PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE10045317B4 22.07.2004
Titel Arbeitstisch
Anmelder Uhlen, Franz, 49838 Lengerich, DE
Erfinder Uhlen, Franz, 49838 Lengerich, DE
Vertreter Hüttner, T., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 49090 Osnabrück
DE-Anmeldedatum 12.09.2000
DE-Aktenzeichen 10045317
Offenlegungstag 04.04.2002
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 22.07.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 22.07.2004
IPC-Hauptklasse B25H 1/08

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Arbeitstisch, der ein Untergestell sowie eine Arbeitsplatte aufweist. Diese bekannten Ausführungen ermöglichen zahlreiche Einsatzzwecke, sind jedoch zumeist für spezielle Fälle wenig geeignet.

Ein Arbeitstisch mit einer speziellen Arbeitsplatte ist aus der DE 30 08 195 C2 bekannt. Auf diese Arbeitsplatte werden zusätzliche Nutenplatten aufgebracht, in welche Nuten zur späteren Einspannung von Werkstücken eingearbeitet sind. Die Nutenplatten nach der bekannten Lösung werden unabhängig von dem Arbeitstisch hergestellt und müssen nachträglich aufwendig mit diesem verbunden werden. Zudem weisen die Nutenplatten der DE 30 08 195 C2 Abstände zueinander auf sodass beispielsweise thermische Einflüsse nicht übertragen werden können.

Aus der WO 97/49527 A1 ist ferner ein für Juwelierarbeiten geeigneter, sehr spezieller Arbeitstisch bekannt, der eine Ausnehmung an einer Seite der Arbeitsplatte aufweist. In dieser Ausnehmung ist eine Aufnahmevorrichtung angebracht.

Als Beispiel für einen Spezialfall die Erfindung betreffend sei hier die Bearbeitung eines Handlaufes für eine Treppe genannt. Handläufe müssen in gleichmäßigen Abständen parallele Bohrungen aufweisen, wobei diese in das gekrümmte Werkstück einzubringen sind.

Bislang erfolgte die Bearbeitung derartiger Handläufe mittels einer Bohrschablone, die unter das zu bearbeitende Werkstück gelegt wurde, um anschließend die erforderlichen Bohrungen von Hand setzen zu können. Der Einbohrwinkel ließ sich mit Hilfe einer Schmiege vom Aufriss des Werkstückes auf das Bearbeitungswerkzeug übertragen. Zum Teil traten dabei erhebliche Ungenauigkeiten in der Richtung sowie Eindringtiefe des Bearbeitungswerkzeuges auf. Die Fertigung war dementsprechend toleranzanfällig, zeitaufwendig und kostenintensiv. Zudem war bisher die Ausschussquote erheblich zu hoch.

Der Erfindung liegt die technische Problemstellung zu Grunde, einen Arbeitstisch zur Bearbeitung gekrümmter oder geschweifter Werkstücke bereit zu stellen, der eine gleichmäßige Bearbeitung ermöglicht und einfach aufgebaut ist.

Die Erfindung löst diese technische Problemstellung mit den Merkmalen des Schutzanspruches 1.

Danach weist ein erfindungsgemäßer Arbeitstisch ein Untergestell sowie eine Arbeitsplatte auf, in deren Oberfläche mehrere parallel verlaufende Nuten eingearbeitet sind. An wenigstens einer der Seiten der Arbeitsplatte ist ferner eine Ausnehmung zur Anordnung einer Aufnahmevorrichtung vorhanden, die mit einer Werkzeugmaschine gekoppelt ist.

Der Arbeitstisch kann vorwiegend zur Bearbeitung gekrümmter oder geschweifter Werkstücke eingesetzt werden. Als Beispiel hierfür sei ein Handlauf für eine Treppe genannt.

In eine erfindungsgemäße mit Nuten ausgestattete Arbeitsplatte kann sowohl eine Halterung eingesetzt als auch das Werkstück selbst innerhalb dieser Nuten gehaltert werden. Durch die Ausnehmung an wenigstens einer Seite der Arbeitsplatte, in welcher die Werkzeugmaschine angeordnet ist, wird es möglich, der Bedienperson eine bestmögliche Zugangsposition zu dem zu bearbeitenden Werkstück zu gewähren. Ein erfindungsgemäßer Arbeitstisch ist damit insgesamt ergonomisch gestaltet. Durch die besonders einfache Ausführung des Arbeitstisches ist dieser insbesondere für kleine und mittlere Handwerksbetriebe geeignet.

Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.

So kann gemäß weiterer Ausgestaltungen der Erfindung die Nutanordnung parallel, in unterschiedlichen oder gleich großen Abständen beziehungsweise in sich kreuzender Anordnung vorgesehen werden.

Wie eingangs bereits ausgeführt wurde, können die Nuten dazu dienen, eine Halterung einzusetzen. An der Halterung kann das zu bearbeitende Werkstück angelehnt und damit abgestützt werden. Die Halterung bietet damit einen sicheren Schutz gegen selbsttätiges Verrutschen des Werkstückes.

Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung wird zur Verbesserung der Anlage und der Halterungseigenschaften vorgeschlagen, die Halterung als ein im Querschnitt gesehen U-förmiges Profil auszuführen. Dabei kann die Halterung mit je einem ihrer beiden Schenkel in je eine von zwei parallelen Nuten eingesetzt sein. Durch die doppelte Führung der Halterung in zwei parallelen Nuten ist eine bessere und höhere Festigkeit gewährleistet, als dies bei einer einfachen, einschenkeligen Halterung der Fall wäre.

Eine sinnvolle Weiterführung des Erfindungsgedankens kann ferner in der Aufnahmevorrichtung gesehen werden, die mit der die Werkzeugmaschine gekoppelt ist. Die Aufnahmevorrichtung besteht ihrerseits aus einer Führungshülse, die drehbar und höhenverstellbar ein Rundprofil aufnimmt. An diesem Rundprofil ist annähernd rechtwinklig ein Tragelement befestigt, das eine Längsführung verschiebbar und in jeder Stellung festsetzbar trägt. In die Längsführung ist ferner eine Wellenführung mit einer darin angeordneten Welle eingesetzt. An der Welle wird einseitig das Bearbeitungswerkzeug und auf der diesem gegenüberliegenden Seite die Werkzeugmaschine angeflanscht. Durch eine derartige Aufnahmevorrichtung kann das Bearbeitungswerkzeug sehr exakt gelagert und ebenso exakt geführt werden, sodass die Qualität der Bearbeitung des Werkstückes gegenüber bislang bekannten Ausführungen erheblich verbessert werden kann. Neben der exakten Führung der Werkzeugmaschine kann darüber hinaus ihr Verstellwinkel zwischen 0° und 180° betragen, und die Werkzeugmaschine ist darüber hinaus in der Höhe einstellbar. Eine derartige Flexibilität der Aufnahmevorrichtung gestattet es, auch sehr komplizierte und komplexe Werkstücke zu bearbeiten.

Um die Eindringtiefe des Bearbeitungswerkzeuges begrenzen zu können, wird gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung vorgeschlagen, einen Tiefenanschlag zur Voreinstellung der Eindringtiefe des Bearbeitungswerkzeuges in das Werkstück vorzusehen. Dieser Tiefenanschlag kann aus einem eine Skala aufweisenden Längenmessstab bestehen, der mit einem stufenlos auf der Wellenführung verschiebbaren und an der Wellenführung festlegbaren Klemmstück verbunden ist. Ferner kann dieser Tiefenanschlag eine Führung an der Längsführung durchsetzen, sodass er zusammen mit der Wellenführung soweit bewegbar ist, bis das Klemmstück an der festgesetzten Längsführung zur Anlage kommt. Dieser begrenzte Weg bildet somit die Eindringtiefe in das Werkstück.

Die Werkzeugmaschine sollte gemäß einer Weiterbildung der Erfindung innerhalb der Aufnahme der Arbeitsplatte mittels einer Klemmbefestigung oder mehrerer Klemmbefestigungen stufenlos schwenkbar und ebenso stufenlos in der Höhe verstellbar sowie in jeder eingestellten Position arretierbar an dem Arbeitstisch befestigt sein. Dadurch wird erreicht, dass der Drehpunkt des Bearbeitungswerkzeuges annähernd bis in die Mitte der Arbeitsplatte verlagert werden kann. Die Ausnehmung in der Arbeitsplatte gestattet ferner einen größtmöglichen Schwenkbereich des Bearbeitungswerkzeuges. Dieser kann bis zu 180° betragen, wobei als Bezugskante die Seite, die die Ausnehmung aufweist, anzusehen ist. Ausreichend ist für die meisten Einsatzzwecke jedoch ein Schwenkwinkel von 70° zu jeder Seite, das heißt von insgesamt 140°.

Als Klemmbefestigungen für die Werkzeugmaschine können Verschraubungen vorgesehen werden oder Klemmbefestigungen unter Nutzung konusförmiger Mittel zum Einsatz kommen.

In an sich bekannter Weise kann ein erfindungsgemäßer Arbeitstisch darüber hinaus Spanneinrichtungen zur Festigung des Werkstückes aufweisen. Diese Spanneinrichtungen können lose oder dauerhaft an der Arbeitsplatte befestigt sein.

Selbstverständlich können die vorstehend genannten und die nachfolgend noch zu erläuternden Merkmale der Erfindung nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen Kombinationen, zusätzlich oder in Alleinstellung verwendet werden, ohne dabei den Rahmen der Erfindung zu verlassen.

Eine spezielle Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Arbeitstisches wird nachfolgend anhand der Zeichnungen näher erläutert.

Es zeigen:

1: einen erfindungsgemäßen Arbeitstisch in der Draufsicht,

2: einen Schnitt entsprechend der Schnittlinie II-II in 1,

3: einen erfindungsgemäßen Arbeitstisch in der Draufsicht mit verlagertem Werkstück,

4: einen erfindungsgemäßen Arbeitstisch in der Draufsicht mit einem geschwenkten Werkstück und

5: eine Aufnahmevorrichtung zur Ankopplung einer Werkzeugmaschine.

Der in der 1 gezeigte Arbeitstisch weist eine rechteckförmige Arbeitsplatte (2) auf, in die parallele Längsnuten (4) eingearbeitet sind. In zwei der Längsnuten (4) ist eine Halterung (6) eingesetzt. Die Halterung (6) dient als Anlage für das gekrümmte Werkstück (7). Hierbei handelt es sich um einen geschweiften Handlauf für eine Treppe. In diesen Handlauf (7) werden parallele Bohrungen eingebracht, um anschließend die Geländerstäbe einsetzen zu können. Insgesamt bilden Handlauf und Geländerstäbe nach ihrer Verbindung ein Treppengeländer. Die in 1 gezeigte


Anspruch[de]
  1. Arbeitstisch insbesondere zur Bearbeitung gekrümmter oder geschweifter Werkstücke mit einem Untergestell (1), einer Arbeitsplatte (2) und wenigstens einer mit einer Aufnahmevorrichtung (9) gekoppelten Werkzeugmaschine (3), wobei in die Oberfläche der Arbeitsplatte (2) mehrere parallele, über die gesamte Länge des Arbeitstisches verlaufende Nuten (4) eingearbeitet sind und wenigstens eine der Seiten der Arbeitsplatte (2) eine Ausnehmung (5) aufweist, in welcher die Aufnahmevorrichtung (9) angebracht ist.
  2. Arbeitstisch nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die parallelen Nuten (4) in der Arbeitsplatte (2) einen gleich großen Abstand zueinander aufweisen.
  3. Arbeitstisch nach einem der vorstehend genannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Nuten (4) in sich kreuzender Weise verlaufend angeordnet sind.
  4. Arbeitstisch nach einem der vorstehend genannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in die Nuten (4) eine Halterung (6) für das zu bearbeitende Werkstück (7) eingesetzt ist.
  5. Arbeitstisch nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Halterung (6) im Querschnitt gesehen ein U-Profil ist.
  6. Arbeitstisch nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Halterung (6) mit jedem ihrer beiden Schenkel (6.1, 6.2) in je eine von zwei parallelen Nuten (4) eingreift.
  7. Arbeitstisch nach einem der vorstehend genannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahmevorrichtung (9) aus einem in einer Führungshülse (10) drehbar und höhenverstellbar aufgenommenen Rundprofil (11) und einem etwa rechtwinklig an dem Rundprofil (11) befestigten Tragelement (12) besteht, wobei das Tragelement (12) eine Längsführung (13) verschiebbar und in jeder Stellung festsetzbar aufnimmt und in die Längsführung eine Wellenführung (14) mit einer darin angeordneten Welle (15) eingesetzt ist, wobei an der Welle (15) einseitig ein Bearbeitungswerkzeug (16) und auf der gegenüberliegenden Seite die Werkzeugmaschine (3) angeflanscht ist.
  8. Arbeitstisch nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahmevorrichtung (9) einen Tiefenanschlag (8) zur Voreinstellung der Eindringtiefe des Bearbeitungswerkzeuges (16) in das Werkstück (7) aufweist.
  9. Arbeitstisch nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Tiefenanschlag (8) aus einem eine Skala aufweisenden Längenmessstab (17) besteht, der mit einem stufenlos auf der Wellenführung (14) verschiebbaren und an der Wellenführung (14) festlegbaren Klemmstück (18) verbunden ist und eine Führung (19) an der Längsführung (13) durchsetzt.
  10. Arbeitstisch nach einem der vorstehend genannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Werkzeugmaschine (3) mittels mindestens je einer Klemmbefestigung stufenlos schwenkbar und in der Höhe verstellbar sowie in jeder eingestellten Position arretierbar an dem Arbeitstisch befestigt ist.
  11. Arbeitstisch nach einem der vorstehend genannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Arbeitstisch eine Spanneinrichtung zur Festlegung des Werkstückes (7) aufweist.
Es folgen 5 Blatt Zeichnungen






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com