Diese Erfindung betrifft Verfahren zur Entfärbung von Zuckersirupen,
insbesondere zur Entfärbung von Zuckersirupen unter Verwendung funktionalisierter
Adsorber enthaltend schwach-saure Kationen-Austauschergruppen oder schwach-basische
Anionen-Austauschergruppen.
Die Entfärbung von wässrigen Zuckersirupen, abgeleitet von Getreide,
Rüben sowie Zuckerrohr fußt traditionell auf der Verwendung kohlenstoffhaltiger
Adsorber wie etwa Knochenkohle oder gepulverten und körnigen Aktivkohlen. Obwohl
diese kohlenstoffhaltigen Materialien selbst billig sind, neigen die Verfahren welche
diese anwenden dazu, teure Vorrichtungen und intensive Arbeitsanstrengung zu erfordern.
In einem typischen industriellen Entfärbungsverfahren wird gepulverter Kohlenstoff
in einem satzweisen Adsorptionsverfahren verwendet. Nach der Entfärbung muss der
Zuckersirup in einem separaten Schritt gefiltert werden, um den Kohlenstoff für
die Rückgewinnung und Regenerierung zu entfernen. In einem kontinuierlichen Verfahren
läuft der Zuckersirup durch Betten aus gekörnter Aktivkohle für die Entfärbung;
periodisch wird ein Teil des Kohlenstoffbettes für die Regenerierung entfernt, und
dieser Kohlenstoff wird entweder durch regenerierten oder neuen Kohlenstoff ersetzt.
Die Kohlenstoffregenerierung ist ein Hochtemperaturprozess, der Brennstoff für den
Regenerationsofen benötigt, und die Kohlenstoffverluste während der Regeneration
können bis zu 10 Gew.-% erreichen. Auch zerstört die thermische Regenerierung die
Farbkörper, welche während der Entferung entfernt werden, was deren Wiedergewinnung
für Studien- oder andere Zwecke verhindert.
Für die Entfärung von Zuckersirup wurden Ionenaustauscher vorgeschlagen;
diese erlauben eine kontinuierliche Verwendung der Behandlungssäule und eine in-situ-Regeneration
unter Verwendung einfach verfügbarer Chemikalien wie etwa Lauge und Säure, und deren
lange Betriebszeit, die günstige Geräteausstattung sowie Handhabbarkeit, verglichen
mit Kohlenstoff, gleicht in den meisten Fällen deren höhere Anfangskosten aus. Leider
haben Ionenaustauscher eine geringe Kapazität zur Adsorbierung von Farbkörpern aus
der Lösung im Vergleich zu Kohlenstoff, und sie erfordern viel größere Mengen an
Regenerationsmitteln, um die Farbkörper zu entfernen im Vergleich zur Entfernung
typischer ionischer Spezies. Außerdem entfernen Ionenaustauscher Verunreinigungen
wie etwa HMF (5-Hydroxymethyl-2-furfural) nicht wirksam, welches die Farbe von Zuckersirupen
beim Stehen und weiteren Verarbeiten erhöht.
Die US-Patente Nr. 4 950 332 und 5 416 124 schlagen die Verwendung
synthetischer polymerer funktionaler Adsorber vor, die durch Aufquellen eines porösen
Styrol/Divinylbenzol-Copolymers in einem aufquellenden Lösungsmittel, Zusetzen von
Chlormethyl-Gruppen zum Polymer via Chlormethylierungsreaktion und nachfolgendes
Vernetzen der aufgequollenen Struktur mit Methylen-Gruppen in Gegenwart eines Friedel-Crafts-Katalysators
hergestellt werden, um eine Makronetzstruktur zu bilden, die bestehen bleibt, wenn
das Lösungsmittel entfernt wird. Die Makronetzstruktur enthält jedoch eine große
Menge von Mikroporosität, vergleichbar mit der von Aktivkohle, und wie das oben
genannte US-Patent 5 416 124 zeigt, wird erwartet, dass die Mikroporosität die Adsorptionskapazität
erhöht, aber die Adsorptions- und Regenerationskinetik verschlechtert.
Die vorliegende Erfindung versucht, die mit den Verfahren zur Entfärung
von Zuckersirupen des Standes der Technik verbundenen Probleme zu überwinden, indem
ein funktionalisiertes Adsorbens verwendet wird, das eine Kombination von Eigenschaften
aufweist, die in bisher verfügbaren Adsorbern nicht vorhanden sind, d. h. ein hoher
Gehalt an Mesoporosität und Makroporosität für gute Adsorptionskinetik, Stabilität
und leichte Regenerierung, sowie eine hohe Adsorptionskapazität ohne die Gegenwart
von Mikroporosität.
Zusammenfassung der Erfindung
Gemäß einem ersten Gesichtspunkt der vorliegenden Erfindung wird ein
Verfahren zur Entfärbung von Zuckersirup zur Verfügung gestellt, umfassend das Kontaktieren
von Zuckersirup enthaltend Farbkörper mit einem funktionalisierten Adsorbens, wobei
das Adsorbens ein hochvernetztes makroporöses Styrol-Copolymer umfasst, das mit
schwachionisierenden funktionellen Gruppen funktionalisiert ist, sowie nachfolgendes
Abtrennen des Zuckersirups von dem Adsorbens.
Gemäß einem weiteren Gesichtspunkt stellt die vorliegende Erfindung
ein Verfahren wie oben beschrieben zur Verfügung, worin die schwach-ionisierenden
funktionellen Gruppen schwach-basische Anionen-Austauschergruppen oder schwach-saure
Kationen-Austauschergruppen sind.
Detaillierte Beschreibung
Wie hier verwendet bezeichnet der Begriff „vernetzt" ein Polymer
oder Copolymer, das aus einem Monomer oder einer Mischung von Monomeren polymerisiert
wurde, welche mindestens 65 Gew.-% (%), basierend auf dem Gesamt-Monomergewicht,
an ungesättigtem Polyvinylmonomer enthält. Die hochvernetzten makroporösen
Styrolcopolymere, die bei der Herstellung von in der vorliegenden Erfindung verwendbaren
funktionalisierten Adsorbern verwendet werden, werden vorzugsweise aus einer Monomermischung
polymerisiert, die mindestens 75 Gew.-% ungesättigte Polyvinylstyrol-Monomere enthält.
Die hochvernetzten makroporösen Styrol-Copolymere sind vorzugsweise
kugelförmige Copolymer-Perlen (beads) mit Teilchendurchmessern von 10 Microns (&mgr;m)
bis 2 Millimetern (mm), wie diejenigen, die durch Suspensionspolymerisation hergestellt
werden, und sie besitzen vorzugsweise eine Oberfläche von mehr als 500 Quadratmetern
pro Gramm (m2/g) des Copolymers. Diese Copolymerkügelchen sind vorzugsweise
von der Art wie ursprünglich bei Meitzner et al. im US-Patent 4 382 124 beschrieben,
in dem Porosität in die Copolymerkügelchen eingebracht wird durch Suspensionspolymerisieren
dieser in Gegenwart eines Porogens, d. h. einem Lösungsmittel für das Monomer, welches
das Polymer nicht löst.
Die makroporösen Copolymere sind funktionalisiert, entweder mit einer
schwach-sauren funktionellen Gruppe wie etwa einer Karbonsäure-Gruppe, oder mit
einer schwach-basischen funktionellen Gruppe wie etwa einer primären, sekundären
oder tertiären Aminfunktion. Der Funktionalisierungsgrad kann von 0,1 Milliäquivalenten
pro Gramm (meq/g) bis 3,0 meq/g des trockenen Adsorbens reichen, vorzugsweise von
0,5 meq/g bis 1,5 meq/g des trockenen Adsorbens. Die bevorzugte Teilchengröße und
die Oberflächeneigenschaften der funktionalisierten Copolymere sind die gleichen
wie die ihrer makroporösen Copolymervorstufen. Wie hier verwendet, werden funktionalisierte
Copolymere, die im Verfahren der vorliegenden Erfindung verwendbar sind, als funktionalisierte
Adsorber bezeichnet, da sie die Farbkörper mittels eines Adsorptionsmechanismus
entfernen.
Die bei der Herstellung in der vorliegenden Erfindung verwendbarer
funktionalisierter Adsorber verwendeten Copolymere leiten ihre Oberfläche nicht
von Alkylenbrückenvernetzungen ab, die in einem aufgequollenen Copolymer nach der
anfänglichen Polymerisierung eingebracht wurden, d. h. sie sind keine "Makronet"-
oder "Hypervernetzten" Copolymere wie u. a. in den US-Patenten 4 263 407 und 5 416
124 oder bei Davankov, Reactive Polymers, Band 13, Seiten 27 bis 42, "Structure
and Properties of Hypercrosslinked Polystyrene – The First Representative
of a New Class of Polymer Networks" (Struktur und Eigenschaften hypervernetzten
Polystyrols – Der erste Vertreter der neuen Klasse von Polymernetzwerken)
beschrieben. Dementsprechend schließt der Begriff "makroporös" wie hier verwendet
derartige Makronetz-Copolymere aus.
Die im Verfahren der vorliegenden Erfindung verwendbaren funktionalisierten
Adsorber können einfach nach dem Kontakt mit und der Abtrennung von dem Zuckersirup
regeneriert werden. Vorzugsweise wird der Zuckersirup von dem funktionalisierten
Adsorbens mit Wasser entfernt, und besonders bevorzugt mit Wasser bei erhöhter Temperatur.
Unter Verwendung von Verfahren, die den Fachleuten bekannt sind, können die funktionalisierten
Adsorber nach deren Verwendung zur Entfärbung von Zuckersirupen regeneriert werden,
indem sie mit regenerierenden Reagentien in Kontakt gebracht werden; insbesondere
können die funktionalisierten Adsorber, welche Kationen-austauschende funktionelle
Gruppen enthalten, mit Säuren regeneriert werden, und die funktionalisierten Adsorber,
welche Anionen-austauschende funktionelle Gruppen enthalten, können mit Basen regeneriert
werden. Besonders bevorzugt kann jede Art von gebrauchtem funktionaliserten Adsorbens
durch Kontaktieren des funktionalisierten Adsorbens mit regenerierenden Reagentien
bei erhöhter Temperatur, Abtrennen jedes regenerierenden Reagens vom funktionalisierten
Adsorbens vor dem Einbringen des nächsten Reagens regeneriert werden, wobei die
regenerierenden Reagentien in der Reihenfolge, in der sie mit dem funktionalisierten
Adsorbens in Kontakt gebracht werden, sind: verdünnte Base, Wasser, verdünnte Säure
sowie Wasser.
Die geeigneten erhöhten Temperaturen zur Kontaktierung der gebrauchten
funktionalisierten Adsorber mit den regenerierenden Reagentien in diesem bevorzugteren
Regenerierungsverfahren liegen bei 50°C bis 100°C, vorzugsweise 55°C
bis 95°C und besonders bevorzugt von 60°C bis 90°C. Die als regenerierende
Reagentien verwendeten Säuren und Basen haben vorzugsweise eine Konzentration von
0,5 bis 15 Gew.-% und sind vorzugsweise wässrige Lösungen. Besonders bevorzugt liegt
die Konzentration der regenerierenden Reagentien von 1 bis 10% und insbesondere
bei 2 bis 6 Gew.-%.
Auch lediglich heißes Wasser kann als regenerierendes Reagens für
die funktionalisierten Adsorber verwendet werden. Das heiße Wasser, das zur Regenerierung
der funktionalisierten Adsorber verwendet wird, hat vorzugsweise eine Temperatur
von mindestens 70°C, besonders bevorzugt von mindestens 80°C und insbesondere
bevorzugt mindestens 90°C. Obwohl die Regenerierung mit heißem Wasser unter
Atmosphärendruck auf eine obere Temperaturgrenze von 100°C beschränkt ist, kann
dort, wo das heiße Wasser allein verwendet wird, für die Regenerierung des funktionalisierten
Adsorbens in besonders bevorzugter Weise Drücke von mehr als Atmosphärendruck verwendet
werden, bis zu 5 Atmosphären, und die Maximaltemperatur liegt bei 150°C, vorzugsweise
120°C. Die Beziehung zwischen der maximalen Temperatur des heißen Wasser und
des Drucks ist den Fachleuten gut bekannt. Ferner können unter Verwendung der oben
beschriebenen Regenerierungsverfahren die adsorbierten Farbkörper aus dem funktionalisierten
Adsorbens während der Regenerierung in einem im wesentlichen unveränderten Zustand,
abhängig von dem ausgewählten Regenerierungsmittel, eluiert werden, so dass das
Regenerationsverfahren diese für eine leichte Wiedergewinnung aufkonzentriert. Da
diese Farbkörper verschiedene Flavonoide und Polyphenole enthalten, von denen man
gegenwärtig annimmt, dass sie Bestandteile von Rotwein sind, die
für die Verringerung des Risikos von Herzerkrankungen verantwortlich sind, wird
erwartet, dass diese der Gegenstand von beträchtlichen Untersuchungen sein werden,
und einen beträchtlichen therapeutischen Wert darstellen können. Daher wird deren
leichte Aufkonzentrierung und Gewinnung nach der Regenerierung als ein weiterer
Vorteil des Verfahrens der vorliegenden Erfindung angesehen.
Das Verfahren der vorliegenden Erfindung kann entweder als satzweises
Verfahren ausgeführt werden, bei dem funktionalisiertes Adsorbens und Zuckersirup
miteinander vermischt werden, und nachfolgend filtriert werden, um sie zu trennen,
oder als ein kontinuierliches Verfahren, bei dem der Zuckersirup durch ein Bett
aus dem funktionalisierten Adsorbens durchgeleitet wird. Ein satzweises Verfahren
wird in den Beispielen 5 und 6 weiter unten veranschaulicht, während ein kontinuierliches
Verfahren unten in Beispiel 7 ausgeführt ist. Im satzweisen Verfahren liegen bevorzugte
Mengen des funktionalisierten Adsorbens bei 0,5 bis 25 Gew.-%, besonders bevorzugt
bei 1 bis 15 Gew.-%, basierend auf dem Gesamtgewicht des zu behandelnden Sirups.
In dem kontinuierlichen Verfahren liegen die Fließgeschwindigkeiten des zu behandelnden
Sirups vorzugsweise bei 0,1 bis 20 Bettvolumina (B. V.) pro Stunde, besonders bevorzugt
bei 0,5 bis 5 Bettvolumina pro Stunde, basierend auf dem Bettvolumen des funktionalisierten
Adsorbens. Die Konfiguration des funktionalisierten Adsorbens kann auf einfache
Weise durch den Fachmann ausgewählt werden, basierend auf bekannten Bettkonfigurationen
für kontinuierliche Behandlung von Sirupen, Wasser und ähnlichen Flüssigkeiten.
Das US-Patent Nr. 5 416 124 lehrt, dass ein hoher Gehalt an Mikroporosität
die Adsorptionskapazität der Adsorber bei kleinen Molekülen erhöht, wohingegen ein
hoher Gehalt an Makroporosität und Mesoporosität dazu wenig beiträgt, abgesehen
von verbesserter Adsorptionskinetik, und dass im Ergebnis Adsorbentien mit einer
Mesoporosität von mehr als 0,5 Kubikzentimetern pro Gramm (cm3/g) und
Mikroporosität von weniger als 0,15 cm3/g im Allgemeinen exzellente Adsorptionskinetiken,
aber schlechte Adsorptionskapazität aufweisen, wohingegen die makrovernetzten (Methylen-verbrückten)
Adsorbentien, die typischerweise eine Mesoporosität von weniger als 0,5 cm3/g
und eine Mikroporosität größer als 0,2 cm3/g aufweisen, dazu neigen,
höhere Kapazitäten, aber langsamere Kinetiken aufzuweisen.
Im Gegensatz zu dieser Lehre haben wir herausgefunden, dass die funktionalisierten
Adsorber, die in der vorliegenden Erfindung verwendbar sind, sehr niedrige Mikroporosität
und hohe Mesoporosität aufweisen, und keine Makronetzstruktur haben, eine gute Kapazität
für die Adsorption von Farbkörpern aus Zuckersirupen vereint mit guten Kinetiken
zeigen. Wir haben ferner beobachtet, dass die in der vorliegenden Erfindung verwendbaren
funktionalisierten Adsorber ein besseres Leistungsprofil bezüglich der Gesamtentfernung
der Farbkörper und der Farbkörpervorstufen (Materialien, die beim Erhitzen Farbe
erzeugen) ergeben als Harze mit einer Makronetzstruktur, die im Stand der Technik
für die Entfärbung von Zucker verwendet wurden. In der vorliegenden Erfindung verwendbare
funktionalisierte Adsorber ergeben ferner ein besseres Leistungsprofil bei der nachfolgenden
Regenerierung des funktionalisierten Adsorbens. In der vorliegenden Erfindung verwendbare
funktionalisierte Adsorber haben vorzugsweise eine Mikroporosität von 0 bis 0,2
cm3/g, besonders bevorzugt von 0 bis 0,1 cm3/g und insbesondere
bevorzugt von 0 bis 0,05 cm3/g; eine Mesoporosität von 0,5 bis 2 cm3/g,
besonders bevorzugt von 0,6 bis 1,8 cm3/g und insbesondere bevorzugt
von 0,8 bis 1,5 cm3/g; sowie eine Makroporosität von 0 bis 1 cm3/m.
Das Verfahren der vorliegenden Erfindung kann auch in Verbindung mit
Rohzuckerklärungsschritten, beispielsweise Ultrazentrifugation und Ultrafiltration,
wie in den US-Patenten Nr. 5 468 301 und 5 468 300 beschrieben, verwendet werden.
Das Verfahren der vorliegenden Erfindung ist nützlich bei der Entfärbung
wässriger Zuckersirupe, wobei die sichtbare Ästhetik des Sirups selbst und der aus
diesen Sirupen kristallisierte Zucker verbessert wird, und die Gewinnung von adsorbierten
Farbkörpern, wie etwa Flavonoiden und Polyphenolen, die, wie oben diskutiert, vermutlich
die Bestandteile des Rotweins sind, die für die Verringerung des Risikos von Herzerkrankungen
sind, und können daher einen beträchtlichen therapeutischen Wert aufweisen.
In den folgenden Beispielen sind alle verwendeten Reagentien von guter
Handelsqualität, sofern nicht anders angegeben, und alle Prozentsätze und Verhältnisse,
die hier angegeben sind, sind in Gew.-%, sofern nicht anders angegeben.
Beispiel 1
Dieses Beispiel zeigt die Herstellung eines im Verfahren der vorliegenden
Erfindung verwendbaren funktionalisierten Adsorbens.
In einen 2-Liter-, 4-Hals-Kolben mit einem Rückflusskühler, mechanischem
Rührer, Thermoelement und Stickstoffeinlass, der eine wässrige Lösung, hergestellt
durch Zusammenmischen von 400 g entionisiertem Wasser, 1,8 g Gelatine, 8 g Polyallyldimethylammoniumchlorid,
1,5 g 50%iger wässriger Hydroxidlösung und 2,1 g Puffer enthält, wurde eine Monomermischung,
enthaltend 198 g Divinylbenzol (80% Reinheit), 4 g Styrol, 470 g Toluol und 2 g
tert-Butylperoctoat zugesetzt. Unter Stickstoffatmosphäre wurde diese Mischung gerührt,
um das Monomer in einzelnen Tröpfchen zu halten, und während eines einstündigen
Zeitraums auf 70°C erhitzt. Die Monomere ließ man bei 70°C
12 Stunden lang polymerisieren, das Toluol wurde von den resultierenden Polymerkügelchen
durch Destillation entfernt, und die Kügelchen ließ man über Nacht in einem Ofen
bei 40°C trocknen. Die resultierenden makroporösen Polymerkügelchen wurden chlormethyliert
durch Umsetzen von 100 g der Polymerkügelchen mit einer Lösung von 285 g Chlorsulfonsäure,
72 g Methylal, 72 g Formaldehyd, 46 g Methanol, 86 g 32%ige wässrige Salzsäurelösung
und 24 g hydriertes Eisen(III)chlorid als Katalysator. Diese Mischung wurde auf
40°C unter Rühren erhitzt und bei dieser Temperatur 4 Stunden gehalten. Der
Ansatz wurde dann auf Raumtemperatur abgekühlt und Wasser wurde zugesetzt. Die Kügelchen
wurden unter Verwendung von verdünnter Lauge gewaschen. Die resultierende Kügelchenaufschlämmung
wurde anschließend in einen Druckreaktor überführt und durch Zusetzen von 100 Millilitern
(ml) Methylal und 50 ml 40%igem wässrigen Dimethylamins, Erhitzen auf 40°C und
Halten bei dieser Temperatur über 5 Stunden aminiert. Die Mischung ließ man dann
abkühlen und abdampfen, und das resultierende schwach-basisch funktionalisierte
Adsorbens wurde mit reichlichen Mengen 8%iger wässriger Salzsäure, gefolgt von reichlichen
Mengen Wasser gewaschen. Die Eigenschaften dieses funktionalisierten Adsorbens sind
in Tabelle 1 gezeigt.
Beispiel 2
Dieses Beispiel veranschaulicht die Synthese eines funktionalisierten
Adsorbens, hergestellt nach Anspruch 1, mit der Ausnahme, dass das Styrol weggelassen
wurde. Die Eigenschaften dieses ftinktionalisierten Adsorbens sind in Tabelle 1
gezeigt.
Beispiel 3
Dieses Beispiel veranschaulicht die Synthese eines funktionalisierten
Adsorbens mit einem höheren Funktionalisierungsgrad als diejenigen der Beispiele
1 oder 2, und wurde hergestellt gemäß Beispiel 1 mit der Ausnahme, dass das Styrol
weggelassen wurde. Die Eigenschaften dieses funktionalisierten Adsorbens sind in
Tabelle 1 gezeigt.
Beispiel 4
Dieses Beispiel veranschaulicht der Herstellung eines funktionalisierten
Adsorbens, enthaltend Methacrylanhydrid in der Monomermischung, und nachfolgendes
Hydrolysieren der Anhydridgruppen zu funktionellen Karbonsäuregruppen.
In einen 2-Liter-, 4-Hals-Kolben, ausgestattet mit Rückflusskühler,
mechanischem Rührer, Thermoelement und Stickstoffeinlass enthaltend eine wässrige
Lösung von 400 g entionisiertem Wasser, 1,8 g Gelatine, 8 g Polyallyldimethylammoniumchlorid,
1,5 g einer 50%igen wässrigen Natriumhydroxidlösung und 2,1 g Puffer oder eine Monomermischung
enthaltend 198 g Divinylbenzol (80% Reinheit), 4 g Methacrylsäureanhydrid, 470 g
Toluol, und 2 g tert-Butylperoctoat zugesetzt. Unter Stickstoffatmosphäre wurde
diese Mischung gerührt, um die gewünschte Teilchengröße zu erhalten und über einen
einstündigen Zeitraum auf 70°C erhitzt. Die Reaktionsmischung ließ man dann
12 Stunden bei 70°C polymerisieren; 20 g einer 50%igen wässrigen Natriumhydroxidlösung
wurden zugesetzt und das Toluol wurde von den resultierenden Polymerkügelchen durch
Destillation entfernt. Nach der Entfernung des Toluols ließ man die Kügelchen über
Nacht in einem Ofen bei 40°C trocknen. Das resultierende schwach-sauer funktionalisierte
Adsorbens wurde mit reichlichen Mengen an 8%iger wässriger Salzsäure, gefolgt von
reichlichen Mengen Wasser gewaschen. Die Eigenschaften dieses funktionalisierten
Adsorbens sind in Tabelle 1 gezeigt. Tabelle 1. Eigenschaften funktionalisierter Adsorbentien
MHC
Feuchtigkeitshaltekapazität (100-% Feststoffe)
TAEC
Gesamtanionenaustauschkapazität
CEC
Kationenaustauschkapazität
Porosimetrie wurde bestimmt unter Verwendung eines Micromeretics ASAP-2400
Stickstoffporosimeters.
Die Porosität ist unter Verwendung der folgenden IUPAC-Nomenklatur
angegeben:
Mikroporosität = Poren < 20 Ångstrom-Einheiten
Mesoporosität = Poren zwischen 20 und 500 Ångstrom-Einheiten
Makroporosität = Poren > 500 Ångstrom-Einheiten
Die Adsorbentien 5 und 6 sind Handelsprodukte, erhältlich von Dow
Chemical Company, Midland, MI (USA), und haben Eigenschaften, die mit den Materialien
wie in den US-Patenten Nr. 4 950 332 und 5 416 124 konsistent sind, sowie DowexTM
OptiporeTM Adsorbent-Literatur, veröffentlicht im September 1992.
Beispiel 5
Dieses Beispiel veranschaulicht die Entfärbung eines Zuckerrübensirups
unter Verwendung des Verfahrens der vorliegenden Erfindung. In einen ummantelten
satzweisen Reaktor enthaltend 200 ml eines 60%igen Brix-Zuckerrübensirups mit einer
ICUMSA-Farbe von 17.700 und einem pH von 9,4 bei 80°C wurden 10 ml des getrockneten
funktionalisierten Adsorbens, wie unten in Tabelle 2 angegeben, zugesetzt. Diese
Mischung wurde eine Stunde lang gerührt, der Zuckersirup wurde filtriert, um das
funktionalisierte Adsorbens zu entfernen, und die ICUMSA-Farbe wurde gemessen. ICUMSA-Farbe
ist ein spektrophotometrisches Maß, berechnet aus der Lichtabsorption bei einer
Wellenlänge von 420 Nanometern (nm), durch den Sirup unter Verwendung der Formel:
Die ICUMSA-Farb-Ergebnisse sind unten in der Tabelle 2 gezeigt. Tabelle 2
DARCO® gekörnte Aktivkohle mit einer Größe, die durch
die Öffnungen eines 850 &mgr;m-Siebes passt und auf den Öffnungen einer 435 &mgr;m-Siebes
zurückbleibt, geliefert von American Norit Co., Inc.
Beispiel 6
Dieses Beispiel veranschaulicht die satzweise Entfärbung eines Getreidesirups
unter Verwendung des Verfahrens der vorliegenden Erfindung. In einen ummantelten
satzweisen Reaktor enthaltend 100 g eines wässrigen Getreidesirups mit 52% Feststoffanteil
und einer ICUMSA-Farbe von 47 und einem pH von 4,64 bei 80°C wurde 1 g getrocknetes
Adsorbens, wie in Tabelle 3 angegeben, zugesetzt. Diese Mischung wurde eine halbe
Stunde gerührt, der Zuckersirup wurde filtriert, um das Adsorbens zu entfernen,
und die ICUMSA-Farbe wurde gemessen. Die Proben wurden dann in einem Wasserbad eine
Stunde bei 100°C gehalten, wonach die Nacherhitzungs-ICUMSA-Farbe gemessen wurde.
Die ICUMSA-Farb-Ergebnisse sind unten in Tabelle 3 angezeigt.
Tabelle 3DARCO® gekörnte Aktivkohle mit einer Größe, die durch
die Öffnungen eines 850 &mgr;m-Siebes passt und auf den Öffnungen einer 435 &mgr;m-Siebes
zurückbleibt, geliefert von American Norit Co., Inc.Beispiel 7
Dieses Beispiel veranschaulicht die Entfärbung eines Getreidesirups
unter Verwendung des Verfahrens der vorliegenden Erfindung. Es zeigt ferner den
Effekt des Verfahrens der vorliegenden Erfindung auf die Farbe, die sich nach dem
Erhitzen des Sirups entwickelt, den Effekt der Beladung des funktionalisierten Adsorbens
mit Farbstoffen und farberzeugenden Körpern bei Färbung und Farbentwicklung nach
dem Erhitzen, und den Effekt des wiederholten Beladens und Regenerierens des funktionalisierten
Adsorbens bei Färbung und Farbentwicklung nach dem Erhitzen. Dieses Beispiel veranschaulicht
auch die bevorzugte kontinuierliche Betriebsweise in einer Säule, die bei der Behandlung
von Zucker in industriellen Verfahren verwendet wird.
Ein Getreidesirup mit geringem Dextrosegehalt und 52% Feststoffgehalt,
einem pH von 4,65 und einer ICUMSA-Farbe von 47 wurde durch eine ummantelte Säule
durchgeleitet, die 50 ml des funktionalisierten Adsorbens enthielt, mit einer Geschwindigkeit
von 3 Bettvolumina pro Stunde (1 Bettvolumen = 50 ml). Die Säulentemperatur während
der Behandlung betrug 70°C. Die ausströmende Flüssigkeit wurde gesammelt und
deren ICUMSA-Farbe gemessen. Die Proben wurden anschließend in einem Wasserbad eine
Stunde lang bei 100°C platziert, wonach die Nacherhitzungs-ICUMSA-Farbe gemessen
wurde. Die Ergebnisse dieser Messungen sind unten in den Tabellen 4 und 5 gezeigt.
Ermittelt durch Vergleich wiesen unbehandelte Zuckersirupe typischerweise einen
anfänglichen ICUMSA-Farbwert von 40 bis 50 auf und ergaben Nacherhitzungs-ICUMSA-Farbwerte
von 60 bis 70.
Es wurden konsekutive Säulenentfärbungsstudien durchgeführt, um ein
Verständnis von dem Leistungsprofil des funktionalisierten des Adsorbens in wiederholten
Entfärbungen zu erhalten. Nach jedem Entfärbungszyklus (Behandlung von 190 Bettvolumina
Sirup) wurden 2 Bettvolumina Wasser durch das funktionalisierte Adsorbens bei 70°C
durchgeleitet, um den Zuckersirup zu entfernen, wonach das funktionalisierte Adsorbens
mit 5 Bettvolumina Wasser gewaschen wurde. Das funktionalisierte Adsorbens wurde
anschließend mit den folgenden Reagentien in der angegebenen Reihenfolge
jeweils bei 70°C und einer Fließgeschwindigkeit von 2 Bettvolumina (100 ml)
pro Stunde regeneriert: 2 Bettvolumina einer 4%igen wässrigen Natriunihydroxidlösung,
2 Bettvolumina Wasser, 2 Bettvolumina 4%ige wässrige Salzsäurelösung und 2 Bettvolumina
Wasser. Vor dem Beginn des nächsten Entfärbungszyklus wurde das Bett aus funktionalisiertem
Adsorbens mittels Durchleiten von 2 Bettvolumina Getreidesirup "angesüßt". Periodisch
aus dem Säulenabfluss entnommene Proben während der Durchladung von 2 bis 190 Bettvolumina
des Sirups durch das Bett wurden bezüglich der Vorerhitzungs- und Nacherhitzungs-ICUMSA-Farbe
gemessen, d. h. die Farbe des Zuckersirups unmittelbar nach dem Eluieren aus der
Behandlungssäule, und die Farbe des Zuckersirups, nachdem es eine Stunde bei 100°C
gehalten wurde. Die Sollwerte für die Entfärbung von Zucker liegen typischerweise
bei weniger als 25 ICUMSA, vorzugsweise weniger als 20 ICUMSA für eine "vor der
Erhitzung"-Farbe und typischerweise weniger als 45 ICUMSA, vorzugsweise weniger
als 40 ICUMSA für eine "nach der Erhitzung"-Farbe. Wenn diese Werte überschritten
werden, hat die Säule ihre Entfärbungskapazität verloren und muss regeneriert werden.
Die Ergebnisse dieser Studien, für die dritten und vierten Entfärbungszyklen, unter
Verwendung Beispiel 1 und Adsorbens 5 (Vergleichsbeispiel) sind in den Tabellen
4 und 5 unten angegeben. Die Verwendung des Adsorbens des Beispiels 1 ermöglicht
eine beträchtlich größere Zahl von zu verarbeitenden Bettvolumina (ungefähr 150
bis 200 Bettvolumina), bevor die Sollfarbwerte überschritten werden, und der Prozess
kann effizienter und ökonomischer mit weniger Regenerierungsmittel durchgeführt
werden im Vergleich zur Verwendung des Adsorbens 5 (ungefähr 100 Bettvolumina).
Tabelle 4 – Zuckerentfärbung unter Verwendung des Beispiels 1Tabelle 6 – Zuckerentfärbung unter Verwendung von Adsorbens 5
(Vergleichsbeispiel) = Behandelte Bettvolumina während Zyklus 3 bzw. Zyklus 4.
NM
nicht gemessen
Anspruch[de]
Verfahren zur Entfärbung von Zuckersirup umfassend das Kontaktieren
von Zuckersirup enthaltend Farbkörper mit einem funktionalisierten Adsorbens, wobei
das Adsorbens ein hochvernetztes, makroporöses Styrolcopolymer umfasst, das eine
Mikoporosität von 0,2 cm3/g, eine Mesoporosität von 0,5 bis 2 cm3/g
und eine Makroporosität von 0 bis 1 cm3/g aufweist, wobei das Copolymer
polymerisiert ist aus einem Monomer oder einer Mischung von Monomeren enthaltend
mindestens 65 Gew.-%, basierend auf dem Gesamtmonomergewicht, an ungesättigten Polyvinylmonomeren,
und das Copolymer mit schwach ionisierenden funktionellen Gruppen funktionalisiert
ist, sowie nachfolgendes Abtrennen des Zuckersirups von dem Adsorbens; vorausgesetzt,
dass das funktionalisierte Adsorbens keine Makronetz-Polymerstruktur aufweist.
Verfahren nach Anspruch 1, wobei das Adsorbens in Form kugelförmiger
Perlen mit einem Teilchendurchmesser von 10 um bis 2 mm vorliegt.
Verfahren nach Anspruch 2, wobei das Adsorbens eine Oberfläche von
mindestens 500 m2/g des Adsorbens aufweist.
Verfahren nach Anspruch 3, wobei die schwach ionisierenden funktionellen
Gruppen schwachbasische Anionenaustauschergruppen sind.
Verfahren nach Anspruch 4, wobei das Adsorbens nach dem Kontakt mit
und der Abtrennung von dem Zuckersirup regeneriert wird.
Verfahren nach Anspruch 3, wobei die schwach ionisierenden funktionalen
Gruppen schwachsaure Kationenaustauschergruppen sind.
Verfahren nach Anspruch 6, wobei das Adsorbens nach dem Kontakt mit
und der Abtrennung von dem Zuckersirup regeneriert wird.
Verfahren nach Anspruch 3, wobei das Adsorbens nach dem Kontakt mit
und der Abtrennung von dem Zuckersirup regeneriert wird, indem das Adsorbens mit
regenerierenden Reagenzien bei einer Temperatur von 50°C bis 100°C kontaktiert
wird, jedes regenerierende Reagenz vom Adsorbens abgetrennt wird bevor das nächste
Reagenz eingebracht wird, wobei die regenerierenden Reagenzien, in der Reihenfolge
mit der sie das Adsorbens kontaktieren, sind: eine verdünnte Base, Wasser, eine
verdünnte Säure sowie Wasser.
Verfahren nach Anspruch 8, ferner umfassend die Wiedergewinnung von
Farbkörpern nach der Regenerierung des Adsorbens, wobei das Adsorbens eine Mikroporosität
von 0 bis 0,1 cm3/g und eine Mesoporosität von 0,6 bis 1,8 cm3/g
aufweist.