TECHNISCHES GEBIET
Die vorliegende Erfindung betrifft einen Industrieroboter mit einem
Roboter-Oberarm. Die vorliegende Erfindung betrifft ebenfalls eine Drehvorrichtung
für Versorgungsleitungen für einen Industrieroboter mit einem drehbaren Roboter-Arm,
ein Verfahren zum Verlegen von Versorgungsleitungen, eine Verwendung einer Drehvorrichtung
an einem Industrieroboter mit einem drehbaren Roboter-Arm und eine Verwendung des
Industrieroboters oder der Drehvorrichtung in einem Schweißverfahren.
STAND DER TECHNIK
Bei Industrierobotern wird zunehmend geläufiger, dass es ermöglicht
wird, dass die Versorgungsleitungen für Verfahrensmedien, derart wie elektrische
Leistung, Kühlwasser, Luft oder Signale, für das Werkzeug intern in dem Oberarm
des Roboters verlaufen. Was nachstehend als "Versorgungsleitungen" beschrieben ist,
bezeichnet eine oder mehrere Leitungen und/oder Drähte bzw. Leitungen für Elektrizität,
Fluide, andere Medien, etc. und kann auch eine leere, flexible Schutzhülle bezeichnen,
in der eine oder mehrere Leitungen oder Kabel angeordnet werden können. Die Verfahrensmedien
können beispielsweise für ein Punktschweißen vorgesehen sein. Das erwünschte Werkzeug
ist an einer Werkzeugverbindungseinrichtung am freien Ende eines Roboter-Oberarms
angebracht. Die Werkzeugverbindungseinrichtung ist fest an einer drehbaren Vorrichtung
mit Lagern angebracht, die im nachstehenden Text als "die Drehvorrichtung" bezeichnet
wird. Die Drehvorrichtung umfasst einen vorderen, scheibenförmigen Abschnitt, der
ebenfalls als die Drehscheibe bekannt ist, um ein Werkzeug daran anzubringen. Heutzutage
gibt es einige Standardgrößen für den Flansch, der das am weitesten vorne gelegene
Teil der Drehscheibe bildet und der zum Anbringen eines Werkzeugs verwendet wird.
Die Drehvorrichtung umfasst ebenfalls einen hinteren, an der Drehscheibe angebrachten
Abschnitt, der an Lagern angebracht ist und angeordnet ist, um in einem Handgelenk
an dem Roboter-Oberarm zu drehen. Wünschenswert ist, dass Versorgungsleitungen durch
alle besagten Teile, derart wie den Roboter-Oberarm und die Drehvorrichtung, ganz
oder teilweise intern, in dem Roboter verlegt werden. Die Leitungen sind auf diese
Weise vor Schaden und Bruch geschützt und gleichzeitig werden lose Versorgungsleitungen
vermieden, die im Arbeitsraum des Roboters im Weg liegen. Die Versorgungsleitungen
sind jedoch während der verschiedenen Drehungen der jeweiligen Teile sowohl einem
Drehen bzw. Wenden, als auch einem Biegen unterworfen. Beispielsweise kann ein drehbares
Teil des Handgelenks und gleichzeitig der Drehvorrichtung jeweils um +/– 300°
drehen (in der hier angegebenen Beschreibung bezeichnet 300° eine Drehung über
einen vollständigen Kreis), weshalb die gesamte Verdrehung von Versorgungsleitungen,
die entlang dieser Teile geführt werden, einer Verdrehung von 600° ausgesetzt
sein kann. Was als eine "Kippbewegung" (ein Biegen) bekannt ist, kann eine Bewegung
der Versorgungsleitungen von bis zu +/– 120° erreichen. Zur Verschleißverringerung
und zur Erhöhung der Lebensdauer der Versorgungsleitungen, sollten die Versorgungsleitungen
sowenig wie möglich fest angebracht bzw. eingespannt sein. Dies ermöglicht einen
einfacheren Austausch der Versorgungsleitungen. Ein Austausch von Versorgungsleitungen
kann während einer normalen Verwendung derart häufig wie einmal im Monat erforderlich
sein. Versorgungsleitungen sollten ebenfalls eine bestimmte axiale Bewegungsfreiheit
besitzen, beispielsweise zwischen Leitern (einzelnen Drähten) in einer Leitung.
Folglich sollten die Versorgungsleitungen nicht fest in dem Roboterarm eingespannt
sein oder derart hart gebogen werden, dass die Drehbewegungen verhindert werden.
Bei bekannten Lösungen sind die Versorgungsleitungen an Verbindungseinrichtungen
angebracht, die fest in der Drehvorrichtung befestigt sind, wobei die Verbindungseinrichtungen
sich radial von der Drehvorrichtung und relativ zu der Drehachse eines Werkzeugs
erstrecken. Auf diese Weise sind die Versorgungsleitungen einem sehr harten Biegen
in der Drehvorrichtung und dem Roboterarm unterworfen. Ein zu hartes Biegen der
Versorgungsleitungen mit einem kleinen Krümmungsradius ergibt eine signifikante
Gefahr für einen Ermüdungsbruch von Teilen, die in den Versorgungsleitungen enthalten
sind, wie beispielsweise Kupferleitern. Verfahrens-Versorgungsleitungen erfordern
einen relativ großen Krümmungsradius, und deshalb ist es besonders wichtig hinsichtlich
eines zu scharfen und kleinen Biegungskrümmungsradius der Versorgungsleitungen Vorsicht
walten zu lassen, wenn Verfahrensleitungen verlegt werden. Zusätzlich kann erwähnt
werden, dass die Versorgungsleitungen, dort wo die Versorgungsleitungen durch Verbindungseinrichtungen
in der Drehvorrichtung am Ende des Roboterarms herausgeführt werden, umfangreich
und sperrig werden können. Umfangreiche Versorgungsleitungen dringen in den Arbeitsbereich
vor und erschweren einen Zugang zum Arbeiten in beengten Räumen.
Bei einem speziellen Entwurf ist ebenfalls bekannt, Versorgungsleitungen
im wesentlichen vollständig intern, nach vorne durch die Drehscheibe und nach vorne
zu dem Werkzeug zu verlegen. Dies ist jedoch nicht wünschenswert, da eine Verwendung
verschiedener Typen an Werkzeug möglich sein muss und eine Werkzeug-Verbindungseinrichtung
Standard sein muss. Jeder Benutzer von Industrierobotern hat bestimmte Wünsche,
beispielsweise hinsichtlich spezieller zu verwendender Werkzeuge. Die Versorgungsleitungen
werden aus diesem Grund normalerweise extern verlegt, auf der äußeren Oberfläche
der Werkzeug-Verbindungseinrichtung/Drehvorrichtung, und extern zu dem Roboter-Arm
an seinem vorderen Teil.
Die EP-A2-0873826
betrifft einen Industrieroboter mit einer Handgelenksverbindung, welche drei keilförmige
Vorrichtungen umfasst, worin eine dritte Handgelenksvorrichtung einen Flansch mit
Verbindungseinrichtungen für Werkzeuge aufweist. Versorgungsleitungen sind in dem
Roboterarm angeordnet und sind weiterhin angeordnet, um bei der dritten Handgelenksvorrichtung
radial herausverlegt zu werden, aus der Handgelenksvorrichtung heraus. Auf diese
Weise sind die Versorgungsleitungen an Verbindungseinrichtungen befestigt, die in
der Handgelenksvorrichtung fest befestigt sind, wobei die Verbindungseinrichtungen
radial nach außen von der Handgelenksvorrichtung relativ zu der Drehachse des Werkzeugs
geführt werden. Die Konstruktion gemäß der EP-A2-0873826
bietet keine Lösung für die Aufgaben, die gemäß dem vorstehenden Stand der Technik
beschrieben worden sind. Diese Handgelenksvorrichtungen ermöglichen keine gerade
Durchführung von Versorgungsleitungen. Versorgungsleitungen, die einem scharfen
Biegen unter einem rechten Winkel unterworfen sind, sind einer extremen Belastung
unterworfen, was zu einer Lebensdauerverringerung führt.
Seit langem besteht in der Industrie ein Bedarf Versorgungsleitungen
direkter entlang eines Roboterarms zu verlegen. Eine seit langem gesuchte Funktion
ist die Fähigkeit Versorgungsleitungen intern durch den vollständigen Roboterarm
und die Drehvorrichtung zu verlegen, wobei die Versorgungsleitungen bis ganz zu
der Drehscheibe der Drehvorrichtung für eine weitere Verbindung mit einem an der
Drehscheibe befestigten Werkzeug verlegt werden.
BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
Die vorliegende Erfindung strebt die Bereitstellung von Versorgungsleitungen
an, die einfach in einem Roboterarm für einen Industrieroboter verlegt werden, wobei
die Versorgungsleitungen der mechanischen Belastung widerstehen, der sie während
einer Drehbewegung des Roboterarms unterworfen sind, wodurch eine Zunahme der Lebensdauer
der Versorgungsleitungen erreicht werden kann. Weiterhin besteht das Vorhaben eine
Anordnung von Versorgungsleitungen bereitzustellen, die einfach, kosteneffektiv,
einfach an- oder abzumontieren und/oder auszutauschen ist, und einfach zu reparieren
ist. Ein weiteres Ziel ist, dass zumindest die Entwürfe des Wegs der Versorgungsleitungen,
der Werkzeugbefestigung, etc. bei dem Werkzeug so kompakt und flexibel wie möglich
hergestellt werden, um zu ermöglichen, dass der Roboter Zugang zu räumlich beschränkten
Arbeitsflächen gewinnt, und auf diese Weise ein Eindringen der Versorgungsleitungen
in den Arbeitsbereich zu verhindern.
Die Lösung wird durch einen Industrieroboter mit den in Anspruch 1
angegebenen Merkmalen bereitgestellt.
Da die Versorgungsleitung durch den Ringabschnitt in eine Richtung
angeordnet ist, die eine Komponente parallel zu der dritten Achse aufweist, wird
ein vorteilhafterer, geraderer bzw. direkterer und kompakterer Weg für die Versorgungsleitung
bereitgestellt. Die erfindungsgemäße Lösung bedeutet, dass es einfacher ist einen
Zugang mit dem Werkzeug zum Arbeiten auf kleineren Oberflächen zu finden, da der
Zuweg zu dem Werkzeug der Versorgungsleitung auf der Außenseite des Roboterarms
weniger umfangreich und sperrig sein wird. Die vorliegende Erfindung ermöglicht,
dass es den Versorgungsleitungen ermöglicht wird, eine relativ große Drehbewegung
durchzuführen, ohne Gefahr einer Begrenzung der Bewegung oder eines Versagens aufgrund
von Ermüdung. Da die Versorgungsleitungen nicht in der Drehvorrichtung eingespannt
sind, so wird den Versorgungsleitungen ermöglicht, dass sie in Querrichtung gesteuert
und in Längsrichtung versetzt werden. Dies führt zu einem geringeren Verschleiß
und einem geringeren Schaden an den Versorgungsleitungen. Dies bedeutet auch, dass
ein Verwirren der Versorgungsleitungen vermieden wird, und die Gefahr für Brüche
der Versorgungsleitungen wird verringert. Die vorliegende Erfindung stellt sicher,
dass die Versorgungsleitungen einem signifikant weniger harten Biegen durch Öffnungen
in der Drehvorrichtung unterworfen sind. Dies verringert signifikant die Bruchgefahr
der Versorgungsleitungen. Auf diese Weise nimmt die Lebensdauer der Versorgungsleitungen
zu. Durch die vorliegende Erfindung wird ein einfaches und effizientes Verfahren
zum Austausch von Versorgungsleitungen bereitgestellt, da die Versorgungsleitungen
an wenigen Stellen in dem Roboter-Oberarm fest befestigt sind, und die Versorgungsleitungen,
falls notwendig, einfach durch Öffnungen in der Drehvorrichtung herausverlegt werden
können. Ein weiterer Vorteil ist, dass verschiedene Benutzer von Industrierobotern
schnell und einfach einen erwünschten Satz von Versorgungsleitungen einrichten können,
derart wie beispielsweise Zufuhrleitungen zum Schweißen, Werkzeugzufuhrleitungen,
eine Wasserleitung oder eine Pressluftleitung.
Die vorliegende Erfindung umfasst ebenfalls eine Drehvorrichtung für
einen Industrieroboter zur Steuerung von Versorgungsleitungen durch einen Oberarm
zu einem Industrieroboter mit den in Anspruch 7 angegebenen Merkmalen.
Die erfindungsgemäße Drehvorrichtung kann bei verschiedenen Industrieroboter-Typen
angewendet werden. Vorzugsweise ist die Drehvorrichtung zum Drehen auf einem Industrieroboter
angeordnet, der umfasst, einen Oberarm, der um eine erste Achse drehbar ist, ein
an dem Oberarm angebrachtes Handgelenk, das um eine zweite Achse drehbar ist, und
wobei die drehbare Drehvorrichtung an dem Handgelenk in einer hohlen Weise um eine dritte
Achse angebracht ist.
Mit der erfindungsgemäßen Drehvorrichtung für Versorgungsleitungen,
kann das Dreharmteil Drehbewegungen von bis zu mindestens +/– 300° zeigen,
ohne dass die Versorgungsleitungen verwirrt werden oder ein Bruch verursacht wird,
was zu einer geringeren Abnutzung an den Versorgungsleitungen führt. Wenn der Roboterarm
zu seiner letztlichen Endposition gewendet oder gedreht wird, beispielsweise um
300° oder mehr in eine Richtung, so werden die Versorgungsleitungen folglich
maximal gestreckt. Folglich ist erforderlich, dass die Versorgungsleitungen in der
Anfangsposition des Roboterarms vor einer Drehbewegung ein Spiel aufweisen sollten.
Versorgungsleitungen können folglich ein Spiel in jenem Teil der Versorgungsleitungen
aufweisen, der innerhalb und/oder außerhalb des Roboter-Oberarms ist. "Spiel" wird
hier verwendet, um die Situation zu bezeichnen, in der die Versorgungsleitungen
lose und nicht unter Spannung hängen können.
Es ist geeignet, dass Versorgungsleitungen in Öffnungen, Vertiefungen
oder Kanälen in dem Roboter-Oberarm angeordnet werden. Wie zuvor erwähnt, ist ein
Ziel der vorliegenden Erfindung, dass Versorgungsleitungen größtenteils intern in
dem Roboter-Oberarm verlegt werden können, auf ihrer vollständigen Länge durch Vertiefungen
in einem hinteren Abschnitt der Drehvorrichtung, nach vorne heraus zu der Drehscheibe,
wobei die Versorgungsleitungen benachbart zu der Werkzeug-Verbindungseinrichtung
durch Öffnungen in dem Ringabschnitt nach außen geführt werden können. Auf diese
Weise wird ein im wesentlichen verlängerter bzw. erweiterter und gerader Kanal für
Versorgungsleitungen durch den Roboter-Oberarm und die Drehvorrichtung gebildet.
Auf diese Weise erhalten die Versorgungsleitungen einen im wesentlichen geraden
Durchgang durch den Roboter-Oberarm.
Es ist geeignet, wenn der Ringabschnitt zwischen und in direktem Kontakt
mit der vorderen scheibenförmigen Drehscheibe und einem hinteren Abschnitt der Drehvorrichtung
angeordnet ist. Der Ringabschnitt, der derart entworfen ist, um mit der Drehscheibe
in Kontakt zu sein, kann eine Mantelfläche mit einer frei gewählten Form aufweisen,
derart, wie beispielsweise konkav oder konvex. Gemäß der vorliegenden Erfindung
ist es jedoch wichtig, dass die Versorgungsleitungen angeordnet sind, um durch eine
Öffnung in dem Ringabschnitt in eine Richtung zu verlaufen, die eine Komponente
parallel zu der dritten Achse aufweist, das heißt in einer Richtung schräg nach
vorne zu dem Werkzeug. Der Ringabschnitt ist mit einer konischen Mantelfläche entworfen,
und kann durch einen Kegel gebildet werden, der an der Spitze abgeschnitten ist.
Es ist geeignet, an der Basis des Kegels einen Körper anzuordnen, der durch einen
hülsenförmigen Abschnitt gebildet wird, der als eine Lageranbringung für ein Lager
in einem Handgelenk dient, das an dem Roboter-Arm angebracht ist.
Die Anzahl der Öffnungen in dem Ringabschnitt kann zwischen wenigen
und einigen schwanken. Die Öffnungen können auch als "Kanäle" bezeichnet werden,
in Anbetracht der Tatsache, dass die Wände des Ringabschnitts eine bestimmte Dicke
aufweisen, wobei ein Kanal durch Durchdringung von der Innenfläche des Ringabschnitts
zu seiner Außenfläche (der Mantelfläche) gebildet wird.
Die Drehvorrichtung kann in jeglichem frei gewählten Material entworfen
werden, derart wie Stahl, Aluminium oder Kunststoff.
Es ist geeignet, die Drehvorrichtung als ein Kegelzahnrad (conical
toothed wheel), geteilt oder ganz, zu beenden. "Geteilt" wird verwendet, um zu bezeichnen,
dass die Drehvorrichtung einige Teile umfassen kann, die in dem Roboter aneinander
angebracht sind. Diese Lösung stellt unter anderem einen großzügigen Raum zum Biegen
der Versorgungsleitungen bereit. Eine geteilte Drehvorrichtung kann folglich auf
diese Weise beispielsweise ein vorderes Teil umfassen, derart wie eine Drehscheibe
und einen Ringabschnitt mit einer hinteren Kontaktoberfläche, der mit einem Gewinde
bereitgestellt ist, wobei die Oberfläche fest in ein äquivalentes hinteres Teil
mit Gewinde der Drehvorrichtung geschraubt ist. Der hintere Teil ist beispielsweise
durch ein geeignetes Verfahren mit Zahnradgetrieben und einem Motor verbunden, welche
die Drehvorrichtung antreiben und dieser eine Drehbewegung übermitteln. Andere technische
Merkmale, die ein Kegelzahnrad betreffen, beispielsweise in Bezug auf Öffnungen
in der Drehvorrichtung und den Neigungswinkel der konischen Mantelfläche, können
mit den hier für die Drehvorrichtung beschriebenen Merkmalen übereinstimmen.
Die Versorgungsleitungen sind angeordnet, um durch die Öffnung in
eine Richtung durchgeführt zu werden, die eine Komponente parallel zu der dritten
Achse aufweist. Eine Normale kann an jenem Punkt auf der Mantelfläche des Ringabschnitts
definiert werden, wo die Versorgungsleitung die Öffnung verlässt, das heißt eine
Richtung an dem Punkt, die senkrecht zu der Mantelfläche des Ringabschnitts ist.
Auf diese Weise weisen die Öffnung und die Versorgungsleitung, die durch sie hindurchgeführt
wird, einen Neigungswinkel zwischen der dritten Achse und der Normalen zu der Mantelfläche
auf, der unterhalb von 90° liegt. Die dritte Achse ist die Drehachse des Werkzeug,
das an der Drehscheibe angebracht ist. Es ist geeignet, wenn die Normale zu der
Mantelfläche, das heißt eine Achse senkrecht zu der Mantelfläche, eine Längenausdehnung
aufweist, die im wesentlichen mit einer axialen Ausdehnung der Öffnungen übereinstimmt,
die durch die Drehvorrichtung durchgehen. Folglich weisen die jeweiligen Öffnungen
jeweils eine Längenausdehnung auf, die sich entlang einer Normalen zu der Mantelfläche
erstreckt. Es ist geeignet, wenn der Neigungswinkel zwischen der dritten Achse und
der Normalen in einem Bereich von 0° bis 60°, und vorzugsweise
in einem Bereich von 0° bis 44° ist. Eine Versorgungsleitung, die sich durch
eine Öffnung erstreckt, weist an der Stelle der Öffnung mindestens eine Axialrichtungskomponente
auf, eine Komponente, die parallel zu der dritten Achse verläuft. Wenn der Neigungswinkel
0° überschreitet, so weist die Versorgungsleitung auch eine Richtungskomponente
in Radialrichtung auf. Wenn der Neigungswinkel 0° beträgt, so ist die Mantelfläche
größtenteils senkrecht in Bezug zu der dritten Achse angeordnet. Die Öffnungen weisen
dann eine gerade Durchführung nach vorne in der Erstreckungsrichtung des Ringabschnitts
auf.
Die vorliegende Erfindung betrifft ebenfalls ein Verfahren zum Verlegen
von Versorgungsleitungen in einem Industrieroboter mit den in Anspruch 12 aufgeführten
Merkmalen.
Die vorliegende Erfindung umfasst ebenfalls die Verwendung einer Drehvorrichtung
an einem Industrieroboter mit einem drehbaren Oberarm, gemäß dem, was in Anspruch
16 erläutert ist.
Es ist geeignet den Industrieroboter und die Drehvorrichtung gemäß
der vorliegenden Erfindung zur Arbeit in Schweißverfahren zu verwenden, derart wie
beispielsweise Punktschweißen. Die vorliegende Erfindung betrifft deshalb ebenfalls
die Verwendung des Industrieroboters oder der Drehvorrichtung gemäß dem, was in
Anspruch 17 erläutert ist, in einem Schweißverfahren.
Der beschriebene Industrieroboter, der auch als ein "Manipulator mit
einer Steuervorrichtung" bezeichnet werden kann, ist erfindungsgemäß von einem Typ,
der dafür vorgesehen ist, es zu schaffen Lasten bis zu mindestens 150 kg zu tragen.
Es ist geeignet, dass der erfindungsgemäße Industrieroboter von einem Typ ist, bei
dem der Roboter-Oberarm und die Drehachsen des Roboters durch Zahnradgetriebe über
Motoren betrieben werden. Es ist geeignet, dass die Motoren in einem derartigen
Typ von Roboter-Oberarm bei den Zahnradgetrieben angeordnet sind, das heißt in dem
vorderen äußeren Teil des Roboter-Oberarms bei dem Handgelenk und der Drehvorrichtung,
und es ist geeignet, falls sie in diesen Teilen angeordnet sind.
BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
Die Erfindung wird nun detaillierter in Form einer nicht-beschränkenden
Ausführungsform beschrieben werden, die mit der Hilfe der beigefügten Zeichnungen
erläutert wird, worin:
1 eine allgemeine Skizze eines erfindungsgemäßen
Industrieroboters zeigt.
2 prinzipiell den Weg der Versorgungsleitungen
durch einen Roboter-Oberarm und eine Drehvorrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung
zeigt.
3 in perspektivischer Ansicht das freie
Ende eines Roboter-Oberarms gemäß der vorliegenden Erfindung zeigt.
4 in einer Ansicht, die direkt von der
Seite erfolgt, teilweise die Drehvorrichtung an dem freien Ende des Roboter-Oberarms
von 3, mit einer Versorgungsleitung, die durch einen
Ringabschnitt verlegt ist, zeigt.
5 in einer perspektivischen Ansicht einen
Querschnitt durch das freie Ende einer Ausführungsform des Roboter-Oberarms gemäß
der vorliegenden Erfindung zeigt.
6 in einer perspektivischen Ansicht,
einen Querschnitt einer Ausführungsform des freien Endes eines Roboter-Oberarms
gemäß der vorliegenden Erfindung erläutert.
BESCHREIBUNG DER AUSFÜHRUNGSFORMEN
1 erläutert einen Industrieroboter
1, der einen drehbaren Roboter-Oberarm 2 umfasst, an dessen freiem
Ende eine drehbare Drehvorrichtung 3 angebracht ist, die drehbar in einem
Handgelenk 6 (wobei auf diesen Abschnitt des Arms häufig als "Gabel" Bezug
genommen wird) angeordnet ist. 2 zeigt im Prinzip (im
wesentlichen in Übereinstimmung mit dem in 1 gezeigten
Industrieroboter), wie eine Versorgungsleitung K durch den Roboter-Oberarm
2 und die Drehvorrichtung 3 auf einem erfindungsgemäßen Industrieroboter
verlegt ist. Die Versorgungsleitung K ist derart angeordnet, um durch eine Öffnung
14 in einem Ringabschnitt der Drehvorrichtung 3 durchgeführt zu
werden. Der Industrieroboter umfasst einen Oberarm 2, der um eine erste
Achse A drehbar ist, ein an dem Oberarm angebrachtes Handgelenk 6, das
um eine zweite Achse B drehbar ist, eine an dem Handgelenk angebrachte, hohle Drehvorrichtung
3, die um eine dritte Achse C drehbar ist, die an ihrem vorderen Ende eine
Drehscheibe 8 zur Anbringung eines Werkzeugs umfasst. Die erste Achse A
schneidet die zweite Achse B rechtwinklig, und die zweite Achse B schneidet die
dritte Achse C rechtwinklig. Ein Ringabschnitt 10 ist zwischen und in direktem
Kontakt mit der vorderen scheibenförmigen Drehscheibe 8 und einem hinteren
Abschnitt 17 der Drehvorrichtung 3 angeordnet.
3 und 4
zeigen einen Industrieroboter mit einem drehbaren hohlen Oberarm 2, der
zwei geformte Armteile 20, 21 (auch als "Gabel" bekannt) umfasst,
wobei eine Drehvorrichtung 3 an dem freien Ende 4 des Roboter-Oberarms
2 zwischen den Armteilen 20, 21 angeordnet ist, wobei
die Drehvorrichtung in einem Handgelenk 6 um eine zweite Achse B (die Kippachse)
drehbar ist (das heißt, dass sie eine Biege/Kipp-Bewegung ausführen kann). Die Drehvorrichtung
3 umfasst einen hinteren hülsenförmigen Abschnitt 17 (wie in
5 gezeigt) und einen vorderen scheibenförmigen Abschnitt,
der als "die Drehscheibe" 8 bezeichnet wird. Ein Ringabschnitt
10 ist zwischen und in direktem Kontakt mit der vorderen scheibenförmigen
Drehscheibe 8 und dem hinteren Abschnitt 17 der Drehvorrichtung
3 angeordnet. Eine Drehbewegung wird der Drehvorrichtung 3 mit
Hilfe von Motoren und Zahnradgetrieben übermittelt, die nicht in
den Figuren gezeigt sind. Eine Versorgungsleitung K ist dafür vorgesehen entlang
und in dem Roboter-Oberarm 2 angeordnet zu werden und zu verlaufen, nach
vorne durch eine mittige Öffnung 22 (oder Vertiefung) in dem hinteren Abschnitt
17 der Drehvorrichtung 3 und nach vorne zu der Drehscheibe
8 (siehe 3). Der hintere Abschnitt
17 und die Öffnung 22 bilden auf diese Weise einen zylindrischen
Körper 24. Die Drehvorrichtung 3 kann um eine dritte Achse C gedreht
werden. Ein Werkzeug ist an der Drehscheibe 8 über einer eine Werkzeugverbindungseinrichtung
bildenden Oberfläche 13 vor einem Flansch 11 angebracht. Die Werkzeugverbindungseinrichtung
13 ist mit Mitteln 15 für die steife Anbringung eines Werkzeugs
an die Verbindungseinrichtung 13 ausgestattet. Die Drehscheibe ist an ihrem
ersten Ende mit einer konischen Mantelfläche 12 entworfen und der Ringabschnitt
10 umfasst Durchführungsöffnungen 14, von denen jede eine Axialausdehnung
entlang ihrer jeweiligen Normalen 16, rechtwinklig zu der Mantelfläche
12 aufweist. Eine Versorgungsleitung K ist folglich vorgesehen, um durch
den Roboter-Oberarm 2, nach vorne durch die mittige Öffnung 22
der Drehvorrichtung und heraus durch eine Öffnung 14 in dem Ringabschnitt
10 verlegt zu werden. 4 erläutert ebenfalls
einen Neigungswinkel &agr; zwischen der dritten Achse C und der Normalen
16. Dieser Neigungswinkel &agr; liegt unterhalb von 90° und die Öffnungen
14 in dem Ringabschnitt 10 sind angeordnet, um quer und längs
mindestens ein Kabel darin zu steuern, wodurch eine Versorgungsleitung einen relativ
geraden Durchgang durch die Drehvorrichtung und heraus durch die Öffnungen
14 in dem Ringabschnitt erhält. Erfindungsgemäß sollte die Versorgungsleitung
nicht in dem Roboterarm angebracht werden und sollte entlang der Richtung von seiner
Längsachse bewegt werden können, zumindest bei dem freien, äußeren Ende des Roboterarms,
das heißt bei dem Ringabschnitt 10 und dem Handgelenk 6. Die Versorgungsleitung
kann jedoch in einer Position fest angebracht werden, und dann ist beispielsweise
eine geeignete Stelle nahe bei oder in den Öffnungen 14 in dem Ringabschnitt
10. Die Anzahl an Öffnungen in dem Ringabschnitt kann von einer einzelnen
bis zu ungefähr zehn Öffnungen variieren und es ist geeignet bzw. zweckmäßig, falls
sie symmetrisch um die Mantelfläche des Ringabschnitts angeordnet sind. Der Ringabschnitt
10 umfasst mindestens einen Abschnitt mit einen Radius R1, der
zwischen der dritten Achse C und der Mantelfläche 12 des Ringabschnitts
(siehe 4) definiert ist, der geringer als der Radius
R2 des zylindrischen Körpers 24 ist.
5 zeigt eine perspektivische Ansicht
einer erfindungsgemäßen Ausführungsform, worin das freie Ende eines Roboter-Oberarms
(im wesentlichen in Übereinstimmung mit der Vorrichtung gemäß 1-4)
mit der Drehvorrichtung 3 zum Drehen (das heißt, um eine Kipp-/Biegebewegung
ausführen zu können) um die zweite Achse (die Kippachse) B angeordnet ist. Die Drehvorrichtung
3, die eine mittige Öffnung 22 aufweist, umfasst eine Drehscheibe
8 und einen hinteren, hülsenförmigen Abschnitt 17 (hier in einer
ungeteilten Ausführungsform in einem ununterbrochenen Körper), der angeordnet ist,
um mit Hilfe von Lagern 18 in einem in dem Handgelenk 6 angeordneten
Lagerträger 19 zu drehen. Ein Neigungswinkel &agr; zwischen einer dritten
Achse C und einer Normalen zu der Mantelfläche 25 ist in 4
eingezeichnet. Wie zuvor erwähnt, kann der Neigungswinkel vorzugsweise in dem Bereich
von 0° bis 44° liegen. Auf diese Weise können die Versorgungsleitungen einen
relativ geraden Durchgang durch eine Öffnung 23 (oder einen Kanal) bei
dem freien Ende eines Roboter-Oberarms, nach vorne zu einer Werkzeugverbindungseinrichtung
13 erhalten, indem die Versorgungsleitungen intern in Öffnungen
22 in dem hohlen, hülsenförmigen Abschnitt 17 der Drehvorrichtung
3 und durch Öffnungen 14 in dem Ringabschnitt 10 heraus
geführt werden, wo die Durchgänge in den Öffnungen in einer Richtung schräg nach
vorne angeordnet sind. Die jeweiligen Leitungen, die Teil einer Versorgungsleitung
oder eines Bündels von Versorgungsleitungen aus einigen Leitungen/Drähten bzw. Leitungen
sind, können auf diese Weise jeweils in jeweiligen Öffnungen 14 angeordnet
werden, wodurch die Leitungen auseinander gehalten werden, quer gesteuert und in
Bezug zueinander verschiebbar angeordnet sind. Die Öffnungen 14 sind größer
als die Leitungen, die dort angeordnet werden sollen, wodurch sich die jeweilige
Leitung in der Versorgungsleitung noch frei bewegen kann und frei in einer Axialrichtung
durch die Öffnungen 14 läuft. Folglich gibt es eine bestimmte Menge an
freiem Raum für eine Leitung in der Öffnung. Folglich ist wichtig, dass die Reibung
zwischen den umgebenden Wänden in der Öffnung und einer durch sie durchgeführten
Leitung gering ist.
6 erläutert eine Ausführungsform (im
wesentlichen in Übereinstimmung mit der Vorrichtung gemäß 1–2),
worin die Drehvorrichtung 30 in der Form eines geteilten Kegelzahnrads
vorliegt. Die geteilte Drehvorrichtung umfasst zwei Teile, einen vorderen Teil
32 mit einer Drehscheibe 33 und einen hülsenförmigen, hinteren
Teil 34. Der vordere Teil 32 ist an einem hinteren, hülsenförmigen
Körper 31 der Drehvorrichtung angebracht, der Kontaktoberflächen aufweist,
die in Kontakt mit jeder anderen 35 während einer Anordnung der Drehvorrichtung
30 in dem Roboterarm angeordnet sind. Eine geteilte Drehvorrichtung bietet
mehr Raum zum Biegen der Versorgungsleitungen. Der Grund ist, dass dies für ein
Lager 46 für die Drehbewegung um die Achse B eine Anordnung in dem vorderen
Teil der Drehvorrichtung 30 ermöglicht. Dies ist unter dem Gesichtspunkt
der Haltbarkeit vorteilhaft. Die hintere Öffnung 39 der Drehvorrichtung
30 ist vor der Drehachse B angeordnet, was ein vorteilhafteres Biegen der
Versorgungsleitungen ermöglicht. Das Drehzentrum für die Drehvorrichtung
30 gemäß dieser Ausführungsform liegt folglich weiter hinten entlang dem
Roboterarm 2, hinter der Drehvorrichtung 30. Dies ist mit der
Ausführungsform gemäß 5 zu vergleichen, worin die hintere
Öffnung 25 der Drehvorrichtung 3 hinter der Drehachse B angeordnet
ist. Folglich liegt im Vergleich zu der Drehvorrichtung 30 in
6 das Drehzentrum der Drehvorrichtung 3 in
5 weiter vorne zu dem freien Ende 4 des Roboterarms
2 hin, in der Drehvorrichtung selbst. Die Öffnungen 40 sind entworfen,
dass sie durch die konische Mantelfläche 45 eines Ringabschnitts
36 laufen. Der hintere Körper 31 der Drehvorrichtung weist eine
Kontaktoberfläche auf, die mit Zähnen ausgestattet sind, die in einem Zahn-Eingriff
mit einer äquivalenten, zahnausgestatteten Kontaktoberfläche eines in dem Handgelenk
angeordneten Zahnradgetriebes sind, wobei das Zahnradgetriebe angeordnet ist, um
eine Drehbewegung an die Drehvorrichtung über einen Motor zu übertragen. Die Drehvorrichtung
30 weist eine mittige Öffnung 42 auf. Weiterhin ist die Drehvorrichtung
30 angeordnet, um um eine in dem Handgelenk 6 angeordnete Kippachse
44 zu drehen. Die Drehvorrichtung ist an Lagern 46 in einem Lagerträger
48 angebracht. Ein Werkzeug ist mit der Drehscheibe bei einer Oberfläche
verbunden, die eine Werkzeugverbindungseinrichtung 52 bildet, vor einem
Flansch 50.
Versorgungsleitungen sind durch Öffnungen 40 in dem Ringabschnitt
36 angeordnet. Eine Versorgungsleitung, nicht gezeigt, ist intern mit einem
im wesentlichen gerade durchgehenden Verlauf durch Öffnungen 54 (Kanäle)
in dem Roboter-Oberarm und nach vorne durch mittige Öffnungen 42,
43 in der Drehvorrichtung verlegt. Jegliche anderen technischen Eigenschaften
beispielsweise in Bezug auf Öffnungen und den Neigungswinkel bei der Mantelfläche
des Ringabschnitts, der unterhalb von 90 liegt, stimmen mit jenen überein,
die vorstehend für die Drehvorrichtung 3 unter Bezugnahme auf
3 und 4 beschrieben
wurden.