Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Gewinnung von
Saccharose aus Zuckersirupen, -säften oder -liquor mit niedriger Qualität, z. B.
Melasse, die auch eine signifikante Konzentration an Invertzucker enthalten.
Die Herstellung von Zuckerrohrzucker für den menschlichen Verzehr
umfaßt im allgemeinen zwei verschiedene Arbeitsgänge, nämlich die Produktion von
Rohzucker und die Produktion von Raffinadezucker. Die Produktion von Rohzucker findet
typischerweise in einer Zuckerrohrmühle statt. In der Mühle werden Zuckerrohrstiele
in Stücke geschnitzelt und die Stücke werden in einer Reihe von Mühlen zerkleinert,
um den Saft zu entfernen. Der Saft aus dem ersten Saft an Walzenmühlen wird als
"erster Saft" bezeichnet, während der gesamte Saft aus allen Walzenmühlen im Verfahren
als "Mischsaft" bezeichnet wird. Der Saft wird normalerweise gekalkt, entlüftet
und geklärt (d. h. Entfernung suspendierter Feststoffe, üblicherweise durch Sedimentation).
Der geklärte Strom wird als "geklärter Saft" bezeichnet. Der Saft wird dann zu einem
dicken Sirup eingedampft (bekannt als "eingedampfter Saft" oder "Dicksaft") und
in einer Vakuumkochapparatur kristallisiert. Die "Füllmasse" (d. h. das Gemisch
aus Zuckersirup und Kristallen), das in der Vakuumkochapparatur produziert wird,
wird in einem Kristallisator gerührt und die Mutterlauge wird in einem Zentrifugenseparator
von den Rohrzuckerkristallen abzentrifugiert. Der feste Zucker in der Zentrifugentrommel
wird mit Wasser gewaschen, um restlichen Sirup zu entfernen. Das feste kristalline
Produkt wird "Rohzucker" genannt. Der Sirup, der nach mehreren Stufen der Kristallisation
und Zentrifugation zurückbleibt, wird als "Rohrmelasse" bezeichnet und wird typischerweise
für Tierfutter oder Fermentationssirupe verwendet.
Rohzucker aus der Mühle wird üblicherweise zu einer Zuckerraffinerie
zur weiteren Verarbeitung transportiert. In einem herkömmlichen Rohrzucker-Raffinationsprozeß
wird der Rohrzucker zuerst gewaschen und zentrifugiert, um anhaftenden Sirup zu
entfernen; der so produzierte "affinierte Zucker" wird in Wasser als "Schmelzpfannenliquor"
gelöst. Der von der Oberfläche des Rohzuckers entfernte Sirup ist als "Affinationssirup"
bekannt und hat grob eine ähnliche Zusammensetzung wie der Muttersirup aus der Rohzuckerkristallisation.
Der Affinationssirup wird in einer "Gewinnungssektion" durch eine Reihe von Vakuumverdampfungsapparate,
Kristallisatoren und Zentrifugenseparatoren ähnlich denen die zur Herstellung von
Rohzucker verwendet werden, verarbeitet, um ein unreines kristallines Zuckerprodukt
zu gewinnen, das etwa dieselbe Zusammensetzung wie Rohzucker hat. Dieses gewonnene
Zuckerprodukt wird zusammen mit dem affinierten Rohzucker in Wasser gelöst, um den
Auflösungspfannenliquor herzustellen. Der Sirup, der nach mehreren Kristallisations-
und Zentrifugationsstufen zurückbleibt, wird als "Rohrraffineriemelasse" bezeichnet
und wird typischerweise für Tierfutter und Fermentationssirupe verwendet.
Der Schmelzvorrichtungsliquor wird gereinigt, und zwar im allgemeinen
durch die aufeinanderfolgenden Stufen Klärung (auch als "Scheidung" bezeichnet)
und Entfärbung; der resultierende "feine Liquor" wird kristallisiert, wodurch Raffinadezucker
(auch als "Weißzucker" bekannt) erhalten wird. Die Klärungsstufe umfaßt üblicherweise
Bildung eines anorganischen Präzipitats im Liquor und Entfernen des Präzipitats
zusammen mit unlöslichen und kolloidalen Verunreinigungen, die im Schmelzvorrichtungsliquor
vorliegen.
In einem der Klärungsverfahren, das üblicherweise für Schmelzvorrichtungsliquor
verwendet wird, das als Carbonisierung (oder "Carbonierung" bezeichnet wird, ist
das anorganische Präzipitat Calciumcarbonat, das üblicherweise durch Zusatz von
Kalk und Kohlendioxid zu dem Liquor gebildet wird. Das Calciumcarbonat-Präzipitat
wird üblicherweise durch Filtration vom Liquor entfernt. Andere Klärungsverfahren,
die Phosphatierungsverfahren genannt werden, umfassen den Zusatz von Kalk und Phosphorsäure
zum Liquor und produzieren Calciumphosphat-Präzipitat.
Die in den Zuckerrohrmühlen und Raffinerien produzierte Melasse enthält
eine wesentliche Konzentration an Saccharose (z. B. 35–55 Gew.-%, bezogen
auf die Trockensubstand). Allerdings kann diese Saccharose durch zusätzliche Kristallisatoren
nicht leicht gewonnen werden, da die Melasse eine hohe Konzentration an Verunreinigungen,
einschließlich Invertzucker (ein Gemisch aus Glucose und Fructose), enthält. Die
Saccharose in der Melasse könnte für einen weit höheren Preis als die Melasse verkauft
werden, wenn nur die Saccharose von den anderen Bestandteilen der Melasse auf einem
wirtschaftlichen Weg abgetrennt werden könnt. Allerdings konnte der Stand der Technik
keinen praktikablen und kosteneffektiven Weg zeigen, um diese Trennung für Rohrsirupe,
in denen Invertzucker eine bedeutende Komponente ist, durchzuführen.
Eine chromatographische Trennung wird verwendet, um Zuckerrübenmelasse
zu entzuckern und wird auch für Rohrzucker vorgeschlagen, allerdings hat Zuckerrübenmelasse
keinen Invertzucker und die Abtrennung der Saccharose ist weniger kompliziert. Bei
Rohrzucker ist die chromatographische Trennung ein teures Verfahren.
Für die Entfernung von Asche aus Zucker-enthaltenden Lösungen wurden
eine Ultrafiltration vorgeschlagen (WO 92/08810) und zum Entfärben von Zuckersaft
(US 6 096 136) oder zur Behandlung von Saline
aus Flüssen (WO 98/17378) wurde eine Nanofiltration vorgeschlagen.
Es gibt einen ständigen Bedarf für verbesserte Verfahren zur Erhöhung
der Ausbeute an Saccharose aus Rohrsirup niedriger Qualität, z. B, aus Melasse.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Erhalten von
Saccharose aus einem Beschickungssirup, der Saccharose und nicht weniger als etwa
2 Gew.-% Invertzucker (auf Trockensubstanzbasis) oder, in einigen Ausführungsformen
nicht weniger als etwa 3%, umfaßt. Das Verfahren beinhaltet Nanofiltration dieser
Beschickung unter Verwendung einer Membran, wobei ein Nanofiltrationspermeat und
ein Nanofiltrationsretentat produziert werden. Das Nanofiltrationspermeat wird Invertzucker
umfassen, die aus der Beschickung durch die Nanofiltrationsmembran gegangen sind,
und wird vorzugsweise auch Asche und organische Säuren umfassen. Das Nanofiltrationsretentat
hat (1) eine Saccharose-Konzentration, die, auf Trockensubstanzbasis, höher ist
als die Saccharose-Konzentration im Beschickungssirup und (2) eine Konzentration
an Invertzuckern, die, auf Trockensubstanzbasis, niedriger als die Konzentration
an Invertzuckern im Beschickungssirup ist. Das Nanofiltrationsretentat wird gewonnen
und daraus kann Saccharose kristallisiert werden. Die Verringerung des Invertzuckergehalts
erleichtert die Kristallisation und steigert damit die Saccharosegewinnung.
Bevorzugt umfaßt der Beschickungssirup mindestens etwa 5%, bevorzugter
mindestens etwa 15% Invertzucker, bezogen auf die Trockensubstanz. Geeignete Beschickungssirupe
umfassen z. B. Zuckerrohr-Mühlenmelasse, Zuckerrohr-Raffinationsmelasse und Zuckerrübenmelassen
wie auch eine Vielzahl anderer Sirupe, Liquor und Säfte, die im Kontext der vorliegenden
Erfindung alle als "Sirupe" bezeichnet werden. In einigen Ausführungsformen des
Verfahrens gehen mehr als etwa 50 Gew.-%, vorzugsweise mehr als etwa 75 Gew.-%,
bevorzugter mehr als etwa 19 Gew.-% der Invertzucker im Beschickungssirup durch
die Nanofiltrationsmembran und in das Nanofiltrationspermeat.
Es ist bevorzugt, daß die Nanofiltrationsmembran eine Molekulargewichtsausschlußgrenze
von 150 bis 300 Dalton hat. Es ist auch bevorzugt, daß der Beschickungssirup vor
einer Nanofiltration durch eine Mikrofiltrations- oder Ultrafiltrationsmembran vorgefiltert
wird. Dies wird ein Mikrofiltrations- oder Ultrafiltrationsretentat und ein Mikrofiltrations-
oder Ultrafiltrationspermeat produzieren. Dieses Permeat wird anschließend durch
die Nanofiltrationsmembran filtriert. Das Mikrofiltrations- oder Ultrafiltrationsretentat
umfaßt mindestens eine Verunreinigung, die im Beschickungssirup vorhanden war, und
diese ist aus der Gruppe bestehend aus Kolloiden, Polysacchariden und farbebildenden
Materialien ausgewählt. In besonders bevorzugten Ausführungsformen des Verfahrens
gehen mehr als etwa 50 Gew.-% der Kolloide, Polysaccharide und farbebildenden Materialien
im Beschickungssirup in das Mikrofiltrations- oder Ultrafiltrationsretentat.
Gegebenenfalls kann das Verfahren auch die Stufe der Diafiltration
des Mikrofiltrations- oder Ultrafiltrationsretentats umfassen. Dies wird ein Diafiltrationsretentat
und ein Diafiltrationspermeat produzieren und das erstgenannte wird im Vergleich
zum Mikrofiltrations- oder Ultrafiltrationsretentat einen verringerten Saccharose-Gehalt
haben. Das Diafiltrationspermeat kann vor der Nanofiltration mit dem Mikrofiltrations-
oder Ultrafiltrationspermeat kombiniert werden.
In der vorliegenden Erfindung produziert die Kristallisation des nanofiltrierten
Materials natürlich kristalline Saccharose, produziert aber auch ein Melassenebenprodukt,
das in den Beschickungssirup zurückgeführt werden kann oder das für andere Zwecke
wie z. B. Tierfutter oder Fermentationssirup verwendet werden kann. Wenn der Melassenebenproduktstrom
zum Beschickungssirup zurückgeführt wird, ist es üblicherweise vorteilhaft, einen
Entnahmestrom aus dem recycleten Nebenprodukt in einer Menge abzuziehen, die ausreicht,
um eine Ansammlung von Verunreinigungen im Verfahren in einem Ausmaß, der die Kristallisation
von Saccharose hemmen würde, zu verhindern.
Eine spezifische Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist ein
Verfahren zum Erhalten von Saccharose aus Melasse. Dieses Verfahren umfaßt die Stufen:
(a) Filtration von Melasse, die Saccharose und nicht weniger als etwa 5% Inertzucker
(auf Trockensubstanzbasis), vorzugsweise mindestens etwa 10% Inertzucker, umfaßt,
unter Verwendung einer Mikrofiltrations- oder Ultrafiltrationsmembran, wodurch ein
erstes Permeat und ein erstes Retentat produziert werden, wobei das erste Retentat
mindestens eine Verunreinigung umfaßt, die in der Melasse vorhanden war, und die
aus der Gruppe, bestehend aus Kolloiden, Polysacchariden und farbebildenden Materialien
ausgewählt ist;
(b) Nanofiltration des ersten Permeats unter Verwendung einer Nanofiltrationsmembran,
die eine Molekulargewichtsausschlußgrenze von 150 bis 300 Dalton hat, wodurch ein
zweites Permeat und ein zweites Retentat produziert werden, wobei das zweite Permeat
mehr als etwa 75 Gew.-% der Invertzucker umfaßt, die in der Melasse waren, und wobei
das zweite Retentat eine Saccharose-Konzentration auf Trockensubstanzbasis hat,
die höher ist als die Konzentration von Saccharose in der Melasse; und
(c) Kristallisation von Saccharose aus dem zweiten Retentat.
Die vorliegende Erfindung stellt ein relativ einfaches Verfahren mit
geringen Kosten zur Erhöhung der Saccharosegewinnung bereit. Die vorliegende Erfindung
ist insbesondere zur Gewinnung von zusätzlicher Saccharose aus Melasse einsetzbar;
dadurch wird es möglich, daß das Gesamtproduktgemisch aus einer Zuckerherstellungsfabrik
zu einem höheren Aggregatpreis verkauft wird.
Die vorliegende Erfindung stellt ein Verfahren zur Erhöhung des Saccharose-Gehalts
von Sirup und zur Senkung seines Invertzucker- und Aschegehalts in ausreichendem
Maße, damit Saccharose durch Kristallisation gewonnen werden, bereit. Beispielsweise
enthält eine typische Melasse aus einer Rohrzuckerraffinerie 50% Saccharose, 23%
Invertzucker, 17% Asche und 10% andere organische Komponenten. Es ist möglich, das
hier beschriebene Verfahren zu verwenden, um den Inertzuckerlevel von 23 auf 2%
zu senken und den Aschelevel von 17% auf 7% zu senken, wodurch ein gereinigter Sirup
mit einem Saccharose-Gehalt von 75% erhalten wird. Der qualitativ aufgewertete Sirup
aus diesem Verfahren kann zu einer Kristallisationsanlage geführt werden, um mehr
Saccharose zu gewinnen. Es wird einen geringen Verlust an Saccharose in das Permeat
aus der Nanofiltrationsmembran geben, das das Nebenprodukt des Nanofiltrationsprozesses
ist. Dieses Permeatmaterial wird 20% oder weniger Saccharose enthalten, was eine
80%ige Ausbeute an Saccharose aus dem Sirup liefert. Dieses Nanofiltrationsnebenprodukt
würde 45% Invertzucker umfassen und mit einem Gesamtzuckergehalt von 65% könnte
es als Fermentationssirup verkauft werden.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
1 ist ein Verfahrensfließdiagramm für
eine Zuckerrohrmühle.
2 ist ein Verfahrensfließdiagramm für
eine Rohrzuckerraffinerie.
3 ist ein Verfahrensfließdiagramm für
ein Verfahren der vorliegenden Erfindung zur Gewinnung von Saccharose aus Melasse.
4 ist ein Verfahrensfließdiagramm für
ein anderes Verfahren der vorliegenden Erfindung, bei dem Saccharose aus Melasse
gewonnen wird.
5 ist ein Verfahrensfließdiagramm der
in Beispiel 1 durchgeführten Arbeitsgänge.
6 ist ein Verfahrensfließdiagramm der
in den Beispielen 2 und 6 durchgeführten Arbeitsgänge.
Das erfindungsgemäße Verfahren kann mit einer Vielzahl von Saccharose-enthaltenden
Sirupen minderer Qualität (d. h. Sirupe, die etwas Saccharose enthalten, aber auch
wesentliche Konzentrationen an anderen Zuckern und Verunreinigungen enthalten) verwendet
werden. Melassen aus Zuckerrohrmühlen und Zuckerrohrraffinerien sind zwei geeignete
Beispiele für derartige Sirupe geringer Qualität. Rübenmelasse, Zuckerrübendicksaft
und Zuckerrübendünnsaft aus der Raffination von Rübenzucker sind andere geeignete
Beispiele. Andere Liquor und Sirupe, bei denen dieses Verfahren angewendet werden
kann, umfassen ersten Mühlensaft, Mischsaft, inkubierten Saft, geklärten Saft, Dicksaft,
A-Melasse, B-Melasse, sowie Raffinationsliquor und -Sirupe, z. B. Affinationssirup,
Strahlsirupe oder Ablaufsirupe, die durch Weißzuckerkristallisationen produziert
werden, erster Kristallisationssirup und zweiter Kristallisationssirup. Im allgemeinen
haben die Sirupe, die unter Anwendung der vorliegenden Erfindung behandelt werden
können, vorzugsweise einen Anfangssaccharosegehalt auf Trockensubstanzbasis von
etwa 35 bis 95%.
Rohrzucker wird üblicherweise in zwei Stufen produziert, wobei die
erste Stufe eine Zuckerrohrmühle ist, die Rohzucker produziert, und die zweite Stufe
eine Raffination ist, die den Rohzucker in raffinierten Weißzucker umwandelt. Der
Zuckerrohrsaft, der aus Zuckerrohr extrahiert wird, hat üblicherweise einen Saccharose-Gehalt
von 80 bis 90%. (Alle in diesem Patent angeführten Prozentangaben sind auf das Gewicht
und den Trockensubstanzgehalt bezogen, wenn nichts anderes angegeben ist.) Die Verunreinigungen
umfassen Farbe, Invertzucker (der aus fast gleichen Teilen Glucose und Fructose
besteht), Asche (hauptsächlich Kalium, Calcium, Natrium, Chlorid, Sulfat und Phosphat),
organische Säuren (hauptsächlich Milchsäure), Polysaccharide, Wachse und Gummis.
Alle diese Verunreinigungen müssen in der Zuckerrohrmühle und der Raffinerie entfernt
werden, um Weißzucker herzustellen. Der Zuckerrohrsaft, der 80 bis 90% Saccharose
enthält, wird in der Mühle kristallisiert, um einen Rohzucker herzustellen, der
aus 96 bis 99,5% Saccharose besteht. Die Mutterlauge aus dieser Kristallisation
wird üblicherweise zwei weitere Male kristallisiert, wobei der Zucker, der in der
dritten dieser Kristallisationen (oder manchmal in der zweiten und dritten Kristallisation)
produziert wird, üblicherweise als Impfkristall in der ersten oder "A"-Kristallisation
verwendet wird. Die endgültige Mutterlauge ist Melasse und besteht üblicherweise
aus etwa 35 bis 50% Saccharose, 10 bis 20% Glucose und Fructose (Inertzucker), 15%
Asche und anderem organischen Material als Rest.
1 zeigt eine spezifische Ausführungsform
einer Zuckerrohrmühle. In der Mühle werden Zuckerrohrstiele 10 in Stücke
geschnitzelt und die Stücke werden in einer Reihe von Walzenmühlen zerkleinert,
um den Saft zu entfernen. Der Saft aus dem ersten Satz Walzenmühlen 12
wird als erster Saft bezeichnet, während der gesamte Saft aus allen Walzenmühlen
(12, 14) in dem Verfahren als Mischsaft 16 bezeichnet
wird. Das feste Stielmaterial, das nach Entfernung des Saftes zurückbleibt, wird
als "Bagasse" 18 bezeichnet und wird typischerweise als Destillationsgefäßbrennstoff
verwendet. Der Saft wird nach Zusatz von Kalk auf etwa 105°C erwärmt
22 und geklärt 24 (d. h. Entfernung von suspendierten Feststoffen,
üblicherweise durch Sedimentation). Der geklärte Saft
26 wird dann verdampft 28, um einen Dicksaft 30 zu bilden,
und in einer ersten Vakuumkristallierapparatur 32 (die "A-Kristallisation")
kristallisiert. Dies Füllmasse 34 (gemischt aus Zuckersirup und Kristallen)
aus der A-Kristallisation wird zu einem Zentrifugenseparator 36 geschickt,
wo der Muttersirup (oder "A-Melasse") 38 vom Rohzucker abzentrifugiert
wird 40. Die A-Melasse 38 wird dann zu einem zweiten Kristallisator
42 geschickt, wo die B-Kristallisation stattfindet. Die Füllmasse aus der
B-Kristallisation wird in der B-Zentrifuge in Rohzucker 40 und B-Melasse
46 getrennt. Die letztgenannte wird in einen dritten Kristallisator
48 geschickt. Die Füllmasse aus dieser C-Kristallisation wird zu einem
dritten Zentrifugenseparator 50 geschickt. Die Kristalle 52, die
aus dieser C-Zentrifuge erhalten werden, werden als Impfkristalle in den A- und
B-Kristallisationen (32, 44) verwendet. Der restliche Sirup ist
Rohrmelasse 54. Weitere Kristallisationen von Saccharose sind aus dieser
Melasse im allgemeinen infolge ihres hohen Invertzucker- und Aschegehalts nicht
durchführbar.
Rohzucker wird zur weiteren Verarbeitung zu einer Raffinerie geschickt.
Ein Diagramm einer typischen Rohrzuckerraffinerie ist in 2
gezeigt. Die erste Stufe in einer Raffinerie ist üblicherweise ein Mischen und eine
Affinationsstufe unter Verwendung von Zentrifugen 60 und 62. Diese
Affinationszentrifugen liefern gewaschene Kristalle 64 aus 99,5 bis 99,8%
Saccharose und einen Affinationssirup 66, der zu 80 bis 90% aus Saccharose
besteht. Dieser Affinationssirup wird üblicherweise zu einem Gewinnungs- oder Wiederschmelzprozeß
geschickt, wo etwas des Saccharose-Gehalts gewonnen wird.
Der affinierte Zucker 64 wird geschmolzen und durch Carbonisierung
70, Filtration 72 und Entfärbung 74 gereinigt und dann
verdampft 76 und kristallisiert 78, um Weißzucker 80
herzustellen. Die Mutterlauge aus dieser Kristallisation wird in einer Zentrifuge
vom Weißzucker abgetrennt und wird dann erneut unter Herstellung einer zweiten Ausbeute
an Weißzucker kristallisiert. Dieses Verfahren wird 3- oder 4-mal wiederholt, wobei
jedesmal Weißzucker 80 erhalten wird. Nach der dritten oder vierten Kristallisation
kann aus der Zuckerlauge kein Weißzucker hergestellt werden. Diese endgültige Mutterlauge
82 wird dann zu dem Gewinnungsverfahren oder Wiederschmelzverfahren geleitet,
um Saccharose zu gewinnen. Sie enthält üblicherweise 85 bis 92% Saccharose und ist
oft mit den in der Affinationsstufe produzierten Affinationssirup 66 vermischt.
Der Zucker wird aus diesem Sirup durch Kristallisation abgetrennt. Obgleich der
gemischte Affinationssirup und die endgültige Mutterlauge aus der Weißzuckerkristallisation
üblicherweise vermischt sind und zusammen kristallisiert werden, ist es auch möglich,
sie getrennt zu kristallisieren.
In der spezifischen Ausführungsform, die in 2
dargestellt ist, werden der Affinitätssirup 66 und die endgültige Mutterlauge
82 kombiniert und zu einem Gewinnungsabschnitt geschickt, der 3 Kristallisatoren
(84, 88, 92) und drei verbundene Zentrifugen (86,
90, 94) umfaßt. Der kristallisierte Zucker aus dem ersten Kristallisator
84 wird in der Zentrifuge 86 von Sirup abgetrennt und mit dem
Hauptzuckerstrom in der Schmelzvorrichtung 68 kombiniert, wo er eingemischt
wird und zur Carbonisierung und Entfärbung geht. Die Mutterlauge 96 aus
der ersten Kristallisation in der Gewinnungssektion wird dann weitere zweimal kristallisiert
(88, 92). Der produzierte Zucker 97 kann in einer Gewinnungsschmelzvorrichtung
99 geschmolzen werden und zum Hauptzuckerstrom geschickt werden oder was
üblicher ist, zu der ersten der Gewinnungs- oder Wiederschmelzkristallisationen
geschickt werden. Die endgültige Mutterlauge 100 ist Melasse. Wegen der
Löslichkeitscharakteristika von Saccharose in der Melasse ist es nicht möglich,
mehr Saccharose aus Melasse zu kristallisieren. Die Zusammensetzung dieser Melasse
ist typischerweise 40 bis 50% Saccharose, 10 bis 20% Invertzucker (Glucose und Fructose),
10 bis 15% Asche und 10 bis 25% anderes Material, hauptsächlich organische Materialien
wie Polysaccharide und Wachse.
Die Saccharoseausbeute einer Raffinerie ist ziemlich hoch, liegt oft
im Bereich von 95 bis 98%. Obgleich der Saccharoseverlust in der Melasse als prozentualer
Anteil der Gesamtsaccharose im Zuckerrohr relativ gering ist, so beträgt er als
absolute Menge eine große Menge, wenn man die großen Volumina an verarbeitetem Material
in Betracht zieht. Diese verlorene Saccharose wäre viel wertvoller, wenn sie wirtschaftlich
gewonnen werden könnte und getrennt verkauft werden könnte als sie es als Komponente
der Melasse, die einen relativ niedrigen Wert hat, ist.
Die vorliegende Erfindung verwendet eine Nanofiltration, um die Gewinnung
von vielen dieser vorher verworfenen Saccharose zu unterstützen. Durch abgetrennt
von Saccharose von Invertzuckern und vorzugsweise auch von Asche wandelt die vorliegende
Erfindung Sirup niedriger Qualität, aus denen Saccharose nicht leicht kristallisiert
werden kann, in Sirupe höherer Qualität um, aus denen reinen Saccharose durch zusätzliche
Kristallisationen gewonnen werden kann.
Melasse oder Sirupe niedriger Qualität enthalten eine große Menge
an feinen suspendierten Feststoffen und Materialien mit hohem Molekulargewicht,
insbesondere Polysaccharide und farbebildende Materialien. Diese Verunreinigungen
können eine Membran mit kleinen Poren, z. B. eine Nanofiltrationsmembran verschmutzen.
Eine Nanofiltrationsmembran wird Invertzucker und andere Verunreinigungen ohne vorherige
Membranbehandlung trennen, ist aber nicht so effektiv. Daher ist es bevorzugt, daß
eine Nanofiltration der Melasse oder eines anderen Sirups mit geringer Qualität
entweder eine Mikrofiltration oder eine Ultrafiltration oder gegebenenfalls beide
vorangeht, bzw. vorangehen, um größere Verunreinigungen zu entfernen, die die Nanofiltrationsmembran
verschmutzen könnten oder eine Kristallisation von Saccharose inhibieren könnten.
Die Mikrofiltrationsmembran kann eine Porengröße von etwa 0,02
bis 0,2 &mgr;m haben und die Ultrafiltrationsmembran kann eine Porengröße von etwa
2000 Dalton bis 100 000 Dalton haben. Natürlich können mehrere Stufen der Mikrofiltration,
Ultrafiltration und/oder Nanofiltration in dem Verfahren gegebenenfalls mit anderen
Arbeitsgängen, die zwischen solchen Membranfiltrationen erfolgen, enthalten sein.
Eine Ausführungsform beinhaltet Behandeln von Zuckerrohrsaft, nachdem
dieser durch Zerkleinern des Zuckerrohrs extrahiert worden war. Der verwendete Saft
könnte der erste Saft, Mischsaft oder geklärter Saft sein. Er könnte auch teilweise
eingeengter Saft mit bis zu 50% Trockensubstanz sein (50 Brix). Wie oben erwähnt
wurde, müßte dieser Saft vor einer Nanofiltration filtriert und/oder geklärt werden,
um eine Blockierung oder Verschmutzung der Nanofiltrationsmembran und des Membransystems
zu verhindern. Dies kann unter Verwendung entweder einer Mikrofiltrationsmembran
oder einer Ultrafiltrationsmembran oder unter Verwendung beider erfolgen. Ein typischer
Zuckerrohrsaft könnte behandelt werden, um den Saccharose-Gehalt von 85 auf 95%
zu erhöhen, was eine höhere Ausbeute an Saccharose durch herkömmliche Kristallisation
entweder in Form von Rohzucker oder Plantagenweißzucker erlaubt.
Die in einer Zuckerrohrmühle produzierte Melasse kann auch unter Verwendung
der Nanofiltrationstechnologie behandelt werden, um so einen Sirup zu produzieren,
der im Vergleich zur Melasse einen reduzierten Invertzucker- und Aschegehalt hat
und der somit als Beschickung für weitere Kristallisationen von Saccharose verwendet
werden kann. Das Verfahren zur Durchführung dieser weiteren Kristallisationen wäre
dem sehr ähnlich, daß im Gewinnungsabschnitt einer Rohrzuckerraffinerie durchgeführt
wird. Wiederum würde die Molasse vorzugsweise einen Vorbehandlung mit einer Mikrofiltrations-
oder Ultrafiltrationsmembran benötigen. Die gewonnene Saccharose kann zu dem A-
oder B-Kristallisator zur Kristallisation zu Rohzucker gebracht werden.
Viele andere Zwischenproduktflüssigkeiten oder Sirupe, z. B. Dicksaft,
A-Melasse oder B-Melasse, können in ähnlicher Weise behandelt werden.
Eine spezifische Ausführungsform eines Nanofiltrationsverfahrens zur
Abtrennung von Saccharose entweder aus Rohrzuckerfabrik (Mühlen)- oder Raffinerie-Melasse
ist in 3 dargestellt. Melasse wird aus dem Gewinnungsprozeß
oder dem Prozeß des erneuten Schmelzens einer herkömmlichen Zuckerrohr-Zuckerraffinerie
produziert. Diese Melasse wird typischerweise einen Saccharose-Gehalt von 40 bis
50%, einen Invertzuckergehalt von 10 bis 25% und einen Aschegehalt von 10 bis 15%
haben, wobei andere Verunreinigungen den Rest ausmachen. Diese Melasse
101 kann verdünnt werden und der pH kann mit Natriumhydroxid in Stufe
102 eingestellt werden. Die Konzentration der Melasse wird vorzugsweise
von etwa 80 Brix auf etwa 25 Brix verringert und der pH wird vorzugsweise auf etwa
vorzugsweise pH 7,0 eingestellt. Die verdünnte Melasse kann dann durch Pumpe
103 zu einer Mikrofiltrations- oder Ultrafiltrationsmembran 104
gepumpt werden. Eine Umwälzpumpe 104A pumpt die verdünnte Melasse in Querstromart
durch die Membran. Diese Membran entfernt kolloidales Material, Polysaccharide und
etwas Farbe und liefert eine verdünnte Melasse, die eine sehr geringe Trübung hat.
Der Prozentgehalt an Saccharose, Invertzucker und Asche wird bei diesem Membrantyp
kaum verändert; ihr einziger Zweck ist die Entfernung von suspendierten Feststoffen
und Materialien, die die Leistungsfähigkeit der Nanofiltrationsmembran stören würden.
Das Retentat der Mikrofiltrations- oder Ultrafiltrationsmembran kann
mehrmals konzentriert werden und dann zu einem Diafiltrationssystem 105
geführt werden, um Saccharose aus dem Retentat zu waschen. Um dies zu erreichen
wird Diafiltrationswasser zu dem Retentat gegeben. Eine Umwälzpumpe 105A
pumpt das verdünnte Retentat aus dem Hauptmikrofiltrationssystem über die Diafiltrationsmembran.
Dieser verdünnte Strom, der das Permeat der Diafiltrationsmembran ist, wird zu dem
Hauptstrom aus verdünnter Melasse 106 zurückgeführt. Das Endretentat
130 der Mikrofiltration oder Ultrafiltration hat einen sehr geringen Saccharose-Gehalt
und kann der endgültigen entzuckerten Melasse zur Verwendung als Rinderfutter zugesetzt
werden. Es muß zuerst im Verdampfer 105 konzentriert werden.
Der verdünnte und filtrierte Melassestrom 107 kann durch
eine Nanofiltrationsmembran verarbeitet werden. Da diese Nanofiltrationsmembran
typischerweise bei hohem Druck arbeitet, ist eine Dosierpumpe 108 plus
einer Rückführpumpe 109 notwendig, um die verdünnte Melasse durch die
Nanofiltrationsmembran 110 zu führen. Es können mehrere Nanofiltrationsstufen
(111, 112) unter Zusatz von Diafiltrationswasser 113
erforderlich sein. Durch die Nanofiltration werden zwei Ströme produziert. Einer
ist das Retentat 114, in dem der Saccharose-Gehalt erhöht wurde. Dieses
Retentat wird in einem Verdampfer 115 konzentriert. Dieser eingeengte Sirupstrom,
der typischerweise 75% Saccharose enthalten wird, kann zu einem Kristallisator
119 und einer Zentrifuge 120 geführt werden, um Zucker zu kristallisieren
und zu gewinnen. Die Melasse aus dieser Kristallisation, die durch die Zentrifuge
120 vom gewonnenen Kristallzucker abgetrennt worden war, kann zur weiteren
Behandlung in den Melassevorratstank 101 zurückgeführt werden. Ein Ablaßstrom
121 aus dieser Leitung wird die Ansammlung von unerwünschten Verunreinigungen
im System verhindern.
Der andere Strom, der durch die Nanofiltration produziert wird, ist
das Permeat 116, das die Verunreinigungen enthält, welche entfernt wurden,
hauptsächlich Invertzucker und Asche plus etwas Saccharose und einige organische
Stoffe, z. B. Milchsäure. Eine typische Zusammensetzung ist: 12% Saccharose, 45%
Invertzucker, 30% Asche und 13% andere organische Substanzen. Dieser Strom muß auch
konzentriert werden und dies kann unter Verwendung eines Verdampfers
oder eines Umkehrosmosemembran-Systems 117, gefolgt von einem Verdampfer
118, geschehen. Dieser konzentrierte, entzuckerte Melassestrom kann als
Fermentationssirup oder Tierfutter verkauft werden.
4 zeigt eine andere Ausführungsform eines
Nanofiltrationsverfahrens der vorliegenden Erfindung. Affinitätssirup
66 und/oder Strahl-4-Sirup (die Mutterlauge der vierten Weißzuckerkristallisation)
werden durch eine Serie aus drei Kristallisatoren (200, 204,
208) und verbundenen Zentrifugen (202, 206,
210) verarbeitet. Die Kristalle 212, die aus der ersten Zentrifuge
202 gewonnen werden, werden mit dem Hauptzuckerstrom der Schmelzvorrichtung
kombiniert. Kristalle, die aus der zweiten Zentrifuge und der dritten Zentrifuge
206 und 210 isoliert werden, werden in eine Schmelzvorrichtung
214 geführt und dann in den ersten Kristallisator 200 geführt.
Der durch die dritte Zentrifuge 210 produzierte Sirup wird zuerst mikrofiltriert
oder ultrafiltriert 216 und dann nanofiltriert 218. Ein Diafiltrationsmodul
220, das eine Mikrofiltrations- oder Ultrafiltrationsmembran umfaßt, wird
verwendet, um restliche Saccharose aus dem Retentat der Mikrofiltration/Ultrafiltration
216 zu waschen. Der Saccharosestrom, der durch diese Diafiltration
220 gewonnen wird, wird mit dem Mikrofiltrations/Ultrafiltrationspermeat
kombiniert und zur Nanofiltration 218 geführt. Das Nanofiltrationspermeat
und das Diafiltrationspermeat werden unter Bildung eines entzuckerten Melassestroms
222, der oft wenig Saccharose, nämlich 10% oder weniger enthält, kombiniert.
Das Nanofiltrationsretentat wird zum ersten Kristallisator 200 zurückgeführt.
Das erfindungsgemäße Verfahren kann auch zur Verarbeitung von Zuckerrüben
eingesetzt werden. Das herkömmliche Verfahren zur Herstellung von Zucker aus Zuckerrüben
beginnt mit der Extraktion von Saft aus geschnitzelten Rüben unter Verwendung von
Wasser in einem Diffuser. Dieser Saft wird dann mit Kalk behandelt, um einige Verunreinigungen
zu entfernen und Invertzucker zu zerstören. Der Invertzucker im Saft wird durch
den hohen pH und hohe Temperaturen, die in diesem herkömmlichen Verfahren angewendet
werden, zerstört und der resultierende dünne Saft hat einen sehr niedrigen Invertzuckergehalt,
typischerweise 0,1%.
Gewisse alternative Rübenverfahren involvieren eine Behandlung des
Saftes, der aus den Zuckerrüben extrahiert wurde, mit einer Mikrofiltrations- oder
Ultrafiltrationsmembran und verwenden entweder keinen Kalk oder relativ niedrige
Kalkkonzentrationen. Diese Membran kann kolloidales Material und Material mit mittlerem
und hohen Molekulargewicht herausfiltrieren. Allerdings erhöht es den Zuckergehalt
nicht sehr viel, üblicherweise weniger als 1%. Dies ist ein Nachteil, da die Ausbeute
an Weißzucker, die aus dem Saft erhalten werden kann, direkt proportional zu seinem
Saccharose-Gehalt ist.
Einer der Vorteile dieser Membranprozesse besteht darin, daß sie viel
weniger Kalk verwenden als das herkömmliche Rübenverfahren. Beispielsweise können
die Membranprozesse 0 bis 2% Kalk (bezogen auf das Endgewicht des produzierten Zuckers)
verwenden, wohingegen das herkömmliche Verfahren 6 bis 10% Kalk, bezogen auf den
Endzucker, verwenden kann. Obgleich diese niedrigen Kalkkonzentrationen das Verfahren
bezüglich des Kalkverbrauchs weniger teuer machen, zerstören sie den Invertzucker,
der im Rübensaft vorliegt, nicht. Diese Invertzuckerkonzentration kann 1 bis 8%
sein, abhängig von Zuckerrübentyp, wie lange er gelagert wurde und den Lagerungsbedingungen.
Das Vorliegen dieser hohen Konzentration an Invertzucker kann auch den Saccharose-Gehalt
des Saftes reduzieren, was die Ausbeute an Weißzucker weiter verringert.
Die vorliegende Erfindung ermöglicht es, daß Invertzucker und Asche
teilweise oder vollständig aus dem Rübensaft entfernt wurden, welcher mit einer
Mikrofiltrations- oder einer Ultrafiltrationsmembran behandelt wurde. Ein typischer
Rübensaft umfaßt nach Behandlung mit einer Mikrofiltrations- oder Ultrafiltrationsmembran
87% Saccharose, 3% Invertzucker, 4% Asche und 6% anderes Material. Bei einer weiteren
Behandlung mit Nanofiltration gemäß den erfindungsgemäßen Verfahren, kann das meiste
des Invertzuckers und einiges der Asche entfernt werden, wodurch ein gereinigter
Saft erhalten wird, der 91,5% Saccharose, 0,5% Invertzucker, 2% Asche und 6% anderes
Material umfaßt. Dieses Material ist ein reineres und ein besseres Material, um
zu konzentrieren und zu kristallisieren, wodurch eine höhere Ausbeute an Weißzuckerkristallen
erhalten wird.
Nanofiltrationsmembranen zur Verwendung in der vorliegenden Erfindung
haben vorzugsweise eine Molekulargewichtsausschlußgrenze von etwa 100 bis 500 Dalton,
bevorzugter etwa 150 bis 300 Dalton und eine Magnesiumchlorid-Abstoßung von 96%.
Geeignete Ultrafiltrationsmembranen werden vorzugsweise einer Molekulargewichtsausschlußgrenze
von etwa 2 000 bis 100 000 Dalton haben. Geeignete Mikrofiltrationsmembranen werden
vorzugsweise eine Porengröße von etwa 0,02 bis 0,2 &mgr;m haben. Geeignete Membransysteme
sind von Herstellern wie Koch Membrane Systems, Wilimington, Massachusetts (SA);
Osmonics/Desal, Vista, California (SA); Dow Chemical Company, Midland, Michigan
(USA) und SCT Membralox (Frankreich) erhältlich.
Die Erfindung kann aus den folgenden Beispielen verständlicher werden.
BEISPIEL 1
Das Beschickungsmaterial für dieses Experiment war Rohrraffinationsmelasse
mit etwa 75 Brix. 25 l dieser Melasse wurden in einen 100 l-Tank gegeben, der mit
einer Heizspirale ausgestattet war. Es wurde Wasser zugesetzt,
um die Melasse auf 25 Brix zu verdünnen, wofür etwa 50 l Wasser notwendig waren
und wodurch insgesamt 75 l verdünnte Melasse erhalten wurden. Der pH dieser verdünnten
Melasse wurde von seinem ursprünglichen Wert von pH 5,5 bis zu pH 7 unter Verwendung
von Natriumhydroxid eingestellt und wurde dann auf 65°C erhitzt. Dieses Material
wurde durch einen groben Beutelfilter filtriert und dann durch ein Patronenfilter
mit einer Porengröße von 10 &mgr;m filtriert, wodurch ein klares verdünntes Melassebeschickungsmaterial
für das Nanofiltrationsexperiment erhalten wurde. Dieses Material wurde zu dem Beschickungstank
einer Nanofiltrationspilotanlage gepumpt, die ein Volumen von etwa 100 l hat.
Für dieses Experiment ist ein Verfahrensfließdiagramm in
5 dargestellt. Die Anlage umfaßte den Beschickungstank
250, einen Dosierpumpe 252, ein Paar Nanofiltrationsmembranen
(254, 256) in Serie und eine Umwälzpumpe 258.
Die Nanofiltrationsapparatur umfaßte zwei 4-Inch-Spiralmodule in Serie
und die verwendete Membran war eine Desal 5. Der Hersteller dieser Membran ist Osmonics/Desal
aus Vista, Kalifornien, USA. Die Membran ist so konzipiert, daß sie mit 35 bar arbeitet
und die Dosierpumpe 252 war so eingestellt, daß sie diesen Druck erzeugt.
Die Umwälzpumpe 258 war so eingestellt, daß sie einen Druck durch die Membranmodule
von 12 psi lieferte.
Permeat 260 wurde aus den zwei Membranmodulen gesammelt.
Das Permeat wurde nicht zum Beschickungstank zurückgeführt und wurde statt dessen
über den Zeitraum des Experiments gesammelt. Eine Wassermenge, die etwa dem Permeatvolumen
entsprach, wurde zu der Beschickung gegeben, um zu verhindern, daß der Brix der
Beschichtung zu sehr anstieg. Das Retentat 262 wurde zum Beschickungstank
250 zurückgeführt.
Das Permeatvolumen wurde über einen Zeitraum gemessen, um die Permeatströmungsrate
der zwei Module zu errechnen. Die Entfernung von Permeat und der Zusatz von Wasser
zu dem Beschickungstank wurden fortgesetzt, bis die zugesetzte Wassermenge das dreifache
des ursprünglichen Beschickungsvolumens war. Das Experiment wurde dann gestoppt
und die gesammelten Proben an Retentat und Permeat wurden für die Analyse genommen.
Die Resultate dieser Analyse sind in Tabelle 1 angegeben (alle Prozentangaben sind
Gew.-% auf Trockenfeststoffbasis). Der Flux ist als Liter pro Stunde pro Quadratmeter
(lmh) angegeben.
TABELLE 1
Die Analyse von Saccharose, Glucose und Fructose (die zwei letztgenannten
geben zusammen Invertzucker) wurde an einem Hewlett Packard HPLC-Gerät unter Verwendung
einer Waters 6,5 × 300 mm-Sugar-Pak-HPLC-Säule durchgeführt. Asche wurde durch
die spezifische elektrische Leitfähigkeit unter Verwendung eines Alpha 200-Leitfähigkeitsmeßgeräts
gemessen.
Es wurde festgestellt, daß der Saccharose-Gehalt der Melasse sich
von 49,6% auf 61,9% erhöht hatte. Der Invertzucker war von 19,2% auf 2,4 g gesenkt
worden und die Asche von 16,8% auf 8,2% reduziert worden.
BEISPIEL 2
Das Beschickungsmaterial für dieses Experiment war Rohrraffinationsmelasse
mit 75 Brix. Etwa 50 l dieser Melasse wurden in einen 200 l-Tank gegeben. Wasser
wurde zugesetzt, um die Melasse auf 25 Brix zu verdünnen, was etwa 100 l Wasser
erforderte. Der pH dieser verdünnten Melasse wurde durch Zusatz von Natriumhydroxid
vom natürlichen Level von pH 5,5 bis zu pH 7,0 erhöht. Sie wurde dann unter Verwendung
einer Dampfspirale im Beschickungstank auf 70°C erhitzt.
Die verdünnten Melassen wurden unter Verwendung einer Mikrofiltrationsmembran
vorfiltriert. Die für diese Vorfiltration verwendete Apparatur ist in
6 dargestellt und umfaßte einen Beschickungstank
300, ein Sieb 302, eine Dosierpumpe 304 und ein Membranmodul
306. Die verwendete Membran war eine SCT-Keramikmembran
mit einer Porengröße von 0,1 &mgr;m. Diese Membran ist von SCT Membralox erhältlich.
Die Dosierpumpe 304 wurde so eingestellt, daß sie eine Querstromgeschwindigkeit
von 4 m/s lieferte, der Transmembrandruck wurde auf 3 bar eingestellt. Die Beschickung
zur Pumpe erfolgte durch ein 100 &mgr;m-Sieb 302 um irgendwelche suspendierten
Feststoffe zu entfernen, welche die Kanäle der Membran verstopfen könnten. Es wurden
etwa 100 l Permeat gesammelt und in den Beschickungstank der Nanofiltrationsmembran
geleitet.
Das Nanofiltrationsmembransystem wurde dann nach dem in Beispiel 1
beschriebenen Verfahren, außer daß das Beschickungsmaterial eher durch Mikrofiltration
als mit einem 10 &mgr;m-Patronenfilter vorfiltriert worden war, betrieben.
Die Resultate sind in Tabelle 2 angegeben. Die Analyse für Saccharose,
Inertzucker und Asche wurden wie in Beispiel 1 beschrieben durchgeführt.
TABELLE 2
Der Saccharose-Gehalt der Melasse wurde von 51,6% auf 70,1 5 erhöht
und der Invertzucker wurde von 17,2% auf 2,7% gesenkt. Die Asche wurde von 12,4%
auf 4,2% verringert. es waren 18,4% Saccharose im Permeat 310.
BEISPIEL 3
Dieses Experiment verwendete ersten Kristallisationssirup der Raffinerie.
Dieser Sirup ist die Mutterlauge aus der ersten Kristallisation bei der Gewinnung
aus dem Wiederschmelzverfahren. Die Beschickung für diese Kristallisation ist Affinationssirup
und ein Liquor, die als "Strahl 4" bezeichnet wird, die Mutterlauge aus dem vierten
Weißzuckerkochen. Der Saccharose-Gehalt des ersten Kristallisationssirups kann typischerweise
im Bereich von 70 bis 78% liegen. Der für das Experiment verwendete Sirup hatte
einen Saccharose-Gehalt von 75,5 Gew.-% (Trockensubstanzbasis).
Alle Bedingungen und Verfahren für Beispiel 3waren wie die in Beispiel
2 verwendeten, einschließlich der Mikrofiltrationsvorbehandlung. Wie in Tabelle
3 gezeigt ist, war der Saccharose-Gehalt von 75,5% auf 8,3% erhöht worden und im
Permeat waren 315 Saccharose.
TABELLE 3BEISPIEL 4
Die Beschickung für dieses Experiment war Affinationssirup. Die Bedingungen
und Verfahren des Experiments waren dieselben wie in Beispiel
2, einschließlich der Mikrofiltrationsvorbehandlung. Wie in Tabelle 4 gezeigt ist,
war der Saccharose-Gehalt des Affinationssirups von 81,5% auf 89,7% erhöht worden.
Der Permeat enthielt 40% Saccharose.
TABELLE 4BEISPIEL 5
Dieses Experiment verwendete als Beschickungsmaterial eingeengten
geklärten Saft aus einer Zuckerrohrmühle. Dieses Material ist die eingeengte Form
des Safts, der durch Waschen von Zuckerrohr in einer Zuckerrohrmühle erhalten wird.
Die Bedingungen und Verfahren des Experiments waren dieselben wie
in Beispiel 2 einschließlich der Mikrofiltrationsvorbehandlung. Die Resultate sind
in Tabelle 5 angegeben.
TABELLE 5BEISPIEL 6
Dieses Experiment verwendete Rohrraffinationsmelasse. Dieses Material
war durch eine Mikrofiltrationsmembran vorbehandelt worden, wie es in Beispiel 2
beschrieben ist. Nach dieser Vorbehandlung wurde die verdünnte filtrierte Melasse
dann durch eine Ultrafiltrationsmembran weiter filtriert, wobei eine Apparatur mit
dem in 6 dargestellten Aufbau verwendet wurde.
Die zur Ultrafiltration verwendete Apparatur war dieselbe wie die,
die zur Mikrofiltration verwendet wurde, allerdings war die verwendete Membran eine
Osmonics GH 2500cl mit einer Molekulargewichtsausschlußgrenze von 2 500 Dalton.
Diese Membran ist von Osmonics erhältlich. Die angewendeten Verfahrensbedingungen
waren ähnlich denen der Mikrofiltration, allerdings wurde der Arbeitsdruck auf 10
bar eingestellt und der Kreuzstromdruck war 0,7 bar. Das Permeat aus diesem Verfahren
wurde gesammelt und als Beschickung für die Nanofiltration verwendet. Die Verfahren
und die Apparatur, die zur Nanofiltration verwendet wurden, waren wie in Beispiel
1 beschrieben.
Wie in Tabelle 6 dargestellt ist, war der Saccharose-Gehalt der Melasse
von 52,1% auf 75,1% erhöht und die Saccharose im Permeat war 18,4%.
TABELLE 6
RaffineriemelasseBEISPIEL 7
Dieses Experiment verwendete Rübensaft, der durch Filtrieren durch
eine Membran produziert worden war. Dieser wurde erhalten, indem Saft genommen wurde,
welcher durch Diffusion von Rüben erhalten worden war, und dieser durch eine Ultrafiltrationsmembran
mit einer Porengröße von 10 000 bis 50 000 Dalton filtriert wurde. Die verwendeten
Rüben waren für wenige Monate gelagert worden und der Saccharose-Gehalt des erhaltenen
Safts war mit 86% relativ niedrig und er enthielt 3% Invertzucker. Der pH wurde
mit Natriumhydroxid auf pH 7 eingestellt. Weder zur pH-Einstellung noch zur Zerstörung
von Invertzucker wurde Kalk verwendet.
Alle Bedingungen und Verfahren für Beispiel 7 waren wie die in Beispiel
1 verwendeten, außer daß eine Vorfiltration durch einen groben Filterbeutel und
ein Patronenfilter nicht erforderlich waren, da der Saft, der durch eine Ultrafiltrationsmembran
gegangen war, bereits frei von suspendierten Feststoffen war. Die Resultate sind
in Tabelle 7 angegeben.
TABELLE 7
Die in allen obigen Beispielen verwendete Nanofiltrationsmembran war
eine Desal 5. Andere Nanofiltrationsmembranen, die verwendet werden können sind
Hydranautics NTR 745,0, AMT ATP 50 oder ASP 5 oder Dow NF 45.
Anspruch[de]
Verfahren zum Erhalten von Saccharose aus einem Saccharose-enthaltenden
Sirup, umfassend die Stufen:
(a) Nanofiltration eines Beschickungssirups, der Saccharose und nicht weniger als
2 Gew.-% Invertzucker (auf Trockensubstanzbasis) umfaßt, wobei eine Nanofiltrationsmembran
verwendet wird, die für Invertzucker permeabel ist, wodurch ein Nanofiltrationspermeat
und ein Nanofiltrationsretentat produziert werden, wobei das Nanofiltrationspermeat
Invertzucker umfaßt und wobei das Nanofiltrationsretentat hat:
(i) eine Saccharose-Konzentration, die, auf Trockensubstanzbasis, höher ist als
die Saccharose-Konzentration im Beschickungssirup, und
(ii) eine Konzentration an Invertzuckern, die, auf Trockensubstanzbasis, niedriger
ist als die Konzentration an Invertzuckern im Beschickungssirup,
und
(b) Gewinnung des Nanofiltrationsretentats.
Verfahren nach Anspruch 1, das außerdem die Stufe:
(c) Kristallisation von Saccharose aus dem Nanofiltrationsretentat umfaßt.
Verfahren nach Anspruch 1, wobei der Beschickungssirup mindestens 5%
Invertzucker auf Trockensubstanzbasis umfaßt.
Verfahren nach Anspruch 3, wobei der Beschickungssirup mindestens 15%
Invertzucker auf Trockensubstanzbasis umfaßt.
Verfahren nach Anspruch 1, wobei mehr als 50 Gew.-% der Invertzucker
im Beschickungssirup durch die Nanofiltrationsmembran und in das Nanofiltrationspermeat
gehen.
Verfahren nach Anspruch 5, wobei mehr als 75 Gew.-% der Invertzucker
im Beschickungssirup durch die Nanofiltrationsmembran und in das Nanofiltrationspermeat
gehen.
Verfahren nach Anspruch 6, wobei mehr als 90 Gew.-% der Invertzucker
im Beschickungssirup durch die Nanofiltrationsmembran und in das Nanofiltrationspermeat
gehen.
Verfahren nach Anspruch 1, wobei der Beschickungssirup aus der Gruppe,
bestehend aus Zuckerrohr-Mühlenmelasse, erstem Mühlensaft, Mischsaft, inkubiertem
Saft, geklärtem Saft, Dicksaft und Gemischen davon, ausgewählt wird.
Verfahren nach Anspruch 1, wobei der Beschickungssirup aus der Gruppe,
bestehend aus Zuckerrohr-Raffinationsanlagenmelasse, Affinitionssirup, Strahlsirup,
Ablaufsirup, erstem Ertragssirup, zweitem Ertragssirup und Gemischen davon, ausgewählt
wird.
Verfahren nach Anspruch 1, wobei der Beschickungssirup aus der Gruppe,
bestehend aus Zuckerrübenmelasse, Zuckerrübensaft, Zuckerrübendicksaft, Zuckerrübendünnsaft
und Gemischen davon, ausgewählt wird.
Verfahren nach Anspruch 1, wobei die Nanofiltrationsmembran eine Molekulargewichtsausschlußgrenze
von 100 bis 500 Dalton hat.
Verfahren nach Anspruch 11, wobei die Nanofiltrationsmembran eine
Molekulargewichtsausschlußgrenze von 150 bis 300 Dalton hat.
Verfahren nach Anspruch 1, wobei der Beschickungssirup vor der Nanofiltration
durch eine Mikrofiltrations- oder Ultrafiltrationsmembran filtriert wird, wodurch
ein Mikrofiltrations- oder Ultrafiltrationsretentat und ein Mikrofiltrations- oder
Ultrafiltrationspermeat produziert werden, und
wobei das Mikrofiltrations- oder Ultrafiltrationspermeat durch die Nanofiltrationsmembran
filtriert wird und
wobei das Mikrofiltrations- oder Ultrafiltrationsretentat mindestens eine Verunreinigung
umfaßt, die im Beschickungssirup vorhanden ist und die aus der Gruppe, bestehend
aus Kolloiden, Polysacchariden und farbebildenden Materialien, ausgewählt wird.
Verfahren nach Anspruch 13, wobei mehr als 50 Gew.-% der Kolloide,
Polysaccharide und farbebildenden Materialien im Beschickungssirup in das Mikrofiltrations-
oder Ultrafiltrationsretentat gehen.
Verfahren nach Anspruch 13, das außerdem die Stufe einer Diafiltration
des Mikrofiltrations- oder Ultrafiltrationsretentats umfaßt, wodurch ein Diafiltrationsretentat
und ein Diafiltrationspermeat produziert werden und wobei das Diafiltrationsretentat
einen im Vergleich zum Mikrofiltrations- oder Ultrafiltrationsretentat reduzierten
Saccharose-Gehalt hat.
Verfahren nach Anspruch 15, wobei das Diafiltrationspermeat vor der
Nanofiltration mit dem Mikrofiltrations- oder Ultrafiltrationspermeat kombiniert
wird.
Verfahren nach Anspruch 2, wobei die Kristallisation in Stufe (c)
ein Melassenebenprodukt produziert, das in den Beschickungssirup vor der Nanofiltration
zurückgeführt wird.
Verfahren nach Anspruch 17, wobei ein Ablaßstrom aus dem Melassenebenprodukt
in einer Menge entnommen wird, die ausreicht, um die Ansammlung von Verunreinigungen
im Verfahren zu einem Grad, der eine Kristallisation von Saccharose inhibieren würde,
zu verhindern.
Verfahren nach Anspruch 13, wobei der Beschickungssirup aus Melasse
besteht, die Saccharose und nicht weniger als etwa 5% Invertzucker (auf Trockengewichtsbasis)
umfaßt und wobei die Nanofiltrationsmembran für Invertzucker durchlässig ist und
eine Molekulargewichtsausschlußgrenze von 150 bis 300 Daltons hat und wobei
das zweite Permeat mehr als 75 Gew.-% der Invertzucker, die in der Melasse waren,
umfaßt, und
das zweite Retentat eine Saccharose-Konzentration hat, die auf Trockensubstanzbasis
höher ist als die Saccharose-Konzentration in der Melasse, und wobei das Verfahren
auch die Stufe eines Kristallisierens von Saccharose aus dem zweiten Retentat umfaßt.