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Dokumentenidentifikation DE69817862T2 15.07.2004
EP-Veröffentlichungsnummer 0001032381
Titel NARINGIN UND NARINGENIN ALS MITTEL ZUR VORBEUGUNG ODER BEHANDLUNG VON LEBER-ERKRANKUNGEN
Anmelder Korea Institute of Science and Technology, Seoul/Soul, KR
Erfinder BOK, Song Hae, Daejeon 302-222, KR;
JEONG, Tae Sook, Daejeon 305-333, KR;
CHOI, Myung Sook, Daegu 706-014, KR;
MOON, Surk Sik, Gongju-shi, Chungcheongnam-do 314-110, KR;
KWON, Yong Kook, Daejeon 305-333, KR;
LEE, Eun Sook, Daejeon 301-013, KR;
HYUN, Byung Hwa, Daejeon 305-333, KR;
CHOI, Yang Kyu, Daejeon 305-333, KR;
LEE, Chul Ho, Daejon 302-171, KR;
BAE, Ki Hwan, Daejeon 302-200, KR;
PARK, Yong Bok, Daegu 706-014, KR;
LEE, Jun Sung, Daejeon 302-280, KR;
SON, Kwang Hee, Daejeon 305-333, KR;
KWON, Byoung Mog, Daejeon 305-340, KR;
KIM, Young Kook, Daejeon 305-333, KR;
CHOI, Doil, Daejeon 305-340, KR;
KIM, Sung Uk, Daejeon 305-333, KR;
HWANG, Ingyu, Daejeon 305-340, KR;
AHN, Jung Ah, Daejeon 300-092, KR;
PARK, Young Bae, Seoul 135-110, KR;
KIM, , Hyo Soo, , Seoul 135-110, , KR;
CHOE, , Seong Choon, , Seoul 121-040, , KR
Vertreter BOEHMERT & BOEHMERT, 28209 Bremen
DE-Aktenzeichen 69817862
Vertragsstaaten DE, FR, GB, IT
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 20.10.1998
EP-Aktenzeichen 989517768
WO-Anmeldetag 20.10.1998
PCT-Aktenzeichen PCT/KR98/00323
WO-Veröffentlichungsnummer 0099021548
WO-Veröffentlichungsdatum 06.05.1999
EP-Offenlegungsdatum 06.09.2000
EP date of grant 03.09.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.07.2004
IPC-Hauptklasse A61K 31/35
IPC-Nebenklasse A61K 31/70   A23L 1/22   A23L 2/56   

Beschreibung[de]
GEBIET DER ERFINDUNG

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf die Verwendung von Naringin oder Naringenin zur Zubereitung eines Medikaments zur Vorbeugung oder Behandlung einer Lebererkrankung in einem Säugetier, wobei die Lebererkrankung ausgewählt ist aus der Gruppe, die Hepatitis, Fettleber, alkoholische Fettleber und Leberzirrhose umfaßt.

HINTERGRUND DER ERFINDUNG

Eine Schädigung der Leberfunktionen kann aufgrund einer exzessiven Alkoholaufnahme oder Aufnahme von Nahrungsmitteln, die einen hohen Lipidgehalt haben, oder einer Infektion mit Hepatitis B- oder C-Viren auftreten und sich zu einer Hepatitis, Leberzirrhose oder zu Leberkrebs entwickeln. Insbesondere verursacht die übermäßige Aufnahme fetthaltiger Nahrungsmittel und Alkohol eine Fettleber, wobei eine große Menge der Lipide im Lebergewebe abgelagert wird und die Spiegel von Serum-GOT (Glutamatoxalacetattransaminase), -GPT (Glutamatpyruvattransaminase) und -&ggr;-GTP (&ggr;-Glutamyltranspeptidase) erhöht sind. (T. Banciu et al., Med. Interne., 20, 69–71 (1982); und A. Par et al., Acta. Med. Acad. Sci. Hung., 33, 309–319 (1976)).

Es sind zahlreiche Anstrengungen unternommen worden, um Arzneimittel zu entwickeln, die ACAT-Aktivität inhibieren; und als Ergebnis ist von mehreren Verbindungen berichtet worden, die aus den Kulturen verschiedener Mikroorganismen isoliert worden sind. Beispiele für solche Verbindungen beinhalten Pyripyropene, die aus der Kultur von Aspergillus fumigatus (S. Omura et al., J. Antibiotics, 46, 1168–1169 (1993)) isoliert wurden und Acaterin, isoliert aus Pseudomonas sp. (S. Nagamura et al., J. Antibiotics, 45, 1216–1221 (1992)).

Demzufolge bestand weiterhin ein Bedürfnis, vorbeugende Agenzien oder Agenzien zur Behandlung von Lebererkrankungen zu entwickeln.

Die Erfinder waren bestrebt, einen neuen und starken ACAT-Inhibitor, Makrophagen-Lipid-Komplex-Anreicherungs-Inhibitor und ein Behandlungsagens für die Lebererkrankungen aus natürlichen Materialien zu entwickeln und haben als Ergebnis entdeckt, daß Naringin oder Naringenin eine starke ACAT-inhibitorische Aktivität, Makrophagen-Lipid-Komplex-Anreicherungs-inhibitorische Aktivität und eine vorbeugende oder behandelnde Aktivität bei Hepatitis, Fettleber, alkoholischer Fettleber und Leberzirrhose hat.

Naringin (C27H32O14, M. W.: 580,53) und das Aglycon von Naringin, Naringenin (C15H12O5, M. W.: 272,25) sind Flavonoide, die in Limonen, Grapefruits, Tangerinen, Zitronen und Orangen (Citrus sinensis) gefunden werden (Horowitz, Gentili, Tetrahedron, 19, 773 (1963)).

Es ist berichtet worden, daß Naringin oder Naringenin anti-Krebs-, anti-virale und Cholesterin-senkende Aktivitäten hat, EP-A-0352147 (Monforte, M. T., et al., Farmaco., 50(9), 595– 599 (1995, Sep.); JP 95-86929; JP 95-86930; Felica, V., et al., J. Med. Virol., 15, 71–79 (1985); EP 0352147 A2 (1990.1.24); und Martin, M. J., et al., Pharmacal., 49, 144–150 (1994)).

Des weiteren ist Naringin als ein bitter-schmeckendes Agens, Süßstoff oder Grundlage für Kaugummi verwendet worden. Es ist jedoch bisher die vorbeugende oder behandelnde Aktivität von Naringin oder Naringenin gegen Hepatitis, Fettleber, alkoholische Fettleber und Leberzirrhose nicht berichtet worden.

ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG

Dementsprechend ist es ein Ziel der vorliegenden Erfindung, eine neue Verwendung von Naringin oder Naringenin zur Vorbeugung oder Behandlung von Hepatitis, Fettleber, alkoholischer Fettleber und Leberzirrhose in einem Säugetier zur Verfügung zu stellen.

KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN

Die obigen und andere Ziele und Eigenschaften der vorliegenden Erfindung werden durch die folgende Beschreibung der Erfindung offensichtlich werden, wenn sie im Zusammenhang mit den anhängenden Zeichnungen betrachtet wird, in denen:

1A, 1B und 1C die Arterien der Kaninchen zeigen, denen jeweils 1% Cholesterin; 1% Cholesterin plus 1 mg/kg Lovastatin®; und 1% Cholesterin plus 0,1% Naringin verabreicht wurde; und

2A, 2B und 2C die mikroskopischen Eigenschaften der Lebern der Kaninchen, denen jeweils 1% Cholesterin; 1% Cholesterin plus 1 mg/kg Lovastatin®; und 1% Cholesterin plus 0,1% Naringin verabreicht wurde, darstellen.

DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG

Im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung wird eine Verwendung von Naringin oder Naringenin zur Vorbeugung oder Behandlung von Hepatitis, Fettleber, alkoholischer Fettleber und Leberzirrhose in einem Säugetier zur Verfügung gestellt.

Naringin und Naringenin können aus der Schale von Zitrusfrüchten extrahiert oder entsprechend den bei Zemplen, Bognar, Ber., 75, 1043 (1943) und Seka, Prosche, Monatsh., 69, 284 (1936), beschriebenen Verfahren synthetisiert werden. Des weiteren kann Naringenin durch Hydrolyse von Naringin hergestellt werden.

Naringin oder Naringenin üben eine vorbeugende oder behandelnde Wirkung auf Hepatitis, Fettleber, alkoholische Fettleber und Leberzirrhose bei einer Dosis von 0,1 mg/kg/Tag oder mehr aus, wobei die inhibitorische Wirkung mit der Dosis derselben ansteigt.

Darüber hinaus zeigen trotz ihrer starken Wirksamkeit Naringin oder Naringenin bei Tests mit Mäusen eine geringe Toxizität oder Mitogenität. Insbesondere zeigen Naringin oder Naringenin keine Toxizität, wenn sie einer Maus mit einer Dosis von 1.000 mg/kg oral verabreicht werden, was einer oralen Verabreichungsdosis von 50 bis 100 g/kg Körpergewicht Naringin oder Naringenin bei einer Person, die 50 kg wiegt, entspricht. Des weiteren zeigen Naringin und Naringenin keine gegenteiligen Wirkungen auf die Leberfunktion.

Die vorliegende Erfindung stellt auch eine pharmazeutische Zusammensetzung zur Vorbeugung oder Behandlung von Hepatitis, Fettleber, alkoholischer Fettleber und Leberzirrhose zur Verfügung, die Naringin oder Naringenin als Wirkstoff und einen pharmazeutisch akzeptablen Arzneiträger, Träger oder Verdünnungsmittel umfaßt.

Eine pharmazeutische Formulierung kann im Einklang mit jedem der herkömmlichen Verfahren hergestellt werden. Bei der Herstellung der Formulierung wird der Wirkstoff bevorzugt mit einem Träger vermischt oder verdünnt oder in einen Träger eingeschlossen, der die Form einer Kapsel, Säckchens oder eines anderen Behälters hat. Wenn der Träger als ein Verdünnungsmittel dient, kann er aus einem festen, halbfesten oder flüssigen Material bestehen, das als ein Träger, Arzneiträger oder Hilfsmittel für den Wirkstoff dient. Somit können die Formulierungen in Form einer Tablette, Pille, Pulver, Säckchen, Elixier, Suspension, Emulsion, Lösung, Sirup, Aerosol, weiche und harte Gelatinekapsel, sterile, injizierbare Lösung, steriles, verpacktes Pulver und ähnliches vorliegen.

Beispiele geeigneter Träger, Arzneiträger und Verdünnungsmittel sind Lactose, Dextrose, Sucrose, Sorbitol, Mannitol, Stärken, Akaziengummi, Alginate, Gelatine, Calciumphosphat, Calciumsilikat, Cellulose, Methylcellulose, mikrokristalline Cellulose, Polyvinylpyrrolidon, Wasser, Methylhydroxybenzoate, Propylhydroxybenzoate, Talkum, Magnesiumstearat und Mineralöl. Die Formulierungen können zusätzlich Füllstoffe, anti-agglutinierende Agenzien, Gleitmittel, Netzmittel, Aromastoffe, Emulgatoren, Konservierungsmittel und ähnliches, beinhalten. Die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen können so formuliert sein, daß sie eine rasche, anhaltende oder verzögerte Freisetzung des Wirkstoffs nach deren Verabreichung an ein Säugetier durch Verwendung irgendeines der im Stand der Technik gut bekannten Verfahren zur Verfügung stellt.

Die pharmazeutische Zusammensetzung der vorliegenden Erfindung kann über verschiedene Wege verabreicht werden, einschließlich der oralen, transdermalen, subkutanen, intravenösen und intramuskulären Einführung. Im Falle von Menschen kann eine typische tägliche Dosis von Naringin oder Naringenin von ungefähr 0,1 bis 100 mg/kg Körpergewicht reichen, bevorzugt 3 bis 10 mg/kg Körpergewicht, und sie kann in einer einzelnen Dosis oder in aufgeteilten Dosen verabreicht werden.

Es sollte jedoch verstanden werden, daß die Menge an Wirkstoff, die eigentlich verabreicht wird, im Hinblick auf verschiedene relevante Faktoren, einschließlich des zu behandelnden Zustands, der ausgewählten An der Verabreichung, dem Alter, Geschlecht und Körpergewicht des einzelnen Patienten und des Grads der Symptome des Patienten bestimmt werden sollte; und deshalb ist die oben dargestellte Dosis nicht dazu gedacht, den Schutzumfang der Erfindung in irgendeiner An und Weise einzuschränken.

Vielmehr kann Naringin oder Naringenin in Nahrungsmitteln oder Getränken als ein Additiv oder ein diätetischer Zusatzstoff zum Zwecke der Vorbeugung oder Behandlung von Hepatitis, Fettleber, alkoholischer Fettleber und Leberzirrhose enthalten sein. Die Nahrungsmittel oder Getränke können Fleischprodukte; Säfte wie zum Beispiel einen Gemüsesaft (zum Beispiel Karottensaft und Tomatensaft) und einen Fruchtsaft (zum Beispiel Orangensaft, Grapefruitsaft, Ananassaft, Apfelsaft und Bananensaft); Pralinen; Snacks; Konfekt; Pizza, Nahrungsmittel, die aus Getreidemehl hergestellt werden, wie zum Beispiel Brote, Kuchen, Kekse, Gebäck, Biskuits, Nudeln und ähnliches; Gummis; Milchprodukte wie zum Beispiel Milch, Käse, Joghurt und Eiscreme; Suppen; Brühen; Pasteten; Ketchups und Soßen; Tees; alkoholische Getränke; kohlensäurehaltige Getränke wie zum Beispiel Coca-Cola® und Pepsi-Cola®; Vitaminkomplexen und verschiedene Reformkost-Nahrungsmittel beinhalten.

In diesem Fall kann der Gehalt an Naringin oder Naringenin in einem Nahrungsmittel oder Getränk zwischen 0,01 bis 5 Gew.-% liegen. Insbesondere kann das erfindungsgemäße Getränk 200 bis 10.000 mg Naringin oder Naringenin pro 1.000 ml des Getränks umfassen.

Wie oben beschrieben, kann Naringin oder Naringenin als ein wirksames, nicht-toxisches pharmazeutisches Agens zur Vorbeugung oder Behandlung von Hepatitis, Fettleber, alkoholischer Fettleber und Leberzirrhose verwendet werden.

Die folgenden Beispiele sind dazu gedacht, die vorliegende Erfindung näher darzustellen, ohne ihren Schutzumfang zu beschränken.

Des weiteren befinden sich die unten angegebenen Prozentzahlen für Feststoff in Feststoffgemisch, Flüssigkeit in Flüssigkeit und Feststoff in Flüssigkeit auf einer entsprechenden w/wt-, vol/vol- und wt/vol-Basis, und die gesamten Reaktionen werden bei Raumtemperatur durchgeführt, es sei denn es ist speziell anderweitig angegeben.

Beispiel 1: Extraktion von Naringin aus Zitrusschale

Die Schalen von Tangerinen (Cheju Island, Korea), Zitronen (Jeollanamdo, Korea) und Orangen, Grapefruits und Limonen (Kalifornien, CA, U.S.A.) wurden bei Raumtemperatur getrocknet und zu einer Partikelgröße im Bereich von 100 bis 200 um pulverisiert. Zu 500 mg jedes Zitrusschalenpulvers wurden 50 ml Methanol hinzugegeben und in einem Wasserbad bei 50°C für 6 Stunden extrahiert. Die so erhaltenen Extrakte wurden abgekühlt und filtriert, und dann wurde Methanol zu dem Filtrat hinzugefügt, um das Volumen auf 50 ml aufzufüllen.

Um den Gehalt an Naringin in dem oben erhaltenen Extrakt zu bestätigen, wurden 5,0 &mgr;l des erhaltenen Extrakts einer Hochdruckflüssigkeits-Chromatographie (HPLC) unter Verwendung einer Lichrosorb RP-8-Säule (5 &mgr;m, 4 × 250 mm), die mit 37% Methanol voräquilibriert worden war und bei einer Temperatur von 30°C gehalten wurde, unterworfen. Die Extrakte wurden mit 37% Methanol und einer Flußrate von 1,0 ml/min extrahiert. Die Standardlösungen wurden durch Lösen von Naringin (Sigma Chemical Co., U.S.A.) in Methanol zu den Endkonzentrationen von 0,1, 0,2, 0,3, 0,4 und 0,5 mg/ml hergestellt und unter den selben Bedingungen wie oben einer HPLC unterworfen. Die Eluate wurden bei 280 nm im UV-VIS-Spektrophotometer detektiert und der Gehalt an Naringin durch Vergleichen der Bereiche der HPLC-Profile des Zitrusschalenextrakts mit der Standardlösung berechnet. Der Gehalt (%) an Naringin in verschiedenen Zitrusschalenextrakten ist in Tabelle I dargestellt.

Tabelle I
Beisel 2: Toxizität von oral verabreichtem Naringin oder Naringenin

Sieben bis 8 Wochen-alte, speziell pathogen-freie weibliche ICR-Mäuse (6 Stück) jeweils mit einem Gewicht von 25 bis 29 g und männliche Mäuse (6 Stück) jeweils mit einem Gewicht von 34 bis 38 g wurden bei einer Temperatur von 221°C, Feuchtigkeit von 555% und Photoperiode von 12L/12D gezüchtet. Futter (Cheiljedang Co., Maus- und Rattenfutter) und Wasser wurden sterilisiert und an die Mäuse verfüttert.

Naringin oder Naringenin wurden in 0,5% Tween 80 in einer Konzentration von 100 mg/ml gelöst und die Lösung wurde oral an die Mäuse in einer Menge von 0,2 ml pro 20 g Mauskörpergewicht verabreicht. Die Lösung wurde einmal verabreicht, und die Mäuse wurden für 10 Tage auf Anzeichen nachteiliger Wirkungen oder Tod entsprechend des folgenden Ablaufplans beobachtet: 1, 4, 8 und 12 Stunden nach der Verabreichung und alle 12 Stunden danach. Die Gewichtsveränderungen der Mäuse wurden jeden Tag aufgenommen, um die Wirkung von Naringin oder Naringenin zu untersuchen. Des weiteren wurden die Mäuse am 10. Tag getötet und die inneren Organe optisch untersucht.

Alle Mäuse waren nach 10 Tagen am Leben und Naringin oder Naringenin zeigten keine Toxizität bei einer Dosis von 1.000 mg/kg. Die Autopsie offenbarte, daß die Mäuse keine pathologischen Abnormitäten entwickelt hatten, und es wurde kein Gewichtsverlust während der 10-tägigen Testperiode beobachtet. Dementsprechend wurde geschlußfolgert, daß Naringin oder Naringenin nicht toxisch sind, wenn sie oral an ein Tier verabreicht werden.

Beispiel 3: Verabreichung von Naringin oder Naringinin an ein Tier

30 vier-Wochen-alte Spargue-Dawley-Ratten (Taihan Laboratory Animal Center, Korea) mit einem jeweiligen Gewicht von ungefähr 90 bis 110 g wurden gleichmäßig in drei diätetische Gruppen mit Hilfe eines zufälligen Blockaufbaus getrennt. Die Ratten der drei Gruppen wurden mit drei verschiedenen hoch-Cholesterin-haltigen Diäten gefüttert, d. h. AIN-76 Labor-Tierdiät (ICN Biochemicals, Cleveland, OH, U.S.A.) enthaltend 1% Cholesterin (Kontrollgruppe) und entsprechend 1% Cholesterin plus 0,1% Naringin oder Naringenin. Die Zusammensetzungen der Diäten, die an die drei Gruppen verfüttert wurden, sind in Tabelle II gezeigt.

Tabelle II
Bezogen von TEKLAD Premier Co. (Madison, WI, U.S.A.) Bezogen von Sigma Chemical Co. (St. Louis, Mo, U.S.A.)

Den Ratten wurde es ermöglicht, sich frei von der spezifischen Diät zusammen mit Wasser für 6 Wochen zu ernähren, die Menge der Nahrungsaufnahme wurde täglich erfaßt und die Ratten wurden alle 7 Tage gewogen, und dann wurden die erfaßten Daten analysiert. Alle Ratten zeigten eine normale Wachstumsrate und es wurden keine signifikanten Unterschiede zwischen den drei Gruppen im Hinblick auf die Menge der Nahrungsaufnahme und dem dazugewonnenen Gewicht beobachtet.

Beispiel 7: Vorbeugung von Hepatitis, Fettleber, alkoholischer Fettleber und Leberzirrhose durch Naringin (Schritt 1) Verabreichung von Naringin an Ratten

20 vier-Wochen-alte Sprague-Dawley-Ratten (Taihan Laboratory Animal Center, Korea) mit jeweils einem Gewicht von ungefähr 90 bis 110 g wurden gleichmäßig in zwei Diät-Gruppen durch einen zufälligen Blockaufbau geteilt. Die Ratten der zwei Gruppen wurden mit zwei verschiedenen hoch-Cholesterin-Diäten, d. h. AIN-76 Labor-Tierdiät (ICN Biochemicals, Cleveland, OH, U.S.A.), enthaltend 1% Cholesterin (Kontrollgruppe) und entsprechend 1% Cholesterin plus 0,02% Naringin gefüttert. Die Zusammensetzungen der Diäten, die an die zwei Gruppen verfüttert wurden, sind in Tabelle VI gezeigt.

Tabelle VI Bezogen von TEKLAD Premier Co. (Madison, WI, U.S.A.) Bezogen von Sigma Chemical Co. (St. Louis, Mo, U.S.A.)

Den Ratten wurde es ermöglicht, sich frei von der spezifischen Diät zusammen mit Wasser für 6 Wochen zu ernähren, die Menge der Nahrungsaufnahme wurde täglich erfaßt, und die Ratten wurden alle 7 Tage gewogen, und dann wurden die erfaßten Daten analysiert. Alle Ratten zeigten eine normale Wachstumsrate und es wurden keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen im Hinblick auf die Menge der Nahrungsaufnahme und dem erworbenen Gewicht beobachtet.

(Schritt 2) Bestimmung von Serum-GOT- und -GPT-Spiegeln

Die Wirkung von verabreichten Naringin an Ratten auf die Funktion der Leber wurde wie folgt untersucht.

Es wurden von den Ratten der zwei Diät-Gruppen Blutproben entnommen und die Serum-GOT (Glutamatoxalacetattransaminase) und -GPT (Glutamatpyruvattransaminase)-Spiegel wurden im Einklang mit dem Verfahren von Reitman und Frankel (Reitman, S. and J. S. Frankel, Am., J. Clin. Pathol., 28, 56 (1956)) bestimmt. GOT und GPT werden in der Leber und im Herzen synthetisiert und bei Schädigung dieser Organe in den Blutstrom entlassen. Dementsprechend sind GOT und GPT repräsentative Marker der Leberfunktion und hohe Serumspiegel an GOT und GPT bedeuten einen ernsten Schaden an der Leber.

Das Ergebnis zeigte, daß GOT- und GPT-Spiegel der Naringin-Gruppe niedriger waren, als diejenigen der Kontrollgruppe, jeweils um bis zu ungefähr 30% und 10%.

(Schritt 3) Experiment unter Verwendung von Kaninchen

Dasselbe Verfahren wie in (Schritt 1) wurde wiederholt, mit dem Unterschied, daß 30 drei-Monate-alte New Zealand White-Kaninchen (Yeonam Horticulture and Animal Husbandry College, Korea) mit einem jeweiligen Gewicht von ungefähr 2,5 bis 2,6 kg anstelle der Ratten verwendet wurden, und die Kaninchen wurden für 6 Wochen mit drei verschiedenen Diäten gefüttert, d. h. RC4-Diät, enthaltend 1% Cholesterin (Kontrollgruppe); entsprechend 1% Cholesterin plus 1 mg/kg Lovastatin® (Vergleichsgruppe) und 1% Cholesterin plus 0,1% Naringin.

Anschließend wurden die Lebern aus den Kaninchen herauspräpariert und die histopathologischen Beobachtungen wurden wie folgt ausgeführt.

Die Kaninchen wurden mit einer intramuskulären Injektion Ketamin (75 mg/kg) anästhesiert und es wurde ein abdominaler Schnitt durchgeführt. Die Farbe und der Grad an Sklerose der Leber wurde mit dem Auge beobachtet, und die aus dem Kaninchen präparierte Leber wurde in 10% neutral-gepuffertem Formalin für mehr als 24 Stunden fixiert. Die fixierte Leber wurde ausreichend mit Wasser gewaschen, schrittweise mit 70%, 80%, 90% und 100% Ethanol dehydriert und dann in Paraffin eingebettet. Die eingebettete Leber wurde mit einem Mikrotom in 4 &mgr;m-dicke Scheiben geschnitten und mit Hämatoxylin und Eosin gefärbt. Die gefärbten Leberproben wurden mit Xylen transparent gemacht, mit Permount befestigt und dann unter einem Mikroskop betrachtet, um das Vorhandensein von Läsionen zu bestätigen. Die 2A, 2B und 2C stellen die mikroskopischen Eigenschaften der Lebern der Kaninchen dar, denen 1% Cholesterin (Kontrollgruppe), entsprechend 1% Cholesterin plus 1 mg/kg Lovastatin® (Vergleichsgruppe) und 1% Cholesterin plus 0,1% Naringin verabreicht wurde. Wie in den 2A und 2B gezeigt, waren die Leberzellen der Kontrollgruppe und der Vergleichsgruppe unregelmäßig angeordnet und vergrößert, und es war eine große Menge Fett in ihnen abgelagert. Im Gegensatz dazu, wie in 2C gezeigt, sind die Leberzellen der Naringin-Gruppe normal und es wurde keine Fettablagerung beobachtet. Das Ergebnis zeigt, daß Naringin das Auftauchen von Fettleber ohne toxisch nachteilige Wirkung auf die Leberzellen stark inhibiert.

(Schritt 4) Experiment unter Verwendung des Menschen

Naringin wurde oral an einen 55 Jahre alten Mann mit einer täglichen Dosis von 10 mg/kg für 68 Tage verabreicht und die Serumspiegel von GOT, GPT und &ggr;GPT wurden kurz vor der Verabreichung (Tag 0) und entsprechend 45 und 68 Tage nach der Verabreichung (Tag 45 und Tag 68) bestimmt. Infolgedessen waren die Serumspiegel von GOT im Vergleich zu denjenigen an Tag 0, an Tag 45 und Tag 68 entsprechend um 17% abgesunken. Die Serumspiegel von GPT waren im Vergleich zu denen von Tag 0 an Tag 45 und Tag 68 entsprechend um 15% und 19% abgesunken. Des weiteren waren die Serumspiegel von &ggr;GTP im Vergleich zu denen an Tag 0, an Tag 45 und Tag 68 um entsprechend 25% und 51% abgesunken. Überraschenderweise betrug die Reduktion des Serumspiegels von &ggr;GTP an Tag 68 mehr als 50%, und dieses Ergebnis schlägt vor, daß Naringin oder Naringenin eine starke Leber-schützende Aktivität und vorbeugende Aktivität auf die Leberkrankheiten wie zum Beispiel Hepatitis, Fettleber und alkoholische Fettleber haben.

Andererseits wurde Naringin in einer täglichen Dosis von 6 mg/kg für 30 Tage oral an einen 56 Jahre alten Mann verabreicht, der gewohnheitsmäßig alkoholische Getränke in einer Menge von 100 cc pro Tag trank, und der Serumspiegel von &ggr;GTP wurde kurz vor der Verabreichung (Tag 0) und 30 Tage nach der Verabreichung (Tag 30) bestimmt. Folglich betrug der anfängliche Serumspiegel von &ggr;GTP an Tag 0 129 IU/l, während der an Tag 30 auf 69 IU/l abgesunken war, was innerhalb des normalen Bereichs liegt. Dieses Ergebnis zeigt, daß Naringin oder Naringenin eine hohe Aktivität bei der Vorbeugung von alkoholischer Fettleber und Leberzirrhose hat.

Beispiel 9: Nahrungsmittel, die Naringin oder Naringenin enthalten

Nahrungsmittel, die Naringin oder Naringenin enthalten, wurden wie folgt hergestellt.

(1) Herstellung von Tomatenketchup und -soße

Naringin oder Naringenin wurde zu einem Tomatenketchup oder einer -soße in einer Menge im Bereich von 0,01 bis 5 Gew.-% hinzugegeben, um ein Gesundheits-verbesserndes Tomatenketchup oder eine -soße zu erhalten.

(2) Herstellung eines Weizenmehl-Nahrungsmittels

Naringin oder Naringenin wurde zu einem Weizenmehl in einer Menge im Bereich von 0,01 bis 5 Gew.-% hinzugegeben, und Brote, Kuchen, Gebäck, Kekse und Nudeln wurden unter Verwendung des Gemischs hergestellt, um ein Gesundheits-verbesserndes Nahrungsmittel zu erhalten.

(3) Herstellung von Suppen und Bratensoßen

Naringin oder Naringenin wurde zu Suppen oder Bratensoßen in einer Menge im Bereich von 0,01 bis 5 Gew.-% hinzugefügt, um Gesundheits-verbessernde Suppen und Bratensoßen zu erhalten.

(4) Herstellung von Rinderhack

Naringin oder Naringenin wurde zu Rinderhack in einer Menge im Bereich von 0,01 bis 5 Gew.-% hinzugefügt, um ein Gesundheits-verbesserndes Rinderhack zu erhalten.

(5) Herstellung von Milchprodukten

Naringin oder Naringenin wurde in einer Menge im Bereich von 0,01 bis 5 Gew.-% zu Milch hinzugefügt und verschiedene Milchprodukte wie zum Beispiel Butter und Eiscreme wurden unter Verwendung dieser Milch hergestellt.

Im Fall der Käseherstellung jedoch wurde Naringin oder Naringenin zu dem koagulierten Milchprotein hinzugegeben; und im Fall der Joghurt-Zubereitung wurden Naringin oder Naringenin zu dem koagulierten Milchprotein hinzugesetzt, das nach der Fermentation erhalten wurde.

Beispiel 10: Getränke, die Naringin oder Naringenin enthalten (1) Herstellung von Gemüsesaft

200 bis 10.000 mg Naringin oder Naringenin wurden zu 1.000 ml eines Tomaten- oder Karottensafts hinzugefügt, um einen Gesundheits-verbessernden Gemüsesaft zu erhalten.

(2) Herstellung von Fruchtsaft

200 bis 10.000 mg Naringin oder Naringenin wurden zu 1.000 ml eines Apfel- oder Traubensafts hinzugefügt, um einen Gesundheits-verbessernden Fruchtsaft zu erhalten.

(3) Herstellung von kohlensäurehaltigen Getränken

200 bis 10.000 mg Naringin oder Naringenin wurden zu 1.000 ml Coco-Cola® oder Pepsi-Cola® hinzugefügt, um einen Gesundheits-verbesserndes kohlensäurehaltiges Getränk zu erhalten.


Anspruch[de]
  1. Verwendung von Naringin oder Naringenin zur Zubereitung eines Medikaments zur Vorbeugung oder Behandlung einer Lebererkrankung in einem Säugetier, wobei die Lebererkrankung ausgewählt ist aus der Gruppe, die Hepatitis, Fettleber, alkoholische Fettleber und Leberzirrhose umfaßt.
  2. Verwendung nach Anspruch 1, wobei das Säugetier ein Mensch ist.
  3. Verwendung nach Anspruch 1, wobei Naringin oder Naringenin dem Säugetier in Form einer Zusammensetzung verabreicht wird, die ausgewählt ist aus der Gruppe, bestehend aus: einer pharmazeutischen Zusammensetzung, einer Nahrungsmittelzusammensetzung und einer Getränkezusammensetzung.
  4. Verwendung nach Anspruch 3, wobei die wirksame Menge an Naringin oder Naringenin, die in der pharmazeutischen Zusammensetzung enthalten ist, von 0,1 bis 100 mg/kg Körpergewicht/Tag reicht.
  5. Verwendung nach Anspruch 3, wobei der Gehalt an Naringin oder Naringenin in der Nahrungsmittelzusammensetzung von 0,01 bis 5 Gew.-% reicht.
  6. Verwendung nach Anspruch 3, wobei die Nahrungsmittelzusammensetzung Fleischprodukte, Pralinen, Imbisse, Süßwaren, Pizza, Nahrungsmittel, die aus Getreidemehl hergestellt sind, Gummis, Milchprodukte, Suppen, Brühen, Pasten, Ketchups, Saucen, Vitaminkomplexe oder Reformkost ist.
  7. Verwendung nach Anspruch 6, wobei die Nahrungsmittel, die aus Getreidemehl hergestellt werden, Brote, Kuchen, Kekse, Gebäck, Biskuits oder Nudeln sind.
  8. Verwendung nach Anspruch 3, wobei die Getränkezusammensetzung Milchprodukte, Gemüsesäfte, Fruchtsäfte, Tees, alkoholische Getränke oder kohlensäurehaltige Getränke ist.
  9. Verwendung nach Anspruch 3, wobei der Gehalt an Naringin oder Naringenin in den Getränkezusammensetzungen von 200 bis 10.000 mg pro 1.000 ml des Getränks reicht.
Es folgen 6 Blatt Zeichnungen






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