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Dokumentenidentifikation DE202004004153U1 24.06.2004
Titel Duschvorrichtung
Anmelder Kuhfuß Sanitär-Vertriebsgesellschaft mbH, 32120 Hiddenhausen, DE
Vertreter Loesenbeck und Kollegen, 33613 Bielefeld
DE-Aktenzeichen 202004004153
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 24.06.2004
Registration date 19.05.2004
Application date from patent application 17.03.2004
IPC-Hauptklasse E03C 1/01
IPC-Nebenklasse E03C 1/10   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Duschvorrichtung gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Solche Duschvorrichtungen kommen insbesondere in zentral verwalteten Komplexen zum Einsatz, beispielsweise in Betrieben, Sportstätten, Kasernen, Krankhäusern, Pflegeheimen oder Hotels, bei denen ein Betreiber für den Betrieb aller einzelnen Duschvorrichtungen verantwortlich ist. Insofern haftet dieser Betreiber insbesondere auch für einen Betrieb, der gesundheitliche Gefährdungen ausschließt. Dies schließt insbesondere die Vorsorge mit ein, die Benutzer der Duschvorrichtungen vor aus dem Wasserleitungsnetz austretenden Schadstoffen zu schützen.

Diesbezüglich ist als besondere Gefährdung die Entstehung und Verbreitung von für den Menschen lebensbedrohenden Legionellen zu nennen, wobei zwei Legionellenarten, nämlich die Legionella Pneumophila, die die sogenannte Legionärskrankheit auslöst, und die Legionella-Pontiac Fever, die zur Entstehung der sogenannten Legionärsgrippe führt, zu nennen sind.

Um dieser Verpflichtung zu entsprechen, sind zentrale Filtereinrichtungen bekannt, die mit der zentralen Wasser-, insbesondere Warmwasserversorgung in Wirkverbindung stehen. Allerdings sind diese Filteranlagen nur mit einem erheblichen aparativen und funktionalen Aufwand zu betreiben, der einem optimierten Betrieb entgegensteht.

Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Duschvorrichtung der gattungsgemäßen Art so weiter zu entwickeln, dass mit geringem baulichen Aufwand die Betriebskosten insgesamt verringert werden.

Diese Aufgabe wird durch eine Duschvorrichtung gelöst, die die Merkmale des Anspruchs 1 aufweist.

Die Erfindung bietet zu den bestehenden Filteranlagen im Bereich der zentralen Wasserversorgung, insbesondere der Warmwassererzeugung, mit denen gesundheitsgefährdende Schadstoffe aus dem den Duschvorrichtungen zugeführten Brauchwasser herausgefiltert werden sollen, eine zusätzliche Sicherheit, so dass an der Duschwasser-Entnahmestelle ein Austritt der genannten Schadstoffe ausgeschlossen werden kann.

Gegenüber diesen, sowohl in der Herstellung und Montage wie auch im Betrieb sehr kostenintensiven Filteranlagen ist der Einsatz eines Legionellen-Filters in jeder zu einem Betriebskomplex gehörenden Duschvorrichtung kostengünstiger.

Dabei ist zunächst einmal hervorzuheben, dass solche Duschvorrichtungen in großen Stückzahlen konfektioniert hergestellt werden können, was naturgemäß eine Reduzierung der Fertigungskosten zur Folge hat.

Auch die Wirksamkeit des jeder Duschvorrichtung zugeordneten Legionellen-Filters ist gegenüber der bekannten Filteranlage verbessert. Darüber hinaus ist sowohl die Reinigung des Legionellen-Filters ungleich einfacher als die einer zentralen Filteranlage, wobei der Reinigungsvorgang, wie eine vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung vorsieht, automatisch erfolgen kann und zwar entweder für alle angeschlossenen Legionellen-Filter gleichzeitig oder individuell.

Ein Auswechseln der Legionellen-Filter ausschließlich zu diesem Zweck ist nicht mehr erforderlich, im Gegensatz zu den Filtern, wie sie bislang in der zentralen Filteranlage eingesetzt werden. Aufgrund der je eingesetztem Legionellen-Filter geringeren Belastung erhöht sich deren Standzeit, wodurch sich in der Summe eine erhebliche Kostenreduzierung ergibt, die ebenso zu einer Betriebskostenminimierung beiträgt, wie der genannte automatische Reinigungsablauf, der bei den bekannten Filteranlagen in dieser Form nicht möglich ist.

Wie erwähnt, wird eine individuelle Reinigungsmöglichkeit angeboten, bei der der Legionellen-Filter jeder eingesetzten Duschvorrichtung unabhängig von den anderen gereinigt wird. Dies kann in der Form erfolgen, dass zu Beginn jedes Duschvorgangs zunächst eine Spülung des Legionellen-Filters erfolgt, wobei das Spülwasser aus einer vom Duschkopf unabhängigen Leitung in den Fußbereich einer Duschwanne geführt wird, unter strömendem Ausfluss des Spülwassers, so dass keine Aerosole entstehen, durch die ausgespülte Schadstoffe wie die genannten Legionellen oder andere Keime in der Umgebungsluft verwirbelt werden, mit der Gefahr der Inhalierung durch den Benutzer. Die Wasserabgabe zum Brausekopf ist während der Zeit des Nachspülens geschlossen. Dabei ist die Spülzeit fest vorgegeben, beispielsweise 3 Sekunden, so dass nach Ablauf dieser Zeit eine automatische Umschaltung auf den Wasserzulauf zum Brausekopf erfolgt.

Die Wasserabgabe durch den Brausekopf kann ebenfalls zeitlich begrenzt sein, so dass eine Wasserverschwendung unterbunden wird. Bei Einrichtungen wie einem Campingplatz oder dergleichen kann die Wasserabgabe problemlos über eine Bezahl-Funktion gesteuert werden. In jedem Fall erfolgen die beiden Funktionsschritte nach einem Betätigen eines entsprechenden Schalters automatisch, nämlich erstens Spülen des Filters und zweitens Umschalten des Wasserzulaufs zum Austritt am Brauskopf, so dass die Bedienung für den Benutzer außerordentlich bequem und problemlos ist.

Im Fall der Betätigung dieses Schalters vor Ablauf der erwähnten Dusch-Nutzungszeit, also während des Duschvorgangs, wird die Wasserabgabe zunächst unterbrochen und neu gestartet, ohne dass der Spülvorgang erneut eingeleitet wird. Erst nach Ablauf der Duschzeit erfolgt eine Rückkehr in den Startmodus.

Um eine effektive Filtrierung zu erreichen, weist der Legionellen-Filter eine Passagegröße von 0,03 &mgr; auf. Da die Legionellen bzw. deren Wirtes in der Regel eine Körpergröße von 0,3 bis 0,9 &mgr; aufweisen, werden sie sicher im Filter zurückgehalten. Hierzu zählen auch Bakterien, Abbrüche von Verkeimungen und sonstige im Wasser eingebundene Schadstoffe, die die genannte Passagegröße nicht unterschreiten.

Neben der geschilderten, optional einsetzbaren automatischen Filterreinigung kann als weitere Option vorgesehen sein, die Legionellen-Filter eines Gesamtsystems durch eine zentrale thermische Desinfektion zu reinigen.

Hierzu sind eine zentrale Mischwasserstation mit einer Einrichtung zur thermischen Desinfektion sowie eine zentrale elektronische Steuereinheit zur Überwachung der Einzelsteuerung in den Duschvorrichtungen erforderlich.

Für die Desinfektion der Legionellen-Filter wird über einen Heißwassererzeuger Wasser auf eine Temperatur von vorzugsweise 70° Celsius erhitzt, unabhängig von der Anzahl der zu reinigenden Legionellen-Filter und unabhängig von der Größe des Warmwasserheißlaufs.

Sobald diese Temperatur erreicht ist, wird ein Zirkulationsdurchlauf über einen Mischer der Mischwasserstation unterbrochen, so dass lediglich das hochgradige Wasser durch die Heißwasserleitung fließt. Wenn sichergestellt ist, dass ausschließlich dieses Heißwasser fließt, tritt die zentrale elektronische Steuereinheit in Funktion.

Dabei werden bei allen angeschlossenen Duschvorrichtungen durch einen Steuerbefehl Magnetventile in den Duschvorrichtungen für eine bestimmte Zeit, beispielsweise 3 Minuten, geöffnet und der Innenkörper des Legionellen-Filters mit dem hochgradigen Wasser gespült. Nach Ablauf der vorgegebenen Zeit werden die angeschlossenen Magnetventile geschlossen und zweite Magnetventile geöffnet, so dass das erhitzte Wasser durch den Legionellen-Filter strömen und am Duschkopf austreten kann. Nach einer vorbestimmten Zeit schließt die zentrale Steuereinheit diese zweiten Magnetventile, während der Mischer an der Mischwasserstation auf Kaltwasserfunktion umschaltet und so einen Abkühlvorgang einleitet. Sobald im Leitungsnetz eine entsprechend abgesenkte Wassertemperatur erreicht ist, werden von der zentralen Steuereinheit in Folge erst die ersten Magnetventile und dann die zweiten Magnetventile für eine gewisse Zeit, z. B. 3 Sekunden, geöffnet und heruntergekühlt. Danach geht die Mischwasserstation in Normalbetrieb über. Über die zentrale Steuereinheit erfolgt eine Übergabe der Steuerfunktionen an die jeder Duschvorrichtung zugeordnete separate Steuereinheit, so dass die jeweilige Duschvorrichtung wieder voll betriebsbereit ist.

Mit Hilfe dieser zentralen thermischen Desinfektion werden die Legionellen und Bakterien in einem Umfang abgetötet, der eine Gefährdung der Benutzer der Duschvorrichtungen weitgehend ausschließt.

Die thermische Desinfektion gilt gleichermaßen für das durchströmte Leitungsnetz, die Anschlussleitungen zu den Duschvorrichtungen, die Legionellen-Filter in den Duschvorrichtungen, die Leitungen innerhalb der Duschvorrichtung und die Duschköpfe, also für alle Betriebskomponenten, die potentiell infiziert sein können.

Selbstverständlich muss der Betreiber des Gesamtsystems dafür Sorge tragen, dass zum Zeitpunkt der zentralen Desinfektion die Duschvorrichtungen nicht benutzt werden bzw. nicht benutzt werden können.

Anstelle der zentralen Warmwasserbetreitung, die wie beschrieben auch zur thermischen Desinfektion eingesetzt wird, kann das hierzu benötigte Heißwasser mit einem in jeder Duschvorrichtung eingebauten Durchlauferhitzer erzeugt werden. Diese sind insgesamt an das zentrale Steuersystem angeschlossen, über das die Heißwassertemperatur auf die entsprechende Gradzahl, beispielsweise die genannten 70 ° Celsius gestellt wird. Danach erfolgt der bezogen auf den Durchlauferhitzer bzw. den Legionellen-Filter vorstehend beschriebene Desinfektionsablauf.

Hierbei wird die Leitung ausgehend vom Durchlauferhitzer über den Legionellen-Filter, die Leitung zum Brausekopf und der Brausekopf selbst desinfiziert, ohne Berührung des zentralen Wasserleitungsnetzes.

Eine weitere Möglichkeit der Pflege und Desinfektion des Legionellen-Filters ist diesen aus der Duschvorrichtung auszubauen und in einer Reinigungsstation zum Reinigen und Abtöten der im Innenfilterbereich befindlichen Legionellen, Bakterien und Verkeimungen beispielsweise 3 Minuten mit 70° Celsius heißem Wasser durchzuspülen. Danach kann der Legionellen-Filter wieder in die Duschvorrichtung eingebaut werden, wozu Steckkupplungen vorgesehen sind, die eine einfache Montage bzw. Demontage des Legionellen-Filters erlauben.

Zum Schutz vor Manipulationen ist die Duschvorrichtung bzw. ist das die innenliegenden Armaturen und Funktionsteile schützende Gehäuse mit speziellen Verschlüssen gesichert, die nur durch das dazu bestimmte Fachpersonal geöffnet werden können.

Weitere vorteilhafte Ausbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der beigefügten Zeichnung beschrieben.

Die einzige Figur zeigt eine erfindungsgemäße Duschvorrichtung in einer schematischen Darstellung.

In der Figur ist eine zu einer ortsfest montierten Baueinheit zusammengefasste Duschvorrichtung dargestellt, die ein aufklappbares und mit einer nicht gezeigten Sicherungsverriegelung versehenes Gehäuse 1 aufweist.

In diesem Gehäuse 1 sind zwei Wasserleitungen angeordnet, die über Vorabsperrungen 4 mit bauseitigen Wasserzuführungen 3 verbunden sind, wobei eine Wasserzuführung 3 Kaltwasser und die andere Wasserzuführung 3 Warmwasser führt.

In einem Mischer 5, alternativ einem Thermostat, wird das Kalt- und Warmwasser gemischt und einem außenliegenden Brausekopf 9 zugeführt, wobei zwischen diesem und dem Mischer 5 ein Legionellen-Filter 6 angeordnet ist, durch den das aus dem Mischer 5 austretende Wasser derart gefiltert wird, dass Legionellen, Bakterien oder Keime herausgefiltert werden.

Ein Magnetventil 8, das dem Legionellen-Filter 6 nachgeordnet und vor dem Brausekopf 9 installiert ist, ist über einen Taster 7 betätigbar, so dass das Wasser aus dem Brausekopf 9 entweichen kann, wobei der Taster 7 bzw. das Magnetventil 8 den Wasserfluss zeitlich regeln.

Über eine elektronische Steuerung wird eine vorbestimmte Zeit ein Rückspülventil 10 geöffnet, während das Magnetventil 8 geschlossen bleibt. Hierdurch erfolgt eine Spülung des Legionellen-Filters 6, wobei das durchgeführte Wasser über eine an das Rückspülventil 10 angeschlossene Abflussleitung 11 in den Bereich eines Duschbeckens führbar ist.

Für eine einfache Montage bzw. Demontage des Legionellen-Filters 6, beispielsweise zum Zwecke der Reinigung, ist der Legionellen-Filter 6 mittels Steckkupplungen 12 an den zugeordneten Leitungen angeschlossen.


Anspruch[de]
  1. Zu einer Baueinheit zusammengefasste und ortsfest montierte Duschvorrichtung, die an mindestens eine bauseitige Wasserleitung angeschlossen ist und ein Misch- oder ein Thermostatventil (5) und/oder eine Auslöseeinrichtung (7) für Mischwasser sowie einen Brausekopf (9) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass in der dem Brausekopf (9) zugeordneten Zuführleitung ein Legionellen-Filter (6) angeordnet ist.
  2. Duschvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Legionellen-Filter (6) in einer Zuleitung zu dem Brausekopf (9), die über ein Magnetventil (8) absperrbar ist, an eine Ablaufleitung (11) angeschlossen ist, die über ein Rückspülventil (10) im Wechsel mit dem Magnetventil (8) verschließbar ist.
  3. Duschvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Ablaufleitung (11) in ein Duschbecken mündet.
  4. Duschvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Magnetventil (8) bzw. das Rückspülventil (1) über eine Steuereinheit steuerbar ist.
  5. Duschvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Steuerventil (10) nach einem Öffnen zeitabhängig verschließbar ist.
  6. Duschvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Legionellen-Filter (6) in einer sich an das Misch- oder Thermostatventil (5) anschließendem Mischwasserleitung angeschlossen ist.
  7. Duschvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Legionellen-Filter (6) mittels Heißwasser desinfizierbar ist, das in einer zentralen Heißwasseranlage erzeugt ist.
  8. Duschvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Betätigung des Magnetventiles (8) und/oder des Rückspülventiles (1) über eine zentrale Steuereinrichtung durchführbar ist.
  9. Duschvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Legionellen-Filter (6) für eine Montage bzw. Demontage mittels Steckkupplungen (12) in der Baueinheit befestigt ist.
  10. Duschvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Baueinheit ein Gehäuse (1) aufweist, das mit einem verschließbaren Deckel versehen ist.
  11. Duschvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Deckel des Gehäuses (1) über Spezialverriegelungen verschlossen ist.
  12. Duschvorrichtungen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Taster (7) zum Öffnen des Magnetventiles (8) vorgesehen ist, der mit der Steuereinheit in Wirkverbindung steht und bei dessen Betätigung zunächst das Rückspülventil (1) und danach das Magnetventil (8) zu öffnen ist.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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