwerkzeug enthaltend ein anorganisches Schleifhilfsmittel
ist in der US-A-5702811 beschrieben.
Die Erfindung betrifft im allgemeinen Schleifwerkzeuge.
Gemäß einer Ausführungsform ist das Schleifwerkzeug der Erfindung
ein Schleifwerkzeug mit gebundenem Schleifmittel mit einer Matrix aus einer organischen
Bindung, in der organischen Bindung verteilten Schleifkörnern und einem anorganischen,
nicht-halogenierten Füllstoff, der mit freien Radikalen reagieren kann, die sich
aus der organischen Bindung während des Schleifens gebildet haben und ausgewählt
ist aus der Gruppe bestehend aus Antimonoxid, Natriumantimonat und Molybdän(VI)-oxid.
Gemäß einer anderen Ausführungsform enthält das Schleifwerkzeug der
Erfindung einen hydratisierten Füllstoff in der organischen Bindung, ausgewählt
aus der Gruppe bestehend aus Aluminiumtrihydroxid, Calciumhydroxid, Magnesiumhydroxid,
hydratisiertem Natriumsilikat, alkalischen Metallhydraten, Nesquehonit, basischem
Magnesiumcarbonat, Magnesiumcarbonat-Subhydrat und Zinkborat.
Die vorliegende Erfindung weist viele Vorteile auf. Beispielsweise
reduziert eine Ausführungsform eines Schleifwerkzeugs der vorliegenden Erfindung,
das als Schleifhilfsmittel einen hydratisierten Füllstoff enthält, hohe Temperaturen
erheblich, die durch Reibung erzeugt werden. Es wird angenommen, daß der hydratisierte
Füllstoff den Temperaturanstieg während des Schleifens begrenzt, indem endotherm
Wasser freigesetzt wird, wodurch der Verlust der Bindung verlangsamt wird. Bei einem
Schleifwerkzeug der Erfindung, das einen anorganischen, nicht-halogenierten Füllstoff
enthält, vermindert der anorganische, nicht-halogenierte Füllstoff die Zersetzung
der Bindung durch Reaktion mit den freien Radikalen, die von der Bindung während
des Schleifens freigesetzt werden. Die in die Schleifwerkzeuge der Erfindung eingebauten
Füllstoffe können die Wahrscheinlichkeit einer thermischen Zersetzung in der Art
eines Flammverzögerungsmittels vermindern. Alle diese Mechanismen können die Nutzlebensdauer
und die Effizienz von gebundenen und beschichteten Schleifwerkzeugen signifikant
erhöhen. Weiterhin setzen die in den Schleifwerkzeugen dieser Erfindung enthaltenen
Schleifhilfsmittel, anders als viele Schleifhilfsmittel, während des Schleifens
keine potentiell gefährlichen Halogene frei.
Die Merkmale und andere Einzelheiten des Verfahrens der Erfindung
werden nun eingehender beschrieben. Es ist klar, daß die speziellen Ausführungsformen
der Erfindung zur Erläuterung und nicht als Beschränkungen der Erfindung gezeigt
werden. Die grundlegenden Merkmale dieser Erfindung können in verschiedenen Ausführungsformen
eingesetzt werden, ohne vom Umfang der Erfindung abzuweichen.
Ein Schleifwerkzeug dieser Erfindung enthält eine organische Bindung,
Schleifkörner und ein Schleifhilfsmittel, das einen anorganischen, nicht-halogenierten
Füllstoff und optional einen hydratisierten Füllstoff enthält, wobei das Schleifhilfsmittel
in vorteilhafter Weise die thermische und/oder mechanische Zersetzung des
organischen Bindemittels während des Schleifens verändert. Nach einem bevorzugten
Beispiel ist das Schleifwerkzeug ein harzgebundener Schleifkörper.
Die organische Bindung des Schleifwerkzeugs ist zur Verwendung als
Matrixmaterial eines Schleifkörpers geeignet, mit durchgängig darin verteilten Schleifkörnern.
Ein Beispiel einer geeigneten organischen Bindung ist das eines wärmehärtbaren Harzes.
Vorzugsweise ist das wärmehärtbare Harz entweder ein Epoxidharz oder ein Phenolharz.
Spezielle Beispiele geeigneter wärmehärtbarer Harze umfassen Phenolharze (z. B.
Novolak und Resol), Epoxid, ungesättigte Polyester, Bismaleimid, Polyimid, Cyanatester
etc. Typischerweise beträgt das Volumen der organischen Bindung zwischen etwa 2%
und etwa 64% der schleifenden Schleifzusammensetzung eines Schleifwerkzeugs mit
gebundenem Schleifmittel, wobei die schleifende Schleifzusammensetzung definiert
ist als die Bindung, die Schleifkörner, Füllstoffen in der Bindung und Porosität
in der Bindung. Vorzugsweise liegt das Volumen an organischer Bindung in einer schleifenden
Schleifzusammensetzung eines Schleifwerkzeugs mit gebundenem Schleifmittel dieser
Erfindung in einem Bereich zwischen etwa 20% und etwa 60% und mehr bevorzugt etwa
30–42%.
In einem typischen beschichteten Schleifwerkzeug, das für die Verwendung
mit der vorliegenden Erfindung geeignet ist, wird die schleifende Schleifzusammensetzung
auf ein flexibles Substrat aus beispielsweise Papier, Folie, oder Gewebe oder nähgebundenem
Gewebe beschichtet. Ein Harzbindemittel, auch als Grundschicht bekannt, wird auf
das flexible Substrat beschichtet. Schleifkörner werden dann auf die Grundschicht
durch elektrostatische Techniken oder durch eine einfache Zuführung mittels Schwerkraft
aufgebracht und auf der Grundschicht durch eine Phenol-Deckschicht befestigt. Optional
kann über der Deckschicht eine Superdeckschicht aufgebracht werden. Schleifhilfsmittel
sind üblicherweise in der Deck- oder der Superdeckschicht enthalten. Jede der Beschichtungen
kann in einem polymeren Träger, beispielsweise einem Acrylpolymer, aufgebracht werden.
Nach jeder Anwendung wird das Werkzeug gehärtet, üblicherweise bei etwa 107°C.
Eine weitere Beschreibung von beschichteten Schleifwerkzeugen, die für den Einsatz
bei der vorliegenden Erfindung geeignet sind, liefern die US Patente Nr. 5,185,012,
5,163,976, 5,578,343 und 5,221,295. Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist das
Bindemittel oder die Grundschicht eines geeigneten beschichteten Schleifwerkzeugs
EbecrylTM 3605 (ein Reaktionsprodukt aus diepoxyliertem Bisphenol A und
Acrylsäure in einem molaren eins-zueins Verhältnis, erhältlich von UCB Chemicals).
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform weist es eine Masse, ausgedrückt als eine
Funktion der Substratoberfläche, von 30 g/m2.
Schleifkörner des Schleifwerkzeugs sind im allgemeinen für das Schleifen
von Metall, oder unter manchen Umständen keramischen Werkstücken, geeignet. Beispiele
für geeignete Schleifkörner sind diejenigen, die aus Aluminiumoxid, Diamant, kubischem
Bornitrid, Siliciumcarbid etc. gebildet sind. Im allgemeinen liegt die Größe von
Schleifkörnern in dem Schleifwerkzeug der Erfindung in einem Bereich zwischen etwa
4 grit und etwa 240 grit (6848–63 Mikrometer), vorzugsweise 4 bis 80 grit
(6848–266 Mikrometer). Aluminiumoxidkörner mit einer Korngröße in einem Bereich
zwischen etwa 16 und etwa 20 grit (1660–1340 Mikrometer) sind besonders geeignet.
Das Volumen der Schleifkörner in der schleifenden Schleifzusammensetzung eines Schleifwerkzeugs
mit gebundenem Schleifmittel liegt typischerweise in einem Bereich zwischen etwa
34% und etwa 56% der schleifenden Schleifzusammensetzung. Vorzugsweise liegt in
einem gebundenen Rad das Volumen der Schleifkörner in einem Bereich zwischen etwa
40% und etwa 52%. In einer Ausführungsform eines beschichteten Schleifwerkzeugs
sind die Schleifkörner 86 &mgr;m (180 grit) Siliciumcarbid, und Masse der Schleifkörner,
ausgedrückt als eine Funktion der Substratoberfläche, beträgt 188 g/m2.
Die schleifende Schleifzusammensetzung eines Schleifwerkzeugs mit
gebundenem Schleifmittel ist typischerweise porös. Die Porosität oder der Leervolumenanteil
der schleifenden Schleifzusammensetzung liegt typischerweise in einem Bereich von
bis zu etwa 52% des Volumens der schleifenden Schleifzusammensetzung. Vorzugsweise
liegt der Leervolumenanteil bei bis zu etwa 26% des Gesamtvolumens der schleifenden
Schleifzusammensetzung.
Das Schleifhilfsmittel eines Schleifwerkzeugs dieser Erfindung enthält
einen anorganischen, nicht-halogenierten Füllstoff und optional einen hydratisierten
Füllstoff. Geeignete hydratisierte Füllstoffe sind diejenigen, die dehydratisieren,
um während des Schleifens eines Werkstücks aus Metall Wasser abzugeben. Beispiele
von geeigneten hydratisierten Füllstoffen schließen Zinkborat, erhältlich als FirebrakeTM
ZB (2ZnO 3B2O3 3,5H2O: dehydratisiert bei 293°C)
oder FirebrakeTM 415 (4ZnO B2O3 H2O:
dehydratisiert bei 415°C) von U.S. Borax; Aluminiumtrihydroxid (Al(OH)3,
erhältlich als HydralTM 710 oder PGA-SDTM von Alcoa); Calciumhydroxid
(Ca(OH)2); Magnesiumhydroxid (Mg(OH)2), erhältlich als FR-20
MHRMTM 23–2 (aminosilanbehandelt), FR-20 MHRMTM 640
(mit Polyolefin Haftvermittler) oder FR-20 MHRMTM 120 (fettoberflächenbehandelt)
von Ameribrom, Inc.; hydratisiertes Natriumsilicat (Na2SiO3
9H2O); Alkalimetallhydrate; Nesquehonit (MgCO3 Mg(OH2
3H2O); Magnesiumcarbonat-Subhydrat (MgO CO2 (0,96) H2O
(0,30)); etc. mit ein.
Spezifische hydratisierte Füllstoffe gewährleisten besonders bevorzugte
Vorteile. Ein besonders bevorzugter hydratisierter Füllstoff ist Zinkborat. Zinkborat
vitrifiziert bei 500– 600°C, und es wird angenommen, daß es eine boratartige
Glasabdichtung über der organischen Bindung ausbildet, wodurch eine thermische Zersetzung
der organischen Bindung verhndert wird. Von einem weiteren hydratisierten Füllstoff,
Alumniumtrihydroxid, wird angenommen, daß es bei Erwärmung und Dehydratisierung
Aluminiumoxid (Al2O3) bildet. Aluminiumoxid
ist ein bekanntes Schleifmaterial, welches beim Schleifprozeß unterstützen kann.
Bevorzugte hydratisierte Füllstoffe schließen Aluminiumtrihydroxid und Magnesiumhydroxid
mit ein.
Das Schleifwerkzeug der vorliegenden Erfindung enthält einen anorganischen,
nichthalogenierten Füllstoff, der die Zersetzung der organischen Bindung während
des Schleifens vermindert. Der Ausdruck „vermindert Zersetzung", wie er hier
verwendet wird, bedeutet, daß der anorganische, nicht-halogenierte Füllstoff agiert,
um die organische Bindung durch einen anderen Mechanismus zu schützen als bloße
Erhöhung der Leichtigkeit, mit der Material von dem geschliffen werdenden Werkstück
entfernt wird, wie es zum Beispiel angenommen wird, daß er auftritt bei der Verwendung
von Eisendisulfid (FeS2) als Schleifhilfsmittel, wobei das Eisendisulfid
die Materialentfernung durch Oxidieren der Oberfläche des Werkstücks sowie von Splittern
davon unterstützt. Beispiele für geeignete anorganische, nicht-halogenierte Füllstoffe
schließen Molybdän(VI)-oxid (MoO3, erhältlich von Aldrich), Natriumantimonat
(NaSbO3, erhältlich als ThermoguardTM FR von Elf Atochem),
Antimonoxid (Sb2O3, erhältlich als ThermoguardTM
S von Elf Atochem), etc. mit ein. In einer bevorzugten Ausführungsform ist der anorganische,
nicht-halogenierte Füllstoff Antimonoxid.
In noch einer weiteren Ausführungsform schließt das Schleifhilfsmittel
sowohl einen hydratisierten als auch einen anorganischen, nicht-halogenierten Füllstoff
mit ein. Egal ob das Schleifhilfsmittel ein hydratisierter Füllstoff oder ein anorganischer,
nicht-halogenierter Füllstoff ist, bildet das Schleifhilfsmittel in einem gebundenen
Schleifwerkzeug zwischen etwa 10% und etwa 50% des Volumens der kombinierten Zusammensetzung
aus Bindung und Füllstoff, wobei „Füllstoff" aktive Füllstoffe, Porenbildner,
Kalk für die Wasserabsorption etc., aber keine Schleifkörner, mit einschließen.
Vorzugsweise macht das Schleifhilfsmittel eines gebundenen Schleifwerkzeugs zwischen
etwa 20% und etwa 40 des Volumens der kombinierten Zusammensetzung aus Bindung und
Füllstoffen aus. Insbesondere macht das Schleifhilfsmittel eines gebundenen Schleifwerkzeugs
etwa 25% des Volumens der kombinierten Zusammensetzung aus Bindung und Füllstoffen
aus, obwohl das Verhältnis in Abhängigkeit von der Beschaffenheit und Struktur des
Werkzeugs variieren kann. Optional enthält das Schleifwerkzeug weitere Füllstoffe,
wie zusätzliche Schleifhilfsmittel (z. B. Eisendisulfid zur Reaktion mit dem Werkstück)
und Verarbeitungshilfsmittel (z. B. Netzmittel).
Die oben aufgelisteten Bestandteile können in jeder Reihenfolge kombiniert
werden, um ein Schleifwerkzeug dieser Erfindung zu bilden. Nach einer bevorzugten
Ausführungsform eines Schleifwerkzeugs mit gebundenem Schleifmittel werden die Schleifkörner
mit einem flüssigigen Harz benetzt (z. B. Resol). Schleifhilfsmittel (hydratisierter
oder anorganischer, nicht-halogenierter Füllstoff), andere Füllstoffe, eine Vorstufe
eines festen Harzes für die organische Bindung (z. B. Novolak) und ein geeigneter
Katalysator (z. B. Hexamethylentriamin) zur Härtung der Harze werden kombiniert,
um eine Mischung zu bilden. Die benetzten Schleifkörner werden mit der Mischung
gemischt, um eine Vorstufen-Zusammensetzung zu bilden. Die Vorstufen-Zusammensetzung
wird dann in eine Form gepreßt und gehärtet. Vorzugsweise wird die Zusammensetzung
bei einer Temperatur in einem Bereich von zwischen etwa 130°C und etwa 230°C
gehärtet. Die schleifende Schleifzusammensetzung liegt dann in Form eines Schleif-
oder Schneidwerkzeugs, wie eines gebundenen Schleifkörpers, vor. Alternativ dazu
ist die schleifende Schleifzusammensetzung ein Bestandteil eines schleifenden Schleif-
oder Schneidwerkzeugs. Andere Verfahren können ebenfalls eingesetzt werden, um die
schleifenden Schleif- oder Schneidwerkzeuge der Erfindung zu bilden.
In einem beschichteten Schleifwerkzeug enthält eine schleifende Schleifzusammensetzung
eine Grundschicht, Schleifkörner, eine Deckschicht und, gegebenenfalls, eine Superdeckschicht
über der Deckschicht. Schleifhilfsmittel sind üblicherweise, falls vorhanden, in
der Superdeckschicht oder in der Deckschicht enthalten. Die schleifende Schleifzusammensetzung
wird auf ein flexibles Substrat, wie ein Blatt, ein Band, eine Scheibe etc., beschichtet.
Wo eine Superdeckschicht, einschließlich eines Bindemittels und eines Schleifhilfsmittels,
vorhanden ist, bildet das Schleifhilfsmittel vorzugsweise mehr als 50% des kombinierten
Feststoffgewichts des Bindemittels und des Schleifhilfsmittels. In einer anderen
bevorzugten Ausführungsform bildet das Schleifhilfsmittel etwa 60 bis 80 % des kombinierten
Feststoffgewichts des Bindemittels und des Schleifhilfsmittels.
Gebundene Schleifkörper der Erfindung können in einer Vielzahl von
Anwendungen eingesetzt werden. Beispiele solcher Anwendungen umfassen das Schienenschleifen,
bei dem Eisenbahnschienen abgeschliffen werden, um Rundheit zu entfernen, und Gießereischleifen,
bei dem in einer Gießerei gegossene Metallartikel abgeschliffen werden, um Gußnähte
und andere Gießfehler zu entfernen. Andere Anwendungen für gebundene Schleifkörper
der Erfindung umfassen, sind aber nicht begrenzt auf, „Trennschleif"-Vorgänge
und Stahlvorbehandlung. Beschichtete Schleifwerkzeuge können beispielsweise in vielen
industriellen Anwendungsgebieten, wie der Metallfertigbearbeitung, eingesetzt werden.
Wenn ein gebundener Schleifkörper verwendet wird, um ein Werkzeug
zu abzuschleifen, wie eine Eisenbahnschiene oder einen Gießereiartikel, schleifen
Schleifkörner auf der Oberfläche der organischen Bindung das Werkstück durch Schneiden,
Schälen oder Reiben der Oberfläche des Werkstücks. Die durch diese Schleifmechanismen
verursachte Reibung erzeugt erhebliche Wärme, welche die Geschwindigkeit erhöhen
kann, mit der die organische Bindung zersetzt wird, schmilzt oder abgenutzt wird.
Als Ergebnis davon zieht sich die Schleifoberfläche der organischen Bindung zurück,
und in der Matrix der organischen Bindung eingebettete Schleifkörner
werden zunehmend freigesetzt, bis sie schließlich aus dem Schleifwerkzeug herausgerissen
werden. Frische Schleifkörner werden nach und nach mit dem Rückgang der Oberfläche
der organischen Bindung freigesetzt, um scharfe neue Oberflächen zum Schleifen zur
Verfügung zu stellen.
Der Rückgang der Oberfläche der organischen Bindung setzt auch andere
Bestandteile frei, wie hydratisierte und anorganische, nicht-halogenierte Füllstoffe,
die in einer bevorzugten Ausführungsform eines Schleifwerkzeugs der Erfindung eingesetzt
werden. Hydratisierte Füllstoffe in dem Schleifwerkzeug setzten während des Schleifens
Wasser frei. Es wird davon ausgegangen, daß endotherme Dehydratisierung des hydratisierten
Füllstoffs eine kühlende Wirkung auf die Schleifoberflächen ausübt. Es wird ebenfalls
angenommen, daß durch Dehydratisierung freigesetztes Wasser als Schmiermittel an
der Grenzfläche des Schleifwerkzeugs und des Werkstücks wirken kann, und durch Verdampfung
zusätzliche Wärme von den Schleifoberflächen absorbieren kann.
Es wird angenommen, daß anorganische, nicht-halogenierte Füllstoffe
in einem Schleifwerkzeug die Geschwindigkeit, mit der die organische Bindung von
der Schleifoberfläche verloren wird, reduziert. Ein Mechanismus, von dem angenommen
wird durch den anorganische, nicht-halogenierte Füllstoffe, wie sie in der Erfindung
eingesetzt werden, die Zersetzung reduzieren ist durch Inhibierung des chemischen
Wegs, durch den eine organische Bindung typischerweise abgebaut wird. Dieser chemische
Weg umfaßt im allgemeinen die Oxidation einer Polymerkette der organischen Bindung
während des Schleifens, welches die Freisetzung von freien Radikalen aus der Polymerkette
auslöst. Diese freien Radikale reagieren dann mit der organischen Bindung an anderen
Punkten entlang der Kette, was verursacht, daß das Polymer weiter abgebaut wird
und zusätzliche freie Radikale freisetzt. Es wird angenommen, daß die anorganischen,
nicht-halogenierten Füllstoffe die Zersetzung der organischen Bindung reduzieren,
indem der durch freie Radikale verursachte Polymerkettenbruch gehemmt wird. Es wird
davon ausgegangen, daß der anorganische, nichthalogenierte Füllstoff oder Abbauprodukte
des anorganischen, nicht-halogenierten Füllstoffs die Zersetzung der organischen
Bindung reduzieren, indem er sich, wie durch Reaktion, mit freien Radikalen, die
aus der organischen Bindung freigesetzt werden, kombiniert. Sobald die Radikale
mit dem anorganischen, nicht-halogenierten Füllstoff oder dessen Abbauprodukten
kombiniert sind, sind diese nicht verfügbar, um zur Zersetzung der organischen Bindung
beizutragen.
Die Erfindung wird nun weiter und eingehender durch die folgenden
Beispiele beschrieben.
BEISPIEL 1
Eine Anzahl an Schleifwerkzeugen mit gebundenem Schleifmittel in Form
von tragbaren Rädern zur Verwendung in einer Handschleifmaschine wurden hergestellt,
um einen von mehreren verschiedenen hydratisierten Füllstoffen oder anorganischen,
nicht-halogenierten Füllstoffen zu enthalten. Des weiteren wurde ein „Standard"-Rad
(unten mit „1" bezeichnet) hergestellt, um als Kontrolle zur Referenz zu
dienen bei der Beurteilung der Schleifleistung von Rädern dieser Erfindung. In jedem
der Räder (unten mit 2–7 bezeichnet) wurden die Füllstoffe überall in der
organischen Bindung dispergiert, und sie bildeten etwa 25% des Volumens der kombinierten
Bindung/Füllstoff-Zusammensetzung. Die mit diesen Zusammensetzungen hergestellten
Räder wurden verwendet, um einen Ring aus einem 1026 Kohlenstoffstahl Rohrstrang
mit einem Außendurchmesser von 30,5 cm (12 inch), einem Innendurchmesser von 25,4
cm (10 inch) und einer Länge von 15,2 cm (6 Inch) abzuschleifen. Das Schleifen wurde
unter Verwendung einer Belastung von 6,8 kg (15 lbf), 9,1 kg (20 lbf) und 11,3 kg
(25 lbf) durchgeführt.
Jedes der Räder hatte die folgende Zusammensetzung, wobei alle Prozentangaben
als Volumen berechnet sind und wobei der „variable aktive Füllstoff" für
jedes Rad variiert wurde:
Der „variable aktive Füllstoff" in jedem der Räder, unten angegeben
durch die Zahl, hatte die folgende entsprechende Zusammensetzung:
5: Magnesiumhydroxid (Mg(OH)2, FR-20 MHRM 640 von Ameribrom, Inc.,
New York, NY) (Dichte = 2,36 g/cm3) (Vergleichsbeispiel)
6: Zinkborat (4ZnO B2O3 H2O, FirebrakeTM
415 von U.S. Borax, Valencia, CA) (Dichte = 3,70 g/cm3) (Vergleichsbeispiel)
7: Antimonoxid (Sb2O3, ThermoguardTM S von
Elf Atochem, Philadelphia, PA) (Dichte 5,67 g/cm3) w/ Dechlorane Plus
(das Diels-Alder Diaddukt von Hexachlorcyclopentadien und 1,5-Cyclooctadien, erhältlich
von Occidental Chemical Corp., Niagara Falls, NY) (Dichte = 1,9 g/cm3)
(1 : 3 volumenmäßig)
Alle Räder wurden 18 Minuten lang getestet. Die Ergebnisse der Radeffizienz
sind in den folgenden drei Tabellen gezeigt. Wie in den Tabellen angegeben, bedeutet
MRR die Rate, mit der Metall von dem Werkstück entfernt wird. WWR bedeutet die Radabnutzungsrate.
Das g-Verhältnis bedeutet das Volumen an von dem Werkstück entfernten Metall gegenüber
dem Volumen des Rads, das abgenutzt wird. Entsprechend bedeutet ein hohes g-Verhältnis
einen hohen Grad an Beständigkeit des Rads in Bezug auf die Menge des durchgeführten
Schleifens und ist im allgemeinen erwünscht.
Tabelle 1 (6,8 kg)Tabelle 2 (9,1 kg)Tabelle 3 (11,3 kg)
Wie man sieht, arbeitete jeder der hydratisierten und nicht-halogenierten
Füllstoffe mit einem höheren G-Verhältnis als der Standardkontrollrad 1 bei jedem
der drei Belastungslevels. Rad 6, das Zinkborat als einen aktiven Füllstoff enthielt,
arbeitete bei jedem Test mit der höchsten Schleifwirksamkeit, gemessen als g-Verhältnis.
VERGLEICHSBEISPIEL 2
In diesem Beispiel wurde das Testen in Zusammenhang mit dem Schleifen
von Schienen durchgeführt, was einen aggressiveren Arbeitsvorgang darstellt als
die Handschleifmaschine mit festem Kopf, die in Beispiel 1 verwendet wurde. Beim
Schleifen von Schienen ist die Lebensdauer des Rads ein Hauptkriterium bei der Beurteilung
der Leistungsfähigkeit eines Rads. Es wurden wiederum Räder mit hydratiserten Füllstoffen
für das Testen ausgewählt.
Jedes der Räder bei diesem Experiment hatte die folgende Grundzusammensetzung,
wobei alle Prozentangaben als Volumen berechnet wurden und wobei der „variable
aktive Füllstoff für jedes Rad variiert wurde:
Der „variable, aktive Füllstoff" in jedem der Räder, unten
angegeben durch die Nummer, wies die folgende entsprechende Zusammensetzung auf:
014–1:Kaliumsulfat (K2SO4, von Astro Chemicals,
Inc., Springfield, MA) (Dichte = 2,66 g/cm3)014–2:Aluminiumtrihydroxid (Al(OH)3, HydralTM
710 von Alcoa, Pittsburgh, PA) (Dichte = 2,4 g/cm3)014–3:Magnesiumhydroxid (Mg(OH)2, FR-20 MHRM 640 von Ameribrom,
Inc., New York, NY) (Dichte = 2,36 g/cm3)014–4:Calciumhydroxid (Ca(OH)2, von Aldrich, Milwaukee,
WI) (Dichte = 2,24 g/cm3)014-5:Zinkborat (4ZnO B2O3 H2O, FirebrakeTM
415 von U.S. Borax, Valencia, CA) (Dichte = 3,70 g/cm3)
Es wurde wiederum das Rad mit Kaliumsulfat als dem variablen, aktiven
Füllstoff (Rad 014-1) während des Testens als Kontrolle verwendet.
Wir die in den Tabellen 4–6 dargestellten Schleifdaten zeigen,
verbesserten die ausgewählten Schleifhilfsmittel die Lebensdauer der Räder um so
viel wie etwa 200 % der Lebensdauer des Kontrollrads. Die Formulierung mit Al(OH)3
zeigte keine Verbesserung der Lebensdauer, möglicherweise aufgrund von dessen relativ
geringer Dehydratisierungstemperatur (etwa 200°C).
Die Ergebnisse von Beispiel 2 sind in den folgenden Tabellen 4–6
angegeben. Tabelle 4 listet die Ergebnisse der Tests auf, die bei
einem Leistungsniveau von 23,1 kW und einer Schleifzeit von 5 Minuten durchgeführt
wurden. Tabelle 5 listet die Ergebnisse der Tests auf, die bei einem Leistungsniveau
von 17,2 kW und einer Schleifzeit von 6 Minuten durchgeführt wurden. Tabelle 6 listet
die Ergebnisse der Tests auf, die bei einem Leistungsniveau von 13,4 kW und einer
Schleifzeit von 15 Minuten durchgeführt wurden. Jeder der unten aufgelisteten Werte
stellt den Durchschnitt von Ergebnissen von zwei Tests von jeder Formulierung dar,
durchgeführt mit verschiedenen Rädern.
Tabelle 4Tabelle 5Tabelle 6ÄQUVALENTE
Während die Erfindung unter Bezugnahme auf bevorzugte Ausführungsformen
davon genauer gezeigt und beschrieben wurde, ist es für Fachleute klar, daß verschiedene
Änderungen in der Form und in Details darin gemacht werden können, ohne vom Umfang
der Erfindung abzuweichen, wie er in den beigefügten Ansprüchen definiert ist.
Anspruch[de]
Schleifwerkzeug mit gebundenem Schleifmittel umfassend:
a) eine Matrix aus einer organischen Bindung;
b) Schleifkörner, die in der organischen Bindung verteilt sind; und dadurch gekennzeichnet,
dass es weiterhin
c) einen anorganischen, nicht-halogenierten Füllstoff in der organischen Bindung
umfasst, der mit freien Radikalen, die von der organischen Bindung während des Schleifens
freigesetzt werden, reagieren kann und ausgesucht ist aus der Gruppe bestehend aus
Antimonoxid, Natriumantimonat und Molybdän(VI)-oxid.
Schleifwerkzeug mit gebundenem Schleifmittel gemäß Anspruch 1, wobei
die Schleifkörner eine keramische Schleifkomponente enthalten.
Schleifwerkzeug mit gebundenem Schleifmittel gemäß Anspruch 1, wobei
die organische Bindung ein polymeres Material enthält.
Schleifwerkzeug mit gebundenem Schleifmittel gemäß Anspruch 1, wobei
die organische Bindung ein wärmehärtbares Harz enthält.
Schleifwerkzeug mit gebundenem Schleifmittel gemäß Anspruch 4, wobei
die organische Bindung ein Epoxidharz enthält.
Schleifwerkzeug mit gebundenem Schleifmittel gemäß Anspruch 4, wobei
die organische Bindung ein Phenolharz enthält.
Schleifwerkzeug mit gebundenem Schleifmittel gemäß Anspruch 1, wobei
die Konzentration des anorganischen, nicht-halogenierten Füllstoffs zwischen 10%
und 50%, nach Volumen, der organischen Bindung und Füllstoffe beträgt.
Schleifwerkzeug mit gebundenem Schleifmittel gemäß Anspruch 7, wobei
die Konzentration des anorganischen, nicht-halogenierten Füllstoffs zwischen 20%
und 40%, nach Volumen, der organischen Bindung und Füllstoffe beträgt.
Schleifwerkzeug mit gebundenem Schleifmittel gemäß Anspruch 1, wobei
die Konzentration der organischen Bindung in einem Bereich zwischen 20% und 60%,
nach Volumen, einer Schleifmittelzusammensetzung liegt, wobei die Schleifmittelzusammensetzung
die organische Bindung, die Schleifkörner, Füllstoffe in der Bindung und Porosität
ist.
Schleifwerkzeug mit gebundenem Schleifmittel gemäß Anspruch 9, wobei
die Konzentration der organischen Bindung in einem Bereich zwischen 30% und 42%,
nach Volumen, einer Schleifmittelzusammensetzung liegt, wobei die Schleifmittelzusammensetzung
die organische Bindung, die Schleifkörner, Füllstoffe in der Bindung und Porosität
ist.
Schleifwerkzeug mit gebundenem Schleifmittel gemäß Anspruch 1, wobei
die Schleifkörner eine Korngröße zwischen 6848 und 63 &mgr;m (4 Grit und 240 Grit)
haben.
Schleifwerkzeug mit gebundenem Schleifmittel gemäß Anspruch 11, wobei
die Schleifkörner eine Korngröße zwischen 6848 und 266 &mgr;m (4 Grit und 80 Grit)
haben.
Schleifwerkzeug mit gebundenem Schleifmittel gemäß Anspruch 1, wobei
die Konzentration der Schleifkörner im Bereich zwischen 34% und 56%, nach Volumen,
einer Schleifmittelzusammensetzung liegt, wobei die Schleifmittelzusammensetzung
die organische Bindung, die Schleifkörner, Füllstoffe in der Bindung und Porosität
ist.
Schleifwerkzeug mit gebundenem Schleifmittel gemäß Anspruch 13, wobei
die Konzentation der Schleifkörner im Bereich zwischen 40% und 52%, nach Volumen,
einer Schleifmittelzusammensetzung liegt, wobei die Schleifmittelzusammensetzung
die organische Bindung, die Schleifkörner, Füllstoffe in der Bindung und Porosität
ist.
Schleifwerkzeug mit gebundenem Schleifmittel gemäß einem der vorherigen
Ansprüche, wobei die organische Bindung weiterhin einen hydratisierten Füllstoff
enthält und wobei der hydratisierte Füllstoff ausgewählt ist aus
der Gruppe bestehend aus Aluminiumtrihydroxid, Calciumhydroxid, Magnesiumhydroxid,
hydratisiertem Natriumsilikat, Alkalimetallhydroxide, Nesquehonit, basischem Magnesiumcarbonat,
Magnesiumcarbonat-Subhydrat und Zinkborat.
Schleifwerkzeug mit gebundenem Schleifmittel gemäß Anspruch 15, wobei
der hydratisierte Füllstoff Zinkborat ist.
Schleifwerkzeug mit gebundenem Schleifmittel gemäß Anspruch 15, wobei
der hydratisierte Füllstoff Aluminiumtrihydroxid ist.
Schleifwerkzeug mit gebundenem Schleifmittel gemäß Anspruch 15, wobei
der hydratisierte Füllstoff Magnesiumhydroxid ist.