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Dokumentenidentifikation DE10211631B4 22.07.2004
Titel Ausstattungsteil, insbesondere zur Innenausstattung in Fahrzeugen
Anmelder Johnson Controls Interiors GmbH & Co. KG, 42285 Wuppertal, DE
Erfinder Wolff, Martin, Dipl.-Ing., 45529 Hattingen, DE;
Budde, Birgit, Dipl.-Ing., 42857 Remscheid, DE;
Bruns, Otwald, Dipl.-Ing., 42281 Wuppertal, DE
Vertreter Kutzenberger & Wolff, 50668 Köln
DE-Anmeldedatum 15.03.2002
DE-Aktenzeichen 10211631
Offenlegungstag 09.10.2003
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 22.07.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 22.07.2004
IPC-Hauptklasse B60R 21/04
IPC-Nebenklasse B60N 2/46   
IPC additional class // B29C 44/14  

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Ausstattungsteil, wie Armauflage, Armstütze, Haltegriff oder dergleichen, insbesondere zur Innenausstattung in Fahrzeugen, bestehend aus einem auf einem formstabilen Träger angeordneten, polsternden Schaumteil und einem äußeren Bezug.

Bei bekannten Ausstattungsteilen der genannten Art tritt häufig das Problem auf, dass bei einer Druckkraft-Belastung des mit einem Dekor-Bezug bezogenen (z. B. verklebten) weichen Schaumteils sich der Bezug geringer als das Schaumteil verformt, und zwar tritt dies vor allem in ausgeprägten Kanten- bzw. Eckbereichen (Eckenradius z. B. kleiner als 20mm) des Ausstattungsteils auf. Daher bildet sich nach einer Rufwölbung des Bezugs im Eckbereich eine Knickkante, die abhängig vom jeweiligen Bezugmaterial auch nach Entlastung noch als unschöne Abzeichnung verbleibt. Zudem ist auch während der Herstellung das Beziehen des weichen Schaumteils problematisch, weil die beim Beziehen aufgebrauchte Kraft bei weichen Kantenbereichen zu Verformungen und nicht akzeptablen Welligkeiten führen kann.

Die Druckschrift DE 35 00 392 A1 beschreibt einen Polsterkörper für den Innenraumbereich von Fahrzeugen, insbesondere eine Armlehne, Armaturentafel oder dergleichen. In dem Polsterkörper erstreckt sich eine Öffnung zur Aufnahme eines Einbauteils. Die Öffnung ist durch einen Blendenkörper verschließbar. Um die elastische Verformbarkeit des Polsterkörpers nicht wesentlich zu behindern, ist der Blendenkörper in einer etwa senkrecht zur Auflagefläche beweglich gelagerten Anordnung mit dem Polsterkörper verbunden, so dass sich der Blendenkörper zumindest bei einer senkrecht auf die Auflagefläche wirkenden Verformungskraft entsprechend dem Verformungsweg mitbewegt.

Die Druckschrift DE 1 655 624 beschreibt Polsterteile für die Innenausstattung von Kraftfahrzeugen wie Armlehne, Griff oder dergleichen, wobei der Hohlkörper mit einem weichen Kunststoffmaterial, beispielsweise einem Schaumstoff aus Polyurethan, ausgefüllt ist. In das Polsterteil ist zur Versteifung des Polsters ein bügelförmiger Stützkörper aus Kunststoff eingebracht. Jedoch können bei einem derartigen Polsterteil beim Benutzen im täglichen Betrieb inakzeptable Welligkeiten und Knickkanten entstehen.

Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die beschriebenen Problem zu beseitigen und dazu ein Ausstattungsteil der genannten Art so zu verbessern, dass bei einfacher und kostengünstiger Ausführung und Herstellbarkeit auch in Randbereichen eine hohe Qualität dauerhaft gewährleistet ist.

Erfindungsgemäß wird dies mit einem Ausstattungsteil gemäß Patentanspruch 1 erreicht.

Durch die Erfindung wird somit das stärkere Verformungsverhalten des Schaumteils gegenüber dem Dekor-Bezug kompensiert, so dass bei regulären Druckkraft-Belastungen Knickkantenbildungen vermieden werden. Dabei ist es vorteilhaft, wenn die Stützkomponente aus einem halbharten, elastischen Material besteht, wobei "halbhart" bedeutet, dass die Stützkomponente relativ zu dem Träger bzw. dessen Hartkomponente weicher, nachgiebiger und relativ zu dem Schaumteil härter, formstabiler ist. Die Härte der Stützkomponente kann mit Vorteil etwa im Bereich von 60 bis 80 Shore A liegen. Durch diese vorteilhafte Ausgestaltung bleibt somit trotz der Kantenabstützung noch ein relativ weicher Gesamteindruck erhalten.

Es ist weiterhin vorteilhaft, die Stützkomponente materialspezifisch und/oder formgebungsspezifisch derart auszubilden, dass in dem abgestützten Randbereich in verschiedenen Belastungsrichtungen unterschiedliche Stützwirkungen erreicht werden. Dadurch kann insbesondere in einer bestimmten Vorzugs-Belastungsrichtung eine größere Stützwirkung und in einer dazu quer verlaufenden Neben-Belastungsrichtung eine geringere, weichere Stützung (weicherer, polsternder Gesamteindruck) erreicht werden. Dies ist insbesondere für solche Ausstattungsteile von besonderer Bedeutung, die auch zur Betätigung bestimmter Funktionsteile dienen, wie dies beispielsweise bei einer an einer Fahrzeugtür angeordneten Armauflage der Fall ist, da diese auch zum Betätigen (Zuziehen) der Tür verwendet wird.

Die Erfindung führt zu deutlichen Vorteilen auch schon während der Herstellung des Ausstattungsteils. Bei der Herstellung wird im Bereich von gegebenenfalls überstehenden Kanten eine Kraft eingeleitet, die durch das Beziehen mit dem Dekor-Bezug entsteht. Durch die erfindungsgemäße Abstützung werden dabei übermäßige Verformungen und daraus resultierende Welligkeiten des Bezugs vermieden. Da es sich aber vorteilhafterweise um eine "halbharte" Kantenabstützung handelt, wird auch eine hohe Sicherheit beim bevorzugten Einsatz in Kraftfahrzeugen erreicht, da bei z. B. unfallbedingten Stoßkontakten einer Person Verletzungen vermieden werden.

Weitere vorteilhafte Ausgestaltungsmerkmale sind in den Unteransprüchen sowie der folgenden Beschreibung enthalten.

Anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels soll die Erfindung genauer erläutert werden.

Dabei zeigt die einzige Zeichnungsfigur einen Schnitt durch ein erfindungsgemäßes Ausstattungsteil.

Ein erfindungsgemäßes Ausstattungsteil 1 besteht aus einem formstabilen Träger 2, einem auf dem Träger 2 angeordneten, polsternden Schaumteil 4 sowie einem äußeren Dekor-Bezug 6. Der Träger 2 kann schalenartig mit einer bestimmten Flächen-Kontur ausgeführt sein.

Erfindungsgemäß besteht der Träger 2 aus einer tragenden Hartkomponente 8 und einer damit verbundenen Stützkomponente 10. Dabei erstreckt sich die Stützkomponente 10 ausgehend von dem Träger 2 bzw. dessen Hartkomponente 8 derart durch das Schaumteil 4 bis in einen bestimmten Randbereich 12 und bis nahe unter den Bezug 6, dass in diesem Randbereich 12 der Bezug 6 gegen eine äußere Druckkraft-Belastung F abgestützt wird. Dabei besteht die Stützkomponente 10 aus einem halbharten, elastischen Material, welches weicher als die Hartkomponente 8, aber härter, formstabiler als das Schaumteil 4 ist. Eine Härte etwa im Bereich zwischen 60 bis 80 Shore A ist vorteilhaft.

Mit weiterem Vorteil ist die Stützkomponente 10 materialspezifisch und/oder formgebungsspezifisch derart ausgebildet, dass in dem abgestützten Randbereich 12 in verschiedenen Belastungsrichtungen Y, Z unterschiedliche Stützwirkungen erreicht werden. Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel wird in einer bestimmten Vorzugs-Belastungsrichtung Y eine größere Stützwirkung und in einer dazu querverlaufenden Neben-Belastungsrichtung Z eine geringere, weichere Stützung erreicht. Dies wird bei der dargestellten Ausführung dadurch erreicht, dass der Träger 2 als einstückiges Formteil aus mindestens zwei verschiedenen Kunststoffen besteht, und zwar bevorzugt aus der Gruppe der Polyolefine. Im Bereich der Hartkomponente 8 handelt es sich um einen relativ harten, formstabilen Kunststoff, vorzugsweise Polypropylen (PP). Im Bereich der Stützkomponente 10 wird ein relativ weicherer, elastischer Kunststoff eingesetzt, vorzugsweise ein thermoplastisches Elastomer. Dabei kann der Träger 2 in Verfahrensfolge in einem 2-Komponenten-Spritzgußverfahren hergestellt werden. Hierbei ist nun bevorzugt vorgesehen, dass die Stützkomponente 10 (mindestens) einen steg-bzw. lippenartigen Stützabschnitt 14 aufweist, der ausgehend von der Hartkomponente 8 schräg in Richtung des abzustützenden Randbereichs 12 und dabei überwiegend in die Vorzugs-Belastungsrichtung Y ragt. Hierdurch ist der Stützabschnitt 14 bei Belastung in der Neben-Belastungsrichtung Z elastisch verformbar (verbiegbar in Doppelpfeilrichtung 16). Bei der Belastung in Richtung Y wird erfindungsgemäß ein Aufwölben des Bezugs 6, wie es beispielhaft gestrichelt mit 6a bezeichnet ist, vorteilhafterweise vermieden.

In der dargestellten Ausführung weist die Stützkomponente 10 zudem einen mit dem Stützabschnitt 14 einstückig verbundenen, die Hartkomponente 8 flächig zumindest teilweise überdeckenden Basisabschnitt 18 auf. Weiterhin ist es vorteilhaft, wenn die Stützkomponente 10 im Bereich des Stützabschnittes 14 mindestens eine Öffnung 20 aufweist, durch die während des Anschäumens des Schaumteils 4 das Schaummaterial hindurchdringen kann.

Alternativ zu der dargestellten Ausführung kann die Stützkomponente 10 auch aus einem an die Hartkomponente 8 angeformten, insbesondere angeschäumten, bezüglich der Härte entsprechend eingestellten Schaummaterial bestehen.

Durch die Erfindung werden u. a. folgende Vorteile erreicht:

  • – Weiche Schaum-Ausstattungsteile, gegebenenfalls mit Folie als Dekor-Bezugmaterial, sind mit exakter Kantenprägnanz möglich.
  • – Knickkantenvermeidung auch bei Lederdekor.
  • – Herstellungsoptimierung für kaschierte Kanten bei gleichzeitiger

Die Erfindung läßt sich vorteilhaft bei beliebigen Ausstattungsteilen anwenden, insbesondere bei Türinnenverkleidungen, Armlehnen, Schalttafeln und deren Anbauteilen, Mittelkonsolenauflagen und dergleichen.

Die Erfindung ist nicht auf das dargestellte und beschriebene Ausführungsbeispiel beschränkt, sondern umfaßt auch alle im Sinne der Erfindung gleichwirkenden Ausführungen.


Anspruch[de]
  1. Ausstattungsteil (1), wie Armauflage, Armstütze, Haltegriff oder dergleichen, insbesondere zur Innenausstattung in Fahrzeugen, bestehend aus einem auf einem formstabilen Träger (2) angeordneten, polsternden Schaumteil (4) und einem äußeren Bezug (6), dadurch gekennzeichnet, dass der Träger (2) aus einer tragenden Hartkomponente (8) und einer damit verbundenen Stützkomponente (10) besteht, wobei sich die Stützkomponente (10) ausgehend von der Hartkomponente (8) des Trägers (2) derart durch das Schaumteil (4) bis in mindestens einen bestimmten Randbereich (12) des Schaumteils (4) nahe unter den Bezug (6) erstreckt, dass in diesem Randbereich (12) der Bezug (6) gegen eine äußere Druckkraft-Belastung (F) abgestützt wird, wobei die Stützkomponente (10) aus einem halbharten, elastischen Material besteht, dass relativ zu der Hartkomponente (8) des Trägers (2) weicher vorgesehen ist.
  2. Ausstattungsteil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Stützkomponente (10) materialspezifisch und/oder formgebungsspezifisch derart ausgebildet ist, dass in dem abgestützten Randbereich (12) in verschiedenen Belastungsrichtungen (Y, Z) unterschiedliche Stützwirkungen erreicht werden.
  3. Ausstattungsteil nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass in einer bestimmten Vorzugs-Belastungsrichtung (Y) eine größere Stützwirkung und in einer dazu quer verlaufenden Neben-Belastungsrichtung (Z) eine geringe, weichere Stützung erreicht werden.
  4. Ausstattungsteil nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Träger (2) als einstückiges Formteil aus mindestens zwei Kunststoffen besteht, und zwar im Bereich der Hartkomponente (8) aus einem relativ harten, formstabilen Kunststoff, vorzugsweise Polypropylen, und im Bereich der Stützkomponente (10) aus einem relativ weicheren, elastischen Kunststoff, vorzugsweise einem thermoplastischen Elastomer.
  5. Ausstattungsteil nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Stützkomponente (10) mindestens einen steg- bzw. lippenartigen Stützabschnitt (14) aufweist, der ausgehend von der Hartkomponente (8) schräg im wesentlichen in der Vorzugs-Belastungsrichtung (Y) ragt.
  6. Ausstattungsteil nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Stützkomponente (10) einen mit dem Stützabschnitt (14) einstückig verbundenen, die Hartkomponente (8) flächig zumindest teilweise überdeckenden Basisabschnitt (18) aufweist.
  7. Ausstattungsteil nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Stützkomponente (10) im Bereich des Stützabschnittes (14) mindestens eine Öffnung (20) zum Schaumdurchtritt während des Anschäumens des Schaumteils (4) aufweist.
  8. Ausstattungsteil nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Stützkomponente (10) aus einem an die Hartkomponente (8) angeformten, bezüglich der Härte entsprechend eingestellten Schaummaterial besteht.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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