Die vorliegende Erfindung betrifft ein polymerfreies Verfahren zum
Verbinden von Elementen aus Ferrit mit Metallträgern, und ein Gerät, in dem die
Verbindung von Metallkomponenten und Ferritkomponenten mittels des Verfahrens vorgesehen
wird.
Es ist bekannt, dass ein zum Verbinden einer Metallfläche und eines
nicht-metallischen Materials, wie beispielsweise ein Ferrit, verwendetes geläufiges
Verfahren ein Zwischenfügen eines Polymermaterials, typischerweise ein Epoxidharz,
zwischen diese zwei Komponenten erforderlich macht. Die Verwendung von Verbindungen,
welche Polymermaterialien einsetzen, ist jedoch aufgrund des beträchtlichen Unterschiedes
bezüglich der mechanischen Festigkeit und des Wärmeausdehnungskoeffizienten zwischen
dem Harz, der Metallkomponente und der nicht-metallischen Komponente äußerst kritisch,
insbesondere in dem Fall von Vorrichtungen wie beispielsweise Schaltern, Drucksensoren
und dergleichen. In diesen Fällen unterliegt die Verbindung aufgrund der Bedingungen,
unter denen die Vorrichtung arbeitet, in der Praxis mechanischen und thermischen
Belastungen. Solche Belastungen können geometrische/volumetrische Veränderungen
daran bewirken, welche aufgrund des Phänomens der thermischen Hysterese nicht wiederhergestellt
werden können; diese Veränderungen verursachen Fehlfunktionen in den Vorrichtungen
oder sogar den Ausfall der Verbindung.
Es wurden Versuche unternommen, diese Nachteile durch Vorsehen von
Verbindungen zwischen metallischen Teilen und nicht-metallischen Elementen, zum
Beispiel Ferritelementen, ohne Verwendung von Polymermaterialien, sondern statt
dessen Zwischenfügen von Schichten eines metallischen Materials zu überwinden. Obwohl
diese Lösung im Vergleich zu der zuvor erwähnten vorteilhaft ist, hat sie im derzeitigen
Stand der Technik einige Nachteile. Insbesondere ist ein bedeutendes Problem die
Tatsache, dass die Haftung der Metallschichten an der Oberfläche des Ferrits sehr
schwierig ist und einen geringen Widerstand gegen mechanische Belastungen besitzt.
Außerdem bringt die Lötbehandlung zum Verbinden der Metallteile mit den Metallschichten
und dem Ferrit Temperaturniveaus mit sich, welche den Verlust der magnetischen Eigenschaften
des Ferrits bewirken. Um diesen Nachteil zu vermeiden, ist es notwendig, in die
Verbindung eine oder mehrere Schichten eines metallischen Materials einzubringen,
das als Zwischenmedium dient und niedrigere Löttemperaturen zu verwenden erlaubt.
Ein diesbezügliches Beispiel ist durch das US-Patent Nr. 4,643,347 vorgesehen. Diese
Lösung macht jedoch eine zusätzliche Verwendung von metallischem Material erforderlich,
was die Fertigungskosten und -zeiten negativ beeinflusst. Dieser Nachteil erscheint
ziemlich relevant, wenn man bedenkt, dass entscheidende Eigenschaften dieser Art
von Verfahren die Wiederholbarkeit und Eignung für Vollautomatisierung sein sollten.
Außerdem ist die in dem oben genannten Patent beschriebene Lösung
nur für einige Arten magnetischer Elemente wie beispielsweise jene auf Basis von
Aluminium, Nickel und Cobalt (AlNiCo) anwendbar. Beispiele eines bekannten Verfahrens
der Art mit den Merkmalen des Oberbegriffs von Anspruch 1 können in den Patenten
US 3,940,051; US
3,518,066; US 3,793,705 gefunden
werden.
Das Ziel der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren zum Verbinden
von Elementen aus Ferrit und Metallkörpern vorzusehen, bei welchem die Verbindung
zwischen diesen Elementen ohne Zwischenfügen von Polymermaterialien vorgesehen wird.
Innerhalb dieses Ziels ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung,
ein Verfahren zum Verbinden von Elementen aus Ferrit und Metallkörpern vorzusehen,
welches für die Vollautomatisierung geeignet ist, um so Fertigungskosten und -zeiten
zu reduzieren.
Eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren
zum Verbinden von Elementen aus Ferrit und Metallkörpern vorzusehen, welches Wiederholbarkeitseigenschaften
aufweist.
Eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren
zum Verbinden von Elementen aus Ferrit und Metallkörpern vorzusehen, bei dem die
magnetischen Eigenschaften des Ferrits unverändert bleiben.
Eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren
zum Verbinden von Elementen aus Ferrit und Metallkörpern vorzusehen, bei dem die
Verbindung in der Lage ist, mechanischen und thermischen Belastungen ohne Veränderung
ihrer physikalischen Eigenschaften zu wiederstehen.
Eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren
zum Verbinden von Elementen aus Ferrit und Metallkörpern vorzusehen, das höchst
zuverlässig, relativ einfach durchzuführen und bei wettbewerbsfähigen Kosten ist.
Dieses Ziel, diese Aufgaben und Weiteres, das nachfolgend offensichtlich
wird, werden durch ein Verfahren zum Verbinden eines Ferrits mit einem Metallkörper
erzielt, mit den Schritten:
- a) Metallisieren des Ferrits durch Abscheiden wenigstens einer Metallschicht
auf wenigstens einen Teil einer Oberfläche davon;
- b) Verlöten des metallisierten Ferrits mit dem Metallkörper;
dadurch gekennzeichnet, dass es vor der Phase b) des Lötens die folgenden Schritte
aufweist:
- a.1) Abscheiden einer ersten Schicht Nickel und einer zweiten Schicht Silber
auf dem Metallkörper; und
- a.2) Abscheiden einer Schicht lötbaren Materials auf der Schicht Silber.
Weitere Eigenschaften und Vorteile der vorliegenden Erfindung werden
aus der folgenden detaillierten Beschreibung bevorzugter, aber
nicht ausschließender Ausführungsbeispiele des Verfahrens gemäß der Endung, die
anhand eines nicht-beschränkenden Beispiels in den beiliegenden Zeichnungen veranschaulicht
ist, offensichtlich. Darin zeigen:
1 eine schematische Darstellung des Schritts
der Metallisierung eines Elements aus Ferrit in einem Ausführungsbeispiel des Verfahrens
gemäß der Erfindung;
2 eine schematische Darstellung des Schritts
zur Metallisierung eines Elements aus Ferrit in einem alternativen Ausführungsbeispiel
des Verfahrens gemäß der Erfindung;
3 eine schematische Darstellung des Schritts
zum Abscheiden einer Schicht lötbaren Materials auf einen Metallkörper in einem
Ausführungsbeispiel des Verfahrens gemäß der Erfindung;
4 eine schematische Darstellung des Schritts
zum Verlöten eines Elements aus Ferrit mit einem Metallkörper in einem Ausführungsbeispiel
des Verfahrens gemäß der Erfindung.
Bezug nehmend auf die obigen Figuren, weist das Verfahren gemäß der
Erfindung einen ersten Schritt zum Metallisieren eines Ferritelements
1 auf. Aufgrund dieser Metallisierung ist wenigstens ein Teil der Oberfläche
des Ferritelements mit wenigstens einer Schicht Metall 3 überzogen. In
einem Ausführungsbeispiel des Verfahrens gemäß der Erfindung ist die Schicht Metall
vorzugsweise aus einer einzelnen Schicht Silber oder Kupfer gebildet. Als Alternative
weist die Schicht Metall 3 zwei unterschiedliche Schichten eines metallischen
Materials auf: die erste Schicht 3' haftet an dem Ferrit und die zweite
Schicht 3'' haftete an der ersten Schicht. Insbesondere wurde die Metallisierung,
wie in 1 dargestellt, an den Wänden eines in einem Ferritelement
1 gebildeten Loches 2 vorgesehen. In einem bevorzugten Ausführungsbeispiel
des erfindungsgemäßen Verfahrens wird die Metallabscheidung durch Unterziehen des
Ferritteils einer elektrolytischen Mehrlagenmetallisierung unter Verwendung von
zum Beispiel chemischem Palladium, chemischem Kupfer und elektrolytischem Kupfer
durchgeführt.
Als Alternative können andere Techniken derselben Art wie beispielsweise
eine Bedampfung im Hochvakuum, Sputtern, Elektronenkanonenabscheidung oder plasmaunterstützte
Abscheidung verwendet werden. Mittels dieser Metallisierung wird die erste Schicht
eines metallischen Materials 3' an den Wänden des Loches 2 abgeschieden;
in dem dargestellten Ausführungsbeispiel besteht die Schicht aus chemischem Palladium.
Vorteilhafterweise haftet das Palladium dank seiner chemisch-physikalischen Eigenschaften
direkt an dem Ferrit, ist fest mit ihm verbunden und vereinfacht somit eine wesentliche
Verbesserung des Prozesses der Metallisierung der Ferritoberfläche und der mechanischen
Festigkeit der Verbindung. Die Metallisierung wird dann durch Abscheiden einer zweiten
Schicht 3'' aus einem metallischen Material, welches vorzugsweise aus Kupfer
besteht, auf der Schicht Palladium vervollständigt. Die Wahl von Kupfer erleichtert
dank seiner exzellenten Löteigenschaften die Verbindung zwischen dem Ferrit und
dem Metallkörper.
Es sollte beachtet werden, dass das oben beschriebene Metallisierungsverfahren
bei einer Temperatur durchgeführt wird, welche normalerweise unter dem Curiepunkt
von Ferrit liegt. Diese Grenze ist durch physikalische Zwänge gesetzt, welche bei
höheren Temperaturen Ferrit seine magnetischen Eigenschaften verschlechtern lassen.
Außerdem kann im Fall von speziellen Formen, zum Beispiel eines Loches, oder im
Fall von besonderen Anwendungserfordernissen, zum Beispiel der Produktion von Vorrichtungen
wie beispielsweise induktiven Sensoren, Positionssensoren, usw., ein metallselektives
Ätzen benutzt werden. Tatsächlich ist es möglich, das selektive Ätzen der Bereiche
des Ferrits, die nicht mit Metall beschichtet werden dürfen, zum Beispiel unter
Verwendung von Eisenchlorid anzuwenden. Diese Tatsache vermeidet die Beschichtung
von Bereichen des Ferritelements mit Metall, welche die magnetische Schaltung der
Vorrichtung modifizieren und ihr brauchbares Signal gefährden könnten.
Das Verfahren gemäß der Erfindung weist dann einen Schritt zum Verlöten
des Metallkörpers mit dem Ferrit auf; in dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist
der Metallkörper aus einer Kugel 4 aus Stahl wie beispielsweise AISI 420
gebildet. Um dieses Löten zu erzielen, wird ein vorzugsweise scheibenförmiges Element
aus lötbarem Material 6 im voraus auf die Oberfläche des Metallkörpers
gelegt, wie in 3 dargestellt. Dieses scheibenförmige
Element 6 ist vorzugsweise aus einer Legierung auf Zinn- und Wismuth-Basis
gebildet. Alternativ kann eine Staublegierung mit einem bereits gemischten Oxidationsinhibitor
auf einer Indium-(80%), Blei-(15%) und Silber-(5%) Basis verwendet werden.
In einem bevorzugten Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens
wird das Löten durch Heißluftlöten erzielt, was das Schmelzen der Legierung
7 lötbaren Materials erlaubt, sodass es an der Metallisierung des Ferritteils
haftet, wie in 4 dargestellt.
Als Alternative könnte Induktions- oder Ofen- oder Laserlöten verwendet
werden.
Um die Haftung der Legierung an dem Ferrit zu erleichtern, ist es
vorteilhafterweise zweckmäßig, ein als Flussmittel dienendes Oxidationsinhibitorelement
(Lötlegierung) zu verwenden, wie durch die Bezugsziffer 40 in
3 angedeutet.
Um den Körper für die Haftung an der Legierung des lötbaren Materials
geeignet zu machen, wird er einer Oberflächenbeschichtung mit einem metallischen
Material nach Anspruch 1 unterzogen. Wie in 5 dargestellt,
erhält man die Beschichtung durch Abscheiden einer ersten Schicht 5 Nickel
direkt auf der Oberfläche der Kugel; wobei diese Schicht vorzugsweise 1 bis 3 &mgr;m
dick ist. Eine zweite Schicht Silber 6 wird dann auf dieser
Schicht abgeschieden; wobei die zweite Schicht vorzugsweise eine Dicke zwischen
5 und 15 &mgr;m besitzt; die Schicht Silber erlaubt eine Verbesserung der Löteigenschaften
des Metallkörpers bezüglich der Legierung. Insbesondere wird die Beschichtung der
Kugel durch Verzinken erzielt.
Geeignete Spannvorrichtungen werden verwendet, um die Ferritelemente
während des Lötens richtig zu positionieren. Diese Spannvorrichtungen halten das
Ferrit mittels ihrer magnetischen Eigenschaften in der passenden Höhe und sind geeignet
geformt, um Luft hoher Temperatur das scheibenförmige Element aus der Lötlegierung
erreichen zu lassen.
In der Praxis wurde beobachtet, dass das erfindungsgemäße Verfahren
das vollständige Erreichen des beabsichtigten Ziels erlaubt, da es eine direkte
Verbindung eines Ferrits mit einer Metalloberfläche ohne Zwischenfügen eines Polymermaterials
erlaubt. Außerdem ist das oben beschriebenen Verfahren für die Automatisierung geeignet,
welche durch hohe Reproduzierbarkeit und keine Veränderung der magnetischen Eigenschaften
des Ferrits gekennzeichnet ist.