Die vorliegende Erfindung betrifft Schleifwerkzeuge zum Präzisionsschleifen.
Insbesondere betrifft sie keramisch gebundene Schleifwerkzeuge, die mit einer Schmiermittelkomponente
imprägniert sind, um die Schleifleistung, insbesondere bei Trockenschleifverfahren,
zu verbessern.
Durch Präzisionsschleifvorgänge wird Metall von einem Artikel mit
einer moderat hohen Rate zur Erlangung eines präzis geformten Fertigerzeugnisses
mit einer bestimmten Größe und Oberflächenqualität entfernt. Zu typischen Beispielen
des Präzisionsschleifens zählen die Fertigbearbeitung von Lagerkomponenten und die
spanabhebende Bearbeitung von Motorteilen mit feinen Toleranzen. Kühlmittel und
Schmiermittel werden häufig verwendet, um die Effizienz des Präzisionsschleifens
von Metallteilen zu verbessern.
Ein „Nass"-Verfahren der Kühlung und Schmierung umfasst ein
kontinuierliches Baden der Schleifzone während des Schneidens mit großen Mengen
von Niedrigtemperatur-, frischer oder rezirkulierender Flüssigkeit. Typischerweise
handelt es sich bei der Flüssigkeit um eine wässrige Zusammensetzung mit kleineren
Konzentrationen von Prozesshilfsmitteln. Die Flüssigkeit senkt die Schleifzonentemperatur,
um das Werkzeug und das Werkstück vor thermischer Degradation zu schützen. Außerdem
spült sie das Werkzeug, um Schleifabfall zu entfernen, welcher das Schleifmittel
sonst abstumpfen könnte, falls dadurch Lücken zwischen Schleifpartikeln gefüllt
werden könnten, oder auf die Partikeloberflächen aufgeschweißt werden könnte.
Nassschleifen weist zahlreiche Nachteile auf. Um einige davon zu nennen:
Die Durchführung des Verfahrens ist unsauber; die Flüssigkeit muss zur Wiederverwendung
rückgewonnen oder auf umweltverträgliche Weise entsorgt werden; die Gegenwart von
Prozesshilfsmitteln trägt zur Schwierigkeit der Rückgewinnung bei und steigert die
Betriebskosten; die wässrige Flüssigkeit kann Teile der Schleifmaschineneinrichtung
korrodieren; und es ist unangenehm, in einer sehr kalten Umgebung mit der Flüssigkeit
zu arbeiten.
Präzisionsschleifen ist auch durch ein „Trocken"-Verfahren
erreichbar. Es wird kein spülender Flüssigkeitsfluss extern auf die Schleifzone
angewendet. Zum Trockenschleifen thermisch empfindlicher oder schwer zu schleifender
Metalle, wie beispielsweise rostfreien Stahls, ist es nach wie vor wünschenswert,
die Schleifzone zu schmieren. Zur Erreichung dieser Schmierung wurde Schmiermittel
herkömmlicherweise zur lokalen Schleifstelle durch periodische Anwendung von festem
Schmiermittel auf die Fläche des Schleifwerkzeugs oder durch Füllen der Poren eines
geeigneten Schleifmittels wie beispielsweise jenen in glasartigen Schleifwerkzeugen
mit ausgewählten Additiven zugeführt. Chemikalien wie beispielsweise Schwefel und
andere Schmierfüllstoffe wurden verwendet. Diese Additive verringern die Beladung
und ein Zusetzen des Schleifmittels, machen das Werkzeug in höherem Maße freischneidend
und reduzieren Brandvorkommnisse. Die Zusätze werden dem Schleifmittel gewöhnlich
nach dem Brennen der Bindung zugegeben, um eine thermische Degradation der Zusätze
zu verhindern und eine zweckmäßige Bildung des Schleifmittels bei der Werkzeugfertigung
zu ermöglichen.
Trockenschleifen stellt das vorteilhafte Merkmal, dass sehr wenig
Schmiermittel verbraucht wird, bereit, da das Schmiermittel direkt in der Schleifzone
abgelagert wird.
Außerdem muss das Schmiermittel nicht wasserlöslich sein, da es der
Schleifzone nicht im Kühlwasser zugeführt wird. Leider werden Additive, die in die
Poren gegeben werden, insbesondere niedrigviskose Flüssigkeiten, nicht über längere
Zeitdauer in dem Schleifwerkzeug gehalten. Sie neigen dazu, sich nach langen Standzeiten
ungleichmäßig in der Scheibe zu verteilen, und über die Zeit hinweg können sie teilweise
oder vollständig aus der Scheibe heraussickern. Bei der wichtigen Anwendung von
Trockenpräzisionsschleifen unter Verwendung von Schleifscheiben, welche bei hoher
Geschwindigkeit betrieben werden, neigt die Zentrifugalkraft dazu, in den Poren
vorhandene niedrigviskose flüssige Additive auszustoßen. Die ausgestoßenen Additive
verteilen sich auf den Arbeitsbereich und führen zu einer Erschöpfung der Menge
an Additiven, welche an der Schleifstelle zur Unterstützung des Schleifens vorhanden
sind. Es ist wünschenswert, glasartige Bindung aufweisende Schleifscheiben bereitzustellen,
welche mit einheitlich verteilten Konzentrationen von vorwiegend niedrigviskosen
Schmiermitteln beladen sind, und welche solche Schmiermittel über die gesamte Lebensdauer
des Schleifmittels hinweg der Schleifstelle zuführen können.
Verschiedene Materialen wurden als Additive für poröse Schleifwerkzeuge
zur Verbesserung der Schleifleistung vorgeschlagen. Paraffinwachs ist ein Beispiel
eines derartigen Materials. Siehe zum Beispiel US-A-1,325,503 an Katzenstein. Paraffinwachs
wird bei einer relativ niedrigen Temperatur klebrig und neigt dazu, eine Beladung
der Fläche der Schleifscheibe zu bewirken, was eine unerwünschte Eigenschaft bei
Präzisionsschleifverfahren darstellt. In A. Kobayashi, et al, Annals of the C.I.R.P.,
Band XIII, Seiten 425–432, 1966, wurde ein Stearinsäurematerial erwähnt, welches
Paraffinwachs überlegen ist.
US-A-4,190,986 an Kunimasa lehrt eine Verbesserung bezüglich der Schleifeffizienz
und eine Reduzierung bezüglich des Werkzeugsbrands, die durch die Zugabe einer erhitzten
Mischung höherer aliphatischer Säuren und höherer Alkohole zu den Poren harzgebundener
Schleifsteine erreichbar sind. Das Patent offenbart, dass, im Gegensatz zu harzgebundenen
Werkzeugen, keramisch gebundene Werkzeuge keine Verbesserung der Schleifeffizienz
zeigen. Es wird berichtet, dass bei keramisch gebundenen Werkzeugen das Additiv
nur als Schmiermittel dient und den Beobachtungen zufolge die Schleifeffizienz nicht
verbesserte.
US-A-3,502,453 an Baratto offenbart harzgebundene Schleifwerkzeuge
mit hohlen Kügelchen, welche mit Schmiermittel gefüllt sind, beispielsweise SAE
20-Öl, eingeschlossen in eine Harnstoff-Formaldehyd-Kapsel. Graphit wird in den
harzgebundenen Superschleifwerkzeugen verwendet, die in US-A-3,664,819 an Sioui
offenbart sind. Graphit verbessert die Schleifeffizienz und schmiert das Werkstück
bei Trockenschleifvorgängen.
US-A-4,239,501 an Wirth lehrt die Anwendung auf die Schneidoberfläche
eines Schneidwerkzeugs von einer Kombination aus Natriumnitrit und einem Wachs,
wie beispielsweise Paraffin, Cerate und Stearinsäure oder mikrokristallinen Wachsen.
Schwefel ist als exzellentes Schmiermittel zum Präzisionsschleifen
von Metallteilen geeignet. In M. A. Younis, et al, Transactions of the CSME, Band
9, Nr. 1, Seiten 39– 44, 1985 wurde Schwefel gegenüber Wachsen und Lacken
als Schleifhilfsmittel imprägniert in Schleifwerkzeuge als überlegen bezeichnet.
Vorherige Versuche zur Verwendung schwefelbeladener Werkzeuge, insbesondere Schleifscheiben
mit hoher Rotationsgeschwindigkeit, erwiesen sich jedoch als problematisch. Auf
Grund der Verbrennung bei den Schleiftemperaturen werden Schwefel enthaltende Schleifwerkzeuge
nur in Nassschleifverfahren verwendet. Oftmals neigt die Zentrifugalkraft nach nur
kurzem Betrieb zur Wiederverteilung von Schwefel innerhalb einer Schleifscheibe.
Da Schwefel eine relativ hohe Dichte aufweist, kann die Scheibe unausgeglichen werden,
zu rattern beginnen und zum Präzisionsschleifen unbrauchbar werden.
Schwefelbehandelte Schneidöle wurden als Alternative zu mit Schwefel
imprägnierten Schleifscheiben verwendet, um Ausgleichsprobleme zu verhindern, doch
die Öle weisen im Allgemeinen eine niedrige Viskosität auf. Daher leiden mit derartigen
Ölen beladene Schleifscheiben unter den oben ausgeführten Nachteilen.
Nassschleifen stellt die bevorzugte Art und Weise des Präzisionsschleifens
bei hoher Geschwindigkeit beim Einsatz von Prozesshilfsmitteln auf Schwefelbasis
dar. Der Schwefel wird normalerweise in Form eines wasserlöslichen oder -dispergierbaren,
niedrigviskosen Metallschneidöls, welches mit dem Kühlmittel vermischt wird, verwendet.
Dies stellt eine ineffiziente Verwendung des Schwefels dar, da eine übermäßige Menge
an schwefelbehandeltem Öl dem großen Volumen an flüssigem Kühlmittel zugegeben werden
muss. Außerdem verschmutzt Schwefel die Umwelt, und gebrauchtes Kühlmittel muss
behandelt werden, um schwefelbehandelte Materialien vor der Entsorgung zu entfernen.
Somit war keines der Schleifadditive des Standes der Technik vollständig
zufriedenstellend für die Verwendung in keramisch gebundenen Schleifwerkzeugen für
Präzisionsschleifvorgänge, insbesondere daher, weil die Wirkungen von Schwefel und
anderen aktiven Schleifhilfsmitteln auf die Umwelt immer schwieriger zu handhaben
sind.
Der Bedarf an verbesserten Schleifhilfsmitteln für Präzisionsschleifvorgänge
erlangte mit Einführung der gesinterten Sol-Gel-Aluminiumoxid-Schleifkörner während
der 80er Jahre sogar noch eine höhere Wichtigkeit. Schleifwerkzeuge mit beimpftem
oder unbeimpftem gesinterten Sol-Gel-Aluminiumoxid-Schleifkorn, auch als mikrokristallines
alpha-Aluminiumoxid-(MCA)-Schleifkorn bezeichnet, stellen bekannterweise eine überlegene
Schleifleistung auf einer Vielzahl von Materialien bereit. Die Herstellung, die
Eigenschaften und die Leistung dieser MCA-Körner bei verschiedenen Anwendungen werden
zum Beispiel in den Patenten Nr. U.S.-A-4,623,364, U.S-A-4,314,827, U.S.-A-4,744,802,
US-A-4,898,597 und US-A-4,543,107 beschrieben.
Die MCA-Korn-Morphologie ist darauf ausgerichtet, eine Mikrofraktur
der Kornpartikel während des Schleifens zu bewirken. Die Mikrofrakturfähigkeit verlängert
die Lebensdauer des Schleifkorns, indem an Stelle der Entfernung eines ganzen Partikels
bei jedem Partikel jedes Mal ein Teil abgenützt wird. Außerdem werden dadurch frische
Schleifoberflächen freigelegt, was tatsächlich zu einer Selbstschärfung des Schleifmittels
während des Schleifens führt. Auf Grund seiner ausgezeichneten Schärfe relativ zu
anderen Schleifkörnern ist das MCA-Korn durch die Fähigkeit gekennzeichnet, mit
einer minimalen Menge von Schleifenergie bei Verwendung für Trockenschleifverfahren
unter Einsatz eines keramisch gebundenen Werkzeugs zu schneiden. Die zur Initiierung
von Trockenschleifen mit MCA-Korn benötigte Schwellenleistung liegt im Wesentlichen
bei Null. Bei Nassschleifbedingungen unter Verwendung eines Kühlmittels auf Wasserbasis
zeigt das MCA-Korn keine so gute Leistung in Bezug auf die Menge an Leistung, welche
zur Initiierung notwendig ist. Da viele Präzisionsschleifvorgänge Trockenschleifverfahren,
selbst mit MCA-Korn, nicht akzeptieren können, war es notwendig, eine Schmiermittelkomponente
zu entwickeln, die als Kühlmittel und Schleifhilfsmittel für keramisch gebundene
Schleifwerkzeuge mit MCA-Korn wirksam ist. Die Schleifmittelkomponente der Erfindung
ist mit MCA-Körnern in sowohl Nass- als auch Trockenschleifverfahren wirksam.
Die vorliegende Erfindung betrifft einen Schleifartikel zum Präzisionsschleifen,
umfassend 3 bis 25 Volumen-% glasartige Bindung, 3 bis 56 Volumen-% MCA-Schleifkorn
und 28 bis 68 Volumen-% Poren, wobei im Wesentlichen die gesamte offene Porosität
in dem Schleifartikel mit einer Schmiermittelkomponente imprägniert wurde, die aus
einer einheitlichen Mischung aus Öl und Wachs mit einem Öl : Wachs-Gewichts-Verhältnis
von etwa 3 : 1 bis etwa 1 : 4 besteht.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung umfasst
der Schleifartikel zum Präzisionsschleifen 3 bis 25 Volumen-% glasartige Bindung
3 bis 56 Volumen-% MCA-Schleifkorn und 28 bis 63 Volumen-% offene
Porosität, wobei im Wesentlichen die gesamte offene Porosität in dem Schleifartikel
mit einer Schmiermittelkomponente imprägniert wurde, die aus einer einheitlichen
Mischung aus Öl und Wachs mit einem Öl : Wachs-Gewichts-Verhältnis von etwa 3 :
1 bis etwa 1 : 4 besteht.
Die Schleifartikel zum Präzisionsschleifen werden durch ein Verfahren
hergestellt, welches folgende Schritte umfasst:
(a) Mischen von etwa 20–75 Gewicht-% Öl und 25–80 Gewicht-% Wachs
bei einer Temperatur oberhalb des Erweichungspunktes des Wachses, um eine einheitlich
vermischte Schmiermittelkomponente zu bilden;
(b) Bereitstellen eines Schleifartikels umfassend etwa 3 bis 25 Volumen-% glasartige
Bindung, 3 bis 56 Volumen-% MCA-Korn und 28 bis 68 Volumen-% Poren;
(c) Erhitzen der Schmiermittelkomponente auf eine Temperatur, bei der die Schmiermittelkomponente
in einem flüssigen Zustand ist, und Halten der Schmiermittelkomponente in einem
flüssigen Zustand;
(d) Erhitzen des Schleifartikels auf eine Temperatur, die 20 bis 30°C oberhalb
der Temperatur der Schmiermittelkomponente liegt;
(e) In-Kontakt-Bringen des Schleifartikels mit der flüssigen Schmiermittelkomponente,
ohne dabei den Schleifartikel in der flüssigen Schmiermittelkomponente unterzutauchen;
(f) Drehen des Schleifartikels mit einer Geschwindigkeit, bei der die Mitführung
von Gas vermieden wird, wobei der Kontakt mit der Schmiermittelkomponente aufrechterhalten
wird, um so den Schleifartikel einheitlich mit Schmiermittelkomponente zu imprägnieren;
(g) Entfernen des Schleifartikels aus dem Kontakt mit der Schmiermittelkomponente,
nachdem der Schleifartikel eine ausreichende Menge der Schmiermittelkomponente absorbiert
hat, um im Wesentlichen alle offenen Poren zu füllen; und
(h) Fortsetzen des Drehens des Schleifartikels, während der Schleifartikel abgekühlt
wird, um die imprägnierte flüssige Schmiermittelkomponente in den Poren einheitlich
erstarren zu lassen.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung umfasst
das Verfahren zur Herstellung eines Schleifartikels zum Präzisionsschleifen folgende
Schritte:
(a) Mischen von etwa 20–75 Gewicht-% Öl und 25–80 Gewicht-% Wachs
bei einer Temperatur oberhalb des Erweichungspunktes des Wachses, um eine einheitlich
vermischte Schmiermittelkomponente zu bilden;
(b) Bereitstellen eines Schleifartikels umfassend etwa 3 bis 25 Volumen-% glasartige
Bindung, 3 bis 56 Volumen-% MCA-Korn und 28 bis 63 Volumen-% offene Poren;
(c) Erhitzen der Schmiermittelkomponente auf eine Temperatur, bei der die Schmiermittelkomponente
in einem flüssigen Zustand ist, und Halten der Schmiermittelkomponente in dem flüssigen
Zustand;
(d) Erhitzen des Schleifartikels auf eine Temperatur, die 20 bis 30°C oberhalb
der Temperatur der Schmiermittelkomponente liegt;
(e) In-Kontakt-Bringen des Schleifartikels mit der flüssigen Schmiermittelkomponente,
ohne dabei den Schleifartikel in der flüssigen Schmiermittelkomponente unterzutauchen;
(f) Drehen des Schleifartikels mit einer Geschwindigkeit, bei der die Mitführung
von Gas vermieden wird, wobei der Kontakt mit der flüssigen Schmiermittelkomponente
aufrechterhalten wird, um so den Schleifartikel einheitlich mit Schmiermittelkomponente
zu imprägnieren;
(g) Entfernen des Schleifartikels aus dem Kontakt mit der Schmiermittelkomponente,
nachdem der Schleifartikel eine ausreichende Menge der Schmiermittelkomponente absorbiert
hat, um im Wesentlichen alle offenen Poren zu füllen; und
(h) Fortsetzen des Drehens des Schleifartikels während der Schleifartikel abgekühlt
wird, um die imprägnierte flüssige Schmiermittelkomponente in den Poren einheitlich
erstarren zu lassen.
Zusätzlich stellt die Erfindung ein Verfahren zum Präzisionsschleifen
bereit, umfassend die Schritte:
(a) Bereitstellen eines Schleifartikels umfassend 3 bis 25 Volumen-% glasartige
Bindung, 3 bis 56 Volumen-% MCA-Schleifkorn und 28 bis 68 Volumen-% offene Porosität,
vorzugsweise 28 bis 63 Volumen-% offene Porosität, wobei im Wesentlichen die gesamte
offene Porosität mit einer Schmiermittelkomponente imprägniert wurde, die aus einer
einheitlichen Mischung aus im Wesentlichen etwa 20–75 Gewicht-% Öl und 25–80
Gewicht-% Wachs besteht; und wobei das Öl etwa 10 bis 40 Gewicht-% eines schwefelbehandelten
Scheidöl-Additivs enthält, und,
(b) während kontinuierlich eine Oberfläche eines Metallwerkstücks in einem schwefelfreien,
flüssigen Kühlmittel gebadet wird, Positionieren des Schleifartikels in Bewegungsschleifkontakt
mit dem Werkstück, bis die Oberfläche eine Präzisionsschliffoberflächengüte erlangt.
Ebenso wird ein Verfahren zum Trockenpräzisionsschleifen bereitgestellt,
enthaltend die Schritte:
(a) Bereitstellen eines Schleifartikels, umfassend 3 bis 25 Volumen-% glasartige
Bindung, 3 bis 56 Volumen-% MCA-Schleifkorn und 28 bis 68 Volumen-%
Poren, wobei im Wesentlichen die gesamte offene Porosität in dem Schleifartikel
mit einer wirksamen Menge einer Schmiermittelkomponente imprägniert wurde, die aus
einer Öl/Wachs-Mischung mit einem Öl : Wachs-Gewichtsverhältnis von etwa 3 : 1 bis
etwa 1 : 4 besteht;
(b) Positionieren des Schleifartikels in Bewegungsschleifkontakt mit einem trockenem
Werkstück, bis die Oberfläche eine Präzisionsschliffoberflächengüte aufweist; wodurch
die Oberfläche des Werkstücks im Wesentlichen frei von thermischer Schädigung ist.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung enthält
das Verfahren zum Trockenpräzisionsschleifen die Schritte:
(a) Bereitstellen eines Schleifartikels, umfassend 3 bis 25 Volumen-% glasartige
Bindung, 3 bis 56 Volumen-% MCA-Schleifkorn und 28 bis 63 Volumen-% offene Porosität,
wobei im Wesentlichen die gesamte offene Porosität in dem Schleifartikel mit einer
wirksamen Menge einer Schmiermittelkomponente imprägniert wurde, die aus einer einheitlichen
Öl/Wachs-Mischung mit einem Öl:Wachs-Gewichtsverhältnis von etwa 3 : 1 bis etwa
1 : 4 besteht;
(b) Positionieren des Schleifartikels in Bewegungsschleifkontakt mit einem trockenem
Werkstück, bis die Oberfläche eine Präzisionsschliffoberflächengüte aufweist;
wodurch die Oberfläche des Werkstücks im Wesentlichen frei von thermischer Schädigung
ist.
Die Schleifartikel der Erfindung umfassen glasartige Bindung aufweisende
Schleifwerkzeuge. Jegliches glasartige Bindung aufweisende Schleifwerkzeug mit 28
bis 68 Volumen-% Porosität, das durch Brennen von Schleifkorn in einer glasartigen
Bindungsmatrix bei erhöhten Temperaturen gebildet werden kann, ist geeignet. Die
gebrannte Schleifmittel-Struktur muss Poren enthalten, welche mit einer Schmiermittelkomponente
gefüllt werden können.
Das Schleifkorn ist ein mikrokristallines alpha-Aluminiumoxid (MCA)-Schleifkorn.
Der Begriff „MCA-Schleifkorn" bezieht sich auf Aluminiumoxid-Korn mit einer
bestimmten Art von dichter, mikrokristalliner alpha-Aluminiumoxid-Morphologie, hergestellt
durch eines aus einer Anzahl von Verfahren mit oder ohne Impfen zur Herstellung
von Sinter-Sol-Gel-Keramik-Materialien. Ein bevorzugtes Schleifkorn zur Verwendung
hierin kann von Saint-Gobain Industrial Ceramics Corporation, Worcester, MA und
von 3M Corporation, Minneapolis, MN erhalten werden.
Wie hierin verwendet, bezieht sich der Begriff „gesinterte
Sol-Gel-Aluminiumoxid-Körner" auf Aluminiumoxid-Körner hergestellt durch ein Verfahren
umfassend ein Peptisieren eines Sols eines Aluminiumoxidmonohydrats zur Bildung
eines Gels, Trocknen und Brennen des Gels zur Sinterung hiervon und anschließendes
Brechen, Sieben und Klassifizieren des gesinterten Gels zur Bildung polykristalliner
Körner aus alpha-Aluminiumoxid-Mikrokristallen (beispielsweise mindestens etwa 95%
Aluminiumoxid).
Zusätzlich zu den alpha-Aluminiumoxid-Mirkokristallen kann das anfängliche
Sol des weiteren bis zu 15 Gewichts-% Spinell, Mullit, Mangandioxid, Titanoxid beziehungsweise
Titandioxid, Magnesia, Seltenerdmetalloxide, Zirkonoxidpulver oder einen Zirkonoxidvorläufer
(welcher in großen Mengen, beispielsweise 40 Gewichts-% oder mehr, zugegeben werden
kann) oder andere kompatible Zusätze oder Vorläufer hiervon enthalten. Diese Zusätze
sind oft enthalten, um derartige Eigenschaften wie Bruchzähigkeit, Härte, Bröckeligkeit,
Bruchmechanik oder Trocknungsverhalten zu modifizieren.
Es liegen Berichte über viele Modifizierungen von gesintertem alpha-Aluminiumoxid-Sol-Gel-Schleifkorn
vor. Alle Körner in dieser Klasse sind zur Verwendung hierin geeignet, und der Begriff
MCA-Korn ist so definiert, dass er jegliches Korn mit mindestens 60% alpha-Aluminiumoxid-Mikrokristallen
mit mindestens 95% theoretischer Dichte und einer Vickers-Härte (500 Gramm) von
mindestens 18 GPa umfasst. Die Mikrokristalle können bezüglich der Größe typischerweise
in einem Bereich von etwa 0,2 bis etwa 1,0 Mikron, vorzugsweise weniger als 0,4
Mikron, was beimpftes Korn betrifft, und von mehr als 1,0 bis etwa 5,0 Mikron im
Falle von unbeimpftem Korn liegen.
Sobald das Gel gebildet ist, kann es durch jegliches herkömmliche
Verfahren, wie beispielsweise Pressen, Formen oder Extrudieren geformt werden und
anschließend sorgfältig getrocknet werden, um einen rissfreien Körper der gewünschten
Form herzustellen. Es ist ein Formen und Schneiden des Gels in zum Brennen geeignete
Größen oder ein einfaches Ausbreiten des Gels auf jegliche geeignete Form und Trocknung
des Gels, typischerweise bei einer Temperatur unterhalb der Schaumbildungstemperatur
des Gels, möglich. Jegliches aus verschiedenen Entwässerungsverfahren, einschließlich
Lösemittelextraktion, kann zur Entfernung des freien Wassers des Gels zur Bildung
eines Feststoffs verwendet werden. Nachdem der Feststoff getrocknet ist, kann er
geschnitten oder spanabhebend bearbeitet werden, um eine gewünschte Form zu bilden,
oder durch jedes geeignete Mittel, wie beispielsweise eine Hammer- oder Kugelmühle,
zerkleinert oder gebrochen werden, um Partikel oder Körner zu bilden. Es kann jegliches
Verfahren zur Zerkleinerung des Feststoffs eingesetzt werden. Nach der Formung kann
das getrocknete Gel dann kalziniert werden, um im Wesentlichen alles Flüchtige zu
entfernen und die verschiedenen Komponenten der Körner zu Keramik (Metalloxide)
umzuwandeln. Das getrocknete Gel wird im Allgemeinen erhitzt, bis
das freie Wasser und das meiste des gebundenen Wassers entfernt ist. Das kalzinierte
Material wird dann durch Erhitzen gesintert und wird innerhalb eines geeigneten
Temperaturbereichs gehalten, bis im Wesentlichen das gesamte Aluminiumoxidmonohydrat
zu alpha-Aluminiumoxid-Mikrokristallen umgewandelt ist.
Bei beimpften Sol-Gel-Aluminiumoxiden werden Nukleierungsorte absichtlich
in die Aluminiumoxidmonohydratdispersion eingegeben oder in situ darin erzeugt.
Die Gegenwart der Nukleierungsorte in der Dispersion senkt die Temperatur, bei welcher
alpha-Aluminiumoxid gebildet wird, und schafft eine extrem feine kristalline Struktur.
Geeignete Impfpartikel sind in der Technik wohlbekannt. Im Allgemeinen weisen sie
eine Kristallstruktur und Gitterparameter, welche denen von alpha-Aluminiumoxid
so nahe wie möglich kommen, auf. Zu Impfpartikeln, welche verwendet werden können,
zählen zum Beispiel partikuläres alpha-Aluminiumoxid, alpha-Eisenoxid (Fe2O3)
und Vorläufer von alpha-Aluminiumoxid oder alpha-Eisenoxid, welche zu alpha-Aluminiumoxid
beziehungsweise alpha-Eisenoxid bei einer Temperatur unterhalb der Temperatur, bei
welcher Aluminiumoxidmonohydrat zu alpha-Aluminiumoxid umgewandelt werden würde,
umgewandelt werden. Diese Impfpartikelarten werden jedoch als Erläuterung und nicht
als Beschränkung angegeben. Die Impfpartikel, die wirksam sein sollen, sollten vorzugsweise
eine Submikrongröße aufweisen.
Vorzugsweise sollte bei Verwendung eines beimpften Sol-Gel-Aluminiumoxids
die Menge des Impfmaterials nicht größer als etwa 10 Gewichts-% des hydratisierten
Aluminiumoxids betragen, und es gibt normalerweise bei Mengen über etwa 5 Gewichts-%
keinen Vorteil. Falls die Impfpartikel angemessen fein sind (ein Oberflächenbereich
von etwa 60 m2 pro Gramm oder mehr), können vorzugsweise Mengen von etwa
0,5 bis 10 Gewichts-%, noch bevorzugter etwa 1 bis 5 Gewichts-%, verwendet werden.
Die Impfpartikel können auch in Form eines Vorläufers zugegeben werden, welcher
bei einer Temperatur unter jener, bei welcher alpha-Aluminiumoxid gebildet wird,
in die aktive Impfpartikelform umgewandelt wird.
Unbeimpfte Sol-Gel-Aluminiumoxidschleifmittel können ebenso verwendet
werden. Dieses Schleifmittel kann durch das selbe Verfahren, welches oben beschrieben
ist, hergestellt werden, mit Ausnahme der Einführung von Impfpartikeln. Ausreichende
Seltenerdmetalloxide oder deren Vorläufer können dem Sol oder Gel zugegeben werden,
um mindestens etwa 0,5 Gewichts-% und vorzugsweise etwa 1 bis 30 Gewichts-% Seltenerdmetalloxid
nach dem Brennen bereitzustellen. Andere Kristallmodifizierer wie beispielsweise
MgO können zur Herstellung von Sol-Gel-Aluminiumoxidschleifmittel zur Verwendung
hierin verwendet werden.
Das bevorzugte MCA-Korn zur Verwendung gemäß der vorliegenden Erfindung
ist aus beimpftem und unbeimpftem Sol-Gel-Aluminiumoxid-Korn ausgewählt, wie durch
Leitheiser et al., (U.S.-A-4,314,827); Schwabel (U.S.-A-4,744,802); Cottringer et
al. (U.S.-A-4,623,364), Bartels et al. (U.S.-A-5,034,360), Hiraiwa, et al. (U.S.-A-5,387,268),
Hasegawa, et al. (U.S.-A-5,192,339), und Winkler, et al. (U.S.-A-5,302,564) beschrieben.
Die Schleifwerkzeuge der Erfindung umfassen MCA-Schleifkorn, eine
glasartige Bindung, typischerweise mit 28 bis 68 Volumen-% Porosität im Werkzeug,
und wahlweise ein oder mehrere sekundäre Schleifkörner, Füllstoffe und/oder Additive.
Die Schleifwerkzeuge umfassen 3 bis 56 Volumen-% MCA-Schleifkorn, vorzugsweise 10
bis 56 Volumen-%. Die Menge des in dem Werkzeug verwendeten Schleifkorns und der
Prozentsatz des sekundären Schleifmittels kann stark variieren. Die Zusammensetzungen
der Schleifwerkzeuge der Erfindung enthalten vorzugsweise einen gesamten Schleifkorngehalt
von etwa 34 bis etwa 56 Volumen-%, noch bevorzugter von etwa 40 bis etwa 54 Volumen-%,
und am meisten bevorzugt von etwa 44 bis etwa 52 Volumen-% Korn.
Das MCA-Schleifmittel stellt vorzugsweise von etwa 5 bis etwa 100
Volumen-% des gesamten Schleifkorns des Werkzeugs und noch bevorzugter von etwa
30 bis etwa 70 Volumen-% des gesamten Schleifmittels im Werkzeug bereit. Wenn sekundäre
Schleifkörner verwendet werden, stellen derartige Schleifkörner vorzugsweise von
etwa 0,1 bis etwa 80 Volumen-% des gesamten Schleifmittelkorns des Werkzeugs und
noch bevorzugter von etwa 30 bis etwa 70 Volumen-% bereit. Die sekundären Schleifkörner,
die verwendet werden können, umfassen, sind jedoch nicht beschränkt auf, Aluminiumoxid,
Aluminiumoxid-Zirkonoxid, Siliciumcarbid, kubisches Bornitrid, Diamant, Flint- und
Granatkörner sowie Kombinationen hiervon.
Die Zusammensetzungen der Schleifwerkzeuge enthalten Porosität, um
die Schmiermittelkomponente des Werkzeugs zu tragen. Die Zusammensetzungen der Schleifwerkzeuge
der Erfindung enthalten von etwa 28 bis etwa 63 Volumen-% offene Porosität, noch
bevorzugter enthalten sie von etwa 28 bis etwa 56 Volumen-%, und am meisten bevorzugt
enthalten sie von etwa 30 bis etwa 53 Volumen-%. Die Porosität kann durch die inhärente
Beabstandung, die durch die natürliche Packungsdichte der Materialien geschaffen
wird, welche zur Herstellung des Schleifwerkzeugs verwendet werden, oder durch eine
Kombination aus inhärenter Beabstandung und der Zugabe zu dem Schleifwerkzeug von
herkömmlichen porenerzeugenden Mitteln umfassend, jedoch nicht beschränkt auf, hohle
Glaskügelchen, zerkleinerte Walnussschalen, Kügelchen aus Kunststoffmaterial oder
organischen Verbindungen, geschäumte Glaspartikel und Blasen-Aluminiumoxid und Kombinationen
hiervon gebildet werden. Die Porosität besteht aus zwei Arten: offene Porosität
und geschlossene Porosität. Geschlossene Porosität wird beispielsweise durch die
Zugabe von Blasen-Aluminiumoxid und anderen geschlossenwandigen Hohlkörper-Abstandsmaterialien,
welche den Schleifwerkzeugen beigegeben werden, gebildet. Die offene Porosität bezieht
sich auf die verbleibenden Hohlraumbereiche in dem Werkzeug, die
den Fluss von Luft und anderen Fluida in den und aus dem Werkzeugkörper ermöglichen.
Die offene Porosität wird entweder durch kontrollierte Beabstandung von Komponenten
während des Formens, Pressens und Brennens und/oder durch die Verwendung von porenbildenden
Materialien wie beispielsweise Partikeln organischer Materialien, welche während
des Brennens der glasartigen Bindung ausgebrannt werden, wobei Hohlräume in der
Bindung hinterlassen werden, erzeugt. Wie hierin verwendet ist die „offene
Porosität" eine miteinander verbundene Porosität, welche zur Imprägnierung mit der
Schmiermittelkomponente der Erfindung verfügbar ist.
Die Schleifwerkzeuge der vorliegenden Erfindung sind mit einer glasartigen
oder gläsernen Bindung gebunden. Die verwendete glasartige Bindung trägt in bedeutender
Weise zur Präzisionsschleifleistung von Schleifwerkzeugen der vorliegenden Erfindung
bei. Bei MCA-Korn werden Bindungen mit niedriger Brenntemperatur bevorzugt, um eine
thermische Schädigung der Kornoberfläche, die einen Verlust der MCA-Schleifleistung
zur Folge hat, zu verhindern. Beispiele geeigneter Bindungen für MCA-Korn sind in
US-A-4,543,107; US-A-4,898,597; US-A-5,203,886; US-A-5,401,284; US-A-5,536,283;
und U.S. Ser. Nr. 08/962,482, eingereicht am 31. Oktober 1997, offenbart. Zu Rohstoffen,
die zur Verwendung in diesen Bindungen geeignet sind, zählen Kentucky Ball Clay
Nr. 6, Kaolin, Lithiumkarbonat, Boraxpenthahydrat oder Borsäure und Soda-Asche,
Flint und Wollastonit. Fritten können zusätzlich zu den Rohstoffen oder anstelle
der Rohstoffe verwendet werden. Diese Bindungsmaterialien in Kombination enthalten
vorzugsweise mindestens die folgenden Oxide: SiO2, Al2O3,
Na2O, Li2O, und B2O3.
Bei der Schmiermittelkomponente handelt es sich um ein wachshaltiges
Material, das auf Grund seiner Eignung zum Imprägnieren keramisch gebundener Schleifwerkzeuge
und Wirksamkeit bei der Verbesserung der Schleifleistung von MCA-Schleifkorn beim
Nass- und Trockenschleifen ausgewählt wird. Die Schmiermittelkomponente ist eine
Mischung aus Öl und Wachs. Das Öl ist im Allgemeinen eine niedrigviskose, nichtpolare,
hydrophobe Flüssigkeit. Das Öl wird primär wegen seiner Fähigkeit zur Schmierung
oder sonstigen Behandlung der Oberflächen des Werkzeugs und Werkstücks während des
Schleifens ausgewählt. Das Öl kann ebenso die Schleifzone kühlen. Es können zahlreiche
der Schmier- und Metallbearbeitungsöle, die in der Technik bekannt sind, verwendet
werden. Repräsentative Öle zur Verwendung bei der vorliegenden Erfindung umfassen
langkettige Kohlenwasserstofföle auf Erdöl- oder Mineralölbasis, wie beispielsweise
naphthenische Öle und Paraffinöle; natürlich vorkommende Tri-, Di- und Monoglyceride,
welche bei Raumtemperatur flüssig sind, umfassend Pflanzenöle, wie beispielsweise
Rapsöl, Kokosnussöl und Castoröl; und tierische Öle, wie beispielsweise Spermöl.
Synthetische Öle und Mischungen von Ölen können verwendet werden.
Das Öl kann des weiteren als inneres Vehikel zur Lieferung zur Schleifzone
bestimmter chemisch aktiver Substanzen, Reibungsmodifizierer und Extremdruckschmiermittel,
wie beispielsweise schwefelbehandelter Fettöle, Fettsäuren und Fettester; chlorierter
Ester und Fettsäuren; chlorschwefelbehandelter Additive; und Mischungen hiervon,
dienen. Trim® OM-300 Metallbearbeitungsfluid ist ein bevorzugtes
handelsübliches Öl, das von Master Chemical Corporation, Perrysburg, Ohio erhältlich
ist. Annahmen zufolge enthält es eine Mischung aus Öl auf Erdölbasis, schwefelbehandeltem
Lardöl, Chloralkenpolymer und chlorierten Fettsäuren.
Der zweite wichtige Bestandteil der Schmiermittelkomponente ist ein
ölkompatibles Wachs. Wie hierin verwendet, bezieht sich „Wachs" auf hydrophobe
Materialien mit einem festen Zustand bei Raumtemperatur (das heißt, einem Schmelzpunkt
und einem Erweichungspunkt über 30°C, vorzugsweise über 40°C, noch bevorzugter
über 50°C), wie beispielsweise bestimmte Kohlenwasserstoffmaterialen mit langkettigen
aliphatischen (Fett-) sauerstoffhaltigen Anteilen und, wahlweise, Fettester-, Alkohol-,
Säure-, Amid- oder Amin- oder Alkylsäurephosphatgruppen.
Wachse wurden als eine chemische Klasse enthaltend Ester von Fettsäuren
mit Alkoholen, wobei es sich nicht um Glycerol handelt, definiert und dadurch von
Ölen und Fetten, wobei es sich um Ester von Fettsäuren mit Glycerol handelt, unterschieden.
Gesättigte Kohlenwasserstoffe höheren Molekulargewichts (zum Beispiel mindestens
C12 aliphatische Kette) und Fettalkohole (zum Beispiel mindestens C12 aliphatische
Kette) sind bevorzugte Wachse zur Verwendung hierin. Die bei der Erfindung verwendeten
Wachse umfassen einen Großteil C12–C30 aliphatischer Gruppen. Zur Erleichterung
der Herstellung weisen bevorzugte Wachse eine Erweichungspunkttemperatur von etwa
35 bis 115°C auf (Ringand-Ball Apparatus Softening Point Test Method; ASTM E
28–67, 1982), so dass sie beim Erhitzen zur Mischung mit dem Öl fluid werden,
jedoch bei Raumtemperatur ein festes oder viskoses Gel bleiben. Das Wachs ist bis
zu einem gewissen Grad für Kühlung und Schmierung verantwortlich, seine primäre
Funktion besteht jedoch in dem Einschließen des Öls zur Verhinderung eines Heraussickerns
des Öls aus dem Schleifmittel oder einer Wiederverteilung in dem Schleifmittel vor
dem Schleifen, und der Verbesserung der Ölfilmstärke am Schleifort. Zahlreiche natürliche
und synthetische Wachse, wie beispielsweise Carnaubawachs, Polyethylenwachs, Accu-lube-Wachs
(in Gel- oder fester Form, eine handelsübliche Mischung umfassend langkettige Fettalkohole,
die von ITW Fluid Products Group, Norcross, Georgia, erhältlich ist) und Micro-Drop-Wachs
(ein langkettige Fettsäure enthaltendes Produkt, erhältlich von Trico Mfg. Corp.,
Pewaukee, WI) sowie Mischungen dieser Wachse können verwendet werden.
Zur Imprägnierung des eine glasartige Bindung aufweisenden Schleifartikels
wird das Wachs bis zum Schmelzen erhitzt und erhitztes Öl wird dem Wachs unter leichtem
Rühren beigegeben, bis eine einheitliche Mischung erreicht wird.
Die flüssige Öl/Wachs-Mischung kann direkt in das Schleifmittel imprägniert werden,
oder die Mischung kann zu einem Feststoff abgekühlt werden, damit anschlieißend
ein erneutes Schmelzen und eine Imprägnierung erfolgen. Das Verhältnis des Öls zum
Wachs in dem Schmiermittel wird von dem Wunsch bestimmt, soviel Öl wie möglich zum
Kühlen und Schmieren bereitzustellen, ohne ein Sickern des Öls aus dem Schleifmittel
zuzulassen. Die Accu-Lube- und Mikro-Drop-Wachse weisen relativ niedrige Schmelzpunkte
(zum Beispiel weniger als 50°C) auf, und es wird angenommen, dass sie eine Ölkomponente
in einem Öl-zuwachs-Gewicht-Verhältnis von mindestens 1 : 4 umfassen. Somit können
diese Wachse als Schmiermittelkomponente zum Imprägnieren von Scheiben entweder
mit oder ohne Vermischung in einer zusätzlichen Menge eines Öls verwendet werden.
Die Schmiermittelkomponente der Erfindung enthält vorzugsweise mindestens
50 Gewichts-% Öl. Es wurde herausgefunden, dass bis zu etwa 80 Gewichts-% Öl mit
Carnaubawachs oder Polyethylenwachs vermischt werden können, um eine starke, feste
Mischung bei Raumtemperatur bereitzustellen. Paraffinwachs bildet keine geeignete
Mischung mit dem Öl. Daher sind Carnaubawachs (auch „Brazil Wachs" genannt,
eine Mischung mit Estern von hydroxylierten ungesättigten Fettsäuren mit etwa 12
Kohlenstoffatomen in der Fettsäurekette und Alkoholen und Kohlenwasserstoffen, mit
einem Erweichungspunkt von über 85°C) und Polyethylenwachs (Kohlenwasserstoff
mit hohem Molekulargewicht mit einem Erweichungspunkt von über 110,5°C) bevorzugte
Wachse zum Mischen mit Öl zur Herstellung der Schmiermittelkomponente. Carnaubawachs
ist am meisten bevorzugt.
Es ist leicht feststellbar, ob ein Wachs zur Verwendung in der vorliegenden
Erfindung geeignet ist, indem eine geschmolzene Mischung von mindestens etwa 50
Gewichts-% Öl in dem Wachs hergestellt wird. Anschließend lässt man die Mischung
abkühlen. Falls die abgekühlte Mischung zu einer einheitlichen Konsistenz erstarrt
(das heißt nicht klumpig ist, wie durch Sichtprüfung bestimmt) und das erstarrte
Produkt bei Raumtemperatur spröde, nicht plastisch ist, sondern beim Biegen bricht,
so sind die ausgewählten Bestandteile akzeptabel.
Wachse mit thixotropen Viskositätseigenschaften bei der Imprägnierungstemperatur
werden zur Verwendung bei der Erfindung bevorzugt. Diese Scherentzähungseigenschaft
ist während der Herstellung des Schleifwerkzeugs sowie während des Schleifvorgangs
vorteilhaft. Bevorzugte Wachse, zum Beispiel Carnauba- und Polyethylenwachse sowie
Accu-Lube- und Mikro-Drop-Produkte haben geeignete Viskositätseigenschaften bei
den kritischen Temperaturbereichen zur Herstellung und Verwendung.
Das glasartige Bindung aufweisende Schleifwerkzeug wird durch herkömmliche
Verfahren gebildet. Beispielsweise werden MCA-Korn und eine Bindungsmischung zu
einer Scheibenvorform in einer Form gepackt, um eine ungehärtete Schleifscheibe
herzustellen. Die ungehärtete Scheibe wird anschließend erhitzt, um die Bindung
zu brennen. Das ungehärtete MCA-Korn und die ungehärtete Bindungsmischung können
ebenso vermischt und geformt oder gestaltet werden, um Schleifsegmente zu bilden.
Nach dem Brennen können die Segmente mit einem Kern eines Schneidwerkzeugs verbunden
oder daran angeschweißt werden.
Zur Vorbereitung der Imprägnierung der Scheibe wird die Öl/Wachs-Mischung
über dem Schmelzpunkt des Höchst-Schmelz-Wachs-Bestandteils erhitzt. Dies kann beispielsweise
geschehen, indem die Mischung in einen Trog, welcher in ein flüssiges Wärmeübertragungsmittelbad
eingetaucht ist, welches auf eine geeignete Temperatur eingestellt ist, gegeben
wird. Silikonöl ist ein akzeptables Mittel. Das Schleifwerkzeug wird ebenso auf
eine Temperatur über dem Schmelzpunkt des Wachses vor der Imprägnierung erhitzt.
Unter Aufrechterhaltung einer erhöhten Temperatur wird das Werkzeug über eine Zeitdauer,
welche für die Mischung ausreicht, um in die Poren des Schleifmittels einzudringen,
in die flüssige Öl/Wachs-Mischung eingetaucht. Eine vorher erhitzte Scheibe wird
auf einer horizontalen Achse angebracht und bei einer moderat langsamen Umfangsgeschwindigkeit
von etwa 10–15 cm/s linearer Geschwindigkeit gedreht. Die sich drehende Scheibe
wird dann langsam in eine geschmolzene Öl/Wachs-Mischung herabgelassen, oder es
kann die Mischung heraufbewegt werden, um den Schleifteil der Scheibe einzutauchen.
Es sollte beachtet werden, dass die Mitführung von Luft in die Öl/Wachs-Mischung,
wodurch eine gründliche Imprägnierung der Poren verhindert werden könnte, verhindert
wird. Der Pegel der geschmolzenen Öl/Wachs-Mischung sollte unterhalb des Imprägnierungspegels
gehalten werden, um das Entweichen von Luft zu ermöglichen und Luftlöcher zu verhindern.
Das Gewicht des Werkzeugs kann überwacht werden, um zu bestimmen, wann ausreichend
Öl/Wachs vom Schleifwerkzeug aufgenommen worden ist. Alternativ dazu zeigt eine
Sichtprüfung des Werkzeugs eine leichte Farbänderung der Scheibe, wenn die Öl/Wachs-Mischung
in die Poren eintritt, und der Vorgang ist abgeschlossen, wenn die gesamte Scheibe
ihre Farbe verändert hat. Wenn die Imprägnierung vollständig ist, wird die Scheibe
langsam aus der Mischung entfernt, und man lässt sie abkühlen. Die Drehung der Scheibe
sollte fortgesetzt werden, bis die Kühlung beendet ist, um die Möglichkeit einer
Entstehung einer unausgeglichenen Verteilung von Schmiermittelkomponente in der
Scheibe zu reduzieren.
Bei einem alternativen Verfahren zur Imprägnierung der Scheiben der
Erfindung, wobei dieses Verfahren kein Teil der Erfindung ist, wird eine flache
Seite der Scheibe auf einer Erhitzungsplatte positioniert, ein Block der Öl/Wachs-Mischung
wird auf der entgegengesetzten, oberen Seite der Scheibe positioniert, und die Platte
unter der Scheibe wird auf eine Temperatur erhitzt, welche mindestens so hoch wie
die Schmelztemperatur der Öl/Wachs-Mischung ist. Bei Erwärmung
der Scheibe schmilzt die Öl/Wachs-Mischung und diffundiert in die Poren der Scheibe,
unterstützt durch die Schwerkraft. Bei einem Beispiel dieses Verfahrens wird eine
Imprägnierung einer Scheibe von 5 Inch (127 mm) mit Accu-lube-Schmiermittelkomponente
durch Erhitzen der Scheibe auf 100°C ausgeführt. Die Imprägnierung ist in etwa
10 Minuten beendet, wenn das Accu-lube-Material blauer Farbe um den Umfang und am
Boden der Scheibe sichtbar wird. Diese Technik verhindert eine Mitführung von Luft
und bringt eine einheitlich imprägnierte Scheibe hervor. Andere Methoden können
zur Herstellung der Scheiben der Erfindung verwendet werden, vorausgesetzt, dass
eine einheitliche Dispersion der Schmiermittelkomponente in im Wesentlichen alle
Poren der Scheibe erreicht wird.
Diese Erfindung wird nun durch Beispiele bestimmter repräsentativer
Ausführungsformen hiervon veranschaulicht, wobei alle Teile, Verhältnisse und Prozentsätze,
falls nicht anders angegeben, auf das Gewicht bezogen sind. Alle Gewichtsund Maßeinheiten,
welche ursprünglich nicht in SI-Einheiten erhalten wurden, wurden in SI-Einheiten
umgewandelt.
BEISPIELEBeispiel 1
Die folgenden Materialen wurden in den Beispielen verwendet:
P. E.-WachsPolyethylenwachs vom Typ Polyset 22015 von The International
Group, Inc., Wayne, PACarnaubawachsFlocken, von Aldrich, Milwaukee, WI (enthält eine größere Menge
von C24 Fettsäuren)ParaffinwachsVollständig raffinierter Typ 1633 (699157 H), von Boler Petroleum
Co, Ardmore, PAAccu-lube-Gelvon ITW Fluid Products Group, Norcross, GA (GC-MS-Analyse zeigte
eine größere Menge einer Mischung aus Cetylalkohol und 9-Octadecan-1-ol)Mikro-Drop-Wachsvon Trico Mfg. Corp., Pewaukee, WI (GC-MS-Analyse zeigte eine
größere Menge langkettiger (≥ 12 C) Fettsäuren)
SchwefelKristalliner Schwefel von H. M. Royal, Inc. Trenton, N. J.OM-300Trim® OM-300 Metallbearbeitsfluid aus Öl auf Erdölbasis
mit schwefelbehandeltem Öl, chloriertem Alkenpolymer und chlorierten Fettsäuren
von Master Chemical Corporation, Perrysburg, OhioOA-77010 Gewichts-% Schwefel/11,0 Gewichts-% chlorhaltiges chlorschwefelbehandeltes
Metallschneidadditiv in einem Öl, von Witco Chemical, Greenwich, ConnecticutOA-37736 Gewicht-% schwefelhaltiges schwefelbehandeltes Metallschneidadditiv
in einem Öl, von Witco Chemical Co.OA-70234,0 Gewichts-% chlorhaltiges Metallschneidadditiv aus chloriertem
Ester in einem Öl, von Witco Chemical Co.
Öl/Wachs-Mischungs-TestsVergleichsbeispiel 1
Eine Probe P. E.-Wachs (9 g) wurde bei etwa 100°C geschmolzen,
und 1 g festen Schwefels wurde dem geschmolzenen Wachs unter Handrühren zugegeben.
Der Schwefel dispergierte nicht in das Wachs, sondern blieb stattdessen als einzelner
Tropfen in dem Wachs eingetaucht. Dieser Versuch wurde mit Carnaubawachs, Paraffinwachs,
Accu-lube-Gel und Mikro-Drop-Wachs anstelle des P. E.-Wachses wiederholt. Carnaubawachs
wurde bis auf etwa 80 °C erhitzt, und die anderen Wachse wurden auf etwa 50°C
erhitzt. In jedem Fall vermischte sich der Schwefel nicht mit dem Wachs. Daher waren
diese Proben der Schwefel/Wachs-Kombinationen zur Verwendung in der vorliegenden
Erfindung nicht akzeptabel.
Vergleichsbeispiel 2
Eine ausreichende Menge von OM-300-Öl wurde dem Paraffinwachs, welches
wie im Vergleichsbeispiel 1 geschmolzen wurde, unter Rühren zugegeben, um eine Konzentration
von 10 Gewichts-% von OM-300-Öl herzustellen. Man ließ die Lösung bei Raumtemperatur
abkühlen. Die visuelle Beobachtung zeigte, dass sich das Öl und das Wachs nicht
gut vermischten. Die Produktmischung war weich und wurde deshalb als „schwach"
und nicht akzeptabel für die Verwendung bei der Erfindung befunden.
Schmiermittelkomponente 1
Der Vorgang von Vergleichsbeispiel 2 wurde mit P. E.-Wachs anstelle
von Paraffinwachs wiederholt. Das OM-300-Öl vermischte sich gut mit dem P. E.-Wachs,
und das Produkt war stark, das heißt, bei Raumtemperatur war es spröde und es brach
beim Biegen. Der Versuch wurde mit 25, 40 beziehungsweise 50 Gewichts-% OM-300-Öl
in der Mischung wiederholt. In jedem Fall vermischten sich die Bestandteile gut,
auch wenn bei 50 Gewichts-% das Produkt dem Anschein nach eine unebene Oberfläche
aufwies. Die Produktmischung wurde bei allen Konzentrationen als stark erachtet
und war zur Verwendung bei der Erfindung akzeptabel.
Schmiermittelkomponente 2
Der Vorgang von Vergleichsbeispiel 2 wurde mit Carnaubawachs bei Konzentrationen
von 25, 40, 50, 60 beziehungsweise 75 Gewichts-% OM-300-Öl wiederholt. Alle Mischungen
waren zur Verwendung bei der Erfindung akzeptabel. Mischungen mit mindestens 25
Gewichts-% waren bevorzugt.
Schmiermittelkomponente 3
Der Vorgang von Vergleichsbeispiel 2 wurde mit Accu-Lube-Gel wiederholt.
Produktmischungen mit 25 Gewichts-% OM-300-Öl wurden als akzeptabel zur Verwendung
bei der Erfindung erachtet.
Schmiermittelkomponente 4
Der Vorgang von Vergleichsbeispiel 2 wurde mit Mikro-Drop-Wachs wiederholt.
Produktmischungen mit 20 Gewichts-% OM-300-Öl wurden zur Verwendung bei der Erfindung
als akzeptabel erachtet.
Schmiermittelkomponente 5
Eine Mischung mit 50/50 Gewichts-% OM-300-Öl/P.E.Wachs wurde wie in
Vergleichsbeispiel 1 hergestellt. Die Produktmischung war stark und akzeptabel,
schien jedoch klumpig.
Schmiermittelkomponente 6
Eine Mischung mit 50/50 Gewichts-% OA-770-Öl/Carnaubawachs wurde wie
in Vergleichsbeispiel 1 hergestellt. Die Produktmischung war stark und schien glatt
und gut gemischt und war akzeptabel. Das Produkt einer Mischung aus 75/25 Gewichts-%
OA-770-Öl/Carnaubawachs lieferte Ergebnisse ähnlich der 75 Gewichts-% OM-300-Öl/Wachs-Mischung
und war akzeptabel.
Schmiermittelkomponente 7
Eine Mischung mit 50/50 Gewichts-% OA-770-Öl/P.E.-Wachs wurde wie
in Vergleichsbeispiel 1 hergestellt. Die Produktmischung war stark und schien glatt
und gut gemischt und war akzeptabel. Die gleichen Ergebnisse wurden mit Mischungen
mit 50/50 Gewichts-% von P.E.-Wachs mit OA 377-Öl bzw. OA 702-Öl erzielt.
Schmiermittelkomponente 8
Eine Mischung mit 50/50 Gewichts-% OA-770-Öl/Accu-Lube-Wachs wurde
wie in Vergleichsbeispiel 1 hergestellt. Die Produktmischung war ziemlich stark
und schien glatt und gut gemischt und war zur Verwendung bei der Erfindung akzeptabel.
Die gleichen Ergebnisse wurden mit Mischungen mit 50/50 Gewichts-% von Accu-lube
mit OA 377-Öl beziehungsweise OA 702-Öl erzielt. Die Accu-Lube enthaltenden Schmiermittelkomponenten
waren bei Raumtemperatur weicher als die P. E.- oder Carnaubawachskomponenten und
zur Verwendung in den Schleifartikeln der Erfindung weniger wünschenswert.
Schmiermittelkomponente 9
Kokosnussöl- und Carnaubawachs-Mischungen mit 25/75, 50/50 und 75/25
Gewichts-% wurden wie in Vergleichsbeispiel 2 hergestellt und als gut vermischt
und zur Verwendung bei der Erfindung als akzeptabel befunden. Die gleichen Ergebnisse
wurden mit Mischungen mit 25/75, 50/50 und 75/25 Gewichts-% von Kokosnussöl mit
Accu-Lube-Gel beziehungsweise Mikro-Drop-Wachs erhalten. Im Falle von 50 und 75
Gewichts-% Kokosnussöl in entweder Accu-lube oder Mikro-Drop waren die Mischungen
ziemlich weich bei Raumtemperatur und daher zur Verwendung als Behandlung für Schleifartikel
weniger wünschenswert als die Mischungen mit weniger als 50% Kokosnussöl.
Schmiermittelkomponente 10
Castoröl- und Carnaubawachs-Mischungen mit 25/75, 50/50 und 75/25
Gewichts-% wurden wie in Vergleichsbeispiel 2 hergestellt und als gut vermischt
und zur Verwendung bei der Erfindung als akzeptabel befunden. Die gleichen Ergebnisse
wurden mit Mischungen mit 25/75, 50/50 und 75/25 Gewichts-% von Castoröl mit Accu-Lube-Gel
beziehungsweise Mikro-Drop-Wachs erhalten. Im Falle von 50 und 75 Gewichts-% Castoröl
in entweder Accu-Lube oder Mikro-Drop waren die Mischungen ziemlich weich bei Raumtemperatur
und daher zur Verwendung als Behandlung für Schleifartikel weniger wünschenswert
als die Mischungen mit weniger als 50% Castoröl.
Schmiermittelkomponente 11
Rapsöl- und Carnaubawachs-Mischungen mit 40/60, 50/50, 60/40, 70/30
und 80/20 Gewichts-% wurden wie in Vergleichsbeispiel 2 hergestellt und als gut
vermischt und zur Verwendung bei der Erfindung als akzeptabel befunden. Die gleichen
Ergebnisse wurden bei den gleichen Gewichtsprozentsätzen mit Mischungen von Rapsöl
mit Accu-Lube-Gel beziehungsweise Mikro-Drop-Wachs erhalten. Bei 50 Gewichts-% und
höheren Mengen von Rapsöl in entweder Accu-Lube oder Mikro-Drop waren die Mischungen
ziemlich weich bei Raumtemperatur und daher zur Verwendung als Behandlung für Schleifartikel
weniger wünschenswert als die Mischungen mit weniger als 50% Rapsöl.
Diese Mischungstests zeigen, dass eine zur Imprägnierung der Schleifwerkzeuge
der Erfindung geeignete Schmiermittelkomponente als einfache erhitzte Mischung aus
ausgewählten Wachsen und Öl herstellbar ist. Carnaubawachs und P. E.-Wachs waren
die besten Wachsträger für große Mengen an Öl und daher die bevorzugten Wachse zur
Verwendung in der Öl/Wachs-Mischungs-Schmiermittelkomponente der Erfindung.
Die Schmiermittelkomponente konnte nicht durch Mischen von Wachs mit
elementarem Schwefel hergestellt werden. Falls Schwefel verwendet wurde, musste
er dem Wachs als Additiv in einem Schneidölvehikel zugegeben werden, um eine Verteilung
des Schwefels zu gewährleisten.
Paraffinwachs war zur Verwendung in der Schmiermittelkomponente der
Erfindung nicht geeignet. Im Gegensatz zu Carnaubawachs ist Paraffinwachs klebrig
und verursacht eine Beladung der Schleifscheibenfläche. Außerdem konnte Paraffinwachs
nicht mit Ölen zur Bildung einer Öl/Wachs-Mischung vermischt werden.
Wachsausbeutewert und Viskosität betreffende Messungen
Wachse (Paraffin-, Carnauba-, Polyethylen-, Mikro-Drop- und Accu-lube-Wachse)
wurden auf Viskositätsänderungen hin über einen Bereich von Scherraten bei 5 Temperaturpunkten
zwischen 25°C und dem Schmelzpunkt jedes Wachses getestet. Die Tests wurden
an einem Kayeness Galaxy IV Capillary Rheometer, erhalten von Kayeness, Inc., Honey
Brook, PA, welches bei den Kraftwerten, Rammgeschwindigkeiten und Scherraten, welche
in der Tabelle unten gezeigt sind, betrieben wurde, ausgeführt. Das Rheometer war
mit einem 8,00 mm langen Probenkapillarrohr mit einem Öffnungsdurchmesser von 1,05
mm ausgestattet. Die Viskosität der Wachse wurde aus der Scherbeanspruchung und
den Scherraten durch die Formel: &eegr; = &tgr;/&ggr; errechnet; wobei &eegr; die
Viskosität in Poise ist, &tgr; die Scherbeanspruchung in Kilodyn/cm2
ist, und &ggr; die Scherrate in Sek.–1 ist. Bei jedem Wachs existierte
eine lineare Beziehung zwischen der aufgezeichneten Scherrate und den aufgezeichneten
Viskositätswerten über die getesteten Temperaturen.
Zur Verwendung in der Schmiermittelkomponente der Erfindung geeignete
Wachse waren durch ein Scherentzähungs- (oder thixotropes) Viskositätsverhalten
bei einer Zunahme der Scherrate über alle getesteten Temperaturen gekennzeichnet.
Beispiel 2Schleifwerkzeugherstellung
Die folgenden Verfahren dienten zur Imprägnierung von Schleifscheiben
mit der Öl/Wachs-Mischung und illustrieren einige Prinzipien eines bevorzugten Verfahrens
der Scheibenbehandlung gemäß der Erfindung.
Scheibe 1
Eine handelsüblich hergestellte Schleifscheibe (5,1 × 0,52 ×
0,875 Inch) (127,0 × 12,7 × 22,2 mm) umfassend 9,12 Volumen-% glasartige
Bindung, 48 Volumen-% Schleifkorn und 42,88 Volumen-% Poren wurde ausgewählt. Die
Scheibe wog 556,88 g einschließlich eines Dorns. Die Scheibe wurde auf 150°C
erhitzt, anschließend bei 17 Umdrehungen/Min. gedreht und teilweise in eine Mischung
aus 60 Gewichts-% OM-300-Öl und 40 Gewichts-% Carnaubawachs, welche über etwa 2
bis 5 Minuten bei 110°C gehalten wurde, eingetaucht. Die Rotation der Scheibe
in der Öl/Wachs-Mischung wurde fortgesetzt, bis die Imprägnierung visuell beendet
war. Die Scheibe wurde aus dem Wachs entfernt, und man ließ sie bei Raumtemperatur
abkühlen, während sie sich mit der selben Geschwindigkeit drehte. Das Gewicht der
imprägnierten Scheibe und des Dorns betrug 605,90 g. Die Scheibe hatte etwa 15 Gewichts-%
der Schmiermittelkomponente absorbiert, und die Poren waren im Wesentlichen mit
Schmiermittelkomponente gefüllt.
Scheibe 2
Eine Schleifscheibe (5,1 × 0,523 × 0,875 Inch) (127,0
× 12,7 × 22,2 mm) umfassend 9,12 Volumen-% glasartige Bindung, 48 Volumen-%
Schleifkorn und 42,88 Volumen-% Poren, wurde ausgewählt. Die Scheibe wog 323,50
g ohne Dorn. Die Scheibe wurde auf 150°C erhitzt, anschließend bei 17 Umdrehungen/Min.
gedreht und teilweise in eine Mischung aus 50 Gewichts-% OA-770-Öl und 50 Gewichts-%
Carnaubawachs eingetaucht, welche über etwa 2 bis 5 Minuten bei 106°C gehalten
wurde, bis die Imprägnierung visuell beendet war. Die Scheibe wurde aus dem Wachs
entfernt, und man ließ sie bei Raumtemperatur abkühlen, während sie sich mit der
selben Geschwindigkeit drehte. Das Gewicht der imprägnierten Scheibe betrug 373,74
g. Die Scheibe hatte etwa 15 Gewichts-% der Schmiermittelkomponente absorbiert,
und die offenen Poren waren im Wesentlichen mit Schmiermittelkomponente gefüllt.
Ein Querschnitt einer der Scheiben, welche durch das oben beschriebene
Verfahren imprägniert wurde, wurde bereitgestellt, und es wurde beobachtet, dass
keine radiale Variation der Schmiermittelkomponentenimprägnierung sichtbar war.
Daher wurde durch Verwendung dieses Verfahrens der Scheibenbehandlung im Wesentlichen
die gesamte offene Porosität in den Scheiben einheitlich mit der Schmiermittelkomponente
imprägniert.
Weitere Scheiben wurden in ähnlicher Weise bereitgestellt, wobei jede
der Öl/wachs-Komponenten dazu diente, die Erfindung zu kennzeichnen und zu definieren.
Die Scheiben wurden auf eine Temperatur von 20 bis 30°C über der Temperatur
der flüssigen Schmiermittelkomponente erhitzt, und jede Schmiermittelkomponente
wurde erhitzt, bis das Wachs vollständig geschmolzen war (zum Beispiel P. E.-Wachs
auf 110 °C; Carnaubawachs auf 85°C; und Accu-Lube- und Mikro-Drop-Wachse
auf 50°C). Bei Scheibenzusammensetzungen, welche den oben beschriebenen ähnlich
sind, ergab diese Technik auch behandelte Scheiben mit etwa 15 Gewichts-% Schmiermittelkomponente.
Beispiel 3Schleiftest
Schmiermittelbehandelte Schleifwerkzeuge wurden mit nicht behandelten
Schleifwerkzeugen unter Trocken- und Nassschleifverfahren verglichen. Proben aus
beimpftetes Sol-Gel-Aluminiumoxid-Korn aufweisenden keramisch gebundenen Schleifscheiben
(Norton Companys handelsübliche SG80-K8-HA4-Scheiben) (5 × 0,5 × 0,875
Inch) (127,0 × 12,7 × 22,2 mm) mit einem Gewicht von etwa 356 g jeweils
wurden für den Test ausgewählt.
Proben der Schleifscheiben (Scheiben 9 und 10) wurden mit einer Schmiermittelkomponentenmischung
aus 50 Gewichts-% OA-770 chlorschwefelbehandeltem Schneidöl-Additiv und 50 Gewichts-%
Carnaubawachs, hergestellt wie in Beispiel 1 beschrieben, imprägniert. Die Schmiermittelkomponente
wurde durch Imprägnieren im Wesentlichen so in das Schleifmittel eingebracht wie
in Beispiel 2 für Scheibe 2 beschrieben. Das Gewicht der in die Scheiben 9 und 10
eingebrachten Schmiermittelkomponente betrug jeweils etwa 50 g. Die Scheibe 9 wurde
verwendet, um den Trockenzylinderschleiftest, welcher unten beschrieben wird, auszuführen.
Die Scheibe 10 wurde beim unten beschriebenen Nasszylinderschleiftest verwendet.
Eine andere Probe dieser Scheiben (Scheibe 11) wurde mit Acculube-Gel
(etwa 50 g) gemäß dem Verfahren von Beispiel 2 (außer dass die Scheibe auf 120°C
und das Wachs auf 88°C erhitzt wurde) imprägniert. Die behandelte Scheibe wurde
zum Trockenschleifen des Werkstücks wie unten beschrieben verwendet. Nicht behandelte
Proben dieser Scheiben (Kontrollprobe 3–1 und Kontrollprobe 3–2) wurden
zum Schleifen des Stahlwerkstücks mit beziehungsweise ohne Kühlmittel verwendet.
Schleifbedingungen:
Die Tests wurden über einen Bereich von Vorschubraten ausgeführt,
welche zu ausgeübten Kräften im Bereich von 22 bis 133 N führten. Testeinzelheiten
und Schleifergebnisse bei einer ausgeübten Kraft von 88,96 N sind in Tabelle 2 gezeigt.
Diese Ergebnisse zeigen, dass in Abwesenheit eines extern aufgebrachten
Kühlmittels (das heißt, Trockenschleifen) die neuartige Schleifscheibe der Erfindung
ein höheres G-Verhältnis und eine höhere Schleiffähigkeit (G-Verhältnis/spezifische
Energie) bei niedrigerer spezifischer Energie als jegliche der nicht imprägnierten
Schleifscheiben zeigte. In sowohl den Nass- als auch den Trockenschleiftests verbrauchte
die neuartige Schleifscheibe im Wesentlichen weniger Leistung als jegliche der nicht
imprägnierten Scheiben. Beim Nassschleiftest im Betrieb mit extern aufgebrachtem
Kühlmittel war die Schleiffähigkeit der neuartigen Schleifscheibe jener der nicht
imprägnierten Scheiben bei allen ausgeübten Kräften sehr ähnlich.
Die Scheiben der Erfindung bieten somit bedeutende Verbesserungen
für Schleifvorgänge, bei denen eine Werkstückverbrennung verhindert werden muss
und externes Kühlmittel aus Umweltschutz- oder anderen Gründen unerwünscht ist.
Tabelle 1Beispiel 4Schleiftest
Dieses Beispiel zeigt die Vorteile relativ zu einer unbehandelten
Kontrollprobe verschiedener schmiermittelkomponentenbehandelter Scheiben. Das Carnaubawachs
wurde entweder mit 100 Gewichts-% der Schmiermittelkomponenten oder mit 20 Gewichts-%
in Kombination mit entweder Castoröl, Kokosnussöl oder Rapsöl verwendet.
Testscheiben (Norton Companys handelsübliche SG80-K8-HA4 Scheiben)
wurden durch das in Beispiel 2 beschriebene Verfahren imprägniert. Die Kontroll-
und Testscheiben enthielten etwa 48 Volumen-% beimpftes Sol-Gel-Aluminiumoxid-Schleifkorn,
9,12 Volumen-% glasartige Bindung und etwa 42,88 Volumen-% Porosität. Die Scheibengewichte
nach der Imprägnierung sind unten aufgezeigt.
Die auf der Basis von Carnaubawachs behandelten Proben und Kontrollproben
wurden in einem Trockenschleifauflendurchmesserschleiftest unter den folgenden Bedingungen
beurteilt. Die Ergebnisse sind in Tabelle II gezeigt.
Schleifbedingungen:Tabelle II
Alle behandelten Proben waren der unbehandelten Kontrollprobe bezüglich
der Oberflächengüte überlegen. Bei höheren Niveaus der ausgeübten Kraft waren alle
behandelten Proben der unbehandelten Kontrollprobe hinsichtlich der Schleifleistung
und den Leistungsparametern überlegen. Die unbehandelte Kontrollprobe zeigte höhere
G-Verhältnisse bei niedrigeren Niveaus ausgeübter Kraft, doch das G-Verhältnis und
die Materialentfernungsrate nahmen schnell ab, wenn mehr Kraft ausgeübt wurde. Dies
stellt bei Präzisionsschleifvorgängen eine höchst unerwünschte Eigenschaft dar,
welche bei den Scheiben der Erfindung größtenteils eliminiert wurde. Höchst bemerkenswert
ist die Tatsache, dass in diesem Trockenschleiftest die zum Schleifen benötigte
spezifische Energie und der Schleiffähigkeitsindex (G-Verhältnis/spezifische Energie)
bei den behandelten Scheiben bedeutend besser waren als bei den unbehandelten Scheiben.
Bei allen ausgeübten Kräften waren Leistungswert, G-Verhältnis, Oberflächengüte
und Schleiffähigkeit der Öl/Wachs-Komponenten-Proben ähnlich wie oder etwas besser
als die 100%-Carnaubawachs-Kontrollprobe. Es wurde beobachtet, dass die mit 100%
Carnaubawachs behandelte Scheibe einen unerwünschten, schwer zu entfernenden Rückstand
auf dem Werkstück nach dem Schleifen hinterließ. Die Wachs/Öl-Mischungen hinterließen
auch einen Rückstand auf dem Werkstück, jedoch im Gegensatz zu dem Rückstand bei
100% Wachs wurde der Wachs/Öl-Rückstand mühelos von dem Werkstück weggewischt. Der
Carnaubawachsrückstand kann eine Beladung der Scheibenfläche bei bestimmten Schleifvorgängen
verursachen.
Beispiel 5Schleiftest
Dieses Beispiel zeigt die Vorteile relativ zu schwefelbehandelten
Kontrollproben der schmiermittelbehandelten Scheiben mit einem Bereich von Gewichtsprozentsätzen
von Carnaubawachs zu schwefelhaltigen Ölen. Diese Proben wurden ebenso mit einer
Schmiermittelkomponente mit einem 1 : 3-Verhältnis von Carnaubawachs und Öl ohne
Additive verglichen. Die behandelten Scheiben und Kontrollproben wurden in einem
Innendurchmesserprofilschlifftest unter den Nassschleifbedingungen getestet, welche
nötig sind, um eine Verbrennung der schwefelbehandelten Kontrollscheiben zu verhindern.
Testscheiben (Norton Companys handelsübliche SG80-J8-VS-Scheiben)
(3,0 × 0,5 × 0,875 Inch) (76,0 × 12,7 × 22,2 mm) wurden
durch das in Beispiel 2 beschriebene Verfahren imprägniert. Die Scheiben enthielten
etwa 48 Volumen-% beimpftes Sol-Gel-Aluminiumoxid-Schleifkorn, 7,2 Volumen-% glasartige
Bindung und etwa 44,8 Volumen-% Porosität. Die Scheibengewichte nach der Imprägnierung
sind unten gezeigt.
Die Schwefelkontrollscheibe war eine handelsübliche Scheibe, imprägniert
mit etwa 15 Gewichts-% elementarem Schwefel (SG80-J8-VS-TR22), erhalten von Norton
Campany, Worcester, MA.
Schleifbedingungen:Tabelle III
Unter Nassschleifbedingungen waren die Scheiben der Erfindung den
schwefelbehandelten Scheiben in Bezug auf Schleiffähigkeit und spezifische Energie
überlegen und zeigten ein wünschenswertes Gleichgewicht zwischen Wirksamkeits- bzw.
Leistungsparametern, einschließlich der zum Schleifen benötigten Leistung und Materialentfernungsraten.
Somit stellen die behandelten Scheiben der Erfindung einen akzeptablen Ersatz für
schwefelimprägnierte Schleifscheiben dar.
Alle behandelten Scheiben (mit Ausnahme der mit OM-300-Öl behandelten
Scheibe #22) waren der unbehandelten Kontrollscheibe bezüglich der Schleiffähigkeit
überlegen, hatten jedoch einen äquivalenten Bedarf bezüglich der spezifischen Energie.
Auch wenn die Leistung der mit OM-300-Öl behandelten Scheibe 22 etwas schlechter
bei der höheren Vorschubrate war, war die Gesamtleistung akzeptabel. Da das OM-300-Öl
nur eine kleinere Menge an Schwefel relativ zu dem OM-377-Öl enthält, würde die
mit OM-300-Öl behandelte Scheibe zur Verwendung in Schleifvorgängen ausgewählt werden,
bei welchen Schwefel ein Umweltproblem darstellt.
Wie in Beispiel 3 beschrieben zeigen beim Testen der behandelten und
unbehandelten Scheiben unter Trockenschleifbedingungen alle mit Öl und Wachs imprägnierten
Scheiben wahrscheinlich sogar höhere G-Verhältnisse und verbrauchen sogar weniger
Leistung als unbehandelte Kontrollscheiben.
Auch wenn bestimmte Formen der Erfindung zur Darstellung in den Zeichnungen
und Beispielen ausgewählt wurden und die vorangehende Beschreibung in bestimmten
Bezeichnungen zum Zwecke der Beschreibung dieser Formen der Erfindung formuliert
ist, ist es nicht beabsichtigt, durch die Beschreibung den Umfang der Erfindung,
welcher in den Ansprüchen definiert ist, einzuschränken.
Anspruch[de]
Schleifartikel zum Präzisionsschleifen, umfassend 3 bis 25 Volumen-%
glasartige Bindung, 3 bis 56 Volumen-% mikrokristallines alpha-Aluminiumoxid (MCA)-Schleifkorn
und 28 bis 68 Volumen-% offene Porosität, wobei im Wesentlichen die gesamte offene
Porosität in dem Schleifartikel mit einer Schmiermittel-Komponente imprägniert wurde,
die aus einer einheitlichen Mischung aus Öl und Wachs mit einem Öl : Wachs-Gewichtsverhältnis
von etwa 3 : 1 bis etwa 1 : 4 besteht.
Schleifartikel gemäß Anspruch 1, wobei der Schleifartikel von etwa
10 bis 56 Volumen-% MCA-Schleifkorn umfasst und das MCA-Schleifkorn ausgewählt ist
aus der Gruppe bestehend hauptsächlich aus gesintertem, beimpftem Sol-Gel-Aluminiumoxid-Korn
und gesintertem, unbeimpftem Sol-Gel-Aluminiumoxid-Korn sowie deren Kombinationen.
Schleifartikel gemäß Anspruch 1, wobei der Schleifartikel des Weiteren
etwa 0,1 bis 53 Volumen-% zumindest eines sekundären Schleifkorns enthält.
Schleifartikel gemäß Anspurch 1, wobei das Öl zumindest etwa 60 Gewicht-%
der Öl/Wachs-Mischung ausmacht.
Schleifartikel gemäß Anspruch 1, wobei das Wachs in der Öl/wachs-Mischung
Carnaubawachs ist.
Schleifartikel gemäß Anspruch 1, wobei das Wachs in der Öl/Wachs-Mischung
eine Mischung aus aliphatischen Verbindungen ist, die zu einem größten Anteil zumindest
eine C16 bis C24 aliphatische Verbindung enthält.
Schleifartikel gemäß Anspruch 1, wobei das Wachs in der Öl/Wachs-Mischung
Polyethylenwachs ist.
Schleifartikel gemäß Anspruch 1, wobei das Wachs in der Öl/Wachs-Mischung
Ester von Fettsäuren mit einer Kohlenwasserstoffkette von zumindest 12 Kohlenstoffatomen
umfasst.
Schleifartikel gemäß Anspruch 1, wobei das Öl in der Öl/Wachsmischung
eine wirksame Menge eines schwefelbehandelten Schneidöl-Additivs enthält.
Schleifartikel gemäß Anspruch 9, wobei die Menge an schwefelbehandeltem
Schneidöl-Additiv zumindest 10 Gewicht-% des Öls ausmacht.
Schleifartikel gemäß Anspruch 1, wobei der Schleifartikel eine Schleifscheibe
ist.
Verfahren zur Herstellung eines Schleifartikels zum Präzisionsschleifen,
umfassend die Schritte:
(a) Mischen von etwa 20–75 Gewicht-% Öl und 25–80 Gewicht-% Wachs bei
einer Temperatur oberhalb des Erweichungspunktes des Wachses, um eine einheitlich
vermischte Schmiermittelkomponente zu bilden,
(b) Bereitstellen eines Schleifartikels umfassend etwa 3 bis 25 Volumen-% glasartigeBindung,
3 bis 56 Volumen-MCA-Korn und 28 bis 68 Volumen-% offene Poren,
(c) Erhitzen der Schmiermittelkomponente auf eine Temperatur, bei der die Schmiermittelkomponente
in einem flüssigen Zustand ist, und Halten der Schmiermittelkomponente in dem flüssigen
Zustand,
(d) Erhitzen des Schleifartikels auf eine Temperatur, die 20 bis 30°C oberhalb
der Temperatur der Schmiermittelkomponente liegt,
(e) In-Kontakt-Bringen des Schleifartikels mit der flüssigen Schmiermittelkomponente,
ohne dabei den Schleifartikel in der flüssigen Schmiermittelkomponente unterzutauchen,
(f) Drehen des Schleifartikels mit einer Geschwindigkeit, bei der die Mitführung
von Gas vermieden wird, wobei der Kontakt mit der Schmiermittelkomponente aufrechterhalten
wird, um so den Schleifartikel einheitlich mit Schmiermittelkomponente zu imprägnieren,
(g) Entfernen des Schleifartikels aus dem Kontakt mit der Schmiermittelkomponente
nachdem der Schleifartikel eine ausreichende Menge der Schmiermittelkomponente absorbiert
hat, um im Wesentlichen alle offenen Poren zu füllen.
(h) Fortsetzen des Drehens des Schleifartikels während der Schleifartikel abgekühlt
wird, um die imprägnierte flüssige Schmiermittelkomponente in den Poren einheitlich
erstarren zu lassen.
Verfahren gemäß Anspruch 12, wobei das Wachs Carnauba ist und das
Öl zumindest 60 Gewicht-% der Schmiermittelkomponente ausmacht.
Verfahren zum Präzisionsschleifen, umfassend die Schritte:
(a) Bereitstellen eines Schleifartikels umfassend 3 bis 25 Volumen-% glasartige
Bindung, 3 bis 56 Volumen-% MCA-Schleifkorn und 28 bis 68 Volumen-% offene Porosität,
vorzugsweise 28 bis 63 Volumen-% offene Porosität, wobei im Wesentlichen die gesamte
offene Porosität mit einer Schmiermittelkomponente imprägniert wurde, die aus einer
einheitlichen Mischung aus im Wesentlichen etwa 20–75 Gewicht-% Öl und 25–80
Gewicht-% Wachs besteht, und wobei das Öl etwa 10 bis 40 Gewicht-% eines schwefelbehandelten
Scheidöl-Additivs enthält, und, (b) während kontinuierlich eine Oberfläche eines Metallwerkstücks
in einem schwefelfreien, flüssigen Kühlmittel gebadet wird, Positionieren des Schleifartikels
in Bewegungsschleifkontakt mit dem Werkstück, bis die Oberfläche eine Präzisionsschliffoberflächengüte
erlangt.
Verfahren zum Trockenpräzisionsschleifen, enthaltend die Schritte:
(a) Bereitstellen eines Schleifartikels, umfassend 3 bis 25 Volumen-% glasartige
Bindung, 3 bis 56 Volumen-% MCA-Schleifkorn und 28 bis 68 Volumen-% offene Porosität,
wobei im Wesentlichen die gesamte offene Porosität in dem Schleifartikel mit einer
wirksamen Menge einer Schmiermittelkomponente imprägniert wurde, die aus einer einheitlichen
Öl/Wachs-Mischung mit einem Öl:Wachs-Gewichtsverhältnis von etwa 3 : 1 bis etwa
1 : 4 besteht,
(b) Positionieren des Schleifartikels in Bewegungsschleifkontakt mit einem trockenem
Werkstück, bis die Oberfläche eine Präzisionsschliffoberflächengüte aufweist, wodurch
die Oberfläche des Werkstücks im Wesentlichen frei von thermischer Schädigung ist.
Verfahren gemäß Anspruch 15, wobei das Öl in der Öl/Wachs-Mischung
eine wirksame Menge eines schwefelbehandelten Schneidöl-Additivs enthält.
Verfahren gemäß Anspruch 16, wobei die Menge an schwefelbehandeltem
Schneidöl-Additiv etwa 10–40 Gewicht-% des Öls in der Schmiermittelkomponente
des Schleifartikels beträgt.