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Dokumentenidentifikation DE102004001980A1 22.07.2004
Titel Treibladung
Anmelder RUAG Ammotec GmbH, 90765 Fürth, DE
Erfinder Lechner, Peter Simon, Dr., 90522 Oberasbach, DE;
Möller, Reinhard, Dipl.-Ing., 91459 Markt Erlbach, DE;
Hagel, Rainer, Dr., 91058 Erlangen, DE
DE-Anmeldedatum 13.01.2004
DE-Aktenzeichen 102004001980
Offenlegungstag 22.07.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 22.07.2004
IPC-Hauptklasse C06D 5/06
IPC-Nebenklasse C06B 23/00   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft Treibladungen für Waffen-Übungssysteme.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft Treibladungen für Waffen-Übungssysteme.

Treibladungen für Geschosse bestehen in der Regel aus energiereichen Stoffen wie z.B. Nitrocellulose oder thermisch stabileren Systemen, wie sie z.B. für die Kraftfahrzeugsicherheit in Form von Gassätzen entwickelt wurden und sich im Einsatz befinden. Diese Versionen sind gasreich und erzeugen die zur Verrichtung der Geschossbewegung nötige Energie durch schnelle und nahezu vollständige Umsetzung. Thermodynamisch kommt dies durch die Sauerstoffbilanz, die spezifische Energie bzw. durch die Explosionswärme zum Ausdruck. Solche Versionen sind für Waffen-Übungssysteme nur bedingt geeignet, da sie das Übungsgeschoss zu stark beschleunigen.

Die erfindungsgemäße Treibladung enthält neben an sich üblichen schwermetallfreien Anzündstoften Friktionsmittel und vorzugsweise keine Oxidations- und/oder Reduktionsmittel. Das Friktionsmittel dient gleichzeitig als inertes Verdünnungsmittel und stellt keine Reaktionskomponente dar. Als erfindungsgemäße Friktionsmittel können solche eingesetzt werden, die keine abrasive Wirkung auf Waffenteile ausüben (weiche Friktionsmittel). Beispielhaft als Friktionsmittel genannt seien Marmor, Calcit, Dolomit und/oder weiche Carbonate wie Magnesiumcarbonat und/oder Calciumcarbonat. Auch Mischungen von weichen Friktionsmitteln können erfindungsgemäß eingesetzt werden. Gegebenenfalls können der erfindungsgemäßen Treibladung auch andere herkömmliche Friktionsmittel in üblichen Mengen zugemischt werden. Als schwermetallfreie Anzündstoffe werden schlagempfindliche Explosivstoffe eingesetzt. Beispielhaft genannt seien Kaliumdinitrobenzofuroxanat und Tetrazen. Es ist bekannt, Kaliumdinitrobenzofuroxanat und Tetrazen als Komponenten in schwermetallfreien Anzündsätzen einzusetzen, jedoch dann meist in Anwesenheit von Oxidations- und Reduktionsmitteln. Ein solcher normaler Anzündsatz, bestehend aus den zuvor beschriebenen Komponenten mit Oxidations- und Reduktionsmitteln ist als Treibladung für Übungssysteme weniger geeignet. Im Gegensatz zum Stand der Technik wird im erfindungsgemäßen Satz auf die Anwesenheit von Reduktionsmitteln verzichtet. Dadurch wirken die weiteren Zuschläge nicht mehr als Oxidationsmittel.

Die kinetische Energie des Geschosses lässt sich für alle Waffentypen durch Variation der Rezeptur der erfindungsgemäßen Treibladung in weiten Grenzen steuern. Dadurch wird die eingangs beschriebene zu starke Beschleunigung des Übungsgeschosses vermieden.

Die erfindungsgemäßen schlagempfindlichen Treibladungen können in herkömmlichen Anzündhütchen laboriert werden. Die Anzündhütchen dienen dann jedoch nicht dazu, ein Treibladungspulver anzuzünden, sondern bilden selbst den gaserzeugenden Satz. Die die erfindungsgemäßen Treibladungen enthaltenden Anzündhütchen können dann beispielsweise durch ein primäres Zündhütchen angezündet werden.

Die erfindungsgemäßen schlagempfindlichen Treibladungen können 5 bis 70 Gew.-%, vorzugsweise 10 bis 65 Gew.-% schwermetallfreie Anzündstoffe enthalten, wobei erfindungsgemäß auch Mischungen dieser schwermetallfreien Anzündstoffe eingesetzt werden können. Das erfindungsgemäße Friktionsmittel kann in Mengen von 30 bis 95 Gew.-%, vorzugsweise in Mengen von 35 bis 80 Gew.-% eingesetzt werden, wobei erfindungsgemäß auch Mischungen dieser Friktionsmittel eingesetzt werden können.

Durch Variation der Satzzusammensetzung lassen sich Treibladungs-Leistungen aller gewünschten Stärken realisieren.

Dabei wurden folgende positive Beobachtungen gemacht:

  • – keine Aerosolbildung;
  • – keine Waffenerosion durch weiches Friktionsmittel;
  • – dennoch ausreichende Friktionswirkung;
  • – gleichmäßige Leistungseinstellung möglich.

Beispielhaft genannt seien folgende Zusammensetzungen:

Verwendet werden können die erfindungsgemäßen Treibladungen in Waffen-Übungssystemen.


Anspruch[de]
  1. Treibladung, dadurch gekennzeichnet, dass sie ein weiches Friktionsmittel enthält.
  2. Treibladung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das weiche Friktionsmittel ausgewählt ist aus der Gruppe Marmor, Calcit, Dolomit, weiche Carbonate und/oder Mischungen daraus.
  3. Treibladung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Anteil des weichen Friktionsmittels an der Treibladung 30 bis 95 Gew.-%, vorzugsweise 35 bis 80 Gew.-% beträgt.
  4. Treibladung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Treibladung als schwermetallfreien Anzündstoff mindestens einen schlagempfindlichen Explosivstoff enthält.
  5. Treibladung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem schlagempfindlichen Explosivstoff oder den schlagempfindlichen Explosivstoffen um Kaliumdinitrobenzofuroxanat und/oder Tetrazen handelt.
  6. Treibladung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Anteil des schlagempfindlichen Explosivstoffes oder den schlagempfindlichen Explosivstoffen an der Treibladung 5 bis 70 Gew.-%, vorzugsweise 10 bis 65 Gew.-%, beträgt.
  7. Treibladung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Treibladung folgende Zusammensetzung hat: 20 Gew.-% Kaliumdinitrobenzofuroxanat und 80 Gew.-% Marmorpulver.
  8. Treibladung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Treibladung folgende Zusammensetzung hat: 40 Gew.-% Kaliumdinitrobenzofuroxanat, 10 Gew.-% Tetrazen, 50 Gew.-% Marmorpulver.
  9. Treibladung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Treibladung folgende Zusammensetzung hat: 50 Gew.-% Kaliumdinitrobenzofuroxanat, 15 Gew.-% Tetrazen, 35 Gew.-% Marmorpulver.
  10. Treibladung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Treibladung in herkömmliche Anzündhütchen laboriert und durch ein primäres Zündhütchen angezündet werden kann.
  11. Verwendung der Treibladung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 10 in einem Waffen-Übungssystem.
Es folgt kein Blatt Zeichnungen






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