Die vorliegende Erfindung betrifft neue Wachsformulierungen, insbesondere
in Form von Poliermitteln und Pflegemitteln für glatte Oberflächen, sowie die Verwendung
der Wachsformulierungen zur Pflege bzw. Konservierung von glatten Oberflächen.
Aufgrund ihrer Eigenschaft, glatte und dünne Filme mit wasserabstoßenden
Eigenschaften zu bilden, finden Wachse seit langem Verwendung in Mitteln zur Pflege
und zur Konservierung von Oberflächen, insbesondere von lackierten Oberflächen.
Sie sind daher regelmäßiger Bestandteil in Autopolituren und vergleichbaren
Mitteln zur Pflege und Konservierung glatter Oberflächen. In solchen Mitteln hat
sich seit langem ein Zusatz von Silikonölen wie Polydimethylsiloxanölen bewährt.
Die Silikonöle wirken dabei als Gleitmittel für die Wachspartikel und erleichtern
somit das Aufbringen eines gleichmäßigen dünnen Wachsfilms auf die zu pflegende/konservierende
Oberfläche. Zudem verstärken die Silikonöle die wasserabweisenden Eigenschaften
der so behandelten Oberfläche und bewirken einen verbesserten Glanz. Die unter Verwendung
derartiger Zusammensetzungen erhaltenen Wachsfilme sind jedoch gegenüber Witterungseinflüssen
und gegenüber der Einwirkung von Detergenzien empfindlich. Es hat nicht an Versuchen
gefehlt, die Witterungsbeständigkeit und die Beständigkeit derartiger Wachsfilme
gegenüber Detergenzien zu verbessern. So wurde verschiedentlich vorgeschlagen, an
Stelle von unfunktionalisierten Polydimethylsiloxanen Amino-funktionalisierte Polydimethylsiloxane
zu verwenden. Der Einsatz dieser Zusammensetzungen führt jedoch zu einem verringerten
Glanz der Oberfläche.
Die DE-C 2300245 empfiehlt die Verwendung einer Mischung eines konventionellen
Polydimethylsiloxans mit einem kohlenstoffreichen Organosiloxan als Silikonöl-Komponente
in wachshaltigen Oberflächenpflegemitteln. Die DE-C 2936678 wiederum empfiehlt als
Silikonöl-Komponente eine Mischung eines flüssigen Cyclodimethylsiloxans und eines
Polydimethylsiloxans mit Polyethergruppen.
Aus der US 3,393,078 sind wachshaltige Oberflächenpflegemittel bekannt,
die ein Montanwachs, ein mikrokristallines Wachs, zwei Silikonöle mit unterschiedlicher
Viskosität sowie einen flüchtigen Kohlenwasserstoff enthalten.
Gemäß US 4,398,953 lässt sich die Wasserbeständigkeit der dabei
erhaltenen Wachsfilme dadurch verbessern, dass man einen Kohlenwasserstoff verwendet,
der sehr viel rascher als Wasser verdampft. Die Detergenzienbeständigkeit der dabei
erhaltenen Wachsfilme ist jedoch nicht zufriendestellend.
Die US 4,273,584 empfiehlt, anstelle von Wachs eine komplexe Mischung
aus Hydroxy-terminierten Silikonölen, Amino-funktionalisierten Polysiloxanen und
gegebenenfalls partiell hydrolysierten Organotrialkylsilanen zu verwenden. Derartige
Zusammensetzungen sind jedoch aufgrund der Einsatzmaterialien sehr teuer.
Keine der im Stand der Technik offenbarten Zusammensetzungen vermag
bezüglich der Detergenzstabilität zu überzeugen.
Der vorliegenden Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, eine
Wachsfomulierung bereitzustellen, mit der beim Auftragen auf eine Oberfläche Wachsfilme
erhalten werden, die eine hohe Detergenzstabilität aufweisen. Der Glanz der dabei
erhaltenen Beschichtung sollte mit dem Glanz von konventionellen Wachsbeschichtungen
zumindest vergleichbar sein.
Es wurde überraschendeweise gefunden, dass diese Aufgabe durch Wachsformulierungen
gelöst wird, die neben wenigstens einem Wachs als Bestandteil a) wenigstens ein
hochmolekulares Isobuten-Polymer als Bestandteil b) in einer Menge von 0,1 bis 5
Gewichtsteilen, bezogen auf 1 Gewichtsteil Wachs enthalten.
Die vorliegende Erfindung betrifft somit derartige Wachsformulierungen
sowie deren Verwendung zur Pflege und zur Konservierung von glatten Oberflächen,
insbesondere von lackierten Oberflächen, wie man sie beispielsweise bei Automobilkarosserien
vorfindet.
Unter Pflege und Konservierung versteht man den Schutz der Oberfläche
gegenüber Umwelteinflüssen durch Aufbringen der erfindungsgemäßen Formulierungen,
so dass sich eine dünne Wachsschicht auf der Oberfläche ausbildet. Gleichzeitig
kann mit dem Aufbringen ein Reinigungseffekt und Glanzbildung einhergehen.
Unter einem hochmolekularen Isobuten-Polymeren versteht man Homopolymere
des Isobutens sowie Copolymere, die überwiegend, d. h. zu mehr als 50 Gew.-% und
insbesondere zu mehr als 80 Gew.-% aus Isobuten aufgebaut sind. Geeignete Comonomere
in den Isobuten-Copolymeren sind üblicherweise hydrophober Natur, das heißt,
sie weisen keine Aminogruppen, Säurefunktionen oder Alkoholfunktionen auf und ihre
Wasserlöslichkeit liegt unterhalb 1 g/l (bei 25 °C). Beispiele für geeignete Comonomere
sind monoethylenisch ungesättigte Kohlenwasserstoffe, beispielsweise von Isobuten-verschiedene
1-Olefine mit 3 bis 30 C-Atomen, z.B. Ethylen und Propylen, vinylaromatische Monomere
wie Styrol und α-Methylstyrol, weiterhin halogenierte Olefine wie Tetraflourethylen,
Vinylidenchlorid und Vinylchlorid, weiterhin Vinyl- und Allylether mit drei bis
dreißig C-Atomen, z.B. Methylvinylether, Ethylvinylether, n-Butylvinylether,
n-Octylvinylether und Octadecylvinylether, Ester der Acrylsäure und der Methacrylsäure
von aliphatischen Alkoholen mit zwei bis zwanzig C-Atomen wie Ethylacrylat, n-Butylacrylat,
tert.-Butylacrylat, n-Hexylacrylat, 2-Ethylhexylacrylat, Stearylacrylat und die
entsprechenden Methacrylate. Bevorzugte Comonomere sind die vorgenannten monoethylenisch
ungesättigten Kohlenwasserstoffe, insbesondere Styrol, Proplyen und Ethylen. In
den Isobuten-Copolymeren können die Comonomere statistisch, blockartig oder kammartig
verteilt sein. Besonders bevorzugt werden Isobuten-Homopolymere (Comonomeranteil
< 5 Gew.-% und insbesondere < 1 Gew.-%).
Das Molekulargewicht (Viskositätsmittel Mv) der hochmolekularen
Isobuten-Polymere liegt in der Regel oberhalb 100000 Dalton, insbesondere oberhalb
500000 Dalton und speziell oberhalb 1000000 Dalton und wird häufig bis zu 10000000
betragen. Das hier angegeben Molekulargewicht bezieht sich auf das Viskositätsmittel
Mv, berechnet aus dem viskosimetrisch bestimmten Staudinger-Index J0
gemäß J0 = 3,06 x 10-2 x (Mv)0,65.
Das Gewichtsverhältnis von Wachs zu Isobuten-Polymeren liegt vorzugsweise
im Bereich von 5:1 bis 1:2 und insbesondere im Bereich von 4:1 bis 1:1,5.
In bevorzugten Ausführungsformen der Erfindung werden als Wachse Montanwachse,
insbesondere Montansäure- und Montanesterwachse, mikro(kristalline) Wachse, Amidwachse
und deren Mischungen sowie Mischungen der vorgenannten Wachse mit Polytetrafluorethylenwachsen
und Ethylen-Polytetrafluorethylenwachsen eingesetzt.
In einer Ausführungsform werden die Wachse in mikronisierter Form
eingesetzt, das heißt die maximale Teilchengröße welche 90% der Wachspartikel
aufweisen, weist einen Wert unterhalb 20 µm auf.
In einer Ausführungsform der Erfindung setzt man als Wachskomponente
a) harte Wachse ein, das heißt Wachse, deren Nadelhärte (0,1 mm, DIN 51579)
einen Wert von 50 nicht überschreitet.
Vorzugsweise enthalten die erfindungsgemäßen Formulierungen
neben den Bestandteilen a) und b) wenigstens ein Silikonöl oder eine Mischung mehrerer,
voneinander verschiedener Silikonöle. Als Silikonöle kommen die üblichen Oligo(dialkyl)siloxane
wie Polydimethylsiloxan und Polyalkylhydrogensiloxane wie Polymethylhydrogensiloxan
in Betracht. Diese Silikonöle können an ihren Termini oder als Seitenketten die
folgenden Gruppen G aufweisen: Wasserstoff, Hydroxylgruppen, C1-C20-Alkylgruppen,
C1-C20-Alkoxygruppen, Hydroxy-C2-C4-alkylgruppen,
Carboxy-C1-C20-alkylgruppen, Amino-C1-C20-alkylgruppen,
Glycidylgruppen, Isocyanato-C1-C20-alkylgruppen, Aminogruppen,
N-(Amino-C1-C4-alkyl)amino-C1-C20-alkylgruppen,
Methylpolyoxyethylenalkylgruppen, Hydroxypolyoxyethylenalkylgruppen, Methylpolyoxyethylenpolyoxypropylengruppen,
Hydroxypolyoxyethylengruppen, Polyoxyethylengruppen, Phenylgruppen oder perfluorierte
C1-C20-Alkylgruppen. Beispiele für bevorzugte Gruppen G sind
neben Wasserstoff, C1-C4-Alkyl wie Methyl oder Ethyl, OH,
Aminoalkyl wie (CH2)1-10NH2, Methylpolyoxyethylenalkylgruppen
wie (CH2)3-(OCH2CH2)1-10-OCH3,
Hydroxypolyoxyethylenalkylgruppen wie (CH2)3-(OCH2CH2)1-10-OH,
Aminogruppen wie NH2 und N(CH3)2.
Polydimethylsiloxane sind in der Regel überwiegend aus Wiederholungseinheiten
der allgemeinen Formel (a), Polymethylhydrogensiloxane überwiegend aus Wiederholungseinheiten
der Formel (b) aufgebaut:
Sie weisen gegebenenfalls ein oder mehrere Gruppen der Formel c:
und Endgruppen der Formeln d und/oder e auf:
Hierin steht R1 für eine der zuvor genannten, von Wasserstoff
und Methyl verschiedenen Gruppen G. R2 hat die für G angegebenen Bedeutungen.
Bei den Silikonölen unterscheidet man zwischen unfunktionalisierten
Silikonölen, amino-funktionalisierten Silikonölen und sonstigen reaktiven Silikonölen.
Unfunktionalisierte Silikonöle umfassen Polydimethylsiloxane und Polymethylhydrogensiloxane
deren Gruppen G, sofern vorhanden, unter Wasserstoff, C1-C20-Alkyl,
Phenyl und perfluoriertem Alkyl ausgewählt sind. Aminofunktionalisierte Silikonöle
weisen üblicherweise als Gruppen G Aminogruppen, N-(amino-G1-cyalkyl)amino-C1-C20-alkyl
und/oder Amino-C1-C20-alkylgruppen auf. Sonstige reaktive
Silikonöle weisen funktionelle Gruppen G auf, die beim Trocknen der auf eine Oberfläche
aufgebrachten Formulierung eine Vernetzungsreaktion eingehen können. Hierzu zählen
OH-Gruppen, Alkoxygruppen, die bekanntermaßen zu Silanol-gruppen hydrolysieren
Hydroxy-C2-C4-alkylgruppen, Glycidylgruppen, Isocyanato-C1-C20-alkylgruppen
und dergleichen.
Die Viskosität der Silikonöle liegt üblicherweise im Bereich von 10
bis 20000 mm2/s, insbesondere im Bereich von 100 von 10000 mm2/s
und speziell im Bereich von 100 bis 5000 mm2/s (bestimmt z. B. nach ASTM-D445).
Bei der Verwendung einer Mischung mehrerer Silikonöle als Komponente c) liegt üblicherweise
die Viskosität der Mischung in den vorgenannten Bereichen.
Sofern erwünscht, wird man das Silikonöl c) in einer Menge von wenigtens
0,1 Gewichtsteilen, insbesondere wenigstens 0,2 Gewichtsteilen und speziell wenigstens
0,5 Gewichtsteilen, bezogen auf ein Gewichtsteil der Gesamtmenge an Bestandteilen
a) und b) einsetzen. Insbesondere liegt das Gewichtsverhältnis von Silikonöl c)
zu der Gesamtmenge der Bestandteile a) und b) im Bereich von 2:1 bis 1:5 und speziell
im Bereich von 1,5:1 bis 1:2.
In einer ersten bevorzugten Ausfürhungsform verwendet man als Silikonbestandteile
c) eine Mischung aus wenigstens einem Silikonöl mit geringer Viskosität, beispielsweise
im Bereich von 10 bis 1000 und insbesondere im Bereich von 50 bis 500 mm2/s
und einem höher viskosen Silikonöl, beispielsweise mit einer Viskosität von 1000
mm2/s bis 20000 mm2/s und insbesondere im Bereich von 1000
bis 10000 mm2/s. Das Gewichtsverhältnis der beiden Silikonöle liegt dabei
im Bereich von 1:10 bis 10:1 und insbesondere im Bereich von 1:5 bis 5:1.
In einer anderen bevorzugten Ausführungsform verwendet man als Bestandteil
c) eine Mischung aus wenigtens einem nichtfunktionalisierten Silikonöl (G = H, Alkyl,
Perfluoralkyl oder Phenyl) und einem aminofunktionalisierten Silikonöl. Das Gewichtsverhältnis
von nicht funktionalisiertem Silikonöl zu aminofunktionalisiertem Silikonäl liegt
dann vorzugsweise im Bereich von 10:1 bis 1:5 und insbesondere im Bereich von 5:1
bis 1:2.
Desweiteren kommen als Bestandteil c) auch reaktive, von aminofunktionalisierten
Silikonölen verschiedene Silikonöle sowie deren Mischungen mit unfunktionalisierten
und/oder aminofunktionalisierten Silikonölen in Betracht, z. B. Mischungen umfassend
aminofunktionisierte Silikonöle mit Silikonölen, die eine Oxirangruppe und/oder
eine Isocyanat- und/oder Carboxylat-Gruppe aufweisen, Silikonöle, die Si-gebundene
Alkoxygruppen oder Si-OH-Gruppen aufweisen sowie Mischungen davon mit unfunktionalisierten
Silikonölen.
Eine bevorzugte Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Zusammensetzung
sind Poliermittelzusammensetzungen. Diese enthalten neben den Bestandteilen a) bis
d) ein feinteiliges, vorzugsweise oxidisches Poliermittel bzw. Schleifmittel (Bestandteil
e). Geeignete Polier- bzw. Schleifmittel, häufig auch als Abrasive bezeichnet, sind
aus dem Stand der Technik bekannt. Sie dienen in erster Linie der Entfernung von
Schmutz und Ablagerungen auf der zu pflegenden Oberfläche , die sich nicht durch
einfaches Abwaschen entfernen lassen. Geeignete Polier- bzw. Schleifmittel umfassen
Aluminiumsilikate wie Kaolin, Bimsstein, Bentonit, Kieselerden z. B. Diatomeenerde,
kolloidale Kieselsäure, Erdalkalisilikate wie Magnesiumsilikat und Kalziumsilikat
und dergleichen. Der Anteil an Abrasivbestandteilen e) in den erfindungsgemäßen
Zusammensetzungen liegt, sofern erwünscht, vorzugsweise im Bereich von 1 bis 200
Gew.-% und insbesondere im Bereich von 10 bis 100 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht
der Bestandteile a) + b). Die Art des Abrasivs richtet in an sich bekannter Weise
nach der Art der zu konservierenden/pflegenden Oberfläche, wobei man üblicherweise
bei glänzenden Oberflächen, z. B. lackierten Oberflächen mit einem "clear-coat"
ein milderes Abrasiv oder eine Mischung verschiedener Abrasive mit einem Abrasiv-Index
≤ 1,05 wählt.
Neben den vorgenannten Bestandteilen kann die erfindungsgemäße
Formulierung auch ein oder mehrere organische Lösungsmittel, Paraffinöle (Bestandteil
f) und/oder Wasser enthalten. Unter den organischen Lösungsmitteln sind solche bevorzugt,
welche die Wachskomponente a) und die Isobuten-Polymer-Komponente b) lösen. Beispiele
für geeignete Lösungsmittel sind Ketone wie Aceton und Ethylmethylketon, aliphatische
und cycloaliphatische Kohlenwasserstoffe und deren Mischungen, beispielsweise Benzinfraktionen,
aromatische Kohlenwasserstoffe wie Toluol, Niederalkylester aliphatischer Carbonsäuren
wie Ethylacetat und n-Butylacetat, Ether wie Diethylether, tert.-Butylmethylether
und Tetrahydrofuran und dergleichen.
Die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen können in flüssiger
Form, als halbfeste Pasten und Cremes, als Sprays und als Schäume formuliert werden.
Diese Formulierungen können auf Lösungen sowie auf Dispersionen der Bestandteile
a) bis e) in organischen Lösungsmitteln sowie auf wässrigen Systernen wie Wasser-in-Öl
und Öl-in-Wasser Emulsionen basieren. Die Zusammensetzungen können dementsprechend
neben den vorgenannten Bestandteilen a) bis e), dem Lösungsmittelbestandteil f)
und gegebenenfalls Wasser (Bestandteil g) noch für den jeweiligen Formulierungstyp
übliche Zusätze enthalten. Beispiele für Zusätze sind insbesondere oberflächenaktive
Substanzen wie Emulgatoren und Dispergierhilfsmittel, Farbstoffe, Konservierungsmittel,
Verdicker, Stabilisatoren und dergleichen.
Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung betrifft wässrige Formulierungen,
insbesondere in Form einer Öl-in-Wasser-Emulsion oder Wasser-in-Öl-Emulsion der
in Wasser unlöslichen Bestandteile a) bis e). Derartige Zusammensetzungen enthalten
häufig noch wenigstens ein mit Wasser nicht mischbares organisches Lösungsmittel
und/oder wenigstens ein Paraffinöl als weiteren Bestandteil (Bestandteil f). Beispiele
für mit Wasser nicht mischbare organische Lösungsmittel sind insbesondere die vorgenannten
aliphatischen und cycloaliphatischen Kohlenwasserstoffe, aromatische Kohlenwasserstoffe
und deren Mischungen. Die Menge an Bestandteil f) beträgt üblicherweise 1 bis 60
Gew.-%, insbesondere 10 bis 60 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Zusammensetzung.
Zur Stabilisierung der Ölphase und der wässrigen Phase enthalten die
wässrigen Formulierungen häufig noch die hierfür üblichen oberflächenaktiven Substanzen.
Beispiele für geeignete oberflächenaktive Substanzen sind die Salze von Fettsäuren,
insbesondere C11-C22-Fettsäuren wie Stearinsäure und Ölsäure,
insbesondere deren Ammoniumsalze und deren Salze mir primären, sekundären oder tertiären
Aminen, wobei die Fettsäuresalze in-situ aus Fettsäure und Base, z.B. Amin hergestellt
weden können, weiterhin neutrale oberflächenaktive Substanzen wie die Ethoxylierungsprodukte
langkettiger Alkohole, z.B. die Ethoxylierungsprodukte von C8-C30-Alkanolen
mit einem Ethoxylierungsgrad von 5 bis 100, insbesondere von 10 bis 50, Fettsäureester
von gegebenenfalls ethoxilierten Polyolen wie Glycerin oder Sorbitan, beipsielsweise
Sorbitanmonostearat und Sorbitanmonopalmitat sowie ethoxiliertes Sorbitanmonostearat
und ethoxiliertes Sorbitanmonopalmitat mit Ethoxilierungsgraden im Bereich von 2
bis 100. Die Menge an oberflächenaktiven Substanzen liegen in der Regel im Bereich
von 0,5 bis 20 Gew.-% und insbesondere 1 bis 10 Gew.-%, bezogen auf die Gesamtmenge
der Bestandteile a) bis f).
Eine erfindungsgemäße wässrige Formulierung enthält beispielsweise
a) 0,2 bis 10 Gew.-% insbesondere 0,5 bis 6 Gew.-% Wachsbestandteile;
b) 0,2 bis 10 Gew.-%, insbesondere 1 bis 5 Gew.-% wenigstens eines hochmolekularen
Isobuten-Polymeren;
c) 0,5 bis 20 Gew.-%, insbesondere 1 bis 12 Gew.-% wenigstens eines Silikonöls;
d) 0 bis 5 Gew.-%, beispielsweise 1 bis 5 Gew.-% eines oder mehrerer feinteiliger,
oxidischer Materialien mit einer porösen Struktur, die durch eine BET-Oberfläche
von wenigstens 1 m2/g charakterisiert ist;
e) 0 bis 15 Gew.-%, beispielsweise 1 bis 15 Gew.-% eines oder mehrerer feinteiliger
üblicher Polier- bzw. Schleifmittel;
f) 5 bis 60 Gew.-% insbesondere 10 bis 60 Gew.-% einer oder mehrerer, mit Wasser
nicht mischbarer organischer Lösungsmittel und/oder Paraffinöle; und
g) 10 bis 93 Gew.-%, insbesondere 20 bis 80 Gew.-% Wasser, jeweils bezogen auf
das Gesamtgewicht der Komponenten a) bis g).
Die Applikation der erfindungsgemäßen Formulierungen auf den
zu konservierenden bzw. zu pflegenden Oberflächen erfolgt in anwendungsspezifischer
Weise durch übliche Auftragsverfahren, beispielsweise durch Einreiben, Streichen,
Sprühen, Tauchen und dergleichen. Beim Verdunsten der in den Formulierungen enthaltenen
flüchtigen Bestandteile bildet sich ein geschlossener Wachsfilm auf der zu konservierenden
Oberfläche aus. Nach dem Verfestigen des Films kann die Oberfläche in üblicher Weise
poliert werden, wobei man sehr dünne, glänzende und gut haftende Wachsfilme auf
der Oberfläche erhält. Diese Wachsfilme zeichnen sich durch eine besonders hohe
Resistenz gegenüber Chemikalien, Umwelteinflüssen und insbesondere gegenüber wässrigen
Detergenzien aus. Daher sind die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen insbesondere
zur Pflege und Konservierung von lackierten Oberflächen, insbesondere für Karosserieoberflächen
geeignet.
Die folgenden Beispiele sollen die Erfindung verdeutlichen, ohne sie
jedoch einzuschränken.
Verwendete Einsatzstoffe
Handelsübliche wachshaltige Autopolitur (Nigrin Lackschutz, Kern Viktor
GmbH, Wien (Österreich)
Polyisobuten 1: Molekulargewicht 4,7 x 106 g/mol, Viskositätsmittel;
Polyisobuten 2: Molekulargewicht 5,9 x 106 g/mol, Viskositätsmittel;
500 g einer handelsüblichen wachshaltigen Autopolitur wurden mit 1,5
g des oben bezeichneten Polyisobutens 1 versetzt und auf 90 °C erwärmt. Die Mischung
wurde 24 Stunden bei dieser Temperatur gerührt. Anschließend ließ man
unter Rühren abkühlen.
Beispiel 2:
Die Herstellung erfolgte analog Beispiel 1, wobei man zusätzlich 0,7
g hydrophobierte, pyrogene Kieselsäure zusetzte.
Beispiel 3 (Vergleichsbeispiel):
2,4 Montansäurewachs, 1,0 g Ölsäure, 3,0 g Silikonöl 1, 1,0 g Silikonöl
2 und 43,5 g Testbenzin wurden unter Rühren auf 80 °C erwärmt. Hierzu gab man 0,8
g Morpholin und 44,6 g auf 80 °C erwärmtes Wasser. Man rührte die Mischung 45 Minuten
intensiv und ließ dann auf Raumtemperatur abkühlen.
Beispiel 4:
Die Herstellung erfolgte analog Beispiel 3 mit den folgenden Einsatzstoffen:
2,0 g Montansäurewachs,
1 g Ölsäure
2,0 g Silikonöl 1
1,0 g Silikonöl 2
2,0 Polyisobuten 1
43,5 g Testbenzin
0,8 g Morpholin
44,6 g Wasser.
Beispiel 5:
Die Herstellung erfolgte analog Beispiel 3 mit den folgenden Einsatzstoffen:
1,6 g Montansäurewachs,
1 g Olein
1,5 g Silikonöl 1
1,0 g Silikonöl 2
2,0 Polyisobuten 1
0,5 g hydrophobierte, pyrogene Kieselsäure
43,5 g Testbenzin
0,8 g Morpholin
44,6 g Wasser.
Beispiel 6 (Vergleich):
0,5 Sorbitanmonopalmitat und 3,5 g Silikonöl wurden in 15,0 g Paraffinöl
eingerührt. Unter Rühren gab man hierzu 5,0 g mikronisiertes Amidwachs und 1,0 g
Polytetrafluorethylenwachs. Hierzu gab man unter Rühren 75 g entmineralisiertes
Wasser und rührte weitere 30 Minuten.
Beispiel 7:
0,5 Sorbitanmonopalmitat, 3,5 g Silikonöl 1 und 2,0 Polyisobuten 2
wurden in 15,0 g Paraffinöl eingerührt. Unter Rühren gab man hierzu 4,0 g mikronisiertes
Amidwachs und 1,0 g Polytetrafluorethylenwachs. Hierzu gab man unter Rühren 75 g
entmineralisiertes Wasser und rührte weitere 30 Minuten.
Beispiel 8:
0,5 Sorbitanmonopalmitat, 2,5 g Silikonöl 1, 2,0 Polyisobuten 2 und
0,9 hydrophobierte, pyrogene Kieselsäure wurden in 15,0 g Paraffinöl eingerührt.
Hierzu gab man 4,0 g mikronisiertes Amidwachs und 0,8 g Polytetrafluorethylenwachs.
Hierzu gab man unter Rühren 75 g entmineralisiertes Wasser und rührte weitere 30
Minuten.
Beispiel 9 (Vergleichsbeispiel):
2,4 Montansäurewachs, 1,0 g Ölsäure, 3,0 g Silikonöl 1, 1,0 g Silikonöl
2 und 43,5 g Testbenzin wurden unter Rühren auf 80 °C erwärmt. Hierzu gab man 0,8
g Morpholin und 44,6 g auf 80 °C erwärmtes Wasser. Man rührte die Mischung 45 Minuten
intensiv, gab in die heiße Emulsion 3,5 g einer handelsüblichen Poliermittels
(Diatomeen-Erde kalziniert, Snow Floss®) und ließ dann auf Raumtemperatur
abkühlen.
Beispiel 10:
Die Herstellung erfolgte analog Beispiel 9 mit den folgenden Einsatzstoffen:
2,0 g Montansäurewachs,
1 g Ölsäure
2,0 g Silikonöl 1
1,0 g Silikonöl 2
2,0 Polyisobuten 1
43,5 g Testbenzin
0,8 g Morpholin
44,6 g Wasser.
2,9 g Snow Floss®
Beispiel 11:
Die Herstellung erfolgte analog Beispiel 9 mit den folgenden Einsatzstoffen:
1,6 g Montansäurewachs,
1 g Ölsäure
1,5 g Silikonöl 1
1,0 g Silikonöl 2
2,0 Polyisobuten 1
0,5 g hydrophobierte, pyrogene Kieselsäure
43,5 g Testbenzin
2,9 g Snow Floss®
0,8 g Morpholin
44,6 g Wasser.
Anwendungstechnische Prüfung:
Auf der linken Hälfte von 2 dunkelblau lackierten PKWs (VW Polo) wurden
die Wachsfomrmulierungen der Referenzbeispiele bzw. die handelsübliche Politur appliziert,
auf der rechten Seite des gleichen Autos wurden die der Referenz entsprechende erfindungsgemäße
Formulierung appliziert.
Hierzu wurden die Autos zunächst in einer Waschstraße gereinigt.
Anschließend wurden die Formulierungen mit einem weichen Tuch dünn auf den
Lack aufgetragen. Nach dem Trocknen (ca. 60 Minuten) wurde überschüssige Formulierung
mit Autopolierwatte entfernt und anschließend der Lack glänzend poliert.
Anschließend wurden die Autos in üblicher Weise genutzt und
einmal pro Woche in einer Autowaschstraße gereinigt. Nach jeder Autowäsche
wurde die Hydrophobie der Lackierung beurteilt. Hierzu wurden 5 Liter Wasser über
dem PKW ausgegossen und visuell das Ablaufverhalten nach einer Notenskala von 1
bis 4 begutachtet:
4 = sehr gutes Abperlen und Ablaufen des Wassers, keine Wasserrückstände,
3 = gutes Abperlen und Ablaufen des Wassers, geringe Wasserrückstände auf Dach
und Motorhaube,
2 = schwaches Abperlen und langsames Ablaufen des Wassers, Wasserrückstände auf
Dach, Motorhaube und Kotflügeln,
1 = Ablaufen des Wassers wie auf einem unbehandelten Auto.
Die Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle dargestellt:
Wachsformulierung, enthaltend neben wenigstens einem Wachs als Bestandteil a)
wenigstens ein hochmolekulares Isobuten-Polymer als Bestandteil b) in einer Menge
von 0,1 bis 5 Gewichtsteilen, bezogen auf 1 Gewichtsteil des Bestandteils a).
Formulierung nach Anspruch 1, worin das hochmolekulare Isobuten-Polymer ein
Homopolymer des Isobutens mit einer Molmasse (Gewichtsmittel) von wenigstens 500000
ist.
Formulierung nach Anspruch 1 oder 2, enthaltend zusätzlich ein Silikonöl als
Bestandteil c).
Formulierungen nach Anspruch 3, worin das Gewichtsverhältnis von Silikonöl zu
der Gesamtmenge der Bestandteile a) und b) im Bereich von 5:1 bis 1:10 liegt.
Formulierung nach einem der Ansprüche 3 oder 4, worin das Silikonöl eine Viskosität
im Bereich von 10 bis 20000 mm2/s (bei 25 °C) aufweist.
Formulierung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, die zusätzlich wenigstens
ein feinteiliges, oxidisches Material (Bestandteil d) mit einer porösen Struktur,
die durch eine BET-Oberfläche von wenigstens 1 m2/g charakterisiert ist,
enthält.
Formulierung nach Anspruch 6, enthaltend den Bestandteil d) in einer Menge von
1 bis 50 Gew.-%, bezogen auf die Gesamtmenge der Bestandteile a) und b).
Formulierung nach einem der vorhergehenden Ansprüche in Form einer Poliermittelformulierung
enthaltend wenigstens einen Abrasivbestandteil e).
Formulierung nach einem der vorhergehenden Ansprüche in Form einer Öl/Wasser-Emulsion.
Formulierung nach Anspruch 9, enthaltend zusätzlich ein mit Wasser nicht mischbares
organisches Lösungsmittel und/oder Paraffinöl als Bestandteil f).
Formulierung nach Anspruch 9 oder 10, enthaltend
a) 0,2 bis 10 Gew.-% Wachs;
b) 0,2 bis 10 Gew.-% wenigstens eines hochmolekularen Isobuten-Polymeren
c) 0,5 bis 20 Gew.-% wenigstens eines Silikonöls
d) 0 bis 5 Gew.-% eines oder mehrerer feinteiliger, oxidisches Materialien mit
einer porösen Struktur, die durch eine BET-Oberfläche von wenigstens 1 m2/g
charakterisiert ist,
e) 0 bis 15 Gew.-% eines oder mehrerer feinteiliger Polier- bzw. Schleifmittel,
und
f) 5 bis 60 Gew.-% eines oder mehrerer, mit Wasser nicht mischbarer organischer
Lösungsmittel oder Paraffinöle und
g) 10 bis 93 Gew.-% Wasser, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht der Bestandteile
a) bis g).
Verwendung von Formulierungen nach einem der vorhergehenden Ansprüche zur Pflege
und Konservierung von glatten Oberflächen, insbesondere von lackierten Oberflächen.