A) Stand der Technik
Die meisten im Handel erhältlichen Mondkalender gliedern sich nach
den Monaten des gregorianischen Kalenders und enthalten als Zusatzinformation die
Mondphase. Es gibt im wesentlichen in zwei Ausführungen:
- 1) normaler, nach Monaten oder Wochen gegliederter gregorianischer Kalender
mit zusätzlicher Information über den Stand des Mondes und eventuell seiner Wirkung,
- 2) tabellarische Jahresübersicht nach Monaten und Tagen mit einer Abbildung
der Mondphase für jeden Tag des Jahres.
Des weiteren gibt es Mondkalender, die nach Tierkreiszeichen in denen
der Mond steht und Mondphasen gegliedert sind. Ein Kalenderblatt enthält dabei z.B.
alle Tage, in denen der Mond im Widder steht und an denen die Mondphase zunehmend
ist. Da sich der Mond nur 2 – 3 Tage innerhalb eines Tierkreiszeichens befindet,
muss man alle 2 – 3 Tage vor- oder zurückblättern.
Eine weitere Form eines Mondkalenders stellt das Gebrauchsmuster DE29802577U1
dar. Hier kann der Benutzer die Mondphase einstellen, die Mondphase selbst geht
jedoch nicht aus dieser Erfindung hervor. Der Benutzer muss die aktuelle Mondphase
zunächst in einem anderen Kalenderwerk nachschlagen.
Als eine Art mechanischen, zyklischen Mondkalender kann man Uhren
auffassen, die sowohl eine Datumsanzeige als auch eine Anzeige der Mondphase besitzen
( z. B. DE 2944747A1). Die Anzeige der Mondphase geschieht dort in einem zentralen
Fenster. Solche mechanischen Uhren gehen von einer konstanten Mondbewegung aus.
Der Zeitraum von Neumond bis Vollmond wird mit näherungsweise 14,77 Tagen angezeigt.
Das ist der langjährige Durchschnitt dieses Zeitraumes. Von Monat zu Monat schwankt
aber der Zeitraum von Neumond bis Vollmond im Bereich von 13,5–16 Tagen (z.B.
im Jahr 1982). Diese Schwankungen, die ihre Ursache in der etwas elliptischen Bahn
des Mondes um die Erde haben, werden von mechanischen Uhren nicht angezeigt, Es
kommt also zu Fehlanzeigen von bis zu einem Tag. Auch in Patent DE 3918647C2 ist
die Mondphasenanzeige durch ein festes Zahnradverhältnis (57, 59) gelöst. Schwankungen
des Zeitraumes von Neumond zu Vollmond werden nicht dargestellt. Es sei hier daraufhingewiesen,
dass die Schwankungen des Zeitraumes von Neumond bis Neumond viel geringer sind.
Ein Mondzyklus dauert also relativ konstant 29,53 Tage.
B) Problem
Mondkalender teilen die Zeit nach den Mondphasen ein. Der bei uns
übliche gregorianische Kalender richtet sich nach dem Sonnenjahr. Die Mondphasen
werden vom gregorianischen Kalender nicht berücksichtigt. Ein Problem liegt also
darin, einen Kalender, der nach dem Hauptzyklus der Mondphasen gegliedert ist, mit
dem gregorianischen Kalender zu kombinieren.
Der Mond bewegt sich auf einer kreisähnlichen (leicht elliptischen)
Bahn um die Erde. Entsprechend dieser Bewegung sollte ein Mondkalender radiärsymmetrisch
aufgebaut sein: der Winkel von Neumond über Vollmond zu Neumond sollte 360 Grad
entsprechen.
Der Zeitraum von Neumond bis Vollmond sowie der Zeitraum von Vollmond
bis Neumond ist von Monat zu Monat unterschiedlich lang. Von einem Mondkalender
ist eine exakte Darstellung dieses Zeitraumes zu erwarten.
C) Lösung
Zyklische Ereignisse, wie der Wechsel der Mondphasen, lassen sich
auf radiärsymmetrischen Skalen abbilden. Für die zyklische Darstellung der Mondphasen
eines Jahres werden im vorliegenden Gebrauchsmuster die beiden Kalenderzyklen –
Mondphasen und Monate – miteinander kombiniert, so dass nun der aktuelle Tag
des Monats (gregorianischer Kalender) direkt auf die Mondphase verweist. Das ist
mittels einer äußeren Skala M (vgl. Zeichnung) und einer inneren Skala G realisiert.
Auf beiden Skalen ist die Stellung des Mondes relativ zur Achse Sonne/Erde abgebildet
(synodische Darstellung). Die Skalen unterscheiden sich jedoch in Ihrer Einteilung:
- Skala M: Der Hauptzyklus der Mondphasen befindet sich auf der äußeren Skala.
Hier sind die Winkel vom Mond zur Achse Sonne/Erde während bestimmter Mondphasen
dargestellt: Neumond = 0 Grad, Vollmond = 180 Grad.
- Skala G: Der Zyklus der Monate ist auf der inneren Skala abgebildet. Dargestellt
ist für jeden Tageswechsel (Mitternacht) des gregorianischen Kalenders der Winkel,
in dem sich der Mond zur Achse Sonne/Erde befindet. Diese Skala hat also eine Tageseinteilung,
wobei sich bei genauer Berechnung der täglichen Position des Mondes für jeden Tageswechsel
des Jahres ein anderer Winkel ergibt. Auf dieser Skala wird die Transformation zu
den Zeiträumen hergestellt: die Winkelveränderung des Mondes (synodisch) von Tag
zu Tag. Nach dem Durchlaufen eines Mondzyklus kommt es zu Überschneidungen der Winkel
(vgl. Zeichnung., 1ter und 31ter Januar). Die Tageswechselwinkel sind für jeden
Monat auf ein Blatt aufgetragen. Deshalb gibt es für jeden Monat des Jahres ein
eigenes Kalenderblatt, dass winkeltreu zur der äußeren Skala M der Mondphasen angebracht
ist.
D) Erreichte Vorteile
Mit Hilfe zweier radiärsymmetrischer Skalen, die aufeinander verweisen,
ist es gelungen, den nach dem Jahresgang der Sonne ausgerichteten gregorianischen
Kalender auf den Zyklus der Mondphasen zu beziehen. Dabei ist der Zyklus der Mondphasen
als Kreis abgebildet. Dadurch ist der Kalender sehr anschaulich.
Die Monate des gregorianischen Kalenders sind, wie üblich, auf abreißbaren
Kalenderblättern aufgetragen. Das gewohnte monatliche Abreißen eines Kalenderblattes
bleibt erhalten.
Es wurde erreicht, dass die Schwankungen des Zeitraumes von Neumond
bis Vollmond sowie des Zeitraumes von Vollmond bis Neumond exakt abgebildet sind.
E) Weitere Ausgestaltung
In dem zyklischen Mondkalender ist ein drehbarer Tageszeiger aus Papier
in einer Weise installiert, wie es in dem US-Patent 3,103,080 von 1963 erwähnt ist.
Darüber hinaus wird der Stand des Mondes im Himmelsäquator dargestellt. Üblicherweise
wird der Himmelsäquator in Tierkreiszeichen mit je 30 Grad eingeteilt. Diese Einteilung
ist, synodisch transformiert mit 27,76 Grad, in den Mondkalender übernommen.
F) Ausführungsbeispiel
Auf einer festen Pappe P ist im äußeren Bereich die Skala der Mondphasen
M aufgetragen. Der Neumond ist unten dargestellt, der Vollmond oben. Auf die Pappe
ist ein Block mit 12 abreißbaren Kalenderblättern K aufgeklebt. Auf jedem dieser
Kalenderblätter befindet sich eine Skala G mit einzelnen Tageswechselwinkeln T der
Mondstellung relativ zur Achse Sonne/Erde. Die Winkeldifferenz zwischen zwei Tageswechseln
bezeichnet also den Winkel, den der Mond innerhalb des Tages relativ zur Achse Sonne/Erde
zurücklegt. Die Tage sind auf dem Kalenderblatt jeweils mit Datum und Wochentag
des gregorianischen Kalenders bezeichnet. Die Kalenderblätter besitzen in der Mitte
einen kreisrunden Ausschnitt A. In der Pappe P ist ein Zeiger Z drehbar gelagert.
Das Einstellen des Zeigers auf das aktuelle Datum muss per Hand durchgeführt werden.