PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE10220758B4 22.07.2004
Titel Aufhängevorrichtung für ein Kletterseil
Anmelder Kowalewski, Hubert, 32369 Rahden, DE
Erfinder Kowalewski, Hubert, 32369 Rahden, DE
Vertreter Brandt, D., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 33607 Bielefeld
DE-Anmeldedatum 08.05.2002
DE-Aktenzeichen 10220758
Offenlegungstag 27.11.2003
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 22.07.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 22.07.2004
IPC-Hauptklasse A63B 27/00
IPC-Nebenklasse A63B 29/02   A62B 1/16   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Aufhängevorrichtung für ein Kletterseil in der Auf- und Abseilklettertechnik mit den im gattungsbildenden Teil des Anspruches 1 genannten Merkmalen.

Aufhängevorrichtungen für ein Kletterseil sind in unterschiedlicher Ausgestaltung aus dem Stand der Technik bekannt und dienen zur Fixierung und Umlenkung von Seilen an hoch gelegenen Punkten von Gerüsten, Stahlkonstruktionen oder auch Astgabeln. Die mit Hilfe der geschilderten Vorrichtungen fixierten und umgelenkten Kletterseile dienen dabei in Verbindung mit anderen Sicherheitsvorrichtungen dazu, beispielsweise Personen aus Gefahrenbereichen abzuseilen, werden darüber hinaus jedoch auch für sportliche Anwendungen im Freizeitbereich sowie sonstige Arbeitstätigkeiten beispielsweise Baumpflegearbeiten wie Kronensicherung oder Einkürzungen sowie bei Arbeiten an Fassaden oder Dächern eingesetzt. Bei der Verwendung bei Arbeiten im Baumpflegebereich sind derartige Aufhängevorrichtungen für ein Kletterseil auch als Kambiumschoner bekannt. Sie dienen hier insbesondere auch dazu, ein verwendetes Kletterseil nicht direkt über einen Ast oder eine Astgabel laufen zu lassen, da durch die zwangsläufig entstehende Reibung zwischen Ast und darüber gelegtem beweglichem Kletterseil die Wachstumsschicht der Rinde, das so genannte Kambium verletzt würde. Um hier Abhilfe zu schaffen, bestehen derartige Kambiumschoner beispielsweise aus einem Gurtband, an deren freien Enden jeweils ein Metallring oder Karabiner angeordnet ist. Das für die Auf- und Abseilvorgänge verwendete Kletterseil wird hierbei durch beide Ringe bzw. Karabiner hindurchgeführt und hängt dann rechts und links des Kambiumschoners für die Venrwendung in der Doppelseiltechnik herab. Derartige Aufhängevorrichtungen ermöglichen zwar eine Verringerung der Reibungswerte des Kletterseiles im aus den Metallringen oder Karabinern gebildeten Umlenkpunkt, sind jedoch nach wie vor in Bezug auf den aufzubringenden Kraftaufwand insbesondere beim Aufseilen mittels der Doppelseiltechnik unbefriedigend. Darüber hinaus haben derartige Aufhängevorrichtungen den Nachteil, dass sie üblicherweise eine vorbestimmte Länge aufweisen und insbesondere an dünneren Ästen zwischen der Astauflage und dem eigentlichen Umlenkpunkt ein relativ großer Abstand vorhanden ist. Aus diesem Grunde lassen sich die aus dem Stand der Technik bekannten Aufhängevorrichtungen auch nicht an Ästen oder Stämmen verwenden, die nicht mit einer Astgabel als Haltefunktion gegen ein Abrutschen der Aufhängevorrichtung versehen sind.

Zwar sind aus dem Stand der Technik Aufhängevorrichtungen der oben geschilderten Art bekannt, bei denen eine Längenverstellung mittels einer so genannten „Verstellschnalle" durchgeführt werden kann. Eine derartige Vorrichtung lässt sich jedoch nur auf ein Drittel der ursprünglich vorhandenen Maximallänge des Gurtbandes verringern, was insbesondere nach wie vor nur die Verwendung bei Astgabeln ermöglicht, nicht dagegen bei astlosen senkrechten Baumabschnitten, welche auch als Stämmlinge bezeichnet werden oder auch an senkrechten Bauelementen von Gebäuden und dergleichen.

Darüberhinaus sind in der Klettertechnik Klemmmechanismen bekannt geworden wie beispielsweise aus der DE 100 11 753 A1 oder der DE 197 46 294 A1, die zwar in den genannten Schriften Bestandteil von Auf- und Abseilvorrichtungen sind, sich jedoch auch im Zusammenhang mit Aufhängevorrichtungen für Kletterseile nutzen lassen, wobei der Klemmmechanismus in einem Gehäuse angeordnet und durch eine Drehung desselben in eine Löse- und eine Klemmposition für ein durch das Gehäuse geführtes Kletterseil bringbar ist.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es ausgehend von Stand der Technik, eine Aufhängevorrichtung für ein Kletterseil der eingangs geschilderten gattungsgemäßen Art so zu gestalten, dass zum einen die Länge der Vorrichtung zwischen Auflagepunkt auf einem Ast oder an einem Stamm und dem Umlenkpunkt für das Kletterseil stufenlos verstellt werden kann, so dass auch ein Festziehen an senkrechten Bauelementen oder Stämmlingen mittels der erfindungsgemäßen Vorrichtung geschehen kann. Darüber hinaus besteht die Aufgabe darin, gegenüber den aus dem Stand bekannten Vorrichtungen die Reibung des Kletterseiles im Umlenkpunkt entscheidend zu verringern. Weiterhin soll die erfindungsgemäße Aufhängevorrichtung nach Beendigung der Klettertätigkeit vom Boden aus gelöst werden können und somit die Möglichkeit bieten, unter einfachsten Begleitumständen einen mittels der erfindungsgemäßen Aufhängevorrichtung innerhalb eines Baumes oder an einem Gebäude festgelegten hoch gelegenen Umlenkpunkt abzuziehen und zu. Boden gleiten zu lassen.

Es soll somit eine neuartige Aufhängevorrichtung geschaffen werden, um sämtliche Nachteile bislang aus dem Stand bekannter Einzelkonstruktionen zu beseitigen und ein Gerät zu schaffen, welches in bislang nicht gekannter Vielseitigkeit in allen Bereichen der Klettertechnik einsetzbar ist.

Diese Aufgabe wird in Zusammenschau mit den gattungsbildenden Merkmalen der eingangs geschilderten Art durch die Merkmale des Anspruches 1 gelöst.

Wesentliche Merkmale dabei sind, dass im Randbereich des Gehäuses eine Umlenkvorrichtung mit einem Aufhängeglied und einer daran drehbar gelagerten Umlenkrolle vorgesehen ist, über die das Kletterseil geführt ist, am Gehäuse mittels eines Zwischengliedes ein Sperrglied festgelegt ist, das die zweite Durchgreiföffnung aufweist, die im Querschnitt nur geringfügig größer bemessen ist als der Querschnitt des Kletterseiles und dass die erste Durchgreiföffnung des ersten Haltegliedes in ihrer Größe so bemessen ist, dass alle Elemente der Umlenkvorrichtung die Durchgreiföffnung passieren können.

Die neuartige Ausgestaltung des Haltegliedes mit Gehäuse, Klemmmechanismus, Umlenkvorrichtung, Zwischenglied und Sperrglied bewirkt in seiner Kombination, dass das seilartige Befestigungselement, welches über einen hoch gelegenen Aufhängepunkt geführt ist, in seiner Längeneinstellung stufenlos verstellbar ist. Diese stufenlose Verstellbarkeit geht soweit, dass die erfindungsgemäße Aufhängevorrichtung so eng um senkrechte Stämmlinge oder andere senkrechte künstliche Aufhängepunkte gelegt werden kann, dass bei einer Belastung der Aufhängevorrichtung diese sich automatisch verklemmt, so dass ein Abrutschen der gesamten Vorrichtung bei Belastung nicht gegeben ist. Darüber hinaus lässt sich die Aufhängevorrichtung auf höchst einfache Weise dadurch verkürzen, dass das freie Ende des seilartigen Befestigungselementes, welches durch das Gehäuse hindurchgezogen ist, durch einfaches Ziehen verkürzt werden kann.

Die besondere Gestaltung der Umlenkvorrichtung mittels einer drehbar gelagerten Umlenkrolle verringert in allen beim Klettern entstehenden Auf- und Abseilsituationen die Reibung des Kletterseiles im Umlenkpunkt entscheidend.

Schließlich lässt sich die erfindungsgemäße Aufhängevorrichtung durch die Anbringung eines Sperrgliedes unter Zwischenschaltung eines Zwischengliedes am Gehäuse problemlos nach Beendigung des Klettervorganges aus dem Kronenbereich eines Baumes oder von hoch gelegener Stelle eines Gebäudes durch Herabziehen entfernen.

Besondere Ausgestaltungen des Gegenstandes der Erfindung ergeben sich zusammen mit der erfinderischen technischen Lehre des Anspruches 1 zusätzlich aus den Merkmalen der Unteransprüche.

Es hat sich insbesondere als vorteilhaft erwiesen, dass das am Gehäuse festgelegte, mit der Umlenkrolle verbundene Aufhängeglied in einem Gelenkpunkt drehbar gelagert ist, wobei der außermittig am Gehäuse angeordnete Gelenkpunkt so asymmetrisch angeordnet ist, dass bei Zugbeanspruchung des über die Umlenkrolle geführten Kletterseiles sich das Gehäuse in der die Klemmposition des Klemmmechanismus bewirkenden Drehposition befindet. Durch diese Maßnahme ist in allen Situationen, in der der Kletternde auf Grund seiner Tätigkeit eine Zugkraft am Kletterseil aufbringt, automatisch eine Verstellung der Aufhängevorrichtung bezüglich ihrer Längeneinstellung zwischen Auflagepunkt der Vorrichtung und Umlenkpunkt für das Kletterseil zuverlässig ausgeschlossen.

Eine spezielle Ausgestaltung des Klemmmechanismus sieht vor, dass dieser eine im Wesentlichen halbkreisförmig ausgebildete Klemmbacke aufweist, welche mittels einer mittig innerhalb der Klemmbacke angeordneten Drehachse im Gehäuse gelagert ist, wobei an der die Klemmbacke begrenzenden geraden, zum Gehäuseinneren gerichteten Seitenwandung eine Aufnahmenut für das den Klemmmechanismus durchlaufende seilartige Befestigungselement angeordnet ist, welche zusammen mit einer im Gehäuse vorhandenen mittigen Durchbrechung eine Durchlauföffnung für das seilartige Befestigungselement bildet.

Die drehbare Lagerung der Klemmbacke in Verbindung mit der Seildurchführung bewirkt, dass bei einer Verdrehung des den Klemmmechanismus aufnehmenden Gehäuses die Klemmbacke an zwei Funkten auf das seilartige Befestigungselement wirkt, wobei sich dieses zusätzlich in die an die Klemmbacke vorhandene Nut einklemmt. Auf diese Weise ist eine zuverlässige Klemmwirkung für das seilartige Befestigungselement auch bei einer nur leichten Belastung des Klettergerätes und der dadurch bedingten Verdrehung des Gehäuses in die Klemmposition des Klemmmechanismus gewährleistet.

Aus fertigungstechnischen Gründen und aus Kostengründen hat es sich darüber hinaus als vorteilhaft erwiesen, das sowohl das Zwischenglied zur Festlegung des Sperrgliedes am Gehäuse als auch das Aufhängeglied für die daran drehbar gelagerte Ulmlenkrolle als flachbandförmiges Textilband ausgebildet sind. Derartige Textilbänder sind am Markt in unterschiedlicher Größe und Reißfestigkeit verfügbar und lassen sich den speziellen Gegebenheiten der erfindungsgemäßen Aufhängevorrichtung mit einfachen fertigungstechnischen Maßnahmen anpassen.

Darüber hinaus hat es sich als zweckmäßig erwiesen, das Sperrglied als lösbaren Schraubschäkel zu gestalten, da mit diesem in unterschiedlicher Ausgestaltung preiswert verfügbaren Normteil eine konstruktiv einfache Gestaltung machbar ist.

Darüber hinaus hat es sich als zweckmäßig erwiesen, das Sperrglied als lösbaren Schraubschäkel zu gestalten, da mit diesem in unterschiedlicher Ausgestaltung preiswert verfügbaren Normteil eine konstruktiv einfache Gestaltung machbar ist.

Im Folgenden wird ein Ausführungsbeispiel des Gegenstandes der Erfindung anhand der beigefügten Zeichnungen näher erläutert.

Es zeigt:

1 eine perspektivische Gesamtdarstellung der erfindungsgemäßen Aufhängevorrichtung angeordnet an einem annähernd waagerecht verlaufenden Ast innerhalb einer Baumkrone,

2A, 2B Schnittdarstellungen des Gehäuses der Aufhängevorrichtung mit dem darin aufgenommenen Klemmmechanismus in Klemmposition und in Löseposition für das durchgeführte seilartige Befestigungselement,

3 eine perspektivische Gesamtdarstellung ähnlich der 1 bei von der Umlenkvorrichtung gelöstem Kletterseil,

4 eine perspektivische Darstellung der Aufhängevorrichtung entsprechend den 1 und 3 vor der Abnahme der Aufhängevorrichtung durch die kletternde Person und

5 eine perspektivische Darstellung der erfindungsgemäßen Aufhängevorrichtung mit ihren wesentlichen Baueinheiten angeordnet an einem senkrecht aufragenden Stämmling.

Die in der 1 perspektivisch in ihrer Gesamtheit dargestellte erfindungsgemäße Aufhängevorrichtung dient prinzipiell zur Bereitstellung eines hoch gelegenen Umlenkpunktes 17, beispielsweise innerhalb einer Baumkrone, für ein Kletterseil 14, welches mittels geeigneter weiterer Gerätschaften für Auf- und Abseilvorgänge mittels der Doppelseilklettertechnik verwendet wird. Der Umlenkpunkt 17 befindet sich im dargestellten Ausführungsbeispiel unterhalb eines Aufhängepunktes 1 an einem geeigneten Ast des beispielsweise für Baumschnittvorgänge zu bearbeitenden Baumes. Über den Aufhängepunkt 1 des Astes ist, wie dies der 1 zu entnehmen ist, ein seilartiges Befestigungselement 2 schlaufenartig gelegt.

In der dargestellten Ausführungsform besteht das Befestigungselement 2 aus einem Seil, welches an seinem einen freien Ende 3 zu einer Öse 4 geformt ist, durch die sich ein erstes Halteglied 5 in Form eines Metallringes erstreckt. An Stelle eines Metallringes kann selbstverständlich auch ein üblicher Karabinerhaken Verwendung finden, sofern die entsprechende erste Durchgreiföffnung 6 am Halteglied vorhanden ist.

Das am anderen freien Ende des Befestigungselementes befindliche Halteglied besitzt in seiner erfindungsgemäßen Ausgestaltung wesentliche Elemente, die es von der einfachen Öse 4 unterscheiden und die in ihrer Wirkungskombination eine erfindungsgemäße Aufhängevorrichtung bereitstellen, welche sowohl in Bezug auf ihre ergonomische Gestaltung als auch in Bezug auf ihre Anwendungsmöglichkeiten bisher aus dem Stand der Technik nicht bekannt war. Wesentlichem Bestandteil des Haltegliedes 7 ist zum einen ein Gehäuse 8, in welchem ein Klemmmechanismus aufgenommen ist, wobei durch das Gehäuse und den Klemmmechanismus das zweite freie Ende des Befestigungselementes hindurchgeführt ist und unterhalb des Gehäuses 8 in Form eines Seilendes 2A herabhängt.

Weiterer wesentlicher Bestandteil des Haltegliedes 7 ist eine Umlenkvorrichtung 10, welche im Wesentlichen aus einem Aufhängeglied 11 in Form eines flachbandförmigen Trägerbandes besteht sowie eine in einem Schäkel 13 aufgenommenen Umlenkrolle 12, wobei der Schäkel 13 eine Drehachse 18 aufweist, auf der die Umlenkrolle drehbar gelagert ist. Der Schäkel 13 ist im Wesentlichen U-förmig ausgeführt, nimmt an den freien Enden seiner parallelen Stege die Drehachse 18 auf und ist mit dem die parallelen Stege verbindenden oberen, dem Gehäuse zugewandten Quersteg innerhalb einer Öse des Aufhängegliedes 11 aufgenommen. Über die Umlenkrolle, welche den oben angeführten Umlenkpunkt 17 bildet, ist das für die Klettervorgänge notwendige Kletterseil 14 geführt.

Dieses Kletterseil besitzt zwei freie Enden 14A und 14B, wobei ein freies Ende 14A unmittelbar nach Überqueren des Umlenkpunktes 17 durch die zweite Durchgreiföffnung 19 eines Sperrgliedes 16 läuft.

Das Sperrglied 16 ist in der Darstellung der Figuren als U-förmiger Schraubschäkel ausgeführt, wobei die durch den Schäkel gebildete zweite Durchgreiföffnung 19 in ihrem Querschnitt nicht wesentlich größer ist als der Querschnitt des die zweite Durchgreiföffnung 19 durchlaufenden Endes 14A des Kletterseiles 14.

Das Sperrglied 16 ist über ein Zwischenglied 15, welches im Ausführungsbeispiel ebenfalls als flachbandförmiges Textilband ausgebildet ist am Gehäuse festgelegt. Die Länge des Zwischengliedes 15 ist dabei so bemessen, dass sich das daran angeschlossene Sperrglied 16 in Kletterposition der Aufhängevorrichtung immer unterhalb des durch die Umlenkrolle 12 gebildeten Umlenkpunktes 17 befindet, damit am Sperrglied 16 unter Kletterbedingungen keine Zugkräfte auftreten.

Die spezielle Anlenkung des Aufhängegliedes 11 im Randbereich des Gehäuses 8 innerhalb eines Drehgelenkes 20 bewirkt, dass der innerhalb des Gehäuses 8 angeordnete Klemmmechanismus 9 das durch das Gehäuse geführte Seilende 2A in der dargestellten Position hält, so dass die vom Befestigungselement 2 gebildete Schlaufe zwischen Gehäuse 8 und dem gegenüberliegenden freien Ende 3 des Befestigungselementes 2 in ihrer Größe unverändert bleibt. Der als Nase gestaltete Bereich des Gehäuses 8, in dem sich das Drehgelenk befindet, stützt sich hierbei auf dem als Metallring gestalteten ersten Halteglied 5 ab.

Das Gehäuse 8 mit dem darin angeordneten Klemmmechanismus 9 wird im Folgenden anhand der 2A und 2B näher erläutert.

Die 2A zeigt zunächst in vergrößerter Schnittdarstellung das Gehäuse 8 in seiner Klemmposition, identisch der 1. Der 2A ist dabei zu entnehmen, dass das Aufhängeglied 11, an dessen nicht dargestellten unteren freien Ende die Umlenkrolle 12 mit dem darüber laufenden Kletterseil 14 angeordnet ist, am Gehäuse in einem Drehgelenk 20 gehalten ist. Innerhalb des Gehäuses 8 befindet sich eine mittige Durchbrechung 21, durch welche das Seilende 2A des Befestigungselementes 2 hindurchgeführt ist. Des weiteren ist innerhalb des Gehäuses 8 eine im Wesentlichen halbkreisförmige Klemmbacke 22 aufgenommen, die mittels eines mittig innerhalb der Klemmbacke 22 angeordneten Drehachse 23 innerhalb des Gehäuses 8 kippbar ist.

Die Funktionsweise des Klemmmechanismus 9 basiert auf der Tatsache, dass in dem Moment, in dem Zugkräfte auf das Aufhängeglied 11 in Richtung des Pfeiles P wirken, auf Grund der asymmetrischen Aufhängung für das Aufhängeglied 11 das Gehäuse in die in der 2A dargestellte Position entsprechend dem Pfeil Q gedreht wird. Gleichzeitig wird das seilartige Befestigungselement 2 in Form einer leichten S-Kurve in Folge der Drehbewegung des Gehäuses Q verformt. Diese Verformung führt zum einen zu einer Druckbeanspruchung der kippbaren Klemmbacke 22 im oberen Bereich des seilartigen Befestigungselementes 2 in Richtung des Pfeiles A. Der Kipphebeleffekt auf Grund der Drehlagerung der Klemmbacke 22 führt gleichzeitig zu einer Druckbeanspruchung auf das aus dem Gehäuse austretende Seilende 2A in Richtung des Pfeiles B. Da die Klemmbacke an ihrer geraden, zum Gehäuseinneren gerichteten Seitenwandung eine im Querschnitt im Wesentlichen halbkreisförmig ausgebildete Aufnahmenut 24 für das die Durchbrechung 21 innerhalb des Gehäuses 8 durchlaufende Seilende 2A aufweist, ist sowohl im Bereich des Pfeiles A als auch im Bereich des Pfeiles B ein intensiver Kontakt zwischen Klemmbacke 22 und Seilende 2A gegeben.

Da darüber hinaus die Durchbrechung 21 innerhalb des Gehäuses 8 ebenfalls im Querschnitt halbkreisförmig gestaltet ist, können selbst geringe Kipphebeleffekte der Klemmbacke 22, hervorgerufen durch die entsprechende Verdrehung des Gehäuses, große Klemmkräfte aufbauen. Die Klemmwirkung des Seilendes 2A innerhalb des Gehäuses 8 kann zusätzlich dadurch erhöht werden, dass die Aufnahmenut 24 an der Klemmbacke 22 in ihrer Breite geringfügig kleiner bemessen ist als der Durchmesser des durch das Gehäuse 8 laufenden Seilendes 2A. Die S-förmige Bewegung und das Verkanten des Seilendes 2A innerhalb des Gehäuses 8 führt somit gleichzeitig zu einem möglichen Einpressen des Seilendes 2A in die Aufnahmenut 24 und erzeugt dabei einen zusätzlichen Klemmeffekt.

Gegenüber der Darstellung der 2A ist in der 2B das Gehäuse 8 mit dem darin aufgenommenen Klemmmechanismus 9 in der Löse- bzw. Durchlaufposition für das Seilende 2A des Befestigungselementes 2 dargestellt. Das Aufhängeglied 11 mit dem daran gekoppelten Kletterseil 14 ist in der dargestellten Stellung der 2B des Gehäuses 8 entlastet. Somit kann sich das Gehäuse entsprechend des Pfeiles R der 2B im Uhrzeigersinn verdrehen, so dass die S-förmige, verkantete Stellung des Seilendes 2A aufgehoben wird. Gleichzeitig werden die in der 2A angesprochenen Druckkräfte in Richtung der Pfeile A und B auf das Seilendes 2A aufgehoben, so dass sich die Klemmbacke 22 in eine unbelastete Mittelposition einpendeln kann. Diese Mittelposition stellt die Möglichkeit eines Durchlaufes des Befestigungselementes 2 durch das Gehäuse 8 sicher.

Die Löseposition des Gehäuses ist schematisch auch der Darstellung der 3 zu entnehmen. In der dargestellten Position kann durch ein Ziehen am Seilende 2A eine Verkürzung der zwischen Gehäuse 8 und Aufhängepunkt 1 gebildeten Schlaufe des Befestigungselementes 2 herbeigeführt werden. Dabei ist zunächst unerheblich, ob das Seilende 14B des Kletterseiles über die Umlenkrolle 12 geführt ist. Für eine Verstellung bzw. eine Verkleinerung der Schlaufe des Befestigungselementes 2 kommt es wesentlich darauf an, dass das Gehäuse 8 auf Grund der Entlastung des Kletterseiles 14 in die Löseposition der Darstellung der 2B gebracht werden kann. Das Gehäuse 8 kann hierbei so weit hochgezogen werden, dass es sich unmittelbar unterhalb des als Aufhängepunkt 1 dienenden Astes befindet.

Auf diese Weise lässt sich die erfindungsgemäße Aufhängevorrichtung auch an nicht waagerecht verlaufenden Ästen oder Trägern einsetzen. In der 5 ist schematisch die Verwendung der Aufhängevorrichtung an einem senkrechten Stämmling 25 dargestellt. Die zwischen dem ersten Halteglied 5 und dem Gehäuse 8 vorhandene Schlaufe des Befestigungselementes 2 ist dabei unmittelbar an den Umfang des Stämmlings 25 angelegt. Auf diese Weise ergibt sich im Moment der Zugbeanspruchung des Kletterseiles 14 in Richtung des Pfeiles P über das Aufhängeglied 11 zum einen eine Überführung des Gehäuses 8 in seine Klemmposition durch dessen entsprechende Verdrehung, gleichzeitig eine Auflage der Gehäusenase an dem ersten Halteglied 5 und somit durch das enge unmittelbare Anliegen der Schlaufe des Befestigungselementes 2 an der Umfangsfläche des Stämmlings 25 eine Verkantung der Aufhängevorrichtung, so dass ein Abrutschen trotz fehlender Astgabel und Senkrechtanordnung des Stämmlinges vermieden wird.

Soll die in der 1 in Arbeitsposition dargestellte Aufhängevorrichtung nach . Beendigung der Klettertätigkeit entfernt werden, so geschieht dies auf einfache Weise mittels derjenigen Schrittabfolge, wie sie in den 2 und 3 dargestellt ist.

2 zeigt dabei zunächst ein Zwischenstadium, bei dem die für die Klettertätigkeit verwendeten Klettergeräte vom Kletterseil 14 gelöst worden sind. Das freie Ende 14B des Kletterseiles 14 wird anschließend durch Ziehen am anderen Ende 14A über die Umlenkrolle 12 gezogen. Ein weiteres Ziehen am Seilende 14A bewirkt, dass sich das Ende 14B des Kletterseiles 14, welches mit einer Verdickung in Form einer Seilöse oder eventuell alternativ mit einem in dieser Darstellung nicht gewählten Karabinerhaken versehen ist, in der zweiten Durchgreiföffnun 19 des Sperrgliedes 16 verhakt.

Ein weiteres Ziehen am Kletterseilende 14A führt dazu, dass über das Zwischenglied 15 das Gehäuse 8, sofern nicht schon zwischenzeitlich geschehen, in die Löseposition gedreht wird, wobei weitere Zugkräfte am Seilende 14A dazu führen, dass sich die durch das Aufhängeglied 11 sowie die Umlenkrolle 12 gebildete Umlenkvorrichtung durch die erste Durchgreiföffnung 6 des Haltegliedes 5 hindurchzieht.

Dieses Stadium ist in der 4 verdeutlicht. Es ist leicht anschaulich, dass weitere Zugkräfte am Seilende 14B über das Zwischenglied 15 sowie das Gehäuse 8 ein Herabziehen des Befestigungselementes 2 über den Ast bewirken, was zu einem Herabfallen der gesamten Vorrichtung auf den Boden führt. Sollten zwischen Ast und darüber gelegtem Befestigungselement 2 zu große Reibungskräfte herrschen, so kann auf Grund der Zugkräfte am Kletterseilende 14B zunächst auch das Gehäuse 8 entlang des Seilendes 2A bis zu dem an dessen Ende befindlichen Knoten 26 herabgezogen werden, bevor letztendlich das Befestigungselement 2 vom Ast gelöst wird. Dies ist jedoch für die Funktion des Lösevorganges unbedeutend.

Wie aus den obigen Ausführungen deutlich wird, ist eine Aufhängevorrichtung für ein Kletterseil geschaffen worden, die auf Grund ihrer speziellen Umlenkvorrichtung geringstmögliche Reibungskräfte sicherstellt, die auf Grund ihres im Gehäuse 8 angeordneten Klemmmechanismus eine problemlose Verkürzung der Halteschlaufe des Befestigungselementes 2 bis hin zum unmittelbaren Umgreifen der Schlaufe an einem Ast, Stämmling oder dergleichen ermöglicht, und die darüber hinaus nach Beendigung der Klettertätigkeit ein Herauslösen der Aufhängevorrichtung aus einer Baumkrone oder einem sonstigen künstlichen Aufhängepunkt durch die mittlerweile am Boden befindliche kletternde Person gewährleistet.

1 – Aufhängepunkt 2 – Befestigungselement 2A – Seilende 3 – freies Ende 4 – Öse 5 – erstes Halteglied 6 – erste Durchgreiföffnung 7 – Halteglied 8 – Gehäuse 9 – Klemmmechanismus 10 – Umlenkvorrichtung 11 – Aufhängeglied 12 – Umlenkrolle 13 – Schäkel 14 – Kletterseil 15 – Zwischenglied 16 – Sperrglied 17 – Umlenkpunkt 18 – Drehachse 19 – zweite Durchgreiföffnung 20 – Drehgelenk 21 – Durchbrechung 22 – Klemmbacke 23 – Drehachse 24 – Aufnahmenut 25 – Stämmling 26 – Knoten

Anspruch[de]
  1. Aufhängevorrichtung für ein Kletterseil in der Auf- und Abseilklettertechnik mit einem um einen hoch gelegenen Aufhängepunkt gelegten seilartigen Befestigungselement und einem ersten Halteglied, das an einem freien Ende des Befestigungselementes angeordnet ist und eine erste Durchgreiföffnung aufweist, und einem zweiten Halteglied mit einem Gehäuse mit einem darin angeordneten Klemmmechanismus für das andere nach unten führende Ende des Befestigungselementes, wobei das Befestigungselement innerhalb des Gehäuses (8) verschiebbar und durch eine Drehung desselben mittels des Klemmmechanismus in eine Löse- und eine Klemmposition relativ zum Gehäuse bringbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass im Randbereich des Gehäuses (8) eine Umlenkvorrichtung (10) mit einem Aufhängeglied (11) und einer daran drehbar gelagerten Umlenkrolle (12) vorgesehen ist, über die das Kletterseil (14) geführt ist, am Gehäuse (8) mittels eines Zwischengliedes (15) ein Sperrglied (16) festgelegt ist, das die zweite Durchgreiföffnung (19) aufweist, die im Querschnitt nur geringfügig größer bemessen ist als der Querschnitt des Kletterseiles (14) und dass die erste Durchgreiföffnung (6) des ersten Haltegliedes (5) in ihrer Größe so bemessen ist, dass alle Elemente der Umlenkvorrichtung (10) die erste Durchgreiföffnung (6) passieren können.
  2. Aufhängevorrichtung für ein Kletterseil in der Auf- und Abseilklettertechnik nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das am Gehäuse (8) festgelegte, mit der Umlenkrolle (12) verbundene Aufhängeglied (11) in einem Drehgelenk (20) gelagert ist, wobei das Drehgelenk (20) am Gehäuse (8) so asymmetrisch angeordnet ist, dass bei Zugbeanspruchung des über die Umlenkrolle (12) geführten Kletterseiles (14) sich das Gehäuse (8) in der die Klemmposition der Klemmvorrichtung bewirkenden Drehposition befindet.
  3. Aufhängevorrichtung für ein Kletterseil in der Auf- und Abseilklettertechnik nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Klemmvorrichtung eine im Wesentlichen halbkreisförmig ausgebildete Klemmbacke (22) aufweist, welche mittels einer mittig innerhalb der Klemmbacke (22) angeordneten Drehachse (23) im Gehäuse (8) gelagert ist, wobei an der die Klemmbacke (22) begrenzenden geraden, zum Gehäuseinnern gerichteten Seitenwandung eine Aufnahmenut (24) für das die Klemmvorrichtung durchlaufende seilartige Befestigungselement (2) angeordnet ist, welche zusammen mit einer im Gehäuse (8) vorhandenen mittigen Durchbrechung (21) eine erste Durchgreiföffnung (6) für das seilartige Befestigungselement (2) bildet.
  4. Aufhängevorrichtung für ein Kletterseil in der Auf- und Abseilklettertechnik nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Zwischenglied (15) zur Festlegung des Sperrgliedes (16) am Gehäuse (8) als flachbandförmiges Textilband ausgebildet ist.
  5. Aufhängevorrichtung für ein Kletterseil in der Auf- und Abseilklettertechnik nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Aufhängeglied (11) für die daran drehbar gelagerte Umlenkrolle (12) als flachbandförmiges Textilband ausgebildet ist.
  6. Aufhängevorrichtung für ein Kletterseil in der Auf- und Abseilklettertechnik nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Sperrglied (16) als lösbarer Schraubschäkel gestaltet ist.
Es folgen 5 Blatt Zeichnungen






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com