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Dokumentenidentifikation DE202004003058U1 24.06.2004
Titel Tisch-Spielgerät
Anmelder Schmid, Christian, 48282 Emsdetten, DE
Vertreter Habbel & Habbel, 48151 Münster
DE-Aktenzeichen 202004003058
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 24.06.2004
Registration date 19.05.2004
Application date from patent application 27.02.2004
IPC-Hauptklasse A63D 7/00

Beschreibung[de]

Die Neuerung betrifft ein Tisch-Spielgerät. Aus der Praxis sind verschiedene Tisch-Spielgeräte bekannt, beispielsweise in Form eines Würfels mit Würfelbecher, oder in Form eines Tischfußballspiels oder dergleichen.

Der Neuerung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Tisch-Spielgerät zu schaffen, welches mit geringem Aufwand eine Vielzahl unterschiedlicher Spielideen ermöglicht.

Diese Aufgabe wird durch ein Tisch-Spielgerät mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.

Die Neuerung schlägt mit anderen Worten ein Tisch-Spielgerät vor, bei dem ein Gewicht mittels eines beweglichen Halters um eine Säule aufgewickelt werden kann. Wenn das Gewicht freigegeben wird, wickelt es sich an seinem beweglichen Halter von der Säule wieder ab, umkreist dabei die Säule und senkt sich in immer tieferen Kreisen mit immer größerem Durchmesser zur Spielfläche hin ab. Es gerät dabei schließlich gegen auf der Spielfläche aufgestellte Spielfiguren, so dass verschiedene Spielinhalte mit dem Spielgerät verwirklicht werden können, z. B. abhängig davon, welche Figuren von dem Gewicht berührt werden, oder wie viele Figuren von dem Gewicht berührt werden, oder dergleichen. Einzelne Figuren können durch ihre Gestalt, durch ihre Größe oder durch ihre Farbgestaltung besonders gekennzeichnet sein, so dass bei Berührung derartiger Sonderfiguren bestimmte Spielregeln in Kraft oder außer Kraft gesetzt werden können.

Dadurch, dass die Außenkontur der Säule nicht zylindrisch geformt ist, ergibt es sich, dass zufallsbedingt nahezu jedes Mal, wenn das Gewicht mit seinem beweglichen Halter auf die Säule aufgewickelt wird, unterschiedliche Aufwicklungen entstehen und dementsprechend beim Abwickeln unterschiedliche Bahnverläufe des Gewichtes im Raum resultieren. Auf diese Weise ist das Spielergebnis wenig vorhersehbar, was einen Teil des Reizes des Spiels ausmacht.

Die Spielfiguren können auf der Spielfläche befestigt sein, so dass lediglich der Kontakt des Gewichtes mit der jeweiligen Spielfigur für das Spielergebnis ausschlaggebend ist. Eine besonders einfache Anzeige, welche Spielfigur getroffen wurde, ergibt sich vorteilhaft dadurch, dass die Spielfiguren frei beweglich auf der Spielfläche aufgestellt sind, so dass sie durch das Gewicht umgestoßen werden. Die Zufälligkeit des Spielergebnisses kann hierdurch noch vergrößert werden, da getroffene Spielfiguren möglicherweise auch solche Spielfiguren zu Fall bringen, die nicht selbst vom Gewicht getroffen wurden, sondern von einer fallenden Spielfigur mitgerissen werden.

Als „frei beweglich" ist im vorliegenden Fall nicht notwendigerweise eine vollkommene Lösbarkeit der Spielfiguren von der Spielfläche gemeint, sondern vielmehr eine Beweglichkeit in möglichst vielen Bewegungsrichtungen. So können beispielsweise die Spielfiguren auf Federelementen frei pendelbeweglich angeordnet sein oder in einem Kugel-Pfanne-Sitz, welcher die freie Beweglichkeit der Spielfigur sichert, wobei die Spielfigur jedoch vorzugsweise unverlierbar mit dem übrigen Spielgerät verbunden ist, beispielsweise mit der Spielfläche.

Vorteilhaft kann die Spielfigur an einem Zugseil befestigt sein, welches sich durch die Spielfläche erstreckt. Dies ist mit einer preisgünstigen Ausgestaltung der verwendeten Bauelemente und einer preisgünstigen Montage verwirklichbar und stellt einerseits sicher, dass die Spielfiguren unverlierbar am Spielgerät festgelegt sind, andererseits jedoch in der vorerwähnten Weise gegenüber der Spielfläche frei beweglich sind. Zusätzlich ermöglicht das Zugseil das Aufstellen einer gefallenen Spielfigur dadurch, dass das Zugseil von der Spielfläche zur Unterseite der Spielfigur verläuft. Durch Zug am Zugseil wird die Spielfigur mit ihrer Unterseite zunächst zum Spielfeld gezogen und anschließend auf das Spielfeld aufgestellt, so dass nach Entlastung des Zugseils die Spielfigur einerseits auf dem Spielfeld aufgestellt ist, andererseits jedoch nach wie vor gegenüber dem Spielfeld frei beweglich ist.

Vorzugsweise können die Zugseile quer durch die Spielfläche verlaufen, also die Spielfläche von oben nach unten durchsetzen. Hierdurch ist erstens eine preisgünstige Fertigung bzw. Bearbeitung der Spielfläche möglich. Zweitens ergibt sich im Vergleich zu einem seitlich aus der Spielfläche austretendem Zugseil eine optimale Erreichbarkeit, unabhängig davon, wie das Spielgerät zum jeweiligen Benutzer ausgerichtet ist.

Beispielsweise mehrere um einen Tisch herum versammelte Personen können sämtlich gleich gut ein derartiges unter der Spielfläche austretendes Zugseil bedienen.

Vorzugsweise sind die Zugseile mehrerer und insbesondere sämtlicher Spielfiguren miteinander verbunden, so dass durch einen einzigen Zug sämtliche Zugseile betätigt werden und dementsprechend sämtliche Spielfiguren auf der Spielfläche aufgestellt werden.

Um einen Verschleiß der Zugseile und / oder der Spielfläche durch die Betätigung der Zugseile zu minimieren, können verschleißhemmende Einsätze in der Spielfläche als Führungen für die Zugseile vorgesehen sein, beispielsweise Einsätze größerer Härte oder besserer Gleiteigenschaften als es die Spielfläche selbst aufweist. Wenn beispielsweise die Spielfläche aus Holz besteht, können Seilführungen in Form von Röhrchen aus Metall, Keramik oder gleitfreudigem Kunststoff vorgesehen sein, so dass einerseits die Betätigung der Zugseile besonders leicht erfolgt und auf der anderen Seite verhindert wird, dass durch die wiederholte Betätigung der Zugseile nach und nach regelrechte Schlitze in die aus Holz bestehende Spielfläche gefräst werden und die Zugseile vorschnell verschleißen.

Vorzugsweise kann am Zugseil ein Anschlag vorgesehen sein, welcher die Beweglichkeit der Spielfigur gegenüber der Spielfläche begrenzt, also den Weg begrenzt, um welchen die Spielfigur von der Spielfläche entfernt werden kann. Wenn die Spielfläche gegenüber einem Untergrund wie einer Tischfläche aufgeständert ist und unterhalb der Spielfläche die gemeinsame Betätigung sämtlicher Zugseile vorgesehen ist, könnte eine Problematik darin bestehen, dass weit nach unten hängende Spielfiguren beim Aufstellen durch den Zug an dem Zugseil zunächst gegen die Unterkante der Spielfläche geraten, dort verkanten oder verhaken und demzufolge nicht allein durch den Zug am Zugseil aufgestellt werden können. Durch den Anschlag am Zugseil kann die Beweglichkeit derart eingeschränkt sein, dass die Spielfigur lediglich auf der Spielfläche liegen bleibt, ohne am Seitenrand der Spielfläche herabfallen zu können, so dass sie dementsprechend problemlos allein durch den Zug am Zugseil aufstellbar ist.

Die gewollte Unregelmäßigkeit in der Außenkontur der Säule kann beispielsweise durch einen wendelförmig umlaufenden Vorsprung verwirklicht sein. Besonders vorteilhaft können jedoch stark unterschiedliche Durchmesser der Säule vorgesehen sein, beispielsweise Abschnitte, deren Durchmesser um den Faktor von wenigstens 1,5 unterschiedlich sind.

Ein Ausführungsbeispiel der Neuerung wird anhand der Zeichnungen nachfolgend näher beschrieben. Dabei zeigt

1 in einer perspektivischen Ansicht von oben ein Tisch-Spielgerät und

2 eine perspektivische Ansicht unter die Spielfläche des Spielgerätes von 1.

In den Zeichnungen ist mit 1 insgesamt ein Tisch-Spielgerät bezeichnet, welches eine Spielfläche 2 aufweist, die mittels dreier Bodenstützen 3 über einem Untergrund wie beispielsweise über einer Tischplatte 4 aufgeständert ist. Die Spielfläche 2 ist bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel als Holzplatte mit einem Durchmesser von etwa 30 bis 40 cm ausgestaltet und mittels der Bodenstützen 3 etwa 20 bis 30 cm oberhalb der Tischplatte angeordnet.

Auf der Spielfläche 2 befinden sich mehrere Spielfiguren 5 und 6, von denen eine als so genannte „Joker" 6 durch unterschiedliche Farbgestaltung besonders gekennzeichnet ist. Rein beispielhaft sind die Spielfiguren 5 und 6 in Form von Kegeln ausgestaltet. Es kann sich bei den Spielfiguren 5 und 6 jedoch auch um beliebig anders gestaltete Spielfiguren handeln. Diese können beispielsweise als Personen, als Flaschen oder ähnlich ausgestaltet sein, wobei die Spielfiguren 5 und 6 aufgrund ihrer Geometrie und ihrer Bodenfläche vorzugsweise so ausgestaltet sind, dass sie auf einfache Weise umgeworfen werden können. Sie sind demzufolge nicht fest mit der Spielfläche 2 verbunden, sondern stehen lose auf ihr auf.

In der Mitte der Spielfläche 2 ist eine Säule 7 vorgesehen, die bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel wie mehrere übereinander angeordnete Spielfiguren konturiert ist und demzufolge eine Außenkontur aufweist, die unregelmäßig geformt ist und Abschnitte aufweist, deren Durchmesser sich um das etwa zwei- bis dreifache voneinander unterscheiden.

Im oberen Bereich der Säule 7 ist eine Schnur als biegsamer Halter 8 befestigt, wobei am unteren Ende dieses Halters 8 eine Holzkugel als Gewicht 9 befestigt ist. Da das obere Ende des Halters 8 nicht drehbeweglich an der Säule 7 befestigt ist, kann der Halter 8 um die Säule 7 gewickelt werden, ohne dass diese obere Befestigungsstelle nachgeführt wird, so dass, wenn anschließend das Gewicht 9 bzw. der Halter 8 losgelassen wird, das Gewicht 9 um die Säule 7 kreist und sich der Halter 8 dabei von der Säule 7 abwickelt. Das Gewicht 9 beschreibt dabei eine wendel- bis spiralförmige Bahnkurve, die von oben nach unten verläuft und nach unten hin immer größere Durchmesser aufweist. Im unteren Bereich wird es üblicherweise gegen wenigstens eine der Spielfiguren 5 und 6 geraten, wobei die lose auf die Spielfläche 2 gestellten Spielfiguren 5 und 6 dann umfallen. Durch die umfallenden Spielfiguren 5 und 6 sowie durch das ggf. von den Spielfiguren 5 und 6 abgelenkte Gewicht 9 ergibt sich bei jedem neuen Spiel ein anderes Verhalten des Gewichts 9 und dementsprechend unterschiedliche Muster, nach welchen die Spielfiguren 5 und 6 fallen.

Gegebenenfalls kann die Sonderspielfigur, die bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel lediglich farblich anders gekennzeichnet und als Joker 6 bezeichnet ist, im Gegensatz zu den anderen Spielfiguren nicht lose auf der Spielfläche 2 aufstehen, sondern beispielsweise an der Spielfläche 2 festgelegt sein, so dass sich hierdurch noch weitere Variationsmöglichkeiten hinsichtlich des Verhaltens der übrigen Spielfiguren 5 ergeben.

2 zeigt, dass durch die Spielfläche 2 Bohrungen 10 verlaufen, die mit rohrförmigen metallischen Führungen 11 ausgekleidet sind. Durch die Bohrungen 10 verlaufen Zugseile 12. Jedes Zugseil 12 verläuft zur Unterseite einer Spielfigur 5 und 6, so dass bei Zug an dem Zugseil 12 die Spielfigur 5 bzw. 6 auf die Spielfläche 2 gestellt wird, und zwar oberhalb der oberen Mündung der jeweiligen Bohrung 10, durch die sich das betreffende Zugseil 12 erstreckt.

Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel sind rein beispielhaft neun Spielfiguren 5 und 6 vorgesehen, die kreisförmig um die Säule 7 angeordnet sind. Es können davon abweichend unterschiedliche Anzahlen und auch unterschiedliche Anordnungen der Spielfiguren 5 und 6 vorgesehen sein, und abweichend vom dargestellten Ausführungsbeispiel kann vorgesehen sein, gar keine oder mehr als eine derartige Sonderspielfigur 6 vorzusehen.

Bei den in 2 dargestellten Zugseilen 12 ist weiterhin eine Holzperle 14 dargestellt, die durch einen Knoten 15 im jeweiligen Zugseil 12 gehalten wird. Die Holzperle 14 stellt einen Anschlag für das Zugseil 12 dar so dass der Weg begrenzt ist, um welchen das Zugseil 12 in die Bohrung 10 hineingezogen werden kann, wenn die am Zugseil 12 befestigte Spielfigur 5 bzw. 6 fällt. Diese Weglänge entspricht auf der Oberseite der Spielfläche 2 dem Weg, um welchen die Unterseite der Spielfigur 5 bzw. 6 von ihrem Aufstellungsplatz entfernt werden kann.


Anspruch[de]
  1. Tisch-Spielgerät (1), mit einer Spielfläche (2) und mit auf der Spielfläche (2) aufstellbaren Spielfiguren (5, 6),

    sowie mit einer sich von der Spielfläche (2) aufwärts erstreckenden Säule (7),

    wobei die Säule (7) eine von einem stabförmigen Zylinder abweichende Außenkontur aufweist,

    und wobei im Abstand und oberhalb von der Spielfläche (2) an der Säule (7) ein biegsamer Halter (8) – wie eine Schnur oder eine Kette – angeordnet ist, welcher näher zur Spielfläche (2) hin ein Gewicht (9) trägt, und welcher um die Säule (7) aufwickelbar ist,

    derart, dass das Gewicht (9) beim Abwickeln um die Säule (7) kreist und gegen eine oder mehrere Spielfiguren (5, 6) beweglich ist.
  2. Tisch-Spielgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Spielfiguren (5, 6) frei beweglich gegenüber der Spielfläche (2) sind.
  3. Tisch-Spielgerät nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Spielfiguren (5, 6) an Zugseilen (12) befestigt sind, welche durch die Spielfläche (2) verlaufen, wobei die Zugseile (12) zu der Unterseite der Spielfiguren (5, 6) verlaufen,

    derart, dass durch Zug an einem Zugseil (12) die daran befestigte Spielfigur (5, 6) an einer vorbestimmten Stelle auf der Spielfläche (2) aufstellbar ist.
  4. Tisch-Spielgerät nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Spielfläche (2) im Abstand über einem Untergrund – wie einer Tischplatte (4) – aufgeständert ist,

    und dass die Zugseile (12) die Spielfläche (2) von deren Oberseite zu deren Unterseite durchsetzen.
  5. Tisch-Spielgerät nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Zugseile (12) mehrerer Spielfiguren (5, 6) miteinander verbunden sind,

    derart, dass durch Zug sämtliche an diesen Zugseilen (12) befestigten Spielfiguren (5, 6) gemeinsam aufstellbar sind.
  6. Tisch-Spielgerät nach einem der Ansprüche 3 – 5, gekennzeichnet durch Führungen (11) aus einem im Vergleich zur Spielfläche (2) verschleißfesteren Werkstoff zur Führung der Zugseile (12) innerhalb der Spielfläche (2).
  7. Tisch-Spielgerät nach einem der Ansprüche 3 – 6, gekennzeichnet durch einen Anschlag am Zugseil (12), welcher den Weg begrenzt, um welchen die am Zugseil (12) befestigte Spielfigur (5, 6) von der Spielfläche (2) entfernbar ist.
  8. Tisch-Spielgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Konturierung der Säule (7) Abschnitte der Säule (7) ergibt, welche einen wenigstens um den Faktor 1,5 unterschiedlichen Durchmesser aufweisen.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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