Diese Erfindung betrifft eine Lederbeschichtungszusammensetzung. Insbesondere
betrifft diese Erfindung eine wässrige Lederbeschichtungszusammensetzung, die ein
mehrstufiges Emulsionspolymer mit einer Polymerstufe mit einer niedrigen Tg (Glasübergangstemperatur),
das eine copolymerisierte Carbonsäure enthält und das mit einem zweiwertigen Metalloxid,
-hydroxid oder -carbonat in Kontakt gebracht worden ist, und einer Polymerstufe
mit einer höheren Tg enthält, das in Gegenwart von 1 bis 15 Gew.-% eines Kettenübertragungsmittels
bezogen auf das Gewicht dieser Stufe hergestellt worden ist. Die Erfindung betrifft
auch ein Verfahren zum Beschichten von Leder mit der erfindungsgemäßen Zusammensetzung.
Die vorliegende Erfindung dient der Bereitstellung einer Schutzbeschichtung,
die ästhetisch gefällig ist. Die getrocknete Beschichtung kann anschließend in einer
geheizten Presse durch Prägen mit einem gewünschten Aufdruck versehen werden. Die
Weichheit des beschichteten Leders und ein effektiver geprägter Aufdruck sind erwünschte
ästhetische Eigenschaften des beschichteten Leders.
Die US-PS 5,723,182 beschreibt
eine wässrige Lederbeschichtungszusammensetzung, die ein mehrstufiges Emulsionspolymer
enthält, das mit einem Übergangsmetalloxid, -hydroxid oder -carbonat in Kontakt
gebracht worden ist. Weitere Verbesserungen bei der Weichheit des beschichteten
Leders und dem Vermögen der Beschichtung, effektiv geprägt zu werden, sind erwünscht.
Das Problem, das der vorliegenden Erfindung zugrundeliegt, ist die
Bereitstellung einer wässrigen Lederbeschichtungszusammensetzung, die ein getrocknetes
beschichtetes Leder ergibt, das im Vergleich zu bekannten Zusammensetzungen eine
verbesserte Weichheit und eine verbesserte Prägbarkeit aufweist, vorzugsweise mit
einer geringen oder keiner Zunahme der Oberflächenklebrigkeit der getrockneten Beschichtung.
Überraschenderweise haben die Erfinder gefunden, dass die Verwendung von 1 bis 15
Gew.-% eines Kettenübertragungsmittels bezogen auf das Gewicht des Polymers der
zweiten Stufe, wie z. B. eines Mercaptans, während der Bildung der zweiten (härteren)
Stufe eines mehrstufigen Emulsionspolymers die Steifigkeit vermindert und die Prägbarkeit
eines Leders verbesserte, das mit einer wässrigen Zusammensetzung beschichtet worden
ist, welche das mehrstufige Polymer enthält.
Gemäß eines ersten Aspekts der vorliegenden Erfindung wird eine wässrige
Lederbeschichtungszusammensetzung bereitgestellt, umfassend ein mehrstufiges, wässriges
Emulsionspolymer, umfassend (i) ein überwiegend acrylisches Polymer der ersten Stufe,
umfassend mindestens ein copolymerisiertes, mono-ethylenisch-ungesättigtes nicht-ionisches
Monomer und von 0,5% bis 10% eines copolymerisierten, mono-ethylenisch-ungesättigten
Carbonsäuremonomers, bezogen auf das Gewicht des Polymers der ersten Stufe, wobei
das Polymer der ersten Stufe im Wesentlichen frei von copolymerisiertem, mehrfach-ethylenisch-ungesättigten
Monomer ist, wobei das Polymer der ersten Stufe eine Tg von weniger als 10°C
aufweist, wobei das Polymer der ersten Stufe mit einem Übergangsmetalloxid, -hydroxid
oder -carbonat bei einem pH-Wert von weniger als 9 in einer Menge größer als 0,1
Äquivalent des Übergangsmetalls pro Äquivalent des copolymerisierten Carbonsäuremonomers
in dem Polymer der ersten Stufe kontaktiert worden ist, und (ii) ein Polymer der
zweiten Stufe, umfassend mindestens ein copolymerisiertes, mono-ethylenisch-ungesättigtes,
nicht-ionisches Monomer und von 0% bis 10% eines copolymerisierten, mono-ethylenisch-ungesättigten
Carbonsäuremonomers, bezogen auf das Gewicht des Polymers der zweiten Stufe, wobei
das Polymer der zweiten Stufe in Gegenwart von 1 bis 15 Gewichtsprozent eines Kettenübertragungsmittels,
bezogen auf das Gewicht des Polymers der zweiten Stufe, hergestellt ist, mit der
Maßgabe, dass das copolymerisierte Carbonsäuremonomer der zweiten Stufe weniger
als 25 Gewichtsprozent des gesamten copolymerisierten Carbonsäuremonomers in dem
mehrstufigen Emulsionspolymer ist, wobei das Polymer der zweiten Stufe im Wesentlichen
frei von copolymerisiertem, mehrfach-ethylenisch ungesättigten Monomer ist, wobei
das Polymer der zweiten Stufe eine Tg größer als 20°C aufweist, und das Polymer
der zweiten Stufe von 1 bis 50 Gewichtsprozent des Polymers der ersten Stufe, bezogen
auf die Trockenpolymergewichte, ist.
Gemäß eines zweiten Aspekts der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren
zur Beschichtung von Leder bereitgestellt, umfassend (a) das Herstellen einer wässrigen
Lederbeschichtungszusammensetzung, umfassend ein mehrstufiges, wässriges Emulsionspolymer,
hergestellt durch ein Verfahren, umfassend (i) das Herstellen eines überwiegend
acrylischen Polymers der ersten Stufe, umfassend mindestens ein copolymerisiertes
mono-ethylenisch-ungesättigtes, nicht-ionisches Monomer und von 0,5 bis 10% eines
copolymerisierten, mono-ethylenisch-ungesättigten Carbonsäuremonomers, bezogen auf
das Gewicht des Polymers der ersten Stufe, wobei das Polymer der ersten Stufe im
Wesentlichen frei von copolymerisiertem, mehrfach-ethylenisch-ungesättigten Monomer
ist, und das Polymer der ersten Stufe eine Tg von weniger als 10°C aufweist,
(ii) das Kontaktieren des Polymers der ersten Stufe mit einem Übergangsmetalloxid,
-hydroxid oder -carbonat bei einem pH-Wert von weniger als 9 in einer Menge größer
als 0,1 Äquivalent des Übergangsmetalls pro Äquivalent des copolymerisierten Carbonsäuremonomers
in dem Polymer der ersten Stufe, und (iii) das Herstellen eines Polymers der zweiten
Stufe, umfassend mindestens ein copolymerisiertes, mono-ethylenisch-ungesättigtes
nicht-ionisches Monomer und von 0 bis 10% eines copolymerisierten, mono-ethylenisch-ungesättigten
Carbonsäuremonomers, bezogen auf das Gewicht des Polymers der zweiten Stufe, wobei
das Polymer der zweiten Stufe in Gegenwart von 1 bis 15 Gewichtsprozent
eines Kettenübertragungsmittels, bezogen auf das Gewicht des Polymers der zweiten
Stufe, hergestellt wird, mit der Maßgabe, dass das copolymerisierte Carbonsäuremonomer
der zweiten Stufe weniger als 25 Gewichtsprozent des gesamten copolymerisierten
Carbonsäuremonomers in dem mehrstufigen Emulsionspolymer ist, wobei das Polymer
der zweiten Stufe im Wesentlichen frei von copolymerisiertem, mehrfachethylenisch-ungesättigten
Monomer ist, wobei das Polymer der zweiten Stufe eine Tg größer als 20°C aufweist,
und das Polymer der zweiten Stufe von 1 bis 50 Gewichtsprozent des Polymers der
ersten Stufe, bezogen auf die Trockenpolymergewichte, ist, (b) das Auftragen der
Beschichtungszusammensetzung auf Leder, und (c) das Trocknen der Beschichtungszusammensetzung.
Diese Erfindung betrifft eine Lederbeschichtungszusammensetzung und
ein Verfahren zum Beschichten von Leder, einschließlich eines mehrstufigen Polymers,
das durch Emulsionspolymerisation hergestellt wird. Das mehrstufige Emulsionspolymer
enthält ein überwiegend acrylisches Polymer der ersten Stufe, das mindestens ein
copolymerisiertes, monoethylenisch-ungesättigtes nicht-ionisches Monomer und von
0,5% bis 10% eines copolymerisierten, mono-ethylenisch-ungesättigten Carbonsäuremonomers,
bezogen auf das Gewicht des Polymers der ersten Stufe, wobei das Polymer der ersten
Stufe im Wesentlichen frei van copolymerisiertem, mehrfach-ethylenisch-ungesättigten
Monomer ist. Mit "überwiegend acrylisches Polymer der ersten Stufe" ist gemeint,
dass mehr als 50% der copolymerisierten Monomere, welche das Polymer der ersten
Stufe bilden, acrylisch sind, d. h. sie sind aus Estern, Nstrilen, usw., von (Meth)acrylsäure
ausgewählt. Mit "nicht-ionisches Monomer" ist hier gemeint, dass der copolymerisierte
Monomerrest bei einem pH-Wert von 2 bis 13 keine ionische Ladung trägt. Das Polymer
der ersten Stufe enthält mindestens ein copolymerisiertes, mono-ethylenisch-ungesättigtes
nicht-ionisches Monomer, wie z. B. ein (Meth)acrylsäureestermonomer, einschließlich
Methylacrylat, Ethylacrylat, Butylacrylat, 2-Ethylhexylacrylat, Decylacrylat, Methylmethacrylat,
Butylmethacrylat, Hydroxyethylmethacrylat, Hydroxypropylmethacrylat, Acetoacetoxyethyl(meth)acrylat,
Acetoacetoxypropyl(meth)acrylat; Styrol oder substituierte Styrole; Butadien; Vinylacetat
oder andere Vinylester; Vinylmonomere wie z. B. Vinylchlorid, Vinylidenchlorid,
N-Vinylpyrrolidon; und (Meth)acrylnitril. Die Verwendung des Begriffs "(Meth)" gefolgt
von einem anderen Begriff, wie z. B. (Meth)acrylat oder (Meth)acrylnitril, wie er
in dieser Beschreibung verwendet wird, bezieht sich sowohl auf Acrylat als auch
auf Methacrylat bzw. sowohl auf Acrylnitril als auch auf Methacrylnitril.
Das Polymer der ersten Stufe enthält auch 0,5% bis 10%, vorzugsweise
1% bis 5% eines copolymerisierten mono-ethylenisch-ungesättigten Carbonsäuremonomers,
bezogen auf das Gewicht des Polymers der ersten Stufe, wie z. B. Acrylsäure, Methacrylsäure,
Crotonsäure, Itaconsäure, Fumarsäure, Maleinsäure, Monomethylitaconat, Monomethylfumarat,
Monobutylfumarat und Maleinsäureanhydrid.
Das in dieser Erfindung verwendete Polymer der ersten Stufe ist im
Wesentlichen frei von copolymerisierten mehrfach-ethylenisch-ungesättigten Monomeren,
wie z. B. Allylmethacrylat, Diallylphthalat, 1,4-Butylenglykoldimethacrylat, 1,2-Ethylenglykoldimethacrylat,
1,6-Hexandioldiacrylat und Divinylbenzol. Mit "im Wesentlichen frei von copolymerisierten
mehrfach-ethylenisch-ungesättigten Monomeren" ist hier gemeint, dass Konzentrationen
von weniger als 0,1% bezogen auf das Gewicht des Polymers der ersten Stufe oder
des Polymers der zweiten Stufe, wie sie z. B. zufällig als Verunreinigungen in mono-ethylenisch-ungesättigten
Monomeren eingebracht werden können, von der Polymerzusammensetzung nicht ausgeschlossen
sind.
Die Glasübergangstemperatur ("Tg") des Polymers der ersten Stufe beträgt
weniger als 10°C, und zwar gemessen mittels Differential-Scanningkalorimetrie
(DSC) unter Verwendung des Mittelpunkts in dem Wärmestrom-Temperatur-Übergang als
Tg-Wert. Kettenübertragungsmittel wie z. B. Mercaptane können in einer Menge verwendet
werden, die zur Bereitstellung niedrigerer Molekulargewichte effektiv ist.
Das Polymer der ersten Stufe wird mit einem Übergangsmetalloxid, -hydroxid
oder -carbonat bei einem pH-Wert von weniger als pH = 9, vorzugsweise bei pH = 3
bis 6 in einer Menge größer als 0,1 Äquivalente des Übergangsmetalls pro Äquivalent
eines copolymerisierten Carbonsäuremonomers in dem Polymer der ersten Stufe gemäß
dem in der US-PS 5,221,284 beschriebenen
Verfahren kontaktiert. Die Oxide, Hydroxide und Carbonate von Zink, Aluminium, Zinn,
Wolfram und Zirkonium sind bezüglich der niedrigen Kosten, der niedrigen Toxizität
und der geringen Färbung in der getrockneten Beschichtung bevorzugt. Zinkoxid ist
mehr bevorzugt. Das Übergangsmetalloxid, -hydroxid oder -carbonat kann aufgeschlämmt
in Wasser, gegebenenfalls mit einem zugesetzten Dispergiermittel wie z. B. einem
niedermolekularen Homopolymer oder Copolymer von (Meth)acrylsäure zugesetzt werden.
Das Übergangsmetalloxid, -hydroxid oder -carbonat kann während des Polymerisationsverfahrens
zugesetzt werden oder nachdem eine oder mehrere Stufen der Polymerisation abgeschlossen
sind.
Das mehrstufige Polymer enthält auch ein Polymer der zweiten Stufe,
das mindestens ein copolymerisiertes, mono-ethylenisch-ungesättigtes, nicht-ionisches
Monomer und von 0% bis 10% eines copolymerisierten, mono-ethylenisch-ungesättigten
Carbonsäuremonomers, bezogen auf das Gewicht des Polymers der zweiten Stufe, umfasst,
mit der Maßgabe, dass das copolymerisierte Carbonsäuremonomer der zweiten Stufe
weniger als 25 Gewichtsprozent des gesamten copolymerisierten Carbonsäuremonomers
in dem mehrstufigen Copolymer ist, wobei das Polymer der zweiten Stufe im Wesentlichen
frei von copolymerisiertem, mehrfach-ethylenisch ungesättigten Monomer ist, wobei
das Polymer der zweiten Stufe eine Tg größer als 20°C aufweist,
und das Polymer der zweiten Stufe von 1% bis 50%, vorzugsweise 5% bis 20% des Gewichts
des Polymers der ersten Stufe, bezogen auf die Trockenpolymergewichte, ist. Die
Definitionen und die Beispiele für das copolymerisierte, mono-ethylenisch-ungesättigte,
nicht-ionische Monomer, das copolymerisierte, mono-ethylenisch-ungesättigte Carbonsäuremonomer
und das copolymerisierte, mehrfach-ethylenisch-ungesättigte Monomer des Polymers
der zweiten Stufe entsprechend denjenigen des Polymers der ersten Stufe.
Das Polymer der zweiten Stufe muss in Gegenwart von 1 Gew.-% bis 15
Gew.-%, vorzugsweise von 2 Gew.-% bis 5 Gew.-% eines Kettenübertragungsmittels bezogen
auf das Trockengewicht des Polymers der zweiten Stufe gebildet werden, wie z. B.
von Halogenverbindungen wie Tetrabrommethan; Allylverbindungen oder Mercaptanen
wie z. B. Alkylthioglykolaten, Alkylmercaptoalkanoaten und linearen oder verzweigten
C4-C22-Alkylmercaptanen. Ein Kettenübertragungsmittel kann
bzw. Kettenübertragungsmittel können auf einmal oder in mehreren Zugaben oder kontinuierlich,
linear oder nicht, während des größten Teils oder der gesamten Reaktionsdauer oder
während eines beschränkten Abschnitts oder beschränkter Abschnitte der Reaktionsdauer
zugesetzt werden. Das Kettenübertragungsmittel ist vorzugsweise ein Mercaptan, mehr
bevorzugt ein Mercaptan, das aus Methyl-3-mercaptopropionat, Butyl-3-mercaptopropionat,
n-Dodecylmercaptan und Gemischen davon ausgewählt ist.
Die zur Herstellung solcher wässriger mehrstufiger Emulsionspolymere
eingesetzten Polymerisationstechniken sind bekannt und z. B. in den US-PSen 4,325,856,
4,654,397, 4,814,373 und 5,723,182 beschrieben. In dem mehrstufigen Polymerisationsverfahren
werden nacheinander mindestens zwei Stufen mit unterschiedlicher Zusammensetzung
gebildet. In dem Emulsionspolymerisationsverfahren können herkömmliche Tenside verwendet
werden, wie z. B. anionische und/oder nichtionische Emulgatoren wie z. B. Alkalimetall-
oder Ammoniumsalze von Alkyl-, Aryl- oder Alkylarylsulfaten, -sulfonaten oder -phosphaten;
Alkyl-sulfonsäuren; Sulfosuccinatsalze; Fettsäuren; ethylenisch ungesättigte Tensidmonomere
und ethoxylierte Alkohole oder Phenole. Die Menge des verwendeten Tensids beträgt
gewöhnlich 0,1 bis 6 Gew.-% bezogen auf das Gewicht des Monomers. Es können entweder
thermische Startverfahren oder Redoxstartverfahren verwendet werden. Die Reaktionstemperatur
wird im Reaktionsverlauf bei einer Temperatur unter 100°C gehalten. Eine Reaktionstemperatur
zwischen 30°C und 95°C ist bevorzugt und eine Reaktionstemperatur zwischen
50°C und 90°C ist mehr bevorzugt. Das Monomergemisch kann rein oder als
Emulsion in Wasser zugesetzt werden. Das Monomergemisch kann auf einmal oder in
mehreren Zugaben oder kontinuierlich, linear oder nicht, während der Reaktionsdauer
zugesetzt werden, oder in Kombinationen davon.
Es können herkömmliche Radikalstarter verwendet werden, wie z. B.
Wasserstoffperoxid, Natriumperoxid, Kaliumperoxid, t-Butylhydroperoxid, Cumolhydroperoxid,
Ammonium- und/oder Alkalimetallpersulfate, Natriumperborat, Perphosphorsäure und
Salze davon, Kaliumpermanganat und Ammonium- oder Alkalimetallsalze von Peroxydischwefelsäure,
typischerweise in einer Konzentration von 0,01 Gew.-% bis 3,0 Gew.-% bezogen auf
das Gewicht des gesamten Monomers. Es können Redoxsysteme verwendet werden, bei
denen die vorstehend genannten Starter gekoppelt mit einem geeigneten Reduktionsmittel
eingesetzt werden, wie z. B. Natriumsulfoxylatformaldehyd, Ascorbinsäure, Isoascorbinsäure,
Alkalimetall- und Ammoniumsalze Schwefel-enthaltender Säuren, wie z. B. Natriumsulfat,
-hydrogensulfit, -thiosulfat, -hydrosulfit, -sulfid, -hydrosulfid oder -dithionit,
Formadinsulfinsäure, Hydroxymethansulfonsäure, Acetonhydrogensulfit, Amine wie z.
B. Ethanolamin, Glykolsäure, Glyoxylsäurehydrat, Milchsäure, Glycerinsäure, Äpfelsäure,
Weinsäure und Salze der vorstehend genannten Säuren. Es können Redoxreaktionen-katalysierende
Metallsalze von Eisen, Kupfer, Mangan, Silber, Platin, Vanadium, Nickel, Chrom,
Palladium oder Cobalt verwendet werden.
Ein solches mehrstufiges Verfahren führt üblicherweise zur Bildung
von mindestens zwei gegenseitig unverträglichen Polymerzusammensetzungen, wodurch
mindestens zwei polymere Phasen gebildet werden. Die gegenseitige Unverträglichkeit
von zwei Polymerzusammensetzungen und die resultierende Mehrphasenstruktur der Polymerteilchen
kann in an sich bekannter Weise auf verschiedene Arten bestimmt werden. Die Verwendung
der Rasterelektronenmikroskopie mit Färbetechniken zur Betonung der Differenz zwischen
der Erscheinung der Phasen ist beispielsweise eine solche Technik.
Der durchschnittliche Teilchendurchmesser der emulsionspolymerisierten
Polymerteilchen beträgt vorzugsweise 30 nm bis 500 nm.
Die wässrige Lederbeschichtungszusammensetzung wird mit Techniken
hergestellt, die auf dem Fachgebiet der Beschichtungen bekannt sind. Als erstes
wird mindestens ein Pigment in einem wässrigen Medium unter einer hohen Scherung
gründlich dispergiert, wie sie z. B. von einem COWLES®-Mischer erzeugt
wird, oder alternativ wird mindestens ein vordispergiertes Farbmittel verwendet.
Anschließend wird das mehrstufige Emulsionspolymer unter Rühren bei niedriger Scherung
gegebenenfalls zusammen mit anderen Beschichtungszusätzen zugegeben. Die wässrige
Beschichtungszusammensetzung kann zusätzlich zu dem oder den Pigmenten) und dem
mehrstufigen Emulsionspolymer herkömmliche Beschichtungszusätze enthalten, wie z.
B. Emulgatoren, Koaleszenzmittel, Härtungsmittel, Puffer, Mattierungsmittel, Neutralisationsmittel,
Verdickungsmittel, Viskositätsveränderer, Feuchthaltemittel, Benetzungsmittel, Biozide,
Weichmacher, Schaumdämpfer, Farbmittel, Wachse und Antioxidationsmittel.
Der Feststoffgehalt der wässrigen Beschichtungszusammensetzung kann
etwa 10 Vol.-% bis etwa 50 Vol.-% betragen. Die Viskosität der
wässrigen Polymerzusammensetzung kann etwa 50 Centipoise bis etwa 10000 Centipoise
betragen, gemessen mit einem Brookfield-Viskosimeter. Die für verschiedene Anwendungsverfahren
angemessenen Viskositäten können beträchtlich variieren.
Die wässrige Beschichtungszusammensetzung kann auf Leder wie z. B.
mineralgegerbtes oder pflanzlich gegerbtes Leder, einschließlich Vollnarbenleder
(Full-Grain-Leder), geschliffenes Leder oder Leder mit korrigierter Narbung und
Spaltleder mit oder ohne Vorbehandlung mit einem Imprägnierharzgemisch angewandt
werden, und zwar unter Verwendung herkömmlicher Beschichtungsaufbringungsverfahren
wie z. B. mit einem Vorhang-Auftragswerk (Curtain Coater) und mit Sprühverfahren
wie z. B. Luftzerstäubungssprühen, luftunterstütztes Sprühen, Airless-Sprühen, Sprühen
mit großem Volumen und niedrigem Druck und luftunterstütztes Airless-Sprühen.
Abkürzungen
MMA = Methylmethacrylat
BA = Butylacrylat
EA = Ethylacrylat
AA = Acrylsäure
AAEM = Acetoacetoxyethylmethacrylat
Sty = Styrol
BMP = Butyl-3-mercaptopropionat
n-DDM = n-Dodecylmercaptan
MMP = Methyl-3-mercaptopropionat
Dl-Wasser = entionisiertes Wasser
Experimentelle Verfahren
Prägbarkeit: Die Prägbarkeit wurde durch die Bewertung der Hair-cell-Druckqualität
charakterisiert. Die Lederbeschichtungszusammensetzungen wurden auf 0,047 m2
(0,5 Quadratfuß) eines Leders mit korrigierter Narbung mit Polsterqualität gesprüht,
so dass eine Feuchtauftragung von 15 g/0,093 m2 (1 Quadratfuß) erhalten
wurde. Das beschichtete Leder wurde in einem Ofen bei 90°C 2 min getrocknet
und dann mit einer Heißwalze gebügelt und über Nacht auf Stangen platziert. Am nächsten
Tag wurde die Beschichtung in einer Presse mit einem Druck von 50 Tonnen für 5 s
mit einer Platte bei 95°C mit einem groben Hair-cell-Aufdruck geprägt. Die Stücke
wurden mit einem einfachen Mikroskop und einem 8-fach-Vergrößerungsglas untersucht,
um die Qualität des Aufdrucks zu vergleichen. Die Qualität des Aufdrucks wurde (a)
durch die Glätte der Oberfläche zwischen den Hair-cell-Vertiefungen und (b) der
Schärfe und Tiefe der Hair-cell-Vertiefungen beurteilt. Bei einer schlechten Formgebung
zeigt die Oberfläche zwischen den Hair-cell-Vertiefungen kleine Vertiefungen, die
von dem Mikroschaum zurückgeblieben sind, der während des Sprühens erzeugt worden
ist, und die Hair-cell-Vertiefungen sind nicht tief und weisen geneigte Seiten auf.
Bei einer hervorragenden Formgebung ist das Polymer geflossen, so dass jegliche
Vertiefungen von dem Mikroschaum eliminiert worden sind, und die Hair-cell-Vertiefungen
sind tief, wobei die Seiten zu dem Boden der Vertiefungen nahezu senkrecht sind.
Steifigkeit: Die Steifigkeit des beschichteten Leders wurde mit einem
Zugprüfgerät als inverser Indikator der Weichheit des beschichteten Leders gemessen.
Für den Zugtest wurden Filme durch Verdünnen der Polymere auf 20% Feststoffe und
anschließend Trocknen von 20 g in einem Petrischalenboden bei 48,9°C (120°F)
hergestellt, wobei ein trockener Film mit einer Dicke von etwa 0,51 mm (20 mil)
erhalten wurde. Stücke des Films wurden mit einer Hundeknochen-Schneideinrichtung
(„dogbone die") geschnitten, wobei eine Breite von 0,634 cm (0,25 Inch) und
eine Messlänge von 1,905 cm (0,75 Inch) erhalten wurde, und diese wurden dann in
einem Raum bei etwa 23,9°C (75°F) und 50% relativer Feuchtigkeit äquilibriert.
Die Proben wurden bei einem Greiferabstand von 2,54 cm (1 Inch) eingespannt und
bei einer Kreuzkopfgeschwindigkeit von 25,4 cm (10 Inch)/min gezogen. Die Steifigkeit
wurde als psi-Wert bei 100% Dehnung (M100) gemessen. Die Steifigkeit wird innerhalb
einer einzelnen Reihe nur auf einer relativen Basis als signifikant erachtet, um
Variationen der Temperatur, der Feuchtigkeit, usw., von Tag zu Tag auszuschließen.
Die nachstehenden Beispiele werden angegeben, um die Erfindung sowie
die durch die experimentellen Verfahren erhaltenen Ergebnisse zu veranschaulichen,
falls nichts anderes angegeben ist.
Beispiel 1: Herstellung eines mehrstufigen wässrigen EmulsionspolymersHerstellung eines Polymers 10
Ein mit einem Rühren, Kühler, einer Temperaturüberwachungseinrichtung
und einer Stickstoffspüleinrichtung ausgestatteter 5000 ml-Rundkolben wurde mit
1271 g Dl-Wasser beschickt. Aus 230 g Dl-Wasser, 18,6 g Natriumlaurylsulfat
(28%), 67,4 g Natriumdodecylbenzolsulfonat (23%), 491,4 g EA, 360 g BA, 17,1 g AAEM
und 31,5 g AA wurde ein Monomer-Vorgemisch hergestellt. Das gesamte Monomer-Vorgemisch
wurde mit 22 ml Dl-Wasser in den Kolben überführt, worauf in Abständen von 1 min
3,6 ml einer 0,15%igen wässrigen Lösung von Eisen(II)-sulfatheptahydrat, 0,21 g
Ammoniumpersulfat, gelöst in 19 g Dl-Wasser, und 1,09 g Natriumhydrosulfit, gelöst
in 40 g Dl-Wasser, und 0,19 g Ammoniumhydroxid zugesetzt wurden. Die Temperatur
stieg innerhalb von 10 min auf 85°C. Als die Temperatur auf 60°C gefallen
war, wurden 97 g MMA und 3 g MMP zugesetzt. Zwei Minuten später wurden 0,42 g t-Butylhydroperoxid
in 19 g Dl-Wasser und 0,29 g Isoascorbinsäure in 22 g Dl-Wasser zugesetzt. Die Temperatur
stieg während etwa 5 min um 2 bis 3°C. Als die Temperatur unter 50°C gefallen
war, wurden während 90 min 2,16 g t-Butylhydroperoxid in 33 g Dl-Wasser und 1,08
g Natriummetahydrogensulfit, gelöst in 33 g Dl-Wasser, zugesetzt. Bei einer Temperatur
unter 50°C wurden dem Polymer 3,9 g ZnO zugesetzt. Nach einer Stunde wurden
25 g Ammoniumhydroxid in 11 g Dl-Wasser zugesetzt. Nach 10 min wurde die Polymerdispersion
filtriert. Es wurde gefunden, dass die resultierende Polymerdispersion einen Feststoffgehalt
von 34,5%, einen pH-Wert von 9,3 und eine Brookfield-Viskosität (LV-Spindel 2 bei
60 U/min) von 10 cps aufwies.
Beispiel 2: Herstellung verschiedener mehrstufiger wässriger
EmulsionspolymereHerstellung von Polymeren 1 bis 9 und 11 bis 22 und von
Vergleichspolymeren A bis F
Die Polymere 1 bis 22 und die Vergleichspolymere A bis F wurden gemäß
dem Verfahren von Beispiel 1 hergestellt, jedoch wurden die in der Tabelle 2.1 gezeigten
Bestandteile und Mengen eingesetzt. Alle Werte in der Tabelle 2.1 sind Gewichtsteile,
mit Ausnahme von "ZnO-Äguiv.", wobei diese Werte die Äquivalente Zn pro Äquivalente
der copolymerisierten Acrylsäure in dem Polymer der ersten Stufe (Stufe 1) sind.
Tabelle 2.1: PolymerzusammensetzungenBeispiel 3: Bewertung von beschichtetem Leder
Lederbeschichtungszusammensetzungen wurden durch Mischen der folgenden
Komponentenanteile hergestellt:
Die Formulierungen wurden unter Verwendung eines 1/1-Gemischs aus
EUKANOL Paste M/Wasser (EUKANOL Paste M ist eine Verdickungsmittelformulierung auf
der Basis wasserlöslicher Acrylverbindungen) auf eine Viskosität von etwa 21 s (Zahn
#2) eingestellt. (EUDERM und EUKANOL sind Marken der Bayer AG).
Die in diesem Beispiel verglichenen Polymere wurden mit einem 90/10-Verhältnis
der ersten zur zweiten Stufe und einer Zusammensetzung der ersten Stufe von 20 BA/75,3
EA/2,8 AA/1,9 AAEM hergestellt, wobei die Zusammensetzung der zweiten Stufe variiert
wurde. Die Zusammensetzungen der zweiten Stufe und die Ergebnisse sind in der Tabelle
3.1 gezeigt.
Tabelle 3.1: Bewertung von beschichtetem Leder
Das Leder, das die getrockneten erfindungsgemäßen Beschichtungszusammensetzungen
aufweist, welche die Polymere 1 und 2 enthalten, zeigt eine überlegene Weichheit
und Hair-cell-Druckqualität im Vergleich zu dem Leder, das die getrocknete Beschichtungszusammensetzung
des Polymers von Vergleichsbeispiel A aufweist, dessen Polymer der zweiten Stufe
nicht in Gegenwart von 1 Gew.-% bis 15 Gew.-% eines Kettenübertragungsmittels bezogen
auf das Gewicht des Polymers der zweiten Stufe hergestellt worden ist.
Beispiel 4: Bewertung von beschichtetem Leder
Lederbeschichtungszusammensetzungen wurden durch Mischen der folgenden
Komponentenanteile hergestellt:
Die Formulierungen wurden mit EUKANOL Paste M auf eine Viskosität
von etwa 21 s #2 Zahn verdickt und anschließend durch Sprühen auf 0,093 m2-Stücke
von Polsterleder mit korrigierter Narbung mit einer Feuchtauftragung von 15 g/0,093
m2 aufgebracht. Das beschichtete Leder wurde in einem Ofen 2 min bei
90°C getrocknet und dann in zwei Stücke geschnitten. Ein Satz der Stücke wurde
mit 1 g/0,093 m2 mit 2/1 HYDRHOLAC R/Wasser als "Zwischenplattenbeschichtung"
besprüht. (HYDRHOLAC R ist eine Emulsion aus einem Cellulosenitratpolymer und einem
Lösungsmittel). (HYDRHOLAC ist eine Marke von Rohm and Haas Company). Das Prägen
wurde bei 93°C durchgeführt.
Die in diesem Experiment hergestellten Polymere wurden mit einem 90/10-Verhältnis
der ersten zur zweiten Stufe und einer Zusammensetzung der ersten Stufe von 30 BA/65,3
EA/2,8 AA/1,9 AAEM hergestellt, wobei die Zusammensetzung der zweiten Stufe variiert
wurde. Es wurde eine zusätzliche Zusammensetzung mit einer Zusammensetzung der ersten
Stufe von 40 BA/55,3 EA/2,8 AA/1,9 AAEM einbezogen. Die variierenden Zusammensetzungsanteile
und die Ergebnisse sind in der Tabelle 4.1 gezeigt.
Tabelle 4.1: Bewertung von beschichtetem Leder
Das Leder, das die getrockneten erfindungsgemäßen Beschichtungszusammensetzungen
aufweist, welche die Polymere 3 bis 5 enthalten, zeigt eine überlegene Weichheit
und Hair-cell-Druckqualität im Vergleich zu dem Leder, das die getrocknete Beschichtungszusammensetzung
des Polymers von Vergleichsbeispiel B aufweist, dessen Polymer der zweiten Stufe
nicht in Gegenwart von 1 Gew.-% bis 15 Gew.-% eines Kettenübertragungsmittels bezogen
auf das Gewicht des Polymers der zweiten Stufe hergestellt worden ist.
Beispiel 5: Bewertung von beschichtetem Leder
Lederbeschichtungszusammensetzungen wurden durch Mischen der folgenden
Komponentenanteile hergestellt:
Die Zusammensetzungen wurden mit EUKANOL Paste M auf eine Viskosität
von 20 s #2 Zahn verdickt und anschließend durch Sprühen auf 0,093 m2-Stücke
von Polsterleder mit korrigierter Narbung mit einer Feuchtauftragung von 15 g/0,093
m2 aufgebracht. Das beschichtete Leder wurde in einem Ofen 2 min bei
90°C getrocknet und anschließend mit einer Heißwalze gebügelt und in zwei Stücke
geschnitten. Ein Satz der Stücke wurde mit 1 g/0,093 m2 mit 1/1 ISODERM
LA-01/Wasser als "Zwischenplattenbeschichtung" besprüht. (ISODERM LA-01 ist eine
Emulsion aus einem Cellulosenitratpolymer und einem Lösungsmittel). (ISODERM ist
eine Marke der Bayer AG).
Am folgenden Tag wurden beide Sätze in einer Presse mit 50 Tonnen
5 s bei einer Plattentemperatur von 83°C für den Satz ohne Zwischenplattenbeschichtung
und von 96°C für den Satz mit Zwischenplattenbeschichtung mit einer groben Hair-cell-Platte
geprägt. Beide Sätze wurden bezüglich der Qualität des Drucks verglichen und es
wurde eine vergleichende Gesamtbewertung der relativen Qualität durchgeführt.
Die in dem Experiment verglichenen Polymere wurden mit einem 90/10-Verhältnis
der ersten zur zweiten Stufe und einer Zusammensetzung der ersten Stufe von 96,5
BA/3,5 AA hergestellt, wobei die Zusammensetzung der zweiten Stufe variiert wurde.
Es wurde eine zusätzliche Zusammensetzung mit einer Zusammensetzung der ersten Stufe
von 94,5 BA/3,5 AA/2 AAEM einbezogen. Die variierenden Zusammensetzungsanteile und
die Ergebnisse sind in der Tabelle 5.1 gezeigt.
Tabelle 5.1: Bewertung von beschichtetem Leder
Das Leder, das die getrockneten erfindungsgemäßen Beschichtungszusammensetzungen
aufweist, welche die Polymere 6 bis 8 enthalten, zeigt eine überlegene Weichheit
und Hair-cell-Druckqualität im Vergleich zu dem Leder, das die
getrocknete Beschichtungszusammensetzung des Polymers von Vergleichsbeispiel C aufweist,
dessen Polymer der zweiten Stufe nicht in Gegenwart von 1 Gew.-% bis 15 Gew.-% eines
Kettenübertragungsmittels bezogen auf das Gewicht des Polymers der zweiten Stufe
hergestellt worden ist.
Beispiel 6: Bewertung von beschichtetem Leder
Lederbeschichtungszusammensetzungen wurden durch Mischen der folgenden
Komponentenanteile hergestellt:
Die Zusammensetzungen wurden durch Sprühen auf 0,093 m2-Stücke
von Polsterleder mit korrigierter Narbung mit einer Feuchtauftragung von 15 g/0,093
m2 aufgebracht. Das beschichtete Leder wurde in einem Ofen 2 min bei
90°C getrocknet. Dann wurde eine zweite Beschichtung mit einer Feuchtauftragung
von 8 g/0,093 m2 aufgebracht und in einem Ofen 2 min bei 90°C getrocknet.
Die Leder wurden dann bezüglich der Klebrigkeit durch Drücken der beschichteten
Oberfläche gegen sich selbst bewertet. Die Leder wurden dann in zwei Teile geschnitten.
Ein Satz der Stücke wurde mit 1 g/0,093 m2 mit 1/1 EUSIN Glanz EG/Wasser
als "Zwischenplattenbeschichtung" besprüht. (EUSIN Glanz EG ist eine Emulsion aus
einem Celluloseacetatbutyratpolymer und einem Lösungsmittel). (EUSIN ist eine Marke
der Bayer AG).
Am folgenden Tag wurde der Satz mit der Zwischenoberflächenbeschichtung
in einer Presse mit 50 Tonnen 5 s bei einer Plattentemperatur von 95°C mit einer
groben Hair-cell-Platte geprägt. Auf beide Sätze wurde eine dritte Beschichtung
mit einer Feuchtauftragung von 6 g/0,093 m2 gesprüht. Beide Sätze wurden
mit 4 g/0,093 m2 2/1 ORTHOCLEAR OC-66/Butylacetat aufgebracht (ORTHOCLEAR
OC-66 ist eine Formulierung von Nitrocellulose in einem Lösungsmittel) und der Satz
ohne die Zwischenbeschichtung wurde nach dem Oberflächenbeschichten mit den gleichen
Prägebedingungen geprägt. Beide Sätze wurden bezüglich der Qualität des Drucks verglichen
und es wurde eine vergleichende Gesamtbewertung der relativen Qualität durchgeführt.
Die in dem Experiment verglichenen Polymere wurden mit einer Zusammensetzung
der ersten Stufe von 40 BA/54,6 EA/3,5 AA/1,9 AAEM hergestellt, wobei das Stufenverhältnis
und die Zusammensetzung der zweiten Stufe variiert wurden. Die variierenden Zusammensetzungsanteile
und die Ergebnisse sind in der Tabelle 6.1 gezeigt.
Tabelle 6.1: Bewertung von beschichtetem Leder
Das Leder, das eine getrocknete erfindungsgemäße Beschichtungszusammensetzung
aufweist, die das Polymer 11 enthält, zeigt eine überlegene Weichheit und Hair-cell-Druckqualität
im Vergleich zu dem Leder, das die getrocknete Beschichtungszusammensetzung des
Polymers von Vergleichsbeispiel E aufweist, dessen Polymer der zweiten Stufe nicht
in Gegenwart von 1 Gew.-% bis 15 Gew.-% eines Kettenübertragungsmittels bezogen
auf das Gewicht des Polymers der zweiten Stufe hergestellt worden ist. Selbst bei
dem niedrigeren Niveau der harten Stufe von 5% zeigt das Leder, das eine getrocknete
erfindungsgemäße Beschichtungszusammensetzung aufweist, die das Polymer 9 enthält,
eine überlegene Weichheit und Hair-cell-Druckqualität im Vergleich zu dem Leder,
das die getrocknete Beschichtungszusammensetzung des Polymers von Vergleichsbeispiel
D aufweist, dessen Polymer der zweiten Stufe nicht in Gegenwart von 1 Gew.-% bis
15 Gew.-% eines Kettenübertragungsmittels bezogen auf das Gewicht des Polymers der
zweiten Stufe hergestellt worden ist.
Beispiel 7: Bewertung von beschichtetem Leder
Lederbeschichtungszusammensetzungen wurden durch Mischen der folgenden
Komponentenanteile hergestellt:
Die Formulierungen wurden durch Sprühen auf 0,047 m2-Stücke
von Polsterleder mit korrigierter Narbung mit einer Feuchtauftragung von 15 g/0,093
m2 aufgebracht. Das beschichtete Leder wurde in einem Ofen 2 min bei
90°C getrocknet. Dann wurde eine zweite Beschichtung mit einer Feuchtauftragung
von 7 g/0,093 m2 aufgebracht und in einem Ofen 2 min bei 90°C getrocknet.
Die Leder wurden dann bezüglich der Klebrigkeit durch Drücken der beschichteten
Oberfläche gegen sich selbst bewertet. Die Leder wurden dann mit 1 g/0,093 m2
mit 1/1 EUSIN Glanz EG/Wasser als "Zwischenplattenbeschichtung" besprüht.
Die in dem Experiment verglichenen Polymere wurden mit einem 90/10-Stufenverhältnis
und einer Zusammensetzung der ersten Stufe von 40 BA/54,6 EA/3,5 AA/1,9 AAEM hergestellt,
wobei das Kettenübertragungsmittel der zweiten Stufe und dessen Menge variiert wurden.
Tabelle 7.1: Effekt der Variation des Mercaptans in der zweiten Stufe
Alle drei Mercaptan-Kettenübertragungsmittel führten zu einer verminderten
Steifigkeit des Leders, das mit den getrockneten erfindungsgemäßen Beschichtungszusammensetzungen
beschichtet war, jedoch war BMP weniger effizient als MMP und n-DDM war sehr viel
weniger effizient.
Beispiel 8: Bewertung von beschichtetem Leder
Lederbeschichtungszusammensetzungen wurden durch Mischen der folgenden
Komponentenanteile hergestellt:
Die Formulierungen wurden durch Sprühen auf 0,047 m2-Stücke
von Polsterleder mit korrigierter Narbung mit einer Feuchtauftragung von 15 g/0,093
m2 aufgebracht. Das beschichtete Leder wurde in einem Ofen 2 min bei
90°C getrocknet. Dann wurde eine zweite Beschichtung mit einer Feuchtauftragung
von 7 g/0,093 m2 aufgebracht und in einem Ofen 2 min bei 90°C getrocknet.
Die Leder wurden dann bezüglich der Klebrigkeit durch Drücken der beschichteten
Oberfläche gegen sich selbst bewertet. Eine Hälfte jedes Stücks wurde dann mit 1
g/Quadratfuß mit 1/1 EUSIN Glanz EG/Wasser als "Zwischenplattenbeschichtung" besprüht.
Die in dem Experiment verglichenen Polymere wurden mit einem 90/10-Stufenverhältnis
und einer Zusammensetzung der ersten Stufe von 60 BA/34,6 EA/3,5 AA/1,9 AAEM hergestellt,
wobei die Zusammensetzung der zweiten Stufe variiert wurde. Die variierenden Zusammensetzungsanteile
und die Ergebnisse sind in der Tabelle 8.1 gezeigt.
Tabelle 8.1: Bewertung von beschichtetem Leder
Das Leder, das die getrockneten erfindungsgemäßen Beschichtungszusammensetzungen
aufweist, welche die Polymere 15 und 16 enthalten, zeigt eine überlegene Weichheit
und Hair-cell-Druckqualität im Vergleich zu dem Leder, das die getrocknete Beschichtungszusammensetzung
des Polymers von Vergleichsbeispiel F aufweist, dessen Polymer der zweiten Stufe
nicht in Gegenwart von 1 Gew.-% bis 15 Gew.-% eines Kettenübertragungsmittels bezogen
auf das Gewicht des Polymers der zweiten Stufe hergestellt worden ist.
Beispiel 9: Bewertung von beschichtetem Leder
Lederbeschichtungszusammensetzungen wurden durch Mischen der folgenden
Komponentenanteile hergestellt:
Die Formulierungen wurden durch Sprühen auf 0,093 m2-Stücke
von Polsterleder mit korrigierter Narbung mit einer Feuchtauftragung von 15 g/0,093
m2 aufgebracht. Das beschichtete Leder wurde in einem Ofen 2 min bei
90°C getrocknet. Die beschichteten Leder wurden in zwei Stücke geschnitten.
Bei einem Satz wurde die Hälfte jedes Stücks mit 1/1 ISODERM LA-01/Wasser mit einer
Feuchtauftragung von 1 g/0,093 m2 besprüht. Dieser Satz wurde dann in
einer Presse mit 50 Tonnen 5 s bei einer Plattentemperatur von 90°C geprägt.
Beide Sätze wurden dann erneut mit einer Beschichtung besprüht, so dass eine Feuchtauftragung
von 10 g/0,093 m2 erhalten wurde. Der vorher nicht geprägte Satz wurde
auf die Hälfte jedes Stücks mit ISODERM LA-01/Wasser besprüht und wie vorstehend
geprägt. Es wurde eine Gesamtbewertung der Sätze bezüglich des Drucks durchgeführt.
Ein Klebrigkeitsvergleich für dieses Experiment wurde mit den durchsichtigen Filmen
anstelle der beschichteten Leder durchgeführt.
Die in dem Experiment verglichenen Polymere wurden mit einer konstanten
Zusammensetzung der zweiten Stufe von 95 MMA/5 BMP hergestellt. Die variierenden
Zusammensetzungsanteile und die Ergebnisse sind in der Tabelle 9.1 gezeigt. Der
Zinkanteil ist als Verhältnis der Äquivalente von Zink zu den Äquivalenten von AA
in der ersten Stufe ausgedrückt.
Tabelle 9.1: Bewertung von beschichtetem Leder
Das Leder, das die getrockneten erfindungsgemäßen Beschichtungszusammensetzungen
aufweist, welche die Polymere 17 bis 22 enthalten, zeigt eine bessere Kombination
aus Weichheit, Klebrigkeit und Druck als das Leder, das die getrockneten Beschichtungszusammensetzungen
aufweist, die Vergleichspolymere enthalten, die in der zweiten Stufe ohne Kettenübertragungsmittel
hergestellt worden sind. Eine Verminderung von Zink führt zu einer weiteren Absenkung
der Steifigkeit, jedoch auf Kosten einer gewissen Zunahme der Klebrigkeit und einer
Abnahme der Druckqualität. Das Erhöhen des Verhältnisses von BA/EA hat nur einen
geringen Effekt auf die Klebrigkeit oder die Steifigkeit, vermindert jedoch die
Qualität des Drucks. Das Erhöhen des Anteils von MMA/BMP in der zweiten Stufe vermindert
die Klebrigkeit und verbessert die Formgebung bei hohem BA/EA, erhöht jedoch auch
die Steifigkeit.
Anspruch[de]
Wässrige Lederbeschichtungszusammensetzung, umfassend ein mehrstufiges,
wässriges Emulsionspolymer, umfassend
(i) ein überwiegend acrylisches Polymer der ersten Stufe, umfassend mindestens ein
copolymerisiertes, mono-ethylenisch-ungesättigtes nicht-ionisches Monomer und von
0,5% bis 10% eines copolymerisierten, mono-ethylenisch-ungesättigten Carbonsäuremonomers,
bezogen auf das Gewicht des Polymers der ersten Stufe, wobei das Polymer der ersten
Stufe im wesentlichen frei von copolymerisiertem, mehrfach-ethylenisch-ungesättigten
Monomer ist, wobei das Polymer der ersten Stufe eine Tg von weniger als 10°C
aufweist, wobei das Polymer der ersten Stufe mit einem Übergangsmetalloxid, -hydroxid
oder -carbonat bei einem pH-Wert von weniger als 9 in einer Menge größer als 0,1
Äquivalent des Übergangsmetalls pro Äquivalent des copolymerisierten Carbonsäuremonomers
in dem Polymer der ersten Stufe kontaktiert worden ist, und
(ii) ein Polymer der zweiten Stufe, umfassend mindestens ein copolymerisiertes,
mono-ethylenisch-ungesättigtes, nicht-ionisches Monomer und von 0% bis 10% eines
copolymerisierten, mono-ethylenisch-ungesättigten Carbonsäuremonomers, bezogen auf
das Gewicht des Polymers der zweiten Stufe, wobei das Polymer der zweiten Stufe
in Gegenwart von 1 bis 15 Gewichtsprozent eines Kettenübertragungsmittels, bezogen
auf das Gewicht des Polymers der zweiten Stufe, hergestellt ist, mit der Maßgabe,
daß das copolymerisierte Carbonsäuremonomer der zweiten Stufe weniger als 25 Gewichtsprozent
des gesamten copolymerisierten Carbonsäuremonomers in dem mehrstufigen Emulsionspolymer
ist, wobei das Polymer der zweiten Stufe im wesentlichen frei von copolymerisiertem,
mehrfach-ethylenisch-ungesättigten Monomer ist, wobei das Polymer der zweiten Stufe
eine Tg größer als 20°C aufweist, und das Polymer der zweiten Stufe von 1 bis
50 Gewichtsprozent des Polymers der ersten Stufe, bezogen auf die Trockenpolymergewichte,
ist.
Zusammensetzung nach Anspruch 1, wobei das copolymerisierte, mono-ethylenisch-ungesättigte
Carbonsäuremonomer in dem Polymer der ersten Stufe aus Acrylsäure und Itaconsäure
ausgewählt ist.
Zusammensetzung nach Anspruch 1, wobei das Übergangsmetalloxid Zinkoxid
ist.
Zusammensetzung nach Anspruch 1, wobei das Polymer der zweiten Stufe
in Gegenwart von 2 bis 5 Gewichtsprozent eines Mercaptankettenübertragungsmittels,
bezogen auf das Gewicht des Polymers der zweiten Stufe, hergestellt ist.
Zusammensetzung nach Anspruch 1, wobei das Polymer der zweiten Stufe
von 5 bis 20 Gewichtsprozent des Polymers der ersten Stufe ist.
Verfahren zum Beschichten von Leder, umfassend
(a) das Herstellen einer wässrigen Lederbeschichtungszusammensetzung, umfassend
ein mehrstufiges, wässriges Emulsionspolymer, hergestellt durch ein Verfahren, umfassend
(i) das Herstellen eines überwiegend acrylischen Polymers der ersten Stufe, umfassend
mindestens ein copolymerisiertes mono-ethylenisch-ungesättigtes, nicht-ionisches
Monomer und von 0,5% bis 10% eines copolymerisierten, mono-ethylenisch-ungesättigten
Carbonsäuremonomers, bezogen auf das Gewicht des Polymers der ersten Stufe, wobei
das Polymer der ersten Stufe im wesentlichen frei von copolymerisiertem, mehrfachethylenisch-ungesättigten
Monomer ist, und das Polymer der ersten Stufe eine Tg von weniger als 10°C aufweist,
(ii) das Kontaktieren des Polymers der ersten Stufe mit einem Übergangsmetalloxid,
-hydroxid oder -carbonat bei einem pH-Wert von weniger als 9 in einer Menge größer
als 0,1 Äquivalent des Übergangsmetalls pro Äquivalent des copolymerisierten Carbonsäuremonomers
in dem Polymer der ersten Stufe, und
(iii) das Herstellen eines Polymers der zweiten Stufe, umfassend mindestens ein
copolymerisiertes, mono-ethylenisch-ungesättigtes nicht-ionisches Monomer und von
0 bis 10% eines copolymerisierten, mono-ethylenisch-ungesättigten Carbonsäuremonomers,
bezogen auf das Gewicht des Polymers der zweiten Stufe, wobei das Polymer der zweiten
Stufe in Gegenwart von 1 bis 15 Gewichtsprozent eines Kettenübertragungsmittels,
bezogen auf das Gewicht des Polymers der zweiten Stufe, hergestellt wird, mit der
Maßgabe, daß das copolymerisierte Carbonsäuremonomer der zweiten Stufe weniger als
25 Gewichtsprozent des gesamten copolymerisierten Carbonsäuremonomers in dem mehrstufigen
Emulsionspolymer ist, wobei das Polymer der zweiten Stufe im wesentlichen frei von
copolymerisiertem, mehrfach-ethylenisch-ungesättigten Monomer ist, wobei das Polymer
der zweiten Stufe eine Tg größer als 20°C aufweist, und das Polymer der zweiten
Stufe von 1 bis 50 Gewichtsprozent des Polymers der ersten Stufe, bezogen auf die
Trockenpolymergewichte, ist,
(b) das Auftragen der Beschichtungszusammensetzung auf Leder, und
(c) das Trocknen der Beschichtungszusammensetzung.
Verfahren nach Anspruch 6, wobei das copolymerisierte, mono-ethylenisch-ungesättigte
Carbonsäuremonomer in dem Polymer der ersten Stufe aus Acrylsäure und Itaconsäure
ausgewählt ist.
Verfahren nach Anspruch 6, wobei das Übergangsmetalloxid Zinkoxid ist.
Verfahren nach Anspruch 6, wobei das Polymer der zweiten Stufe in der
Gegenwart von 2 bis 5 Gewichtsprozent eines Mercaptankettenübertragungsmittels,
bezogen auf das Gewicht des Polymers der zweiten Stufe, hergestellt wird.
Verfahren nach Anspruch 6, wobei das Polymer der zweiten Stufe von
5 bis 20 Gewichtsprozent des Polymers der ersten Stufe ist.