Die Erfindung betrifft einen insbesondere für die Zuckerindustrie
bestimmten Verdampfer mit mindestens zwei Wärmeübertragern, denen das einzudickende
Medium oben aufgegeben wird und die mit Dampf unterschiedlicher Zusammensetzung
und/oder unterschiedlichen Druckes im Kreuzstrom beheizt werden, wobei das eingedickte
Medium und der entstehende Brüden nach dem Austritt aus dem Wärmeübertrager getrennt
abgeführt werden.
Derartige Wärmetauscher sind aus der EP 0 729 772 A2 bekannt. In einem
gemeinsamen zylindrischen Gehäuse sind übereinander zwei Wärmeübertrager angeordnet,
die jeweils eine eigene Medienverteilung und eine eigene Auffangwanne für das eingedickte
Gut aufweisen. Die Beheizung des einen Wärmeübertragers erfolgt mit Heizdampf,
der beispielsweise als Abzapfdampf von einer Dampfturbine stammt. Der im ersten
Wärmeübertrager entstehende Brüden wird sodann als Heizmedium für den zweiten Wärmeübertrager
verwendet. Das in einer Auffangwanne des oberen Wärmeübertragers aufgefangene Produkt
wird über eine seitlich außerhalb des Gehäuses angeordnete Meß- und Regeleinrichtung
dem Medienverteiler des nachfolgenden Wärmeübertragers zugeführt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Verdampfer
zu schaffen, der im Aufbau einfacher und kostengünstiger ist und bei dem dennoch
die Möglichkeit besteht, die Wärmeübertrager mit unterschiedlichem Dampf zu beheizen.
Die Lösung dieser Aufgabenstellung durch die Erfindung ist
dadurch gekennzeichnet, daß das einzudickende Medium durch eine allen Wärmeübertragern
gemeinsame Medienverteilung aufgegeben wird und das den ersten Wärmeübertrager
verlassende Medium unmittelbar in den nächstfolgenden Wärmeübertrager gelangt,
daß erst nach Austritt des Mediums aus dem zweiten Wärmeübertrager eine Trennung
von Brüden und Medium erfolgt und daß die gegenüber dem Brüdenraum abgetrennten
Dampfräume der Wärmeübertrager durch eine gemeinsame Trennwand voneinander getrennt
sind.
Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung des Verdampfers wird trotz
des Vorhandenseins von mindestens zwei Wärmeübertragern nur eine Medienverteilung
benötigt. Das einzudickende Medium durchströmt die Wärmeübertrager aufgrund der
Schwerkraft und wird aus dem unteren Teil des Verdampfers abgezogen. Jeder einzelne
Wärmeübertrager ist trotz Bildung einer Baueinheit unabhängig mit Dampf beheizbar,
so daß als Heizmedium Dampf mit unterschiedlicher Zusammensetzung und/oder unterschiedlichem
Druck verwendet werden kann. Insbesondere ist es möglich, einen Wärmeübertrager
mit verunreinigten oder aggressiven Medien zu beheizen, beispielsweise mit Dampf,
der durch aggressive Inhaltsstoffe verunreinigt ist, beispielsweise mit Rückständen
aus dem Schnitzeltrockner.
Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung können die Kondensate der
Wärmeübertrager über getrennte Leitungen aus den Wärmeübertragern abgeführt werden,
so daß auch diesbezüglich eine Trennung zwischen aggressiven und nicht aggressiven
Medien möglich ist. Wenn der Wärmeübertrager mit aggressivem Dampf beheizt wird,
ist es möglich, die Wärmeübertrager aus unterschiedlichen Materialien herzustellen.
Der mit aggressivem Medium beheizte Wärmeübertrager besteht dann aus korrosionsbeständigem
Material.
Für eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung wird schließlich
vorgeschlagen, den ersten Wärmeübertrager mit Brüden aus beispielsweise einem
Dampftrockner für Schnitzel und den zweiten Übertrager mit Turbinendampf aus einem
Kraftwerk zu betreiben.
Auf der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen
Verdampfers schematisch dargestellt, und zwar zeigt:
- Fig. 1
- einen Längsschnitt durch den Wärmeübertrager,
- Fig. 2
- einen Querschnitt gemäß der Schnittlinie II-II in Fig. 1 und
- Fig. 3
- einen weiteren Längsschnitt gemäß der Schnittlinie III-III in Fig. 1.
Der Verdampfer besteht aus einem zylindrischen Gehäuse 1, das am oberen
Ende mit einem Brüdenaustritt 2 und am unteren Ende mit einem Austritt 3 für das
einzudickende Medium versehen ist. Unter Freilassung eines allseitigen Ringraumes
sind im Inneren des Gehäuses 1 Wärmeübertrager 4 und 5 angeordnet, die jeweils
aus Plattenelementen bestehen, die im Kreuzstrom durchströmt werden.
Das einzudickende Medium gelangt durch einen seitlichen Eintrittstutzen
6 in eine im Gehäuse 1 angeordnete Mediumaufgabe 7, die durch geeignete Verteilbleche
dafür sorgt, daß es gleichmäßig auf den darunter befindlichen Wärmeübertrager 4
aufgegeben wird. Das einzudickende Medium durchströmt die senkrechten Kanäle des
Wärmeübertragers 4 und des Wärmeübertragers 5 und tritt unterhalb des Wärmeübertragers
5 in einen Brüdenraum 8 ein, der den gesamten Querschnitt des Gehäuses 1 einnimmt.
In diesem Brüdenraum 8 erfolgt eine Trennung des Brüdens von dem einzudickenden
Medium, das aufgrund der Schwerkraft in den Austritt 3 gelangt, aus dem es aus
dem Gehäuse 1 abgezogen wird. Dies ist durch die Pfeile M am Eintrittstutzen 6
bzw. am Austritt 3 angedeutet.
Der Brüden steigt über zwei seitliche Brüdenkanäle 9 im Gehäuse 1
nach oben und wird durch den Brüdenaustritt 2 abgezogen. Die Brüdenkanäle werden
durch den Raum zwischen dem Gehäuse 1 und den Wärmeübertragern 4 und 5 gebildet
und sind durch Trennbleche 10 vom benachbarten Teil des Gehäuseinnern abgetrennt.
Ihre Lage ergibt sich insbesondere aus Fig. 2.
Durch einen seitlichen Dampfstutzen 11 wird beispielsweise aus einem
Schnitzeltrockner stammender Dampf D1 einem Dampfraum 12 zugeleitet,
der zwischen der Wand des Gehäuses 1 und den waagerechten Eintrittskanälen des
Wärmeübertragers 4 gemäß Fig. 1 gebildet wird. Dieser Dampf D1 durchströmt
etwa zwei Drittel der waagerechten Kanäle des Wärmeübertragers 4 und gelangt in
eine Wendekammer 13, in der er umgeleitet und in die restlichen waagerechten Kanäle
des Wärmeübertragers 4 eintritt. In diesen restlichen Kanälen des Wärmeübertragers
4 kondensiert der Dampf D1 Das Kondensat K1 wird durch die
Kondensatstutzen 14 abgezogen. Unterhalb des Dampfraumes 12 ist ein Kondensatraum
15 gebildet, der durch eine Trennwand 16 vom Dampfraum 12 abgetrennt ist.
In gleicher Weise wird der Wärmeübertrager 5 durch einen seitlichen
Dampfstutzen 17 mit Dampf D2 beheizt, bei dem es sich beispielsweise
um Turbinendampf handelt. Dieser Dampf D2 gelangt in einen Dampfraum
18, der wie der Dampfraum 12 durch die Außenwand des Gehäuses 1, die die waagerechten
Kanäle enthaltenden Wände des Wärmeübertragers 5 und durch die Trennwände 10 gebildet
wird. Gegenüber dem Dampfraum 12 ist der Dampfraum 18 durch eine beiden Dampfräumen
12 und 18 gemeinsame Trennwand 19 abgetrennt, die auch auf der gegenüberliegenden
Seite eine Trennung zwischen der Wendekammer 13 und einer Wendekammer 20 des Wärmeübertragers
5 bewirkt.
Über diese Wendekammer 20 gelangt der Dampf D2 aus den
oberen waagerechten Kanälen des Wärmeübertragers 5 in den restlichen Teil der
waagerechten Kanäle, in denen der Dampf D2 kondensiert. Das Kondensat
K2 wird aus dem unterhalb des Dampfraumes 18 durch eine Trennwand 21
gebildeten Kondensatraum 22 mittels eines Kondensatstutzens 23 abgezogen. Ein derartiger
Kondensatstutzen 23 kann auch auf der gegenüberliegenden Seite an der Wendekammer
20 angeordnet sein.
Da die Trennwand 19 zusätzlich zu den oberen Trennwänden 24 und unteren
Trennwänden 25 im Bereich der Dampfräume 12 und 18 bzw. Wendekammern 13 und 20
angeordnet ist, erfolgt eine vollständige Trennung zwischen Dampf D1
und Dampf D2, so daß die Wärmeübertrager 4 und 5 unabhängig voneinander
beheizt werden können.
Bezugszeichenliste
- 1
- Gehäuse
- 2
- Brüdenaustritt
- 3
- Austritt
- 4
- Wärmeübertrager
- 5
- Wärmeübertrager
- 6
- Eintrittsstutzen
- 7
- Medienaufgabe
- 8
- Brüdenraum
- 9
- Brüdenkanal
- 10
- Trennwand
- 11
- Dampfstutzen
- 12
- Dampfraum
- 13
- Wendekammer
- 14
- Kondensatstutzen
- 15
- Kondensatraum
- 16
- Trennwand
- 17
- Dampfstutzen
- 18
- Dampfraum
- 19
- Trennwand
- 20
- Wendekammer
- 21
- Trennwand
- 22
- Kondensatraum
- 23
- Kondensatstutzen
- 24
- obere Trennwand
- 25
- untere Trennwand
- M
- Medium
- D1
- Dampf
- D2
- Dampf
- K1
- Kondensat
- K2
- Kondensat