Die Erfindung betrifft ein mit Stollen ausgerüstetes Hufeisen, wobei
die Stollen einen zylindrischen Zapfen aufweisen, über welchen sie mittels einer
Rastverbindung mit dem Hufeisen verbunden sind.
Bekanntlich werden Pferde in regelmäßigen Abständen mit Hufeisen beschlagen.
Bei Hufeisen für Pferde, die überwiegend auf weichem Boden laufen, sind zudem an
der Unterseite der Hufeisen Stollen vorgesehen, um den Pferden auch auf nicht ausreichende
Stabilität verleihenden Untergründen den notwendigen Halt zu gewährleisten. Gängigerweise
werden die Stollen über Schraubverbindungen mit den Hufeisen verbunden, was gleich
in mehrerer Hinsicht von Nahteil ist. So müssen sowohl die Hufe ein Innen- als auch
die Stollen ein Außengewinde aufweisen, um beide miteinander verschrauben zu können.
Gewöhnlich werden Hufe von Schmieden gefertigt und installiert, in den Zuständigkeitsbereich
des Schmieds fällt auch das Fixieren der Stollen. Für jeden einzelnen Stollen muss
der Schmied nicht nur spezielle Bohrungen fertigen, sondern diese auch noch mit
einem Gewinde ausstatten. Hinzu kommt, dass diese Arbeiten, zumal wenn es sich um
das Wiedereinsetzen eines Stollens in ein Hufeisen handelt, am Tier vorgenommen
werden müssen, was naturgemäß mit gesundheitlichen Gefahren für Mensch und Tier
verbunden ist. Ein weiterer Nachteil von Schraubverbindungen in diesem Bereich besteht
natürlich darin, dass es zu enormen Verschmutzungen kommen kann, die nicht nur die
Funktionsfähigkeit der Stollen beeinträchtigen, sondern beispielsweise auch das
Wechseln der Stollen unnötig erschweren oder gar unmöglich machen. Eine alternative
Verbindungsmöglichkeit besteht daher in einer Verrastung zwischen Hufeisen und Stollen,
wie Sie beispielsweise aus der DE 42 00 074
bekannt ist. Diese lehrt einen einsteckbaren Hufstollen mit selbsttätiger Haltevorrichtung
zur werkzeuglosen Befestigung an besonders dafür vorbereiteten Hufeisen, wobei der
letztgenannte Punkt mit ein Grund dafür ist, warum sich diese Technik bisher nicht
behaupten konnte. In den zylindrischen Zapfen ist ein durch eine Feder beaufschlagter
Rastbolzen eingelassen, welche in einer im Hufeisen besonders vorbereiteten Rastkerbe
einrastet. Zur Verwirklichung dieser Technik ist es also notwendig, eine spezielle
Rastkerbe im Hufeisen vorzusehen, in die der Rastbolzen einrasten kann. Dies wäre
selbst bei industrieller Herstellung der Hufeisen ein nicht zu vertretender Aufwand.
Unter den gegebenen Umständen, wonach der Schmied die Hufeisen fertigt, macht eine
solche Lösung sogar noch weniger Sinn.
Der vorliegenden Erfindung stellt sich damit die Aufgabe, einen über
eine Rastverbindung mit einem Hufeisen verbindbaren Stollen zu schaffen, der ohne
gesonderten Arbeitsaufwand am Hufeisen verrastet werden kann.
Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass die Rastverbindung durch zwei
Rastelemente aus Metall und ein zwischen diesen angeordnetes Federelement aus Gummi
gebildet ist, welche in einer im Wesentlichen senkrecht zur Längsachse des zylindrischen
Zapfens verlaufenden Querbohrung angeordnet sind.
Der Bolzen, genauer gesagt, der zylindrische Zapfen, mit dem dieser
in der dem Hufeisen zugeordneten Bohrung verrastet wird, weist eine Querbohrung
auf, an deren beiden Enden jeweils ein Rastelement angeordnet ist. Diese beiden
Rastelemente stehen leicht über den Umfang des zylindrischen Zapfens über. Zwischen
den Rastelementen ist ein Federelement aus Gummi angeordnet, so dass die beiden
Rastelemente gegen die Kraft des Federelementes sehr schwach nachgiebig gelagert
sind. Entsprechend schwer ist der Widerstand beim Einsetzen der Stollen in das Hufeisen
zu überwinden, was dazu führt, dass der sich beim Einschlagen selbst positionierende
Stollen ausreichend, auch dauerhaft sicher, in dem Hufeisen sitzt.
Um eine besonders geeignete Rastverbindung zwischen Stollen und Hufeisen
erreichen zu können, ist vorgesehen, dass die Rastelemente als Kugeln ausgebildet
sind. Kugeln sind besonders geeignet, da sie eine Art gleitendes Verrasten ermöglichen,
gleichzeitig bieten sie als gute Rastelemente aber einen ausreichend hohen Widerstand
gegen Herausziehen und lassen sich einfach in die Querbohrung einsetzen und fixieren.
Dabei wird in ein im Bereich seines zylindrischen Zapfens eine Querbohrung aufweisenden
Stollen zunächst das Federelement eingesetzt, woraufhin die Rastelemente auf die
Enden der Bohrung gesetzt und beispielsweise mit einem kurzen Hammerschlag in die
Querbohrung eingetrieben und dort fixiert werden.
Alternativ zur Ausbildung der Kugeln können die Rastelemente als Raststifte
ausgebildet sein. Es versteht sich, dass die aus der Querbohrung herausragenden
Enden der Raststifte entsprechend abgerundet ausgebildet sein sollten, um ein optimales
Verrasten zu ermöglichen.
In Abhängigkeit davon, ob Rastkugeln oder -stifte Einsatz finden,
kann das Federelement kürzer oder länger bemessen sein. Das Federelement sollte
in jedem Fall eine längliche Form aufweisen und den Raum in der Querbohrung zwischen
den beiden Rastelementen ausfüllen, um eine optimale und auch berechenbare Rastverbindung
gewährleisten zu können. In diesem Zusammenhang wird vorgeschlagen, dass das Federelement
aus Hartgummi hergestellt ist. Es wurde bereits angedeutet, dass die Nachgiebigkeit
in Bezug auf die Rastverbindung nur äußerst schwach zu sein braucht. Letztlich geht
es ja darum, den Bolzen mit einem oder wenigen Hammerschlägen oder einer vergleichbaren
handwerklichen Maßnahme in dem Hufeisen fixieren zu können, und zwar gegebenenfalls
auch dann, wenn dieses verschmutzt sein sollte. Dies wird mit der erfindungsgemäßen, sich
selbst positionierenden Verrastung erreicht.
Um wiederum eine optimale Positionierung der Rastelemente in der Querbohrung
zu gewährleisten, die ein Herausrutschen der Rastelemente aus der Bohrung verhindert,
ist vorgesehen, dass die Querbohrung an ihren Enden einen eine Rastverbindung zwischen
dem zylindrischen Zapfen und dem Hufeisen ermöglichenden verkleinerten Durchmesser
aufweist. Hierdurch wird verhindert, dass die Rastelemente aus der Querbohrung herausrutschen
können. Gegen einen geringen Widerstand werden die Rastelemente in die Querbohrung
eingeschlagen, weswegen die Querbohrung zumindest an ihren äußeren Enden einen gegenüber
dem Rastelement leicht verkleinerten Durchmesser aufweisen sollte.
Eine Möglichkeit dazu besteht darin, dass die Querbohrung an ihren
Enden konusartig ausgebildet ist, wobei sie sich nach außen verjüngt. Dabei gilt
es diesen Widerstand beim Einschlagen des Rastelementes zu überwinden, bis das Rastelement
an einem Ende am Konus anliegt und an seinem anderen Ende gegen das in der Querbohrung
angeordnete Federelement aus Gummi gelagert ist.
Ergänzend hierzu ist vorgesehen, dass das Hufeisen Bohrungen aufweist,
welche mit Versenkungen versehen sind. Hierin erschöpfen sich im Grunde die Arbeiten,
welche der Schmied vor Ort verrichten muss. Eine weitergehende Bearbeitung des Hufeisens
bzw. der darin vorgesehenen Bohrungen ist nicht notwendig. Lediglich in Einzelfällen
ist es denkbar, dass als ergänzende Maßnahme im Inneren der Bohrung Ausnehmungen
vorgesehen sind, gegenüber welchen die Rastelemente auf noch geeignetere Weise verrasten
können.
Die Erfindung betrifft außerdem einen Stollen für ein Hufeisen, wobei
der Stollen einen zylindrischen Zapfen aufweist, welcher in in dem Hufeisen vorgesehenen
Bohrungen verrastbar ist. Dieser Stollen zeichnet sich dadurch aus, dass der zylindrische
Zapfen eine im Wesentlichen senkrecht zu seiner Längsachse verlaufende Querbohrung
aufweist, in welcher zwei Rastelemente aus Metall mit einem zwischen diesen vorgesehenen
Federelement aus Gummi angeordnet ist.
Ein solcher Stollen kann in ein Hufeisen eingesetzt werden, ohne dass
hierfür an Letzterem gesonderte Vorbereitungsmaßnahmen notwendig wären. In die in
dem zylindrischen Zapfen des Bolzens vorgesehene Querbohrung wird einfach ein Federelement
aus Hartgummi eingesetzt, gegenüber welchem an den beiderseitigen Enden der Querbohrung
jeweils ein Rastelement in Form einer Kugel oder eines Stiftes fixiert wird. Ein
Herausrutschen der Rastelemente aus der Querbohrung wird verhindert, da der Durchmesser
der Bohrung an den äußeren Enden leicht verkleinert ist. Der diesbezügliche Widerstand
kann aber leicht überwunden werden, wenn die Rastelemente gegen die Kraft des Federelementes
in die Bohrung eingeschlagen werden. Die Stollen können vorgefertigt oder auch vom
Schmied vor Ort hergestellt werden, was ein weiterer Vorteil der Erfindung ist.
Beim Ausrüsten der Hufeisen mit Stollen kann der Schmied diese gegen den Widerstand
der beiden Rastelemente an den Enden der Querbohrung in die Bohrungen des Hufeisens
einschlagen. Hierzu ist vorgesehen, dass das Federelement relativ hart eingestellt
ist, dass also das Federelement nur schwach nachgiebig ist, damit letztlich eine
gute Rastverbindung gewährleistet ist, die verhindert, dass sich die Stollen auch
bei noch so hoher Belastung vorzeitig aus den Bohrungen des Hufeisens lösen könnten.
Die Erfindung zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass ein Hufeisen
und ein Stollen dafür geschaffen sind, mit denen eine besonders stabile und zugleich
unempfindliche Verbindung zwischen Stollen und Hufeisen geschaffen ist. Diese kann
nicht nur hohen Belastungen standhalten, sondern ist auch bei verschmutzten Hufeisen
sicher. Es handelt sich nämlich bei der Rastverbindung um eine besonders gut abgestimmte
Verbindung mit zwei gegen die Kraft einer Gummifeder gelagerten Rastelementen in
einer Querbohrung des zylindrischen Zapfens des Bolzens, die nur schwach nachgiebig
ausgebildet ist und die vor Ort von einem Hufschmied ausgeführt werden kann, ohne
dass gesonderte Arbeiten an dem Hufeisen selbst nötig würden.
Weitere Einzelheiten und Vorteile des Erfindungsgegenstandes ergeben
sich aus der nachfolgenden Beschreibung der zugehörigen Zeichnung, in der ein bevorzugtes
Ausführungsbeispiel mit den dazu notwendigen Einzelheiten und Einzelteilen dargestellt
ist. Es zeigen:
1 ein Hufeisen in Draufsicht,
2 einen Stollen in Seitenansicht und
3 einen Stollen in einer teilweise geschnittenen
Frontansicht.
1 zeigt ein Hufeisen 1 mit insgesamt
vier Bohrungen zur Aufnahme von Stollen 2, 3. Beispielhaft sind
hier zwei Stollen 2, 3 in die verdeckten Bohrungen eingesetzt.
Hierbei kann es sich sowohl um Stollen handeln, welche mit dem Stollenkopf
16 auf dem Hufeisen 1 aufsitzen oder in die Bohrung versenkt werden.
Der Stollen ist an seinem äußeren Ende mit einem länglichen Stollensteg
17 ausgerüstet, welcher den eigentlichen Halt auf instabilem Erdreich vermittelt.
Die beiden Bohrungen 14 und 18 sind hingegen ohne eingesetzten
Stollen abgebildet, wobei zu erkennen ist, dass die Bohrungen 14 und
18 Versenkungen 15 bzw. 19 aufweisen. Das Hufeisen
1 weist ansonsten keinerlei bauliche Veränderungen auf, die die Rastwirkung
begünstigen würden und die als gesonderte Arbeiten an diesem Hufeisen
1 durchgeführt werden müssten. Solche Maßnahmen könnten nur gegebenenfalls
zweckmäßig sein, wenn beispielsweise gesonderte Ausnehmungen, Riefelungen oder Kerbungen
an dem Hufeisen auszubilden sind, um eine noch weitergehende Verrastung ermöglichen
zu können.
2 zeigt den Stollen 2, bestehend
aus dem Stollensteg 17, dem Stollenkopf 16 und
dem zylindrischen Zapfen 4. Letzterer weist in seiner hier verdeckten Querbohrung
ein als Kugel 10 ausgebildetes Rastelement 8 auf. Die Querbohrung
ist hier senkrecht zur Längsachse 7 des zylindrischen Stiftes
4 angeordnet. Die Kugel 8 ragt soweit aus der Querbohrung heraus,
wie es für die optimale Verrastung gegenüber dem Hufeisen zweckmäßig ist.
In 3 ist dieser Stollen 2 in
Frontansicht dargestellt, wobei der zylindrische Zapfen 4 teilweise geschnitten
dargestellt ist. An den beiden konusartig ausgebildeten Enden 12,
13 der Querbohrung 5 sind jeweils als Kugeln 10,
11 ausgebildete Rastelemente 8, 9 angeordnet, die den
Außenumfang des Zapfens 4 leicht überragen, um eine Rastverbindung beim
Einsetzen in das Hufeisen herstellen zu können. Die Rastelemente 8,
9 sind in der Querbohrung 5 gegen die Kraft des länglichen Federelementes
6 gelagert und entsprechend schwach nachgiebig angeordnet. Beim Einsetzen
des Zapfens 4 in eine Bohrung des Hufeisens werden die Rastelemente
8, 9 somit gegen die Kraft des Federelementes 6 zusammengedrückt
und bilden dann aufgrund der Federwirkung im einsetzten Zustand eine optimale Rastverbindung,
die praktisch nur gelöst werden kann, wenn dies auch beabsichtigt ist.
Alle genannten Merkmale, auch die den Zeichnungen allein zu entnehmenden,
werden allein und in Kombination als erfindungswesentlich angesehen.