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Dokumentenidentifikation DE10224009B4 22.07.2004
Titel Verfahren zur Zerkleinerung von Material, insbesondere von Erzen, und Wälzmühle zur Durchführung des Verfahrens
Anmelder Loesche GmbH, 40549 Düsseldorf, DE;
Anglo American Research Laboratories (Pty.) Ltd., Johannesburg, ZA
Erfinder Meyer, Udo, Krugersdorf, SA;
Felipe, Carlos, Ontario, CA;
Smit, Jan Tjeerd, Johannesburg, SA;
Viljoen, Richard Michael, Lützville, SA
Vertreter Weber & Heim Patentanwälte, 81479 München
DE-Anmeldedatum 29.05.2002
DE-Aktenzeichen 10224009
Offenlegungstag 08.01.2004
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 22.07.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 22.07.2004
IPC-Hauptklasse B02C 15/04
IPC-Nebenklasse B02C 23/22   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Zerkleinerung von Material, insbesondere von Erzen, gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 und eine Wälzmühle gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 9.

Die Erfindung ist insbesondere für Erze, welche Edelmetalle, beispielsweise Platin und Platinmetalle, enthalten, deren Herstellung eine relativ aufwändige Aufbereitung mit einer Konzentrierung, beispielsweise durch Flotation, und Trennungsgänge erfordert, vorgesehen.

Es ist bekannt, Erze und Mineralien, welche aus dem Abbau als Schüttgut in einem Korngrößenbereich von beispielsweise 400 mm bis 35 mm vorliegen, in mehreren Schritten zu einem Mahlprodukt zu zerkleinern, welches maximal 20% Feingut <1 mm und 80 bis 100% Mahlgut <8 mm enthält. In einem ersten Schritt wird mit Hilfe einer Brechervorrichtung das Aufgabegut von ca. 400 mm auf ca. 65 mm Korngröße zerkleinert. Dieses vorgebrochene Mahlgut wird einer zweiten Zerkleinerung in einer Walzenmühle bzw. Rollenpresse zugeführt und weiter zerkleinert.

Es hat sich gezeigt, dass mit dem bekannten Verfahren ein relativ hoher Anteil Feingut und besonders fein gemahlene Partikel produziert werden, welche die nachfolgenden Aufbereitungsprozesse, insbesondere die Flotation, nachteilig beeinflussen und die Herstellungskosten erhöhen.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Zerkleinerung von Material, insbesondere von Erzen und Mineralien, zu schaffen, welche eine kostengünstige Zerkleinerung ermöglichen und zu einer Optimierung der nachfolgenden Aufbereitungsverfahren und Reduzierung der Herstellungskosten der aus den Erzen und Mineralien zu gewinnenden wertvollen Bestandteile führen.

Erfindungsgemäß wird die Aufgabe in Bezug auf das Zerkleinerungsverfahren durch die Merkmale des Anspruchs 1 und in Bezug auf die Vorrichtung durch die Merkmale des Anspruchs 9 gelöst. Zweckmäßige und vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen und in der Figurenbeschreibung enthalten.

Ein Grundgedanke der Erfindung kann darin gesehen werden, die Zerkleinerung von Erzen und Mineralien in einer Wälzmühle durchzuführen und diese derart zu modifizieren, dass eine Zerkleinerung ohne bzw. mit einer geringstmöglichen Einleitung von Scherkräften erfolgt.

Es wurde durch Versuchsmahlungen festgestellt, dass mit einer Wälzmühle, insbesondere mit einer Luftstrom-Wälzmühle vom Loesche-Typ, in welcher eine nichtscherende Vermahlung durchgeführt wird, ein Mahlgut produziert werden kann, welches überraschenderweise einen besonders geringen Feingutanteil aufweist.

Die Vorteile eines derartigen Mahlproduktes zeigen sich in den nachfolgenden Aufbereitungsprozessen und insbesondere in der Flotation, welche effektiver und kostengünstiger durchführbar ist. Des Weiteren hat sich gezeigt, dass die erfindungsgemäße scherkräftefreie Vermahlung mit einem geringerem Energieverbrauch und Verschleiß der Mahlbahn und der Mahlwalzen der Wälzmühle verbunden ist.

Es ist von Vorteil, dass eine nichtscherende Zerkleinerung durch Mahlwalzen, beispielsweise zwei einander gegenüberliegend angeordnete Mahlwalzen, erfolgen kann, welche in einer reinen Rollbewegung auf dem von dem zu zerkleinernden Material auf einer Mahlbahn eines Mahltellers oder einer Mahlschüssel abrollen, so dass im Wesentlichen nur Druckkräfte, jedoch keine oder nur minimale Scherkräfte auf das Mahlbett einwirken. Indem die Zerkleinerung durch Druckkräfte erfolgt, wird die Bildung von Fein- und Feinstgut verhindert und ein Mahlprodukt geschaffen, welches zu einer Optimierung der nachfolgenden Bearbeitungsprozesse und zu einer Senkung der Herstellungskosten für die zu gewinnenden Stoffe führt.

Es wurde gefunden, dass eine scherkräftefreie Zerkleinerung in einer Wälzmühle durchgeführt werden kann, wenn die Mahlwalzen synchron zu dem rotierenden Mahlteller bzw. der Mahlbahn abrollen und der Walzenweg mit dem Mahlbahnweg des rotierenden Mahltellers übereinstimmt.

Es wird eine reine Rollbewegung und eine scherkräftefreie Vermahlung mit einer Wälzmühle erreicht, welche entsprechend ausgebildete und mit einem definierten Abstand zu dem Mahlteller bzw. zu der Mahlbahn angeordnete Mahlwalzen aufweist.

Eine reine Rollbewegung und eine scherkräftefreie Zerkleinerung bzw. eine Zerkleinerung mit einem minimalen Scherkräfteeintrag in das Mahlbett wird vorteilhaft dadurch erreicht, dass die Mahlwalzen derart angeordnet sind, dass die verlängerten Walzenachsen mit der vertikalen Mühlenachse einen Schnittpunkt bilden, welcher in Höhe der Oberfläche des Mahlbettes liegt und eine gedachte Horizontale der Mahlbettoberfläche schneidet.

Zweckmäßigerweise sind die Mahlwalzen konisch ausgebildet und derart angeordnet, dass die Mantelfläche jeder Mahlwalze und die Oberfläche des Mahltellers bzw. der Mahlbahn horizontal und parallel zueinander verlaufen.

Eine Anordnung von Walzen zur Erreichung einer reinen Rollbewegung ist aus der EP 0 406 644 B1 und DE 42 02 784 A1 bekannt. Bei diesen Walzen handelt es sich jedoch um Vorverdichtungswalzen, welche zur Verdichtung und Homogenisierung des Mahlbettes jeweils vor den Mahlwalzen angeordnet sind. Die Vorverdichtwalzen liegen zur Präparierung des Mahlbettes allein mit ihrem Eigengewicht, gegebenenfalls mit Hilfe eines Federdämpfungssystems, auf dem Mahlbett auf und sind an der Zerkleinerungsarbeit nicht beteiligt. Außerdem wird die reine Rollbewegung der Vorverdichtwalzen dadurch erreicht, dass die Achsen der Vorverdichtwalzen in Verlängerung einen Schnittpunkt mit der vertikalen Drehachse des Mahltellers in der Ebene der Mahlbahn, jedoch nicht in der Ebene des Mahlbettes bilden. Die Mahlwalzen der in den vorgenannten Druckschriften beschriebenen Luftstrom-Wälzmühlen sind dagegen derart angeordnet, dass Scherkräfte in das Mahlbett eingetragen werden und ein Mahlprodukt mit einem hohen Feingutanteil erzeugt wird.

Dagegen soll mit dem erfindungsgemäßen Verfahren und der erfindungsgemäßen Wälzmühle ein möglichst feingutfreies oder zumindest feingutarmes Mahlprodukt hergestellt werden, welches eine vorteilhafte, störungsfreie Weiterbearbeitung gewährleistet.

Es wurde gefunden, dass Wälzmühlen mit entsprechend geformten bzw. dimensionierten und angeordneten Mahlwalzen eine scherkräftefreie Vermahlung und Erzeugung eines Mahlproduktes in der gewünschten Korngrößenverteilung gewährleisten, wenn ein Mahlbett mit einer Mahlbetthöhe im Bereich von, 1 mm bis 150 mm eingestellt wird.

Es liegt im Rahmen der Erfindung, die reine Rollbewegung der Mahlwalzen und den erfindungsgemäßen Schnittpunkt der Mahlwalzenachsen mit der vertikalen Mühlenachse und der Horizontalen der Mahlbettoberfläche mit Hilfe von entsprechend dimensionierten Mahlwalzen und/oder mit in einem entsprechenden Neigungswinkel angeordneten Mahlwalzen zu erreichen.

Grundsätzlich kann die Wälzmühle als eine Überlaufmühle ausgebildet sein. Das durch eine reine Rollbewegung der Mahlwalzen zerkleinerte Mahlprodukt gelangt dann, gegebenenfalls mit entsprechenden Austragsvorrichtungen, über den Staurand des Mahltellers und wird einer nachfolgenden Klassierung, beispielsweise Sieben oder Sichtern, zugeführt.

Vorteilhaft kann die erfindungsgemäße Zerkleinerung in einer Luftstrom-Wälzmühle, insbesondere vom Loesche-Typ durch geführt werden, bei welcher ein Sichter in das Mühlengehäuse integriert ist und nicht genügend zerkleinertes Material auf den Mahlteller zurückgeführt wird, während das Mahlprodukt in der gewünschten Korngrößenverteilung im Fluidstrom ausgetragen wird.

Die im Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen Zerkleinerungsverfahren und der erfindungsgemäßen Wälzmühle nicht näher beschriebenen Parameter und konstruktiven Angaben können in der herkömmlichen Weise ermittelt werden.

Die Erfindung wird nachstehend anhang einer Zeichnung weiter erläutert; in dieser zeigt:

1 einen prinzipiellen Aufbau einer Luftstrom-Wälzmühle,

2 eine erfindungsgemäße Wälzmühle mit zwei Mahlwalzen;

3 eine schematische Darstellung des erfindungsgemäßen Verfahrens anhand einer ausschnittsweise dargestellten Wälzmühle;

4 eine schematische Darstellung des erfindungsgemäßen Verfahrensprinzip anhand unterschiedlich angeordneter Mahlwalzen;

5 eine schematische Darstellung des erfindungsgemäßen Verfahrens anhand von unterschiedlich geneigten Mahlwalzen und

6 eine schematische Darstellung des Verfahrens anhand unterschiedlich dimensionierter Mahlwalzen.

1 zeigt eine Wälzmühle 2, welche als Luftstrom-Wälzmühle ausgebildet ist und oberhalb eines Mahlraumes 20 mit einem rotierenden Mahlteller 3, einer Mahlbahn 4 und Mahlwalzen 5 einen Sichtraum 22 mit einem Sichter 23 aufweist. Der Mahlteller 3, welcher auch als Mahlschüssel bezeichnet werden kann, wird von einem Antrieb 24 angetrieben und rotiert um eine vertikale Mühlenachse 12. Mahlgut (nicht dargestellt) wird von oben oder auch von der Seite zugeführt und zwischen dem Mahlteller 3 und den federnd angepressten Mahlwalzen 5 zerkleinert. Die Mahlwalzen 5 sind konisch ausgebildet und in einem vorgebbaren Abstand oberhalb des Mahltellers 3 bzw. der Mahlbahn 4 angeordnet. Die federnde Anpressung erfolgt über einen Schwinghebel 25 und eine damit zusammenwirkende Hydraulikzylindereinrichtung 26.

Die Mahlwalzen 5 rotieren um eine Mahlwalzenachse 15, wobei sie allein durch Reibschluss mit dem Mahlteller 3 bzw. dem durch das zu zerkleinernde Material gebildete Mahlbett (nicht dargestellt) abrollen. Über einen Zufuhrkanal 27 wird ein Fluid, insbesondere Luft, zugeführt und gelangt über einen Düsenkranz 28 in den Mahlraum. Über einen Staurand 14 abgeschleudertes Grobkorn und das fertig zerkleinerte Mahlprodukt gelangen als Mahlgut-Fluid-Gemisch 29 in den Sichtraum 22. Grobkorn wird im Sichter 23 abgewiesen und gelangt wieder auf den Mahlteller 3, während das fertig zerkleinerte Mahlprodukt über einen Auslass 30 ausgetragen werden.

1 verdeutlicht, dass ein Schnittpunkt der verlängerten Walzenachsen 15 oberhalb des Mahltellers 3 und eines von den Mahlwalzen 5 verdichteten Mahlbettes (nicht dargestellt) liegt. Die Zerkleinerung erfolgt deshalb unter Einwirkung von Scherkräften und bewirkt einen hohen Anteil an Fein- und Feinstgut im Mahlprodukt. Eine derartige Vermahlung wirkt sich nachteilig auf die erforderlichen Energiekosten sowie auf den Verschleiß, insbesondere der Mahlwalzen 5 und der Mahlbahn 4 des Mahltellers 3 aus.

Bei der Vermahlung von Erzen mit hochwertigen Bestandteilen, beispielsweise von Platinerzen, Chromerzen, Nickel- und Zinkerzen, kann der hohe Zerkleinerungsgrad und/oder hohe Anteil an Feinstgut zu einer Beeinträchtigung der nachfolgenden Verarbeitungsprozesse, beispielsweise der Flotation und Ausschlämmverfahren, führen und dadurch die Herstellungskosten erhöhen.

2 zeigt in einem Ausschnitt eine erfindungsgemäße Wälzmühle 2. Diese Wälzmühle 2 kann analog zur 1 als Luftstrom-Wälzmühle oder auch als Überlaufmühle ausgebildet sind. Wesentlich sind Ausbildung, Anordnung sowie Dimensionierung und Neigung bzw. Konizität der Mahlwalzen 5 in Relation zur Größe des Mahltellers 3 bzw. zum Radius rM der Mahlbahn 4, welche derart aufeinander abgestimmt sind, dass die Mahlwalzen 5 in einer reinen Rollbewegung abrollen und ein feingutarmes bzw. feingutfreies Mahlprodukt durch eine scherkräftefreie Vermahlung produziert wird.

2 und 3 verdeutlichen eine bevorzugte Anordnung und Ausbildung der Mahlwalzen 5. Um die Einleitung von Scherkräften zu vermeiden und eine reine Rollbewegung der Mahlwalzen 5 mit Einleitung von Druckkräften auf das Mahlbett 7 zu erreichen, sind die Mahlwalzen 5 derart ausgebildet und mit einem Neigungswinkel &agr; angeordnet, dass von den Walzenachsen 15, der vertikalen Mühlenachse 12 und einer Horizontalen 8 in Höhe Hm der Oberflächenebene des Mahlbettes 7 ein Schnittpunkt P gebildet ist.

Es wurde in Versuchen in einer Labormühle, welche gemäß 2 und 3 ausgebildet war, festgestellt, dass bei gleichem Aufgabegut und im Übrigen gleichen Parametern mit einer den Bedingungen gemäß 2 und 3 entsprechenden Ausbildung des Schnittpunktes P ein Mahlprodukt mit erheblich geringerem Feinstgut bzw. ein nahezu feingutfreies Mahlprodukt erreicht werden konnte.

Durch die in 3 gezeigte reine Rollbewegung mit einer synchronen Geschwindigkeit des Mahltellers 3 bzw. der Mahlbahn 4 und der Mahlwalzen 5 wurde bei einem Aufgabegut mit der Korngrößenverteilung von 90% > 75 &mgr; ein Mahlgut erreicht, welches im Vergleich zu dem Mahlprodukt bei herkömmlicher Anordnung der Mahlwalzen und Einleitung von Scherkräften wesentlich weniger Feingut mit einer Partikelgröße < 30 &mgr; enthält.

Durch vergleichende Mahlverfahren in einer Labormühle wurde festgestellt, dass bei gleichem Aufgabegut der Energieverbrauch bei der erfindungsgemäßen Mahlung bis etwa 40% geringer ist als bei dem herkömmlichen Mahlprozess.

3 veranschaulicht die reine Rollbewegung der Mahlwalzen 5 auf dem von dem zu zerkleinernden Mahlgut gebildeten Mahlbett 7, der Höhe Hm, die Einleitung von Scherkräften und die synchronen Geschwindigkeiten von Mahlbahn 4 und Mahlwalze 5.

Die 4 bis 6 zeigen die Möglichkeiten, um Wälzmühlen zur Durchführung einer scherkräftefreien Vermahlung zu modifizieren.

4 veranschaulicht gleichzeitig das erfindungsgemäße Verfahrensprinzip, indem durch eine Größenänderung des Mahltellers 3 und einer damit einhergehenden Änderung des Mahlbahnradius rM eine reine Rollbewegung einer gleichen Mahlwalze 5 und dadurch eine scherkräftefreie Zerkleinerung erreicht werden kann. Die reine Rollbewegung ohne Gleitbewegung wird dadurch erreicht, dass Differenzgeschwindigkeiten bzw. Differenzen zwischen dem Walzenweg und dem Mahlbahnweg, welche bei einem zu geringen Mahlbahnradius rM1 und rM2 der rechten und mittleren Mahlwalze 5 der 3 auftreten, vermieden werden. Erst bei einem Mahlbahnradius rM3 schneidet die Mahlwalzenachse 15 die Horizontale 8 der Mahlbettoberfläche im Bereich der Mühlenachse 12.

5 zeigt eine weitere Möglichkeit, eine scherkräftefreie oder scherkräftearme Zerkleinerung in einer Wälzmühle durchzuführen. Während die auf der linken Seite dargegestellte Mahlwalze 5 aufgrund ihrer Ausbildung und des Neigungswinkels &agr; mit ihrer Walzenachse 15 die Mühlenachse 12 in einem deutlichen Abstand oberhalb des Mahlbettes 7 schneidet, ist die rechte Mahlwalze 5 für eine scherkräftefreie Vermahlung angeordnet und ausgebildet. Der Neigungswinkel &agr; ist geringer bzw. die Konizität der Mahlwalze 5 verändert, so dass die Walzenachse 15 der rechten Mahlwalze 5 die Mühlenachse 12 im Bereich einer Horizontalen 8 der Oberflächenebene des Mahlbettes 7 im Punkt P schneidet.

6 zeigt eine weitere Möglichkeit für die Ausbildung einer Mahlwalze für eine scherkärftefreie Vermahlung. Die linke Mahlwalze 5 ist dabei wieder in der herkömmlichen Weise für eine scherende Zerkleinerung angeordnet und ausgebildet. Die rechte Mahlwalze 5 dient dagegen der scherkräftefreien Vermahlung und weist zwecks Ausbildung des Schnittpunktes P in Höhe Hm des Mahlbettes 7 einen geänderten, nämlich geringeren Walzendurchmesser bzw. einen veränderten Neigungswinkel &agr; auf.

Die 4 bis 6 zeigen, dass durch eine Änderung bzw. Anpassung der Mahlwalzen- und Mahltellergeometrie in Verbindung mit einer entsprechenden Mahlbetthöhe eine scherkräftefreie Vermahlung durchgeführt werden kann.


Anspruch[de]
  1. Verfahren zur Zerkleinerung von Material, insbesondere von Erzen, bei welchem das Material als Schüttgut einer Walzmühle (2) zugeführt und mit Hilfe von Mahlwalzen (5), welche auf einer Mahlbahn (4) eines Mahltellers (3) abrollen, zerkleinert und ausgetragen wird, dadurch gekennzeichnet, dass das zugeführte Material in der Walzmühle (2) einer scherkräftfreien Mahlung unterzogen und zu feingutarmen bis feingutfreiem Mahlgut zerkleinert wird, wobei ein Mahlbett (7) mit einer einstellbaren Höhe Hm im Bereich zwischen 1 mm und 150 mm eingestellt wird und die Mahlwalzen (5) derart dimensioniert und angeordnet werden, dass von den verlängerten Walzenachsen (15) sowie von der vertikalen Mühlenachse (12) und einer Horizontalen (8) in Höhe Hm des Mahlbettes (7) ein gemeinsamer Schnittpunkt P gebildet wird.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Mahlwalzen (5) derart dimensioniert und angeordnet werden, dass sie einen Mahlbahnradius rM aufweisen, bei welchem keine Differenzgeschwindigkeiten zwischen dem großen und kleinen Walzendurchmesser entstehen.
  3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das zuzuführende Material nach einer Vorzerkleinerung und Klassierung in der Wälzmühle (2} scherkräftefrei zerkleinert wird.
  4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das zuzuführende Material ein Erz mit einer Aufgabekorngröße im Bereich von 400 mm bis 35 mm ist.
  5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das in der Wälzmühle (2) scherkräftefrei zerkleinerte, feingutarme bis feingutfreie Mahlgut in nachgeschalteten Sieben, Sichtsystemen, Flotationsapparaten, Hydrozyklonen klassiert wird.
  6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Material in einer Luftstrom-Wälzmühle scherkräftefrei zerkleinert und in einem Mahlgut-Fluidstrom (29) einem in die Wälzmühle (2) integrierten Sichter (23) zugeführt wird, in welchem nicht genügend zerkleinertes Grobkorn abgetrennt und einer erneuten Zerkleinerung zugeführt wird und aus welchem das feingutarme bis. feingutfreie Mahlgut im Fluidstrom ausgetragen wird.
  7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Material in einer als Überlaufmühle ausgebildeten und mit einem entsprechenden Staurand und Austragseinrichtungen versehenen Wälzmühle scherkräftefrei zerkleinert und das über den Staurand überlaufende Mahlgut von dem nicht genügend zerkleinerten Material getrennt und weiter aufbereitet wird.
  8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als Material ein Erz, wie Platinerz, Nickelerz, Zinkerz, Chrom- und Eisenerz, in der Wälzmühle scherkräftefrei zerkleinert und nachfolgend weiter aufbereitet wird.
  9. Wälzmühle zur Zerkleinerung von Material, insbesondere zur Aufbereitung von Erzen, zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 8, mit einem um eine vertikale Mühlenachse (12) rotierenden, horizontalen Mahlteller (4) und stationären, drehbar gelagerten Mahlwalzen (5), welche federnd gegen ein auf dem Mahlteller (3) von dem zu zerkleinernden Material gebildetes Mahlbett (7) anpressbar sind und auf diesem abrollen, dadurch gekennzeichnet, dass die Mahlwalzen (5), welche konisch ausgebildet sind, derart dimensioniert und angeordnet sind, dass von den verlängerten Walzenachsen (15) sowie von der vertikalen Mühlenachse (12) und einer Horizontalen (8) in Höhe Hm des Mahlbettes (7) ein gemeinsamer Schnittpunkt P gebildet ist, wobei die Mahlwalzen (5) mit einer reinen Rollbewegung auf dem von dem zu zerkleinernden Material gebildeten Mahlbett (7) abrollen und in einer scherkräftefreien Zerkleinerung oder einer Zerkleinerung mit einem minimalen Scherkräfteeintrag ein feingutfreies oder feingutarmes Mahlgut herstellbar ist.
  10. Wälzmühle nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Mantelflächen der Mahlwalzen (5) und die Oberfläche des Mahltellers (3) bzw. der Mahlbahn (4) jeweils horizontal und parallel zueinander verlaufen.
  11. Wälzmühle nach einem der Ansprüche 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass ein Mahlbett (7) mit einer Höhe Hm im Bereich zwischen 1 mm und 150 mm einstellbar ist.
  12. Wälzmühle nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass durch eine Änderung der Konizität und/oder des Walzenradius und/oder des Neigungswinkels &agr; der Mahlwalzen (5) der Schnittpunkt P in Höhe Hm des Mahlbettes (7) einstellbar ist.
  13. Wälzmühle nach einem der Ansprüche 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass durch Änderung des Mahlbahnradius rM der Schnittpunkt P in Höhe Hm des Mahlbettes (7) einstellbar ist.
  14. Wälzmühle nach einem der Ansprüche 9 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass durch Änderung der Höhe Hm des Mahlbettes (7) der Schnittpunkt P einstellbar ist.
  15. Wälzmühle nach einem der Ansprüche 9 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass sie als eine Überlaufmühle ausgebildet ist,
  16. Wälzmühle nach einem der Ansprüche 9 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass sie als eine Luftstrom-Wälzmühle ausgebildet ist und einen integrierten Sichter (23) aufweist.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






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