Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Bestimmung von direktem Bilirubin,
das in einer Probe einer Körperflüssigkeit enthalten ist, und ein Reagens, das bei
diesem Verfahren verwendet werden kann.
Stand der Technik
Bilirubin ist ein Stoffwechselprodukt von Hämoglobin, das von gealterten
Erythrocyten abstammt und die Hauptkomponente des Pigmentes der Gallenflüssigkeit
bildet. Blutbilirubin enthält als vorherrschende Komponenten direktes Bilirubin
(Konjugatform) und indirektes Bilirubin (freie Form). Direktes Bilirubin mit Gruppen
von Propionsäure an der Seitenkette, die enzymatisch eine Esterbindung hauptsächlich
mit Glucuronsäure in der Leber eingehen, sind sehr wasserlöslich und reagieren leicht
mit einem Diazoreagens, um eine Azofarbsubstanz zu bilden. Indirektes Bilirubin,
bei dem die Gruppen der Propionsäure in freier Form vorliegen, weist eine geringe
Wasserlöslichkeit auf und reagiert mit einem Diazoreagens nur in der Gegenwart eines
Reaktionsbeschleunigers wie Alkohol usw. Indirektes Bilirubin kann bestimmt werden
durch das Abziehen des direkten Bilirubins vom Gesamtbilirubin, ein Messwert der
konjugierten Form und freien Form, das durch eine Diazoreaktion mit einem Diazoreagens
in der Gegenwart eines Reaktionsbeschleunigers erhältlich ist.
Einzelne Bilirubinkonzentrationen der Konjugat- (direkten) Form und
der freien (indirekten) Form können daher getrennt bestimmt werden, um verschiedene
Leberkrankheiten und Gelbsucht zu diagnostizieren. Die Bilirubinmessung ist daher
eine der wichtigen klinischen Untersuchungen.
Verfahren zur quantitativen Bestimmung von direktem Bilirubin sind
vorgeschlagen worden, wie unten beschrieben, wie z. B. ein Verfahren unter Verwendung
eines Diazoreagens, ein Verfahren unter Verwendung von Bilirubinoxidase, ein Verfahren
unter Verwendung von Hochdruckflüssigkeitschromatographie, ein Verfahren unter Verwendung
einer chemischen oxidierenden Substanz und dergleichen.
A) Bestimmung von direktem Bilirubin unter Verwendung eines
Diazoreagens
Bei dem Diazoverfahren reagiert Bilirubin mit einem Diazoreagens unter
Bildung von Azobilirubin. Das Azobilirubin hat ein Absorptionsmaximum, das größer
als das sichtbare Absorptionsmaximum von Bilirubin selbst ist und ist leicht durch
optische Änderungen nachweisbar. Das Verfahren unter Verwendung eines Diazoreagens
kann sehr variabel sein wegen der Art des Reaktionsbeschleunigers für indirektes
Bilirubin, den Bedingungen zur Reaktionsbeendigung und den Bedingungen zum Bestimmen
von Azobilirubin (Malloy, H. T., Evelyn, K. A.: J. Biol. Chem., 119, 481 (1937);
The determination of bilirubin with the photoelectric colorimeter; Jendrassik, L.,
Grof, P., Biochem. Z., 297, 81 (1938): Vereinfachte Photometrische Methoden zur
Bestimmung des Blutbilirubins; Micha ėlsson, M., Scand. J. Clin. Lab. Invest.,
12 (Supp. 56), 1–80 (1937): Bilirubin determination in serum and urine).
B) Bestimmung von direktem Bilirubin unter Verwendung von
Bilirubinoxidase
Bei dem Verfahren unter Verwendung einer Bilirubinoxidase wird das
Enzym einer Probe ausgesetzt, von der angenommen wird, dass sie Bilirubin enthält,
um Bilirubin zu Biliverdin zu oxidieren, wodurch die Absorption von Bilirubin in
dem maximalen Absorptionswellenlängenbereich verschwindet. Direktes Bilirubin kann
folglich bestimmt werden durch diese Abnahme der Absorption. Verschiedene Modifikationen
wurden vorgenommen, um eine Reaktion von indirektem Bilirubin zu hemmen. Die folgenden
Verfahren wurden für solche Modifikationen vorgeschlagen.
B1) Verfahren zur Bestimmung von direktem Bilirubin, wobei eine Bilirubinoxidase
in einem pH-Bereich von 3,5 bis 4,5 umgesetzt wird (japanisches offengelegtes Patent
KOKAI Nr. 59-125899);
B2) Verfahren zur Bestimmung von direktem Bilirubin, das das Reagieren einer
Bilirubinoxidase mit Bilirubin in einer sauren Pufferlösung von pH 5 bis 6, die
ein anionisches oberflächenaktives Mittel enthält, umfasst (Shogo Otsuji: Clin.
Biochem., 21, 33–38 (1988) und japanisches offengelegtes Patent KOKAI Nr.
60-152955);
B3) Verfahren zur quantitativen Bestimmung von konjugiertem Bilirubin, das das
Umsetzen einer Bilirubinoxidase in einer Pufferlösung von pH 9 bis 10 und das Messen
einer Absorptionsänderung umfasst (japanisches offengelegtes Patent KOKAI Nr. 62-58999);
B4) Verfahren zur quantitativen Bestimmung von direktem Bilirubin, das das Umsetzen
einer Bilirubinoxidase in einer Pufferlösung von pH 2,0 bis 3,3, die Kaliumferrocyanid
und/oder Kaliumferricyanat und Messung einer Absorptionsänderung,
umfasst (japanisches offengelegtes Patent KOKAI Nr. 64-5499);
B5) Verfahren zur quantitativen Bestimmung von direktem Bilirubin, das das Umsetzen
einer Bilirubinoxidase in der Gegenwart einer Fluorverbindung oder eines reduzierenden
Mittels umfasst (japanisches offengelegtes Patent KOKAI Nr. 5-276992); und
B6) Verfahren zur quantitativen Bestimmung von direktem Bilirubin, umfassend
die Möglichkeit der Umsetzung des Bilirubins, wobei es ermöglicht wird, dass eine
Bilirubinoxidase in der Gegenwart einer Tetrapyrrolverbindung wirken kann (japanisches
offengelegtes Patent KOKAI Nr. 7-231795).
B7) EP-A-0 678 580 beschreibt ein Verfahren zur Messung von direktem Bilirubin
durch Reaktion von Bilirubinoxidase mit direktem Bilirubin in der Gegenwart einer
Tetrapyrrolverbindung und eines zusätzlichen Reaktionsverlangsamers für indirekter
Bilirubin, z. B. Hydrazine, Hydroxylamine, Oxime, aliphatische mehrwertige Amine,
Phenole, usw. Die Beispiele zeigen jedoch, dass der Reaktionsverlangsamer nicht
wirksam das Oxidieren von indirektem Bilirum hemmt.
C) Verfahren zur Bestimmung von direktem Bilirubin unter
Verwendung von Hochdruckflüssigkeitschromatographie (HPLC)
Das Verfahren, bei dem HPLC eingesetzt wird, umfasst die Elution von
Bilirubin durch einen organischen Lösungsmittelgradienten auf einer umgekehrten
Säule und das Fraktionieren der Bilirubinfraktionen aufgrund des Unterschiedes in
der hydrophilen/hydrophoben Eigenschaft. Gemäß HPLC wird Serumbilirubin in vier
Fraktionen von &agr;, &bgr;, &ggr; und &dgr; fraktioniert. Die &agr;-, &bgr;-, &ggr;-
und &dgr;-Fraktionen werden jeweils fraktioniert, Bilirubin in freier Form, Bilrubin
bei dem nur ein oder zwei Propionsäuregruppen an der Seitenkette in einem Molekül
eine Esterbindung mit Glucuronsäure (Bilirubinmonoglucuronid) bilden, Bilirubin,
bei dem zwei Propionsäuregruppen Esterbindungen mit Glucuronsäure (Bilirubindiglucuronid)
bilden und Bilirubin, das eine kovalente Bindung mit Albumin bildet. Es wird angenommen,
dass die &dgr;-Fraktion durch eine nicht-enzymatische Reaktion der &ggr;-Fraktion
mit Albumin gebildet wird (Toshio Yamamoto, Nippon Naibunpi Gakkai Zasshi, 78 (11),
36–41 (1989)). Es ist bekannt, dass die &agr;-Fraktion, die durch HPLC erhältlich
ist, indirektem Bilirubin entspricht und die &bgr;- und &ggr;-Fraktionen direktem
Bilirubin entsprechen, wenn durch das Verfahren unter Verwendung eines Diazoreagens
bestimmt (John J. Lauff, Clin. Chem., 28 (4) 629–637 (1982)). Das Verfahren
unter Verwendung von HPLC wurde kontinuierlich modifiziert, um die komplizierte
Vorbehandlung einer Probe zu verbessern, und über solche Modifikationen wurde berichtet
von Nakamura, H.: Bunseki Kagaku, 36, 352–355 (1987); Yukihiko Adachi: Gastroenterologia
Japonica, 23 (3), 268–272 (1988); Yuko Kato: Kinkidaigaku Igaku Zasshi, 14
(1), 97–112 (1989).
D) Bestimmung von direktem Bilirubin unter Verwendung eines
chemischen oxidierenden Mittels
Das Verfahren unter Verwendung eines chemischen oxidierenden Mittels
umfasst das Umsetzen eines niedrig-molekularen Oxidierungsmittels in Lieu einer
Bilirubinoxidase, um Bilirubin zu Biliverdin zu oxidieren. Wenn oxidiert, verringert
sich die Absorbanz von Bilirubin. Demzufolge kann direktes Bilirubin auf Basis der
verringerten Absorbanz bestimmt werden. Verschiedene Modifikationen wurden bei diesem
Verfahren außerdem durchgeführt, um eine Reaktion von indirektem Bilirubin zu hemmen.
Bei den folgenden Verfahren werden solche Modifikationen vorgeschlagen.
D1) Verfahren zur quantitativen Bestimmung von direktem Bilirubin, dadurch gekennzeichnet,
dass Kupferionen und Thioharnstoff oder ein Derivat davon mit einer Probenlösung
umgesetzt wird (japanisches offengelegtes Patent KOKAI Nr. 63-118662).
D2) Verfahren zur quantitativen Bestimmung von Bilirubin, dadurch gekennzeichnet,
dass Vanadinsäureionen oder dreiwertige Manganionen als oxidiertes Agens eingesetzt
werden, um optische Änderungen einer Probenlösung zu messen (japanisches offengelegtes
Patent KOKAI Nr. 5-18978). Zur direkten Bilirubinbestimmung durch dieses Verfahren
wird/werden eine oder mehrere Verbindungen, ausgewählt aus der Gruppe bestehend
aus Hydrazinen, Hydroxylaminen, Oximen, aliphatischen mehrwertigen Aminen, Phenolen,
wasserlöslichen Substanzen mit hohem Molekulargewicht und nichtionischen oberflächenaktiven
Mitteln, mit einem HLB von wenigstens 15 als Reaktionshemmstoffe für indirektes
Bilirubin eingesetzt.
D3) Verfahren zur quantitativen Bestimmung von Bilirubin, dadurch gekennzeichnet,
dass salpetrige Säure als oxidierendes Agens eingesetzt wird, um optische Änderungen
einer Probenlösung zu messen (WO 96-17251). Um die Messung von direktem Bilirubin
durch dieses Verfahren zu bewirken, wird ein Reaktionshemmer für indirektes Bilirubin,
wie Polyoxyethylen (n-Alkyl- oder Isoalkyl-)ether mit einem HLB von 12 bis 15, Thioharnstoff,
Hydrazin, Polyvinylpyrrolidon oder dergleichen, eingesetzt.
Jedes dieser Verfahren A) bis D) hat sowohl Vor- als auch Nachteile
und keines ist wirklich zufriedenstellend für den erforderlichen Bilirubintest.
Die Nachteile, die diese Verfahren aufweisen, werden nachfolgend beschrieben.
Bei dem Verfahren A) unter Verwendung eines Diazoreagens wird eine
Reaktion in der Abwesenheit eines Reaktionsbeschleunigers eine direkte Diazoreaktion
genannt, von der der Ausdruck direktes Bilirubin stammt. Es ist jedoch in vielen
Zeitschriften berichtet worden, dass ein Teil des indirekten Bilirubins auch diese
direkte Diazoreaktion bewirken könnte (z. B. Killenberg, P. G., Gastroenterology,
78, 1011–1015 (1980); Blankaert, N., J. Lab. Clin. Med., 96, 198– 212
(1980); Yukio Manabe, Bunseki Kaaku, 30, 736–740 (1981), Chan, K. M., Clin.
chem., 31, 1560–1563 (1985); Akira Kosaka, Kensa-to-Gijutsu, 14, 971–975
(1986); Yukihiko Adachi, Seibutsu-Shiryou Bunseki, 9, 33–42 (1986)). Selbst
wenn Bilirubin durch das oben genannte direkte Diazoverfahren bestimmt werden kann,
stellt der so erhaltene Bilirubinwert daher nicht unbedingt "direktes Bilirubin"
dar.
Das Verfahren B) unter Verwendung einer Bilirubinoxidase ist entwickelt
worden, um Bilirubinwerte zu erhalten, die so nahe wie möglich an den Messwerten,
die durch die direkte Diazoreaktion definiert werden, liegen. Eine natürliche Konsequenz
ist, dass die Oxidation ebenfalls zum Teil mit indirektem Bilirubin bewirkt wird
und daher das Verfahren B) keine genaue Messung von "direktem Bilirubin" ergibt.
Dies hat Modifikationen des Verfahrens B) erforderlich gemacht, um eine ungewünschte
Reaktion mit indirektem Bilirubin zu vermeiden. Bei einem verbesserten Verfahren
wird es einer Bilirubinoxidase ermöglicht, in der Gegenwart einer Fluorverbindung
zu reagieren (japanisches offengelegtes Patent Kokai Nr. 5-276992), und bei einem
weiteren Verfahren wird es einer Bilirubinoxidase ermöglicht, in der Gegenwart einer
Tetrapyrrolverbindung zu reagieren (japanisches offengelegtes Patent Kokai Nr. 7-231795).
Diese Verfahren beinhalten jedoch Probleme, dadurch dass die Verwendung der Fluorverbindung
bei dem ersten Verfahren zu einer Umweltverschmutzung führt und die Notwendigkeit,
dass eine Tetrapyrrolverbindung in einer Reaktionslösung vorhanden ist, die Lösung
unstabil macht, wodurch es nicht möglich ist, das Assaysystem in einem Lösungszustand
über einen Zeitraum zu verwenden, der für das Assay erforderlich ist.
Das Verfahren C) unter Verwendung von HPLC liefert eine hohe Effizienz
der Analyse, aber auf der anderen Seite erfordert es einen beträchtlichen Zeitraum
von ungefähr 1 Stunde, um eine Probe zu behandeln. Daher ist das Verfahren C) nicht
adäquat zur Behandlung einer großen Zahl von Proben. Darüber hinaus ist das Verfahren
C), das teure und spezielle Vorrichtungen erfordert, nicht für alle Zwecke verfügbar.
Das Verfahren D) unter Verwendung eines chemischen oxidierenden Mittels
beinhaltet ähnliche Probleme wie die, die bei dem Verfahren B) unter Verwendung
einer Bilirubinoxidase beobachtet werden, da das Verfahren D) ebenfalls entwickelt
wurde, um Bilirubinmesswerte zu erhalten, die so nahe wie möglich, an denen liegen,
die durch die direkte Diazoreaktion definiert werden, und folglich wird ein Teil
des indirekten Bilirubins oxidiert. In dieser Hinsicht ist es schwierig zu sagen,
dass das Verfahren D) genau "direktes Bilirubin" misst.
Wie oben angeführt, kann keines der vorgenannten Verfahren perfekt
die Beeinträchtigung von indirektem Bilirubin vermeiden oder kann eine stabile und
sichere Messung von direktem Bilirubin liefern. Daher ist es sehr erwünscht, ein
Verfahren zur Bestimmung von direktem Bilirubin zu entwickeln, das diese Mängel
des Standes der Technik behebt und alle Erfordernisse erfüllt.
Zusammenfassung der Erfindung
Die Erfindung wurde aus Sicht der derzeitigen Situation vervollständigt.
Erfindungsgemäß wird ein sicheres und stabiles Verfahren zur Bestimmung von direktem
Bilirubin bereitgestellt, bei dem die Beeinträchtigung von indirektem Bilirubin
vollständig vermieden werden kann und keine Gefahr für die Umweltverschmutzung wie
Wasserabfallbehandlung, usw. besteht.
Die Erfinder haben ausführlich die Reaktivität von indirekten und
direkten Bilirubinen in einem optimalen pH-Wert einer Bilirubinoxidase untersucht.
Als Folge wurde festgestellt, dass, wenn es ermöglicht wird, dass eine Bilirubinoxidase
auf Bilirubin in der Gegenwart von Thiocyanation, einem Hydrazid, reduziertem Nicotinamidadenindinucleotid
(hiernach häufig mit NADH abgekürzt), reduziertem Nicotinamidadenindinucleotidphosphat
(hiernach häufig mit NRDPH abgekürzt), oder einem Kaliumion von 100 mM bis 800 mM
zu wirken, die Beeinträchtigung von indirektem Bilirubin durch seine Oxidation vollständig
gehemmt werden kann und gleichzeitig die Oxidation von direktem Bilirubin selektiv
quantitativ fortgesetzt werden kann. Anschließend kann direktes Bilirubin genau
bestimmt werden. Die vorliegende Erfindung wurde folglich gemacht.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Bestimmung von direktem Bilirubin,
das umfasst: Kontaktieren einer Bilirubinoxidase mit einer Probe einer Körperflüssigkeit
und Messen des direkten Bilirubins in der Probe mittels der optischen Veränderung
der Probe, dadurch gekennzeichnet, dass die Bilirubinoxidase in der Gegenwart von
mindestens einem Reaktionsinhibitor für indirektes Bilirubin, ausgewählt aus der
Gruppe bestehend aus einem Thiocyanation, einem Hydrazid, NADH, NADPH und einem
Kaliumion von 100 mM bis 800 mM wirkt.
Die vorliegende Erfindung betrifft außerdem ein Reagenskit zur Messung
von direktem Bilirubin, umfassend als wesentliche Bestandteile:
i) eine Bilirubinoxidase; und
ii) mindestens einen Reaktionsinhibitor für indirektes Bilirubin, ausgewählt
aus einem Thiocyanation, einem Hydrazid, NADH, NADPH und einem Kaliumion von 100
mM bis 800 mM.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
1 zeigt den Reaktionszeitverlauf des
Beispiels 1 und Vergleichsbeispiels 1, wobei Messpunkte (ca. 20 Sek/Punkt) auf der
Abszisse angegeben sind und die Absorbanz × 10.000 auf der Ordinate angegeben
ist.
2 zeigt den Reaktionszeitverlauf in Beispiel
2 und Vergleichsbeispiel 1, wobei die Messpunkte (ca. 20 Sek/Punkt) auf der Abszisse
angegeben sind und die Absorbanz × 10.000 auf der Ordinate angegeben ist.
3 zeigt den Reaktionszeitverlauf in Beispiel
3 und Vergleichsbeispiel 1, wobei die Messpunkte (ca. 20 Sek/Punkt) auf der Abszisse
angegeben sind und die Absorbanz × 10.000 auf der Ordinate angegeben ist.
4 zeigt den Reaktionszeitverlauf in Beispiel
4 und Vergleichsbeispiel 1, wobei die Messpunkte (ca. 20 Sek/Punkt) auf der Abszisse
angegeben sind und die Absorbanz × 10.000 auf der Ordinate angegeben ist.
5 zeigt den Reaktionszeitverlauf von
indirektem Bilirubin unter Verwendung einer Bilirubinoxidase in Beispiel 5 und Vergleichsbeispiel
1, wobei die Messpunkte (ca. 20 Sek/Punkt) auf der Abszisse angegeben sind und die
Absorbanz × 10.000 auf der Ordinate angegeben ist.
6 zeigt den Reaktionszeitverlauf von
indirektem Bilirubin unter Verwendung einer Bilirubinoxidase in Beispiel 6 und Vergleichsbeispiel
1, wobei die Messpunkte (ca.
20 s/Punkt) auf der Abszisse angegeben sind und die Absorbanz ×
10.000 auf der Ordinate angegeben ist.
7 zeigt die in Beispiel 7 und Vergleichsbeispiel
2 erhaltenen Ergebnisse, wobei das Verhältnis von direktem Bilirubin zu Gesamtbilirubin
auf der Abszisse angegeben ist und die Abnahme der Absorbanz auf der Ordinate angegeben
ist.
8 zeigt die in Beispiel 8 und Vergleichsbeispiel
2 erhaltenen Ergebnisse, wobei das Verhältnis von direktem Bilirubin zu Gesamtbilirubin
auf der Abszisse angegeben ist und die Abnahme der Absorbanz auf der Ordinate angegeben
ist.
9 zeigt die in Beispiel 9 und Vergleichsbeispiel
2 erhaltenen Ergebnisse, wobei das Verhältnis von direktem Bilirubin zu Gesamtbilirubin
auf der Abszisse angegeben ist und die Abnahme der Absorbanz auf der Ordinate angegeben
ist.
10 zeigt die in Beispiel 10 und Vergleichsbeispiel
2 erhaltenen Ergebnisse, wobei das Verhältnis von direktem Bilirubin zu Gesamtbilirubin
auf der Abszisse angegeben ist und die Abnahme der Absorbanz auf der Ordinate angegeben
ist.
11 zeigt die in Beispiel 11 und Vergleichsbeispiel
2 erhaltenen Ergebnisse, wobei das Verhältnis von direktem Bilirubin zu Gesamtbilirubin
auf der Abszisse angegeben ist und die Abnahme der Absorbanz auf der Ordinate angegeben
ist.
12 zeigt die in Beispiel 12 und Vergleichsbeispiel
2 erhaltenen Ergebnisse, wobei das Verhältnis von direktem Bilirubin zu Gesamtbilirubin
auf der Abszisse angegeben ist und die Abnahme der Absorbanz auf der Ordinate angegeben
ist.
Detaillierte Beschreibung der bevorzugten Ausführungsformen
In der vorliegenden Erfindung sind die zu untersuchenden Proben nicht
besonders eingeschränkt, solange von diesen Proben vermutet wird, dass sie direktes
Bilirubin oder indirektes Bilirubin enthalten. Im allgemeinen umfassen die Proben
solche von lebenden Körperflüssigkeiten wie Plasma, Serum, Urin, usw. und Modellproben
davon.
Erfindungsgemäß umfasst das Thiocyanation, das als Reaktioninhibitor
für indirektes Bilirubin verwendet wird, ein Alkalimetallthiocyanat, ein alkalisches
Erdmetallthiocyanat, Ammoniumthiocyanat, usw., ist aber nicht darauf beschränkt,
wobei Natriumthiocyanat und Kaliumthiocyanat bevorzugt sind.
Das erfindungsgemäß verwendete Hydrazid umfasst, ist aber nicht besonders
darauf beschränkt, Acetylhydrazid, Phthalsäurehydrazid, Isophthaloyldihydrazid,
Terephthalsäuredihydrazid, Benzolsulfonylhydrazid, usw.
Reduziertes Nicotinamidadenindinucleotid (NADH) oder reduziertes Nicotinamidadenindinucleotidphosphat
(NRDPH) können als Reaktionsreagenzien eingeführt werden. Alternativ kann außerdem
NADH oder NADPH von oxidiertem Nicotinamidadenindinucleotid durch eine Enzymreaktion
unter Verwendung einer Alkoholdehydrogenase, einer Glucose-6-phosphatdehydrogenase,
usw. abstammen, solange die Wirkung, die erfindungsgemäß erforderlich ist, erreicht
werden kann.
Das erfindungsgemäß verwendete Kaliumion umfasst, ist aber nicht darauf
beschränkt, Kaliumchlorid, Kaliumbromid, Kaliumacetat, Kaliumcitrat, Kaliumtartrat,
Kaliumlactat, Kaliumphthalat, Kaliumsulfat, usw.
Erfindungsgemäß sollte der Reaktionsinhibitor für indirektes Bilirubin
in einer optimalen Konzentration in der Reaktionslösung vorhanden
sein, bei der die Oxidation verläuft. Bei einer zu niedrigen Konzentration kann
die Reaktion von indirektem Bilirubin nicht ausreichend gehemmt werden, wobei bei
einer zu hohen Konzentration die Wirkung einer Bilirubinoxidase übermäßig sein kann,
und die Oxidation von direktem Bilirubin beeinträchtigt. Wenn das Thiocyanation
oder das Hydrazid als Reaktionsinhibitor für indirektes Bilirubin verwendet wird,
wird die Konzentration daher bevorzugt in einem Bereich von 0,1 mM bis 100 mM, mehr
bevorzugt 0,2 mM bis 50 mM, in der Enzymreaktionslösung gehalten.
Wenn NADH oder NADPH als Reaktionsinhibitor verwendet wird, liegt
die Konzentration im allgemeinen im Bereich von 0,1 mM bis 10 mM, bevorzugt 0,2
mM bis 5 mM.
Im Fall der Verwendung des Kaliumions als Inhibitor ist die Konzentration
bevorzugt im Bereich von 100 mM bis 800 mM, bevorzugter von 110 mM bis 600 mM, am
meisten bevorzugt von 120 mM bis 400 mM, in der ultimativen Reaktionslösung. Wenn
die Kaliumionenkonzentration weniger als 100 mM beträgt, kann die hemmende Wirkung
auf die Reaktion von indirektem Bilirubin nicht ausreichend sein. Auf der anderen
Seite, wenn die Konzentration mehr als 800 mM beträgt, steigert sich die inhibierende
Wirkung einer Bilirubinoxidase, so dass die Oxidation von direktem Bilirubin beeinträchtigt
sein kann.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren sind die indirekten Bilirubinreaktionsinhibitoren
wirksam, wenn sie allein verwendet werden, aber die Wirkung wird häufig verbessert
durch Verwendung einer Kombination von zwei oder mehreren. Zum Beispiel können mindestens
zwei Inhibitoren, ausgewählt aus dem Thiocyanation, Hydrazid, NADH und NADPH, in
Kombination verwendet werden. Alternativ kann ein oder können mehrere Inhibitoren,
ausgewählt aus dem Thiocyanation, Hydrazid, NADH und NADPH, in Kombination mit dem
Kaliumion verwendet werden.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren umfasst die erfindungsgemäße Bilirubinoxidase,
ist aber nicht darauf beschränkt, Bilirubinoxidase, abstammend aus Myrothecium verrucaria
(im Handel von Amano Pharmaceutical Co., Ltd. erhältlich), Bilirubinoxidase aus
Trachyderma tsunodae (im Handel erhältlich von Takara Shuzo Co., Ltd.), Bilirubinoxidase,
abstammend von der Gattung Pleurotus (im Handel von K. K. Seishin erhältlich), und
dergleichen. Es ist wünschenswert, das Enzym in einer Konzentration von 0,001 bis
10 E/ml, bevorzugt 0,01 bis 1 E/ml, am meisten bevorzugt 0,02 bis 0,5 E/ml, in der
ultimativen Reaktionslösung zu verwenden.
Wenn eine Bilirubinoxidase mit einer Probe einer Körperflüssigkeit
in Kontakt gebracht wird, ist der pH-Bereich nicht besonders beschränkt, solange
die Enzymaktivität unter Optimumbedingungen für eine Bilirubinoxidase entfaltet
werden kann. Der pH-Bereich beträgt bevorzugt von 4,5 bis 6,5, am meisten bevorzugt
5,0 bis 6,0. Jede Pufferlösung kann erfindungsgemäß ohne irgendwelche Einschränkungen
verwendet werden, wenn die Lösung eine puffernde Wirkung in dem oben identifizierten
pH-Bereich aufweist. Spezifische Beispiele einer solchen Pufferlösung sind eine
Kaliumhydrogenphthalat/Natriumhydroxidpufferlösung, eine Natriumcitrat/Natriumhydroxidpufferlösung,
eine Äpfelsäure/Natriumhydroxidpufferlösung, usw. Vor allem ist eine Pufferlösung,
enthaltend ein Kaliumsalz, wie Kaliumhydrogenphthalat oder dergleichen, bevorzugt,
da das Kaliumion die Reaktion von indirektem Bilirubin inhibiert.
Erfindungsgemäß kann in einer Probe enthaltendes direktes Bilirubin
selektiv unter Verwendung des Reagenskits zur Messung von direktem Bilirubin, umfassend
z. B. eine Bilirubinoxidase und mindestens indirekte Bilirubinreaktionsinhibitoren,
untersucht werden.
Ein bevorzugtes Reaktionskit zur Messung von direktem Bilirubin umfasst
zwei Reagenzien, eine erste Reaktionslösung, umfassend z. B. Thiocyanationen oder
das Hydrazid, und eine zweite Reaktionslösung, umfassend eine Bilirubinoxidase.
Besonders bevorzugt enthält die erste Reaktionslösung außerdem Kaliumionen.
Bei einer weiteren Ausführungsform des Reagenskits wird das Kit derart
entworfen, um die notwendigen Reagenskomponenten in zwei Lösungen wegen der Stabilität
von NADH, NADPH oder einer Bilirubinoxidase zu trennen. Folglich enthält eine erste
Reaktionslösung z. B. eine Pufferlösung mit einem pH von 4,5 bis 6,5, bevorzugt
einen pH von 5,0 bis 6,0, und eine zweite Reaktionslösung enthält eine Bilirubinoxidase
und NADH, NADPH oder Kaliumionen. Wenn NADH oder NADPH verwendet wird, hat die zweite
Reaktionslösung bevorzugt einen pH von 9 oder mehr, bevorzugter 9 bis 11,0, aus
Sicht der Stabilität von NADH oder NADPH in seinem Lösungszustand. Es ist bevorzugt,
dass die zweite Reaktionslösung außerdem Kaliumionen enthält.
Wenn Kaliumionen allein als Reaktionsinhibitor für indirektes Bilirubin
verwendet werden, wird der pH-Bereich der zweiten Reagenslösung, die Bilirubinoxidase
enthält, angesichts der Stabilität von Bilirubinoxidase, bevorzugt von auf 7 bis
11 gehalten.
Illustrative Beispiele der Pufferlösung sind Kaliumhydrogenphthalat/Natriumhydroxidpufferlösung,
eine Natriumcitrat/Natriumhydroxidpufferlösung, eine Äpfelsäure/Natriumhydroxidpufferlösung
usw.
In einer bevorzugten Ausführungsform enthält die erste Reagenslösung
außerdem Kaliumionen.
Erfindungsgemäß kann direktes Bilirubin unter Verwendung des oben
beschriebenen Kits wie folgt bestimmt werden. Eine Probe wird mit einer ersten Reagenslösung
gemischt. Die Absorbanz bei einer bestimmten Wellenlänge, bevorzugt bei 450 nm in
einem Wellenlängenbereich (430–460 nm) auf Basis des Bilirubins in der Lösung,
wird bestimmt, um den Messwert als "Absorbanz 1" zu erhalten. Anschließend wird
eine zweite Reagenslösung, die Bilirubinoxidase enthält, zu der
Lösung gegeben, um die Oxidation bei 25 bis 40°C 3 bis 15 Minuten durchzuführen.
Daraufhin wird wieder die Absorbanz bei einer bestimmten Wellenlänge auf Basis des
Bilirubins in der Lösung gemessen, um den Messwert "Absorbanz 2" zu erhalten. Nachdem
die Absorbanz 1 und Absorbanz 2 auf das Lösungsvolumen korrigiert wurden, wird die
Absorbanzänderung vor und nach der Oxidation bestimmt. Die direkte Bilirubinkonzentration
in der Probe kann bestimmt werden durch die Änderung der Absorbanz und einer Kalibrierungskurve,
die zuvor auf Basis von Änderungen der Absorbanz hergestellt wurden, die durch das
gleiche Verfahren erhalten wurden, wobei Standardlösungen bekannter Bilirubinkonzentrationen
eingesetzt wurden. Das erfindungsgemäße Verfahren zur Bestimmung von direktem Bilirubin
ist bei vielseitigen automatischen Analysatoren, die im Handel für klinische Untersuchungen
erhältlich sind, wie dem Hitachi-Modell 7070 automatischen Analysator, usw., anwendbar.
Die Probenlösung wird bevorzugt in einem Volumen von 0,005 bis 1 ml verwendet.
Die Thiocyanationen, Hydrazide und Kaliumionen, die in den Reagenzien
zur Bestimmung von direktem Bilirubin verwendet werden, sind in einer wässrigen
Lösung nicht besonders stabil. Wenn der pH bei 9 oder mehr gehalten wird, sind jedoch
NADH oder NADPH und eine Bilirubinoxidase in einer wässrigen Lösung stabil. Das
erfindungsgemäße Reagens kann daher als flüssiges Reagens in der Form einer wässrigen
Lösung bereitgestellt werden.
Das Reagens zur Bestimmung von direktem Bilirubin kann außerdem andere
bekannte Reagenzien enthalten, wie ein antiseptisches Mittel, einen Chelatbildner,
ein oberflächenaktives Mittel usw., solange sie in herkömmlichen Reagenzien oder
Reagenskits verwendet werden können. Diese bekannten Reagenzien können in dem erfindungsgemäßen
Reagens verwendet werden, wobei gemäß bekannter Verfahren genau ausgewählt wird.
Beispiele 1 bis 6 und Vergleichsbeispiel 1Wirkung auf das Hemmen der Reaktion von indirektem
Bilirubin
Die folgenden Beispiele wurden durchgeführt, um festzustellen, ob
die Oxidation von indirektem Bilirubin in der Gegenwart von 100 mM bis 800 mM Kaliumionen
(Beispiel 1), Thiocyanationen (Beispiel 2), Hydraziden (Beispiel 3 und 4), NADH
(Beispiel 5) oder NADPH (Beispiel 6) inhibiert werden kann, wenn es mit Bilirubinoxidase
oxidiert wird. In Vergleichsbeispiel 1 werden die gleichen Verfahren in der Abwesenheit
dieser Inhibitoren durchgeführt. Details über diese Reagenzien, Proben und Verfahren
sind unten aufgeführt, und die erhaltenen Ergebnisse sind in den nachstehenden Tabellen
und den Figuren ebenfalls gezeigt.
(1) Erste und zweite Reagenslösungen
Erste Reagenslösung, die in Vergleichsbeispiel 1 verwendet wird
Eine Lösung, enthaltend 50 mg/dl indirektes Bilirubin und 6,0 g/l
humanes Serumalbumin wird als Probenlösung verwendet. Die Probenlösung wird wie
folgt hergestellt.
Nachdem 5 mg indirektes Bilirubin ausgewogen wurden, wurde es in 0,4
ml Dimethylsulfoxid dispergiert, und 0,4 ml 100 mM Natriumcarbonatlösung wurden
zu der Dispersion gegeben, um indirektes Bilirubin aufzulösen. Sofort danach wurde
die Lösung mit 9,2 ml 100 mM Trispuffer (pH 7,00), enthaltend humanes Serumalbumin,
verdünnt, um die Probenlösung zu ergeben.
(3) Messung in Vergleichsbeispiel 1 und Beispielen 1 bis
6
Unter Verwendung eines automatischen Analysators, Hitachi Modell 7070,
wurde die Messung durchgeführt. Nach der Mischung von 10 &mgr;l Probenlösung 300
&mgr;l der ersten Reagenslösung und 75 &mgr;l der zweiten Reagenslösung wurde alle
Vorgänge automatisch durchgeführt und die Änderung der Absorbanz bei der Hauptwellenlänge
von 450 nm und der Nebenwellenlänge von 546 nm wurde durch das 2-Punkteverfahren
gemessen.
Genauer gesagt wird die Probenlösung mit der Erstreagenzlösung in
dem automatischen Analysator gemischt. Nach fünfminütiger Inkubierung bei 37°C
wird die Absorbanz auf Basis des in der Mischung enthaltenen Bilirubins bei einer
Hauptwellenlänge von 450 nm und einer Nebenwellenlänge von 546 nm gemessen.
Anschließend wurde die zweite Reagenslösung, die Bilirubinoxidase
enthält, zu der Lösungsmischung gegeben, gefolgt von der 5-minütigen Oxidation von
Bilirubin bei 37°C. Wieder wurde die Absorbanz auf Basis von Bilirubin in der
Lösung bei der oben angegebenen Wellenlängen gemessen (Absorbanz 2). Die Messwerte
der Absorbanz 1 und Absorbanz 2 wurden auf das Lösungsvolumen korrigiert. Anschließend
wurde eine Abnahme der Absorbanz vor und nach der Oxidation erhalten. Diese Messungen
und die Berechnung werden automatisch von dem automatischen Analysator durchgeführt.
(4) Ergebnisse, die in Vergleichsbeispiel 1 und Beispielen
1 bis 6 erhalten wurden
Die Ergebnisse der Abnahme der Absorbanz von indirektem Bilirubin
in Vergleichsbeispiel 1 und Vergleichsbeispielen 1 bis 6 sind in Tabelle 1 gezeigt.
Zusätzlich ist der Reaktionszeitverlauf in dem automatischen Analysator für Vergleichsbeispiel
1 und Beispiele 1 bis 6 jeweils in den 1 bis
6 gezeigt.
Tabelle 1: Abnahme der Absorbanz aufgrund von indirektem Bilirubin
Aus den Ergebnissen der Tabelle 1 und den 1
bis 6 ist klar ersichtlich, dass in den Beispielen
1 bis 6, bei denen das erfindungsgemäße Verfahren durchgeführt wird, eine Abnahme
der Absorbanz aufgrund der Oxidation von indirektem Bilirubin geringfügig ist und
fast innerhalb der Messfehler, die bei dem automatischen Analysator erlaubt sind.
Keine Abnahme der Absorbanz ist außerdem im Reaktionszeitverlauf zu bemerken. Auf
der anderen Seite wurde eine signifikante Abnahme der Absorbanz, begleitet von der
Oxidation von indirektem Bilirubin, in Vergleichsbeispiel 1 bemerkt.
Diese Ergebnisse zeigen, dass in allen erfindungsgemäßen Untersuchungen
die Reaktion von indirektem Bilirubin mit der Bilirubinoxidase in der Gegenwart
von Thiocyanationen, Hydraziden, 100 mM bis 800 mM Kaliumionen, NADH oder NADPH
gehemmt wird.
Beispiele 7 bis 12Bestimmung von direktem Bilirubin in einer Probe, die direktes
und indirektes Bilirubin enthält(1) Herstellung der Probenlösung
Eine Lösung, enthaltend 5 mg/dl Ditaurobilirubin (wenn als Bilirubin
berechnet), das ein synthetisches konjugiertes Bilirubin ist, und 6,0 g/l humanes
Serumalbumin in 100 mM Trispufferlösung (pH 7,00) wurde hergestellt. Die Lösung
wurde als direkte Bilirubinlösung verwendet. Davon getrennt wurde eine Lösung, enthaltend
5 mg/dl nicht-konjugiertes Bilirubin und 6,0 g/l humanes Serumalbumin in 100 mM
Trispufferlösung (pH 7,00) hergestellt. Die Lösung wurde als indirekte Bilirubinlösung
verwendet. Die direkte Bilirubinlösung wurde mit der indirekten Bilirubinlösung
verdünnt, um verschiedene Probenlösungen mit der gleichen Gesamtkonzentration von
Bilirubin (5 mg/dl), aber unterschiedlichen Konzentrationen von direktem Bilirubin,
herzustellen. Sechs (6) Probenlösungen wurden hergestellt, bei denen die Verhältnisse
von direktem Bilirubin zu Gesamtbilirubin jeweils 0,0, 0,2, 0,4, 0,6, 0,8 bzw. 1,0
h betragen.
(2) Messbedingungen
Eine Abnahme der Absorbanz wird unter Verwendung der gleichen Reagenzien
und der gleichen Bedingungen wie bei der Messung, die für die Beispiele 1 bis 6
beschrieben ist, gemessen, außer dass Probenlösungen verwendet wurden, die in (1)
oben hergestellt wurden. Die Untersuchungen wurden jeweils Beispiel 7 (wobei Kaliumionen
verwendet wurden), Beispiel 8 (wobei Thiocyanationen verwendet wurden), Beispiel
9 (Hydrazid), Beispiel 10 (Hydrazid), Beispiel 11 (NADH) bzw. Beispiel 12 (NADPH)
genannt.
(3) Ergebnisse
Die Ergebnisse sind in 7 bis
12 gezeigt. In den Figuren wird das Verhältnis
von direktem Bilirubin zu Gesamtbilirubin auf der Abszisse angegeben und eine Abnahme
der Absorbanz wird auf der Ordinate angegeben. In den Beispielen
7 bis 12, die das erfindungsgemäße Verfahren einsetzen, erhöht sich die Absorbanz
im Verhältnis zu der Menge von direktem Bilirubin und die Arbeitskurven zeigen eine
gute Linearität der Verdünnung, die durch den Ursprung führt, was anzeigt, dass
in den Beispielen 7 bis 12 direktes Bilirubin selektiv ohne Beeinträchtigung von
indirektem Bilirubin gemessen wird.
Vergleichsbeispiel 2
Bestimmung von direktem Bilirubin in einer Probe, die direktes Bilirubin
und indirektes Bilirubin enthält, durch ein herkömmliches Verfahren Zu Vergleichszwecken
wird direktes Bilirubin in der Probe, die in den Beispielen 7 bis 12 verwendet wird,
gemäß einem herkömmlichen Verfahren bestimmt. Ein Verfahren zur Bilirubinmessung
unter Verwendung einer Bilirubinoxidase bei einem pH von 3,5 bis 4,5 wurde in dem
herkömmlichen Verfahren verwendet (japanisches offengelegtes Patent Kokai Nr. 59-125891,
Shogo Otsuji, Clin. Biochem., 21, 33–38 (1988)). Das heißt, die verwendeten
Reagenzien haben die folgenden Zusammensetzungen:
(1) Erste und zweite Reagenslösungen
Erste Reagenslösung bei dem herkömmlichen Verfahren
Die gleichen Bedingungen wie diejenigen, die in Beispiel 1 beschrieben
wurden, werden verwendet, außer dass die obigen Reagenslösungen eingesetzt werden.
(3) Ergebnisse
Die Ergebnisse sind in 7 bis
12 gezeigt. Die Ergebnisse des herkömmlichen
Verfahrens (Vergleichsbeispiel 2) zeigen, dass keine Linearität zwischen der Konzentration
von direktem Bilirubin in der Probe und der gemessenen Absorbanz erhalten wird,
was darauf hindeutet, dass bei dem herkömmlichen Verfahren direktes Bilirubin in
der Probe nicht genau gemessen wird aufgrund schwerwiegender Beeinträchtigung durch
indirektes Bilirubin in der Probe.
Beispiele 13 bis 18Bestätigung durch HPLC, dass indirektes Bilirubin in einer
Probe, von der angenommen wird, dass sie einen hohen Bilirubingehalt enthält, keine
nennenswerte Beeinträchtigung verursacht unter den Messbedingungen des erfindungsgemäßen
Verfahrens.(1) Probe
Ein Pool von Sera, die von einer Patientin mit einem hohen Bilirubingehalt
gesammelt wurden, wurden als Probe verwendet. Die Probe wurde in ihrer intakten
Form für die Analyse bereitgestellt, ohne dass mit Natriumsulfat ausgesalzt wurde.
Die intakte Probe würde zur Absorption von Globulinen in der Probe auf einer Säule
führen, wodurch die Verschlechterung der Säule gefördert wird, aber um die Denaturierung
von Bilirubinfraktionen zu verhindern, wurde die Probe nicht einer Aussalzbehandlung
unterworfen.
(2) Reagenzien
Die gleichen Reagenzien, die in den Beispielen 1 bis 6 verwendet wurden,
werden jeweils verwendet in Beispiel 13 (Kaliumionen werden als Inhibitor verwendet),
Beispiel 13 (Thiocyanationen), Beispiel 15 (Hydrazid), Beispiel 16 (Hydrazid), Beispiel
17 (NADH) und Beispiel 18 (NADPH). In Vergleichsbeispiel 3 wird das gleiche Reagens,
das in Vergleichsbeispiel 2 verwendet wurde, eingesetzt.
(3) Oxidation von Bilirubin in der Probe mit Bilirubinoxidase
Zu 16 &mgr;l Probe werden 480 &mgr;l der ersten Reagenslösung gegeben.
Die Mischung wird bei 37°C 5 min erwärmt. Anschließend werden 120 &mgr;l der
zweiten Reaktionslösung zu der Mischung gegeben. Nach 5-minütiger Erwärmung bei
37°C werden 120 &mgr;l 2%iger wässriger Ascorbinsäurelösung zugegeben, um die
Reaktion von Bilirubinoxidase zu beenden.
(4) Analyse durch HPLC
Die Analyse durch HPLC wird gemäß dem Verfahren durchgeführt, das
von John J. Lauff in Clin. Chem., 28 (4), 629–637 (1982) beschrieben wird,
und Änderungen des Peakbereichs aufgrund von indirektem Bilirubin wird vor und nach
der Reaktion untersucht. Für die Daten vor der Reaktion werden die gleichen Verfahren
wie für die Oxidation beschrieben durchgeführt, außer dass physiologische Kochsalzlösung
anstatt der zweiten Reagenslösung verwendet wird. Folglich wird der Peakbereich
auf Basis von indirektem Bilirubin bestimmt.
Das Hitachi-HPLC-System (Säulenofen L-7300, UV-Detektor L-7400, Pumpe
L-7100, Integrator D-7500), das mit einer Umkehrphasensäule Lichrspher 100 RP-18
(10 &mgr;m, von Kanto Kagaku K. K. hergestellt) ausgestattet ist, wird für die HPLC
verwendet.
Das heißt, die Lösung, die durch die oben beschriebene Oxidation erhalten
wird, wird durch ein Membranfilter von 0,45 &mgr;m filtriert und 150 &mgr;l des
Filtrats wird über die HPLC-Säule geleitet, wobei der Peakbereich auf Basis von
indirektem Bilirubin nach der Reaktion gemessen wird. Die Elution wird durch den
linearen Gradienten von Isopropanol zwischen zwei Lösungen, Lösung A (950 Volumen
gereinigtes Wasser/50 Volumen 2-Methoxyethanol, pH 2,1, eingestellt mit Phosphorsäure)
und Lösung B (950 Volumen Isopropanol/50 Volumen 2-Methoxyethanol/2,5 Volumen Phosphorsäure)
bewirkt. Die Bilirubinfraktionen werden bei einer Wellenlänge von 450 nm nachgewiesen.
(5) Ergebnisse
Die Daten des Peakbereichs vor der Reaktion werden auf 100 eingestellt.
Diese Daten werden verglichen mit den Daten des Peakbereichs auf Basis von indirektem
Bilirubin nach der Reaktion, um ein Restverhältnis von indirektem Bilirubin zu erhalten.
Die Ergebnisse sind in Tabelle 2 gezeigt. Erfindungsgemäß wird keine signifikante
Änderung vor und nach der Reaktion in dem Peakbereich auf Basis von indirektem Bilirubin
beobachtet. Es ist daher bestätigt, dass indirektes Bilirubin nicht unter den erfindungsgemäßen
Messbedingungen umgesetzt wird. Bei Vergleichsbeispiel 3 (herkömmliches Verfahren)
wird eine 16,5%ige Abnahme mit indirektem Bilirubin notiert, was darauf hinweist,
dass ein Teil des indirekten Bilirubins unter den Messbedingungen des herkömmlichen
Verfahrens umgesetzt wird.
Tabelle 2: Restverhältnis von indirektem Bilirubin
Erfindungsgemäß kann direktes Bilirubin in einer Probe selektiv ohne
jegliche Beeinträchtigung von indirektem Bilirubin bestimmt werden. Daher trägt
die Erfindung zum Gebiet der klinischen Untersuchungen bei.
Anspruch[de]
Verfahren zur Bestimmung von direktem Bilirubin, das die Schritte umfasst:
Kontaktieren einer Bilirubinoxidase mit einer Probe, von der vermutet wird, dass
sie Bilirubin enthält; und
Messen des direkten Bilirubins in der Probe mittels der optischen Veränderung der
Probe, wobei die Bilirubinoxidase in Gegenwart von mindestens einem Reaktionsinhibitor
für indirektes Bilirubin wirkt, der ausgewählt ist aus einem Thiocyanation, einem
Hydrazid, einem reduzierten Nicotinamidadenindinucleotid, einem reduzierten Nicotinamidadenindinucleotidphosphat
und einem Kaliumion in 100 bis 800 mM, wobei jedes vollständig die Oxidierung des
indirekten Bilirubins im Bereich von pH 5,0 bis 6,0 inhibiert, welches der optimale
pH-Bereich einer Bilirubinoxidase ist.