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Dokumentenidentifikation DE10041193B4 22.07.2004
Titel Kettenwirkmaschine mit mehreren Musterlegebarren
Anmelder Karl Mayer Textilmaschinenfabrik GmbH, 63179 Obertshausen, DE
Erfinder Mista, Kresimir, 63150 Heusenstamm, DE;
Fischer, Joachim, 63110 Rodgau, DE
Vertreter U. Knoblauch und Kollegen, 60322 Frankfurt
DE-Anmeldedatum 23.08.2000
DE-Aktenzeichen 10041193
Offenlegungstag 14.03.2002
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 22.07.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 22.07.2004
Free division/divided out on the grounds of lack of unity 10066042.8
IPC-Hauptklasse D04B 27/24
IPC-Nebenklasse D04B 27/08   

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine Kettenwirkmaschine mit mehreren Musterlegebarren, die im wesentlichen durch Fadenführer tragende Legebänder gebildet, je durch einen Antrieb in Versatzrichtung hin und her bewegbar und durch Spannmittel gespannt gehalten sowie in einem gemeinsamen Barrenträger gelagert sind, wobei die Fadenführer zu einer Versatzreihe gehören.

Derartige Kettenwirkmaschine ist aus US-A-2534184 bekannt. Als gemeinsamer Barrenträger dient eine durchgehende Schiene, an der mehrere Blöcke befestigt sind. Die Blöcke weisen Schlitze auf, in denen die Legebänder geführt sind. Damit diese nicht herausfallen, ist am Grund eines jeden Schlitzes eine Erweiterung vorgesehen, in der eine zylindrische Verdickung des Legebandes geführt ist. An einem Ende der Legebänder greifen Stangen an, die von einem Musterungsmechanismus angetrieben werden, am anderen Ende Rückstellfedern. Die Fadenführer sind fest an den Legebändern angebracht.

Diese Konstruktion hat eine verhältnismäßig große Bautiefe und daher einen entsprechenden Platzbedarf sowie ein hohes Gewicht. Der Austausch eines fehlerhaften Bauelements, zum Beispiel einer Lochnadel, der Zusammenbau und ein Umbau sind mühsam und bieten nur eine geringe Bedienungsfreundlichkeit.

EP 0 684 331 A1 zeigt eine Kettenwirkmaschine mit Legebarren, die jeweils von einem eigenen Schrittmotor angetrieben sind. Die Schrittmotoren sind auf einem gemeinsamen Motorträger angeordnet.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einer Kettenwirkmaschine der eingangs genannten Art den Bedienungskomfort zu erhöhen sowie den Platzbedarf und das Gewicht zu verringern.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Legebänder mit ihren Flachseiten aneinanderliegen und ein Teil der Oberfläche eines jeden Legebandes zu einer Seite, der Bedienungsseite, hin freiliegt.

Da die Legebänder aneinanderliegen, entfallen Einzelführungen, so daß sich der Platzbedarf und das Gewicht verringern. Die freiliegenden, also nicht durch andere Legebänder abgedeckten Oberflächenteile erlauben eine bedienungsfreundliche Handhabung, wie nachstehend noch erläutert wird.

Günstig ist es, daß die Legebänder Langlöcher aufweisen, mit denen sie auf gemeinsamen Führungsstücken des Barrenträgers gelagert sind. Dies ergibt eine sichere Lagerung der einzelnen Legebänder.

Bei einer vorteilhaften Weiterbildung ist vorgesehen, daß die Legebänder an beiden Enden schmale, die Kupplungsstellen tragende Streifen aufweisen, die derart gegeneinander versetzt sind, daß alle Kupplungsstellen zur Bedienungsseite hin freiliegen. Da alle Kupplungsflächen freiliegen, also nicht von einem anderen Legeband abgedeckt sind, sind sie bequem zugänglich. Es genügen einfache Löcher, in die Haken der Zugelemente oder Kupplungsstifte eingesetzt werden.

Von Vorteil ist es, daß Randbereiche der Oberfläche der Legebänder zumindest abschnittsweise freiliegen und diese Randbereiche als Verbindungsstelle zur Anbringung von Fadenführern genutzt sind. Dies läßt sich sehr einfach dadurch erreichen, daß die Breite der Legebänder von Band zu Band zur Bedienungsseite hin abnimmt. Bei dieser Konstruktion können alle Verbindungsstellen von der Bedienungsseite her erreicht werden.

Zu empfehlen ist es, daß die Legebänder an den Verbindungsstellen für jeden Fadenführer zwei Verbindungsstücke tragen, die in Richtung des Fadenführerschaftes versetzt sind. Dies verleiht den Fadenführerschäften eine stabile Lage.

Bei einer bevorzugten Konstruktion ist dafür gesorgt, daß die Verbindungsstücke einen Zapfen mit einem Schlitz aufweisen und der in den Schlitz gesteckte Fadenführerschaft den an den Schlitzgrund anschließenden Zapfenteil übergreift. Hierdurch sind die Fadenführerschäfte mit dem zugehörigen Barrenband gegen eine Verlagerung innerhalb der Legebandebene gesichert.

Günstig ist es auch, daß die Fadenführerschäfte durch Teile des Barrenträgers in Versatzrichtung geführt sind. Diese Führung bewirkt, daß die Fadenführer nicht senkrecht zur Legebandebene herauswandern können.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist dafür gesorgt, daß der Barrenträger eine Rückwand aufweist und zwei derartige Barrenträger Rückwand an Rückwand zu einem Barrenträgerpaar vereinigt sind. Man kann daher auf engstem Raum eine Vielzahl von Musterlegebarren unterbringen.

Als günstig hat es sich erwiesen, daß der Barrenträger vier bis zwölf Blech-Legebänder enthält. Sie können aber auch aus einem anderen Material, beispielsweise durch Kohlefasern verstärktem Kunststoff, bestehen.

In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist dafür gesorgt, daß die Fadenführer aus einem flachen Schaft mit Nadelhalter und einer Lochnadel bestehen, die im Nadelhalter durch elastische Verriegelung festgehalten und daher austauschbar ist. Auf diese Weise lassen sich Lochnadeln auswechseln, ohne den Barrenträger öffnen zu müssen.

Die Erfindung wird nachstehend anhand in der Zeichnung dargestellter, bevorzugter Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es zeigen:

1 einen Querschnitt durch einen erfindungsgemäßen Barrenträger,

2 die Anordnung von acht. Legebändern mit daran angebrachten Fadenführern,

3 eine Seitenansicht des geöffneten Barrenträgers,

4 eine Draufsicht auf einen Spannmittelträger mit Antriebsmotoren,

5 einen Querschnitt durch den Spannmittelträger gemäß 4,

6 eine Anordnung aus drei Komponenten, nämlich Barrenträger, Motorträger und Spannmittelträger,

7 eine Anordnung ähnlich 6, aber mit einem zweiten Motorträger und einem zweiten Spannmittelträger für einen hinter dem Barrenträger befindlichen zweiten Barrenträger, und

8 den Arbeitsbereich einer Kettenwirkmaschine.

Der in 1 gezeigte Barrenträger 1 weist eine Tragschiene 2 und einen damit über eine Schraube 3 verbundenen Deckel 4 sowie eine Rückwand 5 auf. Im Innern des Barrenträgers 1 befinden sich acht Legebänder 6, die aus einem dünnen und daher flexiblen Material, beispielsweise Blech mit einer Dicke von 0,25 mm, bestehen und mit ihren Flachseiten aneinanderliegend angeordnet sind. Sie weisen je mehrere Langlöcher 7 (3) auf, durch die gemeinsame Führungsstücke 8 greifen. Die Breite der Legebänder 6 nimmt von der Rückwand zur Dekkelseite, der Bedienungsseite 9, hin ab. An den hierdurch freiliegenden Verbindungsstellen 16 der Legebänder 6 sind Verbindungsstücke 10, 11 angebracht, die jeweils paarweise der Befestigung von Fadenführern 12 dienen und jeweils aus einem Zapfen 13, der mit einem Schlitz 14 versehen ist, bestehen. Die Fadenführer 12 weisen einen Schaft 15 mit einem Nadelhalter und einer darin gehaltenen Lochnadel 17 auf.

Der Fadenführerschaft 15 wird in den Schlitz 14 der Verbindungsstücke 10 und 11 von der Bedienungsseite 9 her geschoben, wobei er den an den Schlitzgrund anschließenden Teil des Zapfens 13 übergreift. Auf diese Weise ist der Fadenführer 12 sowohl in Schaftrichtung als auch in Versatzrichtung relativ zu dem Legeband 6 fixiert. Nach Aufsetzen des Deckels 4 ist auch eine Bewegung des Fadenführers in Richtung der Zapfenachse nicht möglich, weil der Schaft 15 an einer Führungsfläche 18 der Tragschiene 2, einer Führungsfläche 19 der, Rückwand 5 und zwei Führungsflächen 20 und 21 des Dekkels geführt ist.

Die Legebänder 6 verjüngen sich an beiden Enden zu schmalen Streifen, die je eine Kupplungsstelle 23, in der einfachsten Form ein Loch, tragen und derart gegeneinander versetzt sind, daß alle Kupplungsstellen 23 von der Bedienungsseite 9 her zugänglich sind, An anderen Ende gibt es die schmalen Streifen 24 und die Kupplungsstellen 25.

6 zeigt, daß an einem Ende des Barrenträgers 1 ein Motorträger 26 und am anderen Ende ein Spannmittelträger 27 angeordnet ist. Der Motorträger 26 trägt auf der einen Seite einer Platte 28 acht Stellmotoren 29, die mit ihrer Achse die Platte 28 durchsetzen und mittels eines Zahnrades ein Zugmittel 30 in der Form eines Zahnriemens verstellen. Außerdem sind acht Spannmittel 31 in der Form von Zugfedern vorgesehen. Umlenkrollen 32 sorgen dafür, daß die Zugelemente 30 nebeneinander angeordnet sind und daher mittels Haken, Stift u.dgl. in die Kupplungsstellen 25 des Barrenträgers 1 eingehängt werden könnten.

Der Spannmittelträger 27 weist ebenfalls eine Platte 33 auf, die acht Spannmittel 34, wiederum in der Form von Zugfedern, trägt. Über Umlenkrollen 35 geführte Zugelemente 36 werden die Spannmittel 34 mit den Kupplungsstellen 23 der Legebänder 6 verbunden. Die Spannmittel 31 und 34 halten die einzelnen Legebänder 6 gespannt. Vorzugsweise erzeugen die Spannmitte 31, 34 von Motorträger 26 und Spannmittelträger 27 annähernd die gleiche Spannkraft, so daß das System im Gleichgewicht steht. Statt der Federn können auch andere Spannmittel verwendet werden, beispielsweise pneumatische Zylinder.

Wenn zwei Barrenträger 1 dicht nebeneinander angeordnet sind, kann man die Zugelemente des zweiten Barrenträgers verlängern und die entsprechenden Motorträger 126 und Spannmittelträger 127 in größerer Entfernung von den Enden des Barrenträgers 1 anordnen, wie dies 7 zeigt.

In 8 ist der Arbeitsbereich 37 der Kettenwirkmaschine veranschaulicht, zu der Wirknadeln 38 mit Schiebern 39, ein Stechkamm 40 und ein Abschlagkamm 41 gehören. Die Ware wird über eine Abzugswalze 42 abgenommen. Die Legebarre 43 führt Grundfäden zu, die Legebarre 44 Picotfäden. Es folgen sechs Barrenträger 45, 46, 47, 48, 49, 50, die je vier bis zwölf Musterlegebarren in Form von Legebändern enthalten. Es folgen zwei Jacquard-Legebarren 51 und 52 und eine weitere Legebarre 53 für Grundfäden. Die Barrenträger sind paarweise angeordnet und liegen mit ihren Rückwänden 5 aneinander.

2 zeigt, daß jedes der acht Legebänder 6 mit einem Fadenführer 12 versehen werden kann, wobei sich die Belegung mit den Legebändern im Abstand des Rapports (3) wiederholt. Die Fadenführer 12 lassen sich ziemlich dicht, nämlich bis auf einen Abstand von 2 Nadelteilungen, zusammenschieben. Sollten im Betrieb von einem Barrenträger 1 weniger als acht Musterfäden gelegt werden, kann man entweder einige der Lochnadeln 17 unbelegt lassen oder nach Abnahme des Deckels 4 die nicht benötigten Fadenführer 12 herausnehmen.

Die drei Komponenten, nämlich Barrenträger 1, Motorträger 26 und Spannmittelträger 27, können als Baueinheiten gehandhabt werden und bei Kettenwirkmaschinen für unterschiedliche Zwecke eingesetzt werden, Auch ist ein Umbau einer vorhandenen Kettenwirkmaschine auf einfache Weise möglich. Sollte es notwendig sein, eine Lochnadel auszuwechseln, kann dies durch einfaches Herausziehen aus dem Nadelhalter erfolgen. Auch der Aus- und Einbau eines Fadenführers 12 ist ohne Schwierigkeiten nach Abnahme des Deckels 4 möglich.


Anspruch[de]
  1. Kettenwirkmaschine mit mehreren Musterlegebarren, die im wesentlichen durch Fadenführer tragende Legebänder gebildet, je durch einen Antrieb in Versatzrichtung hin und her bewegbar und durch Spannmittel gespannt gehalten sowie in einem gemeinsamen Barrenträger gelagert sind, wobei die Fadenführer zu einer Versatzreihe gehören, dadurch gekennzeichnet, daß die Legebänder (6) mit ihren Flachseiten aneinanderliegen und ein Teil der Oberfläche eines jeden Legebandes (6) zu einer Seite, der Bedienungsseite (9), hin freiliegt.
  2. Kettenwirkmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Legebänder (6) Langlöcher (7) aufweisen, mit denen sie auf gemeinsamen Führungsstücken (8) des Barrenträgers (1) gelagert sind.
  3. Kettenwirkmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Legebänder (6) an beiden Enden schmale, die Kupplungsstellen (23, 25) tragende Streifen (22, 24) aufweisen, die derart gegeneinander versetzt sind, daß alle Kupplungsstellen (23, 25) zur Bedienungsseite hin freiliegen.
  4. Kettenwirkmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß Randbereiche der Oberfläche der Legebänder (6) zumindest abschnittsweise freiliegen und diese Randbereiche als Verbindungsstelle (16) zur Anbringung von Fadenführern (12) genutzt sind.
  5. Kettenwirkmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Legebänder (6) an den Verbindungsstellen für jeden Fadenführer (12) zwei Verbindungsstücke (10, 11) tragen, die in Richtung des Fadenführerschaftes versetzt sind.
  6. Kettenwirkmaschine nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungsstücke (10, 11) einen Zapfen (13) mit einem Schlitz (14) aufweisen und der in den Schlitz gesteckte Fadenführerschaft (15) den an den Schlitzgrund anschließenden Zapfenteil übergreift.
  7. Kettenwirkmaschine nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Fadenführerschäfte (15) durch Teile des Barrenträgers (1) in Versatzrichtung geführt sind.
  8. Kettenwirkmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Barrenträger (1) eine Rückwand (5) aufweist und zwei derartige Barrenträger Rückwand an Rückwand zu einem Barrenträgerpaar vereinigt sind.
  9. Kettenwirkmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Barrenträger (1) vier bis zwölf Blech-Legebänder (6) enthält.
  10. Kettenwirkmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Fadenführer (12) aus einem flachen Schaft (15) mit Nadelhalter und einer Lochnadel (17) bestehen, die im Nadelhalter durch elastische Verriegelung festgehalten und daher austauschbar ist.
Es folgen 5 Blatt Zeichnungen






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