Diese Patentanmeldung nimmt die Priorität der vorläufigen US-Patentanmeldung
60/086,371, eingereicht am 22. Mai 1998, in Anspruch.
Dieses ist eine Teilfortsetzung der US-Patentanmeldung mit der Serien-Nr.
08/970,558, eingereicht am 14. November 1997, veröffentlicht als WO 98/27023.
Die vorliegende Erfindung betrifft allgemein die Benutzung eines solvatisierten
Mesophasenpechs, um einen Kohlenstoffschaum herzustellen, und insbesondere die Benutzung
eines solvatisierten Mesophasenpechs, um einen Kohlenstoffschaum herzustellen, der
vor der Carbonisierung des Kohlenstoffschaums geringe oder keine oxidative Stabilisierung
benötigt.
Kohlenstoff-Kohlenstoff-Verbundstoffe werden in weiten Kreisen für
Flugzeugbremsen-Reibwerkstoffe benutzt. Obwohl Kohlenstoff-Kohlenstoff attraktiv
ist, da er leichtgewichtig ist und bei sehr hohen Temperaturen betrieben werden
kann, bringt die Benutzung von Kohlenstoff-Kohlenstoff-Rohmaterial die Benutzung
eines teuren Materials mit sich. Teure Kohlenstoffaser ist eine bedeutende Komponente;
bisweilen werden beim Herstellen des Verbundstoffes bis zu 45 Prozent Faser benutzt.
Zudem ist die Produktion von Kohlenstoff-Kohlenstoff ein zeitraubendes Verfahren.
Lange Zyklusdauern sind in einer modernen Produktionsumgebung unerwünscht. In der
ebenfalls anhängigen WO 98/27023 sind Erfindungen zum Herstellen eines Flugzeugbremsen-Reibwerkstoffes
mittels eines Kohlenstoff-Kohlenstoff-Verbundwerkstoffes beschrieben, der aus verdichtetem
Kohlenstoffschaum hergestellt ist. Das darin offenbarte Produktionsverfahren kann
allgemein durch die Schritte des Verwendens eines Vorläufermaterials (wärmeausgehärtet
oder thermoplastisch), des Schäumens des Vorläufermaterials, der Sauerstoffstabilisierung
für Schäume, die aus Thermoplasten hergestellt werden, der Carbonisierung, der wahlweisen
Wärmebehandlung, der Verdichtung und einer nachfolgenden Wärmebehandlung beschrieben
werden. Wie in WO 98/27023 offenbart ist, kann es, wenn ein Schaum aus einem Thermoplasten,
wie z. B. einem Mesophasenpech hergestellt wird, notwendig sein, den Schaum durch
Oxidation zu vernetzen, bevor er auf Carbonisierungstemperaturen erwärmt werden
kann. Ohne diesen Oxidations-(Stabilisierungs-)-Schritt kann das Pech schmelzen,
wenn es erwärmt wird. Der oxidative Stabilisierungsschritt kann ein zeitraubendes
Verfahren (bis zu 100 Stunden) sein. Die Aufgabe der Erfindung, die hierin offenbart
ist, ist es, die Zeit, die zum Verarbeiten des Kohlenstoffschaums erforderlich ist,
durch Beseitigen oder Ersetzen oder Verkürzen des oxidativen Stabilisierungsschrittes
zu verringern.
Der Stand der Technik von Belang schließt JP-A-2142891 ein. Dieses
Dokument offenbart ein Pech, das als ein Material für einen Kohlenstoff-Mikroballon
nützlich ist und gleichförmige Eigenschaften und Unschmelzbarkeit aufweist, das
hergestellt wird durch Unterwerfen eines raffinierten Pechs, das von chinolinunlöslichen
Stoffen befreit ist, einer vorgeschriebenen Wärmebehandlung in einem Vakuum, während
ein Inertgas in das Pech eingeblasen wird. Das erhaltene Pech besitzt einen Erweichungspunkt
von 150 bis 250°C.
Die hierin offenbarte Erfindung benutzt solvatisierte Mesophasenpeche,
welche die Möglichkeit für ein Schäumen bei niedrigen Temperaturen gefolgt von Carbonisierung
bei hohen Temperaturen ohne die Notwendigkeit einer Stabilisierung bieten. Durch
Benutzung eines solvatisierten Mesophasenpechs kann durch die Verfahren, die in
der ebenfalls anhängigen WO 98/27023 und hierin beschrieben sind, eine Kohlenstoffschaum-Vorform
hergestellt werden. Das Entfernen der „Lösemittel"-Fraktion der Mesophase
stellt sicher, daß das Mesophasenpech einen höheren Erweichungspunkt (höher als
350°C) als die Temperatur des Carbonisierungsbeginns (300 bis 350°C) besitzt.
Somit wird die Mesophase carbonisiert, bevor sie erweichen kann, wodurch die Notwendigkeit
einer Stabilisierung beseitigt wird.
Die vorliegende Erfindung beseitigt die Notwendigkeit der oxidativen
Stabilisierung und stellt durch Bereitstellen von auf Pech basierendem Kohlenstoffschaum,
der für eine Carbonisierung geeignet ist, Lösungen zu dem Obigen bereit, umfassend
einen verfestigten offenzelligen Kohlenstoffschaum, der einen Erweichungspunkt besitzt,
der höher als 350°C ist, wobei der Schaum aus einem solvatisierten Pechmaterial
hergestellt wird, das einen Erweichungspunkt von unter 300°C aufweist, das erwärmt
wurde, um das Schmelzen des Pechmaterials zu bewirken, geschäumt wurde, um den offenzelligen
Kohlenstoffschaum bereitzustellen und aus dem das Lösemittel entfernt wurde, um
den Erweichungspunkt auf höher als 350°C anzuheben und den Schaum zu verfestigen,
um den auf Pech basierenden Kohlenstoffschaum bereitzustellen, der zur Carbonisierung
geeignet ist.
Die 1 ist ein Graph, der die Gewichtsverluste
von Pechen mit hohem und niedrigem Erweichungspunkt während der Carbonisierung veranschaulicht.
Die 2 ist ein Graph, der die Erhöhung
des Erweichungspunktes des Kohlenstoffschaums während der Carbonisierung veranschaulicht.
Die 3 veranschaulicht die Vorteile des
Verwendens eines solvatisierten Mesophasenpechs A im Vergleich zum Verwenden eines
herkömmlichen Pechs B.
Bei der hierin offenbarten Erfindung wird ein solvatisiertes Mesophasenpech
verwendet, um das Problem des Beseitigens oder Ersetzens oder Verkürzens des oxidativen
Stabilisierungsschrittes zu lösen. Der Schmelzpunkt des Pechs im natürlichen, unsolvatisierten
Zustand übersteigt im allgemeinen 350°C, so daß das Pech zu carbonisieren beginnt, bevor
es zu schmelzen beginnt. Bei Benutzung eines Lösemittels von niedrigem Molekulargewicht
kann der Schmelzpunkt ausreichend erniedrigt werden, damit bei einer günstigen Temperatur
geschäumt werden kann; dann wird das Lösemittel durch Wärme, mit oder ohne Vakuum,
entfernt. Als Folge davon kehrt das Pech zu seinem hohen Schmelzpunkt zurück und
kann ohne einen Stabilisierungsschritt carbonisiert werden. Die Vorteile dieses
Ansatzes können verwirklicht werden, wenn der Schritt der Entfernung der flüchtigen
Bestandteile oder der Lösemittelentfernung schneller ist als der Oxidationsschritt,
den er beseitigt.
Das Verfahren kann allgemein durch die folgenden Schritte beschrieben
werden:
- – Weichmachung: Ein Mesophasenpech von hohem Erweichungspunkt (höher als
350°C) wird mit Lösemittel auf einen niedrigeren Erweichungspunkt von unter
300 4°C weichgemacht.
- – Erhitzen: Erhitzen von solvatisiertem Mesophasenpech bei einer Atmosphäre
zur Schmelze, wie z. B. Erhitzen in einem Autoklaven oder einer anderen Vorrichtung,
in der das Pech mit Stickstoffgas unter Druck gesetzt werden kann.
- – Schäumen: das Material zum Schäumen bringen, entweder durch Verdampfung
von flüchtigem Material oder einen Druckabfall, um eine offenzellige Struktur bereitzustellen.
- – Lösemittelentfernung: Verdampfung oder Vakuum zieht den Weichmacher
heraus, was verursacht, daß der Erweichungspunkt des Pechschaums ansteigt, und Lösemittelextraktion,
die fortgesetzt wird, bis der Erweichungspunkt auf höher als 350°C steigt.
- – Carbonisierung: Der Schaum kann jetzt carbonisiert werden (Erhitzen
bis in den Bereich von 600 bis 2.000°C), und eine oxidative Stabilisierung ist
nicht erforderlich, da das Pech carbonisieren wird, ohne zu schmelzen.
Das oben allgemein beschriebene Verfahren besitzt gegenüber dem Erzeugen
eines Kohlenstoffschaums aus einem Pech mit niedrigem Erweichungspunkt mit einem
physikalischen Treibmittel darin einen zusätzlichen Vorteil, daß der Gewichtsverlust
bei der Carbonisierung bei dem Pech mit hohem Erweichungspunkt geringer sein wird.
Dies wird in der 1 veranschaulicht, die zeigt, daß,
wenn die Temperaturen während der Carbonisierung ansteigen, das Pech mit hohem Erweichungspunkt
einen beträchtlich geringeren Gewichtsverlust erfährt. Zudem wird das Pech mit hohem
Erweichungspunkt eine höhere Viskosität besitzen, was für eine höhere Ausrichtung
der Mesophase innerhalb der Zellstegbereiche des Schaums sorgen wird. Der geringere
Gewichtsverlust des Pechs mit hohem Erweichungspunkt in der Kurve A wird auch für
geringere Rißbildung während der Carbonisierung sorgen.
Peche:
Im allgemeinen können für das Verfahren und die Materialien, die hierin
offenbart sind, die folgenden Peche benutzt werden:
- 1. Mesophasenpeche
- 2. Isotropische (von Kohlenteer, Erdöl abstammende)
- a. Isotropische (von Kohlenteer und Erdöl abstammende Peche) können durch eine
Wärmebehandlung und anschließende Extraktion umgewandelt werden, oder
- b. sie können auch durch die Benutzung eines Katalysators und Extraktion in
die Mesophase umgewandelt werden, was zu einem Pech mit einem Erweichungspunkt von
höher als 350°C führt.
- 3. Synthetische Mesophasenpeche können ebenfalls benutzt werden, z. B. von Naphthalin/Anthrazen
oder Alkylbenzol abstammende.
- a. Die obigen Peche besitzen einen niedrigen Erweichungspunkt von annähernd
200 bis 300°C. Sie können behandelt werden wie folgt: Entfernung der flüchtigen
Bestandteile durch Vakuum oder mit Wärme behandeln und dann die Mesophase extrahieren,
um den Erweichungspunkt auf 350°C zu erhöhen, dann den Weichmacher wieder zugeben,
um den gewünschten Erweichungspunkt zu erhalten.
Eine andere Weise, Mesophasenpeche zu behandeln, die von isotropen,
synthetischen oder Pechen mit niedrigem Erweichungspunkt abstammen, ist es, das
Pech teilweise oxidativ zu stabilisieren oder wärmeauszuhärten, um den Erweichungspunkt
auf über 350°C zu erhöhen und dann den Weichmacher wieder zuzugeben und den
Erweichungspunkt auf unter 300°C zu vermindern. Der allgemeine Ansatz ist es,
ein Mesophasenpech mit einem Erweichungspunkt von höher als 350°C bereitzustellen
und ein Lösemittel/Weichmacher wieder zuzugeben, um den Erweichungspunkt auf weniger
als 300°C zu vermindern. Solvatisierte Mesophasenpeche sind durch Kalback et
al., US-Patent 5,259,947, erteilt am 9. November 1993 an Conoco Inc., bereitgestellt
und darin offenbart worden.
Weichmacher:
Die Aufgaben von Weichmachern sind, den Erweichungspunkt von Mesophasenpech
ohne Veränderung der Mesophasen-Kennzeichen herabzusetzen und durch Vakuum oder
Wärme anschließend leicht entfernbar zu sein, um ein zeitweiliges Lösemittel bereitzustellen.
Beispiele für Weichmacher umfassen Tetrahydrofuran, Toluol, Pyridin, Benzol, Xylol,
wobei dies keine erschöpfende Liste ist. Diese sind aromatische oder konjugierte
Verbindungen, die Wasserstoffdonoren sind. Sie werden mit den polyaromatischen Molekülen
des Mesophasenpechs wechselwirken und diese löslich machen.
Schäumen:
Mehrere Ansätze können benutzt werden, um die oben beschriebenen Lösemittel-Pech-Mischungen
zu schäumen. Das Verfahren kann allgemein beschrieben werden durch die Benutzung
des Lösemittels als ein natives Treibmittel und dann:
- a. die Mischung auf eine Temperatur T0 erhitzen, wobei
- b. die Mischung weich wird,
- c. den Druck P0 auf die Mischung aufgeben,
- d. den Druck auf P1 senken, bei dem das Lösemittel/der Weichmacher
zu Blasen aufschäumt; es ist wünschenswert, daß gleichzeitig viele kleine Blasenkeime
gebildet werden,
- e. den Druck weiter herabsetzen, um die Blasen zu der Außenseite hin zu öffnen
(offene Zellen zu erzeugen),
- f. dann das Ausziehen des Lösemittels fortsetzen, um Verfestigung zu verursachen
und/oder den Schmelzpunkt des Schaums zu erhöhen.
Mehrere Variationen können innerhalb dieses Verfahrens benutzt werden.
Erstens kann ein anderes physikalisches Treibmittel, wie z. B. N2, CO2,
Chlorfluorkohlenstoffe, Luft, Fluorkohlenwasserstoffe, Wasserdampf, Paraffin (z.
B. Pentan) zugegeben werden, und die obigen Zyklen 1a bis 1e durchgeführt werden.
Zweitens, ein chemisches Treibmittel zugeben (z. B. Azide oder Carbonat), das beim
Erhitzen N2 oder CO2 freisetzt; die obigen Zyklen 1a bis 1e
durchführen. Es ist zu beachten, daß im Falle des Benutzens eines chemischen Treibmittels
und einiger physikalischer Treibmittel, die Siedepunkte über der Raumtemperatur
besitzen, das Durchführen der Zyklen 1a bis 1e bei P1 = P0
funktionieren wird. Drittens, physikalische Treibmittel, wie z. B. N2
und CO2 oder Paraffin zugeben, durch Erhitzen des Gases unter Druck,
und unter Druck kühlen. Dieses physikalische Treibmittel und der Weichmacher können
beide nacheinander benutzt werden, um das Pech gemäß den obigen Zyklen 1a bis 1e
zu schäumen. Viertens, das gesamte Verfahren (die obigen Schritte 1a bis 1e) bei
ein und demselben Druck, z. B. 1 Atmosphäre, durchführen. Wenn ein physikalisches
Treibmittel, wie z. B. N2, CO2 oder Paraffin benutzt wird,
können diese das Pech ebenfalls weichmachen, so daß, wenn sie beim Schäumen aus
der Lösung heraustreten, das Pech sich verfestigt, wobei es den anderen Weichmacher,
z. B. Pyridin, Tetrahydrofuran, Benzol usw. zurückhält, der mittels Vakuum entfernt
werden müßte. Dies ermöglicht Flexibilität und eine Regulierung der Porengrößenverteilung
von hoher Genauigkeit, die anschließend für die sich anschließende Verdichtung,
falls erforderlich, von Bedeutung, wenn nicht entscheidend ist. Die Regulierung
der Porengrößenverteilung führt zu der Regulierung der Dichte und der Mikrostruktur
und folglich der mechanischen Eigenschaften des Schaums. Der Nutzen, der die Viskosität
betrifft, liegt darin, daß durch Schäumen bei einer höheren Viskosität die Ausrichtung
der Mesophase in den Zellstegbereichen des Schaums erhöht sein wird, wodurch eine
verbesserte Orientierung der Zellstege und bessere thermische und mechanische Eigenschaften
bereitgestellt werden. Es gibt einen wohldefinierten Viskositätsbereich, in dem
das Schäumen von Mesophasenpechen möglich ist. Es ist wesentlich, daß das Schäumen
am höheren Ende des Viskositätsbereichs durchgeführt wird, um optimales Scheren
und Ausrichtung zu erreichen. Das oben beschriebene Verfahren ergibt einen Kohlenstoffschaum,
der geringe oder keine oxidative Stabilisierung benötigt, da der Erweichungspunkt
des Pechs nach dem Ausziehen der Weichmacher höher ist als die Temperatur des Carbonisierungsbeginns
und somit kein Schmelzen oder Aufblähen erfolgt. Mit anderen Worten: Während das
Pech erhitzt wird, wird der Schmelzpunkt durch die Entfernung von Wasserstoff und
die Kondensation von Molekülen weiter ansteigen, so daß der Schmelzpunkt immer höher
ist als die Temperatur, bei der die Kondensation erfolgt. Die 2
veranschaulicht dieses Verhältnis, wobei, während die Temperatur während der Carbonisierung
mit der Zeit ansteigt, der Erweichungspunkt ebenfalls ansteigt und über der Carbonisierungstemperatur
bleibt.
Carbonisierung:
Im allgemeinen wird die Carbonisierung bis auf Temperaturen zwischen
600°C bis 2.000°C durchgeführt. Wie in der 3
veranschaulicht, sorgt die Benutzung eines solvatisierten Mesophasenpechmaterials
für eine höhere Kohlenstoffausbeute und eine geringere Geschwindigkeit der Entfernung
von flüchtigen Bestandteilen während der Carbonisierung. Deshalb kommt es zur einer
Verminderung der Fehler in dem Schaum (Risse usw.), sowohl in der Masse des Schaums
als auch der Mikrorisse innerhalb der Zellstege. Zudem bewahrt eine langsame Entfernung
der flüchtigen Bestandteile die molekulare Ausrichtung in den Zellstegen besser,
als es eine schnelle Entfernung der flüchtigen Bestandteile während der Carbonisierung
tun würde. In der 3 stellt die Kurve A die Benutzung
eines solvatisierten Mesophasenpechs, wie hierin beschrieben, dar, während die Kurve
B die Benutzung eines herkömmlichen Mesophasenpechs, wie z. B. eines Mitsubishi-RR-Pechs,
veranschaulicht.
Beispiel:
Ein solvatisiertes Conoco-Mesophasenpech, hergestellt gemäß Kalback
et al., US-Patentschrift Nr. 5,259,947, wurde benutzt, um in einem Autoklaven einen
Schaum zu erzeugen. 25 g des solvatisierten Conoco-Pechs wurden in einem Probenschiffchen
aus Aluminium in einem Strom trockenen Stickstoffgases in einem Autoklavengefäß
erhitzt. Der Temperatur/Druck/Zeit-Zyklus wurde wie folgt angewandt:
(1) Pech wurde mit 160°C/h von 25°C auf 340°C erhitzt (System offen,
Stickstoffspülung), (2) Einweichen der Probe bei 340°C 20 Minuten lang (System
offen, Stickstoffspülung), (3) Autoklavensystem geschlossen und Probe/Gefäß mit
Stickstoff unter einen Druck von 6,89 MPa (1.000 psi) gesetzt, (4) Probe mit 80°C/h
von 340°C auf 266°C abgekühlt, (5) Probe mit 80°C/h von 266°C auf
290°C erhitzt, (6) Probe bei 290°C zwei Stunden lang eingeweicht, (7) Druck
im Gefäß/Probe innerhalb von drei Sekunden von 6,89 MPa (1.000 psi) auf 0,103 MPa
(15 psi) vermindert, (8) Probe mit 25°C/h von 290°C auf 25°C abkühlen
lassen. Der Schaum wurde über Nacht in den Vakuumofen bei 90°C gestellt. Der
Schaum wurde ohne einen oxidativen Stabilisierungszwischenschritt carbonisiert.
Der Carbonisierungszyklus bezog das Erhitzen des Teils auf 810°C in dreiunddreißig
Stunden und anschließendes Halten für eine Stunde ein. Die Kohlenstoffausbeute (d.
h. das Gewicht des Rückstandes, der nach der Carbonisierung zurückblieb) betrug
81,2 Gew.-%. Die Carbonisierung war erfolgreich, ohne Aufblähen oder Schmelzen des
Schaums.
Wir glauben, daß es ein bevorzugtes Verfahren zum Durchführen der
Erfindung ist, ein solvatisiertes Mesophasenpech (hergestellt gemäß Kalback et al.,
US-Patentschrift Nr. 5,259,947) bereitzustellen, das in einem offenen Autoklavensystem
in zwei Stunden unter strömendem Stickstoffgas von 25°C auf 300°C erhitzt
wird. Wenn 300°C erreicht sind, wird das Gefäß (die Probe) unter einen Druck
von 5,52 MPa (800 psi) gesetzt. Das Gefäß wird auf eine Temperatur von 268°C
abkühlen gelassen. Diese Temperatur wird für einen Einweichvorgang von 2,5 Stunden
beibehalten, wonach der Druck im Gefäß innerhalb von zwei bis drei Sekunden von
5,52 MPa (800 psi) auf 0,103 MPa (15 psi) vermindert wird. Der resultierende Schaum
in dem Gefäß wird langsam abkühlen gelassen, so daß es 8 bis 10 Stunden dauert,
um von 268 PC auf 25°C abzukühlen. Durchgeführte Experimente zeigen, daß die
Mikrostruktur und die physikalischen Eigenschaften dieser Schäume durch die Temperaturen/Drücke,
die bei dem Verfahren benutzt werden, stark beeinflußt werden. Durch niedrigere
Betriebstemperaturen und -drücke werden kleine Porengrößen begünstigt.
Die hierin offenbarte Erfindung veranschaulicht, daß ein Kohlenstoffschaummaterial,
entweder ohne die Notwendigkeit einer oxidativen Stabilisierung des Materials oder
mit der oxidativen Stabilisierung, die in ebenfalls anhängiger USSN 08/970,558 offenbart
ist, bedeutend verkürzt und vorzugsweise beseitigt, bereitgestellt werden kann.